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Unverfälschte Momente im Einklang mit der Natur

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Es offenbart sich der Moment: völlige Stille, der Atem angehalten, die Kamera im Anschlag – das perfekte Bild. Im Green Screen Naturfilmcamp im Wildpark Eekholt, Kreis Segeberg, lernen Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren in einer Woche, wie sie mit dem richtigen Equipment die Natur hautnah einfangen können. Das Bauernblatt hat die Jugendlichen einen Tag lang begleitet und mit den Veranstaltern von Green Screen und dem Wildpark Eekholt gesprochen.

Im Jugendfilmcamp dreht sich alles darum, wie man Tiere in der Natur möglichst perfekt ablichten und dabei eine Geschichte erzählen kann. In einer Woche lernen 26 Jugendliche und junge Erwachsene den Umgang mit Kamera und Equipment, die Bearbeitung des selbst gedrehten Materials und das Storytelling. Am Ende entsteht ein eigener Naturfilm, der den Eltern und Vertretern von Green Screen präsentiert wird und für die Kategorie „Bester Jugendfilm“ des Green Screen Festivals eingereicht werden darf. Dieses Jahr markiert das 17. Jahr in Folge, in dem Jugendliche für diese Lernerfahrung zusammengekommen sind. Einige von ihnen waren bereits mehrere Male dabei, so auch die Gruppe, die die Redaktion begleitete.

Im Jugendfilmcamp dreht sich alles darum, wie man Tiere in der Natur möglichst perfekt ablichten und dabei eine Geschichte erzählen kann. In einer Woche lernen 26 Jugendliche und junge Erwachsene den Umgang mit Kamera und Equipment, die Bearbeitung des selbst gedrehten Materials und das Storytelling. Am Ende entsteht ein eigener Naturfilm, der den Eltern und Vertretern von Green Screen präsentiert wird und für die Kategorie „Bester Jugendfilm“ des Green Screen Festivals eingereicht werden darf. Dieses Jahr markiert das 17. Jahr in Folge, in dem Jugendliche für diese Lernerfahrung zusammengekommen sind. Einige von ihnen waren bereits mehrere Male dabei, so auch die Gruppe, die die Redaktion begleitete.

Fotos: Patrick Mühling


Die drei Jugendlichen Leo Brosig (14), Ellen Schilhabel (17) und Arne Göttsche (15) hatten sich bewusst ein herausforderndes Thema ausgesucht: wilde Tiere im Tierpark. Also Tiere, die nicht regulär im Gehege zu finden sind, sondern nur beiläufig im Park vorbeikommen oder aus anderen Gründen dort ansässig sind. Diese Tiere sind vom Wildpark explizit geduldet und sogar erwünscht.

So finden Fledermäuse auf dem Gelände zum Beispiel in Fledermauskästen einen sicheren Aufenthaltsort. Auch wurde auf eine Begradigung der Osterau verzichtet, sodass der Fluss mitten durch den Park fließen kann und einen Lebensraum für Wasserlebewesen schafft. Für das Filmcamp bietet der Wildpark Eekholt mit seinen naturnah gestalteten 67 ha und etwa 700 Tieren also sowohl Anfänger-Tierfilmenden einfache Drehbedingungen, indem normalerweise scheue Tiere in den Gehegen gefilmt werden können, als auch wild lebende Tiere für diejenigen, die eine Herausforderung suchen.

Die Gruppe um Leo, Ellen und Arne wollte genau das haben und konzentrierte sich daher auf die Vielfalt der wilden Tiere im Park, darunter besonders Wasserlebewesen aus der Osterau, Kolkraben und Fledermäuse.

Vor dem Wildschweingehege wartet Leo Brosig darauf, dass sich Kolkraben zeigen, die vom Schweinefutter angelockt werden.
Foto: Patrick Mühling

Die 17-jährige Ellen Schilhabel war in diesem Jahr bereits das fünfte Mal dabei, besitzt eine eigene Kamera und wollte sich an einem kniffligen Thema versuchen. „Unser Film soll zeigen, dass es auch in einem Park, wo Tiere im Gehege leben, wilde Tiere gibt“, sagte sie. „Bis jetzt bin ich mit unserem Film zufrieden und denke, dass er auch eingereicht werden kann.“ Der 15-jährige Arne Göttsche bestätigte ihre Aussage: „In den letzten Tagen lief alles gut. Da haben wir alles bekommen, was wir haben wollten.“

Angeleitet wurde die Wildtier-Gruppe von Naturfilmer Thies Hinrichsen. Der mittlerweile weltweit eingesetzte Kameramann entdeckte seine Begeisterung für das Naturfilmen vor zwölf Jahren im Green-Screen-Camp und machte seine Leidenschaft im Verlauf der letzten Jahre zum Beruf. In der Vergangenheit hat er bereits für die NDR-Serie „Expedition ins Tierreich“ sowie für „Erlebnis Erde“ der ARD gefilmt.


„Wir wissen, die Jugendlichen haben ein straffes Programm in dieser Woche. Unser Ziel ist es, dass sie alle am Freitag einen schönen Film haben, auf den sie stolz sein dürfen.“

Thies Hinrichsen, 29, Naturfilmer

Damit das auch gelingt, stand der junge Naturfilmer den Teilnehmenden jederzeit zur Seite, ließ ihnen jedoch genug Raum, um eigenständige Ideen und Herangehensweisen zu entwickeln. „Ich bin einfach total gern draußen und beobachte Tiere. Diese Begeisterung versuche ich an die Jugendlichen weiterzugeben“, so Hinrichsen. Zum Green-Screen-Team gehören zudem die Kamerafrau Bernice Leonhardt und der freie Mediengestalter Philipp Below. „Die beiden sind medienpädagogisch geschult und können die Technik noch besser vermitteln als ich. Dafür habe ich viel Erfahrung darin, wie und wo man korrekt warten kann, um das richtige Motiv zu finden“, weiß Hinrichsen.


Thies Hinrichsen war 2014 mit 17 Jahren selbst Teilnehmer Jugend-Filmcamps. Heute ist er erfolgreicher Naturfilmer und bereist die Welt. Foto: Patrick Mühling
Ute Dröger ist die Ansprechpartnerin für den Wildpark Eekholt und wirkt schon seit dem ersten Camp mit. Lange Zeit leitete sie die Wildparkschule in Eekholt. Foto: Patrick Mühling

Ute Dröger ist zeit des Bestehens die Ansprechpartnerin für das Naturfilmcamp aufseiten des Wildparks Eekholt. Lange Zeit leitete sie die Wildparkschule. „Meine Aufgabe ist es, eng mit dem Team rund um Thies zusammenzuarbeiten, geeignete Materialien an die Jugendlichen weiterzugeben, Interviewpartner zu organisieren und zu erklären, was möglich ist und welche Themenideen nur bedingt oder gar nicht möglich sind“, stellte sich Dröger vor. „Die Recherche hat sich über die Jahre komplett geändert. Früher habe ich noch Bücher und Artikel herausgesucht. Heute muss ich den Kindern und Jugendlichen erklären, dass sie vernünftige Internetquellen heranziehen und auf ChatGPT und Wikipedia verzichten sollten“, sagte sie.

„Motivation für das Thema ist extrem wichtig. Wir haben uns lange überlegt, ob wir das Wildtier-Thema zulassen, aber die Gruppe wollte es unbedingt machen, sodass wir gesagt haben: ‚Okay, ihr nehmt die Herausforderung an.‘ Wir sind gespannt, was draus wird“, sagte Hinrichsen.

Das Jugendfilmcamp kostet 350 € für die gesamte Woche und findet in den Sommerferien statt. Mehr Informationen zum Camp gibt es auf der Webseite von Green Screen unter

www.greenscreen-festival.de/jugend/naturfilmcamp

„Themen sichtbar machen und Geschichten erzählen“

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Über ihre ersten Arbeitswochen als Pressereferentin des LandFrauenVerbandes (lfv), Demokratiestärkung und die anstehende Norla sprach Dr. Claudia Kleimann-Balke im Interview mit dem Bauernblatt.

Wie gefällt Ihnen Ihre neue Tätigkeit im lfv?

