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Sind Händlerfinanzierungen günstig?

Die schlechte Erlöslage bei Getreide und Kartoffeln hat in Verbindung mit zu erwartenden Steuernachzahlungen für die in den vergangenen drei Jahren doch guten Gewinne die Liquiditätslage in vielen Betrieben deutlich verschlechtert. Deswegen rücken die Finanzierungsangebote für Maschinenkäufe wieder stärker in den Fokus. Wie Landwirte prüfen können, ob die Angebote auch wirklich günstig sind, beschreibt folgender Artikel.

Damit die Kaufentscheidung bei knapper Liquidität doch leichterfällt, kann beim Kauf fast immer auch ein Finanzierungsangebot in Anspruch genommen werden, selbst für nicht mehr ganz junge Gebrauchte. Diese Angebote zeichnen sich fast immer durch konkurrenzlos günstige Zinssätze (0 % bis 2,49 %) aus. Weil aber auch die Maschinenhersteller und -händler nichts zu verschenken haben, sollten diese Kreditangebote im Vergleich zu Hausbank- oder Eigenkapitalfinanzierungen beurteilt werden. Wie so ein Vergleich aussehen kann, wird an zwei nachfolgenden Beispielen gezeigt.

Schlepperfinanzierung über drei Jahre

Sind beim eigenen „Großen“ nach zwölf Jahren neue Reifen und große Inspektionen fällig oder könnte vielleicht demnächst ein Reparaturmarathon drohen und beim Händler wird gerade ein fast neuer Vorführschlepper angeboten, gibt es aktuell eine günstige Gelegenheit zum Tausch.

Nach dem ersten Orientierungsgespräch mit dem Händler soll der Neue 188.600 € kosten, der Alte würde für 38.800 € in Zahlung genommen. Für die Zuzahlung von 149.800 € gibt es ein Finanzierungsangebot der Hersteller-Bank mit 0 % Zinsen bei drei Jahren Laufzeit und zwölf vierteljährlich zu zahlenden Raten in Höhe von 12.483,33 €. Der quartalsweise Kapitaldienst wurde vom Betrieb gewünscht, Händlerbanken bieten aber fast immer auch Modelle mit monatlicher, halbjährlicher oder jährlicher Ratenzahlung an.

Wie in den Spalten 3 bis 5 der Tabelle 1 anhand von Tilgung und Rest-Valuta nach jeweils drei Monaten gezeigt wird, ist die Rate so bemessen, dass der Kredit bei 0 % Zinsen nach 36 Monaten abbezahlt ist. Aber ist das wirklich günstig? Diese Frage kann aus mehreren Richtungen diskutiert ­werden.

Hausbank-Kredit als sinnvolle Alternative?

Wenn man das Geld nicht hat, bietet sich auch eine Finanzierung mit einem Kredit der eigenen Hausbank an. Hier führt das Orientierungsgespräch mit der Bank zu einem Angebot mit 4,25 % Zinsen bei drei Jahren Laufzeit und vierteljährlicher Kapitaldienstzahlung. Zu finanzieren sind in diesem Fall 142.150 €, weil der Händler die Frage, was am Preis verhandelbar sei, wenn man die Finanzierung selbst organisiere, mit einem Nachlassangebot von 7.650 € beantwortet hat und den Alten unverändert für 38.800 € in Zahlung nimmt.

In den Spalten 6 bis 8 der Tabelle 1 ist der Tilgungsverlauf für den Bankkredit dargestellt, der als Annuitätendarlehen aufgenommen wird, weil dem Betrieb eine niedrige Anfangsbelastung und konstante Raten wichtig sind. Die Kapitaldienstraten werden dann 12.666,57 € betragen, damit der Kredit nach 36 Monaten abbezahlt ist. Moment mal: 12 x 12.666,57 € statt 12 x 12.483,33 €? Ja, genau, das sind 12 x 183,24 €, also in der Summe 2.198,86 € mehr als die Raten an den Händler. Also scheidet diese Option zunächst aus, denn im Gespräch wurde deutlich, dass bei dem kleinen Kreditvolumen der Zinssatz nicht verhandelbar ist.

Wenn der Schlepper in die Jahre kommt, ist guter Rat teuer, denn aufgrund der Erlöse hat sich die Liquidität der Betriebe teils verschlechtert. Finanzierungen müssen her. Foto: Isa-Maria Kuhn

Wie sinnvoll wäre Eigenkapitaleinsatz?

Da der Betrieb in den vergangenen Jahren einige Rücklagen bilden konnte, die aber eigentlich für einen sich abzeichnenden Immobilienkauf genutzt werden sollten, ist die Finanzierung mit Eigenkapital ebenfalls eine zu analysierende Option. Hier wird danach gefragt, wie gut sich das eigene Geld verzinsen würde, wenn die verbliebenen 142.150 € (180.950 € Barkaufpreis – 38.800 € für den Alten) eigenfinanziert würden.

Für die Rückzahlung des Eigenkapitals würde man die Raten aus der Händlerfinanzierung (12 x 12.483,33 €) nehmen. Dann zeigt der in den Spalten 9 bis 11 gezeigte Tilgungs- und Zinsverlauf, dass bei einem Zinssatz von 3,3033 % der Kredit durch zwölf vierteljährliche Raten à 12.483,33 € in 36 Monaten abzahlbar ist. Dieser Zinssatz, der sich in der Situation ergibt, bei der alle Parameter mit Ausnahme des Barzahler-Rabattes von 7.650 € mit der Händler-Finanzierung gleich sind, kann auch als „interner Eigenkapitalzins“ der Maschinenfinanzierung interpretiert werden. Gleichzeitig ist das auch der Zinssatz, der bei der Bank ausgehandelt werden müsste, damit das Hausbankangebot zur Händlerfinanzierung konkurrenzfähig werden kann (deswegen „Gleichgewichts-Zins“ als Überschrift). Als Eigenkapitalzins ist das zwar nicht die Welt, aber immer noch mehr als durch „sichere“ Festgeldanlagen erreicht werden kann.

Und wenn ich noch einmal mit dem Händler rede?

