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Frauen gestalten Landwirtschaft

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Drei Betriebe, unterschiedliche Lebenswege und viele persönliche Gespräche: Die Bustour der Landwirtschaftskammer durch den Westen Schleswig-Holsteins brachte Landwirtinnen zusammen und zeigte, wie vielfältig Frauen Landwirtschaft gestalten. Auf dem Hof Hadenfeldt in Wrohm, dem Hof Hansen in Hemmingstedt und dem Meves-Hof in Eddelak standen die Frauen und ihre Erfahrungen im Mittelpunkt.

Es ging um den eigenen Platz im Familienbetrieb, die Zusammenarbeit zwischen den Generationen, aber auch um Einkommenskombinationen wie Green Care und Bauernhofpädagogik. Besonders wertvoll war die Vernetzung untereinander. Auch zwischen den Stationen wurde im Bus intensiv diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und neue Kontakte geknüpft. Unterschiedliche Perspektiven und gegenseitige Impulse prägten so den Tag – auf den Höfen ebenso wie während der gemeinsamen Fahrt.

Auf geht’s: Nach der Begrüßung durch Kammerpräsidentin Ute Volquardsen starteten die Teilnehmerinnen in Rendsburg zur gemeinsamen Bustour durch Dithmarschen.
Hella Hadenfeldt gab auf dem Hof Hadenfeldt Einblicke in ihren Weg im Familienbetrieb und zeigte, wie auch mit kleinen Schritten neue Ideen umgesetzt werden können.
Auf dem Hof Hansen berichtete Alina Hansen-Bock (Mitte) von ihrem Weg in den Familienbetrieb und davon, die eigene Rolle im Unternehmen zu finden. Kammerpräsidentin Ute Volquardsen (r.) bedankte sich für die Einblicke.
Wiedersehen inklusive: Teilnehmerinnen des Unternehmerinnen-Coachings der Landwirtschaftskammer nutzten die Bustour, um bestehende Kontakte aufzufrischen und sich weiterzuvernetzen.
Landwirtschaftsministerin und Schirmherrin Cornelia Schmachtenberg (CDU; r.) ­begleitete die Tour bis zum Mittag und nutzte die Betriebsbesuche für den direkten Austausch mit den Landwirtinnen.
Mit dabei waren auch Kammer-Geschäftsführerin Stephanie Wetekam (li.) und Ideengeberin Rixa Kleinschmit. Im Mittelpunkt des Tages standen der persönliche Austausch und die Vernetzung der Frauen untereinander.
Auf dem Meves-Hof entdeckten die Teilnehmerinnen auch selbst gemachte Filzarbeiten.


Im Ernteverkehr: Mobiltelefon aus, Gurte an!

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Rollt die Maiskette, ist auch die Polizei verstärkt im Einsatz. Schon jetzt führt der Fachdienst beim Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Nord (PABR Nord) vermehrte Schwerpunktkontrollen durch. Das Bauernblatt hat Anna Karamoor und Heiko Lührs, Spezialkräfte für den landwirtschaftlichen Verkehr, begleitet.

Zu einer ersten Begegnung kommt es in der schönen Knick­landschaft zwischen Eggebek und Bollingstedt. Lührs und Karamoor stoppen auf dem Feldweg einen älteren Schlepper mit Güllefass. Lührs hat „im ersten Leben“ seinen Landwirtschaftsmeister absolviert und bringt den Blick für technische Details mit. Schnell stellt der Beamte einen Masse-Fehler in der Lichtanlage und eine festgerostete Handbremse am Fass fest, auch das 25-km-Schild ist altersbedingt nur noch zu erahnen. Dafür ist das Geschütz sauber, die vorgeschriebenen Keile und seitlichen Reflektoren sind vorhanden.

„Ein Klassiker“, bemerkt Lührs. Wegen der technischen Mängel stellen die Beamten einen Kontrollbericht mit 14 Tagen Frist zur Reparatur aus. Wird das Fahrzeug in der Zeit vorgeführt, ist die Sache erledigt. Bleibt die Rückmeldung aus, geht ein Bericht an die Zulassungsstelle, die das Fahrzeug dann stilllegen kann. Bei gravierenden Mängeln erfolgt eine Meldung an die Berufsgenossenschaft.

Bis zur Stilllegung

Ist das Fahrzeug bei der Kontrolle nicht verkehrssicher, wird es sofort stillgelegt und muss abtransportiert werden. Auch fehlende Sondergenehmigungen, etwa für den Transport von Kettenbaggern zur Knickpflege, führen zur Stilllegung.

Weiter geht es auf die Langstedter Straße Richtung Bollingstedt. Hier stoppt Lührs einen Unimog mit Anhänger der Landhandelsfirma J. Stöven. Man sieht dem Gerät die Arbeit an, doch es gibt nichts zu beanstanden, Papiere sind ebenso vorhanden.

Moderne Fahrzeuge haben eine automatische lastabhängige Bremse, erklärt der Polizist. Bei älteren Anhängern werde die Bremskraft dagegen manuell über einen Hebel eingestellt – häufig stehe dieser auf „halb“, was bei vollem Wagen nicht ausreicht. Einkreisbremsanlagen seien generell verboten, auch wenn die Kupplung an älteren Schleppern oft noch vorhanden sei.

Auch bei der betrieblichen Kontrolle der Bremsbeläge fielen ältere Anhänger oft durchs Raster. Bremsen würden am ehesten beim Trecker kontrolliert, weil dieser im Rahmen der Hauptuntersuchung in die Werkstatt komme, weiß die „Landmaschinen-Streife“. Bei kleineren Gespannen komme es häufiger vor, dass ein nur für 25 km/h zugelassener Anhänger hinter einem 40-km/h-Zugfahrzeug hänge.

Der Führerschein der Klasse T berechtigt nur zur Fahrzeugführung für rein landwirtschaftliche Zwecke. Wer gewerblich fährt, etwa für ein Lohnunternehmen, braucht eine Lkw-Fahrerlaubnis. Fährt ein Landwirt mit T-Führerschein im Auftrag eines Nachbarn, bewegt er sich schnell in einer Grauzone. Karamoor, die vor ihrer Laufbahn bei der Polizei ein Grundstudium der Rechtswissenschaften absolviert  hat, hält die Regelung für wenig praxisnah.

Reaktion meist entspannt

Wie Karamoor berichtet, sind die Reaktionen der Kontrollierten meist norddeutsch-entspannt. Der Versuch einer Ausrede gehöre zwar dazu, echten Unmut gebe es aber selten. Auch bei den Betroffenen an diesem Tag fallen die Rückmeldungen einsichtig aus.

Johannes Peters ist seit 33 Jahren bei Bunde Wischen angestellt und im Nebenerwerb Landwirt. Die Kontrolle ergibt, dass der Auffangbehälter für Lecköl der Heckhydraulik bei seinem Same nicht angeschlossen ist. Beim Ankuppeln der Hydraulikleitungen kann technisch bedingt Öl austreten. Wird der Behälter nicht geleert, läuft er über.

Daneben mahnen die Beamten den Fahrer, Warntafeln am Mulcher anzubringen, da dieser über die Schlepperbreite hinaus in die Fahrbahn rage. Peters weiß: Kleinigkeiten fallen immer einmal auf, das gehört dazu. Es hilft seiner Ansicht nach, wenn die Polizei darauf aufmerksam macht.

Ähnlich sieht es Tobias Petersen vom Hof Neue Erde aus Jerrishoe. Beanstandet wird ein Gegenstand im Fußraum, der unter das Gaspedal des John Deere rutschen könnte. Dazu ein ungesicherter Frontbolzen und etwas viel Dreck auf dem Heckmulcher. Petersen hält die Kontrollen für richtig, schließlich fahre „genug Schrott“ auf den Straßen herum. An der gleichen Stelle stoppt Karamoor dann noch zwei junge Mitarbeiter der Firma Hand Landtechnik aus Bollingstedt auf dem Weg zum Mittagsimbiss. Jim Pröpper aus Espelkamp mit seiner Simson Schwalbe darf dank Sonderregelung mit seiner AM-Fahrerlaubnis 60 km/h fahren, bei der Kontrolle gibt es nichts zu beanstanden. Er selbst findet die Aktion völlig in Ordnung. Auch bei seinem Kollegen Jonas Michelsen, mit einem deutlich neueren Kraftrad unterwegs, läuft alles reibungslos.

