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Eutergesundheit und Milchqualität im Blick behalten

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Wird die Nutzungsdauer von Holsteinkühen betrachtet, so treten die Problemzonen der Milchviehhaltung offen zutage. Sie lag 2019 bei zirka 37 Monaten. Die hohen Remontierungsraten mit daraus resultierenden sehr hohen Bestandsergänzungskosten bereiten nicht nur betriebswirtschaftlich große Sorgen, sondern schmälern auch die Selektionsbasis. Das Management muss stär­ker in Richtung Verbesserung der Herdengesundheit optimiert werden. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die Eutergesundheit, da Eutererkrankungen an zweiter Stelle der Abgangsursachen in den Milchviehbetrieben liegen. Die wirtschaftlichen Verluste durch Euterentzündungen für die deutschen Milchbauern betra­gen zirka 1,4 Mrd. € pro Jahr. Ein wichtiger Indikator für den Euter­gesundheitszustand ist der Milchzellgehalt. Bei Gehalten von 200.000 Zellen je Milliliter ist mit einem Milchertragsverlust von zirka 6 % zu rechnen.

Liegt eine Reizung beziehungsweise Erkrankung der Milchdrüse beziehungsweise eine Stresssituation vor, steigt der Zellgehalt der Milch, insbesondere der Anteil der Leukozyten deutlich an. Zu berücksichtigen ist aber, dass es physiologische Schwankungen der Milchzellzahlen geben kann.

Milchzellgehalt als guter Maßstab

So können in der Biestmilchperiode sowie zum Laktationsende erhöhte Zellzahl (ZZ)-Werte vorkommen. Individuelle Schwankungen in der Milchzellzahl eutergesunder Tiere zwischen 20.000 und 300.000 Zellen je Milliliter (Z/ml) können auftreten. Auch das Alter der Tiere und die Milchleistung haben Einfluss. Erfahrungsgemäß ist der Zellgehalt in der Milch ab der vierten Laktation deutlich höher als in der ersten Laktation. Kühe mit hoher Milchleistung haben normalerweise aufgrund des Verdünnungseffektes einen niedrigeren Zellgehalt als Kühe mit geringer Milchleistung. Liegt der Milchzellgehalt der Milchkuhherde im Mittel unter 100.000 Z/ml, ist der Eutergesundheitszustand der Herde in der Regel als sehr gut einzuschätzen.

Die Zellgehalte können durch Haltung, Fütterung, Melkarbeit einschließlich fehlender Stimulation und Blindmelken, Funktionsstörungen der Melkanlage und mangelhaftes Stallklima beeinflusst werden. Aber auch die Genetik kann einen gewissen Einfluss ausüben. Erhöhte Zellgehalte beeinflussen nicht nur die Milchqualität, sondern haben auch Minderleistungen zur Folge. Liegt die Anzahl bei der Einzelkuh über 500.000 Z/ml, kann von einer Mastitis ausgegangen werden. Die Mastitis ist in der Praxis der Milchviehhaltung die am weitesten verbreitete infektiöse Erkrankung. Pro Kuh und Jahr werden betriebswirtschaftliche Verluste von etwa 200 € kalkuliert. Schwere klinische Mastitisfälle kosten die Landwirte bis über 500 € je Kuh und Laktation.

Helle, gut durchlüftete Melkstände verringern Stress.

Verbesserungen durch veränderte Haltung

Die Haltungsbedingungen im Stall beziehungsweise die Aufstallungsform gehören zu den umweltbedingten Faktoren, die Einfluss auf den Zellgehalt haben und damit prädisponierend für Euterge- sundheitsstörungen sind. Durch schlechte Haltungsbedingungen kann der Keimdruck im Stall stark ansteigen. Dadurch wird das Abwehrsystem des Euters überlastet. Außerdem erhöhen schlechte Haltungsbedingungen die Gefahr von Euterverletzungen. Aber auch Verletzungen in anderen Körperbereichen können durch die Streuung euterpathogener Keime zu einer Beeinträchtigung der Eutergesundheit führen. Ungünstige Haltungsbedingungen können auch durch die Auslösung von Stress das Abwehrsystem der Kuh schwächen. Bei der Haltung der Milchkühe ist zur Senkung der Zellzahlen und zur Verbesserung der Herdengesundheit Folgendes zu beachten:

Senken des Infektionsdrucks im Stall durch ausreichend hohe Luftwechselraten. Dadurch werden zugleich eine Erhöhung des Sauerstoffangebotes, eine ausreichende Abfuhr der Luftfeuchte und der Schadgase erreicht.

Durch Schaffung ausreichend dimensionierter und sauberer Liegeflächen wird das Abliegen der Kühe auf den Laufgängen minimiert. Die Euter werden sauberer gehalten.

Trittsichere, saubere und ausreichend breite Laufgänge (über 3 m) und Vorwartehöfe (1,5 bis 2 m2 pro Tier) verringern die Verletzungsgefahr durch Ausrutschen beziehungsweise soziale Auseinandersetzungen und Minimierung von Stress.

Die Stallreinigung und -desinfektion ist zur Senkung der Keimbelastung regelmäßig durchzuführen (zweimal jährlich). Besondere Aufmerksamkeit gilt den euterkranken, trockenstehenden und frisch abkalbenden Kühen.

trockenstehende und laktierende Kühe nicht in einer Gruppe halten; Milch von euterkranken Kühen nicht an die Nachzucht vertränken

Vermeiden zu hoher Belegdichten in den Ställen

Minimieren der Verletzungsgefahr durch Beseitigung schadhafter beziehungsweise scharfkantiger Stallausrüstungen

regelmäßige Klauenpflege und Scheren der Kühe im Euterbereich

In den Sommermonaten ist im Allgemeinen mit höheren Zellzahlen zu rechnen, besonders durch Temperaturstress, aber auch Fütterungseinflüsse wie erhöhten Mykotoxingehalt in Silagen.

Einflussfaktoren auf die Eutergesundheit

Die Melktechnik und die Melkarbeit einschließlich der Melkhygiene können wesentlichen Einfluss auf die Zellzahl und damit die Eutergesundheit ausüben. Die Auswahl betriebsspezifisch angepasster teilautomatisierter oder vollautomatischer Melktechnik, deren fachgerechte Installation, die ständige Wartung und Pflege der Melkanlage einschließlich der Kontrolle der technischen Parameter sind Grundlage der Erzeugung von Qualitätsmilch. Zu hohes Melkvakuum beziehungsweise Vakuumschwankungen, Störungen der Pulsatortätigkeit und der Stimulationsautomatik, überalterte beziehungsweise nicht an die Zitzen angepasste Zitzengummis, zu später Umschaltzeitpunkt der Nachmelk­automatik beziehungsweise zu später Abschaltzeitpunkt der Abnahmeautomatik können zu erhöhter Zellzahl führen und euterschädigend sowie mastitisprädisponierend wirken. Mindestens einmal im Jahr sollte der Landwirt die Melkanlage durch unabhängige Fachleute überprüfen lassen.

