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Mit „Tierroristen“ wird nicht verhandelt!

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Deutsche lieben Tiere. Allein der Tierschutzbund hat 16-mal mehr Mitglieder als der Kinderschutzbund. Der Tierschutz steht im Grundgesetz und ist Staatsziel. Landwirte leben Tierschutz jeden Tag – die Verbesserungen der vergangenen Jahrzehnte sind beachtlich. Die Diskussion im Kieler Agrar- und Ernährungsausschuss zur Qualzucht zeigt die Bedeutung des Themas (siehe Seiten 14-15). Laut Prof. Georg Thaller vom Lehrstuhl für Tierzucht- und Haustiergenetik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vermeiden die Zuchtziele im Nutztierbereich abgesehen von Einzelfällen Extreme. Kritischer sieht er die Haustierzucht.

Doch bei manchen wie der Organisation Peta schlägt die Tierliebe um: Tierrechtler fordern Grundrechte für Tiere – das Recht auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit – Fanatiker dringen in Ställe ein, beschimpfen Nutztierhalter als Mörder und Vergewaltiger. Solche „Tierroristen“ blicken mit moralischer Verachtung auf „Speziezisten“ – so nennen Tierrechtler Menschen, die Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit „diskriminieren“, also das eigene Wohl über das der Tiere stellen. Dabei offenbaren sich mit wenigen Fragen die Schwachstellen der Tierrechtsethik. Frage: Darf der Mensch Tiere töten? Antwort: Nein. Warum nicht? Weil er es nicht muss. Darf der Wolf Tiere töten? Ja. Warum? Weil er nicht anders kann.

Das ist eine Situationsethik, die sich nicht von strikten Regeln ableitet, sondern von den Umständen. Doch sie gibt keine Antwort auf die Frage: Was interessiert es das getötete Tier, wer sein Leben mit welcher Moral beendet? Hier entgegnen Tierrechtler, der Mensch sei ein ethisches Wesen, das es „besser“ wisse. Sie machen damit, ohne es zu wollen, auf den wesentlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier aufmerksam: Der Mensch kann Gut und Böse unterscheiden und sich daran orientieren. Zugleich erklären sie die moralische Verantwortung für das Tier aber damit, dass es keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier gebe. Ein schwer auflösbarer Widerspruch.


Auf den DLG-Feldtagen in Bernburg stellte die Tierrechtsorganisation Peta ihren Strategieplan zum Ausstieg aus der Tierwirtschaft vor und feierte sich dafür (siehe Seite 16). Die DLG stellt zwar klar, dass sie damit einen Dialog ermöglichen möchte. Doch ist Peta nicht bekannt für einen konstruktiven Meinungsaustausch. Für Gründerin Ingrid Newkirk gilt: „Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge.“ Peta vergleicht die Tierhaltung mit dem Holocaust. DLG-Präsident Hubertus Paetow hat in großer Offenheit einen Fehler zugegeben. In Zukunft gibt es für Kampagnen-Organisationen wie Peta keinen Platz mehr auf DLG-Veranstaltungen. Gut so!

Laut Tierschutzgesetz braucht es einen „vernünftigen Grund“, um ein Wirbeltier zu töten. Die Erzeugung von Lebensmitteln gehört dazu. Für die Haltung von Tieren gibt es weitere Gründe: Grünlandnutzung, Kreislaufwirtschaft, Erzeugung von Wirtschaftsdünger, Erhalt der Kulturlandschaft, Artenvielfalt. Wer das nicht will, hat auf einer landwirtschaftlichen Veranstaltung nichts zu suchen. Vernünftig ist bei Peta wenig. Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, bringt es auf den Punkt: „Mit Extremisten diskutieren wir nicht.“

Das Motto der EuroTier 2026, die auch von der DLG veranstaltet wird, lautet „Intelligence in animal farming“. Ein intelligenter, klarer Umgang mit Tierhaltungsgegnern steht der DLG besser. Man sollte sich keiner echten Diskussion verwehren. Aber über eine Laus im Pelz freut sich außer Peta sicher niemand.

Arbeiten am Paradies

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Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Stormarn.

Am Ende eines nicht gerade idyllischen Gewerbegebietes tut sich ein kleines Paradies auf – sowohl in Form der wunderschönen Anlage im Grünen als auch im symbolischen Sinn: „ein geschützter Ort für unheilbar erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase“, wie es in der Broschüre heißt. 14 Stormarner LandFrauen finden sich heute hier ein mit Hacken, Eimern und Harken, um das Außengelände am Hospiz „Lebensweg“ in Bad Oldesloe zu pflegen, gemeinsam mit anderen Helfern. Es wird Unkraut gejätet und Rindenmulch verteilt.

Damit es paradiesisch bleibt, kommen die LandFrauen zwei Mal im Jahr zur Gartenhilfe, seit 2020 das Hospiz gebaut wurde. Damals wurden Stauden aus eigenen Gärten mitgebracht, ein Areal heißt intern der „LandFrauenhügel“. Die LandFrauen unterstützen das Hospiz auch durch Spenden sowie mit Kaffee und Kuchen bei öffentlichen Veranstaltungen. Initiiert hat die Aktion die damalige KLFV-Vorsitzende Kristina Wendt.

Mit nur fünf Ortsvereinen (OV) ist der KLFV Stormarn zwar nicht flächenmäßig, aber an Mitgliedern der kleinste in Schleswig-Holstein. Das ist sicherlich der Nähe zu Lübeck und Hamburg geschuldet, die mit weltstädtischen Angeboten ziehen. Insbesondere den Südkreis deckt einzig der OV Südstormarn ab. Daran gemessen ist der Kreisverband sehr aktiv, wie die hohe Beteiligung an der oben geschilderten Aktion beweist.

Fahrten mit Führung

Vorstand des KLFV Stormarn, v. li., hinten: Regina Schütt (Kassen- und Schriftwartin), Heidi Nuppenau (2. Vorsitzende), Heike Tjarks (Beisitzerin); vorne: Christa Wildner und Kathrin Klose (Beisitzerinnen), Heimke Rüder (1. Vorsitzende)Foto: KLFV

Eine weitere Stärke sind, wie die Vorsitzende Heimke Rüder erläutert, die Studienreisen, die alle zwei Jahre für eine Woche ins Ausland führen – Andalusien, Griechenland, Toscana. „Da liegen wir nicht am Strand, da gibt es Führungen zu Kultur, Land und Leuten, da werden Museen besucht, ja Monumente ,erklettert‘“, betont Schrift- und Kassenwartin Regina Schütt. Mit je 30 bis 35 Teilnehmerinnen sind die Reisen sehr begehrt.

Auch die Fahrt zum BundesLandFrauentag wird in die umliegende Gegend ausgeweitet – diesen Sommer stehen rund um Essen die Blaudruckerei in Münster, der Emsflower Gartenbaubetrieb in Emsbüren und das Museum der Kochbuchautorin Henriette Davidis (1801-1877) in Wetter an der Ruhr auf dem Programm. „Auch als 2024 Schleswig-Holstein Gastgeber des BundesLandFrauentages war, haben wir eine dreitägige Begleitreise nach Flensburg, Husum und Friedrichstadt angeboten“, erklärt die zweite Vorsitzende Heidi Nuppenau. Und Rüder ergänzt: „Auf solchen Fahrten entsteht viel leichter Kontakt zueinander als bei großen Versammlungen.“

Runter vom Sofa!

Natürlich sind auch die landesweiten Gesundheitsthemen in Stormarn präsent wie dieses Jahr der Präventionsschwerpunkt „Runter vom Sofa“, ebenso wie die Weiterbildung zu Sozialen Medien mit Inke Studt-Jürs (siehe Ausgabe 15) oder Finanzthemen wie „Dagoberta macht Kasse“. „Wir halten solche im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe ab, so ist der Zugang niedrigschwelliger als etwa in einem Restaurant, wo es wie eine geschlossene Gesellschaft aussieht“, sagt Rüder.