Cross-Compliance-relevant

Die Bandbreite der Sanktionen ist groß, berichtet Lührs: Ein fehlender Bremskeil kostet 5 €, ein Verstoß gegen die Anschnallpflicht auf dem Trecker, sofern ein Gurt vorhanden ist, 30 €. Häufig wird die Handynutzung am Steuer geahndet – auf dem Schlepper ist diese Verfehlung gut sichtbar. Sie schlägt mit rund 100 bis 125 € sowie einem Punkt beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg zu Buche. Über die reine Fahrzeugkontrolle hinaus achten die Beamten auch auf Cross-Compliance-Verstöße: Wird etwa beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln das Gestänge nicht sauber geführt und ragt über den Feldrand hinaus, kann auch das gemeldet werden. Am Ende formulieren die Polizisten einen klaren Appell: „Handy weg, Gurt anlegen und mit gesundem Menschenverstand agieren!“

Straße sauber halten

Wer sieht, dass sein Fahrzeug die Straße verschmutzt, sollte diese regelmäßig säubern. „Es ist immer noch Motorradsaison“, warnt Lührs. Eine durch Erde oder Erntereste verschmutzte Fahrbahn stellt im Dunkeln eine erhebliche Gefahr dar. Wer hier nachlässig ist, muss mit bis zu 500 € Bußgeld rechnen. Karamoor abschließend: „Es geht nicht darum, Landwirte zu ärgern, sondern Unfälle zu verhindern. Diese sind im landwirtschaftlichen Verkehr zwar selten, aber sie verlaufen besonders schwer.“

Hilfreich: Warnschilder für den Begegnungsverkehr
Bremsen müssen bremsen.
Landtechniker mit Mittagshunger

Kuhprofis zu Gast im LVZ Futterkamp

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Im Lehr- und Versuchszentrum (LVZ) Futterkamp der Landwirtschafts­kammer fand, wie auch in den vergangenen Jahren, im Rahmen der Fortbildungsreihe „KuhProfis“ ein Seminartag statt. Die Reihe umfasst insgesamt zehn Termine, bei denen sich die Teilnehmenden umfassend mit Fütterung, Tiergesundheit, Klauengesundheit, rechtlichen Rahmenbedingungen und Arbeitsorganisation in Theorie und Praxis befassen. Als Veranstalter kooperieren die Agrarberatung Mitte, die Vereinigung für Rinderspezialberatung (VRS) Steinburg, VRS Dithmarschen, VRS Nordfriesland und das Tierärzteteam Nord.

Besprechung der Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane beim Rind

Der fachliche Teil begann mit einem Vortrag zum Thema Geburtshilfe von Dr. Simone Janzen-Schieferdecker und Jan-Oke Sacht (Tierärzteteam Nord).

Am Simulator konnten die Teilnehmenden verschiedene Trächtigkeitsstadien ertasten.

Daraufhin folgte eine Praxisphase im AgriSkillsLab, für die die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, die im Wechsel zwei Stationen durchliefen. An der ersten Station wurden unter Anleitung Übungen am Dummy für Geburtshilfe absolviert. Die Arbeit mit dem Dummy diente dazu, Griffe bei erschwerten Geburtslagen beim Rind zu trainieren. Parallel dazu wurden an der zweiten Station Übungen zur rektalen Trächtigkeitsuntersuchung beim Rind durchgeführt. Dabei konnten die Teilnehmenden anhand der verschiedenen Modelle unterschiedliche Trächtigkeitsstadien ertasten und vergleichen.

Am Nachmittag wurden in der Bau- und Energielehrschau tierwohlgerechte Stalleinrichtungen besichtigt und Merkmale der Tiergerechtheit diskutiert. Hier stand insbesondere die Beurteilung von Liegeboxen und Fressgittern im Fokus.

Unterschiedliche Liegeboxen in der Bau- und Energielehrschau
Die Kuhbrille zeigt, wie Kühe ihre Umgebung wahrnehmen.

Anschließend wurde mithilfe des Tieraugensimulators, der sogenannten Kuhbrille, unter der Fragestellung „Wie guckt die Kuh?“ die visuelle Wahrnehmung der Rinder demonstriert, um bauliche Stallkomponenten gezielt aus der Tierperspektive bewerten zu können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Rundgang durch den Rinderstall des LVZ Futterkamp.

Das Seminarkonzept basiert auf dem Transfer von theoretischen Grundlagen in praktische Fertigkeiten durch die Nutzung von Simulationstechnik und Lehrschauen in Kleingruppen. Für Betriebe und Institutionen, die an einer Nutzung des AgriSkillsLab interessiert sind, ist Kim-Juelie Sonn die Ansprechpartnerin.

Die Umsetzung erfolgte mit finanzieller und fachlicher Unterstützung durch Boehringer Ingelheim. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Fachwissen aus der landwirtschaftlichen Beratung und der Tiermedizin für die landwirtschaftliche Praxis zu bündeln.

Der Seminartag am LVZ Futterkamp wurde durch Eler gefördert und in Zusammenarbeit des Fachbereichs Rind und des Tierärzteteams Nord durchgeführt.

Auch für das Jahr 2027 ist eine Seminarreihe „KuhProfis“ unter Beteiligung des LVZ Futterkamp der Landwirtschaftskammer geplant. Die Veranstaltung richtet sich an Herdenmanager und alle Interessierten.

Körnermais im Norden braucht Trocknungsstrategie

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Frühe, ertragsstarke Körnermaissorten erweitern die Anbaumöglichkeiten in Norddeutschland. Damit wird Körnermais für viele Betriebe zur wirtschaftlich und ackerbaulich interessanten Marktfrucht. Über den Erfolg entscheidet jedoch nicht allein der Ertrag. Sortentyp, Erntefeuchte, Trocknungstechnik und Energieträger müssen zusammenpassen. Wer heute eine Anlage plant, sollte deshalb nicht mehr nur Tonnenleistung einkaufen, sondern ein langfristig tragfähiges Energie- und Logistikkonzept.

Körnermais war in Norddeutschland lange eine Kultur für günstige Standorte und mutige Betriebsleiter. Das hat sich verändert. Die Züchtung stellt heute frühe Sorten mit niedriger Körnerreifezahl bereit, die auch unter norddeutschen Bedingungen sicher abreifen und stabile Erträge erreichen können. Der Standort bleibt entscheidend. Auf warmen Böden, bei passender Wasserversorgung und mit einer konsequent auf Frühreife ausgerichteten Sortenwahl ist Körnermais inzwischen deutlich besser kalkulierbar als noch vor wenigen Jahren.

Auch die Marktleistung spricht für eine erneute Prüfung. Körnermais erzielt als standardisierte Handelsware eine andere Wertschöpfung als Silomais und erweitert die Vermarktungsmöglichkeiten viehloser Betriebe. Hinzu kommen ackerbauliche Vorteile. Als Sommerung unterbricht Mais getreidebetonte Fruchtfolgen. Die späte Aussaat schafft Zeit, bereits vor der Maissaat eine erste Welle auflaufender Ungräser mechanisch oder chemisch zu beseitigen. Gerade auf Flächen mit Ackerfuchsschwanz- oder Weidelgrasproblemen kann dieser Fruchtwechsel wertvoll sein. Er ersetzt allerdings kein Resistenzmanagement und verlangt wegen der späten Bodenbedeckung einen sorgfältigen Erosions- und Bodenschutz.