Als dritte Option soll noch diskutiert werden, welchen zusätzlichen Barkauf-Rabatt man beim Händler herausschlagen müsste, damit die bislang unattraktivere Bankfinanzierung mit der Händlerfinanzierung gleichziehen kann. Die Spalten 12 bis 14 der Tabelle 1 zeigen, dass sich ein Betrag von 140.094 € bei 36 Monaten Laufzeit und 4,25 % Zinsen mit zwölf vierteljährlichen Raten à 12.483,33 € abzahlen lässt. Nachverhandeln beim Händler müsste also zusätzlich einen weiteren Preisnachlass von 1.056 € bringen, damit das Finanzieren über die Hausbank gleich attraktiv würde beziehungsweise sich das Eigenkapital mit 4,25 % verzinst. Doch ist das wahrscheinlich? Das hängt stark von den Umständen ab. Rechnet der Händler damit, dass er den neuen Schlepper schnell verkaufen kann, wird das eher nicht klappen. Steht der Neue aber schon einige Zeit auf dem Hof und ist gerade keine Saison, dann könnte der Händler zu größeren Rabatten bereit sein. Warum? Weil er in dem zu verkaufenden Maschinenbestand auch Kapital gebunden hat. Nehmen wir an, dass er den Neuen für 153.000 € ankaufte und für 5.000 € aufhübschte, also 158.000 € gebunden hat, so sind das bei ebenfalls 4,25 % Finanzierungszins zirka 6.720 € Zinsen pro Jahr beziehungsweise 560 € im Monat. Ihn jetzt bar zu verkaufen, ist dann für ihn besser als eine zu erwartende weitere Standzeit von zwei oder mehr Monaten.

Mähdrescherfinanzierung über sechs Jahre

Im zweiten Beispiel ist die Finanzierung für einen Mähdrescher anders gestrickt, weil der sich aus den bei Eigendrusch eingesparten Lohnunternehmerkosten annähernd selbst finanzieren soll. Die Laufzeit der Händlerfinanzierung beträgt deswegen sechs Jahre mit einer jährlichen Rate im Spätsommer. Wegen der längeren Laufzeit und der auch in jedem Jahr späteren Tilgung gibt es die 272.100 € Kredit (338.500 € Kaufpreis – 6.400 € Inzahlungnahme) nicht mehr zum Nulltarif, sondern für immer noch attraktiv erscheinende 1,49 % Nominalzins.

Wie in den Spalten 3 bis 5 der Tabelle 2 dokumentiert, wird unter den genannten Bedingungen ein Kapitaldienst von 47.744,15 € im Jahr erforderlich, um den Kredit in 72 Monaten abzuzahlen.

Die Bewertung dieses Angebots folgt dem gleichen Ablauf wie im Beispiel 1.

Bei Bezahlung mit mitgebrachtem Geld ist das Händlerangebot mit 321.250 € um 17.250 € günstiger und bewirkt einen Finanzierungsbedarf von 254.850 €. Das Finanzierungsangebot der Hausbank liegt bei 4,15 % Zinsen und einer Ratenhöhe von 48.774,06 € im Jahr. Da auch hier die Raten jeweils knapp 1.030 € jährlich höher sind, werden in den sechs Jahren 6.179 € mehr bezahlt. Der Rückzahlungsplan ist in den Spalten 6 bis 8 dargestellt.

Könnte das Barkaufangebot (Zuzahlung 254.850 €) mit Eigenkapital finanziert werden, würden die sechs Einzelraten (47.744,15 € pro Jahr) einem internen Zins von 3,4471 % entsprechen (Spalten 9 bis 11). Auch hier ist es unwahrscheinlich, dass in Nachverhandlungen mit der Hausbank ein um 0,65 % niedrigerer Kreditzins erreicht werden könnte.

In Folgegesprächen mit dem Händler müsste der Kaufpreis durch einen zusätzlichen Preisnachlass von zirka 5.381 € auf 315.869 € (Finanzierungsbedarf: 249.469 €) gedrückt werden, damit bei Ratenhöhen von 47.744,15 € im Jahr eine Rendite von 4,10 % möglich ist.

Tipp für Excel-Affine: Wer ein bisschen Finanzmathematik kann, baut sich das Blatt in Excel nach und kann mit der Funktion „Zielwertsuche“ die Lösungen für die fett gedruckten Werte in eigenen Beispielen errechnen.

Fazit

Kreditangebote für Maschinenkäufe zu beurteilen, ist vergleichsweise einfach möglich. Tabellenkalkulationsbasierte Vergleiche mit Hausbank- oder Eigenkapitalfinanzierungen geben schnell Aufschluss, wo welche Renditen möglich sind und wo wie viel nachverhandelt werden müsste, damit Gleichwertigkeit entsteht.

Fast immer wird bei Maschinenfinanzierungsangeboten mit unnatürlich günstigem Zinssatz die Zinsdifferenz kapitalisiert im Kaufpreis versteckt und selbst bei Barkaufrabatten nicht immer sofort vollständig ausgereicht. Da hat Nachrechnen Sinn, um den Zinsvorteil in einem realistischen Kaufpreisnachlass zu kapitalisieren. Beim Handeln viel Erfolg!

Noch zwei Sätze zur Finanzierungslaufzeit: Wer schon länger mit knapper Liquidität kämpft, wird bei dreijährigen Laufzeiten diese Situation eher verschärfen und sollte nach Laufzeiten von fünf bis sechs Jahren fragen. Wenn aber bei sechsjähriger Laufzeit und hoher Auslastung des finanzierten Objektes die Deckung des Kapitaldienstes nicht erreicht werden kann, sollte die Notwendigkeit der Investition noch einmal auf den Prüfstand, denn das wirtschaftliche Risiko steigt dann deutlich (Fachbegriff: Pay-back-Periode – auf Deutsch: Wann habe ich das Geld wieder heraus?).

Stand der Kulturen

Die Bestände von Wintergetreide und Winterraps sind geprägt durch die zurückliegenden Wochen eines sehr trockenen, aber auch kühlen Frühjahres. Insbesondere eine lange Phase von sonnigen, warmen Tagen, gleichzeitig aber kalten bis regional oftmals frostigen Nächten hat für eine verhaltene Entwicklung und gebremstes Wachstum gesorgt.

