Vor etwa einem Jahr hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gemeinsam mit der Reitweltmeisterschaft Aachen 2026 ihre Initiative „100 Schulpferde plus“ an den Start gebracht. Seitdem unterstützt die Aktion über regelmäßige Verlosungen Reitschulen in ganz Deutschland mit unterschiedlichen Förderleistungen. Auch Vereine aus Schleswig-Holstein und Hamburg haben schon gewonnen.
Unterteilt in zehn verschiedene Maßnahmenpakete werden im Losverfahren mehr als 1.000 Sach- oder Sponsoringleistungen an deutsche Vereine mit Reitschulbetrieb ausgeschüttet. Die Vereine können sich auch direkt für alle zehn Maßnahmen bewerben und sind anschließend für die gesamte Projektdauer von drei Jahren im Lostopf. Bis zu zwei Maßnahmen und die Bezuschussung eines Schulpferdes in Höhe von 5.000 € kann eine Reitschule in diesem Zeitraum maximal erhalten. Die Verlosungen finden alle drei Monate statt.
Unter den rund 1.500 Vereinen mit Reitschulen, die sich bisher beworben haben, sind auch mehrere aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Richtig viel Glück hatte der Boberger Reitverein aus Hamburg. „Wir hatten alles Mögliche bei der Bewerbung angekreuzt“, berichtet die erste Vorsitzende Christiane Feist. Dass es dann der Zuschuss zu einem Schulpferd geworden ist, glich einem Hauptgewinn. Damit ist der Verein einer von 22, die diese Förderung gewonnen haben.
Suche ist nicht leicht
Die vom Verein geführte Reitschule hat momentan zwölf Schulpferde, darunter zwei Großpferde. Eines davon soll in Rente gehen. Das andere ist beim Voltigieren im Einsatz, kann aber nicht zu Turnieren mitgenommen werden. „Das schafft er nervlich nicht“, erklärt Feist. Nun sucht der Verein dringend ein neues Großpferd, das im Schulbetrieb laufen und beim Voltigieren eingesetzt werden kann. „Die 5.000 € sind dabei eine große Hilfe, wobei wir wohl etwa 14.000 € ausgeben müssen“, so Feist.
Stellvertretend für die rund 300 Mitglieder hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die das neue Pferd aussucht. Mit dabei sind die Betriebsleiterin und zwei Reiterinnen. Mitte Februar haben sie im Gestüt Ganschow in Mecklenburg-Vorpommern acht Pferde ausprobiert. Zwei davon kamen in die engere Auswahl. Nach der Ankaufsuntersuchung warten jetzt alle gespannt auf eine Rückmeldung des Tierarztes, und dann kann es hoffentlich losgehen.
Ob es passt oder nicht, wissen Feist und die anderen vom Boberger Reitverein erst, wenn das Pferd eine Zeit im Betrieb mitgelaufen ist. Denn das Leben als Schulpferd ist nicht für jedes Tier das Richtige. „Alle wissen, dass es nicht einfach ist, ein für die Reitschulbelange passendes Pferd zu finden“, weiß auch Thomas Ungruhe, Leiter des FN-Teams Pferdesportentwicklung. „Die Vereine haben nach dem Gewinn der Förderung die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die Suche nach einem Schulpferd zu machen.“
Andere Vereine konnten ihre Gewinne direkt einsetzen. Beispielsweise gewann der Verein Reitsportfreunde Looper Holz, Kreis Rendsburg-Eckernförde, im vergangenen Sommer ein großes Futterpaket. „Wir haben ganz verschiedene Sorten bekommen, konnten damit aber vor allem unsere Altenteiler gut versorgen“, berichtet Gunda Reese. So gab es eine Abwechslung zum Seniormüsli und den Rübenschnitzeln. „Die Pferde und wir haben uns sehr gefreut“, sagt die Betreiberin des zugehörigen Stalls.
Zusatzqualifikation
Auch der Reit- und Fahrverein Alveslohe, Kreis Segeberg, hat bei der Aktion der FN mitgemacht. Natalie Bühring vom dazugehörigen Reiterhof freut sich: „Wir haben den Zuschuss für die Trainerausbildung gewonnen.“ Sie hatten sich unter anderem dafür beworben und haben auch schon eine Idee, wer davon profitieren soll. Die ehemalige Auszubildende Lara Strauch hat inzwischen ihren Pferdewirt abgeschlossen und wurde von den Bührings übernommen. Mit dem Trainerschein hätte sie eine zusätzliche Qualifikation und würde die Reitschule mit neuem Wissen bereichern. „Der Zuschuss ist wirklich eine gute Unterstützung“, findet Bühring, die ihre eigene Ausbildung zur Pferdewirtin mit Auszeichnung beendete und ebenfalls den Trainerschein hat.
Auch Thomas Ungruhe ist zufrieden: „Das erste Jahr hat gezeigt, dass unsere Initiative genau den Nerv der Reitschulen trifft und mit konkreten Förderleistungen spürbare Unterstützung im Schulpferdebereich leistet.“ Bisher wurden Fördermittel in Höhe von 1,5 Mio. € akquiriert und bereits 500.000 € an die Vereine ausgeschüttet.
Nun geht es in die zweite Projektphase. Bereits im März steht die sechste Verlosung an. Auch dann wird es wieder zahlreiche Förderleistungen und Zuschüsse zu Schulpferden geben. Die Bewerbungen laufen weiter, und Vereine können sich jederzeit anmelden. Jede Verlosung bietet neue Chancen auf Förderleistungen.
fn




