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Wir dreschen, Chicago macht die Preise

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Wer wissen will, wohin sich die Getreidepreise in den kommenden Monaten entwickeln, sollte derzeit weniger auf die Felder Schleswig-Holsteins schauen als auf die Wetterkarten des amerikanischen Mittleren Westens. Während hierzulande die Bestände überwiegend ordentlich dastehen und die Ernte näherrückt, entscheidet sich ein großer Teil der Stimmung an den internationalen Agrarmärkten derzeit Tausende Kilometer entfernt im Corn Belt der USA.

Auf den ersten Blick mag das überraschen. Schließlich exportiert allein Russland inzwischen doppelt so viel Weizen wie die Vereinigten Staaten. Dennoch richten Händler, Verarbeiter und Investoren ihren Blick weiterhin auf Chicago. Der Grund: Die USA sind nicht nur ein bedeutender Weizenexporteur, sondern vor allem die zentrale Drehscheibe für Mais, Sojabohnen und die internationale Preisbildung. An der Börse in Chicago werden die wichtigsten Agrarrohstoffe gehandelt, hier sind die großen Investmentfonds aktiv, und hier entstehen die Preissignale, die letztlich auch in Europa ankommen.

Mais und Soja bestimmen die Richtung

Besonders deutlich zeigt sich dies derzeit am Maismarkt. Die Aussaat in den Vereinigten Staaten ist weitgehend abgeschlossen. Hohe Temperaturen und rechtzeitige Niederschläge haben die Entwicklung der Bestände begünstigt. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium bewertet einen Großteil der Maisflächen als gut bis ausgezeichnet. Damit wächst die Hoffnung auf eine große Ernte.

Für die Börsen ist das zunächst eine schlechte Nachricht. Die Aussicht auf reichliche Versorgung drückt die Preise. Innerhalb weniger Wochen haben die Maisnotierungen deutlich nachgegeben. Gleichzeitig zogen sich Investmentfonds aus ihren zuvor aufgebauten Long-Positionen zurück und verstärkten damit den Abwärtstrend. Weil Mais weltweit das wichtigste Futtergetreide ist, wirkt sich diese Entwicklung unmittelbar auf die Bewertung anderer Getreidearten aus.

Auch der Sojamarkt sendet derzeit eher bärische Signale. Zwar wird die Nachfrage nach Pflanzenölen durch Biodieselprogramme in vielen Ländern unterstützt. Gleichzeitig rechnen die Marktteilnehmer aber auch hier mit einer guten Versorgung. Die günstigen Vegetationsbedingungen in den USA und die große Konkurrenz aus Südamerika begrenzen das Aufwärtspotenzial.

Warum Chicago wichtiger ist als Moskau

Die Bedeutung der USA ergibt sich daher nicht allein aus ihren Weizenexporten. Während Russland vor allem den physischen Weizenhandel dominiert, bestimmen die Vereinigten Staaten über Mais, Soja, Ethanol und die Aktivitäten der Finanzinvestoren maßgeblich die Richtung an den internationalen Agrarbörsen. Fällt der Maispreis in Chicago, geraten häufig auch Weizen und Gerste unter Druck. Steigen die Kurse dagegen aufgrund von Trockenheit oder Wetterrisiken, zieht dies oftmals die Märkte weltweit mit nach oben.

Genau deshalb reagieren die Märkte derzeit so sensibel auf jede neue Wetterprognose aus dem amerikanischen Mittleren Westen. Die jüngsten Regenfälle haben nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in den USA die Sorgen vor Trockenstress gemildert und den Börsen den Wind aus den Segeln genommen. Für die Landwirte bedeutet dies: Die Ernte 2026 wird nicht allein auf den Feldern Europas entschieden. Ein wichtiger Teil der Preisbildung findet weiterhin auf den Mais- und Sojafeldern der USA statt.

Hier wird Gutes gesät

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Bereits zum fünften Mal rollte Ende Mai der 7,5-Tonner des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost vor den Eingang der Mehrzweckhalle in Merkendorf, Kreis Ostholstein. Eine komplette Blutspendezentrale passt in den Laderaum des Lkw, an dessen Seitenwand ein kleines Blutspende-Maskottchen die alles entscheidende Frage stellt: „Ich spende Blut! Und Du?“

Empfangen wurde das sechsköpfige DRK-Team von den Helferinnen und Helfern der Landjugend Neustadt in Holstein und Umgebung. Die Gruppe um die Vorstandsmitglieder Sarah Schlimmermann und Lukas Rakow hatte in der Halle bereits alles für den Aufbau der mobilen Blutspendeaktion vorbereitet. Und auch auf der Wiese neben der Halle liefen die Vorbereitungen für die Verpflegung der Spenderinnen und Spender auf Hochtouren: Im Anschluss an ihre Spende sollten sich alle Lebensretter auf eine Stärkung mit deftigem Fleisch, gesundem Obst und selbst gebackenem Kuchen freuen.

Christian-Patrick Schmetzer kam aus Eutin zum ersten Mal zur Spendeaktion nach Merkendorf. Foto: DRK Blutspendedienst Nord-Ost

Zu Spendebeginn um 16.30 Uhr passierte der erste Schwung eintreffender Blutspenderinnen und –spender zunächst den Anmeldebereich am Halleneingang. Auch diese erste Station im Ablauf einer Blutspende war selbstverständlich von der Landjugend besetzt. Sarah Schlimmermann, Philipp Wieczorek und Bennett Knoop empfingen alle Besucher mit einem freundlichen Lächeln und gaben erste Informationen zum Spendeablauf.

Zum zweiten Mal war Katharina Hansen in diesem Jahr eine der Mitorganisatorinnen aufseiten der Landjugend. Unter anderem rührte sie die Werbetrommel für den Termin, auch in den Sozialen Medien, und war selbstverständlich eine der Ersten, die an diesem Blutspendenachmittag auf der Spendeliege Platz nahmen. Die 500 ml ihrer Blutspende liefen in rekordverdächtigen rund 4 min in den Blutbeutel auf der Blutmischwaage neben der Liege. Rund 5 bis 7 min werden durchschnittlich für die reine Blutentnahme angesetzt. „Ich hatte mich gut vorbereitet und viel getrunken“, erklärte die 24-Jährige. Ihr gefällt der Gedanke, mit diesem geringen Aufwand etwas Gutes für die Gemeinschaft tun zu können. „Blutkonserven sind ein knappes Gut, und in der Landjugend sind wir eine starke Gemeinschaft, die zusammen viel bewegen kann.“

Aber nicht nur Spenderinnen und Spender aus der Landjugend nutzten die Aktion in Merkendorf für ihr Engagement. Christian-Patrick Schmetzer aus Eutin weiß als ehemaliger Fahrer im Rettungsdienst genau, wie dringend Blut gebraucht wird, und leistet mehrere Blutspenden jährlich an unterschiedlichen Orten. Nach Merkendorf zum Termin der Landjugend kam er zum ersten Mal. „Ich fühle mich hier sehr gut betreut, und dass es nach der Spende sogar noch Leckeres vom Grill gibt, finde ich super.“

Das Team der Landjugend setzt mit der DRK-Blutspendeaktion eine Tradition fort, die 2022 ihre Premiere hatte. Vor vier Jahren war erstmalig mit diesem Engagement eindrücklich bewiesen worden, dass die Landjugend viel mehr kann, als Scheunenfeten zu feiern. Damals wurden knapp 70 Menschen motiviert, die mit jeweils einem halben Liter Blut einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Patientenversorgung in der Region leisteten.