Ein Beispiel für ungenügende Melkhygiene

Zusammenhänge geben Aufschluss

Der Einfluss des Menschen auf den Melkvorgang wird angesichts zunehmender Automatisierung der Milchgewinnung oftmals unterschätzt. Zwischen der Qualität der Arbeitsausführung des Melkers, der Milchhergabe und der Eutergesundheit gibt es eine Vielzahl von Zusammenhängen. Voraussetzungen für den optimalen Ablauf des Milchejektionsreflexes und damit einer ungestörten Milchhergabe sowie zur Wahrung der Eutergesundheit sind:

ruhiger Umgang und tiergerechte Behandlung der Kühe vor und während des Melkens (Stressminimierung)

Melkreihenfolge: Bildung von Melkgruppen. Eutergesunde Kühe sind immer vor den infektionsverdächtigen und euterkranken Kühen zu melken.

Durchführen der Routinearbeiten in der Reihenfolge Vormelkprobe (nicht auf den Fußboden melken) – Euterreinigung – Ansetzen

ausreichendes Anrüsten

Euterreinigung (trocken) mit Einwegpapiertüchern

Vermeidung zu langer Wartezeiten für die Kühe zwischen Anrüsten und Ansetzen der Melkzeuge

Verwendung weicher, hochelastischer Zitzengummis

Melkzeuge nicht verdreht ansetzen (Dreh- und Hebelkräfte führen zu Blindmelken und Schmerzen bei den Kühen)

Minimierung von Blindmelkzeiten, Nachgemelken und Lufteinbrüchen

Zwischendesinfektion der Melkbecher mit DLG-zugelassenen Peressigsäurepräparaten. Benutzung von Latexhandschuhen während des Melkens

Nachkontrolle des Euters nach Abnahme des Melkzeugs

Durchführung des ­Zitzendippens beziehungsweise -sprühens mit desinfizierenden Mitteln zur Vorbeugung gegen Streptokokken

Vermeiden von schmerzhaften Behandlungen im Melkstand (Stressminimierung), Minimieren von Nebenarbeiten im Melkstand. Diese führen zu Störungen im Melkablauf.

schnelle Behandlung klinischer Fälle

Ungenügender Abstand zwischen Melkzeug und Melkstandboden

Praxisbezogene Untersuchungen

Untersuchungen der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft ergaben beim Vergleich von Nass- und Trockenreinigung vor dem Melken einen deutlich höheren Anteil bakteriologisch positiver Tiere sowie einen höheren Anteil euterassoziierter Erreger und somit deutlich höhere Zellzahlen aufgrund der Nassreinigung.

Ungenügendes Anrüsten (Tabelle 1), Wartezeiten für die Kühe zwischen Anrüsten und Ansetzen des Melkzeuges und verdrehtes Ansetzen von Melkzeugen führen zur Verringerung des Milchflusses und der Milchmenge, zum Auftreten von Bimodalitäten (Zweigipfeligkeit) der Milchflusskurve einschließlich Blindmelken. Außerdem kann es zur Erhöhung der Nachgemelksmenge und damit zur Erhöhung der Gesamtdauer je Gemelk sowie zum Anstieg der Zellzahl kommen. Aufgrund der verlängerten Vakuumeinwirkung auf Zitzenkanalöffnung, Zitzenkanal und Innenauskleidung der Zitzenspitze sowie Blindmelken kommt es zu Durchblutungsstörungen und zum Entstehen des „Residualvakuums“, wodurch das Eindringen von Krankheitserregern begünstigt wird. Auch wird das Schließen des Zitzenkanals nach dem Melken verzögert und damit eine Neuinfektion gefördert.

In Praxisuntersuchungen wurden Zusammenhänge zwischen Milchflusskurvenverlauf und Zellzahlwerten ermittelt (Tabelle 2). Dabei konnte festgestellt werden, dass zwar optimale Milchflusskurven bei allen Zellzahlwerten auftraten, häufiger aber in Betrieben mit guter Eutergesundheit.

Analyse weiterer Einflussfaktoren

Mit Zunahme der Melkfrequenz (drei- oder sogar viermaliges Melken) steigen die Anforderungen an ein qualitätsgerechtes, zügiges und euterschonendes Melken. Mehrmaliges Melken erhöht die Maschinenhaftzeit und damit die mechanische Beanspruchung der Zitzen. Verhärtete Zitzenspitzen können die Folge sein. Deshalb ist einerseits auf eine kurze Melkdauer zu achten, da dadurch die Gewebebelastung reduziert wird. Eine kurze Melkdauer ist aber nur zu erreichen, wenn die Tiere stressarm gehalten und gemolken werden. Außerdem müssen Schwermelker vor einer Erhöhung der Melkfrequenz unbedingt aus dem Bestand selektiert werden.

Der Stellenwert des Anrüstens, das heißt die Herstellung der Melkbereitschaft, steigt mit Zunahme der Melkfrequenz. Nicht vollwertig angerüstete Kühe zeigen häufiger Bimodalitäten im Milchfluss, die absolute Länge der Blindmelkzeiten steigt und damit das Risiko von Eutergewebeentzündungen, auch durch die Zunahme der Maschinenhaftzeit. Mit Zunahme der Melkfrequenz gewinnt das Dippen mit desinfizierenden beziehungsweise pflegenden Dippmitteln aufgrund der insgesamt längeren Offenstehzeiten der Strichkanäle nach dem Melken (höheres Risiko des Eindringens von Mastitiserregern) sowie der mechanischen Beanspruchung der Zitzen an Bedeutung.

Die Euterform hat Einfluss auf die Eutergesundheit.

Schlecht haftende Melkzeuge, bedingt durch feuchte Zitzen bei feuchten Liegeboxen, nach Nassreinigung und unterlassener Abtrocknung der Zitzen sowie durch schwere Sammelstücke, können durch das Einsaugen von Luft und damit verbunden das Schleudern von Milchpartikeln mit Krankheitserregern auf und in die anderen Zitzen zur Beeinträchtigung der Eutergesundheit beitragen.

Zu alte und zu harte Zitzengummis fördern die Infektion und belasten das Zitzengewebe insbesondere im Zitzenspitzenbereich. Die in den vergangenen Jahren aufgrund der Umzüchtung zu beobachtende Verringerung der Länge und des Durchmessers der Zitzen ist aus Sicht der Technikanwendung und des Infektionsrisikos als problematisch anzusehen. Zu kurze und zu dünne Zitzen können zu zunehmenden Lufteinbrüchen und Rückspray beim Melken führen und damit das Infektionsrisiko erhöhen. Eine Auswahl der Zitzengummis nach Größe und Form in Anpassung an die durchschnittlich in der vorhandenen Milchkuhherde vorkommenden Zitzen- und Euterformen ist ratsam.

