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Der Nmin-Messdienst, der zur Bestimmung des pflanzenverfügbaren Stickstoffs im Boden im Frühjahr dient, wird deutlich ausgeweitet. Landwirtschaftliche Betriebe sind eingeladen, ihre Ackerflächen für die Nmin-Beprobung bereitzustellen und damit zu einer verbesserten Datenbasis beizutragen. Die erweiterten Messergebnisse sollen künftig für eine präzisere und differenziertere Düngeplanung genutzt werden.
Die aktuell jährlich von der Landwirtschaftskammer veröffentlichen Frühjahr-Nmin-Ergebnisse basieren auf der Beprobung von zirka 250 Ackerflächen aus den verschiedenen Naturräumen in Schleswig-Holstein. Die Veröffentlichung erfolgte bisher über die Auflistung von Einzelflächenergebnissen, aus denen sich die Betriebe die für ihren Standort passenden Nmin-Werte in Abhängigkeit von Landschaftsraum und Kulturen auswählen können. Ziel ist es, ab Frühjahr 2027 1.000 Ackerflächen in Schleswig-Holstein zu beproben. Hierdurch steigt die Datenbasis deutlich, sodass verlässlichere Mittelwerte für Kulturen und Fruchtfolgen in den einzelnen Naturräumen zur Verfügung gestellt werden können.
Messwerte direkt betrieblich nutzbar
Selbstverständlich können die Nmin-Analyseergebnisse der bereitgestellten Ackerflächen für die betriebseigene Düngeplanung kostenfrei verwendet werden. Die vorliegenden Analyseergebnisse werden direkt nach Eingang, noch vor der Veröffentlichung der offiziellen Nmin-Werte, zur Verfügung gestellt. Dadurch besteht die Möglichkeit, das individuelle Nährstoffmanagement im Hinblick auf eine bedarfsgerechte und zugleich gewässerschonende Stickstoffdüngung weiter zu optimieren. Die endgültige Auswahl geeigneter Ackerflächen obliegt der Landwirtschaftskammer.
Auswahl der Betriebe und Flächen
Ziel der für dieses Jahr geplanten Flächenakquise ist es, je nach Fruchtfolge drei bis fünf Ackerflächen auf jedem teilnehmenden Betrieb festzulegen, die die regionaltypischen Kulturen und Fruchtfolgen abbilden. Dabei sollen die Flächen, beginnend ab dem Frühjahr 2027, wiederkehrend und möglichst langfristig zur Erfassung etwaiger Trendentwicklungen beprobt werden. Die Verteilung der Betriebe und Standorte in den Hauptnaturräumen richtet sich nach dem Umfang der Ackernutzung in den Regionen unter Berücksichtigung vorhandener Bodengruppen (-arten), Kulturarten sowie der Erkenntnisse aus langjährigen Beprobungsreihen. Eine Ausdehnung des Beprobungsumfanges ist auch im ökologischen Landbau und im Gemüsebau vorgesehen.
Voraussetzung für die Teilnahme
Die Bewirtschaftung der Flächen soll nach guter fachlicher Praxis und unter Anwendung eines gängigen mineralischen und/oder organischen Düngeregimes erfolgen. Des Weiteren sollten die Flächen durch den Probenahmedienstleister möglichst über befestigte Wege gut erreichbar sein. Zusätzlich ist sicherzustellen, dass die festgelegte Probenahmeparzelle auf der Fläche (zirka 10 m x 10 m) vor Probenahme im zeitigen Frühjahr noch nicht gedüngt wurde. Neben Lage und Größe der Fläche sind Angaben zu Haupt- und Vorfrüchten sowie zur organischen Düngung jährlich nach einer Datenabfrage durch die Landwirtschaftskammer zu machen. Zur Sicherung von Betretungsrechten und dem Datenaustausch zwischen Landwirtschaftskammer und Beprobungsbetrieb wird eine schriftliche Vereinbarung unterzeichnet.
Hintergrund der Ausweitung
Die Ausweitung des Nmin-Messdienstes ist notwendig, um deutlich differenzierte Daten für die Düngebedarfsermittlung in allen Naturräumen bereitzustellen. Eine individuell angepasste Düngung leistet einen wertvollen Beitrag für den Gewässerschutz. In Bezug auf das Östliche Hügelland setzt die Ausweitung zudem eine der Kernforderungen der Zielvereinbarung Landwirtschaft zum Aktionsplan Ostseeschutz 2030 um, die zwischen der Landesregierung und vier landwirtschaftlichen Verbänden geschlossen worden ist (https://t1p.de/3klyp). Die Daten werden, wie auch in der Vergangenheit, nur in anonymisierter Form veröffentlicht, um einen Rückschluss auf die Lage der Fläche und den Betrieb auszuschließen. Diese veröffentlichten, anonymisierten Daten stehen damit Interessierten und der Wissenschaft zur Verfügung und werden auch dem Thünen-Institut für die Erstellung des Wirkungsmonitorings zur Düngeverordnung zur Verfügung gestellt.
Anmeldung und Kontakt
Sofern Interessierte mit einzelnen Betriebsflächen Teil des zukünftigen Nmin-Messdienstes in Schleswig-Holstein werden möchten, können sie ab Montag, 2. März, Kontakt zur Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein aufnehmen. Auf der Webseite https://www.lksh.de/landwirtschaft/duengung/nitratmessdienst steht ein Anmeldeformular für die Ackerflächen bereit, das bitte ausgefüllt per E-Mail an nmin-messdienst@lksh.de zu senden ist. Für Rückfragen steht Klaus-Dieter Schlüter telefonisch (Tel.: 0 15 11-4 19 52 26) oder unter: nmin-messdienst@lksh.de zur Verfügung.
Eine bedarfsgerechte Pferdefütterung steht und fällt mit der Qualität des Grundfutters. Heu und Heulage bilden den mengenmäßig größten Bestandteil der Ration und beeinflussen Verdauung, Stoffwechsel und Leistungsfähigkeit unmittelbar. Wer die Versorgung nachhaltig sichern will, muss die gesamte Prozesskette betrachten: vom Pflanzenbestand auf der Weide über den optimalen Erntezeitpunkt und die Konservierung bis hin zur Laboranalyse, deren Interpretation sowie der darauf aufbauenden Rationsgestaltung.
Bereits die Weide selbst erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie dient der Bewegung, ist Futterquelle und zugleich Fläche für die Nährstoffrückführung über die Ausscheidungen der Tiere. Je nach Nutzung – extensive Standweide, Portionsweide oder kombinierte Nutzung mit Schnitt – unterscheiden sich die Anforderungen an den Pflanzenbestand erheblich. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass Weideflächen zwar als Auslauf geeignet erscheinen, aber hinsichtlich ihrer Futterqualität Defizite aufweisen. Eine unausgewogene Artenzusammensetzung oder ungeeignetes Weidemanagement kann die Qualität des gewonnenen Grundfutters maßgeblich beeinflussen – auch mit möglichen Folgen für den Stoffwechsel der Pferde. Ein allgemeingültiges „Idealgras“ gibt es nicht. Vielmehr ist jede Grünlandnarbe das Ergebnis eines Kompromisses zwischen Standortbedingungen, Nutzungsintensität und den ernährungsphysiologischen Anforderungen des Pferdes. Über gezielte Pflege, Nachsaat und eine angepasste Düngung lässt sich der Pflanzenbestand jedoch aktiv steuern und weiterentwickeln.
Ein zentraler Einflussfaktor für die spätere Futterqualität ist der Erntezeitpunkt. Wird zu früh gemäht, sind Energie- und Zuckergehalte oftmals hoch, während die Strukturwirkung geringer ausfällt. Erfolgt der Schnitt zu spät, nimmt der Rohfaseranteil stark zu, die Verdaulichkeit sinkt, und die hygienische Stabilität kann leiden. Für Pferdeheu und -heulage ist daher ein mittlerer Reifegrad anzustreben, bei dem ausreichend Struktur vorhanden ist, ohne dass wertvolle Inhaltsstoffe in übermäßiger Weise verloren gehen.