Dr. Claudia Kleimann-Balke: Meine positiven Erwartungen haben sich erfüllt, weil ich viele Freiheiten bekomme, um kreativ zu arbeiten. Schon bei der Vorbereitung auf mein Vorstellungsgespräch war ich davon begeistert, was der LandFrauenVerband alles bietet, etwa die umfangreichen Bildungsprogramme, Workshops und Seminare. Hier meine Ideen einzubringen, macht mir Freude.

Wie sieht Ihr Alltag in der Geschäftsstelle aus?

Die ersten Wochen waren davon geprägt, sich umzuschauen, einzulesen und die Zusammenhänge zu verstehen. Aber ich nehme mir auch Zeit, eigene Akzente zu setzen. Dazu gehören beispielweise Berichte im Bauernblatt über Veranstaltungen des LandFrauenVerbandes, an denen ich teilnehmen durfte, oder über besondere Persönlichkeiten. Es gibt viele Biografien, die mich begeistern und beeindrucken, vor allem vor dem Hintergrund, dass ich von Hause aus Historikerin bin.

Sie haben mittlerweile einige Veranstaltungen des lfv begleitet. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Bisher nur positive! Mit LandFrauen ins Gespräch zu kommen, ist immer wertvoll und inspirierend. Beeindruckt hat mich die politische Bedeutung des Verbandes. Zu den Veranstaltungen erscheinen zahlreiche politische und gesellschaftliche Player. Gleich bei meiner ersten Veranstaltung – es war die Vertreterinnenversammlung – habe ich gestaunt, als plötzlich Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wie selbstverständlich um die Ecke kam und ein Grußwort hielt. Das zeigt, wie sehr er die Arbeit der LandFrauen schätzt. Ebenfalls begeistert hat mich die Teilnahme von Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) am LandFrauenForum in Kiel.

Neben Ernährungs- und Gleichstellungsthemen engagiert der lfV sich in diesem Jahr verstärkt in der Demokratiebildung. Warum?

Dazu fällt mir ein passendes Zitat ein, das ich in einer Rede von unserer Präsidentin Claudia Jürgensen gehört habe: „Unser Kuchen ist politisch.“ Natürlich ist der Verband überparteilich und nicht konfessionell. Aber wir stehen für Demokratie ein und positionieren uns ganz klar gegen Rechtsextremismus und alle anderen menschverachtenden Tendenzen. Die Rückmeldungen zu unserem Projekt der Demokratielotsinnen sind sehr positiv, und unsere Weiterbildung ist ausgebucht.

Welche Bedeutung hat die Norla-Messe für den lfv?

Die Norla ist für den Verband eine ganz bedeutende Messe, sowohl für den Austausch mit dem Ehrenamt, aber auch für die Gespräche mit allen anderen Besucherinnen und Besuchern. Ich persönlich möchte die Möglichkeit dafür nutzen, mehr über die Branche zu erfahren, weil ich nicht aus dem landwirtschaftlichen Bereich komme.

Planen Sie eine Aktion zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft?

Wir haben das UN-Jahr bereits im Mai für unser großes Forum für Frauen in der Landwirtschaft genutzt und interessierte Frauen in die Räume der Investitionsbank Schleswig-Holstein nach Kiel eingeladen. In Diskussionsrunden und Workshops standen ihre Belange im Fokus. Die Teilnehmerinnen haben diese Gelegenheit genutzt, um sich auszutauschen, zu vernetzen und inspirieren zu lassen.
Während der Norla zeigen wir in unserem Pavillon eine kleine Fotoausstellung über Landwirtinnen aus Uganda und Ghana. Die Fotos zeigen zwei beeindruckende Projekte, für die sich der Deutsche LandFrauenVerband im Rahmen internationaler Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt hat. Außerdem lassen wir schleswig-holsteinische Landwirtinnen zu Wort kommen, die uns in kurzen Statements Einblicke in ihren Alltag geben. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei unserer Rallye. Dabei müssen Fragen rund um unseren Pavillon und die Stände unserer Kooperationspartner beantwortet werden. Allen erfolgreich Teilnehmenden winkt ein leckerer Preis. Und wir verlosen einige richtig tolle Gewinne.

Sie wirken voller Tatendrang, sich auch in den nächsten Wochen, Monaten und vielleicht auch Jahren für den lfv einzusetzen.

Absolut. Ich bin so freundlich und herzlich aufgenommen worden, darf alle Fragen stellen und erfahre große Wertschätzung. Das ist wirklich toll. 

Info

Dr. Claudia Kleimann-Balke verstärkt seit Mitte Mai als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen die Geschäftsstelle des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein. Vor rund 20 Jahren ist sie aus dem Ruhrgebiet nach Treia, Kreis Schleswig-Flensburg, gezogen. Dort lebt sie mit Mann und Hund, ist viel mit dem Rad unterwegs und erkundet gern die Gegend mit der Kamera.

Kartoffelmarkt: Vorzeichen haben sich gedreht

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Zum Auftakt der Kartoffelhaupternte präsentiert sich der Markt in diesem Jahr unter völlig anderen Vorzeichen als vor zwölf Monaten. Nach der großen Ernte 2025 mit ausgeweiteten Anbauflächen und hohen Hektarerträgen war das Angebot weit über den Bedarf hinausgewachsen. Insbesondere für Industriekartoffeln brachen die freien Preise ein. Noch im Frühjahr waren erhebliche Mengen aus der alten Ernte vorhanden, für die kaum noch Käufer zu finden waren. Kartoffeln wurden als Viehfutter angeboten oder an Biogasanlagen abgegeben.

Nur wenige Monate später hat sich das Bild überraschend gewandelt. Hitze und Trockenheit haben die Ertragserwartungen für die neue Ernte in weiten Teilen Westeuropas deutlich reduziert. Kartoffelverarbeiter, die im Frühjahr kaum Interesse an freien Partien zeigten, suchten zuletzt wieder intensiv nach noch verfügbaren Kartoffeln der alten Ernte. Damit bekam Ware, die zuvor nahezu unverkäuflich war und teilweise bereits für alternative Verwertungen vorgesehen wurde, plötzlich wieder einen erheblichen Wert. In Belgien wurden Mitte Juli für alterntige Frittenkartoffeln teilweise nur 0 bis 2 €/ dt genannt. Wenige Wochen später werden für geeignete Qualitäten aus dem Vorjahr wieder zweistellige Preise bezahlt.

Reduzierte Anbauflächen

Auch für die neue Ernte sind die Vorzeichen fester. Die deutsche Kartoffelfläche ist nach vorläufigen Angaben gegenüber dem Rekordjahr 2025 um gut 11 % auf rund 268.000 ha zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Trockenheit vielerorts den Knollenzuwachs gebremst. Besonders kritisch wird die Situation in den großen Verarbeitungsregionen Frankreichs, Belgiens und der Niederlande beurteilt. In Frankreich wird bei Konsumkartoffeln derzeit mit einer um gut 22 % kleineren Ernte gerechnet. Niederländische Proberodungen zeigen unterdurchschnittliche Erträge und vor allem einen geringen Anteil großer Knollen. Gerade diese werden von der Pommes-frites-Industrie benötigt.

In Schleswig-Holstein stellt sich die Situation bislang weniger dramatisch dar. Einzelne Niederschläge haben die Lage etwas entspannt. Dennoch kann sich der norddeutsche Markt der Entwicklung in den Benelux-Ländern und Frankreich kaum entziehen. Bei Speisekartoffeln ist die Ausgangslage deutlich freundlicher als im Vorjahr.

Preise über dem Vorjahr

Die Frühkartoffelsaison läuft aus, und die ersten Partien der Haupternte kommen auf den Markt. Ferienbedingt bleibt die Nachfrage zwar noch ruhig, doch ein ausgeprägter Angebotsdruck ist bislang nicht zu erkennen. Bundesweit liegen die Erzeugerpreise für festkochende Speisekartoffeln Anfang August im Mittel bei gut 31 €/dt und damit deutlich über dem Vorjahresniveau.