Überhaupt ist die Ansprache neuer Interessentinnen wichtig, um dem allgemeinen Mitgliederschwund entgegenzuwirken. Dazu wurden Frauen befragt: Was interessiert euch? Was möchtet ihr? Daraus entstand zum Beispiel die Reihe „Familie“ mit Themen wie Schlafprobleme bei Kindern oder Verhaltensfolgen nach Corona. Dies wurde dann nicht nur im LandFrauenprogramm, sondern auch mit Flyern in Kitas oder Schulen verbreitet. Überraschenderweise wünschten sich junge Frauen „Torten backen wie bei Oma“.

Droht Stopp der dänischen Ferkelexporte?

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Die neue dänische Mitte-Links-Regierung hat in ihrem am 2. Juni vorgestellten Regierungsprogramm angekündigt, die dänische Landwirtschaft insgesamt ökologischer, nachhaltiger und tierwohlfreundlicher ausrichten zu wollen. Auch die dänische Schweinebranche, bisher ein verlässlicher Ferkellieferant für deutsche Mäster, soll radikal umgestellt werden, denn in dem Programm wird auch ein Ende der exportorientierten Schweinehaltung als politisches Ziel verkündet. Diese soll so umgebaut werden, dass vorrangig Tiere aufgezogen werden, die in der dänischen Lebensmittelversorgung genutzt oder vor dem Export im eigenen Land gemästet und geschlachtet werden. Damit will die Politik auch heimische Arbeitsplätze in den Schlachthöfen und der Verarbeitung sichern. Der Export lebender Ferkel soll dagegen künftig massiv gedrosselt werden. Derzeit werden rund 16,7 Millionen Ferkel pro Jahr exportiert, mehr Tiere, als im eigenen Land gemästet werden.

Verschärfte Auflagen bis 2030

Um den Umbau der Landwirtschaft zu forcieren, plant die Regierung drastische Maßnahmen: das Landwirtschaftsministerium wurde schon aufgelöst, zuständig ist nun das neue Ministerium für Natur und Tierschutz. Auch eine CO2-Steuer in der Tierhaltung soll eingeführt werden. Ebenso soll ein vorübergehendes Bauverbot für neue konventionelle Schweineställe erlassen werden, dies gilt auch für Erweiterungen bestehender Betriebe. Die Regierung plant zudem eine massive Verschärfung der Tierschutzregeln. Bis 2030 soll ein vollständiges Verbot des Schwanzkupierens durchgesetzt werden. Zudem soll die Fixierung von Sauen im Abferkelbereich komplett abgeschafft, die Absetzzeit auf mindestens vier Wochen festgelegt und deutlich mehr Platz in den Buchten vorgeschrieben werden.

Vierparteien-Runde zur Zukunft der Schweinehaltung

Von einer Runde, der neben der Regierung auch die Landwirtschaft, dazu Natur-, Tier- und Umweltorganisationen sowie die Sozialpartner des Lebensmittelgewerbes angehören, soll innerhalb eines halben Jahres erarbeitet werden, wie die Schweinehaltung in Richtung ökologischer Produktion und eines geringeren Antibiotikaverbrauchs umgebaut werden kann. Falls dies nicht gelingt, will die Regierung selbst den Umbau durchführen. Der dänische Verband der Schweineerzeuger Danske Svineproducenter warnt davor, dass eine Beschränkung der Exporte keineswegs dazu führen würde, dass die Ferkel stattdessen in Dänemark gemästet werden. Stattdessen würde die Produktion einfach verschwinden. In den vergangenen Jahren sind bereits große dänische Schlachthöfe geschlossen worden, vor allem wegen hoher Lohnkosten im Vergleich zu Ländern wie Spanien. Die oben genannten Auflagen wirken zusätzlich kostensteigernd, verringern die Wettbewerbsfähigkeit weiter.

Konsequenzen für Deutschland

Der deutsche Ferkelbedarf wird nur zu knapp 80 % aus eigener Produktion gedeckt, der Rest wird aus Holland und Dänemark importiert. Zukünftig wird ein weiterer Rückgang der Ferkel­erzeugung in Deutschland erwartet, da viele Betriebe aufgrund neuer Haltungsanforderungen aufgeben, dann wird das Ferkeldefizit noch größer. 2024 wurden zur Deckung 7,43 Millionen Ferkel aus Dänemark importiert, Basis für jedes sechste deutsche Mastschwein. Auch Polen zum Beispiel importierte 2024 zirka 7,3 Millionen Stück und ist damit der zweite große Abnehmer von dänischen Ferkeln. Für die deutschen (und polnischen) Schweinemäster sind die geplante Änderungen in Dänemark sehr kritisch. Ein massiver Rückgang des dänischen Ferkelangebotes würde die hiesigen Schweinehalter vor enorme existentielle Herausforderungen stellen.

Erdkabel wirken sich auf Bodentemperatur aus

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Wie beeinflussen Hochspannungs-­Gleichstrom-Übertragungs-Erd­kabel die Standorteigenschaften landwirtschaftlicher Nutzflächen? Diese Frage untersucht die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW Kiel) gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Leibniz Universität Hannover (LUH) in einem laufenden Verbundprojekt. Hintergrund ist die Energiewende, in deren Rahmen mehr regenerative Energie erzeugt und verlustarm transportiert werden soll.

Strom aus Windenergie, insbesondere von der Nordsee, muss zuverlässig in die Verbrauchszentren des Südens gelangen. Da Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (kurz HGÜ), bei großen Übertragungsdistanzen effizienter als Wechselstromleitungen sind, setzt man zunehmend auf diese Form der Übertragungsleitungen. Ein zentrales Vorhaben ist der SuedLink, der Nord- und Süddeutschland verbinden wird und aktuell im Bau ist. Ergänzt wird er durch den NordLink, der den Import flexibel regulierbarer Energie aus norwegischer Wasserkraft ermöglicht. Zusammen tragen beide Leitungen wesentlich zur Stabilität der Stromversorgung und zur Umsetzung der Klimaziele bei. Mit einer Länge von rund 700 km verläuft der SuedLink überwiegend unter landwirtschaftlich genutzten Flächen. Er wird als Erdkabel größtenteils im offenen Graben verlegt. Dies bedeutet erhebliche Eingriffe in die Bodenstruktur: zunächst beim Bau und unter Umständen später im Betrieb durch die Abwärme des Kabels.

Testfelder simulieren den SuedLink

Das Forschungsprojekt soll klären, wie Bauarbeiten und Kabelbetrieb den Boden, seine Funktionen und die landwirtschaftliche Nutzung beeinflussen. Die Ergebnisse sollen sowohl landwirtschaftlichen Betrieben zugutekommen als auch eine Grundlage für Politik, Planung und künftige Trassenprojekte schaffen. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel widmet sich dabei dem pflanzenbaulichen Teil. Im Fokus stehen die direkten Auswirkungen auf Kulturpflanzen und die landwirtschaftliche Praxis. Dafür wurden 2022 drei Testfelder zwischen Zeven und Hannover eingerichtet. Dort wurden Bauarbeiten durch Gräben nachgestellt, wie sie auch beim SuedLink vorgesehen sind. In einer Hälfte wurden Heizrohre verlegt, die die Wärmeentwicklung realer HGÜ-Kabel simulieren (85 % Auslastung, 23 W/m Verlustleistung), während die andere Hälfte ohne Heizrohre die Folgen der Bautätigkeit abbildet. Zusätzlich gibt es ungestörte Referenzflächen, wie die bildliche Abbildung aufzeigt. Nach dem Schließen der Gräben wurden die Flächen ohne rekultivierungsfördernden Zwischenfruchtanbau unmittelbar wieder in die landwirtschaftliche Nutzung überführt und seitdem nach guter fachlicher Praxis bewirtschaftet. Um Unterschiede zwischen den Varianten zu dokumentieren, erfolgen über die gesamten Vegetationsperioden der Jahre 2023 bis 2026 hinweg systematische Messungen. Dazu zählen Bonituren, Biomasseaufwuchs, Nährstoffgehalte, Blattflächenindex sowie multispektrale Drohnenaufnahmen. Auf diese Weise entsteht ein umfassendes Bild darüber, ob Wärme oder Bauarbeiten messbare Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum haben.