Sarah Schlimmermann, Philipp Wieczorek und Bennett Knoop (v. li.) an der Spenderanmeldung Foto: DRK Blutspendedienst Nord-Ost

Sarah Schlimmermann aus dem Landjugend-Vorstand erklärte, wie ihr Team den DRK-Blutspendetermin zusätzlich zur Win-win-Situation macht: „Im Nachgang der Aktion leisten wir jedes Jahr eine Spende an eine Organisation hier im nahen Umkreis. Die gespendete Summe erhöht sich, je mehr Blutspender vor Ort sind, denn zur Deckung der Unkosten für die Lebensmittel, die wir besorgen, erhalten wir vom Blutspendedienst pro Spender einen kleinen Geldbetrag. Die Gesamtsumme wird von uns in diesem Jahr an das Karl-Schütze-Heim, eine Wohnmöglichkeit für Menschen mit Behinderung hier in Merkendorf, gespendet.“ Sarah und ihr Team hätten sich allerdings eine höhere Teilnehmerzahl gewünscht, denn in diesem Jahr blieb die Besucherzahl bei knapp unter 40 Personen.

Till Quint, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst und für die Terminorganisation im Kreis Ostholstein auf DRK-Seite zuständig, freut sich dennoch über das vorbildliche Engagement der jungen Generation: „Gerade in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen fehlen uns regelmäßige Spenderinnen und Spender. Mit Blick auf die langfristige Absicherung der Blutversorgung sind die aber unverzichtbar, denn die Generation der Baby-Boomer wird in den kommenden Jahren aus der Gruppe der Spender ausscheiden. Und deren Risiko steigt mit zunehmendem Alter, selbst auf Blutspenden angewiesen zu sein.“ Das Weitertragen der Spende-Erfahrung junger Menschen in deren eigenen Netzwerken sei ein wesentlicher Pfeiler bei der Werbung um Erstspenderinnen und -spender, so Quint.

Wer Blut spenden möchte, kann sich auf der Webseite des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost über die Blutspende informieren und sich Termine in seiner Nähe suchen: www.blutspende-nordost.de


Wer kann Blut spenden?

Gesunde Menschen ab 18 Jahren können Blut spenden. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell auf dem Termin geprüft. Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen gesunde Männer spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens 56 Tage liegen. Bitte zur Blutspende den Personalausweis mitbringen.

In Deutschland werden jeden Tag rund 15.000 Blutspenden benötigt, um den Bedarf zu decken. Schleswig-Holstein und Hamburg gehören zum Versorgungsgebiet des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Hier sind es rund 500 Blutspenden täglich, die Kliniken und beispielsweise onkologische Arztpraxen zur Sicherstellung der lückenlosen Patientenversorgung in der Region brauchen. Blutpräparate haben eine kurze Haltbarkeit von teilweise nur wenigen Tagen. Deshalb ist eine kontinuierlich hohe Spendebereitschaft so wichtig. Rund ein Fünftel aller Blutpräparate wird heutzutage bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt.

Schmerzbeurteilung bei Rindern

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Schmerz zu definieren oder zu objektivieren ist sehr schwierig, da er eine individuelle Erfahrung darstellt. Ein möglichst frühzeitiges Erkennen von Schmerzen ist eine grundlegende Voraussetzung für deren Linderung und damit für das Wohlergehen und eine hohe Leistung. Bei Milchkühen allerdings – abstammend von Wildtieren, die als Beutetiere von Natur aus stoisch reagieren, um nicht die Aufmerksamkeit von Raubtieren auf sich zu ziehen – ist die Erkennung besonders schwierig.

Es wird oft fälschlicherweise angenommen, dass Kühe weniger empfindlich seien, daher wird eine Schmerzbeurteilung häufig gar nicht vorgenommen. Das Schmerzempfinden ist aber bei allen höheren Wirbeltieren ähnlich. Der Unterschied von Rindern zu anderen Tierarten und dem Menschen liegt in ihren Verhaltensreaktionen auf Schmerzen.

Bei einer Befragung unter britischen Veterinären ergab sich, dass es zum einen deutliche Unterschiede in der Schmerzbeurteilung bei Rindern zwischen Männern und Frauen und zum anderen Unterschiede im Hinblick auf das Abschlussjahr gibt: Weibliche Befragte und jüngere Absolventen neigten dazu, für die meisten Erkrankungen einen höheren Schmerz-Score abzugeben. Auch gaben Rinderpraktiker, die routinemäßig mit Schmerzmitteln behandelten, höhere Schmerzpunktzahlen als diejenigen, die keine Schmerzmittel einsetzten.

Schmerzsignale bei Rindern

Gut wahrnehmbar sind Zähneknirschen und Stöhnen, der Blick ins Leere („Schmerzgesicht“: leicht gerunzelte Augenlider, Ohren zurückgestellt, weite Nasenöffnungen) und – allerdings sehr selten – Schmerzbrüllen. Diese Verhaltensweisen treten bei starken Schmerzen auf, die auch sofort behandelt werden sollten. Allerdings ist es ebenso notwendig, auch auf subtilere Schmerzverhaltensweisen zu achten, um auch geringe bis mäßige Schmerzen erkennen zu können und so zu verhindern, dass die Schmerzen über längere Zeit anhalten und im schlimmsten Fall nicht mehr therapierbar sind.

Abweichungen von den normalen täglichen Aktivitätsmustern (sowohl erhöhte als auch reduzierte tägliche Liegezeit) können auch auf schmerzhafte Zustände und Krankheiten bei Kühen hinweisen. Je nach Schmerzursache, Schweregrad und Zeitpunkt kann es zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, die entsprechend interpretiert werden sollten. So verkürzen Kühe mit klinischer Mastitis aufgrund der Schmerzen, die durch das geschwollene Euter beim Liegen verursacht werden, ihre Liegezeit. Lahme Kühe zeigen jedoch im Vergleich zu nicht lahmen Kühen längere Liegezeiten. Technische Hilfsmittel, beispielsweise digitale Sensoren und Herdenmanagementprogramme, unterstützen das Erfassen und Auswerten der gewonnenen Daten beziehungsweise der Beobachtungen.

Durch Schmerzen kann auch das Liegeverhalten negativ beeinträchtigt werden, was Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit mit sich bringt.

Gibt es einen Schmerz-Biomarker?

Obwohl eine genaue Schmerzeinschätzung für das Wohlergehen der Tiere von großer Bedeutung ist, wurde bislang noch kein endgültig validierter Biomarker für Schmerzen bei Rindern etabliert. Um die objektive Schmerzerkennung voranzubringen, untersuchte eine Forschungsgruppe (Cohen-Zinder, Miri et al., Biotinidase as a novel biomarker for pain assessment in dairy cattle. Pain Rep. 2025) die Dynamik der Blutplasmawerte des Enzyms Biotinidase bei Milchkühen als Reaktion auf drei unterschiedliche schmerzauslösende Reize (Kältebrandmarkierung, Capsaicin-Creme, spontane Mastitis) im Vergleich zu Cortisol und Substanz P.

Eine grundlegende Einschränkung dieser Studie, die für die gesamte Schmerzforschung bei Tieren gilt, ist die Schwierigkeit, die Sensitivität von Biomarkern ohne subjektives Feedback wie selbst berichtete Schmerzwerte zu bestimmen. Es zeigten sich erhöhte Biotinidase-Werte sowohl bei den experimentell hervorgerufenen als auch bei natürlich auftretenden Schmerzreizen innerhalb einer halben Stunde nach Schmerzeintritt, was diesen Wert als zuverlässigen Schmerzbiomarker qualifiziert (während die Aussagekraft von Cortisol und Substanz P in mehreren Bereichen eingeschränkt war).