Heu oder Heulage richtig bewerten
Bei der Konservierung stehen im Wesentlichen zwei Verfahren im Vordergrund: Heu und Heulage. Heu gilt als besonders strukturwirksames Grundfutter und entspricht in seiner Futterform den natürlichen Fressgewohnheiten des Pferdes. Damit Heu lagerstabil bleibt, muss der Wassergehalt deutlich abgesenkt werden; eine Trockenmasse von mindestens 85 % ist erforderlich, um mikrobielle Aktivität weitgehend zu unterbinden. In Regionen mit wechselhafter Witterung stellt dies eine Herausforderung dar. Mehrere Tage stabiler Schönwetterphasen sind notwendig, um das Futter ausreichend zu trocknen. Intensive Bearbeitung auf dem Feld beschleunigt zwar das Welken, kann jedoch Blattverluste verursachen. Wird der Zielwert nicht erreicht, kann eine technische Nachtrocknung unter Dach Abhilfe schaffen – verbunden mit entsprechendem Energie- und Kostenaufwand.
Die Heulage bietet eine größere Erntesicherheit, da sie mit höheren Restfeuchten eingebracht werden kann. Angestrebt werden Trockenmassegehalte zwischen 45 und 60 %. Die Haltbarkeit beruht auf einem Zusammenspiel aus reduziertem Wassergehalt, milder Gärung und luftdichtem Abschluss in der Folienhülle. Entscheidend sind eine ausreichende Verdichtung der Ballen sowie eine sorgfältige Folierung, damit kein Sauerstoff eindringen kann. Gute Heulage für Pferde zeichnet sich durch eine stabile Gärqualität aus. Sensorisch sollte sie frisch riechen, eine grünliche Farbe aufweisen und eine blattreiche Struktur erkennen lassen.
Qualität und Hygiene sichern
Das Ausgangsmaterial beeinflusst den Konservierungserfolg maßgeblich. Sehr spätes, stark verholztes Futter ist schwieriger zu verdichten und erhöht das Risiko von Luftresten im Ballen. Auch hygienische Kennzahlen sind von Bedeutung: Die Belastung mit Verderbpilzen sollte niedrig sein (unter 1.000 Keime je Gramm Frischmasse), Hefen möglichst unter 10.000 Keime je Gramm. Zudem sollte das Futter nach dem Öffnen mehrere Tage stabil bleiben; eine aerobe Stabilität von mehr als vier Tagen gilt als günstig. Erwärmte oder sichtbar beeinträchtigte Partien sind konsequent auszusortieren.
Diese fachlichen Zusammenhänge stehen im Mittelpunkt des Bau- und Energielehrschautages „Grundfutter unter der Lupe“ am 12. März. Die Referentinnen beleuchten praxisnah Qualitätsanforderungen, Stoffwechselzusammenhänge, die Interpretation der Laboranalyse, die Rationsgestaltung und im Praxisteil die korrekte Probennahme.
Bau- und Energielehrschautag: Grundfutter unter der Lupe
Donnerstag, 12. März,
9 bis 15 Uhr
ab 10 Uhr:
• „Qualitätsanforderungen an Heu und Heulage für die Pferdefütterung“, Dr. Susanne Ohl, LKSH
• „Grundfutterqualität und deren Auswirkung auf die Erkrankung am Equinen Metabolischen Syndrom“, Dr. Meike Eklund, LTZ Augustenberg
• „Wie geht es nach der Futteranalyse weiter? – Ein Blick auf die Rationsgestaltung“, Anna Röwekamp, Equovis GmbH
12.15 Uhr: Mittagsimbiss
• 13 Uhr: Praxisteil: „Probennahme und Interpretation der Analyse – Wie geht’s richtig?“, Dr. Susanne Ohl, LKSH,
danach Besuch der Bau- und Energielehrschau
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei.
Eine konkurrenzstarke und leistungsfähige Grasnarbe ist die Grundlage für hohe Erträge und gute Futterqualitäten. Das schleswig-holsteinische Grünland ist geprägt durch sehr unterschiedliche Standortbedingungen. Technische Fortschritte bei (Nachsaat- und) Striegelgeräten unterstützen Landwirtinnen und Landwirte dabei, die Pflanzenbestände den Zielen entsprechend auszurichten. Der Grünlandstriegel nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein und lässt sich an die verschiedenen Standortverhältnisse und Zielsetzungen anpassen.
Der Herbst 2025 bot gute Bedingungen für den letzten Grasschnitt, sodass die meisten Grünlandbestände mit der angestrebten Länge von 6 bis 8 cm in den Winter gehen konnten. Nach einem milden Dezember brachte der Januar Kälte und Schnee. Länger andauernde Schneephasen können in hohen Pflanzenbeständen zu Problemen führen. Grundsätzlich wird das intensiv bewirtschaftete Grünland zunehmend durch Wetterextreme im Jahresverlauf wie Trockenheit oder Nässe, hohe Nutzungsintensitäten und viele Überfahrten gefordert. Diese Faktoren können zu einem erhöhten Auftreten von Narbenschäden und Bestandslücken führen, die dann mit einem Qualitätsverlust des Aufwuchses einhergehen. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen nimmt die Bedeutung von regelmäßigen Pflegemaßnahmen mit effizienter Technik weiterhin zu. Das Kernelement stellt hierbei der Grünlandstriegel dar.
Technischer Grundaufbau des Grünlandstriegels
Der eigentlichen Striegeleinheit ist häufig ein Schienenblech zur Einebnung von Erdaufwerfungen wie Maulwurfshaufen oder ähnlichen Unebenheiten vorgeschaltet. Eine gefederte Aufhängung oder eine Parallelogramm-Führung sorgen für eine flexible Anpassung an das Bodenprofil, womit größeren Narbenschäden durch zu starre Schienen vorgebeugt wird. Idealerweise sind die Bleche in den einzelnen Sektionen höhenverstellbar. Pendelnd und einzeln gelagerte Zinkenfelder, flexible Rahmen und Tasträder ermöglichen eine gleichmäßige Bodenanpassung in unwegsamem Gelände. In Kombination mit erhöhter Arbeitsgeschwindigkeit wird die Grundlage für die schlagkräftige Bearbeitung großer Flächen gelegt. Leichte Bauweisen reduzieren die Bodenverdichtung. Der Zinkendruck lässt sich hydraulisch oder mechanisch an unterschiedliche Grasbestände anpassen.
Über eine verstellbare Zinkenneigung kann die Intensität der Bodenbearbeitung variiert werden. Ein flacher Zinkenwinkel sorgt für eine schonende Narbenpflege mit gleichzeitig leichter Belüftung. Ist der Winkel steil eingestellt, wird unerwünschtes Pflanzenmaterial gründlich entfernt, Lücken für die Nachsaat werden geschaffen. Je steiler die Zinkenneigung ist, desto aggressiver wird der Pflanzenbestand ausgekämmt. Außer der Neigung beeinflussen Zinkenlänge (zirka 45 bis 55 cm) und Zinkendurchmesser (zirka 8 bis 12 mm) den Effekt. Wichtig ist vor allem, Verstopfungen des Arbeitsgerätes zu vermeiden. Die Anzahl der Zinkenreihen variiert hierbei nach Gerät. Teilweise werden die Reihen eines Gerätes mit verschiedenen Zinkendurchmessern ausgestattet, um bessere Effekte zu erzielen. Die Flexibilität der Einstellungsmöglichkeiten stellt einen wesentlichen Unterschied des Striegels gegenüber der Wiesenschleppe dar, denn sie ermöglicht eine bessere Wirkung gegen unerwünschte Pflanzen und Verfilzung und eine bessere Anpassung an verschiedene Bodenarten.
Der klassische Einsatzzeitpunkt des Striegels liegt im Frühjahr, es kann jedoch je nach Bedarf die gesamte Vegetationsperiode genutzt werden.