Die Versuchsfelder, hier Standort Seelze, sind in der normalen Bewirtschaftung der Landwirte integriert und werden umfassend untersucht.

Erdkabel erhöhen die Bodentemperatur

Sowohl das verlegte Erdkabel als auch die damit verbundenen Bauarbeiten verändern nachweislich den Wärmehaushalt des Bodens. Abbildung 1 verdeutlicht, dass bereits die Bauarbeiten selbst (oberer Teil der Abbildung) einen messbaren Einfluss auf die Bodentemperatur haben, und zwar abhängig von der Jahreszeit. Im Winter ist der Boden im Bereich der Bauarbeiten gegenüber den ungestörten Referenzflächen um bis zu 1 °C kühler, während er im Sommer um bis zu 2 °C wärmer ist. Auffällig ist, dass dieser Effekt in den untersuchten Tiefen von 15, 60 und 130 cm in ähnlicher Ausprägung auftritt. Das zeigt, dass die baubedingten Veränderungen den Boden über das gesamte Profil hinweg beeinflussen. Noch deutlicher werden die Unterschiede im Bereich des Warmgrabens (unterer Teil der Abbildung), also dort, wo das Erdkabel Wärme an den Boden abgibt. Auch hier zeigen sich die jahreszeitlichen Schwankungen, allerdings auf einem insgesamt höheren Temperaturniveau. Im Sommer ist der Oberboden um bis zu 2 °C wärmer als auf der Referenzfläche. Mit zunehmender Tiefe verstärkt sich dieser Effekt deutlich: In 130 cm Tiefe (unmittelbar oberhalb des Kabels) können die Temperaturen sogar um bis zu 7,5 °C über denen der ungestörten Fläche liegen. Im Winter sind diese Temperaturunterschiede etwas geringer ausgeprägt, bleiben jedoch klar messbar. Insgesamt wird deutlich, dass sowohl die Bauarbeiten als auch der Betrieb des Erdkabels den Boden thermisch beeinflussen – mit möglichen Auswirkungen auf Bodenprozesse und Pflanzenwachstum.

Leichte Ertragseinbußen entlang der Trasse

Während der Vegetationsperiode liefert die Bestandshöhe eine erste, mit bloßem Auge erkennbare Einschätzung zur Vitalität eines Bestandes. In Abbildung 2 ist links die Bestandshöhe verschiedener Kulturen über mehrere Jahre und Standorte hinweg dargestellt. Rechts daneben sind die jeweils erzielten Erträge abgebildet. Dabei wird deutlich, dass die Bestandshöhe nur bedingt eine Einschätzung des Ertrages zulässt. So war der Bestand des Winterweizens auf Standort Seelze im Jahr 2024 zu Vegetationsbeginn in den Warmparzellen höher als in der Referenzfläche. Dennoch wurde hier ein leicht verringerter Ertrag festgestellt gegenüber der Referenzfläche. Auf dem Standort Walsrode war über den größten Teil der Vegetationsperiode im Jahr 2025 kein Unterschied zwischen den Roggenbeständen der Varianten festzustellen. Zur Ernte hin stagnierte das Wachstum sowohl in den Kalt- als auch in den Warmparzellen gleichermaßen. Trotzdem wurde im Bereich der Warmparzellen ein höherer Ertrag erfasst als in den Kaltparzellen. Insgesamt zeigt sich kultur-, jahres- und standortübergreifend die Tendenz, dass die Erträge im Bereich des simulierten Erdkabels um etwa 5 bis 15 % unter denen der ungestörten Flächen liegen. Ein differenziertes Bild ergibt sich im Jahr 2025 am Standort Walsrode: Hier wurden auf den Kaltparzellen geringere Erträge gemessen als auf den Warmparzellen. Dies deutet darauf hin, dass die vom Erdkabel abgegebene Wärme vom Bestand teilweise positiv genutzt werden konnte und so die durch die Bauarbeiten bedingten Ertragseinbußen zumindest teilweise ausgeglichen wurden.

Erdkabel bleiben ein aktuelles Thema

Die Auswertung des Projektes ist noch nicht abgeschlossen und wird derzeit weiter vertieft. Im Fokus stehen dabei zentrale Fragestellungen für die landwirtschaftliche Praxis: Welche Auswirkungen haben Bauarbeiten und die Erwärmung des Bodens auf das Pflanzenwachstum, die Nährstoffaufnahme und die Vitalität der Bestände? Lassen sich Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen erkennen? Und treten möglicherweise auch langfristige Effekte auf, die sich erst nach mehreren Jahren zeigen? Das Projekt liefert damit nicht nur wichtige Erkenntnisse für landwirtschaftliche Betriebe, sondern bietet auch eine fundierte Grundlage für Diskussionen vor Ort. Gleichzeitig unterstützt es Planer und Entscheidungsträger dabei, den Bau von HGÜ-Erdkabeln so zu gestalten, dass negative Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzung möglichst gering bleiben. Darüber hinaus leistet die Forschung einen wichtigen Beitrag zum Verständnis bodenökologischer Prozesse. Während sich die Klimaforschung bislang vor allem auf die Atmosphäre konzentriert, liefert dieses Projekt wichtige Daten zur Erwärmung des Bodens und deren Auswirkungen auf bodenökologische Prozesse.

Damit trägt es dazu bei, die Rolle der Pedosphäre in Klimamodellen besser zu verstehen und in Zukunft besser berücksichtigen zu können. Auch künftig werden Erdkabel nicht nur im Bereich der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, sondern auch in den Verteilnetzen eingesetzt. Das Thema wird somit weiterhin an Bedeutung gewinnen. Vor diesem Hintergrund besteht bei allen Projektpartnern großes Interesse, die Untersuchungen fortzuführen. Ziel ist es, insbesondere die langfristigen Effekte der Wärmeabgabe zu erfassen – auch vor dem Hintergrund, dass sich die Böden mit der Zeit zwar zunehmend regenerieren, die Wetterlagen allerdings extremer werden und sich die Auswirkungen dadurch verändern können.

Fazit

Bauarbeiten und Betrieb von HGÜ-Erdkabeln verändern den Boden messbar. So liegen die Bodentemperaturen im Sommer im Oberboden um bis zu 2 °C und in 130 cm Tiefe sogar um bis zu 7,5 °C über den Referenzwerten. Gleichzeitig zeigen die Erträge im Bereich der Trasse wenige Jahre nach den Bautätigkeiten eine Tendenz von etwa 5 bis 15 % unter dem Niveau ungestörter Flächen. Dennoch können positive Effekte auftreten: In einzelnen Fällen lagen die Erträge auf Warmparzellen über denen der Kaltparzellen. Die Wärmeabgabe kann als positiver Einflussfaktor die Aufwuchsdepressionen durch die Bauarbeiten teilweise wieder ausgleichen. Auffällig ist auch, dass ein höherer Bestand nicht automatisch höhere Erträge bedeutet. Die Ergebnisse aus den Jahren 2023 bis 2025 verdeutlichen zudem, dass die Effekte stark von Standort, Kultur und Witterung abhängen. Insgesamt wird deutlich, dass die Eingriffe kurzfristig messbar sind, langfristige Entwicklungen aber noch offenbleiben. Weitere Untersuchungen, auch über das Jahr 2026 hinaus, sind daher entscheidend, um die Auswirkungen langfristig bewerten zu können.