Allerdings reagiert Biotinidase – ähnlich wie Cortisol und Sub­stanz P – bei zahlreichen physiologischen Signalwegen und nicht ausschließlich schmerzspezifisch. Daher schlagen die Studienautoren vor, mehrere Biomarker und verhaltensbezogene Indikatoren zu kombinieren, um eine aussagekräftige Schmerzerkennung auf hohem Level zu ermöglichen. Eine Möglichkeit dazu bietet die Schmerzskala, die von einer Gruppe von Forschenden aus Dänemark entwickelt wurde (Gleerup, Karina Bech et al., Pain evaluation in dairy cattle, Applied Animal Behaviour Science, 2015). Sie bietet eine Schmerzbeurteilung auf der Grundlage von Verhaltensweisen. Unter anderem werden hier die Aufmerksamkeit der Kuh, ihre Rücken- und Kopfhaltung, die Position der Ohren und der Gesichtsausdruck beobachtet und mit Punkten bewertet.

Möglichkeiten im Schmerzmanagement

Als erste Maßnahme sollte die Schmerzursache beseitigt werden. Aber häufig ist das nicht vollständig möglich und reicht allein nicht aus, um das Wohlbefinden des Tieres wiederherzustellen.

Das Schmerzempfinden lässt sich mittels verschiedener Wirkstoffe (Analgetika) im Rahmen einer symptomatischen Therapie auf mehreren Wegen beeinflussen. Bei entzündlichen Prozessen, beispielsweise Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen und Euterentzündungen, bieten sich Kortikosteroide und Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID, beispielsweise die Wirkstoffe Meloxicam, Ketoprofen, Flunixin) an. Sie reduzieren Entzündungssymptome, sodass die Tiere eher wieder fressen. Da sie auch die Sensibilität der Schmerzrezeptoren herabsetzen, werden sie beispielsweise auch im Vorfeld des Enthornens von Kälbern eingesetzt (Verabreichung ungefähr eine halbe Stunde vorher, damit sie bereits während des eigentlichen Enthornens ihre Wirkung entfalten können, einige Minuten vor dem Enthornen Gabe von Xylazin zur Stressverminderung). Um das Entzündungsgeschehen abzuschwächen, das oftmals bei Kühen mit Schwergeburten gesehen wird, und um das Wohlbefinden zu verbessern, werden häufig Kortikosteroide verabreicht. In einer Studie führte das Kortikosteroid Dexamethason zu Veränderungen der Verhaltensmessungen, die auf eine Verringerung der Beschwerden hindeuten könnten, allerdings verringerte sich auch die Milchleistung im ersten Monat nach dem Abkalben. Daher wird diese Behandlung nicht für den routinemäßigen Einsatz empfohlen. Krampflösende Medikamente (Spasmolytika) lösen die Verkrampfungen der glatten Muskulatur, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt im Rahmen eines Durchfallgeschehens oder bei einer Kolik. Wirkstoffbeispiele in diesem Bereich sind Butylscopolamin und Metamizol. Lokalanästhetika betäuben die Schmerzrezeptoren und verhindern so ein Weiterleiten des Schmerzreizes in das Gehirn. Sie werden zur örtlichen Betäubung des Operationsfeldes, zum Beispiel bei einem Kaiserschnitt oder einer Labmagenoperation, beim Enthornen (bei Kälbern über sechs Wochen Pflicht), bei Klauenoperationen oder in Kombination mit Xylazin bei Nabeloperationen eingesetzt. Xylazin dient der Analgesie, Sedation und zur Muskelentspannung, allein reicht es allerdings nicht zur Schmerzausschaltung.

Fazit

Schmerzen führen immer zu einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens, was letztendlich das Erbringen einer hohen Leistung unmöglich macht. Wachstumsverzögerungen, eine verringerte Fruchtbarkeit und eine sinkende Milchleistung können die Folgen sein. Genaues Hinsehen und das Hineindenken in die besonderen Verhaltensweisen von Rindern lohnen sich also in jedem einzelnen Fall.

Optimalen Erntetermin wählen und sauber konservieren

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Auswertungen von Laboranalysen von Heu und Heulage für die Pferdefütterung zeigen die Tendenz, dass die Grünlandbestände häufig zu spät geschnitten werden. Das macht sich durch zu geringe Gehalte an Rohprotein und praecaecal verdaulichem Rohprotein sowie hohe Gehalte an Rohfaser bemerkbar. Parallel zum Sinken des Futterwerts steigt die Keimbelastung in physiologisch älteren Pflanzenbeständen.

Labore wie die Landwirtschaftliche Kommunikations- und Servicegesellschaft mbH in Lichtenwalde veröffentlichen regelmäßig Ergebnisse zu den untersuchten Heuchargen der vergangenen Jahre (https://t1p.de/­pferdeheuchargen). Neben dem allgemeinen Trend zu späten Ernteterminen zum Ende der Gräserblüte bis hin zu komplett überständigem Gras werden die Flächen häufig nicht oder stark reduziert gedüngt, was sich ebenfalls negativ auf den Proteingehalt auswirkt. Für die Rationsplanung und eine bedarfsgerechte Fütterung der Tiere sind somit die Inhaltsstoffangaben in Futterwerttabellen, die sich auf den optimalen Erntetermin beziehen, nicht aussagekräftig; eine eigene Laboranalyse ist unerlässlich. Unter Umständen ist es erforderlich, eine zusätzliche Komponente als Proteinquelle zu verwenden, um bei reiner Heufütterung eine Unterversorgung zu vermeiden.

Der optimale Erntetermin für die Pferdefütterung ist zu Beginn bis Mitte der Blüte der Gräser. Dann entspricht sowohl der Rohfaser- als auch der Rohproteingehalt den Ansprüchen der Tiere.
Überständiges Gras weist einen geringeren Futterwert und einen höheren Besatz mit Schadkeimen auf.

Vorteile einer frühen Ernte

Durch eine Ernte im optimalen Nutzungsstadium der Gräser kann dem entgegengewirkt werden. Der für die Pferdefütterung erforderliche Rohfasergehalt von 25 bis 32 % in der Trockenmasse (TM) wird erreicht, sobald sich die Gräser in der Blüte befinden. Die Landwirtschaftskammer veröffentlicht als Orientierung die Ergebnisse der Reifeprüfung Grünland für die Heustandorte auf der Homepage (https://t1p.de/gruenland-reifepruefung) und via Instagram. Die Kenntnis der eigenen Bestände und ein Begehen der Flächen sind jedoch unverzichtbar, um rechtzeitig auf die Ernte vorbereitet zu sein. Je nach Wetter und Wahl der Konservierungsform reicht für die Ernte ein Zeitfenster von bis zu drei Tagen aus (Silage oder Heulage), für Bodenheu ist eine längere Schönwetterperiode erforderlich.

Während der Konservierung reduziert sich die Zahl der epiphytischen Mikroorganismen, die in der Natur auf den Pflanzen leben, im Optimalfall tritt Keimruhe ein. Da physiologisch ältere Pflanzen stärker mit Hefen und Schimmelpilzen besiedelt sind, wirkt sich ein früherer Erntezeitpunkt auch positiv auf die Mikroflora aus: Es müssen weniger Schadkeime unschädlich gemacht werden.