Ob dieses Preisniveau während der Haupternte gehalten werden kann, bleibt allerdings offen. Mit zunehmenden Rodungen wächst das Angebot zwangsläufig. Entscheidend werden nun die tatsächlichen Hektarerträge sein. Gerade nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres dürften viele Erzeuger vorsichtiger mit ihrer Vermarktung umgehen. Der bemerkenswerte Preissprung für die letzten Kartoffeln der alten Ernte zeigt jedenfalls, wie schnell sich ein Kartoffelmarkt drehen kann: Was im Frühjahr noch als kaum verwertbarer Überschuss galt, wurde wenige Wochen später wieder zum gesuchten Rohstoff.

Getreide-Ganzpflanzensilage auf der Geest

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Wintergetreide als Ganzpflanze als Ergänzung zum Mais zu nutzen, ist mit Blick auf Risikostreuung zur Futtermittelbereitstellung, limitierten jährlichen Sub­strateinsatz von Mais in Biogasanlagen und nach Vorschriften zu Fruchtwechsel und Winterbegrünung anzudenken. Die Risikostreuung zu minimieren, zielt auf unterschiedliche Wasserbedarfe von Silomais als Sommerfrucht und Ganzpflanzensilage (GPS) aus Wintergetreide ab, um auf Ernteausfälle durch Nässe oder Trockenheit zu reagieren.

Gerade auf leichten Standorten und in trockenen Frühjahren beziehungsweise Sommern sichert der Anbau unterschiedlicher Kulturen die Bereitstellung von Futtermitteln. So kann Getreideganzpflanzensilage in der Futterversorgung der Milchvieh- und Rinderbestände als Grobfutter eingesetzt werden. Getreide-GPS ist als Kombination aus stärkereichen Körnern und Stroh ein eiweißarmes Grundfutter. Ein hoher Kornanteil ist notwendig, um hohe Energiekonzentrationen und/oder hohe Stärkegehalte einzufahren.

Regelungen zum Maisdeckel im neuen Biomassepaket für den Weiterbetrieb von Biogasanlagen über die EEG-Laufzeit hinaus begrenzen den jährlichen Anteil an Mais und Getreidekorn am Substratmix für Anlagen ab 2026 auf momentan 25 Masseprozent. Beim Anbau von Wintergetreide-GPS als Sub­strat ist zu beachten, dass mehr Anbaufläche zur Erzeugung der gleichen Gasmenge als bei Silomais benötigt wird. In der Literatur werden folgende Methanerträge je Hektar beschrieben:

5.028 Nl (Norm-Liter)/ha aus Silomais und 3.677 Nl/ha aus Getreide-GPS

3.956 bis 5.934 Nm³ (Norm-Kubikmeter) Methan von 1 ha Silomais (40 bis 60 t Frischmasse, Silierverluste von 12 % berücksichtigt) und 2.884 bis 4.807 Nm³ Methan von 1 ha Getreide-GPS (30 bis 50 t Frischmasse, Silierverluste von 12 % berücksichtigt)

Mit dem Anbau von Getreide als Ganzpflanzensilage können außerdem GAP-Richtlinien zu Fruchtwechsel und Winterbegrünung erfüllt werden. Eine weitere Getreideart erweitert als zusätzliches Glied die Fruchtfolge. Ist die betriebliche Fruchtfolge bereits breit aufgestellt, kann Eco-Scheme 2 „Anbau vielfältiger Kulturen mit mindestens fünf verschiedenen Hauptfruchtarten mit mindestens 10 % und maximal 30 % je Hauptfruchtart“ im Ackerbau angewandt werden.

Die Landwirtschaftskammer führt seit Jahren Sortenversuche zu Getreide-GPS mit Winterroggen und Wintertriticale auf dem Geest-Versuchsstandort Schuby, Kreis Schleswig-Flensburg, durch. Von den neun Prüfsorten beim Winterrogen besitzen zwei die Zulassung zur Silonutzung, die restlichen Sorten gehören der Nutzungsrichtung Korn an. Im Prüfsortiment Wintertriticale-GPS mit ebenfalls neun Prüfsorten sind ebenfalls zwei Sorten mit Silozulassung enthalten.

Witterung 2025/2026

Der Herbst im vergangenen Jahr war laut Deutschem Wetterdienst im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 sonnig, mild und nass, vor allem im Oktober regnete es ungewöhnlich viel. Die Niederschlagsmenge im Winter hingegen ergab ein Defizit von einem Drittel im Vergleich. Es gab insgesamt rund 30 Schneedeckentage im Januar und Februar, die Getreidebestände waren bei vorherrschenden Frostnächten und Eistagen vor Auswinterungsschäden geschützt. Einzelne Frostnächte im März ohne Schneeauflage hinterließen keine Pflanzenausfälle. Es folgte ein warmes, trockenes und äußerst sonniges Frühjahr, die erreichte Niederschlagsmenge von zwei Dritteln blieb unter dem Soll in den Monaten März, April und Mai. Mitte Juni gab es zu den Eisheiligen erneut Frostnächte, der Monat verabschiedete sich hochsommerlich mit extremen Höchsttemperaturen, Stürmen und niederschlagsreichen Gewittern.

Die am Gesamtsoll fehlenden Niederschlagsmengen ab Winter wirkten sich nicht auf die Biomassebildung im Getreide aus, die extremen Temperaturen der letzten Junitage ließen die GPS-Bestände äußerst zügig abreifen. Kornfüllung und Korneinlagerung wurden bei der schnellen Abreife nicht in Mitleidenschaft gezogen (siehe Tabelle 1). 

Jahresvergleich der Ergebnisse

Es überrascht nicht, dass auf dem leichten Versuchsstandort mit 24 Bodenpunkten Roggen ertraglich deutlich besser gegenüber Triticale ausfällt. Ausgebliebene Niederschläge und steigende Temperaturen im Juni führten in diesem Jahr wie auch 2023 zu rasanter Abreife der Getreidepflanzen. Jedoch verursachten die diesjährig erst Ende Juni aufgetretenen Hitzetage weder Qualitäts- noch Ertragsminderungen. Das spricht auch für eine angepasste und ausreichende Niederschlagsverteilung während der Vegetation.

Gründe für die Silierung von Getreide als Ganzpflanzensilagen liegen in der Fruchtfolgegestaltung, in Maisdeckel und Futtersicherung im Rindvieh- wie auch im Biogasbereich.

In diesem Jahr wurden die angestrebten Abreifewerte zwischen 35 bis 40 % Trockenmassegehalt zum optimalen Erntezeitpunkt zur Teigreife von Triticale erzielt. Dieser als optimal bezeichnete Erntezeitpunkt ist allerdings ein Kompromiss aus möglichst hohen Trockenmasseerträgen und nicht zu hohen Trockenmassegehalten. In dieser Reifephase werden Verdaulichkeit und Energiegehalt als am höchsten beschrieben, die noch ausreichend vorhandenen leicht löslichen Kohlenhydrate ermöglichen eine gute Vergärung. Der Strohanteil der Getreide-GPS wird über den Rohfasergehalt aufgeführt, laut Literatur wird mit einem Gehalt von 24 % Rohfaser in der Trockenmasse eine gute Qualität erzielt. Der Rohfasergehalt kann über die Schnitthöhe zur Ernte beeinflusst werden, je höher der Schnitt, desto geringer der Rohfasergehalt. Neben der Rohfaser ist auch der Stärkeanteil in der Gesamtpflanze abhängig vom Abreifegrad zur Ernte, dem Korn-Stroh-Verhältnis und der Schnitthöhe. Bei langstrohigem Getreide wie Roggen und Triticale ist der Stärkegehalt niedriger als bei kurzstrohiger Gerste und Weizen. Die Stärkeeinlagerung im Getreide beginnt zur Milchreife, wenn sich die Körner füllen, ein hoher Kornanteil an der Ganzpflanze sichert erhöhte Stärkegehalte.

Der Blick auf die Ergebnisse der diesjährigen Prüfsorten (Tabellen 2 und 3) zeigt, dass die Getreide-Ganzpflanzensilagen mit erzielten Rohproteinwerten im Mittel zwischen 5,5 % und 6,3 % Rohprotein niedrige Gehalte in der Trockenmasse aufweisen. Höhere Körneranteile von Sorten können Differenzen im Stärkegehalt erklären. Einen Einfluss von steigenden Strohanteilen auf abnehmende Energiegehalte von GPS zeigt Tabelle 4 für Steinhöfel. Grundsätzlich kann Wintertriticale auf dem Geest-Versuchsstandort nicht das volle Potenzial ausschöpfen, es zeigt sich erwartungsgemäß über die aufgeführten Jahre, dass Winterroggen seine Vorteile auf dem leichten Standort ausspielt. Das soll aber die Bedeutung der Triticale-Ganzpflanzensilage in Schleswig-Holstein nicht schmälern. Hinsichtlich der Prüfsorten ist zu erwähnen, dass Sorten mit einer Kornzulassung den Vorteil der Doppelnutzung bieten: Je nach Bedarf kann die Pflanze dann flexibel als GPS oder als Korn geerntet werden.

