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Deutsche lieben Tiere. Allein der Tierschutzbund hat 16-mal mehr Mitglieder als der Kinderschutzbund. Der Tierschutz steht im Grundgesetz und ist Staatsziel. Landwirte leben Tierschutz jeden Tag – die Verbesserungen der vergangenen Jahrzehnte sind beachtlich. Die Diskussion im Kieler Agrar- und Ernährungsausschuss zur Qualzucht zeigt die Bedeutung des Themas (siehe Seiten 14-15). Laut Prof. Georg Thaller vom Lehrstuhl für Tierzucht- und Haustiergenetik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vermeiden die Zuchtziele im Nutztierbereich abgesehen von Einzelfällen Extreme. Kritischer sieht er die Haustierzucht.
Doch bei manchen wie der Organisation Peta schlägt die Tierliebe um: Tierrechtler fordern Grundrechte für Tiere – das Recht auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit – Fanatiker dringen in Ställe ein, beschimpfen Nutztierhalter als Mörder und Vergewaltiger. Solche „Tierroristen“ blicken mit moralischer Verachtung auf „Speziezisten“ – so nennen Tierrechtler Menschen, die Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit „diskriminieren“, also das eigene Wohl über das der Tiere stellen. Dabei offenbaren sich mit wenigen Fragen die Schwachstellen der Tierrechtsethik. Frage: Darf der Mensch Tiere töten? Antwort: Nein. Warum nicht? Weil er es nicht muss. Darf der Wolf Tiere töten? Ja. Warum? Weil er nicht anders kann.
Das ist eine Situationsethik, die sich nicht von strikten Regeln ableitet, sondern von den Umständen. Doch sie gibt keine Antwort auf die Frage: Was interessiert es das getötete Tier, wer sein Leben mit welcher Moral beendet? Hier entgegnen Tierrechtler, der Mensch sei ein ethisches Wesen, das es „besser“ wisse. Sie machen damit, ohne es zu wollen, auf den wesentlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier aufmerksam: Der Mensch kann Gut und Böse unterscheiden und sich daran orientieren. Zugleich erklären sie die moralische Verantwortung für das Tier aber damit, dass es keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier gebe. Ein schwer auflösbarer Widerspruch.
Auf den DLG-Feldtagen in Bernburg stellte die Tierrechtsorganisation Peta ihren Strategieplan zum Ausstieg aus der Tierwirtschaft vor und feierte sich dafür (siehe Seite 16). Die DLG stellt zwar klar, dass sie damit einen Dialog ermöglichen möchte. Doch ist Peta nicht bekannt für einen konstruktiven Meinungsaustausch. Für Gründerin Ingrid Newkirk gilt: „Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge.“ Peta vergleicht die Tierhaltung mit dem Holocaust. DLG-Präsident Hubertus Paetow hat in großer Offenheit einen Fehler zugegeben. In Zukunft gibt es für Kampagnen-Organisationen wie Peta keinen Platz mehr auf DLG-Veranstaltungen. Gut so!
Laut Tierschutzgesetz braucht es einen „vernünftigen Grund“, um ein Wirbeltier zu töten. Die Erzeugung von Lebensmitteln gehört dazu. Für die Haltung von Tieren gibt es weitere Gründe: Grünlandnutzung, Kreislaufwirtschaft, Erzeugung von Wirtschaftsdünger, Erhalt der Kulturlandschaft, Artenvielfalt. Wer das nicht will, hat auf einer landwirtschaftlichen Veranstaltung nichts zu suchen. Vernünftig ist bei Peta wenig. Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, bringt es auf den Punkt: „Mit Extremisten diskutieren wir nicht.“
Das Motto der EuroTier 2026, die auch von der DLG veranstaltet wird, lautet „Intelligence in animal farming“. Ein intelligenter, klarer Umgang mit Tierhaltungsgegnern steht der DLG besser. Man sollte sich keiner echten Diskussion verwehren. Aber über eine Laus im Pelz freut sich außer Peta sicher niemand.