Das Zitzendippen sofort nach dem Abnehmen des Melkzeugs mit einer dafür zugelassenen Desinfektionsmittellösung ist nicht nur in Mastitisproblembetrieben eine sehr wichtige Maßnahme. Damit wird erreicht, dass die an der Strichkanalmündung und auf der Zitzenkuppe befindlichen Krankheitserreger abgetötet werden. Die Infektionsrate und die Zellzahlen sinken. Gibt es Probleme mit dem Milchzellgehalt im Betrieb, sollten die Kühe nach dem Melken nicht sofort zum Liegen in die Liegebox gelangen, da die Zitzenkanalöffnungen noch nicht genügend geschlossen sind und beim Liegen insbesondere im Stroh Erreger (zum Beispiel Streptococcus uberis) in die Euter gelangen können. Eine gezielte Führung zum Futtertisch mit der Darbietung von Futter sowie die Möglichkeit des Saufens nach dem Melken durch gezielte Anordnung von Trogtränken bringen eine Verzögerung, sodass sich die Zitzenkanalöffnungen in dieser Zeit größtenteils wieder schließen. Die Liegeboxen sollten in Problembetrieben bis zu dreimal am Tag gesäubert werden.

Einen sehr großen Einfluss auf die Eutergesundheit und damit auf den Milchzellgehalt hat außerdem die Fütterung.

Fazit

Das Management der Milchviehhaltung einschließlich des Melkens hat großen Einfluss auf die Zellzahlen in der Milch. Optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen, richtig installierte und kontinuierlich gewartete Melktechnik sowie eine fachgerechte Melkarbeit und Melkhygiene sind grundlegende Voraussetzungen für niedrige Zellzahlen und gute Eutergesundheit. Nur mit fachlich gut qualifizierten und motivierten Arbeitskräften kann Qualitätsmilch erzeugt werden. Eine gut ausgefeilte Arbeitsorganisation, die die betrieblichen Besonderheiten berücksichtigt, gewinnt dabei ständig an Bedeutung.

Blattläuse biologisch regulieren

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Im Herbst 2024 startete das ­Projekt „Nützlingszelte“, das die Blattlausbesiedlung im Feld durch den frühen Einsatz ­eines Nützlingszeltes effektiv ­reduzieren sollte.

In diesem kleinen, vliesbedeckten Zelt (siehe Foto) wurde blattlausbesetzter Ampfer gepflanzt. Die Blattlausart auf dem Ampfer war Aphis rumicis, die nur diese Wirtspflanze hat und in ihrer Neigung zur Massenvermehrung sowohl als Futter als auch eventuell als Lockmittel für Nützlinge fungieren kann. Blühpflanzen, die ebenfalls unter das Zelt gepflanzt wurden, sollten Nützlingen als weitere Nahrungsquelle dienen. Die Vliesabdeckung hebt die gegebene Temperatur im Frühjahr so weit, dass die Aktivitätsuntergrenze der Nützlinge überschritten wird und sie so schon im Feld aktiv sind, wenn die Besiedlung der Kultur durch Blattläuse erfolgt.

Versuchsaufbau im Feld

Nun liegen erste Ergebnisse aus den Testkulturen Salat, Dill und Ackerbohne in biologischer Produktion sowie Ackerbohnen und Erbsen mit chemischem Pflanzenschutz vor. Aus der Fülle der Daten soll hier insbesondere auf den Biobetrieb Rabberg in Rügge eingegangen werden.

Zum Auflauf der Kultur, Vicia fabae, wurde das Nützlingszelt in der Mitte des etwa 7 ha großen Feldes aufgestellt. Mitte Mai wurde das Vlies vom Zelt entfernt, sodass Nützlinge, die sich dort entwickelt hatten, in das Feld abwandern konnten. Die Kontrollfläche ohne Zelt war etwa 1,5 ha groß und lag abseits der Versuchsfläche.

Bonitur und Methodik

Auf zwei Diagonalen, die sich in der Mitte bei dem Zelt kreuzten, wurde auf jeweils einer Fläche von 0,2 m² im Frühjahr wöchentlich und im Sommer 14-täglich bonitiert. In Abbildung 1 sind gelb die Bonitierpunkte zu sehen. Es wurden Blattläuse nach Größe der Kolonie in sieben Gruppen eingeteilt und als Größengruppe notiert. Blattlausgegenspieler wurden ausgezählt. Immer wurde auch geschaut, ob die Ampferpflanzen noch blattlausbesetzt waren und welche Nützlinge sich dort einfanden. Zur Auswertung wurden die Mediane der Blattlausgruppen herangezogen, um eine Vorstellung von der tatsächlichen Blattlausdichte zu bekommen.

Blattlausentwicklung

Wie auch in den anderen Betrieben, in denen eine Kontrolle realisiert werden konnte, zeigte sich der Anstieg der Blattlauspopulation in der Kontrollfläche aggressiver, während in der Versuchsfläche die Zahlen der Blattläuse geringer ausfielen (Abbildung 2). Wichtig erschien auch die Information, wie lange sich die Ampferblattläuse auf dem Ampfer hielten, bevor auch sie von Nützlingen vernichtet wurden. Sie konnten sich bis Mitte Juni halten (schwarzer Balken in oberer Grafik in Abbildung 2).

Nützlingsspektrum

Das Spektrum der Nützlinge war sehr artenreich. Von den eingesetzten Schwebfliegen wurden später allerdings keine wiedergefunden. Auch in anderen Betrieben konnte kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen ausgebrachten und wiedergefundenen Nützlingen gesehen werden. Allerdings war im Falle der Rabberg-Versuchsfläche die Lockwirkung der Ampferblattläuse, die die Gegenspieler in die Mitte des Feldes führten, deutlich.

Ökonomische Bewertung

Das Aufstellen des Zeltes und begleitende Maßnahmen führten nicht zur Anbaubehinderung. Ein ökonomischer Unterschied zwischen Versuch und Kontrolle in Form der Hülsenzahl pro Meter konnte nicht nachgewiesen werden. Das im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) Schleswig-Holstein geförderte Projekt läuft noch bis Ende 2027 und wird von dem Ökoring ökologischer Landbau GmbH und BorbyControl, Spezialberatung Nützlingseinsatz, geleitet.

Arbeitszeiterfassung in landwirtschaftlichen Betrieben

Die Einführung von Zeiterfassungssystemen gewinnt auch in landwirt­schaftlichen Betrieben zunehmend an Bedeutung. Sie dient einerseits der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, andererseits kann sie zur besseren Organisation betrieblicher Abläufe beitragen. Die Zeiten, in denen Arbeitsstunden nebenbei im Notizbuch notiert oder gar nicht festgehalten wurden, sollten daher der Vergangenheit angehören.

Spätestens seit dem viel beachteten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Mai 2019 und der anschließenden Bestätigung durch das Bundesarbeitsgericht (BAG) im Jahr 2022 steht fest: Auch landwirtschaftliche Betriebe müssen ein zuverlässiges und objektives System zur Arbeitszeiterfassung einführen.