Produktionstechnik anpassen

Für den Anbau von Getreide-Ganzpflanzensilagen gelten dieselben Empfehlungen zu Standortansprüchen, Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung, -technik, -termin, -stärke, Nährstoffversorgung und Pflanzenschutz wie zur Kornproduktion. Ist zum Zeitpunkt der Aussaat die Nutzungsrichtung, Ganzpflanze oder Körnerdrusch, noch nicht endgültig geklärt, liegt die Sortenwahl auf ertragsbetonte Körnersorten mit geringer Mutterkornanfälligkeit. Sämtliche ertragssteigernden und -sichernden Maßnahmen der Körnernutzung werden auch für die GPS-Produktion gefahren. Um Ertragsverluste und Schmutzeintrag zu minimieren, ist bei entsprechendem Bedarf auf Herbizide, Wachstumsregler, Fungizide und Insektizide nicht zu verzichten. Nach Fungizid- und/oder Insektizideinsatz sind grundsätzlich die Wartezeiten bis zur Ernte einzuhalten. Es gilt, das mit wenigen Tagen sehr enge Erntezeitfenster für Ganzpflanzensilagen von Getreide zu beachten. Bei heißer und trockener Witterung während der Abreife sind der rasante Anstieg des Trockenmassegehaltes und die täglichen Zunahmen an Trockenmasseertrag nicht zu unterschätzen. Erkennungsmerkmale der Teigreife zur Ernte sind noch grüne Halmknoten und grüne obere Blätter, Halme und Stroh beginnen mit der Gelbfärbung. Die Körner sollten noch weich genug sein und sich eindrücken lassen, aber nicht mehr flüssig sein und spritzen.

Für die Düngung von Stickstoff und Phosphat ist vor dem Ausbringen der Nährstoffe eine Bedarfsermittlung erforderlich. Die vorgesehene N-Gesamtmenge wurde in zwei Gaben zu Vegetationsbeginn und zu Anfang der Schossphase verabreicht. Die Haupt-N-Gabe liegt zu Vegetationsbeginn, um den vegetativen Apparat des Getreides zu fördern. Für die Düngung weiterer Grundnährstoffe ist auf die Bodenversorgungsstufe zu achten, basierend auf einer Bodenanalyse. Aus den aktuellen „Richtwerten für die Düngung“ lässt sich der Bedarf der einzelnen Nährstoffe je Bodenart ableiten.

Früh in die Gruppe

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Das Verbundprojekt „Innovationsnetzwerk Rind“, kurz „InnoRind“, untersuchte Maßnahmen für eine zukunftsfähige und tiergerechte Rinderhaltung. Das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein widmete sich innerhalb dieses Projektes unter anderem der Frage, ob die frühe Haltung von Kälbern in einer Kleingruppe Auswirkungen auf die Tiergesundheit, das Stressniveau und die Aufzuchtleistung hat. Dazu wurde eigens eine frühe Gruppenhaltung etabliert und umfangreich untersucht.

Für die frühe Gruppenhaltung wurde aus acht Einzeliglus eine Kleingruppenhaltung mit Zugang zum Tränkeautomaten geschaffen. Die hier eingestallten Kälber wurden in der Bewertung als Versuchsgruppe mit einer Kontrollgruppe einzeln aufgezogener Kälber verglichen. Während die Kälber der Kontrollgruppe in den ersten 14 Lebenstagen in Einzeliglus mit Nuckeleimern und Vollmilch versorgt wurden, war die Vorgehensweise in der Versuchsgruppe etwas anders. Bei Einstallung in die frühe Gruppenhaltung wurden die Kälber auch hier zunächst einzeln gehalten und mit dem Nuckeleimer mit Kolostrum versorgt, jedoch nach 48 Stunden bereits in die Gruppe entlassen und dann mit Milchaustauschertränke am Tränkeautomaten weitergetränkt. Am 15. Lebenstag wurden alle Kälber individuell in die weitere Aufzucht im Holsteiner Kälberstall umgestallt.

Tränkedaten sowie routinemäßige Wiegungen werden dauerhaft im laufenden Betrieb erfasst. Für die Bewertung der frühen Gruppenhaltung wurden neben den Tränkeaufnahmen und der Gewichtsentwicklung die Kolostrumversorgung im Blutserum, Speichelcortisolgehalte und sogenannte Gesundheitschecks genutzt.

Tränkeaufnahmen und Gewichtsentwicklung

Die Bewertung der Tränkeaufnahmen wurde für den Abschnitt 1. bis 14. Lebenstag und 15. bis 77. Lebenstag getrennt vorgenommen. Innerhalb der ersten 14 Lebenstage nahmen die Kälber der Versuchsgruppe mit 7.844 g pro Tag signifikant weniger Tränke auf als die der Kontrollgruppe mit 9.030 g pro Tag. Dieses Verhältnis kehrte sich jedoch nach dem Umstallen in den Holsteiner Kälberstall um. In der Aufzuchtphase zwischen dem 15. und 77. Lebenstag nahm die Versuchsgruppe mit 9.229 g pro Tag signifikant mehr Tränke auf als die Kontrollgruppe mit 8.784 g pro Tag. Über die gesamte Tränkephase betrachtet liegen die Kälber beider Gruppen also auf dem gleichen Niveau. Dies spiegelt sich auch in den täglichen Zunahmen wider. Im Mittel lagen die täglichen Zunahmen bei 1.113 g in der Versuchsgruppe und bei 1.115 g in der Kontrollgruppe, also auf identischem Niveau.

Kälber in der frühen Gruppenhaltung zeigten ausgeprägtes Sozialverhalten. Foto: Dr. Imme Dittrich

Kolostrumversorgung

Dazu wurde je Gruppe 75 Kälbern nach der Kolostrumaufnahme innerhalb der ersten 48 Lebensstunden Blut abgenommen, das Serum abzentrifugiert und dieses mittels Handrefraktometer auf den Immunoglobulin- beziehungsweise Proteingehalt untersucht. Anhand dieser Brix-Werte wurden die Kälber in die Versorgungsklassen „ausgezeichnet“, „gut“, „mittelmäßig“ und „schlecht“ eingeteilt.

Insgesamt konnten Blutproben von 146 Kälbern (Versuchsgruppe: 75 Kälber, Kontrollgruppe: 71 Kälber) ausgewertet werden. Grundlage für die Kolostrumversorgung war eine mittlere Kolostrumaufnahme von 2.983 ml (Versuchsgruppe) beziehungsweise 2.777 ml (Kontrollgruppe). Rund 47 % der Kälber in der Versuchsgruppe wurden in die Versorgungsklasse „ausgezeichnet“ eingeordnet, da der ermittelte Brix-Wert jeweils bei mindestens 9,4 lag. In der Kontrollgruppe hingegen wurden nur rund 27 % der Kälber dieser Versorgungsklasse zugeordnet. Während die Versorgungsklasse „gut“ (Versuchsgruppe: 21,9 %, Kontrollgruppe: 22,9 %) und „schlecht“ (Versuchsgruppe: 17,8 %, Kontrollgruppe: 17,8 %) gleichermaßen besetzt waren, zeigte sich vor allem in der Versorgungsklasse „mittelmäßig“ ein weiterer größerer Unterschied. Hier waren rund 14 % der Versuchsgruppe und rund 27 % der Kontrollgruppe einzuordnen. Insgesamt ergab die statistische Auswertung der Kolostrumversorgung jedoch, dass die beiden Gruppen im Mittel auf dem gleichen Versorgungsniveau waren und hier keine statistisch relevanten Unterschiede auftraten.