Nicht nur im Stall zu finden

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Das bovine Papillomavirus (BPV) ist eine Viruserkrankung, die primär Rinder bis zum zweiten ­Lebensjahr betreffen kann. Sie wird durch mindestens 14 verschiedene Virustypen hervorgerufen. Vorkommen, und Möglichkeiten zur Behandlung und Vorbeugung im folgenden Beitrag

Die am häufigsten nachgewiesenen Spezies werden in zwei Untergruppen (A und B) eingeordnet, wie die Tabelle aufzeigt.

Die Übertragung des bovinen Papillomavirus (BPV) erfolgt sowohl direkt von Tier zu Tier als auch indirekt über kontaminierte Gegenstände, wie zum Beispiel Kratzbürsten, Holzpferche und Baumstümpfe, mit denen die Tiere in Kontakt geraten. Die Viren dringen dabei über kleine Verletzungen in die Haut oder Schleimhaut ein.

Die Infektionen sind weitestgehend wirtsspezifisch und es gibt bisher keine Hinweise, dass eine Übertragung auf den Menschen, unter natürlichen Bedingungen, vorkommt. Die Wucherungen treten mehr oder weniger bestandsweise gehäuft auf. Dabei sind jüngere Tiere meist häufiger betroffen als adulte.

Bei hohem Leidensdruck müssen Wucherungen durch den Tierarzt chirurgisch entfernt werden.
Die Übertragung des Virus kann durch kontaminierte Gegenstände erfolgen.

Optionen der Behandlung

Bei vielen Formen des Papillomavirus zeigt sich eine relativ hohe Selbstheilungstendenz. Die Heilung kann sich jedoch über mehrere Monate hinziehen. Eine chirurgische Entfernung der Warzen durch den Tierarzt, insbesondere wenn das Tier durch diese beeinträchtigt ist, stellt eine Behandlungsoption dar. Schutzimpfungen mit stallspezifischen Erregern sind möglich. Ob diese Impfstoffe auch bei bereits befallenen Rindern geeignet sind, und somit die Heilung beschleunigen können, ist nicht bewiesen.

Vorbeugende Maßnahmen

Wie bei allen Bestandserkrankungen ist die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen bei der Prophylaxe unumgänglich. Im nicht betroffenen Bestand ist der Schutz vor Viruseinschleppung entscheidend. Risikofaktoren sind Zukaufstiere, kontaminierte Gerätschaften und Personen mit Rinderkontakt. Die Maßnahmen zur äußeren Biosicherheit, wie zum Beispiel die Desinfektion betriebsfremder Geräte und das Tragen bestandseigene Schutzkleidung, müssen eingehalten werden.

Prophylaxe auf der Weide

Bei der Mutterkuhhaltung auf der Weide beinhaltet die Prophylaxe zudem:

Parasiten- und Fliegenkontrolle: Das konsequente Bekämpfen von Weideparasiten sowie blutsaugenden Insekten schützt die Haut vor Übertragungen und beugt Stress und somit Immunsupression vor.

Weidepflege: Vermeidung von überhöhten Besatzdichten feuchten Standweiden, um den Infektionsdruck zu senken.

Pflege der Tränken und Zäune: Beschädigte Zäunungen oder scharfkantige Tränken können kleine Hautverletzungen verursachen, über die das Virus eintreten kann.

Das bovine Papillomavirus wird als Faktorenerkrankung betrachtet. Eine allgemeine Immunschwäche begünstigt den Ausbruch. Mineralstoff- oder Spurenelementmangel sowie Parasitenbefall müssen also dringend berücksichtigt werden.

Fazit

Die bovine Papillomavirus (BPV)-Infektion ist eine wirtsspezifische Viruserkrankung, die vor allem junge Rinder betrifft, und durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Da die viralen Wucherungen meist eine hohe Selbstheilungstendenz aufweisen, ist bei gutartigem Verlauf in der Regel keine medikamentöse Therapie erforderlich. In schweren Fällen – etwa bei massiven Geschwülsten, Fütterungsbehinderungen oder Leistungsabfall – kann eine chirurgische Entfernung (Resektion) der Papillome sinnvoll sein.

Dauergrünland 2026: Zwischen Ernte und Weide

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Der erste Grasschnitt in Schleswig-Holstein ist eingefahren, der Zweite teils ebenfalls und die Weidesaison ist in vollem Gange. Trotz der relativ geringen Größe des nördlichsten Bundeslandes bestehen teilweise deutliche Unterschiede im regionalen Wettergeschehen. Dies äußert sich in unterschiedlichen Wachstumsbedingungen und Erträgen. Es erfolgt eine exemplarische Beschreibung anhand je einer Wetterstation für die drei charakteristischen Regionen Marsch (Leck), Geest (Hohn) und Hügelland (Kiel).

Zur Einordnung des Wettergeschehens wurden die wichtigsten Daten der ersten Monate des Jahres mit den Mittelwerten einer Referenzperiode verglichen. Als Vergleichszeitraum für Lufttemperatur und Niederschlagsmenge wurde das langjährige Mittel über die Jahre 1991 bis 2020 gewählt. In allen drei Regionen waren die Monate Januar und Februar um 1,5 bis 2 °C kälter als im Mittel. Während die Marsch und das Hügelland bei den Abweichungen auf einem ähnlichen Niveau lagen, zeigte der Geeststandort die größte Abweichung in den negativen Bereich. Im Gegensatz dazu war der März um mehr als 2 °C wärmer als üblich. Hier wurde für die Geest die geringste Abweichung vom langjährigen Mittel in den drei Naturräumen verzeichnet. Der milde März bewirkte trotz zweier kalter Vorgängermonate einen rechtzeitigen Vegetationsbeginn. Dieser wurde nach der Grünlandtemperatursummenregel (200 °C) für die Standorte zu ähnlichen Zeitpunkten wie im Vorjahr erreicht. In der Marsch war dies am 22. März (2025: 21. März), in der Geest am 22. März (2025: 24. März) und im Hügelland am 17. März (2025: 20. März) der Fall. In Abhängigkeit von den Standortbedingungen kann es deutliche Abweichungen bei den örtlichen Grünlandtemperatursummen zum Vegetationsbeginn geben, wie Untersuchungen gezeigt haben. So ist davon auszugehen, dass das anhaltende Gräserwachstum gerade auf kühleren Standorten mit höheren Bodenwassergehalten tatsächlich erst später eingesetzt hat. Die Nächte waren teilweise bis in den Mai hinein von niedrigen Temperaturen gekennzeichnet. Das Pflanzenwachstum begann daher regional sehr unterschiedlich. Besonders auf Niederungsböden waren die Zuwachsraten anfangs gering. Die Kombination von sonnigen Tagen und kalten Nächten verstärkte, auch in Abhängigkeit von der Wasserverfügbarkeit, die verhaltene Pflanzenentwicklung zu Beginn der diesjährigen Vegetationsphase. Gekennzeichnet wurde diese Situation durch zwischenzeitlich sehr hohe Zuckergehalte in den Pflanzen. Dies wies auf eine hohe Stoffwechselaktivität hin, die aber nicht vollständig in Wachstum umgesetzt werden konnte. Der April wich bei der Durchschnittstemperatur kaum vom Vergleichswert ab, der diesjährige Mai war um etwa 1 °C wärmer als der Referenz­zeitraum.