Wichtig für die Praxis ist jedoch: Eine elektronische oder digitale Form ist (noch) nicht vorgeschrieben. Auch analoge Methoden wie Stundenzettel oder handschriftliche Aufzeichnungen bleiben zulässig, sofern sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Was in vielen Branchen längst Alltag ist, stellt landwirtschaftliche Betriebe dennoch vor besondere Herausforderungen. Flexible Arbeitszeiten, Saisonarbeitskräfte und wetterabhängige Einsätze lassen sich nicht immer problemlos in starre Systeme integrieren. Umso wichtiger ist die Frage, wie sich die gesetzlichen Vorgaben praxistauglich auf Hof und Feld umsetzen lassen.

Arbeitszeiterfassung bedeutet die systematische Dokumentation von Beginn, Ende, Dauer und Pausen der täglichen Arbeitszeit aller Beschäftigten. Zentrales Ziel ist dabei der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Durch die Erfassung soll sichergestellt werden, dass gesetzliche Höchstarbeitszeiten sowie Pausen- und Ruhezeiten eingehalten werden. Gleichzeitig ermöglicht eine lückenlose Dokumentation den Sozialversicherungsträgern, insbesondere der Deutschen Rentenversicherung, im Rahmen von Betriebsprüfungen nachzuvollziehen, ob alle geleisteten Arbeitsstunden korrekt verbeitragt wurden. Darüber hinaus erleichtert die Zeiterfassung den Abgleich von Soll- und Ist-Arbeitszeit, die Dokumentation von Überstunden sowie den Nachweis der Mindestlohnzahlung. Moderne Zeiterfassungssysteme können damit Transparenz und Planungssicherheit im Betrieb unterstützen.

Mehrere Gesetze betreffen landwirtschaftliche Betriebe unmittelbar. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt Höchstarbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) schützt Beschäftigte unter 18 Jahren. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet Arbeitgeber, für Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu sorgen. Das Mindestlohngesetz (MiLoG) schreibt insbesondere bei geringfügig Beschäftigten und Saisonarbeitskräften eine lückenlose Dokumentation der Arbeitszeiten vor.

Sonderregelung für Leitende

Ein Sonderfall ist § 18 Absatz 1 ArbZG: Von bestimmten Arbeitszeitvorgaben sind leitende Angestellte ausgenommen. Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter können je nach tatsächlichen Befugnissen und Verantwortlichkeiten unter Umständen als leitende Angestellte eingestuft werden. Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung für leitende Angestellte besteht derzeit nicht. Aus Gründen des Arbeitsschutzes und der Dokumentationssicherheit wird jedoch empfohlen, auch deren Arbeitszeiten zumindest in vereinfachter Form festzuhalten. So kann der Betrieb im Zweifel nachweisen, dass Fürsorge- und Arbeitsschutzpflichten eingehalten wurden.

Die Auswahl an Zeiterfassungssystemen ist groß und reicht von analogen Varianten wie Stundenzetteln oder Stempeluhren bis zu digitalen Lösungen. Dazu zählen einfache Apps wie WorkingHours oder Work Counter, professionelle Softwarelösungen wie Clockodo, Frag Paul oder Planday sowie individuell erstellte Excel-Dateien. Kombinierte Systeme mit RFID-Chips, biometrischer Erfassung oder Fahrerkarten bieten zusätzlichen Komfort und Kontrollmöglichkeiten. Für landwirtschaftliche Betriebe existieren zudem branchenspezifische Lösungen wie Agrarmonitor, Agrarproject-SoF.HiE oder FarmAct, die Zeiterfassung mit Flottenmanagement, Auftragsplanung oder Buchhaltung verbinden und eine mobile Datenerfassung direkt auf Feld und Maschine ermöglichen.

Herausforderung in Spitzenzeiten

Eine besondere Herausforderung stellt die Arbeitszeitgestaltung während Ernte- und Aussaatzeiten dar. Während Jugendarbeitsschutzgesetz und Arbeitszeitgesetz klare Grenzen setzen, verlangt der betriebliche Alltag in diesen Phasen häufig ein hohes Maß an Flexibilität. Digitale Systeme ändern jedoch nichts an diesem grundlegenden Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben und betrieblicher Realität. Ihr Nutzen liegt vielmehr darin, Arbeitszeiten einfacher zu erfassen, auszuwerten und transparent darzustellen. Sie verbessern die Dokumentations- und Planungsgrundlage, lösen jedoch nicht grundsätzlich das Problem erhöhter Arbeitsbelastung in arbeitsintensiven Phasen.

Datenschutz und Praxistauglichkeit

Eine moderne Arbeitszeiterfassung bietet Betrieben zusätzliche Chancen. Sie schafft Transparenz, verbessert die Planbarkeit des Personaleinsatzes und erleichtert den Nachweis der Gesetzeskonformität gegenüber Behörden und Sozialversicherungsträgern. Ein besonders wichtiger Aspekt ist der Datenschutz, denn Arbeitszeitdaten sind personenbezogene Daten und unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Betriebe müssen daher sicherstellen, dass diese Informationen vor unbefugtem Zugriff geschützt und datenschutzkonform verarbeitet werden. Dies kann durch passwortgeschützte Systeme, rollenbasierte Zugriffsrechte oder die Speicherung der Daten auf Servern in der Europäischen Union erfolgen.

Papierbasierte Lösungen bleiben zulässig, können aber bei zunehmendem Dokumentationsaufwand, häufigeren Betriebsprüfungen und dem Einsatz von Saisonarbeitskräften mit größerem organisatorischen Aufwand verbunden sein. Digitale Systeme werden daher in vielen Betrieben eingesetzt, da sie Auswertungen automatisieren, Prüfungen erleichtern und administrative Abläufe strukturieren können. Entscheidend bleibt, dass das gewählte System zum jeweiligen Betrieb passt und im Arbeitsalltag praktikabel ist.


Hinweis zur Umsetzung im Betrieb:

Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung liegt grundsätzlich beim Arbeitgeber. Die praktische Erfassung der Arbeitszeiten kann jedoch an die Beschäftigten delegiert werden, beispielsweise über Apps oder digitale Systeme. Der Arbeitgeber bleibt dennoch dafür verantwortlich, dass die Arbeitszeiten vollständig dokumentiert und aufbewahrt werden.

Bei der Auswahl eines Zeiterfassungssystems sollten Betriebe außerdem darauf achten, dass dieses mit der Lohnbuchhaltung kompatibel ist. Eine direkte Schnittstelle erleichtert die Entgeltabrechnung und sorgt für eine durchgängige und synchrone Dokumentation der Arbeitszeiten.


Genuss und Kunst rund um den Hafer

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Ein Nachmittag für alle Sinne erwartete die 20 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer im Jahr100Haus des Freilichtmuseums Molfsee.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Bildungsreferentin Dr. Judith Bühlmeier vom LandFrauenverband gemeinsam mit den engagierten Damen des Arbeitskreises Molfsee – mit viel Herzblut und einem stimmigen Programm, das Kunst, Information und Kulinarik auf besondere Weise verband.

Den Auftakt bildete eine fachkundige Führung durch die aktuelle Ausstellung „State of Nature“ der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law (siehe Seite 60). Unter der Leitung der stellvertretenden Museumsdirektorin Astrid Paulsen tauchten die Gäste in eine eindrucksvolle Welt aus Naturmaterialien ein.