Erfassung von Speichelcortisol

Die Erfassung des Speichelcortisolgehaltes erfolgte zu drei Zeitpunkten: erste Probe am zweiten Lebenstag, zweite Probe am zehnten Lebenstag und dritte Probe am 15. Lebenstag. Mithilfe dieses Merkmals wurde die Stressreaktion der Kälber nach Umstallung in den Holsteiner Kälberstall bewertet. Insgesamt lagen für 122 Kälber (Versuchsgruppe: 59 Kälber, Kontrollgruppe: 63 Kälber) jeweils drei Proben mit ausreichend Speichel und ohne Verunreinigungen vor. Die Annahme war, dass die Kälber der Versuchsgruppe durch das frühe Leben in der Gruppe weniger ausgeprägte Stressreaktionen durch das Umstallen zeigen als die Kälber der Kontrollgruppe.

Insgesamt wiesen die Kälber der Versuchsgruppe zwar einen niedrigeren Speichelcortisolgehalt auf als die der Kontrollgruppe (Abbildung 1), wiesen aber mehr Variation zwischen den Probenahmeterminen auf. Insbesondere die Entwicklung des Speichelcortisols vom zehnten zum 15. Lebenstag sollte hier noch einmal im Detail beobachtet werden. Während die Kälber der Kontrollgruppe nahezu auf dem gleichen Niveau blieben, gab es in der Versuchsgruppe hier einen größeren Sprung (Abbildung 2). Die erwartete geringere Stressreaktion bei den Kälbern aus der frühen Gruppenhaltung blieb zumindest gemäß dem Speichelcortisolgehalt aus. Ein Grund kann das individuelle Umstallen sein. Obwohl die Kälber das Leben in der Gruppe und zum Beispiel den Tränkeautomaten früh kennengelernt haben, wurden sie aus ihren von Lebenstag 3 an bekannten Gruppen genommen und in eine (mitunter vollständig) unbekannte Gruppe integriert. Diese Trennung kann sich auf das Stressniveau ausgewirkt haben. Für die Kontrollgruppe ist der nicht verzeichnete Anstieg möglicherweise auf einen zu frühen Probenahmezeitpunkt zurückzuführen.

Was lag an im Gesundheitscheck?

Jeden zweiten bis dritten Tag wurden alle Kälber einem visuellen Gesundheitscheck unterzogen und nachfolgende Merkmale beobachtet: Allgemeinzustand, Husten, Nasenausfluss, Augen, Ohren, Kotverschmutzung und Nabel. Bewertet wurde, ob alles unauffällig war, also zum Beispiel kein Husten auftrat, oder ob es Auffälligkeiten gab, also zum Beispiel Husten beobachtet wurde.

Während der Versuchslaufzeit wurden rund 2.400 Beobachtungen innerhalb der Gesundheitschecks dokumentiert. Auch hier wird in der Auswertung wieder zwischen den ersten 14 Lebenstagen und der Aufzucht im Holsteiner Kälberstall unterschieden. Die Häufigkeit von Auffälligkeiten war in beiden Abschnitten nicht sehr hoch (Abbildung 3). Innerhalb der ersten 14 Lebenstage zeigten die Kälber der Versuchsgruppe jedoch häufiger dokumentierte Veränderungen im Nasenausfluss. Hier waren 25 % der 444 Beobachtungen als auffällig gekennzeichnet, während in der Kontrollgruppe nur 16 % der 438 Beobachtungen auffällig waren. Alle anderen Merkmale unterschieden sich nicht. Dies setzt sich auch in der weiteren Aufzucht im Holsteiner Kälberstall fort. Hier waren keine statistisch signifikanten Unterschiede ersichtlich. 

Vorteile für Tierwohl und Arbeitswirtschaft

Ziel des Projektes „InnoRind“ in der Futterkamper Kälberaufzucht war die Bewertung einer frühen Gruppenhaltung gegenüber dem Standardverfahren, der Aufzucht im Einzeliglu. Die recht umfangreiche Datenerfassung macht eine solide Einschätzung möglich und lässt erkennen, dass die frühe Gruppenhaltung keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit oder Leistung der Kälber zeigt. Überraschend war jedoch die stärkere Stressreaktion bei Umstallung der Kälber aus der frühen Gruppenhaltung in die weitere Aufzucht. Trotz dieses Umstands war der subjektive Eindruck, dass die Kälber sich schneller an die neue Umgebung gewöhnten und insgesamt unbeeindruckter in diesen Aufzuchtabschnitt starteten. Diese subjektiven Eindrücke sind genau die, die sich nicht zwingend durch die Zahlen belegen lassen. Die frühe Gruppenhaltung ermöglicht den Kälbern zu einem frühen Zeitpunkt im Leben das räumlich uneingeschränkte Ausüben von Sozialverhalten und regt zu mehr Aktivität an. Neben diesen eindeutigen Vorteilen für das Tierwohl sind insbesondere durch den Einsatz des Tränkeautomaten auch arbeitswirtschaftliche Vorteile erkennbar, denn es fällt Zeit für das Befüllen und Reinigen der Nuckeleimer weg. Außerdem lässt sich das hier konzipierte Gruppenhaltungssystem leicht im Rein-Raus-Verfahren betreiben und vollständig zum Misten, Reinigen und Desinfizieren abbauen beziehungsweise bei Bedarf durch Vergrößerung des Auslaufs auch noch erweitern.

Fazit

Das gängige Verfahren der Einzelaufzucht von Kälbern während der ersten 14 Lebenstage wird zunehmend hinterfragt. Das Projekt „InnoRind“ ermöglichte am Standort Futterkamp die umfangreiche Untersuchung einer alternativen Aufzuchtweise. Die frühe Gruppenhaltung hatte im Vergleich zum Einzeliglu keine negativen Auswirkungen auf die Tiergesundheit und Aufzuchtleistung. Es zeigten sich insgesamt vitale und bewegungsfreudige Kälber mit ausgezeichneten täglichen Zunahmen von mehr als 1.110 g innerhalb der Tränkephase. Trotz dieser umfangreichen Datenerfassung und Auswertung bleibt die langfristige Bewertung der frühen Gruppenhaltung noch aus. Innerhalb dieser werden weiterhin Routinedaten wie die Tränkeaufnahmen und Gewichtszunahmen gesammelt und ausgewertet.

Aus dem Stall in den Bundestag

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Eine Erntekrone für den Deutschen Bundestag bindet man nicht alle Tage. Entsprechend gut vorbereitet trafen sich in der vorigen Woche Mitglieder des Landesvorstandes und des Agrarausschusses sowie Landjugend-Geschäftsführerin Karen Stender, um gemeinsam die diesjährige Erntekrone des Landjugendverbandes zu fertigen.

Los ging es am späten Nachmittag bei Tessa Nafziger in Alt Duvenstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde, im Stallgebäude. Da es im Stall selbst kein Licht gab, sorgten kurzerhand aufgestellte Akkustrahler für die notwendige Erleuchtung. Auch sonst war bereits im Vorfeld einiges organisiert worden. Getreidemengen und benötigtes Material wurden abgestimmt und Aufgaben verteilt. So standen Gartenscheren, Bindedraht und andere Utensilien ebenso bereit wie Gerste, Roggen und Weizen für die eigentliche Krone.

Tessa Nafziger und Mirco Engelbrecht bereiten die Garben für das weitere Binden vor …

Eine besondere Rolle spielte in diesem Jahr der Brandschutz. Schließlich soll die fertige Erntekrone später im Deutschen Bundestag hängen und muss entsprechend hohe Anforderungen erfüllen. Das Getreide wurde daher nach den geltenden Vorgaben mit Brandschutzmittel imprägniert und der Vorgang sorgfältig dokumentiert. Praktisch, wenn sich in den eigenen Reihen auch Ehrenamtliche aus der Feuerwehr finden, die das Vorgehen fachkundig begleiten und bestätigen können.

Dann war vor allem Handarbeit gefragt. Denn eine Erntekrone zu binden sieht einfacher aus als es tatsächlich ist. Zum Glück gab es in der Runde erfahrene Lajus, die wussten, worauf es ankommt, und die anderen anleiten konnten. Mit vielen helfenden Händen ging die Arbeit schließlich gut voran. Zwischendurch sorgte eine gemeinsame Pizzapause für die nötige Stärkung.