Weniger Niederschlag als üblich

In Ergänzung zu den Temperaturen im bisherigen Jahresverlauf lohnt ein Blick auf die Niederschlagssummen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres fielen an der Wetterstation auf der Geest lediglich 60 bis 70 % des Niederschlags des Vergleichszeitraumes. Die gemessenen Niederschlagsmenge für den Hügellandstandort betrugen im Januar und Februar mehr als 80 %, lagen in den übrigen Monaten allerdings unter 70 % der entsprechenden Referenzwerte. Die Ergebnisse der Marsch zeigten ein anderes Bild: Die Niederschläge im Januar und März fielen mit weniger als 70 % der üblichen Mengen niedrig aus. Im Februar, April und Mai erreichte die Regenmenge dagegen in etwa 100 % des Durchschnitts. Insgesamt fielen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres an den ausgewählten Standorten 67 % der üblichen Regenmenge auf der Geest, 72 % im Hügelland und 85 % in der Marsch. Trotz der vergleichsweise geringen Niederschläge waren die Böden an einigen Niederungsstandorten im Frühjahr durch die Witterungsbedingungen lange wassergesättigt. Durch gefrorene und/oder schneebedeckte Böden kam es zu Beginn der Gülleausbringung direkt nach Ablauf der Sperrfrist zu wetterbedingten Einschränkungen. Weitere wichtige Arbeitsgänge zur Grünlandpflege konnten an den genannten Standorten erst spät oder sogar erst nach dem 1. Schnitt durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu konnten die Arbeiten auf anderen Flächen wie beispielsweise im Hügelland häufig planmäßig erledigt werden, während teilweise die Wasserversorgung für das erfolgreiche Keimen der Nachsaat knapp zu werden drohte. Insgesamt waren die Bedingungen zur Frühjahrsbestellung damit regional sehr unterschiedlich. Zur Ernte war die Befahrbarkeit der Flächen größtenteils unproblematisch.

Allgemein gute Ernte- und Weidebedingungen

Das Zeitfenster für die Ernte des ersten Grünlandaufwuchses des Jahres war verhältnismäßig weit. Erste Dauergrünlandbestände wurden bereits Ende April/Anfang Mai geerntet. Teilweise wurden Bestände sehr früh bei jungem Aufwuchs beerntet, worunter die Ertragsmenge litt. Die Ernte unter den Wetterbedingungen im erwähnten Zeitraum stellt eine Herausforderung für den Silierungsprozess dar. Tiefe Nachttemperaturen und sonnige Tage können bewirken, dass der natürliche Besatz des Grünlandaufwuchses mit Milchsäurebakterien gering ist. Wenn dann zusätzlich tief gemäht wird, um geringe Erntemengen abzufedern, kann dies zu Futterverunreinigungen und den daraus resultierenden Problemen führen. Daher war unter den beschriebenen Bedingungen die Beachtung der guten fachlichen Praxis bei der Silagebereitung besonders wichtig.

Eine für Mitte Mai angekündigte Schlechtwetterphase fiel weniger intensiv aus als befürchtet, führte aber zu verstärkten Erntearbeiten in der ersten Maidekade oder zum Verschieben der Erntearbeiten auf einen späteren Zeitpunkt. Durch wechselhafte Witterungsbedingungen zog sich die Ernte des ersten Schnittes dann bis in die letzte Maidekade. Auch bei späten Ernteterminen wiesen die meisten der in der Reifeprüfung untersuchten Grasbestände noch sehr gute Qualitäten auf. Die grundlegende Futterqualität in diesem Jahr dürfte demnach vielversprechend sein, die Ergebnisse der Grundfutteranalysen bleiben jedoch abzuwarten. Entsprechende Futterqualitäten müssen in der Rationsplanung berücksichtigt werden. Hier sei beispielsweise die Rohfaserversorgung genannt, da die Strukturwirksamkeit der früh geernteten Silagen begrenzt sein kann. Im Verlauf der „Reifeprüfung Grünland 1. Schnitt“ war festzustellen, dass in einigen Regionen, besonders in der Marsch, die Entwicklung der Rohfasergehalte zeitweise stagnierte oder leicht rückläufig war. Die Erklärung hierfür können Mischbestände aus verschiedenen Pflanzenarten sein, die unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten und damit Reifestadien aufweisen. Insbesondere Untergräser wachsen nach dem Winter langsamer auf und können durch ihren verzögerten Massezuwachs zu dem beobachteten Effekt geführt haben. Schlussendlich können die Etablierungsbedingungen in der Marsch durch höhere Niederschlägen im Frühjahr besser gewesen sein und dadurch für einen größeren Erfolg der Nachsaatmaßnahmen gesorgt haben. Dieser Rückgang der Rohfasergehalte konnte im Hügelland nicht festgestellt werden. Die nördliche Marsch startete mit den niedrigsten Trockenmasse (TM)-Ertragswerten für Dauergrünland von 4,6 dt TM/ha in die Reifeprüfung. Im Gegensatz dazu lag der Ausgangswert für das südliche Hügelland bei 12,5 dt TM/ha. Über alle Prüfstandorte hinweg lag der TM-Ertrag bei der letzten Probennahme auf einem ähnlichen Niveau wie zum Vorjahr (30,1 dt/ha in 2026 im Vergleich zu 29,2 dt/ha in 2025). Im Aufwuchs waren zum Zeitpunkt der Probennahme 15,4 % Rohprotein (minus 1,1 % zu 2025), 19,9 % Rohfaser (minus 0,7 % zu 2025) und 6,9 MJ NEL (minus 0,2 MJ NEL zu 2025) enthalten. In der Phase des größten Wachstums lagen die täglichen Zuwachsraten über alle Regionen hinweg zwischen 133 und 138 kg/ha/Tag. Zudem deuten höhere Energie- und niedrigere Rohfasergehalte der Pflanzenbestände in der nördlichen Marsch an, dass diese bei Beendigung der Reifeprüfung in der Entwicklung gegenüber jenen der südlichen Marsch leicht zurücklagen. Ähnliches war für die beiden übrigen Naturräume zu beobachten. Die Ergebnisse für die Rohnährstoffe können nicht mit denen der Silage gleichgesetzt werden, da sie von diversen Faktoren im weiteren Ernte- und Silierverlauf beeinflusst werden. Dennoch bieten sie einen ersten Anhaltspunkt für die zu erwartenden Qualitäten.

Weidebedingungen im Frühjahr 2026

Die Weidesaison verlief bisher unter größtenteils günstigen Bedingungen. Die Betriebe starteten überwiegend rechtzeitig mit dem Weideauftrieb. Tendenziell gelten trockene Jahre im Allgemeinen als besser geeignet für die Weidehaltung als nasse Jahre. Dies zeigt sich momentan in der nördlichen Marsch und im Hügelland an der Ostküste. Die Niederschläge während des Frühjahres waren zwar knapp, kamen aber meist gut verteilt. Ende Mai wurde das Gräserwachstum in einigen Gegenden durch ausbleibenden Regen verzögert. Aktuell werden die Bedingungen insgesamt als eher trocken beschrieben, auch wenn die Niederschläge zuletzt zugenommen haben. Trittschäden stellen daher im Moment kein Problem dar. Für das Pflanzenwachstum ist die Wasserversorgung derzeit ausreichend und es wird meist von guten Zuwachsraten intensiv geführter Weidebestände berichtet. Regional werden zum Beispiel in Teilen der Geest etwas geringere Zuwachsraten geschildert. Über die Steuerung der Besatzdichte beziehungsweise des Flächenangebotes lässt sich einer Fehlentwicklung der Grasnarbe vorbeugen. Unter den aktuellen Bedingungen ist die Versorgung der Milchkühe im Vollweidesystem somit gesichert. 