Konservierungsprinzip Silierung

Bei der Silierung wandeln Milchsäurebakterien, die natürlich auf den Pflanzen vorkommen, Zucker zu Milchsäure und geringen Mengen Essigsäure um, dadurch sinkt der pH-Wert ab, und Schadkeime werden gehemmt (siehe Abbildung). Voraussetzung ist ein konsequenter Luftabschluss, also anaerobe Bedingungen, der möglichst fest gepresste Ballen wird hierfür mit Stretchfolie umwickelt. Silagen mit einem TM-Gehalt von 45 bis 50 % sind durchaus auch für die Pferdefütterung geeignet, sofern der Rohfasergehalt den Anforderungen entspricht. So konserviertes Futter zeichnet sich durch deutlich geringere Zucker- und Fruktangehalte aus. Bei TM-Gehalten von über 50 bis 75 % handelt es sich um Heulage (Gärheu oder Haylage).

Bei den in der Pferdehaltung besonders beliebten sehr trockenen Heulagen oder bei gewickeltem Feuchtheu (75 bis 85 % TM) findet aufgrund der geringen Wasserverfügbarkeit meist nur eine gering ausgeprägte, manchmal auch gar keine Milchsäuregärung statt, und dementsprechend wird der pH-Wert nur minimal abgesenkt. Im oberen TM-Bereich beruht die konservierende Wirkung nach der Veratmung des Restsauerstoffs vor allem auf der sich im Ballen ausbildenden Kohlendioxid-Atmosphäre und der geringen Verfügbarkeit von Wasser. Allerdings findet bei sehr trockener Heulage oft nicht genug Restatmung statt, sodass Luftsauerstoff in geringen Mengen im Ballen verbleibt. Wenn durch die mikrobielle Atmung frei werdendes Wasser insbesondere in den Randschichten kondensiert, bieten diese nun etwas feuchteren Schichten in Kombination mit dem noch verfügbaren Sauerstoff noch ausreichend gute Lebensbedingungen, um Schimmelpilzen und Hefen Wachstum zu ermöglichen.

Bis zur Verfütterung ist eine Lagerdauer von acht Wochen einzuhalten, um sicherzugehen, dass die mikrobiologischen Prozesse abgeschlossen sind. Nach dem Öffnen sind Heulagen nur kurz lagerfähig und deshalb möglichst innerhalb von wenigen Tagen zu verbrauchen, bei sommerlichen Temperaturen innerhalb eines Tages. Der einsetzende aerobe Verderb geht meist mit einer deutlichen Temperatur­erhöhung einher.

Ein befestigter Untergrund des Ballenlagerplatzes verhindert eine Beschädigung durch Mäuse von unten. Rundballen werden stehend gelagert, möglichst ohne Seitenkontakt. Die Ballen sind vor Beschädigung durch Vögel, Katzen und Nagetiere zu schützen, zudem sind sie kein Kinderspielplatz.

Konservierungsprinzip Trocknung

Eine andere Möglichkeit, Gras zu konservieren, ist die Trocknung, also der Wasserentzug. Bei TM-Gehalten über 86 % handelt es sich um Heu. Bei reiner Bodenheugewinnung wird ein so hoher Trocknungsgrad leider nicht immer erreicht. Für die Produktion von Heu sind eine längere Feldliegezeit und mehr Arbeitsgänge erforderlich. Durch die mechanische Beanspruchung des Ernteguts beim Kehren, insbesondere wenn der Trocknungsgrad steigt, kommt es zu den sogenannten Bröckelverlusten: Die feinen Blätter der Gräser und Kräuter gehen verloren. Da in diesen Pflanzenteilen das meiste Protein enthalten ist, weist Heu einen geringeren Proteingehalt auf als von derselben Fläche erzeugte feuchtere Heulage. Etwa ein bis zwei Stunden vor dem Pressen wird geschwadet, das Pressen erfolgt noch bei Sonnenschein. Die Ballen werden locker gepresst, um eine gute Belüftung zu ermöglichen.

Bei Beschädigungen der Folie ist die Gasdichtigkeit nicht mehr gewährleistet. Je nach Dauer des Sauerstoffzutritts ist nur die äußerste Schicht von Verderb betroffen, dieser kann sich jedoch auch bis tief in den Ballen erstrecken. 

Für die Lagerung ist ein Schutz vor der Witterung erforderlich, hier kommt neben der Hallenlagerung eine Abdeckung mit einem wasserabweisenden, aber luftdurchlässigen Vlies infrage. Eine gute Luftzirkulation ist sicherzustellen, zum Beispiel durch Lagerung auf Paletten, zudem sind Abstände zwischen den Ballen wichtig. In der sogenannten Schwitzphase finden noch Atmungsprozesse der epiphytischen Mikroflora statt, bei denen das Pflanzenmaterial nachtrocknet und entstehendes Wasser über die Luft abgeführt wird. Dabei kann es insbesondere bei zu feucht gepresstem Material zu einer Erwärmung der Heuballen bis hin zu Selbstentzündung kommen, deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Ballentemperatur sinnvoll. Diese Schwitzphase dauert bis zu acht Wochen, danach sollte die Keimruhe eingetreten sein, und das Heu darf verfüttert werden.

Probleme mit Lagerpilzen treten häufig dann auf, wenn das Heu zum Zeitpunkt der Ernte noch zu feucht war, die Ballen zu fest gepresst wurden oder die Luftzirkulation während der Schwitzphase nicht sichergestellt wurde, die Feuchtigkeit also nicht abtransportiert werden konnte. Auch Rückbefeuchtung durch Kondenswasser, zum Beispiel als Tropfen von der Decke, oder durch zu hohe Luftfeuchtigkeit im Herbst und Winter kann bei guten Heuqualitäten zu einer späteren Lagerverpilzung führen.

Qualitätsverbesserung durch Zusätze

Betriebe, die sich nicht mit mittelmäßiger Heu- oder Heulagequalität abfinden wollen, überprüfen zunächst das Erntemanagement und die Lagerbedingungen. Bei Heulage kann es beispielsweise helfen, bei einem höheren Feuchtegehalt als üblich zu pressen, sodass tatsächlich noch Silierung möglich ist. Bei TM-Gehalten bis zu 60 % kann auch der Einsatz eines geeigneten biologischen Siliermittels zu einer Qualitätsverbesserung führen. Hierzu hat die Landwirtschaftskammer in den vergangenen Jahren Versuche durchgeführt (https://t1p.de/futter-und-substratkonservierung). Bei höheren Trockenmassegehalten sind nur noch chemische Siliermittel wirksam. Für Heu sind spezielle Konservierungsmittel erhältlich. Für alle Zusätze sind die Einhaltung der empfohlenen Dosierung und eine homogene Verteilung essenziell.

Dichtigkeit der Ballen gewährleisten

Für Heulage oder gewickeltes Heu ist es ratsam, eine hochwertige Stretchfolie einzusetzen und mit mindestens acht Folienlagen zu wickeln. Bei einer geringeren Anzahl besteht das Risiko von Folienverletzungen beim Herabfallen des Ballens auf die Grasnarbe. Eine Reparatur mit Siloklebeband ist nur für die äußerste Lage möglich, die Gasdichtigkeit ist somit nicht garantiert. Gewickelte Ballen sind sofort auf den möglichst befestigten Lagerplatz zu bringen, die meisten Schäden durch Vögel (Krallen und Picken) entstehen in den ersten 24 Stunden bei Verbleib auf der Fläche. Rundballen werden stehend und ohne Seitenkontakt gelagert, um die Dichtigkeit zu gewährleisten und Schimmelbildung vorzubeugen. Vogelschutznetze und ein gutes Schadnagermanagement sind ebenfalls erforderlich.