Körnermais gehört nicht in Feuchtgetreidezellen. Langtrichtergossen erfüllen alle Voraussetzungen zur kontinuierlichen Beschickung der Maistrocknung, ohne permanent Personal dafür bereitstellen zu müssen. Foto: Cay-Henning Hastedt

Zusätzliche Flächen könnten aus dem Strukturwandel im Biogasbereich kommen. Anlagen, die nach dem Ende ihrer bisherigen EEG-Vergütung kein tragfähiges Anschlusskonzept, keine Flexibilisierung und keine gesicherte Wärmenutzung aufgebaut haben, geraten wirtschaftlich unter Druck. Wo dadurch der Bedarf an Silomais sinkt, werden etablierte Maisstandorte frei. Ein Teil davon kann künftig Körnermais als druschfähige Marktfrucht tragen. Das ist kein Automatismus: Boden, Fruchtfolge, Erntelogistik und vor allem die Trocknungskapazität müssen passen.

Mais ist nicht gleich Körnermais

Für die Trocknung ist der Korntyp von großer Bedeutung. Zahnmais, international als Dentmais bezeichnet, besitzt im Korninneren einen größeren Anteil mehligen Endosperms; an den Seiten liegt härteres, glasiges Endosperm. Beim Abreifen schrumpft der weichere Bereich stärker, wodurch die typische Einbuchtung an der Kornkrone entsteht. Hartmaisähnliche Typen weisen dagegen einen höheren Anteil dichten, glasigen Endosperms auf. Stärkegranulate sind dort enger in eine Proteinmatrix eingebettet. Entscheidend ist daher weniger eine pauschale Gegenüberstellung des Amylose- und Amylopektingehalts als die Struktur des Endosperms, seine Glasigkeit und die Einbettung der Stärke.

Diese Unterschiede in der Kornstruktur wirken sich unmittelbar auf das Trocknungsverhalten aus. Zahnmais gibt das Wasser in der Regel leichter ab als hartmaisbetonte Typen. Vergleichsuntersuchungen lassen unter ähnlichen Ausgangsbedingungen einen um etwa 10 bis 20 % geringeren spezifischen Trocknungsenergiebedarf erwarten. In einzelnen Praxisvergleichen lag der Gasverbrauch je Dezitonne sogar bis zu 23 % niedriger. Je nach Energiepreis, Ertrag und Abrechnungsmodell kann sich daraus ein wirtschaftlicher Vorteil von etwa 50 bis 90 €/ha ergeben. Die Wahl der richtigen Genetik entscheidet damit nicht nur über Ertrag und Abreife auf dem Feld, sondern auch über die Kosten nach dem Drusch.

Die Größenordnung macht deutlich, warum der Korntyp bei der Sortenwahl und in der wirtschaftlichen Bewertung stärker berücksichtigt werden sollte. Bisher werden Körnermaispartien in der Regel nur nach Gewicht und Feuchte abgerechnet. Zwei Partien mit gleichem Wassergehalt können den Trockner jedoch unterschiedlich lange belegen und deutlich unterschiedliche Energiemengen benötigen.

Silomais- und Biogassorten lassen sich grundsätzlich dreschen. Daraus folgt noch nicht, dass sie für die Körnernutzung geeignet sind. Häufig fehlen die schnelle Abreife, ein ausgeprägter Dry-down und die gute Lösbarkeit des Korns von der Spindel. Hartmaisbetonte Körner können außerdem langsamer Wasser abgeben. Wer Silomaissorten nur wegen ihres hohen Gesamtmasseertrags als Körnermais nutzt, kann den vermeintlichen Ertragsvorteil durch höhere Erntefeuchten, geringere Druschleistung und zusätzliche Trocknungskosten wieder verlieren.

Ertragssichere, früh abreifende Zahnmaistypen mit guten Trocknungseigenschaften können die Trocknungskosten deutlich senken. Foto: Olaf Stammer

Die Trocknung bestimmt die Erntekette

Feuchter Körnermais ist nur sehr begrenzt lagerfähig. Nach dem Drusch muss er ohne längere Wartezeit konserviert oder getrocknet werden. Die Trocknung ist deshalb kein nachgelagerter Nebenprozess, sondern der Taktgeber der gesamten Ernte. Mähdrescherleistung, Transport, Annahme, Vorreinigung, Nasszellen, Trockner und Kühllager müssen aufeinander abgestimmt sein. Fehlt Pufferraum, steht im Zweifel der Mähdrescher, obwohl die Feldbedingungen gut sind.

Die physikalische Aufgabe bleibt unverändert: Warme Luft führt dem Korn Verdampfungsenergie zu, nimmt Wasser auf und transportiert es aus der Trocknungszone. Die Effizienz hängt unter anderem von Eingangswassergehalt, Außenluftzustand, Trocknungstemperatur, Luftmenge, Schütthöhe, Gleichmäßigkeit der Luftverteilung, Abluftnutzung und Kühlung ab. Eine alte, aber noch immer lehrreiche Untersuchung der Technischen Universität München zeigt zudem den Zielkonflikt: Höhere Trocknungslufttemperaturen verkürzen die Trocknungszeit und können Energie- und Kapitalkosten senken. Sie werden jedoch durch Bauart, Verweilzeit und mögliche Qualitätsschäden begrenzt. Saatmais, Lebensmittelware und Futtermais stellen unterschiedliche Anforderungen.

Für neue Projekte folgt daraus eine klare Reihenfolge. Zuerst werden Erntemenge, Erntefenster, realistische Anfangsfeuchten und die gewünschte Zielfeuchte festgelegt. Danach folgen Stundenleistung, Puffervolumen und das Betriebsregime. Erst anschließend lässt sich der Wärmeerzeuger sinnvoll dimensionieren. Eine Anlage, die nur nach Nennleistung ausgewählt wird, kann in der Praxis an zu kleiner Annahme, fehlender elektrischer Anschlussleistung oder unzureichender Brennstofflogistik scheitern.

Fossile Wärme wird zum Kostenrisiko

Die Landwirtschaft befindet sich bereits in der dritten Energiepreiskrise dieses Jahrzehnts. Zunächst sorgten die Folgen der Pandemie für Verwerfungen, anschließend der russische Angriff auf die Ukraine. Inzwischen kommen neue geopolitische Unsicherheiten und eine steigende CO2-Bepreisung zusammen. Für Betriebe mit öl- oder gasbefeuerten Trocknungsanlagen bedeutet das: Die Wärmekosten werden nicht nur vom Weltmarkt bestimmt, sondern zunehmend auch durch politische Vorgaben.

Im deutschen Brennstoffemissionshandel liegt der CO2-Preis 2026 zwischen 55 und 65 €/t. Ab 2028 soll dieses nationale System durch den europäischen ETS 2 abgelöst werden. Dann wird der Preis für CO2-Zertifikate grundsätzlich am Markt gebildet. Bezahlen müssen die Zertifikate zunächst die Unternehmen, die Heizöl und Erdgas in Verkehr bringen. Sie werden diese Kosten jedoch über den Brennstoffpreis an ihre Kunden weiterreichen. Damit erreicht der CO2-Preis auch landwirtschaftliche Betriebe, die fossile Energie für die Getreide- und Körnermaistrocknung einsetzen.

Legt man für 2026 als Ausgangswert durchschnittlich 60 €/t zugrunde, sind die bisherigen CO2-Kosten bereits im Heizölpreis enthalten. Entscheidend für künftige Investitionen ist deshalb die zusätzliche Belastung: Steigt der CO2-Preis auf 150 €/t, würde sich Heizöl gegenüber dem heutigen Niveau um knapp 24 ct/l netto verteuern. Bei 300 € wären es rund 64 ct/l. Für eine Trocknungsanlage mit einem Verbrauch von beispielsweise 500.000 l Heizöl im Jahr entspräche das zusätzlichen Kosten von rund 120.000 beziehungsweise 320.000 € je Trocknungssaison.

Wie hoch der Preis im ETS 2 tatsächlich steigen wird, ist offen. Die derzeitigen Prognosen reichen von deutlich unter 100 € bis zu mehr als 200 €/t CO2. In einzelnen Hochpreisszenarien werden auch Werte um 300 € genannt. Einen festen Preisdeckel gibt es nicht. Überschreitet der Marktpreis eine bestimmte Schwelle, können zusätzliche Zertifikate freigegeben werden. Das soll extreme Preissprünge abmildern, garantiert aber keinen bestimmten Höchstpreis.