Wie die fertig verzierte Krone aussieht, wird an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten. Ihren großen Auftritt bekommt sie am 7. Oktober, wenn eine Delegation des Landjugendverbandes zur feierlichen Übergabe nach Berlin reist. Im Rahmen der Übergabe stehen dann auch Einblicke in den Bundestag und Gespräche mit Abgeordneten auf dem Programm. Sicherlich wird die Landjugend dabei neben der Erntekrone auch die eine oder andere Frage und politische Forderung im Gepäck haben.

… ebenso wie Laura Stolley aus dem Agrarausschuss.

So verbindet die Aktion auch in diesem Jahr gelebte Tradition mit dem Blick nach vorn. Die Erntekrone steht für Dankbarkeit und die Wertschätzung landwirtschaftlicher Arbeit. Ihre Übergabe bietet zugleich die Gelegenheit, mit der Politik über die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums ins Gespräch zu kommen.

Antworten auf wachsende Wetterextreme

Die Klimaanpassungsstratgie des Landes stellte Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) in der vergangenen Woche vor. Sie zeigt für 16 Handlungsfelder – von Küsten- und Binnenhochwasserschutz, Starkregen über Boden, Land- und Forstwirtschaft bis hin zur menschlichen Gesundheit, Industrie und Gewerbe, Bevölkerungsschutz und Raumplanung – die Auswirkungen des Klimawandels auf, formuliert sowohl Handlungsziele als auch konkrete Maßnahmen und skizziert Best-Practice-Beispiele zur Anpassung an die sich verändernden Bedingungen.

Berücksichtigt wurden in der ressortübergreifend erarbeiteten Strategie Stellungnahmen von 30 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft sowie die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse und des Klimafolgenmonitorings des Landes. Eine breitere Öffentlichkeit hatte zudem im Rahmen der Klimaanpassungskonferenz die Möglichkeit, sich einzubringen. Da Jugendliche besonders lange und deutlich von den Auswirkungen der Erderwärmung betroffen sein werden, wurde ihrer Perspektive durch ein Jugendforum besonderes Gewicht verliehen. Ziel ist, den spürbaren Auswirkungen des Klimwandels, zunehmenden Trocken- und Hitzeperioden oder dem Meeresspiegelanstieg, gut begegnen zu können und dabei Synergien zu identifizieren und zu nutzen. Wo vorhanden, wird auf bestehende Strategiedokumente wie den Generalplan Küstenschutz (Fortschreibung 2022) oder die Biodiversitätsstrategie für Schleswig-Holstein („Kurs Natur 2030“ von 2021) zurückgegriffen.

Zentrale Maßnahmen ausgewählter Handlungsfelder sind:

Stadt- und Siedlungsentwicklung, Gebäude

– Integration von Klimaanpassung in Planungsprozesse und -instrumente, beispielsweise über den Landesentwicklungsplan, Hochwasserrisikogebiete, Starkregenkarten oder das Baugesetzbuch

– Klimaangepasste Bauweisen, wie sommerlicher Wärmeschutz an Gebäuden, Dach- und Fassadenbegrünung

Verkehr und Verkehrsinfrastruktur

– Anpassen der Dimensionierung von Entwässerungsinfrastruktur zum Schutz vor Hochwasser und Starkregen, beispielsweise durch höhere Kapazitäten für Aufnahme, Rückhalt und Ableitung von Niederschlagswasser

– Haltestellengestaltung für umfangreichen Wetterschutz, sowohl vor Regen als auch starker Sonneneinstrahlung

Landwirtschaft

– Maßnahmen in Pflanzenbau und Tierhaltung sind oft bereits bekannt. Das Zentrum für klimaeffiziente Landwirtschaft verankert dieses Wissen in der Praxis.

– Unterstützen von Klimaanpassungsprozessen in der Landwirtschaft durch eine spezielle Förderrichtlinie (seit April 2025)

Menschliche Gesundheit

– Informationsangebot im Internet für die Bevölkerung und die Behörden zum Umgang mit Hitze

– Erarbeiten einer Landesstrategie zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung, die die Klimaanpassung zur Erhöhung der Resilienz der Bevölkerung in den Blick nimmt

Bevölkerungsschutz

– Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes, da so auch klimawandelbedingten Katastrophenfällen adäquat begegnet werden kann

Dazu gehört: Information der Bevölkerung verbessern und moderne Warntechnik, Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Ebenen und Stärkung des Ehrenamtes im Katastrophenschutz, etwa der Freiwilligen Feuerwehren

Küstenschutz

– Der Generalplan Küstenschutz bündelt die wichtigsten Maßnahmen zum steigenden Meeresspiegel, dazu gehören die Verstärkung der Landesschutzdeiche und Halligwarften und der Bau von Klimadeichen.

– Freihalten von Steilufern als Sedimentquellen für die Stabilisierung der Ostseeküste und die Verbesserung der Gefahrenabwehr bei Sturmfluten

Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft

– Festlegung maximaler Wasserentnahmemengen

– Starkregenvorsorge durch Starkregenkarten und den Leitfaden Starkregenrisikomanagement

– Einrichtung der Beratungsstelle Wassergefahren, die Kommunen sowie Wasser- und Bodenverbände bei der Risikoanalyse und Erarbeitung von Anpassungs- beziehungsweise Vorsorgekonzepten zu Binnenhochwasser und Starkregen unterstützt

Industrie und Gewerbe

– Es werden Maßnahmenempfehlungen für Unternehmen sowie für Kammern und Verbände dargelegt.

– Das Land selbst wird Klimaanpassungsaspekte in seinen Landesförderprogrammen berücksichtigen sowie die Durchführung von Informationskampagnen und die Erarbeitung von Leitfäden anstreben.

Preisverfall und Exportprobleme bedrohen Rentabilität

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Schlechte Aussichten für die Getreidebauern in der Ukraine: Der Weizenpreis hat sich innerhalb eines Jahres fast halbiert, und die Kosten gehen immer weiter in die Höhe. Das lässt bei vielen Ackerbauern Zweifel an der Rentabilität der diesjährigen Erntekampagne aufkommen. Nach Angaben der Medien- und Beratungsorganisation ProAgro Group sind die Landwirte im Norden des Landes gezwungen, Weizen für umgerechnet nur 100 €/t zu verkaufen, während der Erzeugerpreis im vergangenen Jahr bei rund 180 €/t lag.

Ein wesentlicher Faktor für den Preissturz des Weizens ist laut Darstellung der Plattform agronews.ua die Lähmung der Schwarzmeerhäfen, wodurch die Getreideexporte blockiert sind.

Keine Kostendeckung

Besorgniserregend sei, dass es keine wirksamen alternativen Absatzmöglichkeiten gebe. Derzeit weigerten sich sogar inländische Verarbeitungsbetriebe, Getreide anzunehmen. Sie hätten es nicht eilig, Bestände anzulegen, ohne zu wissen, ob und wann sie diese verkaufen könnten. Die laufenden Kosten für Brennstoff, Arbeitskräfte und Technik der Landwirte könnten aktuell von den geringeren Einnahmen nicht gedeckt werden, schreibt die Plattform. Daher bestehe das Risiko, dass manche Betriebe gar nicht erst mit dem Mähdrescher auf die Felder führen in der Hoffnung auf eine Veränderung der Situation. Dann sei jedoch zu befürchten, dass das Erntegut am Halm verfaule, bevor die Exportlogistik wieder anlaufe.

„Agronews“ zitierte Wissenschaftler, die den Break-even-Point für Winterweizen bei etwa 50 dt/ ha zu einem Marktpreis von umgerechnet 174 €/t sehen. Ab diesem Niveau decke der Verkaufserlös die Kosten, die in diesem Jahr bei etwa 870 €/ ha lägen. Bei dem derzeitigen niedrigen Getreidepreis könne jedoch selbst bei sehr hohen Erträgen nicht kostendeckend gewirtschaftet werden. Um zumindest eine schwarze Null zu schreiben, seien Erträge von mehr als 85 dt/ha notwendig, was jedoch für die meisten Betriebe unrealistisch sei.