Neben teilweisen Frostschäden in Knospen und Blüten des Rapses sind in den Getreidekulturen häufig Stresssymptome in Verbindung mit Pflanzenschutzmaßnahmen aufgetreten. Gerade viele Winterweizenbestände sind relativ heterogen und müssen neben starken Haupttrieben viele schwächere Nebentriebe für die Ertragsbildung mit ausbilden. Jedoch ist der Druck durch Pilzkrankheiten auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Auch die Nährstoffaufnahme blieb längere Zeit gering, bis sich mit den jüngsten Niederschlägen und gestiegenen Temperaturen der vergangenen beiden Wochen die Situation entspannt hat und die applizierten Nährstoffgaben nun besser in den Getreidebeständen, insbesondere durch den Weizen, aufgenommen werden können.

Für den weiteren Vegetationsverlauf wird allerdings noch weiterer Niederschlag benötigt, da jetzt die Phase eines höheren Wasserbedarfs zur Kornfüllung der Kulturen Raps und Gerste, bald auch für den Winterweizen anbricht. Die Bestellung von Sommergetreide, Leguminosen und Rüben wurde durch kurze Niederschlagsphasen im März und April in die Länge gezogen, ist aber abgeschlossen, und die Feldaufgänge sind in Summe zufriedenstellend.

SHMF-Auftakt in Berlin

Beim Frühsommer-Empfang der Landesregierung zum Schleswig-Holstein-Musikfestival erfreuten sich die über 900 Besucher an den musikalischen Klängen des Auftaktkonzerts und am kulinarischen Angebot im Garten der Landesvertretung in Berlin. An acht Gütezeichen-Ständen wurden regionale Köstlichkeiten vom Käsesortiment aus Holtsee bis zum Softeis aus Büffelmilch angeboten.

Der frühe Turniereinstieg im Fokus

Nach dem ­Jungpferdegipfel Anfang des Jahres (siehe BB 12/2026) und den daraus resultierenden Änderungen geht die Diskussion um den Start von jungen Pferden im Turniersport weiter. Im Dialogformat „Heiße Eisen“ in Warendorf diskutierten Experten aus Sport, Zucht, Wissenschaft und Ausbildung über Voraussetzungen, Chancen und Risiken eines frühen Turniereinstiegs und darüber, wie sich Förderung und Verantwortung in Einklang bringen lassen.

Gleich zu Beginn des Abends betonte Gastgeber Prof. Martin Richenhagen, es sei keine Lösung, Kritik auszublenden. Der Präsident von Pferdesport Deutschland führte aus, wer den Pferdesport zukunftsfähig gestalten wolle, müsse sich auch mit kritischen Stimmen auseinandersetzen. Entscheidend sei ein sachlicher Austausch, der auf Argumenten, Wissen und gegenseitigem Respekt beruhe. Es gehe nicht darum, ein ganz anderes System zu schaffen. Vielmehr müssten Reiter, Ausbilder, Richter und Veranstalter noch besser befähigt werden, Überforderung zu erkennen, Pferde zu lesen und verantwortungsvoll zu handeln.

In den sachlichen Austausch stieg dann auch gleich Prof. Christine Aurich von der Veterinärmedizinischen Universität Wien ein. Ihre Forschung zeigt: Frühzeitiges, maßvolles Training ist für junge Pferde nicht schädlich, sondern fördert ihre körperliche Entwicklung und Gesundheit. Die weit verbreitete Annahme, Pferde dürften erst belastet werden, wenn ihre Wachstumsfugen geschlossen seien, gelte als überholt – ähnlich wie bei Kindern, die ebenfalls schon Sport treiben, bevor sie ausgewachsen sind. Es komme immer auf das Maß an.

Neben der körperlichen Entwicklung untersuchte Aurich auch die mentale Belastbarkeit. Das Ergebnis: Bereits ab etwa 18 Monaten können Pferde vorsichtig an Aufgaben herangeführt werden. Die Stressreaktion ist individuell und messbar, etwa über Herzfrequenz oder Kortisol. Auffällig ist, dass junge Pferde etwa bei Transporten oft stärker gestresst reagieren als bei körperlicher Arbeit. Laut Aurich ist eine frühe, behutsame Gewöhnung an neue Reize sinnvoll. Der richtige Zeitpunkt für Turniere hänge jedoch stark von der individuellen Entwicklung und dem Umgang mit dem Pferd ab.

Individuell entscheiden

Auch Ingo Pape sprach sich für eine individuelle Betrachtung junger Pferde aus. Der Pferdewirtschaftsmeister, der in Niedersachsen eine Hengststation betreibt, betonte, dass Pferde nicht in Schablonen gepresst werden dürften. Jedes Pferd bringe eigene Eigenschaften, eigene Voraussetzungen und ein eigenes Lerntempo mit. „,Zehn Pferde sind zehn verschiedene Pferde‘, sagte schon Paul Stecken. Es liegt in meiner Verantwortung, meine Pferde entsprechend zu lesen und für jedes den richtigen Weg zu finden“, sagte Pape.

Wilken Treu, Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes, machte deutlich: „Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch in der Vorbereitung keine Überforderung stattfindet.“ Ein früheres Auftreten könne sinnvoll sein, solange es richtig gemacht werde. Entscheidend sei, Anforderungen so zu gestalten, dass sie altersgerecht blieben und körperliche Überforderung in jedem Alter vermieden werde. „Man kann es in jedem Pferdealter falsch machen, auf der psychischen und physischen Ebene. Ein Pferd psychisch zu überlasten, geht sehr schnell. Deshalb müssen wir uns diesbezüglich noch deutlicher hinterfragen“, mahnte Treu. Die gesamte Branche müsse sich dieser Verantwortung stellen und konsequent daran arbeiten, schwarze Schafe zu erkennen und das Bild des Sports zu verbessern.