Der Striegel in der Anwendung
Der klassische Einsatzzeitpunkt des Grünlandstriegels liegt im Frühjahr im März oder Anfang April, wenn die Böden abgetrocknet sind und bevor die Pflanzen schossen. Ziel ist dann, abgestorbenes Pflanzenmaterial, Moos oder andere unerwünschte Pflanzen zu entfernen. Außerdem wird durch das Striegeln die Narbe belüftet, mehr Licht gelangt an die Pflanzen, und die Bestockung des Bestandes wird angeregt. Je nachdem wie stark der Bestand verfilzt oder verunkrautet ist, entstehen bei diesem Arbeitsgang mehr oder weniger Lücken. Ist dies der Fall, ist es sinnvoll, diesen Striegelvorgang mit einer Übersaat zu kombinieren, um die entstandenen offenen Stellen im Bestand umgehend wieder mit gewünschten Pflanzenarten zu schließen. Andernfalls bieten diese Lücken neuen Raum für unerwünschte Gräser und Kräuter.
Teilweise führen auch Auswinterungsschäden oder Schädlinge wie Mäuse zu einem lückigen Bestand nach dem Winter. Dann ist eine Nachsaat im Frühjahr ohnehin anzuraten. Nachteilig auf den Nachsaaterfolg können sich in dem genannten Zeitfenster jedoch der wüchsige erste Aufwuchs oder die zunehmend häufiger auftretenden Frühjahrstrockenheiten auswirken. Daher sollte eine erneute Nachsaat im Spätsommer in Erwägung gezogen werden.
Nach dem Winter können Schäden durch Mäuse im Bestand auftreten.
Durch das Striegeln der Grasnarbe können aber auch ganz gezielt Lücken für eine Nachsaat geschaffen werden. Auch dann kann die Nachsaat als oberflächliche Ablage in Form einer Übersaat während des Striegelns erfolgen oder für ein noch sichereres Ergebnis im Anschluss an den Striegelvorgang als Nachsaat in den Bestand eingeschlitzt werden. Soll wie in diesem beschriebenen Fall die Bestandeszusammensetzung deutlich in eine gewünschte Richtung verschoben werden, eignet sich eher der Spätsommer oder Frühherbst als Zeitpunkt für die Maßnahme. Der Boden weist dann meist die gewünschte Feuchtigkeit und Wärme auf, und die Konkurrenz durch die Altnarbe ist geringer.
Grundsätzlich kann der Striegel zur Grünlandpflege in der gesamten Vegetationsperiode zum Einsatz kommen. Wenn im Jahresverlauf Unkräuter aufwachsen oder die Gemeine Rispe muffige Verfilzungen bildet, kann ein Striegeln des Bestandes den Aufwuchs und somit die Futterqualität verbessern.
Stets ist darauf zu achten, dass die Fläche vor der Striegelmaßnahme trocken, jedoch nicht ausgetrocknet ist und der Bestand eine Höhe von 10 bis 15 cm nicht überschritten hat.
Arbeitsgänge sinnvoll kombinieren
Sehr bewährt hat sich Maschinentechnik, die verschiedene Arbeitsgänge kombiniert. Besonders ist das oben beschriebene Striegeln mit kombinierter Nachsaat hervorzuheben. Hierbei schafft der Striegel die notwendigen Lücken in der Grasnarbe, die Nachsaattechnik bringt das Saatgut der Zielpflanzen in diese Lücken ein. Bei der Nachsaat ist die Saatgutablage von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Maßnahme. Moderne Nachsaatgeräte bewirken, dass das Saatgut gleichmäßig über die gesamte Arbeitsbreite abgelegt wird. Dies geschieht beispielsweise über Prallteller oder pneumatische Systeme. Von Bedeutung ist zudem der exakte Ablageort des Saatkorns. Wird es vor dem Striegelzinken platziert, bewirkt der nachlaufende Zinken eine gute Bedeckung mit Erde. Wenn das Saatkorn nach dem Zinken zum Liegen kommt, erhält es leichter das notwendige Licht. Tendenziell ist die letzte Option besser geeignet, aber beide Methoden bergen gleichzeitig auch Risiken, wie eine zu tiefe Ablage oder die Gefahr der Austrocknung. Bedeutsam für ein erfolgreiches Keimen und Auflaufen der ausgebrachten Saat sind die Faktoren Feuchtigkeit, Licht und ein geringer Konkurrenzdruck durch die Narbe.
Der nötige Bodenschluss kann bei einer Kombination mittels nachlaufender Walzen erzeugt werden. Durch kombinierte Arbeitsgänge werden Arbeitszeit und Flächenüberfahrten eingespart und gleichzeitig der Nachsaaterfolg verbessert. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine Trennung der verschiedenen Arbeitsgänge sinnvoll sein kann. Werden beispielsweise gezielt unerwünschte Pflanzen durch den Striegel aus der Narbe entfernt, sollte keine Walze als Nachläufer eingesetzt werden. Diese würde den Bodenschluss der Pflanzenwurzeln wiederherstellen und dadurch den Erfolg der Striegelmaßnahme gefährden. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Auskämmen der Gemeinen Rispe. In einem solchen Fall sollte deshalb der Walzvorgang, wenn nötig, mit einigen Tagen Versatz stattfinden. Einige Maschinenhersteller bieten modulare Striegelkombinationen an, bei denen einzelne Arbeitsgeräte ausgebaut werden können. Sie bieten somit den Vorteil, den Einsatz der benötigten Arbeitsschritte situationsbedingt anpassen zu können.
Walzeneinsatz standortabhängig prüfen
Das Walzen als separater Arbeitsgang wird heutzutage nicht mehr als unverzichtbar in der Grünlandpflege betrachtet. Es sollte vielmehr standort- und witterungsabhängig auf den jeweiligen Flächen erfolgen. Die Vorzüge in Hinblick auf den Bodenschluss von Saatgut, das Rückverfestigen aufgefrorener Böden, das Eindrücken von Steinen sowie das Einebnen der Bodenoberfläche durch Glattwalzen sind unbestritten. Da dies jedoch bei ungeeigneten Bodenbedingungen auch das Gegenteil bewirken kann, ist der Einsatz entsprechend abzuwägen. Hier können Profilwalzen je nach Bodenart eine Alternative darstellen, da sie sich besser an wechselnde Bodenprofile anpassen. Hierdurch werden punktuelle Bodenverdichtungen vermieden, während gleichzeitig der Bodenschluss für das Saatgut hergestellt wird. Cambridgewalzen eignen sich besonders für einen schonenden Arbeitsgang auf leichten bis mittleren Böden. Die Crosskillwalzen erzielen einen verhältnismäßig aggressiven Effekt auf den Boden und sind daher weniger für empfindliche Narben brauchbar, sondern vor allem auf schweren Böden. Zwischen den beiden Arten bewegen sich die Prismenwalzen, die am ehesten den „Goldenen Tritt“ der Weidetiere simulieren. Hier werden nur punktuell Bodenverdichtungen bewirkt, sodass Hohlräume zum Luft- und Wasseraustausch erhalten bleiben.
Fazit
Moderne Striegel- und Nachsaattechnik bietet für die Grünlandbetriebe in Schleswig-Holstein praxisnahe Lösungen. Moderne Grünlandstriegel bieten deutlich mehr Einstellmöglichkeiten als frühere Generationen. Auf diese Weise können dichte Narben geschont werden, während verfilzte oder lückige Bestände intensiv bearbeitet werden. Unerwünschte Gräser mit flacher Wurzel wie die Gemeine Rispe können effektiv entfernt werden. Eine Schädigung der wertvollen Futtergräser wird dagegen weitestgehend vermieden. Entscheidend bleibt eine standortangepasste Anwendung zum richtigen Zeitpunkt. Richtig eingesetzt, trägt die Technik wesentlich zur Sicherung von Ertrag, Futterqualität und Wirtschaftlichkeit im Grünland bei.
Strahlende Gesichter, viel Applaus und zahlreiche Glückwünsche: Am 10. Februar wurden im Fachzentrum Hauswirtschaft der Landwirtschaftskammer die Berufsabschlusszeugnisse von Ulrike Brouer, Bildungsreferentin bei der Landwirtschaftskammer, an 14 neue Hauswirtschafterinnen und einen neuen Hauswirtschafter überreicht.