Fazit

Der bisherige Jahresverlauf bot bereits einige Besonderheiten im Wettergeschehen. Die Pflege- und Erntemaßnahmen konnten in der Regel unter guten Bedingungen durchgeführt werden. Die Erntemengen gehen aufgrund eines heterogenen Erntezeitfensters weit auseinander, die Futterqualität sollte über Analysen abgeklärt werden. Weidebetriebe aus verschiedenen Regionen des Landes berichten aktuell von einem guten Verlauf der bisherigen Saison. Über die weitere Entwicklung entscheiden neben verschiedenen Faktoren die Wetterbedingungen bekanntermaßen ganz maßgeblich.

Milchpreisvergleich

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Die Milchanlieferung bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Milchspitze ist zwar erreicht, aber ein richtiger Rückgang der angelieferten Milchmenge ist noch nicht zu erkennen. Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise für den Monat Mai leicht angehoben, bei sechs Meiereien blieb der Auszahlungspreis unverändert.

Die Preise wurden in einer Spanne zwischen 1 und 2 ct/kg angehoben. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 35,74 ct/kg und damit 0,79 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich aber immer noch zwischen 30,20 und 40,00 ct/kg und bleibt damit unverändert zum Vormonat. In Süddeutschland ist die Spanne etwas kleiner geworden. Hier werden zwischen 31,46 und 40,40 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 37,50 ct/kg. Hier hat sich die Spanne somit nach oben ausgedehnt. Bei den westdeutschen Meiereien reicht die Spanne von 31,68 bis 38,65 ct/ kg und hat sich somit insgesamt leicht nach oben verschoben.

Impulslose Teilmärkte

Die Geschäftstätigkeiten auf den einzelnen Teilmärkten haben aktuell deutlich nachgelassen. Meist werden derzeit bestehende Kontrakte bedient. Das ist vor allem bei Butter und Käse der Fall. In diesen Bereichen gibt es aktuell auch entsprechend wenige Veränderungen der Preisniveaus. Diese liegen in beiden Fällen nach wie vor sehr niedrig. Im Sahnebereich kommt es aufgrund der guten Verfügbarkeit zu weiteren Preisabschlägen. Leider schwächelt auch das bisherige Zugpferd, der Milchpulverbereich. Die Schokoladenindustrie hat ihren Bedarf vorerst kontrahiert, weshalb aktuell kaum zusätzlicher Bedarf besteht. Die Preise pendeln daher deutlich zurück. Nachdem in den vergangenen Wochen erhebliche Mengen an Magermilchpulver auf dem Weltmarkt umgesetzt wurden, hat sich die Nachfrage aus dieser Richtung inzwischen auch wieder beruhigt. Einzig Süßmolkenpulver weist nach wie vor eine positive Tendenz auf. Mit steigendem Preisniveau mehren sich aber in diesem Bereich auch innereuropäische Konkurrenten mit günstigeren Offerten.

Weltweit sehr hohes Milchaufkommen

Nicht nur in Deutschland lag das Milchaufkommen in den ersten vier Monaten, für die weltweit gesehen bisher Daten zur Verfügung stehen, deutlich über dem Vorjahreszeitraum. In nahezu allen exportorientierten Milchviehregionen der Welt war dies ebenfalls der Fall. In den USA zum Beispiel lag die Milchanlieferung im April um rund 2,7 % über dem Vorjahresmonat. Als Gründe für diesen relativ deutlichen Anstieg werden eine sehr gute Futtergrundlage, eine noch nie da gewesene Gesamtzahl an Milchkühen und eine gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % gesteigerte Milchleistung genannt. Die EU hat dieses Milchaufkommen prozentual gesehen noch übertroffen. Hier lag das Milchaufkommen im gleichen Zeitraum um 4,6 % über dem Vorjahreszeitraum. Hier stechen besonders Deutschland, Frankreich und die Niederlande mit deutlichen Zuwächsen heraus, während es im Osten und Südosten Europas eher zu rückläufigen Entwicklungen kam. In Südamerika, allen voran in Argentinien, lag das Milchaufkommen in den ersten vier Monaten um satte 7,1 % über dem Vorjahresniveau. Die Kurve hat sich allerdings deutlich abgeflacht, sodass sie im April wieder nahezu der Vorjahreslinie entsprach. Genau umgekehrt verhält es sich in Australien. Hier ist man unter den Vorjahreszahlen gestartet und im April aufgrund deutlicher Produktionssteigerungen bei 4,1 % über der Vorjahreslinie angekommen. Und auch in Neuseeland liegt man um fast 6 % über dem Vorjahresniveau.

Zwar steht diesen weltweit hohen Milchmengen auch eine höhere Aufnahmebereitschaft des weltweiten Milchsektors gegenüber, es verdeutlicht aber auch den extrem engen Verhandlungsspielraum für Preiserhöhungen gerade im Bereich der standardisierten Handelswaren (Commodities), solange das Damoklesschwert der hohen Milchmengen über dem Milchsektor hängt.


„Wir wollen gestalten und nicht verwalten“

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Die Eröffnung und Begrüßung dieses wichtigen Ausschusses erfolgte durch den Vorsitzenden Hans-Caspar Graf zu Rantzau. Der Sitzungstermin wurde umgestellt, auch die Vertreter der Baumschulen sollten dabei sein. Mitte Mai sind die meisten Pflanzen ausgeliefert, und ihre Teilnahme an Ausschusssitzungen ist leichter möglich. Von ihnen erwartet man sich wichtige Impulse, beispielsweise weil sie die Pflanzen für den Forst liefern.

Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam, zum ersten Mal in diesem Fachausschuss, stellte sich dem Ehrenamt vor. Es kam mit Sicherheit gut an, dass sie aus Hessen, einem der waldreichsten Gebiete Deutschlands, kommt. Sie teilte dem Ehrenamt die aktuellen Nachrichten aus der Kammer mit. So stehe die Kammer aktuell finanziell auf soliden Füßen. In den vergangenen Jahren sei viel saniert worden. Wetekam ist wichtig, dass die Kammer den Betrieben nütze, sich die Betriebe aber auch einbrächten und sagten, in welchen Bereichen sie Hilfe benötigten. Nur so lasse sich die Kammer voranbringen. Für die Mitwirkung ist die Arbeit in den Fachausschüssen, wie dem für das Forstwesen, eine gute Möglichkeit. Wetekam sprach auch über die zahlreichen Projekte, die der Kammer viel Wissen einbringen. Hier wäre es künftig wünschenswert, wenn eine Person alle Projekte bündeln und die administrativen Aufgaben übernehmen würde. Im Forst wünscht sie sich eine Digitalisierung der Förderung, allerdings sei man noch in der Abstimmung mit dem Land bezüglich der Frage, wer die Digitalisierung durchführe.

Im Anschluss ging es um den Wald bei uns im Land zwischen den Meeren. Die Kammer müsse im Geschäft bleiben, und das gehe, weil die Kammer ein lebendiges Instrument zum Nutzen der Umlagezahler sei, so Graf zu Rantzau. „Wir wollen gestalten und nicht verwalten“, führte der Vorsitzende aus.

Zusätzliche Försterstelle geschaffen

Hans Jacobs, kommissarischer Leiter der Forstabteilung, stellte den Geschäftsbericht 2025 vor. Die Kammer habe unter anderem auf den erhöhten Beratungsaufwand mit einer zusätzlichen Försterstelle reagiert. Der neue Kollege heißt Leon Kitzig und wurde bereits im Bauernblatt (BB 20/2026) vorgestellt. Die Förderung der forstlichen Zusammenschlüsse über den Abschluss von Waldpflegeverträgen habe sich zu einem „Burner“ entwickelt, so Jacobs. Knapp 3.500 Verträge und über 25.000 ha gelte es zu bearbeiten. Das Fördervolumen liegt bei 1,49 Mio. €, die Fördersummen je Forstbetriebsgemeinschaft zwischen 8.000 und 100.000 €. Als forstlicher Dienstleister unterstützt die Kammer die Forstbetriebsgemeinschaften. Weiteres Thema der Betreuung und Beratung ist die Verkehrssicherung von Bäumen an Straßen und bewohnten Grundstücken. Diese rückt nach einem tragischen Unfall in Satrup aktuell in den Fokus. Am Ostersonntag war eine rund 30 m hohe Esche umgestürzt und hatte mehrere Menschen unter sich begraben. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben, weitere Personen wurden schwer verletzt.