Exportkosten gestiegen

Der Generaldirektor des Ukrainischen Agrarverbandes (UAC), Pavlo Koval, zeichnet derweil ein düsteres Bild der Lage. Aufgrund der kriegsbedingten Einschränkungen der Schwarzmeerexporte drohten dem ukrainischen Agrarsektor Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Dollar. Durch den Verlust eines Teils der Seewege seien die Kosten für den Export von ukrainischem Getreide um das Eineinhalb- bis Zweieinhalbfache gestiegen.

Koval rechnet für die kommenden sechs bis zwölf Monate daher mit Einnahmeausfällen in Höhe von 1,7 bis 3,5 Mrd. €. Bis zu 60 % der Getreidebauern könnten Verluste einfahren. Die größten Risiken erwartet der Generaldirektor im kommenden Herbst; dann könnten die logistischen Probleme zu einer Kredit- und Produktionskrise in der Landwirtschaft eskalieren. „Nach verschiedenen Szenarien könnten sich während der Saison 27 bis 32 Mio. t an Getreide und Ölsaaten im Land ansammeln“, so Koval. Das werde die inländischen Erzeugerpreise nochmals erheblich unter Druck setzen.

Hilferuf der Landwirtschaft

Unterdessen appellierte die Ukrainische Getreidevereinigung (UGA) an Premierminister Serhiy Koretskyi, Maßnahmen zur Unterstützung des Agrarsektors zu ergreifen. Bei einem Treffen wurde ein gemeinsamer Aktionsplan von Regierung und Landwirten vorgestellt. Dieser zielt darauf ab, die Schwarzmeerrouten wiederherzustellen und zu diversifizieren.

Zudem wurde Koretskyi gebeten, Konsultationen mit der EU-Kommission über eine vorübergehende Erhöhung der Zollquote für den Export von ukrainischem Weizen in die EU aufzunehmen; hier schlägt der UGA eine Zusatzmenge von bis zu 5 Mio. t vor. Regulär darf die Ukraine rund 1,3 Mio. t Weizen pro Jahr zollbegünstigt in die EU exportieren. Für größere Mengen fallen reguläre EU-Zölle an.

Formal sind die ukrainischen Seehäfen laut UGA zwar weiter für den Schiffsverkehr geöffnet. Allerdings sehe die Realität anders aus. Während früher zehn bis zwölf Frachtschiffe täglich in den Hafen von Odessa eingelaufen seien, würden jetzt nur noch ein bis zwei Schiffe gezählt. Immer mehr Schiffseigner und Besatzungen weigerten sich wegen des hohen Risikos, Frachtaufträge zu übernehmen. age

Russland attackiert Landkorridore

Russland versucht im Krieg gegen die Ukraine weiterhin, die Infrastruktur für die Getreideexporte zu zerstören. Während in den vergangenen Wochen die Terminals der Schwarzmeerhäfen im Visier standen, werden jetzt auch alternative Landrouten angegriffen, über die landwirtschaftliche Produkte exportiert werden. Laut einem Bericht des Instituts für Kriegsforschung (ISW) wurde am Sonntag vergangener Woche eine Brücke beschädigt, die die Südukraine mit Moldawien und Rumänien verbindet.

Laut ISW verlagert Russland offenbar gezielt den Schwerpunkt seiner Angriffe vom Seeweg auf die Landkorridore, um den Export ukrainischen Getreides zu verhindern und die ukrainische Wirtschaft allgemein zu schwächen. Das Institut wies darauf hin, dass der türkische Außenminister Hakan Fidan ein Moratorium für Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer vorgeschlagen habe. Dazu habe er bereits Kontakt mit den beiden Kriegsparteien aufgenommen; diese hätten allerdings noch nicht darauf reagiert. age

Wirtschaftswald bleibt Zukunftswald

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Wer heute durch Schleswig-Holsteins Wälder geht, sieht vielerorts stabile Bestände, gepflegte Wege und eine lange Tradition nachhaltiger Nutzung. Holz aus dem heimischen Wald ist ein wichtiger Rohstoff für Bau, Energie und Industrie. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche Anspruch an den Wald: Klimaschutz, Biodiversität, Wasserhaushalt und Erholung sollen ebenfalls gesichert werden. Mit dem europäischen Nature Restoration Law wird diese Entwicklung politisch verstärkt. Ziel ist es, geschädigte Ökosysteme zu verbessern und ihre Funktionen langfristig zu sichern.

In der öffentlichen Diskussion entsteht dabei manchmal der Eindruck, Waldschutz bedeute vor allem Stilllegung oder Nutzungsverzicht. Für Schleswig-Holstein mit seinem stark privat geprägten und klein strukturierten Wald wäre ein solcher Weg jedoch kaum sinnvoll. Vielmehr zeigt sich zunehmend eine andere Perspektive: Eine moderne Wirtschaftswaldstrategie kann Nutzung, Klimaanpassung und Naturschutz miteinander verbinden. Voraussetzung ist, dass auch die Leistungen des Waldes für die Gesellschaft künftig stärker honoriert werden.

Die Waldlebensraumtypen des Landes

Die Grundlage für die Bewertung von Waldlebensräumen bildet in Schleswig-Holstein die Biotopkartierung des Landes. Sie erfasst regelmäßig wertvolle Biotope und dokumentiert deren Zustand. Typisch für Schleswig-Holstein sind vor allem Laubwälder. Große Teile der natürlichen Waldvegetation bestehen aus Buchenwäldern. Dazu gehören der Hainsimsen-Buchenwald auf ärmeren Standorten sowie der Waldmeister-Buchenwald auf besseren Böden. Daneben finden sich Eichenmischwälder, etwa Sternmieren-Eichen-Hainbuchen-Wälder oder bodensaure Eichenwälder. Sie zählen zu den artenreichsten Waldtypen und spielen eine wichtige Rolle für viele Tierarten. Besonders wertvoll sind außerdem Auwälder entlang von Bächen und Niederungen. Diese von Erlen und Eschen geprägten Bestände gehören zu den seltensten Waldtypen im Land. Allen diesen Waldtypen gemeinsam sind typische Strukturen: alte Bäume, unterschiedliche Altersstufen, Totholz sowie eine Mischung verschiedener Baumarten. Genau diese Strukturen stehen heute stärker im Fokus der Naturschutzpolitik.

Privatwald prägt die Landschaft

Ein großer Teil des Waldes in Schleswig-Holstein befindet sich in privater Hand. Viele Flächen gehören landwirtschaftlichen Betrieben oder Familien und werden im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die Flächen sind häufig klein und über mehrere Parzellen verteilt. Ökonomisch ist die Bewirtschaftung deshalb anspruchsvoll. Gleichzeitig erfüllen diese Wälder wichtige Funktionen für Landschaft, Klima und Biodiversität. Gerade diese klein strukturierten Privatwälder zeigen jedoch, dass Nutzung und Naturschutz oft eng miteinander verbunden sind. Viele wertvolle Lebensräume sind erst durch eine langfristige Bewirtschaftung entstanden.

Stabile Wirtschaftswälder

Im Wirtschaftswald wachsen Werte. Fotos: Prof. Gerrit Friedrich Bub

Der Klimawandel stellt die Wälder vor neue Herausforderungen. Längere Trockenperioden, höhere Temperaturen und Extremwetterereignisse erhöhen die Risiken für Waldbesitzer. Die wichtigste Antwort darauf sind strukturreiche und gemischte Wälder. Verschiedene Baumarten reagieren unterschiedlich auf Klimaextreme. Vielfalt im Bestand erhöht deshalb die Stabilität. Auch unterschiedliche Altersstufen innerhalb eines Bestandes wirken stabilisierend. Wälder, die kontinuierlich genutzt und gepflegt werden, können sich oft besser an Veränderungen anpassen als ungenutzte Bestände. Damit wird deutlich: Klimaanpassung erfordert aktive Waldwirtschaft. Ein pauschaler Nutzungsverzicht würde diese Entwicklung eher erschweren als fördern.