Sensorische Qualitätskontrolle

Vor der Verfütterung von Heulage und Heu ist es ratsam, einerseits eine Laboranalyse zur Rationsberechnung zu beauftragen, andererseits regelmäßig eine sensorische Überprüfung der Qualität vorzunehmen. Gute Heulage riecht angenehm leicht säuerlich und aromatisch. Gerüche nach Essigsäure (stechend) oder Buttersäure (ranzig) und Röstaromen weisen auf Fehlgärungen hin. Ein muffiger oder fauliger Geruch oder Strukturverlust (Pflanzen sind schmierig/schleimig) zeigen aeroben Verderb an. Hefen sind zunächst als kleine, weiße Pünktchen (etwa so groß wie ein Stecknadelkopf) zu erkennen. Myzelartige Strukturen gehen oft auf Schimmelpilze zurück. Entgegen einer weit verbreiteten Irrmeinung sind weder Milchsäurebakterien noch Siliermittel mit bloßem Auge auf der Silage/Heulage zu erkennen.

Gutes Heu weist einen sehr guten, aromatischen Heugeruch auf und riecht weder muffig noch brandig. Es hat eine ähnliche Farbe (grünlich bis bräunlich) wie das Erntegut und ist rau und steif im Griff. Ideal ist keine oder nur eine sehr geringe Staubentwicklung.

Fazit

Ein früher Erntetermin zu Beginn bis Mitte der Blüte der Gräser ist für die Pferdefütterung anzustreben. Dann entspricht sowohl der Rohfaser- als auch der Rohproteingehalt den Ansprüchen der Tiere, zudem ist die Belastung mit Schadkeimen, die mithilfe der Konservierung reduziert werden muss, deutlich geringer.

Erwartungen wurden übertroffen

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Die Erwartungen im Vorfeld der Mai-Auktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) in Dätgen waren eher verhalten. Gründe dafür waren der Milchmarkt ohne wesentliche Impulse für die Erzeugerpreise sowie eine gegenüber den vorangegangenen Absatzveranstaltungen begrenzte Käuferpräsenz aufgrund der Silageernte. Dennoch zeigte sich erneut, dass Qualitätsrinder weiterhin gefragt sind. Bis auf wenige Ausnahmen konnten die angebotenen Tiere vermarktet werden.

Das kleine Bullenangebot überzeugte durch gut Qualität. Einziger Rotbuntbulle im Angebot war der rahmige und typstarke „Elanko“ („Rocket RDC“ x VG 85 „Spread P“) aus der Zucht von Stefan Voß, Nehms. Der Zuschlag fiel bei 2.900 €.

Die aufgetriebenen Schwarzbuntbullen erzielten im Schnitt 2.900 €. Die Preisspitze von 3.100 € wurde dabei gleich zweimal erreicht, und zwar für Tiere aus der Zuchtstätte Milchhof Broosch GbR, Techau. Zum einen handelte es sich um den homozygot hornlosen und harmonischen „Egmont PP“, einen Sohn des breit eingesetzten RSH-Vererbers „Dax PP“, zum anderen um den typstarken und heterozygot hornlosen „Einar P“ (Vater: „Caban“). Beide Vatertiere überzeugten durch ihre überdurchschnittliche Bemuskelung.

Bei den weiblichen Tieren entfiel das auftriebsstärkste Kontingent auf die Schwarzbunten. Hier wurde flott und qualitätsorientiert geboten. Der Durchschnittspreis lag bei 2.340 € und damit nur knapp unter dem Niveau der vorangegangenen Auktion. Die teuerste schwarzbunte Färse, „Dona“ („Geronimo“ x GP 84 „Vivico“), ein langes, überragend körperstarkes, ausgeglichenes und genetisch hornloses Tier aus der Zucht des Milchhof Wesenberg, Thomas Schmahl, Wesenberg, wurde von einem hiesigen Käufer für 3.000 € erworben.

Aufgewertet wurde das schwarzbunte Verkaufskontingent durch eine Betriebskollektion der Timm GbR, Krumstedt, die mit überdurchschnittlicher Kapazität in Verbindung mit hohen Einsatzleistungen und sehr guten Eutern überzeugte. Dies honorierten die Käufer mit einem Durchschnittspreis von 2.436 €.

Das Kontingent der Angler Färsen wurde vom Auktionator Claus-Peter Tordsen im Durchschnitt für 2.256 € zugeschlagen. Hier hatte Agnes Greggersen, Hasselberg, mit ihrer genetisch hornlosen ­„Dolly“, einer Tochter von „Volt P“, die Nase vorn. Bei 2.600 € fiel der Hammer für einen Käufer aus Niedersachsen.

Die rotbunten Färsen erreichten im Durchschnitt 2.209 €. Mit jeweils 2.450 € waren zwei Färsen aus dem Bestand von Willem Lüschow, Huje, die teuersten. Dabei handelte es sich um „Dreieck“, eine Tochter von „Stanfort P“, sowie um die genetisch hornlose „Drei“, (Vater: „Say PP“). Beide überzeugten durch sehr flache Euter und viel Körperharmonie.

Fazit

Die Nachfrage nach ­weiblichen Tieren ist ungebrochen. Der Trend zum qualitätsorientierten und differenzierten Bieten setzt sich konsequent fort. Auch wenn das Preisniveau gegenüber der April-Auktion etwas nachgab, wurde insgesamt flott geboten. Nach wie vor honorieren die Käufer ordentliche Einsatzleistungen sowie den Betriebsstatus „GVO-frei“. Mittelrahmige Tiere mit Vorteilen in den Körpermerkmalen erzielen dabei deutliche Preisvorteile. Zu beachten ist, dass für interessierte Käufer in der gegenwärtigen Marktsituation gute Einkaufsmöglichkeiten für abgekalbte Färsen zur Bestandsergänzung bestehen, die genutzt werden sollten.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 16. Juli im Vermarktungszentrum in Dätgen statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen. Anmeldungen der Auktionstiere sind dafür bis Montag, 29. Juni an die RSH, Neumünster unter Tel.: 0 43 21-905-307, Fax: 0 43 21-905-395, E-Mail: s.rahn@rsheg.de zu richten.

Vier Tage Messe, viele Monate Vorbereitung

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Wenn Anfang September die Norla ihre Tore öffnet, ist der Landjugendpavillon längst vorbereitet. Hinter dem Messeauftritt des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein stehen zahlreiche Ehrenamtliche und viele Stunden Planung in der Projektgruppe Norla. Was die Arbeit hinter den Kulissen ausmacht, warum sich das Engagement lohnt und was die Norla für ihn persönlich besonders macht, erzählt Sören Schatt, erster stellvertretender Vorsitzender des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein und Hauptverantwortlicher für den Landjugendauftritt auf der vorigen Norla.

Du bist erster stellvertretender Vorsitzender des Landjugendverbandes und warst im vergangenen Jahr hauptverantwortlich für den Landjugendauftritt auf der Norla. Was gehörte bei einer so großen Messe eigentlich alles zu deinen Aufgaben?

Sören Schatt: In erster Linie ging es darum, die Helfer so einzuteilen, dass niemand benachteiligt wird. Es war darauf zu achten, dass die Pausenzeiten eingehalten werden, gerade weil es im vergangenen Jahr auch sehr warm war. Ein gutes Team zu haben, ist also das A und O.

Die Wand „Bauer sucht Frau“ erfreut sich wachsender Beliebtheit. Foto: Thore Groth

Zudem ist die Verpflegung wichtig, nicht nur zu den Hauptmahlzeiten, sondern auch die kleinen Dinge zwischendurch. Ein kurzes Gespräch mit den Helfern oder eine kleine Stärkung können an langen Messetagen viel ausmachen. Außerdem ist man als Zuständiger für die Norla auch Ansprechperson für Gäste und Interessierte, die uns im Landjugendpavillon besuchen.

