Die Sortenfülle der Kiefern bietet für jeden Verwendungszweck die passende Form, Größe und sogar Farbe. Die anspruchslosen und robusten Kiefern haben nur einen einzigen Wunsch: Sie bevorzugen einen offenen, vollsonnigen Standort.
Die Ansprüche der Kiefer (Pinus) an den Boden sind gering. Selbst auf nährstoffarmen und trockenen Böden kommen die Bäume zurecht, auch Kälte wird vertragen. Dank der tiefen Pfahlwurzel sind Kiefern ausgesprochen windfest. Sie brauchen jedoch volle Sonne, denn in schattigen Lagen kümmern sie vor sich hin. Kiefern werden gern als Solitär gepflanzt, fügen sich aber auch gut in Gehölzgruppen oder Rabatten ein. Hohe Bäume können auch nachträglich noch auf feuchterem Boden mit Rhododendron oder Schneeball (Viburnum) unterpflanzt werden. Bei trockenerem Boden bieten sich Hundsrose (Rosa canina) oder Wacholder (Juniperus) an.
Immer beliebter werden die Zwergformen der Kiefer, die mit gefälligem Habitus und Robustheit überzeugen. Sie passen prima in den Heide- und Steingarten oder ein kleines Rasenbeet. Auch für die Topfkultur finden sich passende Exemplare wie die Berg-Kiefer ‚Benjamin‘ (Pinus mugo). Diese Sorte bildet eine etwa 60 cm hohe und breite Kugel aus und punktet mit langsamem und kompaktem Wuchs. Ansonsten finden sich im Kiefern-Sortiment mit 4 bis 8 m Wuchshöhe natürlich auch stattliche Exemplare für die Grundstücksgrenze, den Hintergrund von Rasenflächen oder die Einzelstellung. Tipp: Vor der Wahl unbedingt die spätere Wuchshöhe mit einplanen. Kiefern lassen sich später nicht mehr in der Höhe kappen und treiben aus altem Holz nicht wieder aus. Der Wuchs lässt sich über das Kürzen der Kerzen (so nennt man den neuen Austrieb) korrigieren. Bergkiefern lassen sich auf diese Weise leicht zu dichten Kissen schneiden. Wer eine zu wuchtig geratene Kiefer auf dem Grundstück zu stehen hat, kann sie einfach aufasten. Der freie Raum unter der Krone lässt sich für einen Sitzplatz nutzen oder mit bodendeckenden Stauden bepflanzen.
Ein guter Termin für die Neupflanzung von Kiefern liegt in der Zeit von Ende August bis etwa Anfang Oktober. Der warme Boden erleichtert das Einwurzeln. Später gepflanzte Exemplare tun sich manchmal mit dem Anwachsen schwer. Es ist ratsam, in den ersten Wochen den Boden ausreichend feucht zu halten. Fällt der Winter etwas trockener aus, sollte in frostfreien Perioden ebenfalls gegossen werden. Die immergrünen Nadeln verdunsten Feuchtigkeit, die über die Wurzeln wieder aufgenommen werden muss.
Nachfolgend nun einige gartenwürdige Kiefernarten:
Zirbelkiefer (Pinus cembra): Die Sorte ‚Compacta Glauca‘ wächst malerisch in pyramidaler Form etwa 2 m hoch und bildet wunderschöne silbrigblaue Nadeln. Die Zwergzirbelkiefer ‚Nana‘ bleibt auch im hohen Alter unter 2 m Höhe. Sie wächst sehr schmal und eignet sich daher prima für den Heidegarten oder Kübel.
Schlangenhautkiefer (Pinus leucodermis): Diese Art verdankt ihren Namen der schlangenhautähnlichen Maserung der drei- bis sechsjährigen Zweige. Die Zwergform ‚Schmidtii‘ wächst kugelig und dicht 50 bis 100 cm hoch. Die Sorte gilt als eine der schönsten Zwergkiefern.
Strauchige Rotkiefer (Pinus densiflora): Die Sorte ‚Pumila‘ eignet sich sehr gut für trockene, durchlässige Böden. Diese Kiefer wächst als vielstämmiger Strauch breit aufrecht und bildet eine markante, schirmförmige Krone. Im Alter erreicht ‚Pumila‘ etwa 2 bis 3 m Höhe. ‚Pendula‘ ist mit ihrem überhängenden Wuchs ein Hingucker an Mauern, Treppen oder im großen Kübel.
Bergkiefer (Pinus mugo): Je nach Sorte erreicht das vielstämmige, teils auch niederliegende Gehölz 2 bis 6 m Höhe. Das Wurzelwerk ist eher flach ausgeprägt. Die Bergkiefer wird gern für Hecken, Böschungen oder zur Einfassung von Wegen verwendet. ‚Gnom‘ zeigt einen kugeligen, dicht geschlossenen Aufbau bei 2 bis 3 m Höhe. ‚Mini Mops‘ bleibt flach und kissenförmig. Mit breitbuschigem Wuchs, kurzen Zweigen und nur 30 cm Höhe passt diese Sorte gut in Tröge. ‚Carsten‘s Wintergold‘ fällt in der kalten Jahreszeit mit hellgelben bis goldgelben Nadeln ins Auge. Im Sommer nehmen die Nadeln eine grüne Farbe an. Erst nach Jahrzehnten erreicht diese Sorte eine Höhe von 2 m.
Säulenkiefer ‚Fastigiata‘ (Pinus sylvestris): schlanke Gartenform der heimischen Kiefer, die im Alter eine Höhe von 10 m erreicht, aber selten breiter als 1,5 m wächst
Weymouthskiefer (Pinus strobus): Die sogenannte Streichelkiefer bildet weiche, blaugrüne Nadeln. Unbedingt in nährstoffreichen, ausreichend feuchten Boden pflanzen. ‚Radiata‘ wird 3 bis 4 m hoch. ‚Krügers Liliput’ überzeugt mit kissenförmigem Wuchs und einer Höhe von 50 bis 70 cm.
Strauchkiefer ‚Kimmerholz‘ (Pinus banksiana) ist mit ihrem skurrilen Wuchs etwas für Liebhaber bizarrer Gehölze. Die kurzen, frischgrünen Nadeln unterstreichen die fantastische Wirkung der bis zu 5 m hohen und breiten Kiefer.