Erst die Arbeit, dann das (Nasch-)Vergnügen: Vater und Sohn bereiten leckere Haferkekse vor. Fotos: Meike von der Goltz

Rebecca Louise Law ist bekannt für ihre raumgreifenden Installationen aus getrockneten Pflanzen – und im Freilichtmuseum Molfsee spielt dabei auch der Hafer eine besondere Rolle. Zigtausende Halme hängen kopfüber von den Museumsdecken und verwandeln die Räume in ein schwebendes, beinahe poetisches Naturerlebnis. Jede Blüte, jeder Halm erzählt von Wachstum, Wandel und der Vergänglichkeit der Natur. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert von der Atmosphäre und der besonderen Verbindung von Kunst und landwirtschaftlichem Ursprung.

Im Anschluss wurde es praktisch – und köstlich: Gemeinsam wurde gebacken und gekocht, natürlich mit Hafer im Mittelpunkt. Auf dem Programm standen frisches Haferbrot, knusprige Haferkekse, herzhafte Hafer-Spinatbratlinge, selbst gemachte Hafermilch und sogar ein überraschend aromatischer Hafer-Sauerkraut-Salat.

Begleitet wurde das gemeinsame Werkeln von amüsanten und interessanten Anekdoten der LandFrauen sowie zahlreichen wissenswerten Informationen rund um das vielseitige Getreide. Abgerundet wurde der Nachmittag durch einen informativen Beitrag von Landwirt Friedrich Gehrt, der anschaulich über Anbau, Bedeutung und aktuelle Entwicklungen rund um den Hafer berichtete. So entstand ein kurzweiliger, inspirierender Nachmittag, der eindrucksvoll zeigte, wie eng Kunst, Landwirtschaft, Bildung und Genuss miteinander verbunden sein können – und wie lebendig Gemeinschaft im ländlichen Raum gestaltet wird.

LandFrauenvizepräsidentin Sylke Messer-Radtke führte in den bunten Kochnachmittag ein.
Mehr als 20 Teilnehmende kamen zum LandFrauenevent „Kochen mit Hafer“ ins Freilichtmuseum Molfsee.
Die britische Künstlerin Rebecca Louise Law zeigt derzeit im Freilichtmuseum Molfsee ihre raumgreifenden Installationen aus getrocknetem Getreide.


Schweinekurse im Aufwind

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Der Schlachtschweinehandel ist aus dem Winterschlaf erwacht. Die teilweise dramatischen Absatzschwierigkeiten der sogenannten Winterschweine sollten zumindest vorerst ein Ende gefunden haben. Seit Mitte Februar ist der Vereinigungspreis um 10 ct auf 1,55 €/ IP gestiegen. In der Schweinevermarktung sind Angebotsüberhänge und Wartezeiten kein Thema mehr, und auch die Schlachtgewichte sind wieder gesunken. Zu Beginn der laufenden Woche berichten die Erzeuger von einer weiter regen Nachfrage der Schlachtbetriebe. Damit sieht die grüne Seite Spielraum für weitere Notizaufschläge, auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlich schwierigen Situation der Schweinehalter.

Die Schlachthofseite weist solche Forderungen zurück. Dabei wird immer wieder von einem schwierigen Fleischgeschäft berichtet. Saisonbedingt sei die Fleischnachfrage gering. Dazu kommt ein europaweit hohes Angebot, auch durch umfangreiche Mengen aus Spanien. Einige Schlachtbetriebe haben mit reduzierten Schlachtungen auf die jüngsten Preisaufschläge im Lebendhandel reagiert. Zur Lage im Fleischgeschäft gibt es aber auch abweichende Meinungen. So wird im Bericht über den Hamburger Großhandel davon gesprochen, dass sowohl bei der Fleischindustrie als auch auf Versand- und Großhandelsebene relativ problemlos höhere Verkaufspreise für Schweinefleisch hätten durchgesetzt werden können. Reduzierte Abnahmemengen einzelner Schlachtbetriebe konnten problemlos durch andere Abnehmer aufgefangen werden. Auch Sauenfleisch ist inzwischen wieder knapp und kann zu erhöhten Kursen abgesetzt werden.

Probleme bleiben

Trotz der wieder etwas optimistischeren Marktlage stehen die Schweine haltenden Betriebe weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Erzeugerpreise sind immer noch unzureichend, während die Kosten auf hohem Niveau bleiben. Exporthemmnisse und hoher Regulierungsdruck sorgen ebenfalls für eine sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dazu kommt der Arbeitskräftemangel. Regional gibt es immer wieder Fälle der Afrikanische Schweinepest. Vor diesem Hintergrund wird befürchtet, dass der Strukturwandel in einen Strukturbruch übergeht. Dieser hat in der Sauenhaltung bereits eingesetzt. Die Bundesregierung hat aus diesem Anlass einen Fleischgipfel einberufen. Der Bundeskanzler hat sich auf seiner Chinareise für bessere Absatzchancen für hiesiges Schweinefleisch eingesetzt.

Nachfrage sinkt

Vor allem setzt die sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch der Branche zu. In Deutschland wurden 2010 noch mehr als 50 kg Schweinefleisch pro Kopf verzehrt. Mittlerweile ist dieser Wert auf 35 kg gefallen, auch wenn der jährliche Rückgang mittlerweile nicht mehr sehr groß ist. Die geringe Nachfrage hierzulande kann nur begrenzt durch mehr Exporte ausgeglichen werden. Dies ist in der hiesigen Fleischindustrie zu spüren. Zuletzt häuften sich Meldungen über Schließungen oder Übernahmen von Wurstfabriken. Für Schweinemäster aus Schleswig-Holstein war die Schließung des Schlachthofes in Perleberg besonders schmerzhaft. Da in der Fleischbranche nur geringe Stundenlöhne gezahlt werden können, verschärft sich zunehmend der Arbeitskräftemangel. Auf der anderen Seite stellen die Verbraucher und der Lebensmitteleinzelhandel höhere Anforderungen an Tierwohl, Herkunftssicherung und Produktionsstandards. Wer diese Erwartungen erfüllt und transparent kommuniziert, sollte sich jedoch im zunehmend wettbewerbsintensiven Markt behaupten können.

Natürlich schöne Überraschungen

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Ein bisschen Freude am Experimentieren sollte man mitbringen, wenn es um dynamische Vagabunden im Garten geht. Denn so mancher attraktiver Blüher ist zwar kurzlebig, erhält sich aber zuverlässig über die Selbstaussaat. Überraschend tauchen die Schönheiten an verschiedenen Stellen im Garten auf und füllen dabei mitunter Lücken, die sich über kurz oder lang in jeder Pflanzung auftun.