Reitmeister Martin Plewa plädierte dafür, mehr Wissen zu vermitteln und die eigenen Ausbildungsgrundsätze konsequenter anzuwenden. Gesundheit und Gesunderhaltung müssten im Mittelpunkt stehen. Zugleich findet Plewa, dass der Blick für gutes Reiten geschult werden müsse. Seine Idee: Bei den Bundeschampionaten solle vor den Reitpferdeprüfungen die Aufgabe vorgeritten werden. Die Vorreiter sollten demonstrieren, wie ein Pferd richtig und pferdegerecht vorgestellt werden könne. Die Ritte sollten entsprechend kommentiert werden, um auch das Publikum zu schulen. „Das ist ein sehr guter Vorschlag, den wir verfolgen werden“, sagte Dr. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Moderator des Abends.

Laufende Entwicklungen

Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies betonte die Bedeutung positiver Verstärkung und eines bewussteren Umgangs mit jungen Pferden. Ausbildung und sportlicher Erfolg seien nicht dasselbe. Gerade deshalb müsse noch mehr darüber gesprochen werden, wie Lernprozesse gestaltet werden müssten, um jedes Pferd individuell zu fördern. Besonders wichtig sei dabei die differenzierte Betrachtung, worüber gesprochen werde – über die Anforderungen, die Bedingungen und die Umstände. Sie wünschte sich eine kleinteiligere Betrachtung des Ausbildungsweges eines Pferdes.

Abschließend ordnete Peiler die Diskussion in laufende Entwicklungen bei Pferdesport Deutschland ein. Der Jungpferdegipfel zu Beginn des Jahres habe bereits wichtige Impulse gesetzt, Arbeitsgruppen hätten konkrete Anpassungen auf den Weg gebracht. Nun werde in den Reitpferdeprüfungen der Bundeschampionate das Pilotprojekt umgesetzt. Es gehe darum, Erfahrungen zu sammeln, Maßnahmen zu evaluieren und dort nachzuschärfen, wo weiterer Handlungsbedarf bestehe. Ziel sei es, Anforderungen so weiterzuentwickeln, dass junge Pferde nicht überfordert und gleichzeitig bestmöglich auf ihre spätere sportliche Laufbahn vorbereitet würden.

Der Abend in Warendorf machte deutlich: Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Turnierstart lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind die individuelle Entwicklung, die körperliche und mentale Belastbarkeit, die Gewöhnung des jungen Pferdes, die Ruhe in der Ausbildung, das Vertrauen zum Menschen sowie das jeweilige Umfeld. lh



Pflanzen, die als „wildsicher“ gelten

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Das Wohnen im Grünen – wunderbar! Wenn nur die hungrigen Gartenbesucher nicht wären. Lassen sich Rehe und Kaninchen nicht fernhalten, kommt vielleicht die Umstellung auf wildsichere Gewächse infrage.

Johanniskraut ‚Hidcote‘ friert im Winter oft zurück. Der Neuaustrieb erfolgt im Frühjahr. Foto: Karin Stern

Rosenknospen und die zarten Triebe vieler Stauden sowie Sträucher sind auch bei Kaninchen und Rehen sehr beliebt. Haben sie einmal herausgefunden, wo die leckeren Pflanzen wachsen, finden die Tiere zuverlässig immer wieder den Weg in den Garten. Dabei wagen sie sich auch nah an Häuser und Terrassen heran. Eine Abwehrstrategie besteht darin, Hecken aus Pflanzen zu setzen, die die Tiere nicht mögen. Dazu zählt das Johanniskraut ‚Hidcote‘ (Hypericum). Es bildet mit einer Wuchshöhe von etwa 1 m allerdings nur eine niedrige Barriere gegen Rotwild und Hasen. Die schalenförmigen, gelben Blüten zeigen sich von Juni bis Oktober. Die Sträucher sind robust, langlebig und pflegeleicht. Man schneidet sie einfach am Ende des Winters bodennah zurück. Für höhere Hecken eignen sich bei passenden Standortverhältnissen auch Hortensien (Hydrangea) und Säckelblumen (Ceanothus). Beide Gehölze werden erfahrungsgemäß von Wild verschmäht.   

An geschützten Standorten kann die Säckelblume stattliche Ausmaße annehmen. Foto: Karin Stern

Doch die Liste der wildsicheren Gehölze ist noch länger. Links liegen gelassen wird der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua). Mit einer Höhe von 8 bis 20 m eignet er sich für große Grundstücke. Alternativ pflanzt man die nur 4 m hohe Zwergform ‚Gum Ball‘ mit attraktiver Kugelkrone. Im Herbst gibt es die spektakuläre orange-rot-violette Blattfärbung als Zugabe. Daneben gelten auch die 4 m hohe Strauchkastanie (Aesculus parviflora) und der Perückenstrauch (Cotinus cog­gygria) als „wildsicher“. Die Strauchkastanie fühlt sich in Sonne und Halbschatten auf normalem Gartenboden wohl. Ihre weißen, bis zu 30 cm langen, aufrechten Blütenrispen zeigen sich von Juli bis August. Der frühjährliche Austrieb ist leuchtend rot. Im Herbst nimmt das Laub eine goldgelbe Farbe an. Der Perückenstrauch braucht einen sonnigen, warmen Platz auf gut durchlässigem, kalkreichem Boden. ‚Royal Purple‘ ist eine empfehlenswerte Sorte mit intensiv schwarz-roten Blättern und auffälligen, perückenartigen Fruchtständen. Die Gelbe oder Pontische Azalee (Rhododendron luteum) darf nicht unerwähnt bleiben.  Der sommergrüne Strauch schmückt sich mit duftenden, gelben Blüten von Mai bis Juni. Im Herbst zeigt das Laub einen intensiven Gelb- oder Orangeton. Die Pflanze braucht einen nährstoffreichen, sauren Boden. Sie ist nicht zuverlässig wildsicher, treibt nach einem Verbiss jedoch schnell wieder aus.