Für eine Investition mit 15 oder 20 Jahren Nutzungsdauer reicht es deshalb nicht mehr, mit dem heutigen Öl- oder Gaspreis zu rechnen. Die Kalkulation muss verschiedene Energie- und CO2-Preise abbilden. Ebenso wichtig ist der tatsächliche Wärmebedarf je Tonne Feuchtmais und je entzogenem Prozentpunkt Wasser. Erst damit lassen sich Trockner, Korntypen und alternative Wärmekonzepte sinnvoll vergleichen.

Biomasse verfügbar, aber nicht automatisch einfach

Deutlich näher an der Praxis liegen feste biogene Brennstoffe. Hackschnitzel, Landschaftspflegeholz, Miscanthus oder Material aus Kurzumtriebsplantagen können Warmluft über einen Wärmetauscher bereitstellen. Marktgängige Warmluftöfen und größere Anlagenkonzepte, etwa von Mavum oder ICS, zeigen, dass die Technik grundsätzlich verfügbar ist. Unter günstigen Brennstoff- und Auslastungsbedingungen kann die thermische Kilowattstunde nach bisherigen Projektkalkulationen um 30 bis 70 % günstiger ausfallen als Wärme aus Heizöl oder Erdgas.

Diese Spanne ist kein allgemeiner Marktpreis. Sie hängt von Brennstoffqualität, Wassergehalt, Lagerung, Personalaufwand, Ascheentsorgung, Wirkungsgrad, Wartung, Investition und Finanzierung ab. Auch die Genehmigung ist früh zu klären. Nicht jeder agrarische Reststoff ist in jeder Feuerungsanlage ein zulässiger Regelbrennstoff. Miscanthus und andere halmgutartige Brennstoffe stellen wegen Aschegehalt, Verschlackung und Emissionen andere Anforderungen als saubere Holzhackschnitzel. Wer hier nur den Brennstoffpreis vergleicht, rechnet an der Anlage vorbei.

In der Praxis kann auch bei Biomasse eine Kaskade sinnvoll sein. Die biogene Anlage trägt die planbare Grundlast; ein vorhandener fossiler Brenner sichert Leistungsspitzen und Redundanz. Damit sinkt der fossile Anteil, ohne die Ernte an einen einzigen Wärmeerzeuger zu binden. Voraussetzung ist, dass beide Systeme regelungstechnisch sauber zusammenspielen und die Brennstoffversorgung auch in einer nassen Erntewoche funktioniert.

Erst rechnen, dann bauen

Körnermais hat in Norddeutschland eine realistische Wachstumsperspektive. Frühe Genetik, gute Marktchancen, ackerbauliche Vorteile und frei werdende Maisstandorte sprechen dafür. Die Kultur wird aber nur dann dauerhaft wirtschaftlich, wenn Sortenwahl und Trocknung als ein System geplant werden. Zahnmaisbetonte, früh abreifende Typen können die Wasserabgabe und damit die Energiekosten verbessern. Sie ersetzen keine effiziente Anlage, verstärken deren Vorteil aber.

Für Investoren bedeutet das: Erntefeuchten und Korntypen aus der Region erfassen, Stoff- und Energieströme sauber bilanzieren, mehrere CO2– und Energiepreisszenarien rechnen und Alternativen technisch wie genehmigungsrechtlich prüfen. Besonders wertvoll sind Konzepte, die sich später erweitern oder kaskadieren lassen. Der billigste Brenner in der Anschaffung ist unter diesen Bedingungen selten die günstigste Lösung über 15 oder 20 Jahre.

Größte Aufforstung im Kreis Plön seit Jahren?

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Bei Selkau im Kreis Plön sollen rund 120 ha am Stück aufgeforstet werden. Der Besitzer der Ackerflächen ist in den Osten abgewandert, und der Ackerboden soll für knapp 68.000 €/ha verkauft worden sein.

Damit läge er deutlich über dem Durchschnittspreis Schleswig-Holsteins. Es wurde lange spekuliert, wer die Fläche erworben haben könnte. Die Stiftung Naturschutz hat den Verkauf verneint, auch das Forstministerium hat die Frage nicht beantwortet. Es ist von einer Aufforstung in drei Abschnitten die Rede. Nun wurde an dem imposanten Schlag ein Fahrzeug des Bundesforstes gesehen. Für welche Baumaßnahme die Aufforstung ein Ausgleich ist, welche Baumarten dort geplant sind und wann es konkret losgeht, dazu läuft gerade eine Anfrage an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Sicher ist: Es dürfte sich um eine der größten Aufforstungsmahnahmen der vergangenen Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte bei uns im Land zwischen den Meeren handeln. Schleswig-Holstein ist immer noch das waldärmste Bundesland (11,5 % Waldanteil).

75. Landesturnier in Bad Segeberg

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Wenn die Starterfelder groß sind und die Begeisterung für eine Freiluftveranstaltung im Frühherbst ungebrochen, dann ist es Zeit für das Landesturnier von Schleswig-Holstein und Hamburg in Bad Segeberg. Hier werden die Landesmeister des Nordens gekürt, hier steht die Vereinsgemeinschaft ganz vorn, hier unterstützt jeder jeden. Und anschließend wird gemeinsam gefeiert.

Am Sonnabend fielen die ersten Entscheidungen über Gold, Silber und Bronze. In der dritten Wertung der Damen ging es für die Reiterinnen über 1,40 m hohe Hindernisse. Die S-Springprüfung mit Stechen gewann die amtierende Landesmeisterin Miriam Schneider aus Bovenau, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit ihrer Holsteiner Stute Querida. Das Paar hatte auch die Einlaufprüfung für sich entschieden. Neue Landesmeisterin wurde allerdings Luisa Westphal aus Hutzfeld, Kreis Ostholstein. Diesen Titel hatte die Reiterin bislang noch nicht auf ihrem Konto, lediglich einen Vizetitel bei den Jungen Reitern. Entsprechend groß waren die Freude und die Begeisterung über ihren Sportpartner, den Holsteiner Wallach Cascalino. „Ich bin überglücklich, ihn zu haben. Er ist ein totaler Kämpfer“, sagte Westphal.

Mit den Finals ging es erst am Sonntag weiter. Am frühen Morgen sorgte Henri Petruschke von der Turniergemeinschaft nach Maas für das erste Strahlen. Er hatte zwei Wertungsprüfungen gewonnen, war mit seiner Holsteiner Stute Leleena von der Söhr an allen Tagen fehlerfrei geblieben und holte sich so den Titel bei den Children. Der 14-Jährige war zum ersten Mal in Bad Segeberg dabei und erklärte: „Dass es gleich beim ersten Mal so gut läuft, damit hätte ich nicht gerechnet.“ Über die Silbermedaille freute sich die Hamburgerin Philippa Maxima Rogge mit ihrem Holsteiner Wallach Dinar, Bronze ging an Mia Sophie Biemann mit ihrer Oldenburger Stute Balbina N.

Die Entscheidung über die Landesmeisterschaft der Junioren fiel in der dritten Wertungsprüfung, einer Springprüfung der Klasse S* mit Stechen. Gold sicherte sich Svea Wagner aus Owschlag, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit ihrem Holsteiner Wallach Cabido VA. „Es ist meine dritte Landesmeisterschaft“, erklärte sie. „Dass es jetzt tatsächlich geklappt hat und meine erste Medaille gleich eine goldene ist, ist richtig schön. Cabido habe ich seit etwa eineinhalb Jahren, und er ist ein unglaublicher Kämpfer. Ich kann mich immer auf ihn verlassen.“ Für Vorjahressiegerin June Karlinder aus Sörup, Kreis Schleswig-Flensburg, und Botakara OLD wurde es diesmal Silber. Die Bronzemedaille ging an Philine Gröpper mit ihrem KWPN-Wallach Handsome.

