Vielen Landwirten sind die Düngerpreise im gesamten vergangenen Jahr im Verhältnis zu den Getreidepreisen eigentlich viel zu hoch gewesen. Wer sich dennoch im Herbst, aber spätestens bis Ende Februar dazu durchringen konnte, seinen Bedarf für dieses Frühjahr vorab zu decken, wird in diesen Tagen erleichtert durchatmen.
Getrieben durch den Iran-Krieg und die damit einhergehende Blockade der Straße von Hormus, befinden sich besonders die Stickstoff-Dünger in einer steilen Preisrallye. Angesichts der Tatsache, dass knapp ein Viertel des weltweit gehandelten Stickstoffdüngers durch diese Meeresenge aus dem Persischen Golf herausgeschifft werden muss, ist es kaum verwunderlich, dass der globale Düngermarkt derzeit aus den Fugen gerät. Dort in der Golfregion befinden sich einige der größten Düngemittelwerke der Welt. Hierzulande müssen Landwirte in dieser Woche bereits bis zu 43,50 €/dt zahlen, beim Harnstoff fällt der Aufschlag deutlich höher aus. Hier liegen die Preise inzwischen bei bis zu 72,50 €/dt.
Die Preissteigerungen für Stickstoffdünger werden aber auf zwei Säulen getragen. Nicht nur die knappe Verfügbarkeit treibt die Preise in die Höhe, auch die steigenden Energiepreise haben einen entscheidenden Anteil an der Preisrallye. Besonders der Erdgaspreis ist hier der entscheidende Faktor, da Erdgas ja bekanntlich der Hauptrohstoff für die Stickstoffdünger-Produktion ist. Die Ursache liegt allerdings in beiden Fällen in der Blockade der Straße von Hormus, was sich für jeden sichtbar bereits auf den gesamten Energiesektor ausgewirkt hat. Der Unterschied zwischen dem Dünger- und dem Rohölsektor ist allerdings, dass es auf den Düngermärkten keine Pufferkapazitäten gibt, die einen längeren Versorgungsengpass ausgleichen könnten. Der Düngerhandel basiert weltweit eher auf einer Just-in-time-Versorgung. Und das könnte nun gerade zum Saisonstart zu größeren Problemen in der Verfügbarkeit führen, allerdings in anderen Anbauregionen, zum Beispiel Nordamerika, deutlich ausgeprägter als hier bei uns. Somit sehen sich die Landwirte zu Saisonbeginn nicht nur mit explodierenden Düngerpreisen, sondern auch noch mit ausufernden Dieselpreisen konfrontiert.
Für viele Marktteilnehmer stellt sich nun die Frage, wie lange diese Preishochs anhalten werden. Dass man den Zeiteinschätzungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump nicht unbedingt folgen kann, daran haben sich die meisten inzwischen gewöhnt. Aus den anfänglichen vierzehn Tagen sind mittlerweile acht Wochen voraussichtliche Kriegsdauer geworden. Die Märkte interessieren sich allerdings hauptsächlich für die Befahrbarkeit der Straße von Hormus. Hier scheint in den vergangenen Tagen aber auch wieder etwas Bewegung entstanden zu sein. Inzwischen scheint es unbeteiligten Ländern wie Indien möglich zu sein, Frachtschiffe durch die Straße von Hormus zu leiten. Doch selbst wenn die Meerenge vor der iranischen Küste für die zivile Schifffahrt wieder passierbar wird, kommt es aufgrund des sogenannten Rakete-und-Feder-Effektes (schneller Anstieg, langsamer Abfall) nur langsam wieder zu einer Abwärtsbewegung der Preisniveaus. Ein erhöhtes Passage-Risiko wird auch dann noch weiterhin bestehen, und somit werden auch weiter entsprechende Risikoprämien die Frachtraten verteuern.
Marktlage für die Woche vom 16. bis 22.3.2026
Getreide: Die Weizennachfrage aus Importstaaten war zuletzt zurückgegangen. Diese hofften auf eine Entspannung der Lage am Persischen Golf und ein Nachgeben der Preise.
Raps: Beim Raps wurden Gewinne mitgenommen, nachdem die Kurse zuletzt ein Neun-Monats-Hoch erreicht hatten. Weiterhin waren die hohen Rohöl- und Pflanzenölpreise unterstützend.
Futtermittel: Viele Futtermittelhersteller beließen es bei stabilen Preisen. Wegen des Iran-Krieges steigende Rohstoff- und Transportkosten könnten dies bald ändern.
Kartoffeln: Die Gruppe der Kartoffelerzeuger aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland appellierte dazu, die Kartoffelflächen in Nordwesteuropa zu reduzieren.
Schlachtrinder: Der Schlachtrindermarkt war Mitte März überwiegend ausgeglichen: Der Handel hatte sich stabilisiert, die Preisempfehlungen blieben unverändert.
Schlachtschweine/-sauen: Auch nach dem jüngsten Preisanstieg auf 1,70 €/kg SG blieb die Nachfrage der Schlachtunternehmen unverändert rege.
Ferkel: Die Nachfrage nach Ferkeln war weiter so flott, dass nicht alle Anfragen sofort bedient werden konnten.
Milch: Der Anstieg des Rohstoffaufkommens hat sich verstärkt und bewegte sich deutlich über dem Vorjahresniveau.
Schlachtlämmer/-schafe: Die Nachfrage nach Lämmern und Lammfleisch war zuletzt stetig belebter.
Markttendenz für die Woche vom 23. bis 29.3.2026
Getreide: Auch ex Ernte zeigt sich für Weizen eine festere Tendenz, weshalb das Interesse von Landwirten an Vorkontrakten für die Ernte 2026 stetig steigt.
Raps: Am deutschen Markt werden höhere Preise genannt, allerdings bleiben die Umsätze aufgrund der hohen Volatilität weiter begrenzt.
Futtermittel: Sojaschrot notiert stabil, da das Angebot die laufende Nachfrage gut deckt und umfangreiche Mengen für den Sommer bereits eingekauft sind.
Kartoffeln: Überall drängen übergroße Vorräte auf Absatz. Dazu kommen erste, recht frühe Importe aus Ägypten.
Schlachtrinder: Das Jungbullenangebot nimmt langsam zu, der Handel mit Schlachtkühen läuft dagegen unverändert flott.
Schlachtschweine/-sauen: Der Fokus richtet sich auf das Ostergeschäft, das traditionell Impulse für den Fleischabsatz liefert. Das kann Schlachtunternehmern helfen, höhere Einstandspreise weiterzugeben.
Ferkel: Ein knappes Angebot trifft auf eine sehr rege Nachfrage der Mäster, es werden weiter steigende Preise erwartet.
Milch: Die Meiereiabgabepreise für abgepackte Butter sind gestiegen. Der erste große Discounter erhöhte den Ladenpreis für das 250-g-Päckchen auf 1,19 €.
Schlachtlämmer/-schafe: Mit dem Osterfest und dem Ende des Ramadans stehen zwei wichtige Termine an, was sich zunehmend im Handel mit Lammfleisch bemerkbar macht.