Sie haben den Lehrgang „Erfolgreiche Hauswirtschaft“ berufs- und familienbegleitend über 15 Monate besucht. Im Januar 2026 bestanden sie die Berufsabschlussprüfung erfolgreich – und sind nun geprüfte Fachkräfte. Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Leistung.
Bildungsreferentin Ulrike Brouer (r.) bei der feierlichen Zeugnisübergabe.
Die Fachbereichsleiterin Bildung, Dana Ohm, überbrachte die Glückwünsche der Landwirtschaftskammer und würdigte die erfolgreiche Leistung. Sie betonte, die Absolventinnen könnten stolz sein, trotz der permanenten Doppelbelastung von Unterricht, Lernen, Job und Familie den Abschluss geschafft zu haben. Das erfordere schließlich viel Energie, Durchhaltevermögen und Stressresistenz. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Antje Lübcker, sprach im Namen aller Ausschussmitglieder und betonte, dass die Leistungen von den Prüferinnen mit viel Erfahrung, Aufmerksamkeit und fachlicher Kompetenz bewertet worden seien.
Neben dem fachlichen Input entstanden viele neue Kontakte. Die Teilnehmenden sind zusammengewachsen – und auch für die Lehrkräfte sei der Kurs schnell zu etwas Besonderem geworden, so Katja Fiehler, Ausbildungsberaterin bei der Landwirtschaftskammer. Networking ist heute wichtiger denn je – und wenn daraus Freundschaften fürs Leben entstehen, ist das umso schöner.
Fünf Wochen intensives Lernen wurden für die neun Teilnehmer am Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum Fischwirtschaftsmeister „Kleine Hochsee- und Küstenfischerei“ mit einer Bescheinigung über das erfolgreiche Ablegen der Prüfung belohnt.
Fischereibiologie, Bewirtschaftung des fischereilichen Lebensraums, Behandlung und Vermarktung der Fischereierzeugnisse, Fischereitechnik und Arbeitswirtschaft, Wirtschaftslehre, Rechnungswesen, Rechts- und Sozialwesen, Berufsausbildung und Mitarbeiterführung: In allen diesen Bereichen konnten die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden.
In der Zeit vom 6. bis zum 24. Januar 2025 konnten an der Fischereischule in Rendsburg als Modul die Prüfungsanforderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Teil erstmalig zeitlich eigenständig unterrichtet und mit der schriftlichen Prüfung beendet werden. Die mündlichen Prüfungen für diesen Teil wurden gemeinsam mit den übrigen Prüfungsteilen Anfang Februar 2026 absolviert. Das zweite Modul des Vorbereitungslehrgangs folgte dann für die angehenden Fischwirtschaftsmeister vom 5. Januar bis zum 6. Februar 2026.
Die Vorbereitungen auf die Prüfungsanforderungen im Teil „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ belegten die Teilnehmer in diesem Jahr gemeinsam mit 14 Anwärtern zum Forstwirtschaftsmeister. Sie wurden interdisziplinär durchgeführt und mit schriftlichen Prüfungen abgeschlossen.
Die weiteren fachspezifischen Unterrichtseinheiten mit dazugehörigen Prüfungen sowie die mündlichen und praktischen Prüfungsteile in der „Berufsausbildung- und Mitarbeiterführung“ erfolgten in der Durchführung getrennt beziehungsweise stehen in der Forstwirtschaft noch aus.
Über den erfolgreichen Abschluss freuen sich:
Karl Bissa, 23942 Dassow; Moritz Dürkoop, 23568 Lübeck; Hauke Giertz, 23568 Lübeck; Jesper Jacobsen, 23568 Lübeck; Paul Kaitschick, 23568 Lübeck; Leif Rönnau, 24235 Stein; Tüge Thomsen, 25821 Vollstedt; Jan Witt, 23568 Lübeck; Marcus Manuel Wöster, 24340 Eckernförde.
Die Landwirtschaftskammer sowie der Prüfungsausschuss gratulieren den Absolventen zu ihrem erfolgreichen Abschluss und wünschen ihnen für ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg sowie allzeit eine gesunde Heimkehr von See.
Welche Chancen und Herausforderungen bringt eine Reduktion der Klimawirkung des Agrar- und Ernährungssystems? Diese Leitfrage stand über der Hochschultagung der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät (AEF) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die am Dienstag stattfand.
AEF-Dekan Prof. Tim Diekötter betonte die Bedeutung der Tagung als Forum zum Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis, Politik, Beratung und interessierter Öffentlichkeit. Dieser sei gerade in der heutigen Zeit unverzichtbar. Die Agrar- und Ernährungswissenschaften stünden im Zentrum vieler gesellschaftlicher Debatten. Diskussionen sollten nach Diekötters Überzeugung faktenbasiert erfolgen und differenziert sein. Er forderte weitere Dialogformate nach dem Vorbild der Zukunftskommission Landwirtschaft. Das gegenseitig gewachsene Vertrauen sei zu pflegen, damit man nicht wieder in alte Grabenkämpfe verfalle.
Effizienzgewinne statt Extensivierung
Tim Diekötter, Foto: Sven Tietgen
In der Plenumsdebatte, die von Stefanie Wetekam, Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, moderiert wurde, stellte Prof. Henning Kage klar: „Klimawandel ist Realität.“ Treibhausgas (THG)-Minderungsziele seien vor diesem Hintergrund unstrittig. Über den Zeithorizont der Zielerreichung werde jedoch diskutiert. Innerhalb der deutschen Landwirtschaft sei die Tierproduktion für 31 % der THG-Emissionen verantwortlich, die Pflanzenproduktion für 23 % und die Moornutzung für 42 %, wobei die Moore nur 10 % der Flächen ausmachten. Kage erklärte: „Unter Berücksichtigung von Flächenbedarf und indirekten Landnutzungsänderungen ist das Niveau der aktuellen Düngeverordnung nah am Optimum.“ Es gebe dennoch THG-Reduktionspotenzial, das gehoben werden könne. Das entscheidende Werkzeug sind für den Ackerbauexperten Effizienzgewinne, nicht Extensivierung, auch mit Blick auf den steigenden Nahrungsmittelbedarf der wachsenden Weltbevölkerung.
Für Prof. Uwe Latacz-Lohmann ist Klimaschutz in der Landwirtschaft eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die gemeinschaftlich finanziert werden müsse. Das Budget der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) reiche als Finanzierungsquelle bei Weitem nicht aus, um die hohen Anpassungskosten zu decken. Chancen sieht er in einer Teilintegration der Landwirtschaft in den EU-Emissionshandel. „Anfangen könnte man mit der Moornutzung“, so der Agrarökonom. Landwirten auf Moorstandorten könnte man Emissionsberechtigungen geben. Diese könnten dann entscheiden, ob sie weiterwirtschaften oder die Emissionsberechtigungen verkaufen wollten. Er sprach sich zudem dafür aus, den Mehrwertsteuersatz für tierische Produkte auf 19 % anzuheben. Das senke den Konsum und damit auch THG-Emissionen. Mit Blick auf die schrumpfenden Tierbestände in Deutschland spare dies in den nationalen Bilanzen zwar Emissionen ein. Sofern sich die Nachfrageseite nicht ändere, drohten jedoch Leakage-Effekte, also dass sich die Produktion unter möglicherweise schlechteren Bedingungen ins Ausland verlagere.
Prof. Karin Schwarz unterstrich die These, dass eine stärker pflanzenbasierte Ernährung ein hohes Potenzial besitze, THG-Emissionen zu senken und zusätzlich ernährungsbedingte Krankheiten zu reduzieren. Viele Fleischersatzprodukte würden jedoch unter hohem Energieeinsatz produziert und enthielten oft viele Zusatzstoffe. Als besonders vorteilhaft ist aus ihrer Sicht die Erbse zu nennen, die sowohl im Anbau als auch bei einer einfachen Verarbeitung, etwa als Suppe, nur wenige THG-Emissionen verursache.