Da wir auch Politikerinnen und Politiker oder Gäste aus befreundeten Verbänden empfangen, ist es wichtig, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ihnen die Anliegen und Ideen der Landjugend mit auf den Weg zu geben. Das geht natürlich nicht allein, sondern nur gemeinsam mit unserem Landesvorstand und dem Agrarausschuss. Der Agrarausschuss hat bei landwirtschaftlichen Themen die Nase vorn, während der Landesvorstand sowohl jugendpolitische Themen als auch die Zukunft des ländlichen Raumes im Blick hat.

Die Vorbereitung beginnt schon Monate vor der Messe. Was muss alles organisiert werden, damit der Stand an den vier Messetagen erfolgreich laufen kann?

In erster Linie muss über die Verpflegung gesprochen werden. Dabei geht es nicht nur um das Essen für unsere Helfer, sondern auch um alles, was wir für den Verkauf und unsere Aktionen am Pavillon benötigen. Waffelteig, Getränke, Material für das Kinderschminken oder weitere Mitmachaktionen müssen rechtzeitig geplant und eingekauft werden. Des Weiteren überlegen wir uns, wer welche Aufgabenbereiche übernimmt. Wir erstellen Einsatzpläne, schauen, wer wann am Stand ist und wer welche Verantwortung übernimmt. Außerdem schauen wir uns an, welche Punkte im vergangenen Jahr noch nicht optimal gelaufen sind und wie wir diese verbessern können.

Kinderschminken gehört zu den Traditionen, die auf keiner Norla fehlen dürfen. Foto: Sören Schatt

Auch der Pavillon selbst muss vorbereitet werden. Er wird gereinigt, eingerichtet, Schilder werden aufgehängt und alles für die vier Messetage vorbereitet. Viele Dinge, die Besucher später als selbstverständlich wahrnehmen, entstehen bereits lange vor der Eröffnung am Donnerstag. Und zuletzt muss auch die Politikaktion vorbereitet werden. Dafür findet sich eine eigene Projektgruppe zusammen.

Was macht die Norla-Zeit für dich persönlich besonders?

Die Norla ist vor allem eines: eine superinteressante und informative Veranstaltung über mehrere Tage. Man knüpft Kontakte, kommt teilweise mit hochrangigen Politikerinnen und Politikern ins Gespräch und trifft immer wieder spannende Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Mindestens genauso wichtig sind natürlich die Leute vor Ort. Man sieht, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. Daran kann ich mich nie sattsehen, und darauf freue ich mich jedes Mal.

Viele verbinden die Norla mit Arbeit, Gemeinschaft und guter Stimmung. Wie hast du die Atmosphäre am Landjugendpavillon erlebt?

Genau das beschreibt es am besten: mit verschiedenen Landjugendlichen etwas Gutes zu erschaffen. Das ist eben zu 100 % das Landjugendgefühl, das jeder einmal erlebt haben muss.

Die Politikaktion wird im Vorfeld von einer eigenen Projektgruppe geplant. Foto: Sören Schatt

Gab es 2025 einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Mit Daniel Günther (CDU) eine Waffel an einem Tisch zu essen, war schon ein sehr großes Highlight. Am Ende sind es aber oft die kleinen Dinge und Begegnungen, die einem im Kopf bleiben, gerade im Kontakt mit den Helfern aus ganz Schleswig-Holstein.

Warum lohnt es sich aus deiner Sicht, in der PG Norla und/oder als Helfer vor Ort mitzumachen?

Kurz gesagt: wegen des Landjugendgefühls. Es gibt aber auch für jeden etwas zu tun. Für die einen ist es das Kinderschminken, für die anderen das Ansprechen von Leuten vor dem Pavillon. Andere betreuen unsere beliebte „Bauer sucht Frau“-Wand, stehen beim „Hau den Lukas“, backen Waffeln oder helfen bei der Verpflegung und Organisation im Hintergrund. Wir haben für jeden den passenden Job.

Du bist in diesem Jahr wieder dabei. Worauf freust du dich angesichts der kommenden Norla besonders?

Ich freue mich vor allem darauf, wieder eine gelungene Veranstaltung zusammen mit den vielen Helfern und Helferinnen zu organisieren, Leute wiederzutreffen und die Kritikpunkte des vergangenen Jahres so umzusetzen, dass für alle ein noch besseres Event daraus entsteht. Die Vorfreude ist auf jeden Fall auch drei Monate vorher schon da.

Während der vier Tage Messe sind viele Dinge zu beachten und zu betreuen.

Mitmachen erwünscht

Wer die Norla einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann sich bereits jetzt als Helfer für den Landjugendpavillon anmelden. Unterstützung ist sowohl an einzelnen Tagen als auch während der gesamten Messezeit möglich. Darüber hinaus freut sich der Landjugendverband jederzeit über Interessierte, die sich in der Projektgruppe (PG) Norla an der Planung und Organisation beteiligen möchten.

Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein. Die Anmeldung als Helfer ist unter landjugend-sh.de möglich. Interessierte für die PG Norla können sich direkt bei Bildungsreferentin Jaenne Albert melden.

Wenn die Grätsche als Grünlandumbruch gilt

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Bundestrainer Julian Nagelsmann steht in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft ohnehin unter Druck. Jetzt aber sorgt das Bundeskabinett mit einem Fußballfeld-Naturflächenbedarfsgesetz (FfNatG) beim DFB-Coach für schlaflose Nächte. Dem FfNatG-Entwurf zufolge sind 10 % der Rasenfläche bei Spielen mit deutscher Beteiligung für urbane Biodiversität zu reservieren. Nagelsmann reagiert entsetzt: Stadien seien keine Spielwiese für grüne Fantasten, denen die Bindung zum Fußball fehle. Umweltschutz sei wichtig, aber bitte am Spielfeldrand.

Unbeeindruckt äußert Umweltminister Carsten Schneider (SPD) gegenüber Journalisten, nach der WM auch den Waldanteil auf verödeten deutschen Fußballflächen anheben zu wollen. Im ersten Schritt auf 10 %, weitere Anhebungen könnten mit freiwilligen Verpflichtungen zur Anlage von Knicks an der Westkurve verrechnet werden. Jährlich sei die Entwicklung zu dokumentieren und staatlich zu kontrollieren. Die Kontrollkosten habe der Stadionbetreiber zu tragen. Auf der verbleibenden Fläche gelte das Grätschen ab sofort als Grünlandumbruch und werde verboten.

Schneider bekommt Beistand vom Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) aus Schleswig-Holstein: Es sei unverantwortlich, wie der DFB den Naturschutz vernachlässige. Die Rasenfläche werde seit Jahrzehnten massiv überdüngt. Der leichtfertige Einsatz von Pestiziden ermögliche eine Grasmonokultur mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität. Deutsche Stadien seien das Paradebeispiel für eine rückwärtsgewandte, einseitig von ökonomischen Interessen geleitete Wirtschaft.

„Es gibt keinen heiligen Rasen. Wir machen Schluss mit ausgeräumten Stadionlandschaften. Naturschutz muss im Sinne der Sozialpflichtigkeit des Eigentors, äh, Eigentums gerade von der Wirtschaft gelebt werden“, fordert Minister Goldschmidt im Interview auf dem gepflasterten Parkplatz seines Ministeriums.