Nur Thiesen fehlerfrei

In der dritten Wertung der Jungen Reiter stand eine S*-Springprüfung mit Stechen auf dem Programm, doch ein Stechen war gar nicht nötig. Als einzige Teilnehmerin blieb Tomma Thiesen von der Insel Fehmarn im Umlauf fehlerfrei. Mit ihrem Holsteiner Tomte RL galoppierte sie zu ihrem ersten Landesmeistertitel. „Für dieses Mal hatte ich mir schon vorgenommen, hier vorn mitzumischen“, strahlte sie. „Tomte gehört zu meinen jüngeren Pferden, und dafür hat er das hier megagut gemacht. Er ist sehr vorsichtig, hat einen großen Galopp, und genau das kam uns auf diesem weitläufigen Platz entgegen. Ich konnte ihn schön fließen lassen. Er ist einfach ein toller kleiner Kerl.“ Silber ging an Lotta Gellhorn aus Ascheffel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit ihrem Holsteiner Campino, Bronze an Giulia Maria Schöttler aus Jerrishoe, Kreis Schleswig-Flensburg, und ihre Stute United B.

Janine Rijkens und ihr Mattie wurden Landesmeister in der Großen Tour. Foto: RathmannVerlag/Malina Blunck

Höhepunkt des Landesturniers war der Große Preis von Schleswig-Holstein, ausgeschrieben als S***-Springprüfung mit Stechen über 1,50 m hohe Hindernisse. Im Wettbewerb um den Landesmeistertitel in der Großen Tour traten 19 Profis an. Auch hier blieb nur ein Reiter fehlerfrei, Simon Heineke vom Moorhof in Wedel, Kreis Pinneberg, mit seinem Holsteiner GK Curacao. Als neue Landesmeisterin wurde aber Janine Rijkens mit ihrem niederländischen Wallach Mattie bejubelt. Die Elmshornerin war über ihren Erfolg fast sprachlos: „Vor dem Springen hatte ich mir schon Hoffnungen auf den Titel gemacht. Nach meinem Fehler dachte ich allerdings, okay, das war’s jetzt. Als dann die anderen ebenfalls Abwürfe hatten und feststand, dass es doch gereicht hat, war die Freude riesig.“ Rijkens war bereits 2008 Landesmeisterin bei den Junioren.

Silber gewann Jörg Naeve aus Ehlersdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit seinem bewährten Benur du Romet. Lucia Voss aus Tasdorf, Kreis Plön, sicherte sich mit dem Oldenburger Wallach Hagrano P.M.S Bronze.

Vierter Titel für Kneese

Auch im Viereck wurden am Sonntag die Landesmeister geehrt. In der dritten Wertung der Children siegte Mara Jolie Warneck vom Hasenthaler Reitverein (RV) Geesthacht mit Showmaster TR. Das bedeutete Bronze in der Meisterschaftswertung. Über Gold freute sich die 14-jährige Johanna Gröpper vom Reit- und Fahrverein (RuFV) Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, mit ihrer Trakehner Stute Fabelstern. Sie erzählte: „Im vergangenen Jahr lief es für mich bei der Landesmeisterschaft noch nicht so gut. Deshalb hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, es besser zu machen.“ Silber ging an Emma Westphalen mit ihrem Oldenburger Hengst Darius RF.

Die Junioren maßen sich in einer Dressurprüfung der Klasse M-Kür**. Neue Landesmeisterin wurde die Hamburgerin Carolin Ehrich mit ihrem Hannoveraner Lagavulin. Sie hatte den Titel vor drei Jahren schon bei den Ponys geholt und wollte hier „nur fehlerfreie Runden drehen, um meine Juniorenzeit mit einem guten Gefühl zu beenden“. Silber gewann die Fehmaranerin Carolin von Ludwig mit Divero, Bronze ging an Antonia Glismann vom RV Am Bilsbek in Pinneberg mit Shiny Air II.

Für die Jungen Reiter stand in der dritten Wertung eine Dressurprüfung der Klasse S*-Kür auf dem Programm. Nach drei Auftritten gewann Franziska Haase aus Hellschen-Heringsand-Unterschaar, Kreis Dithmarschen, mit dem Hannoveraner Alissimo die Goldmedaille. „Ich bin ganz stolz auf ihn“, sagte Haase über den selbst ausgebildeten Wallach. Sie hatte schon zweimal Silber gewonnen. „Dieser Titel bedeutet mir unglaublich viel.“ Césarine von Eicken aus Lütjensee, Kreis Stormarn, und Beuys bekamen Silber. Über Bronze freuten sich die Hamburgerin Antonia Neumann und Flanell.

Felix Kneese aus Appen, Kreis Pinneberg, holte seinen vierten Landesmeistertitel insgesamt und den zweiten mit San Simeon OLD. Foto: RathmannVerlag/Malina Blunck

Sportlicher Höhepunkt auf dem Pagelplatz war die Grand-Prix-Kür, die dritte Wertung der Senioren. Hier tanzte Felix Kneese aus Appen, Kreis Pinneberg, mit seinem bewährten San Simeon OLD nicht nur zu Platz eins, sondern auch zu Gold und damit zum vierten Titel in seiner Landesmeisterschaftssammlung. „Ich genieße diese Tage von Donnerstag bis Sonntag hier in Bad Segeberg. Fast ein bisschen wie Camping“, sagte er. „In diesem Jahr war die Konkurrenz groß. Es sind einige junge Reiter dabei, die richtig gute Pferde haben und tollen Sport zeigen.“ Die Flensburgerin Leonie Ottmar und Don Horatio waren Kneese am dichtesten auf den Fersen. Caroline Locklair aus Mohrkirch, Kreis Schleswig-Flensburg, und ihr Holsteiner Consus fügten den vielen Medaillen ihrer Karriere eine bronzene hinzu.

Beeindruckende Bilder

Zu den imposantesten Bildern eines jeden Landesturniers gehört der Aufmarsch der Reitabteilungen. Bei den Junioren sicherte sich der RV Südangeln, Kreis Schleswig-Flensburg, mit Mannschaftsführer Andreas Nissen souverän den Sieg. „Wir freuen uns sehr, bei diesem hervorragend organisierten Landesturnier dabei zu sein und heute die Jugendstandarte gewonnen zu haben. Unser Verein nimmt eigentlich jedes Jahr an diesem Wettbewerb teil, denn die Förderung unserer Jugend und die Gemeinschaft im Verein liegen uns besonders am Herzen“, sagte Nissen. Platz zwei belegte der RuFV Großenwiehe mit Mannschaftsführerin Carolin Guddat vor dem Fehmarnschen Ringreiterverein mit Julia Marrancone.

Im Landeswettkampf der Reit- und Fahrvereine Schleswig-Holsteins sicherte sich einmal mehr der Fehmarnsche Ringreiterverein mit Mannschaftsführerin Inga Czwalina den Titel. An zweiter Stelle rangierte der RV Südangeln vor der Turniergemeinschaft nach Maas mit Gesine Flemming und Janet Maas als Mannschaftsführerinnen.

Neben den Meisterschaften in Springen und Dressur werden in Bad Segeberg traditionell auch die drei- und vierjährigen Landeschampions ermittelt. Sieger der Dreijährigen wurde der Oldenburger Wallach Sir Carl K von Skyline to Be. Im Sattel saß der Kieler Ken-Christian Horst. Bei den vierjährigen Reitpferden siegte der Oldenburger Forever Bonded von Follow Him’s Schönweide unter Melanie Klein.