Resilienz steigern
Klaus-Peter Lucht, Foto: rq
Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) will die Branche dabei unterstützen, resilienter gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu werden. Ihr sei es dabei wichtig, dass Politik die Ideen und Erkenntnisse der Wissenschaft nutze. Sie betonte: „Mein Ziel ist, dass wir es schaffen, die Innovationskraft der Hochschule mit den Menschen und Betrieben zu verbinden.“ Kritik hatte die Ministerin für GAP-Vorschläge der EU-Kommission im Gepäck. Die Landesregierung sei sich einig, dass Umweltleistungen der Landwirtschaft auch honoriert werden müssten.
Umweltressortchef Tobias Goldschmidt (Grüne) machte seine Position deutlich: „Mittel- und langfristig werden die Arten- und die Klimakrise unsere größte Herausforderung sein.“ Daher gelte es, Agrarökosysteme zu erhalten. Beim Kampf gegen den Klimawandel nachzulassen, würde noch höhere Folgekosten bedeuten, zum Beispiel mit Blick auf den Meeresspiegelanstieg und die Deichsicherheit. Er bescheinigte den Sektoren Landwirtschaft und Energie, bei der Erreichung der Klimaziele „on Track“ zu sein. Es schade aber auch nicht, sinnvolle Ziele überzuerfüllen, so Goldschmidt.
In der Diskussion meldete sich Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, zu Wort. Er betonte die große Bedeutung der Tierhaltung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum. Die Betriebe seien bereit, mit Effizienz und sinnvollen Maßnahmen zum Klimaschutz beizutragen. Flächentausch sei für den Verband ein vorstellbares Instrument. Hier forderte Lucht mehr Beweglichkeit von der Stiftung Naturschutz als größter Flächeneigentümerin im Land.
Der Zeitplan einer Landwirtschaftsministerin ist eng getaktet. Trotzdem nahm sich Cornelia Schmachtenberg (CDU) in den ersten 100 Tagen im Amt viel Zeit, um die Menschen und Betriebe im ländlichen Raum besser kennenzulernen. Welche Eindrücke sie dabei gesammelt hat und was sie in der laufenden Legislaturperiode noch erreichen möchte, schilderte sie dem Bauernblatt.
Sie sind mittlerweile mehr als 100 Tage im Amt. Wie gefällt Ihnen der Job als Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein?
Das Amt gefällt mir sehr gut. Es macht Spaß, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu sein. Gleichzeitig ist es eine große Aufgabe. Aber ich finde, wir haben in den ersten 100 Tagen schon viel erreicht.
Wie sind Sie am Kabinettstisch aufgenommen worden?
Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Die meisten Kabinettskolleginnen und -kollegen kenne ich aus dem Parlamentsbetrieb schon seit einigen Jahren.
Zwischen Ihrem Haus und dem Umweltministerium gibt es inhaltliche Schnittmengen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne)?
Wir stehen in ständigem Kontakt, telefonieren regelmäßig und tauschen uns intensiv aus. Dabei diskutieren wir offen unsere Sichtweisen und geplanten Vorhaben. Mein Ziel ist, dass wir gemeinsam noch viele gute Projekte für Schleswig-Holstein auf den Weg bringen.
Wie würden Sie Ihre Strategie für erfolgreiche Politik beschreiben?
Mir ist es wichtig zuzuhören, vor Ort im Austausch zu sein und dass man nicht mit vorgefestigter Meinung in gewisse Themen geht. Natürlich habe ich Ziele und Vorstellungen, wie sich die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein entwickeln sollte, aber es gibt nicht die eine Meinung. Das muss man einfach akzeptieren. Ich habe festgestellt, dass die Ziele verschiedener Interessengruppen häufig gleich sind, die Wege dahin aber oft sehr unterschiedlich gesehen werden.
Mit welchen Erwartungen sind Sie in das Ministeramt hineingegangen? Gab es Überraschungen?
Inhaltlich hat mich wenig überrascht. Ich merke, welche besondere Außenwirkung man als Ministerin hat und wie anders man wahrgenommen wird, obwohl ich persönlich die gleiche Person geblieben bin – nur der Job hat sich geändert.
Sie haben kürzlich den Zukunftspreis Landwirtschaft verliehen, den Ihr Vorgänger im Amt, Werner Schwarz (CDU), initiiert hat. Warum sind solche Preise aus Ihrer Sicht wichtig?
Die Preisverleihung war ein schöner Termin. Wir haben so viele großartige Betriebe in diesem Land. Der Preis ist ein Zeichen der Wertschätzung und zeigt auch, wie erfolgreich der Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein war. Der Preis ist also auch als Teil der Umsetzung der 24 Thesen in die Praxis zu verstehen.
Wird es eine Wiederholung des Zukunftspreises geben?
Über die Fortsetzung des Preises diskutieren wir im Moment. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass wir den Zukunftsdialog anders weiterentwickeln. Dazu finden derzeit Gespräche statt.
Die Tierhaltung und insbesondere die Veredlungsbetriebe stehen unter Druck. Das Bundesprogramm zum Umbau Tierhaltung läuft aus, Schlachtstätten schließen, Tierwohlanforderungen steigen. Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten der Tierhaltung in Schleswig-Holstein?
In diesem Sektor passiert im Moment sehr viel, obwohl landwirtschaftliche Betriebe eigentlich Planungssicherheit brauchen. Die ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht in der Form gegeben, wie ich sie mir wünsche. Wir kamen aus einem Prozess mit der Zukunftskommission Landwirtschaft und der Borchert-Kommission, die Lösungsvorschläge erarbeitet haben – diese wurden jedoch nicht umgesetzt. Dass das Bundesprogramm im August ausläuft, ist schade, weil unsere Betriebe Planungssicherheit brauchen. Zudem wissen wir nicht, wie das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz final aussehen wird. Auch das ist nicht gut für die Betriebe. Dazu kommt noch die Schließung des Schlachthofs in Perleberg. Es gibt also viele Ungewissheiten. Ich werde mich für Planungssicherheit einsetzen. Durch die Überführung der Stallbauförderung in die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz ist aber klar, dass wir dafür insgesamt weniger Geld zur Verfügung haben werden.
Sie haben eine Klarstellung für die Düngerausbringung auf leicht überfrorenen Böden vorgenommen. Warum?
Klar ist, dass die Landesdüngeverordnung weiterhin gilt und dass wir auf wassergesättigten, gefrorenen und schneebedeckten Böden nicht düngen dürfen. Die Klarstellung für angefrorene Böden ist fachlich sinnvoll – zum einen zum Schutz des Bodens, zum anderen für eine effizientere Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen. Dabei müssen die Böden tagsüber vollständig auftauen und aufnahmefähig sein. Die Betriebe brauchen mehr praxistaugliche Lösungen, auch mit Blick auf die Bundesdüngeverordnung. Klar ist auch, dass wir gewässerschonend arbeitende Betriebe entlasten müssen. Mit der Plattform Endo-SH sind wir in Schleswig-Holstein schon auf einem sehr guten Weg.
Neben der Landwirtschaft melden auch Naturschutz, Infrastruktur und Erneuerbare Energien Flächenbedarf an. Wie navigieren Sie politisch durch die bestehenden Zielkonflikte?
Wichtig ist, dass wir auch hier im Gespräch bleiben. Fläche ist endlich. Ich glaube, wir brauchen eine große Lösung, haben in dieser Legislaturperiode aber nur noch gut ein Jahr. Ein Projekt, das wir noch angehen wollen, ist die Einrichtung von Niederungsbeiräten. Es braucht Plattformen, wo Menschen zusammenkommen, miteinander reden und gemeinsam Lösungen für eine Region finden.
Die Landesregierung hat die Mittel im Rahmen der Wildgänserichtlinie von 350.000 € auf 1,2 Mio. € erhöht. Wie wollen Sie das Wildvogelmanagement zukünftig gestalten?