Der Amberbaum benötigt einen sonnigen und geschützten Standort. Foto: Karin Stern
Die wunderschöne Blüte der Strauchkastanie zeigt sich von Juli bis August. Foto: Karin Stern
Der Perückenstrauch bringt mit seiner Blattfarbe Abwechslung in den Gehölzgarten. Foto: Karin Stern
Die Gelbe Azalee im Hintergrund rechts ist nicht zuverlässig wildsicher. Sie treibt nach einem Verbiss jedoch zügig wieder aus. Foto: Karin Stern


Auch im Staudenreich finden sich viele Arten, die Reh & Co. unbeachtet lassen. Unter den niedrigen Stauden gelten Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum), Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), Christrose (Helleborus) und Purpur-Fetthenne ‚Atropurpureum‘ (Sedum telephium) als ungefährdet. Im mittelhohen Bereich empfehlen sich Silberraute ‚Silver Queen‘ (Artemisia ludoviciana), Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), Himalaja-Wolfsmilch ‚Fireglow‘ (Euphorbia griffithii), Sonnenhut (Rudbeckia fulgida), Lampionblume (Physalis alkekengi) und die vielen Sorten der Trollblume (Trollius x cultorum).

Der Blutstorchschnabel ‚Feu d‘Automne‘ blüht von Juni bis September. Foto: Karin Stern
Silberraute ‚Valerie Finnis‘ liebt einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Foto: Karin Stern
Die glatten, glänzenden Wedel des Hirschzungenfarns sind ein echter Hingucker. Foto: Karin Stern
Himalaja-Wolfsmilch ‚Fireglow‘ bevorzugt einen nährstoffreichen, nicht zu trockenen Boden. Foto: Karin Stern
Die Lampionblume breitet sich gern aus. Foto: Karin Stern


Gestaltungsspielraum lassen die zahlreichen Sorten des Chinaschilfs (Miscanthus sinensis). Sie bieten hohe und niedrige Varianten mit Wuchshöhen zwischen 1 und 3 m. Zu achten ist bei der Sortenwahl auf die verschiedenen Blattzeichnungen und Blütenstände sowie die Wuchsform. Manche Sorten wachsen straff aufrecht, andere hängen malerisch über. Chinaschilf bevorzugt in der Regel einen sonnigen Standort. Nur einige wenige Sorten kommen auch gut im Schatten zurecht. Im Halbschatten fühlt sich der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) wohl. Die indigoblauen Blüten erscheinen in der Zeit von Juni bis Juli. Alle Teile der Pflanze sind stark giftig. Dies dürfte auch die Abneigung des Wildes erklären, die sich außerdem auf den giftigen Fingerhut (Digitalis purpurea) erstreckt. Für sonnige Bereiche empfiehlt sich die Gold-Garbe (Achillea filipendulina). Dank der breiten Sortenauswahl kann man mit ihr nicht nur farblich spielen, sondern auch mit Blütezeiten zwischen Juni und August sowie einer Nachblüte im September. Nur einige Beispiele: ‚Feuerland‘ blüht leuchtend rot, ‚Parker‘ goldgelb, ‚Heinrich Vogeler‘ schneeweiß und ‚Terracotta‘ orangebraun. Die Wuchshöhen liegen sortenabhängig im Bereich von 80 bis 120 cm.

Das Chinaschilf ‚Kleine Fontäne‘ überzeugt mit einem überhängenden Wuchs. Foto: Karin Stern
Der giftige Eisenhut wird von Wild nicht angerührt. Foto: Karin Stern
Der Fingerhut bleibt von Rehen unbehelligt, selbst wenn sie den Zaun überwinden sollten. Foto: Karin Stern
‚Parker‘ ist eine robuste, altbewährte Sorte der Goldgarbe. Foto: Karin Stern


Auch wenn alle bisher genannten Pflanzen erfahrungsgemäß von Wild gemieden werden – eine Garantie gibt es leider nicht. Junge Bäume schützt man daher zur Sicherheit mit Kunststoffmanschetten gegen Fege- und Verbissschäden. Ein Zaun oder die dichte, mindestens 170 cm hohe Hecke sind aufwendige, aber recht sichere Maßnahmen gegen unerwünschten Besuch. Mancher Gärtner hat gute Erfahrungen mit einem Produkt namens Wildstopp gemacht. Es enthält Blutmehl und wird auf gefährdete Pflanzen aufgesprüht. Der Geruch verscheucht Pflanzenfresser. Die Wirkung hält nach Herstellerangaben im Sommer bis zu zwei Monate und im Winter bis zu einem halben Jahr an.

Marktkommentar

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Nach über 25 Jahren Verhandlungsdauer kam das EU-Mercosur-Abkommen am 1. Mai 2026 zur vorläufigen Anwendung. Diese vorläufige Version bezieht sich in erster Linie auf den Handel, da das vollständige Abkommen erst noch von sämtlichen Mitgliedstaaten ratifiziert werden muss. Hierdurch ist seit dem 1. Mai die größte Freihandelszone der Welt geschaffen worden. Der Rindfleischbereich hat sich dabei als der sensibelste Bereich des Abkommens herausgestellt.

Dazu beinhaltet es, dass 99.000 t südamerikanisches Rindfleisch zusätzlich zu einem reduzierten Zollsatz von 7,5 %, statt bisher 20 %, in die EU eingeführt werden dürfen. Die bisherigen Einfuhren aus den Mercosur-Staaten beliefen sich auf zirka 200.000 t. Davon fielen bereits 105.000 t unter bisherige Zollermäßigungen. Der Rest wurde bisher zum vollen Zollsatz von 20 % eingeführt. Das neue Zollkontingent begünstigt daher vorerst hauptsächlich ohnehin schon bestehende Importmengen. Der bisherige Marktanteil der Mercosur-Staaten am EU-Rindfleischmarkt von 3,2 % dürfte sich also nur geringfügig nach oben bewegen.

Befürchtungen der Landwirte bestätigen sich

Das Abkommen wurde begleitet von massiven Protesten seitens der Landwirte und Branchenverbände. Kritisiert wurden und werden Auswirkungen auf die Erzeugerpreise in der EU und die unterschiedlichen Qualitätsstandards, insbesondere in Bezug auf die Verwendung von Antibiotika und Wachstumsförderern. Während die Befürchtungen eines Preisverfalls durch deutlich steigende Importmengen größtenteils unbegründet sind, sind die Sorgen der Landwirte in Bezug auf den Bereich Antibiotika und Wachstumsförderer durchaus begründet. Konkret geht es um einen Fall, in dem die EU im Rahmen von Einfuhrkontrollen bereits Anfang März 80 t mit 17-Beta-Östradiol behandeltes Rindfleisch aus Brasilien entdeckt hat. Schon 2024 hat die EU die Maßnahmen der brasilianischen Regierung gegen den Export von hormonbelastetem Rindfleisch als unzureichend kritisiert und entsprechende Empfehlungen ausgesprochen. Diese Vorgaben wurden bisher aber nur unzureichend umgesetzt.