Positives Ergebnis in den Büchern

Auch für die übrigen Fachbereiche konnte Jacobs gleichbleibende bis steigende Umsätze vermelden, sodass zum Jahresende ein positives Ergebnis zu Buche stand.

Eine prima Neuerung gibt es aus dem Bereich der Aus- und Fortbildung. Hier übernahm der Leiter der Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF), Dr. Jörg Hittenbeck, das Wort. Derzeit sind dort 55 Auszubildende in der Berufsschule beziehungsweise überbetrieblichen Ausbildung. Es fanden 62 Seminare mit knapp 900 Teilnehmern statt. Die Nachfrage nach Motorsägen-Lehrgängen übersteigt derzeit die Kapazität.

Ein Novum ist, dass ein Forstwirtschaftsmeisterlehrgang ins Leben gerufen wurde. Die Teilnehmer müssen nun nicht mehr in andere Bundesländer fahren. Noch eine gute Nachricht hatte Hittenbeck zum Schluss: Ein Förderbescheid für den Neubau eines Schulungszentrums an der LAF wurde bewilligt. Es sei realistisch, dass der Bau 2027 beginnen werde und sich so die Bedingungen für die Auszubildenden verbessern würden.

Dr. Jörg Hittenbeck konnte verkünden, dass der Neubau eines Schulungsgebäudes gefördert wird. Im kommenden Jahr könnte es stehen.

Theorie und Praxis besser verbinden

Im Anschluss ging es darum, die Ausschussarbeit zu beleben. In einer angeregten Diskussion einigten sich die Mitglieder darauf, vor Ort Termine im Wald oder in einer Forstbaumschule der Sitzung vorzuschalten, um Theorie und Praxis besser zu verbinden.In der Sitzung könnten dann themenspezifisch die betroffenen Fachbereiche genauer vorgestellt oder Zukunftsthemen wie Agroforst oder Containerpflanzungen besser verdeutlicht werden. Mehr Praxis kommt bei den Teilnehmern gut an.

„Die jungen Menschen wollen lernen!“

Drei Fragen an die neue Arbeitslehrerin Annabelle Brandt

Annabelle Brandt hat zum Jahresbeginn in der Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF) in Bad Segeberg angefangen. Die Möllnerin hat nach dem Abitur ihre Ausbildung zur Forstwirtin gemacht und war unter anderem in der Baumpflege als Gutachterin tätig. Sie wird Fortbildungen in der LAF durchführen. Diese war mit 900 Teilnehmern 2025 gut ausgelastet. Aktuell macht Brandt ihren Meister, um die angehenden Forstwirte in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜA) zu unterrichten.

Die Kleidung verrät es: Annabelle Brandt führt in ihrer Freizeit mehrere Jagdhunde und ist Jägerin und Falknerin. Foto: Darun Salieh

Was ist Ihre neue Aufgabe bei uns in der Forstabteilung?

Annabelle Brandt: Hauptsächlich geht es bei mir um die Ausbildung der Forstwirte, und dabei um den praktischen Teil. Die sind ja hier in Bad Segeberg in der überbetrieblichen Ausbildung. Die Inhalte reichen je nach Ausbildungsjahr von der Holzernte über Zaunbau, Pflanzung bis hin zu Jungwuchspflege und Waldrandgestaltung. Die ÜA findet neben den Unterrichtsräumen im Wald im Segeberger Raum statt.

Sie selbst sind 33 Jahre alt und haben überwiegend mit jungen Menschen zu tun. Wie werden Sie mit denen klarkommen?

Ich habe ein souveränes, sicheres Auftreten und freue mich auf die Herausforderung. Vorher im gutachterlichen Bereich hatte ich in Seminaren zu Baumkontrollen überwiegend mit Erwachsenen zu tun. Meine Erfahrung ist, dass man an die Auszubildenden sehr gut herankommt, die sind ja bei uns und wollen etwas lernen. Es ist sehr interessant, mit so vielen unterschiedlichen Charakteren zu arbeiten.

Für Sie schließt sich mit dem Job bei der Kammer der Kreis?

Ich bin schon lange mit der Forstabteilung und dem Ort Bad Segeberg verbunden. Ich habe bei der Stadt Mölln gelernt, und daher kenne ich aus meiner eigenen überbetrieblichen Ausbildung die LAF und einige meiner Kollegen schon. Ich wusste also bei der Bewerbung, was mich erwartet. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Es ist eine tolle Kombination zwischen der Arbeit draußen im Forst und im Klassenzimmer beziehungsweise Büro, gerade deshalb hat man sich den Job ja ursprünglich ausgesucht. imk

Wenn du immer nur träumst …

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„Die Rente ist sicher!“ Viele werden sich noch an dieses berühmte Zitat des damaligen Bundesarbeitsministers Norbert Blüm (CDU) erinnern. 40 Jahre später stellt sich die Frage, wie dieses Versprechen angesichts des demografischen Wandels und steigender Kosten auch in Zukunft erfüllt werden kann. Fakt ist, dass sich das Verhältnis von Rentenempfängern zu Beitragszahlern dramatisch verändert hat.

Kamen 1962 auf jeden Rentner sechs Beitragszahler, sind es heute noch zwei – um genau zu sein 2,1. Die Vorschläge aus der Politik reichen von längeren Lebensarbeitszeiten über stärkere private Vorsorge bis hin zu Reformen bei Rentenniveau und Beiträgen. Für den LandFrauenverband Schleswig-Holstein war die politische Diskussion der Auslöser dafür, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Denn besonders Frauen in der Landwirtschaft sind in Bezug auf finanzielle Absicherung und Rente unterversorgt.

Michael Herte ist Bankkaufmann und Volljurist. Seit 2025 leitet er die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Er ist Fachmann für Markt, Rente und Finanzdienstleistungen.

„Wenn du immer nur träumst, wachst du irgendwann arm auf.“ Diesen Satz würde Michael Herte, Vorstand der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, gern allen jungen Menschen mit auf den Weg geben. „Ich kann gut verstehen, dass man sein Geld in jungen Jahren für andere Dinge ausgibt, aber das dicke Ende kommt irgendwann.“ Michael Herte ist kein Schwarzmaler, sondern Realist. Der Volljurist blickt auf langjährige Erfahrungen im Bereich Markt, Recht und Finanzdienstleistungen zurück. Zu seinem Alltag gehört die Beratung von Menschen, die nicht ausreichend für das Alter abgesichert sind. Häufig sind das noch immer Frauen – insbesondere auch im Bereich der Landwirtschaft. Sie versorgen Kinder, pflegen Eltern oder Schwiegereltern und arbeiten auf dem Hof mit – oft als mitarbeitendes Familienmitglied, ohne eigenes Einkommen. „Dieses Thema bewegt uns sehr“, erklärt Heidi Thamsen, die als Vertreterin des Präsidiums des LandFrauenverbandes das Seminar begleitete. „Wir möchten unsere LandFrauen für dieses Thema sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten für ihre persönliche Altersvorsorge aufzeigen.“

Im Seminar gab Michael Herte einen Überblick über gesetzliche Altersvorsorge, zeigte Möglichkeiten der privaten Geldanlage auf und gab den Teilnehmerinnen ein paar wertvolle Tipps an die Hand. Natürlich ging es ihm dabei um sichere, umsetzbare Lösungen. Wichtig sei es, zuerst zu prüfen, wie viel Geld man tatsächlich zur Verfügung habe. Bevor man beispielsweise in eine Geldanlage investiere, sollte man für einen Notgroschen gesorgt und teure Kredite abgebaut haben.