Es war ein richtiges Zeichen, dass wir die Mittel aufgestockt haben. Die Grünlandentschädigung wurde somit verdreifacht. Mir ist aber auch bewusst, dass Landwirtinnen und Landwirte am liebsten diese Entschädigung nicht hätten, sondern ihre Flächen ordentlich bewirtschaften wollen. Mein langfristiges Ziel ist daher, dass wir ein Bestandsmanagement hinbekommen. Ein entsprechendes Schreiben mit dem Vorschlag, den Schutzstatus der Wildgänse zu verringern, werde ich an die EU-Kommission richten. Es ist einfach für jeden Betrieb eine psychische und wirtschaftliche Belastung, wenn man hinausfährt und alles vollgekotet und abgegrast ist.
Psychisch belastend für Schäfer ist, wenn der Wolf nachts „zu Besuch“ kommt. Die Ausgestaltung der Aufnahme des Raubtiers in das Bundesjagdgesetz wird gerade in Berlin diskutiert. Was sind für Sie die wichtigsten Punkte?
Zunächst finde ich es gut, dass der Wolf außer im Landesjagdrecht auch im Bundesjagdrecht aufgenommen wird. Ich begrüße besonders, dass ein Bestandsmanagement eingeführt werden soll – das schafft Rechtssicherheit. Für das Verständnis solcher Gesetze ist es immer hilfreich, wenn wir einheitlich vorgehen. Die Einrichtung von wolfsfreien Zonen halte ich insbesondere für die Deichgebiete in Schleswig-Holstein für sinnvoll.
Warum dürfen Landwirte hoffnungsvoll sein, dass Sie es schaffen, den Bürokratieabbau spürbar voranzubringen?
Wir werden die Bürokratie, die in den vergangenen 30 Jahren angehäuft worden ist, nicht innerhalb von zwei Jahren los. Das muss uns bewusst sein. Dennoch treibt uns an, dass wir Verfahren so einfach wie möglich gestalten wollen. Deswegen ist die Arbeitsgruppe Entbürokratisierung in meinem Hause so wichtig, so wie das Postfach für Vorschläge aus der Praxis: buerokratieabbau_landwirtschaft@mllev.landsh.de
Wie weit ist die Entwicklung eines Datenportals?
Wir sind mit der Staatskanzlei und dem Bauernverband im Gespräch, wie wir damit beispielsweise Antragstellungen erleichtern können. Es ist total verständlich, dass nicht jeder Betrieb die gleichen Daten mehrfach eingeben möchte. Ich hoffe, dass wir zu einer guten Lösung kommen werden. Das ist aber kein Projekt, das wir kurzfristig umsetzen können. Wir sind in der Prüfungs- und Konzeptionsphase, die noch bis Herbst dieses Jahres geht.
Wie bewerten Sie die Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein?
Klar ist, dass wir Energiewendeland Nummer eins sind. Wir sind deutschlandweit führend und wollen das auch bleiben. Das ist ein geeintes Ziel in der Koalition. Gerade in der aktuellen weltpolitischen Lage müssen wir unabhängiger werden von Importen – auch bei Energie. Der Ausbau von Windkraftanlagen etwa hat viele finanzielle Mittel in die ländlichen Räume gebracht und eine wirtschaftliche Situation hergestellt, die es so vorher nicht gab. Für die Entwicklung des ländlichen Raums und die Diversifizierung von landwirtschaftlichen Betrieben ist der Ausbau von Erneuerbaren wahnsinnig wichtig. Ich halte auch Biogasanlagen in diesem Gesamtkompendium von Erneuerbaren Energien immer noch für eine zentrale Säule. Es wird ohne Biogasanlagen nicht gehen, und ich werde mich immer dafür einsetzen, dass diese Technik langfristig Perspektive hat.
Wie ist Ihre Strategie, den ländlichen Raum Schleswig-Holsteins stark zu halten, auch mit Blick auf die wahrscheinlich knapperen Mittel, die im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik ab 2028 zur Verfügung stehen?
Der Mehrjährige EU-Finanzrahmen ist für die Ausgestaltung und Entwicklung der ländlichen Räume besonders wichtig, und deswegen sehe ich den aktuellen Entwurf, wie er von der EU-Kommission vorgelegt wurde, durchaus kritisch. Die mündliche Zusage, dass 10 % des Budgets an den ländlichen Raum gehen, ist ein erster Etappensieg gewesen. Das Ziel bleibt schließlich, gleichwertige Lebensverhältnisse hinzubekommen.
Planen Sie Änderungen der grundsätzlichen Förderstruktur?
Die AktivRegionen haben sich bewährt, weil es ein großartiger Bottom-up-Ansatz ist. Menschen vor Ort, die die Region kennen, entwickeln die Region ehrenamtlich mit Hauptamtlichen weiter. Die Menschen vor Ort können somit selbst gestalten, was sie für ihre Region gut finden. Dieses System ist auch aus Demokratie-Perspektive wichtig. Daher setze ich mich dafür ein, dass die EU-Gelder unmittelbar in die Regionen fließen.
Die EU-Kommission plant, im Rahmen der zukünftigen Agrarförderung Degression und Kappung einzuführen. Wie steht Schleswig-Holstein dazu?
Im Moment hält die EU noch an Kappung und Degression fest. Wir machen allerdings sehr deutlich, dass wir das anders sehen. Die Umweltleistungen werden schließlich nicht weniger, je größer ein Betrieb ist. Wir versuchen, die Kommission davon zu überzeugen, dass das nicht der richtige Weg ist. Einfluss nehmen wir beispielsweise über die Agrarministerkonferenz sowie im direkten Austausch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) und EU-Agrarkommissar Christophe Hansen.
Welche europapolitischen Themen beschäftigen Sie neben der Förderpolitik?
Hervorheben möchte ich die Zusammenarbeit mit unserer Partnerschaftsregion Cherson in der Ukraine. Hier hatten wir kürzlich einen zweitägigen Austausch.
Welche Schwerpunkte setzen Sie in der Verbraucherschutzpolitik?
Im Verbraucherschutz haben wir die Katzenschutzverordnung auf den Weg gebracht. Derzeit läuft die Verbändeanhörung. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass Energy-Drinks nicht mehr an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden.
Worauf freuen Sie sich in den nächsten Monaten, und ab wann, glauben Sie, müssen Sie mit Blick auf die Landtagswahl 2027 in Richtung Wahlkampf umschwenken?
Ich glaube, dass wir in diesem Jahr noch in Ruhe regieren können. Diese Zeit möchte ich nutzen. Dadurch, dass ich insgesamt nur anderthalb Jahre Zeit in dieser Legislaturperiode habe, möchte ich so viel wie möglich umsetzen. Ich freue mich auf die kommenden Gespräche und darauf, dass wir hoffentlich gemeinsam viel Positives für die Landwirtschaft, den ländlichen Raum, Europa und den Verbraucherschutz umsetzen können.
Am 12. November 2025 erhielt Cornelia Schmachtenberg ihre Ernennungsurkunde von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Fotos: rq
Im Rahmen der VR Classics in Neumünster fand auch wieder der Schauwettbewerb der Reitvereine statt. Der Sieg ging in diesem Jahr an den Ponyhof Johannsen, der die Jury mit einer Geisterjagd in den Holstenhallen begeisterte.
Seit 1994 ist der Schauwettbewerb der Reitvereine am Donnerstag ein Highlight der VR Classics. Der Publikumsliebling hat in den vergangenen 30 Jahren bereits mit 84 Showteams und 189 verschiedenen Schaubildern begeistert und dabei mehrere Dezibelrekorde gebrochen. Was war da nicht alles dabei: Clownfische und Indianer, Maiskolben, Toreros und Piraten. Der Kreativität der Vereine, Gemeinschaften, Pferde- und Ponyfreunde werden keine Grenzen gesetzt. Limitiert ist nur die Zeit: 6,5 min darf ein Schaubild maximal dauern.
Im vergangenen Jahr waren acht Vereine angetreten. „Das war wegen des Jubiläumsjahres. In diesem Jahr waren im Wettbewerb nur vier dabei“, erklärt Susanne Sager. Sie hat den Schauwettkampf damals initiiert und organisiert ihn bis heute. „Es war wieder eine super Stimmung, und alle hatten viel Spaß“, resümiert sie zufrieden und freut sich über die unterschiedlichen Bilder.