EU reagiert mit Importstopp

Die Konsequenz aus diesem Vorfall in Verbindung mit den deutlichen Lücken in den brasilianischen Kontrollverfahren ist nun, dass die EU Brasilien von der Liste der sicheren Herkunftsländer streicht, trotz Mercosur-Abkommen. Brasilien darf damit – allerdings erst ab dem 3. September 2026 – kein Rindfleisch mehr in die EU liefern, bis es nachweisen kann, dass die EU-Vorgaben eingehalten werden. Dieser Importstopp gilt auch für Geflügel und Honig. Die EU beweist damit, dass sie durchaus in der Lage ist, ihre Vorgaben durchzusetzen. Die Regierung in Brasilien reagierte jedenfalls umgehend und gelobte sofortige Besserung. Wie schnell der mit Abstand größte Rindfleischexporteur der Welt dies auch umsetzt, bleibt abzuwarten. Der Anteil der brasilianischen Rindfleischexporte in die EU an den gesamten Rindfleischexporten des südamerikanischen Landes liegt bei unter 5 %. Von den europäischen Landwirten und Branchenverbänden wird die zumindest vorläufige Verbannung Brasiliens vom hiesigen Markt jedenfalls wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Marktlage für die Woche vom 18. bis 24.5.2026

Getreide: Nachdem die US-Regierung mitteilte, dass China US-Agrarprodukte für 17 Mrd. US-$ kaufen werde, stiegen die Kurse in Chicago an, was positiv auf Paris ausstrahlte.

Raps: Wegen der Angst vor neuen kriegerischen Aktivitäten am Persischen Golf stiegen die Rohölpreise, damit zogen die Kurse für Pflanzenöle an, was den Rapspreis deutlich unterstützte.

Futtermittel: Wie zuvor notierte Futtergerste fest und überstieg vereinzelt Futterweizenpreise.

Kartoffeln: Einige Lebensmittelketten teilten mit, dass sie länger als sonst üblich Lagerkartoffeln anböten, solange diese in guter Qualität verfügbar seien.

Schlachtrinder: Nachdem die Preise zuletzt deutlich nachgegeben hatten, stabilisierte sich der Markt, die Preisempfehlungen blieben unverändert.

Schlachtschweine/-sauen: Nach der deutlichen Preiskorrektur bewegten sich Angebot und Nachfrage aufeinander zu, von einer Marktbelebung konnte aber keine Rede sein.

Ferkel: Die Notierungen waren weiter an die Preise des Schlachtschweinemarktes gekoppelt, was die Einstallpreise deckelte.

Milch: Das Milchaufkommen erreichte weiter ein hohes Niveau und legte zuletzt leicht zu.

Schlachtlämmer/-schafe: Ein kleines Angebot traf auf eine ruhige Nachfrage mit stabilen Preisen.

Markttendenz für die Woche vom 25. bis 31.5.2026

Getreide: In Europa wird der Markt weiter durch die schwache Exportnachfrage belastet. Internationale Käufer halten sich in der Hoffnung auf sinkende Preise zurück.

Raps: Niederschläge sorgen für Entspannung, die Blütenbehandlung ist vielerorts beendet. Regional hat der Rapserdfloh trotz mehrfacher Behandlungen Schäden verursacht.

Futtermittel: Mit den höheren Kursen für die Rohware hat sich auch Rapsschrot leicht verteuert.

Kartoffeln: Die Frühkartoffelernte in Deutschland wird immer wieder von Regen unterbrochen, was angesichts des noch geringen Bedarfs jedoch kaum ins Gewicht fällt.

Schlachtrinder: Bei Jungbullen entspannt sich die Lage, die angebotenen Tiere lassen sich überwiegend zu unveränderten Preisen absetzen.

Schlachtschweine/-sauen: Das bevorstehende lange Wochenende sollte für Impulse im Absatz sorgen, insbesondere im Bereich Grillfleisch und Frischware.

Ferkel: Kurzfristig erwarten Marktbeteiligte stabile Preistrends auf abgesenktem Niveau.

Milch: Immer wärmere und sonnigere Tage sollten den Markt für Frischprodukte mit Nachfrageimpulsen versorgen.

Schlachtlämmer/-schafe: Für die kommenden Wochen gehen die meisten Marktteilnehmer von einer ausgeglichenen Situation aus.

Treffen abseits vom Trubel

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Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Ostholstein.

Das Land zwischen den Meeren bietet viele touristische Highlights, doch selten treten sie so geballt auf wie im Kreis Ostholstein: die lange, stark erschlossene „Promenadenküste“ inklusive der Insel Fehmarn, die Holsteinische Schweiz mit ihren Seen, das nahe Weltkulturerbe Lübeck. Das ist ein riesiges Angebot an Freizeit- und Besuchsmöglichkeiten, die von den Ortsvereinen genutzt werden können.

Es hat aber auch Nachteile: „Fast alle hier sind im Tourismus beschäftigt – mit Zimmervermietung, Cafés, Catering, Hofläden. In der Saison hat da niemand Zeit für Veranstaltungen“, weiß Kathrin Dehn-Schumacher, erste Vorsitzende des KLFV. Und außerdem: „All das kann man auch privat nutzen, wir müssen also gute Gründe haben für unsere Veranstaltungen.“ Einen solchen guten Grund kennt Kreisschriftwartin Heike Drews: „Man ist in ein soziales Gefüge eingebunden und unternimmt etwas, das man allein nicht machen würde oder könnte.“

OH – klein, aber oho!