Das Thema Rente und Altersvorsorge ist breit und sehr individuell. „Und leider gibt es auch kein Geheimrezept, das alles regelt“, betont Herte. „In jedem Fall sind aber die Verbraucherzentrale und die Rentenberatungsstellen die richtigen Ansprechpartner.“

Hinweis

Voraussichtlich im Herbst wird es eine kürzere Online-Version des Seminars geben. Termin und Informationen folgen auf der Webseite des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein.

Vier praktische Tipps vom Fachmann

1. Digitale Rentenübersicht: Dieses Online-Portal bündelt alle Informationen über die erworbenen Ansprüche aus gesetzlichen, privaten und betrieblichen Altersvorsorgen. Die Nutzung ist freiwillig, kostenlos und über jeden gängigen Internetbrowser auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung verfügbar.

2. Kontenklärung: Fehler können überall passieren, und es kann vorkommen, dass der Deutschen Rentenversicherung nicht alle relevanten Daten vorliegen. Sind beispielsweise alle Kinder berücksichtigt? Und sind auch die Berücksichtigungszeiten (für Kinder bis zum 10. Lebensjahr) eingetragen? Einen finanziellen Effekt hat das zwar nicht, aber es ist strategisch relevant: Andere Versicherungszeiten werden unter Umständen besser bewertet – vor allem bei unterbrochenen Erwerbsbiografien ist das wichtig.

3. Fallen vermeiden: „Wilde Ehe“, finanzielle Abhängigkeit, langfristige Beschäftigung in Teilzeit oder als Minijobber wirken sich massiv auf die Höhe der Rente aus. Wem Beitragsjahre fehlen, der kann bis zum 45. Lebensjahr auch nachträglich Geld in die Rentenkasse einzahlen. Das kann sogar steuerlich geltend gemacht werden und lohnt sich meist mehr als eine private Rentenversicherung.

4. Bei Geldanlagen auf die Kosten achten: Man muss kein Betriebswirt sein, um Geld anzulegen. Aber man sollte die Kosten im Blick haben. Denn egal, für welche Form der Anlage man sich entscheidet: Die Kosten, beispielsweise für Makler oder Gebühren, mindern die Rendite. Außerdem gilt: Keine Angst vor ETF! Mit einem kostenlosen Konto bei einer Direktbank und einem breit gefächerten Wertpapierdepot, in das monatlich ein geringer Betrag (zum Beispiel bereits 25 € pro Monat) fließt, kann man ein gutes Gefühl für den Markt entwickeln.

Weichen für die kommenden Jahre gestellt

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In seiner Zwischenklausur in Neumünster blickte der Landesvorstand der Landjugend auf die zweite Jahreshälfte 2026, plante Projekte für 2027 und warf bereits einen Blick auf das Theaterprojekt zur Grünen Woche 2028.

Der Landesvorstand traf sich am Freitagabend intern, um mit einem gemeinsamen Abendessen in das Klausurwochenende zu starten. Während des Abendessens wurde viel geschnackt und gelacht, bevor am späteren Abend die eigentliche Klausurarbeit begann. Im Mittelpunkt standen dabei die Veranstaltungen der zweiten Jahreshälfte 2026, darunter der Tag der offenen Geschäftsstelle, die Norla, die Landesausschusssitzung III und die Landesversammlung im November. Gemeinsam wurde geschaut, wer für welche Veranstaltung verantwortlich ist und ob noch Unterstützung benötigt wird.

Theater auf der Grünen Woche 2028

Der Blick richtete sich aber nicht nur auf die kommenden Monate, sondern auch weit darüber hinaus. So wurde bereits über das Landjugendjahr 2027 gesprochen, und erste Überlegungen für das Theaterprojekt auf der Grünen Woche 2028 wurden angestellt. Auf der Bundesmitgliederversammlung des Bundesverbandes im April erhielt Schleswig-Holstein den Zuschlag für das Theater der Jugendveranstaltung auf der Grünen Woche im Januar 2028.

Durch die Reifen steigen, ohne dass diese sich berühren: Bewegung und gute Stimmung zum Abschluss gab es beim Reifenspiel – natürlich mit Händchenhalten … Foto: Paul Weniger

Für das Jahr 2027 stand außerdem die Frage im Raum: Großprojekt – ja oder nein? Und wenn ja, welches Großprojekt und in welchem Zeitraum? Darüber hinaus wurde diskutiert, welche kleineren Projekte zusätzlich angeboten werden könnten und ob es Projekte gibt, die nach einigen ruhigeren Jahren wieder aufgegriffen werden sollten. Mit diesen Fragen und vielen interessanten Ideen endete der Freitagabend. Diese sollten am Sonnabend gemeinsam mit der Geschäftsstelle weiterentwickelt werden.

Am Sonnabendmorgen reisten Karen Stender, Jaenne Albert und Thore Groth aus der Geschäftsstelle nach Neumünster, um den Tag gemeinsam mit dem Landesvorstand zu verbringen. Bevor die eigentliche Arbeit begann, durften Vorstand und Geschäftsstelle in einer Teameinheit zeigen, wie kreativ sie sein können. Aufgabe war es, vier Eigenschaften, Hobbys oder andere persönliche Informationen zeichnerisch darzustellen – darunter allerdings auch eine Lüge, die von der Gruppe entlarvt werden musste. An Ideen mangelte es dabei niemandem, wohl aber teilweise an den zeichnerischen Fähigkeiten. So sorgten einige der entstandenen Kunstwerke für viele Lacher.

Anschließend ging es an die Jahresplanung. Schnell wurde deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, alle Termine, Veranstaltungen und Projektgruppen unterzubringen. Wo sollen nur die vielen Wochenenden herkommen? Am Ende fand jedoch zunächst alles einen Platz im großen Kalender. Denn neben der Planung für das Theater 2028 steht im Jahr 2027 auch wieder der Berufswettbewerb der Landwirtschaft und Hauswirtschaft in Schleswig-Holstein an. Hinzu kommen die festen Termine wie die Landesausschusssitzungen, die Norla, der Tag der offenen Geschäftsstelle und weitere Veranstaltungen. Außerdem sollen die Methodensammlung weiter ergänzt und der Ausleihkatalog ausgebaut werden. Ein weiteres Mitmachprojekt befindet sich bereits in Planung. Gleichzeitig wird in den kommenden Monaten viel Zeit in die Vorbereitung des Berufswettbewerbs und die ersten Schritte für das Theaterprojekt fließen.

Auch die Satzung war Thema der Zwischenklausur. Geschäftsführerin Karen Stender stellte die geplanten Änderungen vor. Dabei wurde besprochen, welche Passagen angepasst werden sollten, warum dies für eine umfassende Absicherung der Landjugendgruppen in Versicherungsfragen notwendig ist und wie mögliche neue Formulierungen aussehen könnten.

Bewegung und gute Stimmung zum Abschluss

Zum Abschluss des Tages sorgte Jaenne mit einem Reifenspiel noch einmal für Bewegung und gute Stimmung. Ziel war es, möglichst schnell durch die Reifen zu steigen, ohne dass sich zwei Reifen berühren. Gleichzeitig mussten alle Teilnehmenden während der gesamten Aufgabe einen Kreis bilden und sich an den Händen halten. Es wurde viel gelacht, was die Aufgabe nicht unbedingt einfacher machte. Dennoch gelang es, die erste Zeit gleich dreimal zu unterbieten. Spiel und Spaß bildeten damit den Schlusspunkt der Zwischenklausur, und alle starteten in das verdiente Restwochenende.