Schneider wirbt dafür, die Chancen des Biofußballs zu sehen und Fördermittel für eine ökologische Inwertsetzung der monotonen Rasenflächen in Anspruch zu nehmen. Auch ethisch sei der konventionelle Rasenfußball infrage zu stellen. „Wir haben heute Alternativen, deshalb brauchen wir eine neue Begründung für reine Rasenflächen.“ Der Umweltkollege aus dem Norden wird deutlich: Wer die Sportförderung nutze, der müsse auch etwas dafür tun. Geld für ein Weiter-so werde es mit ihm nicht geben. Der Bürger wolle für seine Steuermittel eine Gegenleistung. Das Fußballspiel allein reiche da nicht.

Nagelsmann droht: „Dann machen wir die Tore zu!“ Immerhin, über die Medien reagiert Schneider mit Verständnis: „Ich bin dafür, die Eintrittspreise zu erhöhen. Die Zuschauer sind längst bereit, für Umwelt- und Klimaschutz mehr zu zahlen.“ Goldschmidt erteilt Nagelsmann sogar Nachhilfe in Sachen Unternehmenserfolg: „Statt weiter auf Wachstum zu setzen, schießen Sie endlich weniger Tore, dafür mit höherer Qualität.“ Die Gesellschaft sage immer häufiger Nein zu konventionellen Pestizid-Kunstdünger-Massentorschüssen. Fußball dürfe im Stadion nicht alles bestimmen. Es gehe auch um eine Heimat für den Wolf …

… so weit der Blick in die Zukunft. Unrealistisch? Heute schon Wirklichkeit – in der deutschen Landwirtschaft.

Qualitätsausschuss tagte bei Wilhelm Brandenburg

Anfang Juni kam der Qualitätsausschuss bei der Landwirtschaftskammer zu seiner vierteljährlichen Sitzung zusammen. Dieses Mal trafen sich die Mitglieder am Standort der Wilhelm Brandenburg GmbH & Co. OHG in Timmendorfer Strand.

Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung erhielten die Ausschussmitglieder Einblicke in die Produktionsabläufe des Unternehmens. Am Standort wird ein breites Sortiment an Fleischwaren hergestellt. Dabei liegt der traditionelle Schwerpunkt auf streichfähigen Aufschnitten, allen voran der Rügenwalder Teewurst. Das Rezept für die Gewürzmischung ist Familiengeheimnis. Noch heute stellt nur Wilhelm Brandenburg selbst die Gewürzmischung hinter verschlossenen Türen zusammen. Dieses Recht besitzen deutschlandweit nur drei Familien.

Auch Regionalität spielt eine große Rolle bei der Vermarktung. Ausschließlich aus heimischem Gütezeichen-Markenfleisch wird das Sortiment unter der Marke Timmendorfer hergestellt. Das Sortiment wird auch als SB-Ware über die Märkte der Rewe-Gruppe vertrieben. Seit Kurzem wird für das Timmendorfer-Sortiment nur noch Schweinefleisch aus Haltungsstufe 3 eingesetzt.

Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung fand die Sitzung des Qualitätsausschusses statt. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Überarbeitung des Handbuches, um dieses an die ab September geltenden EU-Regelungen der EmpCo-Richtlinie anzupassen. Darüber hinaus informierte sich der Ausschuss über die kommenden Veranstaltungen, an denen sich das Gütezeichen Schleswig-Holstein beteiligen wird. Ein weiterer Schwerpunkt war der Social-Media-Auftritt von Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein auf Instagram und Facebook.



Tasdorfer Turniertage

Mit zwei Schwerpunkten fanden auch in diesem Jahr die Tasdorfer Turniertage im Kreis Plön statt: Zwei Tage Gelände und drei Tage Springen sowie einige Dressurprüfungen standen auf dem Mammutprogramm. Mit dabei waren Amateure und Profis, junge und erfahrene Reiter und Pferde. Die Gastgeber und Nachbarn Sophie Vogg und Harm Sievers zeigten sich nach den fünf Turniertagen zufrieden und dankbar.

Die ersten goldenen Schleifen wurden schon am Dienstag und Mittwoch auf dem Geländeplatz verliehen. Los ging es mit einer Geländepferdeprüfung der Klasse A, zugleich Qualifikation für die Bundeschampionate. Hier dominierte mit der Traumnote 9,5 die für den Reit- und Fahrverein Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, startende Finnin Lotte Palmgren mit ihrem Holsteiner Wallach Udo J. Das Paar gewann auch gleich noch die Geländepferdeprüfung der Klasse L*.

„Hier kann ich Training und Turniererfahrung aufs Beste verbinden“, sagte Anna Siemer aus dem niedersächsischen Luhmühlen. Sie gewann den Stilgeländeritt der Klasse L* mit dem gekörten Trakehner Hengst Sturmpfeil.

Turnierveranstalterin Sophie Vogg war von den ersten Tagen begeistert: „Alles in allem ein perfekter Start für alles, was jetzt am Wochenende noch kommt.“ Und da kam noch einiges.

Ab Freitag nahm das Turnier erneut Fahrt auf: Das klassische Programm bot Springprüfungen der Klassen E bis S. Dazu kamen das Holsteiner Schaufenster sowie eine Station der Röschmann Team Trophy. Letztere gewann zur großen Freude des Veranstalterteams die Heimmannschaft des Husberger Reitvereins.

Im Holsteiner Schaufenster der U25-Reiter siegte Tomma Thiesen. Sie hatte sich unmittelbar nach ihrem CSI4*-Debüt in Hohen Wie­schendorf auf den Weg nach Tasdorf gemacht. Doch dem Shootingstar der Springszene reichte eine goldene Schleife nicht. Am Sonntagnachmittag holte Thiesen sich die zweite im Youngster-Zweiphasenspringen der Klasse S mit der Holsteiner Stute Harley Quinn AS. Silber gab es gleich dazu, diesmal mit dem Holsteiner Calletino. „Grasplätze werden generell weniger. Umso schöner, dass Tasdorf eins meiner Lieblingsturniere ist und meine Pferde hier gern gehen“, sagte sie zufrieden.

Mit dem Großen Preis von Tasdorf stand schließlich der Höhepunkt des Wochenendes auf dem Programm. Für das Stechen der S-Springprüfung hatten sich elf Reiter qualifiziert. Es siegte Philipp Battermann-Voss aus Schülp, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit seinem Holsteiner Hengst Lyotard. Der neunjährige Dunkelbraune war bereits Zehnter bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde und wurde von seinem Reiter selbst ausgebildet. „Dieser Sieg ist bisher sein größter Erfolg. Er ist mutig, leistungsbereit und vorsichtig“, sagte Battermann-Voss und fügte hinzu: „Das Turnier in Tasdorf hat eine unglaublich lange Tradition, vor allem für mich, weil wir mit der Familie Sievers eng befreundet sind.“

An zweiter Stelle rangierte der Fehmaraner Mathies Rüder mit seiner Holsteiner Stute Carlesta. Es folgte der in Tasdorf beheimatete Australier Tom Tarver-Priebe mit seinem Holsteiner Hengst Cornet’s Caruso.

Am Ende strahlten nicht nur die Sieger und Platzierten, sondern auch die Veranstalter Sophie Vogg und Harm Sievers. Vor allem aber machte Vogg klar: „Ohne den außerordentlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer und ohne die Sponsoren könnte das so nicht stattfinden. Genau sie sind es, die unser Turnier zusammenhalten und es ausmachen.“ Sievers fügte hinzu: „Das war das beste Turnier, das wir je gemacht haben. Und für das nächste Jahr planen wir genau das wieder.“ pm

Die Pflegeleichten für jeden Garten

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Mit den nachfolgenden Pflanzen ist erfolgreiches Gärtnern garantiert, denn sie gedeihen prächtig ohne viel Zutun und blühen dabei auch noch wochenlang. Sämtliche Arten können jetzt noch gepflanzt werden. Eines jedoch gleich vorneweg: Auch pflegeleichte Pflanzen haben Ansprüche hinsichtlich der Lichtverhältnisse, der Bodenbeschaffenheit und der Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, zeigen sie sich ganz ohne großen Aufwand von ihrer schönsten Seite.