Die Sämlinge dieser Vagabunden legen dabei jedoch keine Gärtner-Schreck-Qualitäten an den Tag. Denn sie wurzeln nur schwach und lassen sich leicht an den Stellen herausziehen, wo sie tatsächlich ungelegen sind. Zudem siedeln sie sich nur dort an, wo die jeweiligen Standortansprüche erfüllt werden. Bei den Einjährigen wie Ringelblume (Calendula), Kapuzinerkresse (Tropaeolum), Kalifornischem Goldmohn (Eschscholzia californica) oder Jungfer im Grünen (Nigella) erspart die ausgeprägte Fortpflanzungsfähigkeit sogar die alljährliche Neuaussaat. Ringelblumen schließen im Beet zuverlässig Lücken und machen sich zudem prima in der Vase. Auch das filigrane Laub und die blauen Blüten der Jungfer im Grünen wirken toll in Gestecken und Sträußen. Tipp: Mit rankender Kapuzinerkresse Baumscheiben bedecken und Pflanzenreste nach dem ersten Frost entfernen. Die herausfallenden Samen keimen im nächsten Jahr zuverlässig ab Ende April.

Wenn sie aussamen darf, erscheint die einjährige Jungfer im Grünen alljährlich wieder.
Die Spornblume ist ein wunderbarer Dauerblüher mit weißen oder pinkfarbenen Blüten.

Doch auch unter den Zweijährigen finden wir Vertreter, die sich über die Selbstaussaat erhalten. Besonders hervorzuheben sind hier Königskerze (Verbascum), Fingerhut (Digitalis), Stockrosen (Alcea rosea) und das Silberblatt (Lunaria annua). Nach Blüte und Saatreife fallen die Samen zu Boden und keimen dann sehr schnell. Bis zum Herbst bilden sich die sogenannten Blattrosetten. Sie überwintern und treiben im Frühjahr die Blütenstiele. Damit die Selbstaussaat der Zweijährigen funktioniert, braucht es etwas offenen Boden. Ungünstig sind dicht wachsende Nachbarn, die mit ihrem Blattwerk vollständig das Erdreich bedecken.

Bei den Zweijährigen bringt mit der Selbstaussaat der Zufall etwas wilden Charme in den Garten. Dabei überragt der dominante Fingerhut gern seine Begleiter. Prima kombinieren lässt er sich mit den leichten Blütenglocken der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia). Das Silberblatt liebt lockeren Boden unter Bäumen oder in Strauchrabatten. Etwas Morgen- oder Abendsonne verträgt die Schönheit schon, volle Sonne jedoch nicht so gut. Von April bis Juni zeigen sich die hübschen weißen oder violetten Blüten an bis zu 100 cm hohen Stängeln. Die Blütenstiele der Stockrosen können bis zu 2 m hoch werden. Man wählt besser einfach blühende Sorten, sie sind ausdauernder als gefüllte Stockrosen. Wichtig ist ein sonniger Standort mit lockerem, durchlässigem Boden. Zu dichte Bestände sollten unbedingt ausgedünnt werden. Dann können sich die einzelnen Pflanzen besser entwickeln und trocknen nach einem Regenguss schneller ab. Damit sind sie weniger anfällig für Malvenrost.

Der aparte Staudenlein ist zwar nicht besonders langlebig, sät sich aber an zusagenden Standorten zuverlässig aus.
Stockrosen sollten nicht zu eng stehen. Das schützt sie vor Blattkrankheiten.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die kurzlebigen Stauden. Sie sind die Sprinter im Staudenreich, mit denen sich gleich im ersten Standjahr wunderbare Effekte erzielen lassen. Allerdings erschöpfen sie sich dabei schnell und lassen sich mitunter, wie Akelei (Aquilegia vulgaris), Prachtkerze (Gaura lindheimeri) oder Spornblume (Centran­thus ruber), aufgrund der Wurzelform nicht gut teilen. Ihre Vitalität erhalten sie über die Selbstaussaat. Hier ist jedoch ein bisschen Geduld erforderlich, da die Samen meist erst ab Mai keimen. Dann aber entwickeln sich die Pflanzen rasch und zeigen sich schon wenige Wochen später in voller Pracht. Nicht selten entstehen so attraktive Zufallskombinationen.

Tipp: Wer die Vagabunden gezielt an bestimmten Stellen ansiedeln möchte, erntet die Samen und sät sie dort aus. Soll die Selbstaussaat gänzlich unterbleiben, schneidet man einfach Verblühtes rechtzeitig zurück.

Die zarten Akeleiblüten tauchen mitunter an ganz unerwarteten Stellen im Garten auf.
Dank seiner aufrechten Wuchsform bringt Fingerhut vertikale Struktur ins Beet.

Die Vexiernelke (Lychnis coronaria) ist eine kurzlebige Staude, die meist nur zwei bis drei Jahre alt wird. Sie fällt mit ihrem silbrigen Laub und den karminroten Blüten schon von Weitem ins Auge. Es ist auf ausreichend offenen Boden zu achten, damit es mit der Selbstaussaat klappt. Eine schöne Fernwirkung erzielt die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum). Sie passt gut in naturhafte Pflanzungen auf durchlässige, kalkhaltige Böden in voller Sonne. Die Heide-Nelke ‚Albus‘ (Dianthus deltoides) vermittelt mit weißen Blüten zwischen farbintensiven Nachbarn und sieht in der Nachbarschaft graulaubiger Stauden zauberhaft aus. Der Blaue Staudenlein (Linum perenne) bringt von Juni bis in den August ein wunderschönes Himmelblau ins Beet. Die Sorte ‚Nanum Saphir‘ punktet mit besonders reicher Verzweigung und üppigem Flor. Mit 25 cm Wuchshöhe bleibt sie zudem etwas niedriger als die Art.

Die Spornblume ist ein toller Dauerblüher mit weißen oder pinkfarbenen Blüten.
Im ersten Jahr bildet die Königskerze eine Blattrosette, die überwintert. Im Frühjahr schiebt sie daraus den Blütentrieb.

Weitere kurzlebige Stauden für die Selbstaussaat (Auswahl):

Duftnessel (Agastache foeniculum), Rote Engelwurz (Angelica gigas), Lerchensporn (Corydalis lutea), Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis), Spanisches Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus), Sumpf-Mädesüß (Filipendula ulmaria), Nachtviole (Hesperis matronalis), Purpur-Leinkraut (Linaria purpurea), Blutweiderich (Lythrum salicaria).

Die Prachtkerze lockert jede Pflanzung auf.
Die leuchtenden Blüten der Vexiernelke haben eine tolle Fernwirkung.

Buy-out statt Burn-out?

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Für das Aufgeben der Landwirtschaft erhalten Betriebe in den Niederlanden Geld vom Staat (Buy-out). Das Ziel sind weniger Nährstoffeinträge in die Umwelt. Wenn jedoch Landwirte, die einen zukunftsfähigen Betrieb ausbauen wollten, unter hohem gesellschaftlichen Druck von diesem Aufkaufprogramm Gebrauch machen, gibt das zu denken. Insbesondere, wenn sie danach sagen, dass sie endlich wieder ruhig schlafen können.

Auch in Deutschland sind Landwirtinnen und Landwirte „Überzeugungstäter“ und gehen nicht selten über körperliche und seelische Belastungsgrenzen hinaus. Neben einem starken familiären Zusammenhalt und einem guten Nachbarschaftsnetzwerk kann auch Politik unterstützen, indem sie durch Planungssicherheit Perspektiven aufzeigt und unternehmerische Freiheiten gewährt.