Für Dr. Sabine Sütterlin-Waack (CDU) waren es die ersten Landesmeisterschaften in ihrer Funktion als neue Vorsitzende des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein. Die einstige Innenministerin des nördlichsten Bundeslandes war sichtlich angetan von dem Landesturnier: „Ich bekomme jetzt einen ganz anderen Einblick in das, was hinter einer solchen Veranstaltung steckt. Mir war vorher gar nicht bewusst, wie viel Arbeit unser Verband hier leistet. Besonders beeindruckt mich, mit wie viel Power, Energie und Leidenschaft sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren, teilweise seit vielen Jahren. Das ist großartig.“

Die gezeigten Leistungen auf den sieben unterschiedlichen Plätzen machten die 68-Jährige glücklich: „Natürlich begeistert mich das sportliche Niveau, aber für mich sind gerade die Abteilungswettkämpfe ein echtes Highlight des Landesturniers. Hier erlebt man, dass Pferdesport eben nicht nur Einzelsport ist. Man sieht, wie die Vereine zusammenhalten, gemeinsam mitfiebern und wie viel Teamgeist dahintersteckt. Gleichzeitig ist das Landesturnier eine wichtige Plattform für die Basis und den Nachwuchs.“ pm

Gedeckter Gartentisch für Vögel

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Schon der Name mancher Gehölze, wie Vogelbeere und Vogelkirsche, weist daraufhin, welch große Bedeutung manche Bäume und Sträucher als Nahrung für Vögel haben können. Mit geeigneten fruchtreichen, heimischen Gartengehölzen lässt sich das natürliche Nahrungsangebot im Garten erheblich steigern.

Die winterliche und inzwischen vielerorts sogar ganzjährige Vogelfütterung ist bei vielen Gartenbesitzern beliebt. Schöner und nachhaltiger ist jedoch die Bereitstellung eines natürlichen, möglichst ganzjährigen Nahrungsangebots für die gefiederten Gartenbewohner. Hierbei spielen Bäume und Sträucher eine besondere Rolle. Mit einer entsprechenden Vielfalt und einer geeigneten Auswahl fruchttragender Gehölze lässt sich die Vogelwelt das ganze Jahr über auf natürliche Weise unterstützen.

Gehölze stellen als Solitäre oder in Gruppen nicht nur das Gerüst des Gartens dar, sondern schaffen auch besondere Blickpunkte, interessante Lichtwirkungen sowie Sonnenschutz. Zudem können sie im Zusammenspiel mit Hecken aus Gehölzen für geeignete Sicht-, Betretungs- und Windschutzverhältnisse sorgen.

Der Haussperling, auch Spatz genannt, ist unser häufigster Gartenvogel und ernährt sich gern von Beerenfrüchten an Sträuchern und in Hecken, hier an einem Bocksdorn. Foto: Daniel Hugenbusch
Die Amsel ist ein häufiger Gartengast, der auch gern Beerenfrüchte von Sträuchern wie diesem Weißdorn verzehrt. Foto: Hans-Dieter Reinke
Ein Haussperling auf Nahrungssuche im Weißdornstrauch Foto: Hans-Dieter Reinke


Für die Vogelwelt erfüllen Gehölze zahlreiche wichtige Funktionen. Sie bieten Nistplätze sowie Schutz- und Versteckmöglichkeiten, insbesondere in dornigen Sträuchern. Darüber hinaus dienen die in Hecken und Bäumen lebenden Insekten, die Blüten der Gehölze sowie später vor allem Samen und Früchte als Nahrung. Mitunter bleiben die Früchte einiger Sträucher und die Samenstände bis weit in den Winter hinein am Gehölz haften  – genau dann, wenn in strengen Wintern schnell Nahrungsmangel auftreten kann.

Vielfalt des Fruchtangebots heimischer Sträucher

Im Folgenden werden einige wichtige heimische Gartengehölze vorgestellt, die mit ihren Früchten ein wertvolles zusätzliches Nahrungsangebot für Vögel im Garten bereitstellen.

Das bei Vögeln beliebteste Gehölz in Natur und Garten ist die Vogelbeere (Sorbus aucuparia), die auch als Eberesche bezeichnet wird und sowohl strauch- als auch baumförmig wachsen kann. 63 heimische Vogelarten ernähren sich von der Eberesche. Hinzu kommen 31 Säugetierarten, die ihre Früchte ebenfalls nutzen. Die reifen roten Früchte erinnern an kleine Äpfel und finden auch Verwendung in Küche und Medizin der Menschen. Als sogenannte Wintersteher bleiben die Früchte oft bis in den Winter hinein am Baum hängen und stellen dann eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel dar.

Im Gegenzug unterstützen die Vögel die Verbreitung der Eberesche, da die Samen häufig unverdaut ausgeschieden werden und so an neuen Standorten keimen können. Die rote Färbung vieler Früchte ist für Vögel besonders attraktiv, da sie diese Farbe gut wahrnehmen und dadurch angelockt werden. Auf diese Weise wird die Samenverbreitung durch den Fruchtverzehr gefördert.

Andere Arten der Gattung Sorbus, wie die Mehlbeere (Sorbus aria), der Speierling (Sorbus domestica) oder die Oxelbeere (Sorbus intermedia), eignen sich ebenfalls als vogelfreundliche Fruchtgehölze für den heimischen Garten.

Die glänzend schwarzen Beeren des Schwarzen Holunders sind für zahlreiche Vogelarten eine wichtige Nahrungsquelle. Foto: Hans-Dieter Reinke

Mit seinen schwarzen Früchten ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) bei Vögeln nahezu ebenso beliebt wie die Vogelbeere. Hier finden 62 Vogelarten Nahrung. Auch für den Menschen besitzt der Holunder mit seinen weißen Blüten und schwarzen Beeren große Bedeutung. Die Beeren werden unter anderem für Säfte, Gelees und Marmeladen genutzt. Früher hieß es nicht ohne Grund, mit dem Holunder habe man die Apotheke im Garten.

Der nahe verwandte Traubenholunder (Sambucus racemosa) mit seinen roten Früchten ist deutlich seltener anzutreffen, wird von Vögeln jedoch fast ebenso gern genutzt.

Die kleinwüchsigen und teilweise rankenden Beerengehölze wie die Waldhimbeere (Rubus idaeus), die Wildbrombeere (Rubus spec.), die wilde Rote Johannisbeere (Ribes rubrum), die wilde Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) oder die Wilde Stachelbeere (Ribes uva-crispa) sind ebenfalls wertvolle Nahrungspflanzen für Vögel. Dies gilt gleichermaßen für ihre Kulturformen. Allerdings entsteht hier häufig eine Konkurrenz zwischen der menschlichen Nutzung und den hungrigen Gartenvögeln. Einige Früchte sollte man den Vögeln jedoch durchaus zur Erntezeit überlassen.

Die roten Früchte des Weißdorns ernähren viele Vögel, sogar bis in den Winter hinein. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die beiden heimischen Weißdornarten Ein- und Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna und Crataegus oxyacantha) zählen aufgrund ihrer reichen Produktion roter Beerenfrüchte zu den wichtigen Nahrungspflanzen für Vögel. Die Früchte bleiben häufig lange am Strauch haften. Zudem bietet das dichte und dornige Geäst guten Schutz. Weißdorn ist daher auch eine beliebte Heckenpflanze. In regelmäßig geschnittenem Zustand bildet er allerdings deutlich weniger Blüten und Früchte, sodass einige frei wachsende Exemplare bei ausreichendem Platzangebot wesentlich mehr Vogelnahrung liefern.

Neben zahlreichen anderen Hartriegelarten in unseren Gärten sind zwei heimische Vertreter besonders wertvolle Vogelnährgehölze. Von beiden Arten ernähren sich jeweils mehr als 20 Vogelarten. Der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) verdankt seinen Namen der roten Herbstfärbung seiner Blätter sowie den roten Zweigen. Seine holunderähnlichen Steinfrüchte sind schwarzblau.

Die roten Früchte der Kornelkirsche, auch als Gelber Hartriegel bezeichnet, locken viele Vogelarten an. Foto: Hans-Dieter Reinke

Der Gelbe Hartriegel (Cornus mas), besser bekannt als Kornelkirsche, ist als früh blühendes Gartengehölz sehr beliebt, da er die ersten Insekten und Blütenbesucher des Jahres mit Pollen und Nektar versorgt. Die kirschähnlichen Früchte werden nicht nur von Vögeln geschätzt, sondern finden auch vielfältige Verwendung in der Küche.