Die schlanken Blütenstiele der Pfirsichblättrigen Glockenblume machen sich gut als Zaungucker. Foto: Karin Stern

Beginnen wir nun unsere Reise durch das Reich der Pflegeleichten. Frauenmantel (Alchemilla mollis) ist ein toller Bodendecker für nährstoffreichen, leicht feuchten Boden in Sonne und Halbschatten. Auf Lehmboden wächst er besonders gut. Vom Austrieb bis zum Herbst schmücken seine samtigen Blätter den Garten. Die gelben Blütenrispen recken sich von Juni bis Juli 30 bis 50 cm hoch. Zur gleichen Zeit öffnen sich die weißen oder violetten Blüten der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia). Sie mag es sonnig und liebt sandig-lehmigen Boden, der ausreichend feucht sein sollte. An halbschattigen Standorten verträgt sie auch etwas mehr Trockenheit. Mit 80 cm Höhe ziehen die schlanken Blütenstiele den Blick auf sich. Auch die Sommermargerite ist von Juni bis August mit einem imposanten, 70 bis 100 cm hohen Flor eine eindrucksvolle Erscheinung. Sie bevorzugt einen lockeren, durchlässigen Boden. Mit Nässe oder schwerem Boden kommt die Sommermargerite (Leucanthemum maximum) nicht zurecht. Tipp: Alle drei Jahre im Frühjahr zur Verjüngung teilen.

Frauenmantel und Sommersalbei ergänzen sich optisch. Foto: Karin Stern
Margeriten gehören einfach in jeden Garten. Foto: Karin Stern


Die Berg-Waldrebe schmückt hier einen Torpfosten. Foto: Karin Stern

Von Mai bis Juni präsentiert die Berg-Waldrebe (Clematis montana) ihre Blüte. Die anspruchslose unter den Clematis braucht keinen Schnitt, mag Sonne wie Halbschatten und erkrankt nicht an der Clematis-Welke. Die unschlagbar robuste Katzenminze (Nepeta x faassenii) verträgt sogar Trockenheit und schweren Boden. Im Mai und Juni zeigt sie ihren violetten oder hellblauen Flor. Einziger Nachteil: die unwiderstehliche Anziehungskraft auf Katzen, die sich auch gern in der Staude wälzen. Das völlig unkomplizierte Sonnenauge (Heliopsis helianthoides) gedeiht in jedem nährstoffreichen, durchlässigen Boden in voller Sonne. Es verträgt sogar Trockenphasen. Die Blüte zeigt sich auf 80 bis 130 cm hohen Stielen von Juli bis September. Zur gleichen Zeit erfreut der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) in nährstoffreichem, nicht zu trockenem Boden an sonniger Stelle. Bis zum Frost hingegen zieren die violetten Blütenstände des Eisenkrauts (Verbena bonariensis) den Garten. Es liebt volle Sonne und gedeiht in jedem normalen Gartenboden. Die fehlende Winterhärte gleicht das Eisenkraut durch Selbstaussaat aus.

Die Katzenminze ist eine sehr robuste Staude. Foto: Karin Stern
Die hohen Formen des Sonnenauges sind leider nicht sehr weit verbreitet. Foto: Karin Stern
Eisenkraut erhält sich am optimalen Standort über die Selbstaussaat. Foto: Karin Stern


Ganz ohne jedes Zutun bildet das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) prächtige Horste aus, Sonne und leicht feuchter, nährstoffreicher Boden vorausgesetzt. Je nach Sorte wächst das Gras 70 bis 250 cm hoch. Die Blütenrispen zeigen sich ab August. Die Blaublatt-Funkie (Hosta sieboldiana) ‚Elegans‘ kommt auf jedem Boden im Schatten oder Halbschatten zurecht. Allerdings mag sie weder Nässe noch Kalk. Über den ornamentalen Blättern erheben sich von Juni bis Juli 50 bis 80 cm hohe Blütenstiele. Auch die frostharte Ball-Hortensie (Hydrangea arborescens) ‚Annabelle‘ mag Schatten und leicht feuchten, nährstoffreichen Boden. Unter diesen Bedingungen beeindrucken die weißen Blütenbälle von Juni bis September in 100 bis 150 cm Höhe. Der bodendeckende Günsel (Ajuga reptans) ist ebenfalls ein Schattenkind für lehmigen Boden. An etwas feuchteren Standorten verträgt er auch mehr Sonne. Die Blüte zeigt sich von April bis Mai.

Chinaschilf bietet eine breite Sortenauswahl mit unterschiedlichen Wuchshöhen und -formen. Foto: Karin Stern
Die Blüte der Blaublatt-Funkie gibt es als Zugabe zum Blattschmuck. Foto: Karin Stern
Ball-Hortensie wurden hier als Wegbegleiter verwendet. Foto: Karin Stern
,Atropurpurea‘ ist eine rotlaubige Sorte des Kriechenden Günsels. Foto: Karin Stern


Der Sommer-Salbei (Salvia nemorosa) braucht für gutes Gedeihen volle Sonne und nährstoffreichen, lockeren Boden. Auf 40 bis 60 cm hohen Stielen zeigen sich von Mai bis Juni seine violettblauen, weißen oder rosafarbenen Blütenähren. Von Rot bis Gelb reichen die Blütenfarben der Sonnenbraut (Helenium). Sie eignet sich für sonnige Beete mit nicht zu trockenem, lockerem Boden. Je nach Sorte schwankt die Höhe zwischen 80 und 140 cm und die Blütezeit zwischen Juli und September. Der wintergrüne Felsen-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) ist extrem anpassungsfähig. Er wächst so gut wie überall, selbst im trockenen Schatten. Die Blüte des Bodendeckers erscheint von Mai bis Juli.

Sommer-Salbei ,Amethyst‘ überzeugt als blütenreiche und pflegeleichte Staude. Foto: Karin Stern
Sonnenbraut ,Salsa‘ verzweigt sich schön. Sie wächst kompakt und sehr standfest. Foto: Karin Stern


Tipp: Wer ein wenig Aufwand nicht scheut, kann mit dem richtigen Schnitt die Blütezeiten mancher Pflanzen sogar verlängern. Bei Sommermargerite, Sonnenauge und Sonnenhut funktioniert das durch Ausputzen der Blütenstiele am Stängelgrund. Der Austrieb frischer Blätter lässt sich mit einem kompletten Rückschnitt nach der Blüte bei Frauenmantel, Sommermargerite, Katzenminze, Sommer-Salbei und Sonnenbraut anregen. Mit etwas Glück folgt sogar eine Nachblüte, wenn die Pflanzen anschließend gut mit schnell verfügbarem Dünger und Wasser versorgt werden. Wer für buschigeren Wuchs und mehr Standfestigkeit sorgen möchte, kürzt Sonnenbraut Ende Mai, Anfang Juni um 15 cm ein. Dadurch verschiebt sich die Blütezeit ein wenig nach hinten.

Felsen-Storchschnabel wird manchmal auch unter der Bezeichnung Balkan-Storchschnabel angeboten. Foto: Karin Stern