Praxisbeispiel aus Ostholstein

Wie sich wirtschaftliche Nutzung und ökologische Funktionen verbinden lassen, zeigt ein Beispiel aus dem Buchenwald in Ostholstein. Bei der Bewirtschaftung werden gezielt Altbuchen auf der Fläche belassen. Diese Bäume erfüllen gleich mehrere Aufgaben. Als Habitatbäume bieten sie Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig wirken sie als Mutterbäume für die Naturverjüngung. Ihre Samen sorgen dafür, dass sich junge Buchen natürlich im Bestand ansiedeln können. Die großen Altbäume spenden zudem Schatten, halten Feuchtigkeit im Boden und mildern Klimaextreme wie Hitze oder Spätfrost. Die Waldverjüngung erfolgt häufig über eine Kombination aus Naturverjüngung und ergänzender Pflanzung. So lassen sich standortgerechte Mischbestände entwickeln, die langfristig stabil sind. Ein weiterer Ansatz besteht darin, Randbereiche angrenzender landwirtschaftlicher Flächen schrittweise in neue Waldstrukturen zu überführen. Diese Neuwaldbildung kann langfristig stabile Waldränder schaffen und zusätzliche ökologische Funktionen erfüllen. Das Beispiel zeigt: Viele Maßnahmen, die aus Naturschutzsicht sinnvoll sind, lassen sich direkt in eine wirtschaftliche Bewirtschaftung integrieren.

Ökosystemleistungen als (wirtschaftliche) Chance

Mit der zunehmenden Aufmerksamkeit für Klimaschutz und Biodiversität verändert sich auch die Rolle des Waldes. Neben der Holzproduktion treten weitere Leistungen stärker in den Vordergrund:

– Kohlenstoffspeicherung

– Lebensräume für Arten

– Wasser- und Bodenschutz

– Erholungsfunktion

Diese sogenannten Ökosystemleistungen sind für die Gesellschaft von großem Wert. Für Waldbesitzer stellen sie jedoch häufig eine zusätzliche Leistung dar, die bislang kaum vergütet wird. Hier entwickelt sich derzeit ein neues wirtschaftliches Feld. Förderprogramme, Biodiversitätsmaßnahmen oder Klimainstrumente könnten künftig dazu beitragen, dass diese Leistungen auch finanziell honoriert werden. Damit entsteht eine zusätzliche Einkommensperspektive für Waldbesitzer – neben der klassischen Holzproduktion.

Nutzung und Naturschutz zusammendenken

Der Wirtschaftswald schafft Vielfalt.

Der Wald bleibt auch in Zukunft ein Wirtschaftswald. Holz ist ein zentraler Nachwachsender Rohstoff und gewinnt im Zuge der Klimapolitik weiter an Bedeutung. Die entscheidende Aufgabe moderner Waldwirtschaft besteht deshalb darin, Nutzung und ökologische Funktionen miteinander zu verbinden. Strukturreiche Mischwälder können beides leisten: stabile Holzerträge und vielfältige Lebensräume. Gerade im kleinbäuerlichen Privatwald Schleswig-Holsteins liegt darin eine große Chance. Wenn ökologische Leistungen künftig stärker honoriert werden, entsteht ein erweitertes Geschäftsmodell für die Waldwirtschaft. Der Wald wird dann nicht nur Holzproduzent, sondern auch Partner der Gesellschaft für Klima- und Naturschutzleistungen. Oder anders formuliert: Eine zukunftsfähige Waldpolitik setzt nicht auf Stilllegung, sondern auf aktive, nachhaltige Bewirtschaftung – und auf eine faire Honorierung der Leistungen, die Wirtschaftswälder für die Gesellschaft erbringen.

Bildung fördern, Gemeinschaft stärken

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Wer hat schon einmal vom Verein zur Förderung der Weiterbildung im LandFrauenVerband gehört? Hinter diesem auf den ersten Blick etwas umständlichen Namen verbirgt sich eine richtig gute Sache. „Der Förderverein wurde gegründet, um das Bildungsangebot in den Kreisverbänden auszubauen“, erklärt Sylke Messer-Radtke, Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein.

„Wir unterstützen beispielsweise die Einladung eines besonderen Referenten oder den Besuch einer Ausstellung. Erst kürzlich hat der Kreisverband Steinburg ein Papierwerk besichtig und erhielt dafür eine finanzielle Förderung.“ Um Unterstützung zu bekommen, stellen Kreisverbände für ihre Bildungsveranstaltung einfach beim Förderverein einen Antrag. Der Förderverein ist gemeinnützig und darf Spenden annehmen. Mitglieder sind neben den Ortsvereinen und Kreisverbänden auch Einzelpersonen.

„Mitglieder im Förderverein sind vor allem Frauen, die früher eine Position innehatten“, beschreibt Sylke Messer-Radtke. „Es sind zum Beispiel viele ehemalige Kreisvorsitzende darunter. Sie haben die LandFrauen-Idee verinnerlicht und tragen dieses Gefühl mit ihrer Arbeit im Förderverein weiter.“ Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung trafen sich die Mitglieder des Fördervereins in Ellerhoop.

Einblicke ins Baumschulversuchswesen

Neben der Sitzung nutzten die LandFrauen das jährliche Treffen für den persönlichen Austausch und eine gemeinsame Besichtigung des Gartenbauzentrums der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, wo Thorsten Ufer, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Versuchswesen Gartenbau, Baumschule, die Gruppe durch die moderne Einrichtung führte. Das 2006 eröffnete Zen­trum bündelt Versuchswesen, Beratung sowie Aus- und Weiterbildung unter einem Dach, um Innovationen in den Gartenbau zu bringen und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Baumschulversuchswesen. In Klimakammern, auf Versuchsflächen in Kübeln und im Freiland werden neue Produktionsverfahren, Gehölze und Anbausysteme unter praxisnahen Bedingungen getestet. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Beratung der Betriebe ein. Gemeinsam mit Forschungspartnern, unter anderem der Universität Hannover, arbeitet das Gartenbauzentrum an zukunftsweisenden Projekten und bietet zugleich Auszubildenden, Fachkräften und Unternehmern moderne Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung.

Auf dem Prüfstand

Welcher Steppensalbei ist der schönste? LandFrau Ilona Schütt hilft bei der Auswahl.

„Besonders beeindruckt haben mich die Sichtungen für Gehölze und Rosenneuheiten“, erzählt Ilona Schütt vom Teamvorstand des Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg. An verschiedenen Standorten im gesamten Bundesgebiet werden beispielsweise Bartblumen auf ihre Trockenheitsverträglichkeit, Widerstandsfähigkeit und Winterhärte geprüft. „Drei Jahre lang werden sie beobachtet“, beschreibt Thorsten Ufer. „Wie wachsen sie in den unterschiedlichen Regionen? Wie kommen sie mit den jeweiligen Böden klar? Am Ende werden die Ergebnisse zusammengetragen und bewertet.“ Auch die Optik der Blüten spielt eine wesentliche Rolle. „Da können wir uns oft nicht entscheiden, welche Staude die schönsten hat“, ergänzt er. Heute hat er in den LandFrauen eine fachkundige Jury vor Ort. Am Sichtungsfeld sollen sie mithilfe von Holzstäbchen den Steppensalbei markieren, den sie kaufen würden.

Schönster Garten des Nordens

Im Anschluss führte Baumschulgärtnerin Susanne Hackländer die Gruppe durch das Arboretum Ellerhoop. Der als „schönster Garten des Nordens“ bekannte Park vereint Pflanzen aus den verschiedensten Vegetationszonen der Erde und dient zugleich der Bildung, Forschung sowie den Baumschulen als Sichtungsgarten. Auf dem 17,3 ha großen Gelände sind zahlreiche Themengärten angelegt. Der Weiße Garten, das Moorbiotop und der Wasserwald, der Rosenpavillon, der Küstengarten oder der Garten der Seele machten den Rundgang zu einem besonderen Erlebnis. Außerdem befindet sich eine der bedeutendsten Päoniensammlungen Deutschlands im Arboretum. 22 Gärtner kümmern sich rund ums Jahr liebevoll um den Garten und sorgen dafür, dass es zu jeder Jahreszeit etwas zu entdecken gibt. In Frühjahr müssen zum Beispiel rund 26.000 Frühblüher in die Erde gebracht werden. Der Besuch des Gartenzentrums und des Arboretums hat bei Mitgliedern des Fördervereins nachhaltig gewirkt. „Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so viele unterschiedliche Gartenwelten zu entdecken gibt“, schwärmt Ilona Schütt. „Ich bin begeistert!“

Chinesischer Garten im Arboretum Ellerhoop