Es sei auch alles gut abgelaufen, allerdings hätten die Breitenburger auf ihre Pferde verzichten müssen, da wegen des winterlichen Wetters in den vergangenen Wochen kein Training möglich gewesen sei. „Die hatten dann ein Holzpferd mit Unterbau dabei, das im Kreis fuhr, und haben darauf voltigiert. Das war eine Megaidee“, berichtet sie. Die Gruppe aus Breitenburg, Kreis Steinburg, wurde von der Jury auf Platz drei gesetzt.
Bunt besetzte Jury
„Für die Jury ist mir immer eine Mischung von verschiedensten Menschen wichtig. Sie sollen beurteilen können, dass alles pferdegerecht abläuft, den Aufwand einschätzen können, aber auch von unterschiedlichen Perspektiven aus auf die Darbietung schauen“, erklärt Sager. In diesem Jahr waren unter anderem die Stadtpräsidentin von Neumünster, Anna-Katharina Schättiger, die Bundesjugendwartin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Heidi van Thiel, Anna Wiatrok für den Sponsor Volksbanken Raiffeisenbanken und der international erfolgreiche Reiter Markus Renzel dabei.
Sie und der Rest der Jury entschieden sich für den Ponyhof Johannsen als Sieger. Vor zwei Jahren hatte das Team um Claudia Stroth und Anne Tiedtke schon einmal den Wettbewerb gewonnen. Sucht man den Stall im Internet, wird man nicht fündig, denn den Ponyhof Johannsen gibt es so gar nicht. Es ist ein privater Reitstall in Katenstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde, und gehört Familie Johannsen, die ihn liebevoll „unseren Ponyhof“ nennt. Stroth und Tiedtke haben dort ihre Pferde zu stehen.
Zum vierten Mal haben sie alle ihre Freunde und Bekannten aktiviert, um ein Schaubild zusammenzubekommen. Sie alle dürfen bei Familie Johannsen in der 60 m langen Reithalle trainieren. „Unsere Schaubilder sind immer in verschiedene Szenen unterteilt, sodass die Leute auch allein proben können“, berichtet Stroth. Erst in den Holstenhallen sind sie dann alle zusammen. „Wir machen vorher nur eine Fußprobe in Neumünster. Dafür suchen wir uns eine ruhige Ecke.“ Besonders wichtig sei es, genau zu besprechen, wer wann in die Halle gehe oder wieder hinaus, denn das Tor sei das Nadelöhr. „Da schwitzen wir immer am meisten“, sagt Stroth. Zum Glück ist auch in diesem Jahr wieder alles gut gegangen.
Viel Aufwand, viel Spaß
Nach dem diesjährigen Erfolg wollen die beiden Organisatorinnen sich erst einmal ausruhen. „Jedes Mal nach der Schau sind wir uns sicher, dass wir im nächsten Jahr im Publikum sitzen und nur zuschauen“, lacht Stroth. Doch dann habe eine von ihnen eine Idee, und sie seien doch wieder dabei.
Die Motivation, an dem Wettbewerb teilzunehmen, sei ursprünglich aus einem alten Traum entstanden. „Wir wollten so gern mal in den Holstenhallen reiten“, verrät Stroth. Deshalb lassen es sich die beiden auch nicht nehmen, selbst im Bild mitzuwirken. Tiedtkes Pferd ist immer in der Springquadrille dabei, Stroth mit ihrem Trakehner Schecken in einer Zirkusszene. „Das ist einfach ein tolles Gefühl, in der Halle zu sein“, finden beide. Nun wird erst einmal aufgeräumt und der Erfolg verdaut.
Beim Publikum kamen übrigens die viertplatzierten „Jungs aufs Pferd“ am besten an. Ihr Thema war „Traum von Olympia“. Dafür hatten sie mehrere Olympiareiter mit in die Bahn geholt: Uwe Sauer (Dressur), Karsten Huck (Springen), Hinrich Romeike und Dirk Schrade (beide Vielseitigkeit). Anschaulich demonstrierten sie den Weg vom Führzügelwettbewerb bis nach ganz oben. Zur Unterstützung hatten sie auch Matthies Rüder dabei, der schon an mehreren Nachwuchseuropameisterschaften teilgenommen hat. „Das war sicher das sportlich ambitionierteste Bild“, meint Sager. „Jungs aufs Pferd“ feierte mit dem Publikumspreis auch den 20. Geburtstag.
Die „Jungs aufs Pferd“ gibt es schon seit 20 Jahren. Sie krönten ihr Jubiläum mit dem Publikumspreis. Foto: Thomas Hellmann
Sager selbst gefiel auch der zweitplatzierte Beitrag sehr gut. Die Ponyreitschule im Reitstall Oelixdorf, Kreis Steinburg, führte mit Unterstützung des Haflinger Freundeskreises „Bibi Blocksberg, Hexenkraft in Gefahr“ auf. Es war das bunteste Bild mit den meisten Kindern: 65 Zweibeiner sowie 31 Ponys und Pferde waren dabei.
Beeteinfassungen trennen Wege, Einfahrten, Pflasterflächen und Rasen von Rabatten ab. Je nach Art der Gestaltung setzen sie entweder klare Grenzen oder sorgen für sanfte Übergänge. Als Materialien kommen Stein, Metall, Holz, Weide oder auch Pflanzen infrage.
Pflastersteine aus Basalt eignen sich prima zur Beetumrandung. Foto: Karin Stern
Mit dem gewählten Werkstoff entstehen ganz unterschiedliche Eindrücke. Optisch sollte das Material zum Stil des Gartens und der Bepflanzung passen. Eine Einfassung aus Feldsteinen oder Baumstämmen fügt sich prima in den naturnah gestalteten Garten ein. Zu exklusiven Edelrosen passt eine Umrandung aus edlem Granit oder auch Sandstein. Dezent und doch wirkungsvoll kommt eine Einfassung aus Cortenstahl daher. Sie harmoniert nicht nur gut im modern gestalteten Garten, sondern gefällt auch zu Steppenbeeten. Natürliches Flair verbreiten lebende Beeteinfassungen aus verschiedensten Stauden und Gehölzen. Als Kriterien gelten hier vor allem ein kompakter, horstartiger Wuchs ohne Ausläuferbildung und gute Schnittverträglichkeit. Im ländlichen Garten fügen sich Beetabtrennungen aus Weide oder Hasel gut ein. Solche Abgrenzungen werden als Fertigelemente angeboten, können aber auch aus Zweigen selbst geflochten werden. Allerdings sind sie nicht so lange haltbar, da sie durch die Witterung spröde werden. In den Boden gesteckt, faulen sie sogar innerhalb weniger Jahre. Eine wichtige Rolle für die Materialauswahl spielt zudem der praktische Nutzen. Bei Abtrennungen aus Weidengeflecht kann es schon einmal passieren, dass eine Staude aus dem Beet herauswächst oder umgekehrt der Rasen sich in die Rabatte ausbreitet.
Weidengeflecht trennt das Beet vom Weg ab. Die Basaltsteine verhindern, dass der Kies ins Beet gerät. Foto: Karin SternSchräg eingebaute Klinkersteine ergeben eine gezackte Kante. Foto: Karin SternWeidenruten fallen alljährlich wieder beim Baumschnitt an. Foto: Karin SternAufgeschichtete Feldsteine verbreiten ein natürliches Flair. Foto: Karin SternBaumstämme vermodern zwar im Laufe der Zeit, passen aber optisch prima auf große Grundstücke. Foto: Karin Stern
Alte Ziegel in der Doppelreihe finden hier eine Wiederverwendung als Beetumrandung. Foto: Karin Stern
Einfassungen aus Stein sind langlebig und pflegeleicht. Ob Granit, Basalt oder Sandstein – im Baumarkt findet sich eine breite Auswahl an Formen und Größen von schmalen Platten über Mähkanten bis hin zu Steinpalisaden. Diese eignen sich besonders zum Ausgleichen von Höhenunterschieden. Ansprechend wirken auch gebrannte rote Klinkersteine als Einfassung. Sie können entweder flach verlegt oder schräg stehend in den Boden eingebettet werden. Auf diese Weise entsteht eine dekorative Zickzack-Kante. Als Alternative zu Naturstein bietet der Baustoffhandel Betonsteine in verschiedenen Farbtönen an. Tipp: Je nach Geländeform oder Beanspruchung des Weges kann das Verlegen der Randsteine in ein Betonfundament sinnvoll sein.
