Das bovine Papillomavirus (BPV) ist eine Viruserkrankung, die primär Rinder bis zum zweiten Lebensjahr betreffen kann. Sie wird durch mindestens 14 verschiedene Virustypen hervorgerufen. Vorkommen, und Möglichkeiten zur Behandlung und Vorbeugung im folgenden Beitrag
Die am häufigsten nachgewiesenen Spezies werden in zwei Untergruppen (A und B) eingeordnet, wie die Tabelle aufzeigt.
Die Übertragung des bovinen Papillomavirus (BPV) erfolgt sowohl direkt von Tier zu Tier als auch indirekt über kontaminierte Gegenstände, wie zum Beispiel Kratzbürsten, Holzpferche und Baumstümpfe, mit denen die Tiere in Kontakt geraten. Die Viren dringen dabei über kleine Verletzungen in die Haut oder Schleimhaut ein.
Die Infektionen sind weitestgehend wirtsspezifisch und es gibt bisher keine Hinweise, dass eine Übertragung auf den Menschen, unter natürlichen Bedingungen, vorkommt. Die Wucherungen treten mehr oder weniger bestandsweise gehäuft auf. Dabei sind jüngere Tiere meist häufiger betroffen als adulte.
Optionen der Behandlung
Bei vielen Formen des Papillomavirus zeigt sich eine relativ hohe Selbstheilungstendenz. Die Heilung kann sich jedoch über mehrere Monate hinziehen. Eine chirurgische Entfernung der Warzen durch den Tierarzt, insbesondere wenn das Tier durch diese beeinträchtigt ist, stellt eine Behandlungsoption dar. Schutzimpfungen mit stallspezifischen Erregern sind möglich. Ob diese Impfstoffe auch bei bereits befallenen Rindern geeignet sind, und somit die Heilung beschleunigen können, ist nicht bewiesen.
Vorbeugende Maßnahmen
Wie bei allen Bestandserkrankungen ist die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen bei der Prophylaxe unumgänglich. Im nicht betroffenen Bestand ist der Schutz vor Viruseinschleppung entscheidend. Risikofaktoren sind Zukaufstiere, kontaminierte Gerätschaften und Personen mit Rinderkontakt. Die Maßnahmen zur äußeren Biosicherheit, wie zum Beispiel die Desinfektion betriebsfremder Geräte und das Tragen bestandseigene Schutzkleidung, müssen eingehalten werden.
Prophylaxe auf der Weide
Bei der Mutterkuhhaltung auf der Weide beinhaltet die Prophylaxe zudem:
• Parasiten- und Fliegenkontrolle: Das konsequente Bekämpfen von Weideparasiten sowie blutsaugenden Insekten schützt die Haut vor Übertragungen und beugt Stress und somit Immunsupression vor.
• Weidepflege: Vermeidung von überhöhten Besatzdichten feuchten Standweiden, um den Infektionsdruck zu senken.
• Pflege der Tränken und Zäune: Beschädigte Zäunungen oder scharfkantige Tränken können kleine Hautverletzungen verursachen, über die das Virus eintreten kann.
Das bovine Papillomavirus wird als Faktorenerkrankung betrachtet. Eine allgemeine Immunschwäche begünstigt den Ausbruch. Mineralstoff- oder Spurenelementmangel sowie Parasitenbefall müssen also dringend berücksichtigt werden.
Fazit
Die bovine Papillomavirus (BPV)-Infektion ist eine wirtsspezifische Viruserkrankung, die vor allem junge Rinder betrifft, und durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Da die viralen Wucherungen meist eine hohe Selbstheilungstendenz aufweisen, ist bei gutartigem Verlauf in der Regel keine medikamentöse Therapie erforderlich. In schweren Fällen – etwa bei massiven Geschwülsten, Fütterungsbehinderungen oder Leistungsabfall – kann eine chirurgische Entfernung (Resektion) der Papillome sinnvoll sein.