Sinnvoll ist beispielsweise ein Bestandsschutz von neu- oder umgebauten Ställen. Eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage würde helfen, Niedrigpreisphasen zu überbrücken. Viel wichtiger wäre aber noch die ernsthafte Umsetzung der vielen Dialogprozesse, die auf EU-, Bundes- und Landesebene in den vergangenen Jahren stattgefunden haben. Unter Schmerzen haben unter anderem Umwelt- und Bauernverbände gesamtgesellschaftliche Konsense erarbeitet, die von der Politik größtenteils ignoriert werden.

Leichte Vereinfachungen durch die EU-Omnibus-Verfahren, die Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung oder ein Zukunftspreis Landwirtschaft wirken wie Symbolpolitik, während Bäuerinnen und Bauern gleichzeitig penibel vorgeschrieben wird, wie sie Flächen zu bewirtschaften, Tiere zu halten und dabei die Umwelt zu schonen haben. Zählt eine exzellente agrarische Ausbildung wirklich so wenig? Oder ist vielleicht das ganze agrarpolitische Gebilde zu komplex geworden? Die Zahl der Fachleute in den Ämtern wächst, um die Regulatorik noch zu beherrschen und Kontrollen abzuleisten. Landwirtinnen und Landwirte können lediglich auf die Unterstützung ihrer Verbände zählen oder müssen fachliche Expertise zukaufen.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der EU-Förderpolitik sehen derzeit nicht nach Vereinfachung aus – zumindest nicht für die Betriebe. Mit der Umsetzung des EU-Naturwiederherstellungsgesetzes drohen weitere Nutzungseinschränkungen und Bürokratieaufwuchs.

Die Landwirtschaft hat mehr Vertrauen verdient. Im Sinne der „Wir-Kampagne“ des Kieler Landwirtschaftsministeriums müssen Bäuerinnen und Bauern mehr einbezogen werden. Jüngstes Positivbeispiel ist die Einrichtung der Ostseebeiräte. Hier entscheiden die Betroffenen selbst, mit welchen Maßnahmen sie regionalspezifisch und produktionsintegriert am besten Nachhaltigkeitsleistungen erbringen können.

Ein flächendeckender Abbau der Landwirtschaft wie in den Niederlanden ist sicher nicht die Lösung. Das träfe den ländlichen Raum massiv und verlagerte die Produktion unter vermeintlich weniger nachhaltigen Bedingungen ins Ausland. Dass es auch anders geht, zeigt Schweden. Die Regierung in Stockholm will die Tierbestände je nach Art um 15 bis 25 % erhöhen und rund 340.000 ha bisher ungenutzter Flächen urbar machen – ein starkes Signal für die Landwirtschaft!

Vielleicht brauchen wir in Deutschland ein Staatsziel Ernährungssicherheit. Das würde die Landwirtschaft in Abwägung mit anderen Staatszielen stärken, und die Leistungen der Branche für die Gesellschaft hervorheben. Es sollen schließlich auch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern gut schlafen können.

Dr. Robert Quakernack, Foto: bb

76. Hochschultagung: Klimawirkung im Mittelpunkt

Gut besucht und mit regem Austausch im Foyer fand die 76. Hochschultagung der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Audimax unter der Leitfrage statt: „Welche Chancen und Herausforderungen bringt eine Reduktion der Klimawirkung des Agrar- und Ernährungssystems?“

Nach der Eröffnung durch Dekan Prof. Dr. Tim Diekötter folgten Impulsreferate aus Wissenschaft und Landespolitik, die unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema zeigten – von Fragen der Effizienz in der Produktion über technologische Entwicklungen entlang der Wertschöpfungskette bis hin zu agrarpolitischen Rahmenbedingungen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Klimaschutz im Agrar- und Ernährungssystem nur im Zusammenspiel verschiedener Ebenen gelingen kann. In der Diskussion auf dem Podium sowie in den Gesprächen im Foyer wurde die Bedeutung eines faktenbasierten und differenzierten Diskurses deutlich. Angesichts komplexer Herausforderungen zeigt sich, dass tragfähige Lösungen im Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik entstehen.

Unter Anleitung von Andrea Arns (Gütezeichen) servierten die Fachschaftsmitglieder Sylvie Schönfeld, Linnea Heuer, Lioba Steffen, Andreas Landfried, Enke Jensen und Johann Thode (v. r.) die Mittagsverpflegung und sammelten Spenden für die Fachschaft. Foto: Johanna Beeck

Traditionell wurde in der Mittagspause eine Stärkung mit Produkten aus dem Sortiment des Gütezeichens Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein angeboten. Die gegen eine Spende erhältlichen Bockwürstchen und Käsespieße boten eine gute Grundlage für die Vorträge am Nachmittag. Dank der Warenspenden von Böklunder (Zur-Mühlen-Gruppe) sowie der Feinkäserei Sarzbüttel konnte die Fachschaft Spenden sammeln.

FN-Projekt „100 Schulpferde plus“

Vor etwa einem Jahr hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gemeinsam mit der Reitweltmeisterschaft Aachen 2026 ihre Initiative „100 Schulpferde plus“ an den Start gebracht. Seitdem unterstützt die Aktion über regelmäßige Verlosungen Reitschulen in ganz Deutschland mit unterschiedlichen Förderleistungen. Auch Vereine aus Schleswig-Holstein und Hamburg haben schon gewonnen.

Unterteilt in zehn verschiedene Maßnahmenpakete werden im Losverfahren mehr als 1.000 Sach- oder Sponsoringleistungen an deutsche Vereine mit Reitschulbetrieb ausgeschüttet. Die Vereine können sich auch direkt für alle zehn Maßnahmen bewerben und sind anschließend für die gesamte Projektdauer von drei Jahren im Lostopf. Bis zu zwei Maßnahmen und die Bezuschussung eines Schulpferdes in Höhe von 5.000 € kann eine Reitschule in diesem Zeitraum maximal erhalten. Die Verlosungen finden alle drei Monate statt.

Der Boberger Reitverein gewann einen Zuschuss für ein neues Schulpferd. Shakira, die Dienstälteste, kann nun in Rente gehen. Julia Ebeling wird sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Reiterin Michelle Müller übernehmen.

Unter den rund 1.500 Vereinen mit Reitschulen, die sich bisher beworben haben, sind auch mehrere aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Richtig viel Glück hatte der Boberger Reitverein aus Hamburg. „Wir hatten alles Mögliche bei der Bewerbung angekreuzt“, berichtet die erste Vorsitzende Christiane Feist. Dass es dann der Zuschuss zu einem Schulpferd geworden ist, glich einem Hauptgewinn. Damit ist der Verein einer von 22, die diese Förderung gewonnen haben.