Die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs verbleiben lange bis in den Winter am Strauch und stellen dann eine wichtige Vogelnahrung dar. Foto: Hans-Dieter Reinke

Auch die Gattung Viburnum mit ihren Schneeball-Arten bietet zahlreiche interessante Gartenpflanzen mit vogelfreundlichen Früchten. Heimisch ist neben dem Wolligen Schneeball (Viburnum lantana) mit zunächst roten und später schwarzen Steinfrüchten auch der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus). Dessen rote Früchte werden zunächst weniger gern gefressen. Da sie jedoch lange am Strauch verbleiben, dienen sie später – wenn andere Fruchtquellen knapp werden – vielen Wildvögeln als wichtige Winternahrung.

Die interessanten Früchte des heimischen Pfaffenhütchens werden von vielen Vogelarten gern ge­fressen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Eine besonders auffällige Frucht trägt das Europäische Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), auch Gewöhnlicher Spindelstrauch genannt. Von seinen Früchten ernähren sich 24 Vogelarten. Besonders Rotkehlchen zeigen Interesse an den Samenmänteln, die von September bis Oktober aus den reifen Fruchtkapseln hervortreten. Die Früchte der als giftig geltenden Pflanze erinnern an die Kopfbedeckung katholischer Geistlicher. Daher erhielt die gesamte Pflanzengattung ihren Namen.

Dornige Schlehengehölze bieten den Vögeln nicht nur Nahrung bis in den Winter, sondern auch Schutz- und Nistmöglichkeiten. Foto: Hans-Dieter Reinke
Auch die Früchte des Sanddorns sind bei Vögeln beliebt, das Gehölz dient zudem als Nistplatz. Foto: Hans-Dieter Reinke


Auch Schlehe und Sanddorn sind durch ihre lange Fruchthaftung bis weit in den Winter hinein für zahlreiche Vogelarten interessant. Rund 20 Vogelarten suchen an diesen Dornengehölzen nach Nahrung. Gleichzeitig stellen sie durch ihren stacheligen Wuchs wichtige Schutzgehölze dar. Als Gartenhecken eignen sich beide Arten allerdings nur eingeschränkt, da sie dazu neigen, sich in angrenzende Grün- und Beetflächen auszubreiten.

Die Gewöhnliche Berberitze, auch Sauerdorn genannt, wird gern zur Heckenpflanzung verwendet. Die vitaminreichen, säuerlichen Früchte werden von Vögeln gefressen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Eine weitere wichtige Strauchart für etwa 20 Vogelarten ist die Gemeine Berberitze mit ihren länglich-eiförmigen, scharlachroten Früchten und gelben Blüten im Frühjahr. Ihre mit Blattdornen bewehrten Zweige machen sie zugleich zu einem wertvollen Schutzgehölz. Auch als Heckenpflanze ist sie gut geeignet.

Nadelgehölze, Bäume und Rosen als Vogelnahrung

Unter den Nadelgehölzen sind vor allem der Wacholder mit seinen dunklen Beeren sowie die Eibe hervorzuheben, die sowohl als Solitärbaum als auch als Heckengehölz Verwendung findet.

Von den baumförmig wachsenden Arten sind insbesondere die Traubenkirsche (Prunus padus) und die Vogelkirsche (Prunus avium) zu nennen. Bereits ihre Namen weisen auf die Bedeutung ihrer Früchte für die Vogelwelt hin.

Rosen mit ihren Hagebuttenfrüchten, wie hier an einer Hundsrose, können eine wichtige Vogelnahrung bis in den Winter sein. Foto: Hans-Dieter Reinke

Auch Obstgehölze und Streuobstbestände beziehungsweise Obstgärten, insbesondere mit Wildbirne und Holzapfel, stellen wichtige Nahrungsquellen für Wildvögel dar. Ebenso sind die Hagebutten zahlreicher Rosenarten wertvolle Nahrungsergänzungen. Vor allem die Hundsrose (Rosa canina) bietet mit ihren lange am Strauch haftenden Früchten bis weit in die kalte Jahreszeit hinein Nahrung. Auch die Essigrose (Rosa gallica), die Zimtrose (Rosa majalis) und die Bibernellrose (Rosa pimpinellifolia) eignen sich mit ihren ungefüllten Blüten und Hagebutten als Nahrungspflanzen.

Auch die häufig in Gärten anzutreffenden Kartoffelrosen bieten Vögeln mit ihren Hagebutten eine wichtige Nahrungsquelle. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die häufig in Gärten gepflanzte Kartoffelrose (Rosa rugosa) besitzt ebenfalls für Vögel attraktive Früchte. Sie ist jedoch keine heimische Art, entkommt immer wieder aus Gärten und breitet sich in der Natur invasiv aus.

Eine gute Zeit für Gehölzpflanzungen ist neben dem Herbst auch das Frühjahr. Dann lassen sich neue Solitär-, Allee- und Heckenpflanzungen gut planen und umsetzen. Die Ergänzung neu anzulegender oder umzugestaltender Gartenbereiche mit attraktiven Vogelnährgehölzen bereichert nicht nur die Biodiversität und die Insektenvielfalt, sondern schafft zugleich zusätzliche natürliche Nahrungsquellen für die Vogelwelt  – eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Winterfütterung am Vogelhäuschen.

Milchpreisvergleich

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Die abgelieferte Milchmenge ist über den Monat August hinweg deutlich zurückgegangen. Da sie im vorigen Jahr um diese Zeit allerdings angestiegen ist, nähern sich die beiden Kurven deutlich an. Auch die Inhaltstoffe waren im abgelaufenen Monat weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau.

Die Milchauszahlungspreise entwickelten sich dabei den sechsten Monat in Folge leicht fester. Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise leicht angehoben, der Rest beließ die Grundpreise unverändert. Zehn von 15 in unserem Milchpreisvergleich aufgeführten Meiereien haben ihren Auszahlungspreis um knapp 1 bis maximal 2 ct angehoben. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 37,70 ct/kg und damit um 0,86 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich nun zwischen 35,20 und 40 ct/ kg und ist folglich nach oben hin enger geworden. Genauso hat sich auch die Spanne in Süddeutschland bewegt. Hier werden jetzt zwischen 33,96 und 40,40 ct/ kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 33,50 und 38,70 ct/ kg. Hier hat sich die Spanne komplett nach oben verschoben. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 33,00 bis 38 ct/kg und hat sich somit entgegen dem Trend nach unten hin leicht verkleinert. Im Durchschnitt werden im Norden somit die besten Preise ausbezahlt. Allerdings lagen zu Redaktionsschluss noch nicht alle Meldungen aus den anderen Bundesländern vor.

Die anziehenden Preise haben bei den Einkäufern und Händlern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während Industrierahm zuerst deutlich zulegte, sind hier aktuell wieder fallende Kurse zu verzeichnen. Abgepackte Butter ging trotz der Sommerferien sehr gut in den Markt. Jetzt nach den Ferien zog die Nachfrage sogar noch etwas weiter an. Der sehr gute Absatz ist allerdings auch auf das weiterhin extrem niedrige Preisniveau zurückzuführen. Anders sieht es mit Blockbutter aus. Hier üben sich Käufer und Händler aktuell in starker Zurückhaltung. Aufgrund des niedrigen Fettgehaltes in der angelieferten Milch zogen die Preise hier aber trotzdem auf sehr niedrigem Niveau leicht an. Der Käsemarkt entwickelte sich dagegen etwas freundlicher. Hier war die Nachfrage den ganzen Sommer über sehr hoch, da sich das deutsche Preisniveau im europäischen Vergleich sehr wettbewerbsfähig zeigte. Durch die hohe Nachfrage und die gleichzeitig sinkende Milchanlieferung stehen derzeit so gut wie keine Mengen für kurzfristige Abschlüsse zur Verfügung. Die Preise steigen daher kontinuierlich an, allerdings auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit. Verglichen mit den beiden Vorjahren ist das Preisniveau aber immer noch sehr niedrig. Genau umgekehrt ist es beim Milchpulver. Hier liegen sowohl Magermilch- als auch Molkenpulver weit über dem Niveau der beiden Vorjahre. Nachdem die Handelsaktivitäten in der zweiten Augusthälfte deutlich Fahrt aufgenommen hatten, hat sich die Marktsituation inzwischen deutlich beruhigt. Allerdings steht auch im Pulverbereich fast keine Ware mehr für kurzfristige Abschlüsse zur Verfügung. Daher kommt es aktuell trotz ruhiger Geschäftsaktivitäten zu weiter steigenden Preisen bei Magermilch- und Molkenpulver.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bewertet den weltweiten Milchmarkt monatlich in ihrem sogenannten FAO-Milchpreisindex. Dieser setzt sich aus den internationalen Preisnotierungen für Butter, Käse, Mager- und Vollmilchpulver zusammen. Im August ist er nun erstmals seit Juni 2025 wieder angestiegen. Grund dafür sind die festeren Notierungen in der EU, die den saisonalen Milchmengenanstieg und den damit einhergehenden Preisrückgang in Ozeanien deutlich überlagern. Dort belasten nicht nur die steigenden Milchmengen (+7,4 % über Vorjahr), sondern auch der massive Konkurrenzdruck aus den USA die Preise. In den USA wurde die Milchproduktion im Vergleich zum Vorjahr durch Bestandsaufstockungen deutlich ausgeweitet (+2,2 % über Vorjahr). Somit drängt auch deutlich mehr Milch auf den Weltmarkt. Aber auch diese Marktsituation wird durch die EU-weiten Rückgänge der Milchanlieferung kompensiert, sodass es zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt kommt.