Neben Weidengeflechten fügen sich auch hölzerne Beetumrandungen prima in naturnah gestaltete Gärten ein. Die Möglichkeiten reichen von unbehandelten Eichenbalken über Lärchenrundhölzer und Minipalisaden bis hin zum Roll-Board aus druckimprägnierter Kiefer und dem Bambus-Fertigelement. Doch Vorsicht, zu dünne Rundhölzer wirken schnell verloren. Andererseits hinterlassen zu dicke Exemplare einen schwerfälligen Eindruck. Für die optimale Wirkung achtet man auf das harmonische Verhältnis von Abtrennung und Größe der einzugrenzenden Fläche. Als Faustregel gilt für waagerecht verlegte Hölzer ein Durchmesser von 15 bis 20 cm und für senkrecht eingearbeitete Rundhölzer ein Durchmesser von 12 bis 15 cm als ideal. Eindrucksvoll kommt eine Beeteinfassung aus Kanthölzern daher. Sie lassen sich in Stärke und Höhe ganz einfach an die Beetgröße anpassen. Tipp: Außer als bündiger Rand lassen sich die Holzstücke auch mit ganz unterschiedlichen Höhen einbauen. Diese individuelle Variante zieht den Blick auf sich. Um Verfallserscheinungen so lange wie möglich aufzuhalten, verwendet man am besten Harthölzer wie Lärche, Eiche, Douglasie oder Robinie. Fichte lässt sich zwar leicht verarbeiten und ist recht günstig, allerdings auch bei Bodenkontakt nicht sehr haltbar.
Eibe ,Renkes Kleiner Grüner‘ ist ein toller Ersatz für Einfassungshecken aus Buchsbaum. Foto: Karin Stern
Einfassungen aus Stauden und Gehölzen müssen durch regelmäßigen Schnitt in Form gehalten werden. Vorteilhaft ist jedoch, dass sie ein Beet sanft und ohne harte Kante auslaufen lassen. Wichtige Kriterien für die Auswahl sind der kompakte, horstartige Wuchs, gute Schnittverträglichkeit und die fehlende Neigung zur Ausläuferbildung. Wer auch im Winter etwas von seiner Wegbegrenzung sehen möchte, pflanzt Immergrüne wie die schwach wachsende Zwerg-Eibe ‚Renkes Kleiner Grüner‘ (Taxus baccata), den Kleinblättrigen Rhododendron ‚Bloombux‘ (Rhododendron micranthum) oder die Japanische Stechpalme ‚Dark Green‘ (Ilex crenata). Buchsbaumzünsler und Buchsbaum-Triebsterben verderben inzwischen vielen Gärtnern die Freude an dieser an sich optimalen Einfassungspflanze.
In den vergangenen Jahren erfreuen sich Beetabtrennungen aus Cortenstahl größerer Beliebtheit. Dabei handelt es sich um einen witterungsbeständigen Baustahl, der nach kurzer Zeit oberflächlich rostet und eine korrosionsbeständige Sperrschicht bildet. Sie schützt die Abtrennung langfristig vor Verwitterung. Dieses Material wird vor allem von Liebhabern antiker Rost-Optik geschätzt. Stählerne Abtrennungen lassen sich mit wenig Aufwand in den Boden einschlagen und eignen sich zur Abgrenzung von Wegen und Beeten gleichermaßen. Die Elemente werden in verschiedenen Höhen und Längen angeboten. Tipp: Manchmal bekommt man auf dem Schrottplatz Bandstahl für wenig Geld – ein toller Ersatz für Cortenstahl.
Abtrennungen aus Cortenstahl passen gut zu modern gestalteten Beeten. Foto: Karin Stern
Die Milchanlieferung in Deutschland ist trotz der kalten Witterung nach wie vor leicht steigend und bewegt sich weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Der Vorsprung zur Vorjahreslinie hat sich im Vergleich zum letzten Bericht vor einem Monat wieder erhöht und liegt nun bei gut 6 %.
Die Milchpreise für den Abrechnungsmonat Januar sind daher auch noch deutlicher gefallen als in den Monaten davor. Die Meiereien haben ihren Grundpreis um 1,25 bis 10 ct reduziert. Der Durchschnittspreis liegt nun bei nur noch 33,96 ct/kg und damit um 4,94 ct unter dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 25,20 und 40,00 ct/ kg und klafft damit hierzulande extrem weit auseinander. In Süddeutschland werden zwischen 37,50 und 45,56 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 34,00 und 38,19 ct/ kg. Bei den westdeutschen Meiereien reicht die Spanne von 33,68 bis 39,00 ct/kg.
Steile Rallye für Magermilchpulver
Beim Blick auf die einzelnen Teilmärkte stechen zwei Bereiche deutlich hervor. Dies ist zum einen der Fettmarkt. Hier kommen positive Impulse aus dem Industrierahm-, also Sahne-Bereich. Dieser Rohstoff ist weiterhin gesucht, vor allem von Händlern, die sich für den vorderen Bedarf noch nicht mit ausreichenden Mengen versorgt hatten. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit etwas zurückgegangen. Der Butterbereich wird davon auch beeinflusst, dies zeigt sich bisher allerdings nur in steigenden Notierungen für Blockbutter. Die abgepackte Butter verharrt nach wie vor auf ihren Tiefstständen. Zum anderen sticht aktuell der Pulverbereich deutlich hervor. Magermilchpulver sowohl in Futtermittel- als auch in Lebensmittelqualität hat schon fast wieder das Niveau vor dem Preisverfall erreicht. Hier spielt besonders die große Nachfrage auf dem Weltmarkt den Vermarktern in die Karten. Auch Vollmilchpulver profitiert davon, hat sich aber noch nicht in dem Umfang erholt wie das Magermilchpulver. Allerdings besteht hier aktuell ein deutlich gesteigertes Interesse seitens der Schokoladenindustrie. Hier kurbeln gesunkene Kakaopreise die Produktion an. Für Süßmolkenpulver werden sogar neue Höchststände erreicht. Auch Molkenkonzentrat erweist sich aktuell als ein sehr lukratives Geschäft. Lediglich der Käse-Bereich liegt preislich immer noch regungslos am Boden, obwohl die Lagerbestände sehr klein, also jung sind und die Nachfrage als sehr gut bezeichnet wird. Auf dem Rohstoff-Spotmarkt verzeichnet neben dem bereits angesprochenen Industrierahm auch Magermilchkonzentrat einen deutlichen Anstieg. Hier hat sich inzwischen wieder ein hohes Preisniveau etabliert. Rohmilch wird hier aktuell mit 21 ct/kg gehandelt, das ist wieder ein leichter Rückgang zur Vorwoche.
Wie geht es weiter?
Aufgrund des zeitlichen Verzugs des Milchpreises gegenüber den Marktgegebenheiten dürften die Milchauszahlungspreise für den Monat Februar noch unter denen des Januars liegen. Doch spätestens dann dürften die positiven Signale des Milchmarktes zumindest zu einer Bodenbildung des Milchpreises führen. Wann es dann wieder zu einem Anstieg kommt, hängt nahezu ausschließlich an der angelieferten Milchmenge. Alle anderen Marktparameter sprechen bereits für steigende Erzeugerpreise. So sind etwa die Lagerbestände in allen Teilbereichen sehr klein und die Verbrauchernachfrage ungebrochen hoch. Auch der Weltmarkt sendet deutlich positive Signale. Die Global Dairy Trade in Neuseeland schloss mit +3,6 % im Gesamtindex erneut positiv. Besonders Butter konnte mit +10,7 % sehr deutliche Zugewinne verbuchen. Aber trotz aller positiven Signale: Erst mit einer deutlich fallenden Milchmenge kommt die Erzeugerseite wieder ans Steuer.