Suche ist nicht leicht

Die vom Verein geführte Reitschule hat momentan zwölf Schulpferde, darunter zwei Großpferde. Eines davon soll in Rente gehen. Das andere ist beim Voltigieren im Einsatz, kann aber nicht zu Turnieren mitgenommen werden. „Das schafft er nervlich nicht“, erklärt Feist. Nun sucht der Verein dringend ein neues Großpferd, das im Schulbetrieb laufen und beim Voltigieren eingesetzt werden kann. „Die 5.000 € sind dabei eine große Hilfe, wobei wir wohl etwa 14.000  € ausgeben müssen“, so Feist.

Stellvertretend für die rund 300 Mitglieder hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die das neue Pferd aussucht. Mit dabei sind die Betriebsleiterin und zwei Reiterinnen. Mitte Februar haben sie im Gestüt Ganschow in Mecklenburg-Vorpommern acht Pferde ausprobiert. Zwei davon kamen in die engere Auswahl. Nach der Ankaufsuntersuchung warten jetzt alle gespannt auf eine Rückmeldung des Tierarztes, und dann kann es hoffentlich losgehen.

Ob es passt oder nicht, wissen Feist und die anderen vom Boberger Reitverein erst, wenn das Pferd eine Zeit im Betrieb mitgelaufen ist. Denn das Leben als Schulpferd ist nicht für jedes Tier das Richtige. „Alle wissen, dass es nicht einfach ist, ein für die Reitschulbelange passendes Pferd zu finden“, weiß auch Thomas Ungruhe, Leiter des FN-Teams Pferdesportentwicklung. „Die Vereine haben nach dem Gewinn der Förderung die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die Suche nach einem Schulpferd zu machen.“

Andere Vereine konnten ihre Gewinne direkt einsetzen. Beispielsweise gewann der Verein Reitsportfreunde Looper Holz, Kreis Rendsburg-Eckernförde, im vergangenen Sommer ein großes Futterpaket. „Wir haben ganz verschiedene Sorten bekommen, konnten damit aber vor allem unsere Altenteiler gut versorgen“, berichtet Gunda Reese. So gab es eine Abwechslung zum Seniormüsli und den Rübenschnitzeln. „Die Pferde und wir haben uns sehr gefreut“, sagt die Betreiberin des zugehörigen Stalls.

Zusatzqualifikation

Auch der Reit- und Fahrverein Alveslohe, Kreis Segeberg, hat bei der Aktion der FN mitgemacht. Natalie Bühring vom dazugehörigen Reiterhof freut sich: „Wir haben den Zuschuss für die Trainerausbildung gewonnen.“ Sie hatten sich unter anderem dafür beworben und haben auch schon eine Idee, wer davon profitieren soll. Die ehemalige Auszubildende Lara Strauch hat inzwischen ihren Pferdewirt abgeschlossen und wurde von den Bührings übernommen. Mit dem Trainerschein hätte sie eine zusätzliche Qualifikation und würde die Reitschule mit neuem Wissen bereichern. „Der Zuschuss ist wirklich eine gute Unterstützung“, findet Bühring, die ihre eigene Ausbildung zur Pferdewirtin mit Auszeichnung beendete und ebenfalls den Trainerschein hat.

Auch Thomas Ungruhe ist zufrieden: „Das erste Jahr hat gezeigt, dass unsere Initiative genau den Nerv der Reitschulen trifft und mit konkreten Förderleistungen spürbare Unterstützung im Schulpferdebereich leistet.“ Bisher wurden Fördermittel in Höhe von 1,5 Mio. € akquiriert und bereits 500.000 € an die Vereine ausgeschüttet.

Nun geht es in die zweite Projektphase. Bereits im März steht die sechste Verlosung an. Auch dann wird es wieder zahlreiche Förderleistungen und Zuschüsse zu Schulpferden geben. Die Bewerbungen laufen weiter, und Vereine können sich jederzeit anmelden. Jede Verlosung bietet neue Chancen auf Förderleistungen.
fn

Training für Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen

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Für zahlreiche Kameradinnen und Kameraden der Technischen-Hilfeleistungs (TH)-Wehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde hieß es am Sonnabend: aufmerksam sein und praxisnah üben. Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) hatte für die 14 TH-Wehren einen Ausbildungstag zum Thema „Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen“ organisiert.

Nach einer theoretischen Einführung starteten die Teilnehmenden gut vorbereitet in den praktischen Teil. Hierzu wurden sie in drei Gruppen aufgeteilt, die nacheinander verschiedene Stationen durchliefen. Wichtige Grundlagen zur Technik eines Mähdreschers vermittelten Lars Harder und Christian Koep an der ersten Station. Neben dem Aufbau und den Funktionsweisen standen insbesondere sicherheitsrelevante Einrichtungen im Fokus. Ziel war es, Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und die richtigen Maßnahmen für einen sicheren Einsatzablauf zu treffen.

Ein Übungsszenario sah die Rettung einer unter einem Mähdrescher eingeklemmten Person vor. Foto: Kreisfeuerwehrverband RD-ECK

Eine anspruchsvolle, aber lösbare Aufgabe erwartete die Einsatzkräfte an Station zwei: Eine Person war unter einem Mähdrescher eingeklemmt. Unter der Leitung von Marco Weber, Henning Edler (Technische Hilfeleistung Westküste) und Michael Baarth wurde das Szenario Schritt für Schritt abgearbeitet. Der Mähdrescher musste dabei zunächst umfassend gesichert werden. Mithilfe von Kanthölzern und Hebekissen wurde das Fahrzeug angehoben und stabilisiert, sodass die eingeklemmte Person schließlich patientenschonend befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden konnte. Jeder Handgriff wurde dabei besprochen und praktisch erprobt.

Besonders arbeitsintensiv gestaltete sich das dritte Szenario, das von Andreas Schölz und Jan Reicher begleitet wurde. Angenommen wurde ein Frontalzusammenstoß zwischen einem Schlepper mit Pflug und einem Pkw. Der Pkw-Fahrer war eingeklemmt und musste mit schwerem hydraulischen Rettungsgerät befreit werden. Gleichzeitig galt es, auch den Schlepper samt angebautem Pflug umfassend zu sichern, um weitere Gefahren für Einsatzkräfte und Verletzte auszuschließen. Hier zeigte sich deutlich, wie wichtig ein koordiniertes und umsichtiges Vorgehen in solchen komplexen Einsatzlagen ist.

Mit hydraulischem Gerät musste ein unter einem Schlepper eingeklemmter Pkw-Fahrer befreit werden. Foto: Kreisfeuerwehrverband RD-ECK

Allen Beteiligten bot der Ausbildungstag die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen, Abläufe zu trainieren und neue Erkenntnisse mit in die eigenen Wehren zu nehmen. Besonders wertvoll war dabei auch die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst. Unterstützt wurden die Beteiligten durch die Firma Ehrich aus Rendsburg, die Deula Rendsburg und die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die mit zwei Rettungswagen samt Besatzung vor Ort war. So konnte die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst realitätsnah trainiert und weiter gestärkt werden. Der gelungene Ausbildungstag zeigte einmal mehr, wie wichtig regelmäßige, praxisorientierte Fortbildung für die Sicherheit aller Beteiligten ist.