Mit sieben Ortsvereinen (OV) gehört Ostholstein (OH) zu den kleineren Kreisverbänden. Der Vorstand ist mit acht Mitgliedern allerdings sehr gut besetzt, zwei Junge LandFrauen gehören als neue Beisitzerinnen dazu. Drei feste Veranstaltungen des Kreisverbandes gibt es im Jahr: die Jahreshauptversammlung, eine Sommerveranstaltung, in der reihum die Ortsvereine zu Highlights in ihrer Region einladen (dieses Jahr in die Kirche in Bosau aus dem 12. Jahrhundert mit Orgelführung und Besuch des historischen Friedhofs), sowie ein gemütliches Wintertreffen „ohne Tagesordnung“ zum Austausch. Alle zwei Jahre findet ein KreisLandFrauentag statt. Das nächste Mal wird die Journalistin Heike Götz über ihre Pilgerfahrt auf der Via Baltica von Usedom bis Bremen berichten.

Hafenbesichtigung in Neustadt Foto: KLFV

Obst, Gemüse und Gesang

Die Ortsvereine sind ebenfalls sehr aktiv, etwa mit Radtouren und Sport, einer Tagesfahrt nach Wismar, einem Vortrag „Frauen und Finanzen“ zur persönlichen Vorsorge, mit Betriebsbesichtigungen zum Obsthof Epona bei Eutin, zum Erdbeerhof Mougin oder zum Spargelstechen. Einmal im Jahr steigt eine After-Work-Party in Malente mit Picknick. Sowohl Fehmarn – mit 300 Mitgliedern der stärkste Ortsverein – als auch Neustadt verfügen über einen LandFrauenchor. Die OV Eutin und Bad Schwartau haben ihr Spektrum zu „StadtLandFrau mit Tradition“ in ihrem Logo erweitert.

Seit 2023 gibt es in Ostholstein auch die Jungen LandFrauen, die unter anderem zum monatlichen Stammtisch einladen. „Zur Gründung kamen rund 100 Frauen“, freut sich Anja Willemeit. Möglicherweise wurde der OV Lensahn dadurch gerettet, dass drei Junge LandFrauen bereit waren, dort in den Ortsvorstand einzutreten.

Immer wieder werden die LandFrauen auch zu gesellschaftlichen und sozialen Themen angefragt, etwa über den Sitz im Gleichstellungsbeirat des Kreises zur Geburtenversorgung oder zum Projekt „ein Bus gegen Einsamkeit“.

Stelen sägen im „Team Gaby“

Foto: KLFV

Dieses Jahr wird der OV Eutin 80 Jahre alt und ist damit der älteste, noch vor dem Landesverband – „die Mutter aller LandFrauenvereine“, wie Drews stolz vermerkt. Die Gründung fand am 9. April 1946 noch in der britischen Zone statt „unter Bewachung einer britischen Offizierin“. Gefeiert wurde der 80. Geburtstag im Eutiner Brauhaus. Frühere Vorstandsdamen erzählten von ihrer Tätigkeit, Wagners Salon-Quartett gestaltete das musikalische Programm.

Molkenpulvermarkt boomt

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Die Milchanlieferung bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Milchspitze ist erreicht, auch wenn sich noch leichte Steigerungen ergeben. Es wird vorerst aber mit einer Seitwärtsbewegung der Milchanlieferung gerechnet und noch nicht mit einem Abfallen.

Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise für den Monat April leicht angehoben, in vier Meiereien blieb der Auszahlungspreis unverändert. Die Preisanhebung lag in einer Spanne zwischen 1 und 3 ct/kg. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 34,95 ct/ kg und damit 1,2 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 30,20 und 40,00 ct/kg. Sie bleibt unverändert zum Vormonat. In Süddeutschland liegt die Spanne erneut in einem nahezu identischen Bereich. Hier werden zwischen 30,46 und 40,40 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 36,50 ct/ kg. Hier hat sich die Spanne somit insgesamt etwas nach oben verschoben. Die Spanne der westdeutschen Meiereien deckt den Bereich von 31,50 bis 38,40 ct/kg und hat sich somit nach oben hin erweitert.

Butter auf Rekordtief

Die Stimmung auf den einzelnen Teilmärkten ist nach wie vor sehr unterschiedlich. Das Zugpferd ist weiterhin der Pulverbereich, auch wenn es innerhalb des Teilmarktes inzwischen sehr uneinheitliche Entwicklungen gibt. So ist für Vollmilchpulver noch ein eher fallendes Niveau festzustellen, auch wenn hier in den kommenden Wochen mit einer Belebung aufgrund der deutlich gefallenen Kakaopreise zu rechnen ist. Bei Magermilchpulver haben sich in den letzten Wochen weitere Preisaufschläge ergeben, aktuell tendiert das Preisniveau aufgrund einer abgeebbten Nachfrage etwas schwächer. Molkenpulver kennt besonders in den Lebensmittelqualitäten nach wie vor nur eine Richtung, nämlich nach oben. Allerdings sind kaum noch Mengen verfügbar. Deutlich negativ entwickelt haben sich die Preise sowohl für abgepackte Butter als auch für die 25-kg-Blöcke. Blockbutter bewegt sich inzwischen unter der Marke von 4,00 €/kg und somit sogar noch deutlich unter den bisherigen Tiefstständen vom Januar dieses Jahres. Auch abgepackte Butter erreicht einen neuen Tiefststand. Im Käsebereich ist von einer ausgeglichenen Marktlage auf niedrigem Preisniveau mit weiterhin leicht steigender Preistendenz die Rede.

Der Hype um das Milchprotein

Die Nachfrage nach Molkenpulver ist in jüngster Zeit nahezu explodiert. Dies hat mit verschiedenen Trends in der Ernährungsindustrie zu tun. Molke entsteht bekanntlich als flüssiges Nebenprodukt bei der Herstellung von Käse, das sich nach Zugabe von Enzymen (Lab) zur Milch vom Käsebruch, aus dem Käse hergestellt wird, trennt. Diese fettarme und proteinhaltige Flüssigkeit wird weiterverarbeitet und in Pulverform getrocknet, wodurch das proteinreiche Nahrungsergänzungsmittel Molkenproteinpulver mit mindestens 80 % Protein entsteht. Früher wurde Molke als billiges Futter in der Schweinemast verwendet, heute wird sie zahlreichen Erfrischungsgetränken beigemischt. Wachsendes Interesse kommt auch aus dem Fitnessbereich, wo Molkenpulver zum Muskelaufbau als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt wird. So ist Molkenpulver, nicht zuletzt auch durch den Hype um die sogenannten GLP1-Abnehmmedikamente, zu einem der begehrtesten Rohstoffe der Lebensmittelindustrie geworden. Die Nutzer dieser sogenannten Abnehmspritzen wollen mit Molkeprodukten den Nebenwirkungen dieses Medikaments etwas entgegensetzen. Zu diesen gehört zum Beispiel ein deutlicher Muskelabbau. Der Vorteil von Molkenprotein im Vergleich zu anderen Proteinpulvern aus Getreide liegt etwa im Geschmack und sin einer Gluten-Freiheit. Entsprechend ist der Markt wie leer gefegt, da es nicht genügend Produktionskapazitäten gibt. Somit hat sich die Molke zu einem Trend-Milchprodukt entwickelt, das durchaus in der Lage ist, die zukünftigen Milchpreise positiv zu beeinflussen.

Rechnen sich Alternativen zum Diesel?

Die Frage, ob sich Alternativen zum Diesel rechnen, stellen sich derzeit viele Landwirte angesichts hoher Preise und unsicherer Versorgungslage. Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing hat hierzu den Online-Rechner „Alberto“ (Alternative Betriebsenergien Rechner für Traktoren online) entwickelt, mit dem sich die Wirtschaftlichkeit alternativer Kraftstoffe abschätzen lässt.

„Alternative Antriebsenergien wie Rapsöl, Biodiesel, HVO, Biomethan und elektrischer Strom können zum Teil von der Landwirtschaft selbst erzeugt werden und so die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherer und klimafreundlicher machen“, so Dr. Johannes Ettl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am TFZ. Er entwickelte „Alberto“, der Landwirten eine Kalkulationshilfe zu alternativen Antriebsenergien bietet. Das Online-Tool berücksichtigt dabei die Bedingungen auf dem jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb. Kosten für Mehrinvestitionen in Maschinen und Infrastruktur, für Wartung und Kraftstoff beziehungsweise Ladestrom können entweder aus den Voreinstellungen übernommen oder frei gewählt werden. Zudem weist der Rechner eingesparte Treibhausgas-Emissionen aus und macht den Beitrag zum Klimaschutz deutlich. Der Online-Rechner „Alberto“ wurde im Rahmen des Projekts „Umland“ erstellt. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert. Dabei demonstrieren und erproben die Wissenschaftler verschiedene Konzepte zur Nutzung Erneuerbarer Antriebsenergien für Land- und Forstmaschinen im praktischen Betrieb.

„Alberto“ ist unter https://www.erneuer​bar-tanken.de/alberto und https://www.tfz.bayern.de zur kostenfreien Nutzung verfügbar.

Wissenschaftliches Gutachten: Biodiversität braucht Bauern

Für eine enge Verzahnung der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit der EU-Wiederherstellungsverordnung sprechen sich der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) beim Bundeslandwirtschaftsministerium und der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) aus. „Die GAP 2028 bis 2034 sollte als Chance für die Wiederherstellungsverordnung verstanden und genutzt werden“, heißt es in einem Gutachten, das beide Räte in Berlin vorgelegt haben.

Darin kritisieren die Expertengremien den Vorschlag der EU-Kommission, in der neuen Förderperiode keine bindenden Finanzvorgaben mehr für Umweltausgaben zu machen. Eine stabile und auskömmliche Finanzierung sei jedoch essenziell, wenn die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung primär auf freiwilliger Basis erfolgen solle. In der GAP-Förderung müsse es daher einkommenswirksame Anreizkomponenten geben. Deswegen sei in der Ausgestaltung der neuen GAP-Förderperiode ein verbindliches Mindestbudget auf europäischer Ebene für umweltbezogene Zahlungen festzulegen, fordern die Wissenschaftler.

„Notwendige Reaktion“

Die beiden Räte plädieren für eine agrarräumlich angepasste Förderung innerhalb der GAP. So könnten regionalisierte Prämienhöhen, eine Ergebnisorientierung und kooperative Ansätze einen richtungsweisenden Beitrag leisten, um die Ziele der Wiederherstellungsverordnung zu erreichen. Notwendig sei dabei, die finanziellen Mittel auf wirksame Agrarumweltmaßnahmen zu konzentrieren: „Bei geeigneter Programmierung und Umsetzung können Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen effektiv umweltfreundliche landwirtschaftliche Praktiken fördern und damit zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von Lebensräumen beitragen.“

Der Wissenschaftliche Beirat Biodiversität und der Sachverständigenrat betonen in ihrem Gutachten ausdrücklich den Zusammenhang zwischen der Zukunft der Landwirtschaft und dem Erhalt der biologischen Vielfalt. „Schädlingsregulation sowie Nährstoff- und Wasserkreisläufe sind für die Nahrungsmittelproduktion und damit für die Ernährungssicherung sowie für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe von entscheidender Bedeutung“, so WBBGR und SRU. Beide Räte verwahren sich zugleich gegen eine wachsende Kritik an der Wiederherstellungsverordnung. Sie sei aus deren Sicht „eine notwendige Reaktion auf den anhaltenden Biodiversitätsverlust“.

Gesellschaftliche Akzeptanz

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßte das Gutachten. „Die europäische Politik muss gerade in Zeiten knapper Kassen für gesellschaftliche Akzeptanz der Agrarförderung sorgen“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbandes, Tina Andres. Deutschland müsse sich bei der Verteilung der GAP-Milliarden dafür einsetzen, dass diese an Umweltleistungen seitens der Empfänger geknüpft würden. Andres unterstützt ausdrücklich die Forderung, darüber hinaus Anreize zu finanzieren. Die Landwirtschaft könne ihrer Verantwortung für die Umwelt nicht zum Nulltarif gerecht werden.

Die BÖLW-Vorsitzende hob hervor, dass der Ökolandbau in der Stellungnahme als „sinnvoller Baustein einer abgestimmten und ganzheitlichen Strategie in der Agrarumweltpolitik“ gewürdigt werde. „Mit einer stärkeren Förderung des Ökolandbaus würde Deutschland also aus wissenschaftlicher Sicht seiner umweltpolitischen Verantwortung gerecht“, stellte Andres fest.