Menschen unterstützen, zurück ins Leben zu finden

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Als Genesungsbegleiterin wird Dr. sc. agr. Hélène Gibaud bald Menschen unterstützen, zurück ins Leben zu finden. Seit Oktober 2025 absolviert die Agraringenieurin beim Kieler Fenster, einem Netzwerk sozialpsychiatrischer Einrichtungen, eine einjährige Ausbildung zur zertifizierten
EX-IN-Genesungsbegleiterin. EX-IN ist eine Qualifizierung für Menschen, die mit ihren eigenen psychischen Krisen- und Genesungserfahrungen andere Betroffene auf ihrem Weg der Heilung unterstützen.

Auf einmal waren sie da, schlichen sich in das Leben von Hélène Gibaud: körperliche Schmerzen. Bis zu diesem Tag im Jahr 2016 war bei ihr von außen betrachtet alles im Lot. Als junge Frau war sie aus Frankreich der Liebe wegen zum Studium der Agrarwissenschaften an die Kieler Christian-Albrechts-Universität gekommen. Nach dem Studienabschluss arbeitete sie in verschiedenen Bereichen, heiratete, bildete sich weiter fort, promovierte und machte sich als Inhaberin eines Fachübersetzungs- und Dienstleistungsbüros mit den Schwerpunkten Agrarwirtschaft, Agrarpolitik und Biowissenschaften selbstständig. Mit viel Freude organisierte sie unter anderem Fachreisen für Züchter, die sich über die Fleischrinderzucht in Frankreich informieren wollten. Neben ihrer Selbstständigkeit wurde sie 2010 Mutter eines Sohnes.

Diagnose Depression

„Mein Körper zeigte mir mit den plötzlich auftretenden Schmerzen Grenzen auf. Mir wurde klar, dass ich etwas in meinem Leben ändern musste“, blickt sie zurück. Nach einer Auszeit entschied sie sich deshalb, in eine psychiatrische Tagesklinik zu gehen. „Erst hier kam ich meiner tiefgreifenden Erschöpfung auf die Spur, die ich bis dahin nicht bewusst wahrgenommen hatte. Als ich vom behandelnden Arzt mit der Diagnose ‚Depression‘ konfrontiert wurde, kam das bei mir im Kopf gar nicht richtig an. Ich musste erst lernen, damit umzugehen“, erzählt sie.

Der Genesungsweg gleicht dem Besteigen einer Düne. Jeder Schritt im losen Sand ist schwer, doch am Ende wartet das Licht.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Nach dem mehrwöchigen Aufenthalt in der Tagesklinik schloss sie auf ärztliche Empfehlung hin eine weiterführende ambulante Psychotherapie an. „Diese machte ich auch in Verantwortung für meinen Sohn und meinen Mann“, meint sie nachdenklich. Die Inhaberschaft ihres Unternehmens hatte sie mittlerweile aufgegeben und Berufliches reduziert. Fortan konzentrierte sie sich hauptsächlich auf die Familie und ihren Genesungsweg. „Die Psychotherapie war für mich ein Meilenstein. Ich konnte gut annehmen, was die Therapeutin mir sagte und widerspiegelte, und lernte langsam, wieder in mich hineinzuhören und mich zu spüren. Das Fühlen war mir in der Depression ganz verloren gegangen“, erklärt sie.

Ihr innerer Kompass, der sie während ihrer psychischen Erkrankung manches Mal verlassen hatte, stellte sich allmählich wieder ein. Selbstzweifel, die sie begleitet hatten, nahmen ab, und ihr angeknackstes Selbstwertgefühl baute sich wieder auf. Sie reflektierte mit therapeutischer Hilfe Ereignisse aus Kindheit und Jugend und nahm dabei alte Glaubenssätze und Verhaltensmuster in den Blick, von denen sie sich löste. Schritt für Schritt, mit erlebten Höhen, Tiefen und Herausforderungen spürte sie, wie sie psychisch gesundete. Die körperlichen Schmerzen blieben, traten aber in den Hintergrund und verloren an Wirkmacht. Hélène Gibaud erkannte: „Mich gut zu fühlen, heißt für mich nicht, symptomfrei zu sein.“

Dann war auf ihrem acht Jahre dauernden Genesungsweg der Punkt gekommen, an dem sie sich innerlich so gefestigt fühlte, einen beruflichen Neuanfang zu wagen. „Mit dem Wissen um meine Fähigkeiten und Ressourcen kristallisierte sich heraus, dass ich im sozialen Bereich rund um die landwirtschaftliche Familie tätig sein will“, so die 52-Jährige.

Erfahrungswissen teilen

Durch eine Internetrecherche entdeckte sie die EX-IN-Ausbildung zur Genesungsbegleitung. Die Abkürzung EX-IN steht dabei für „Experienced Involvement“, sprich „Einbeziehung Erfahrener“. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass Psychiatrie-Erfahrene ein einzigartiges Erfahrungswissen besitzen, das anderen Betroffenen in akuter Behandlung und danach Orientierung geben, Hoffnung stiften und neue Zugänge eröffnen kann. In einer instabilen Lebenssituation stehen sie ihnen auf Augenhöhe zur Seite, ermutigen und bringen persönliche Erfahrungen ein.

Sozialarbeiterin Barbara Birk (li.) und Genesungsbegleiterin Ava Anna Johannson leiten den aktuellen EX-IN-Kurs beim Kieler Fenster.
Foto: Kieler Fenster

„Dabei befähigt die EX-IN-Qualifikation zur Übernahme bezahlter Arbeit im Bereich der Sozialpsychiatrie. Hier ergänzen und bereichern Psychiatrie-Erfahrene professionelle Teams um die Betroffenenperspektive“, informiert Sozialarbeiterin (B.A.) Barbara Birk vom Kieler Fenster. Mit Genesungsbegleiterin Ava Anna Johannson leitet sie momentan den ersten Kieler EX-IN-Kurs mit 20 Teilnehmenden. „Darüber hinaus ist der Kurs ebenfalls sehr gut geeignet, um sich selbst zu stabilisieren und eine bessere Teilhabe im Leben zu erwirken“, ergänzt sie. Der auch von Hélène Gibaud besuchte Kurs wird in diesem Herbst abgeschlossen sein.

Mittlerweile ist die Ausbildung, die zwölf Module, zwei Praktika, ein Portfolio und eine Abschlusspräsentation umfasst, so weit fortgeschritten, dass bereits das zehnte Modul unter dem Thema „Krisenintervention“ auf dem Stundenplan steht. „Die Teilnehmenden haben zum Teil schon ihre Praktika absolviert und bereiten sich nun auf ihre Abschlusspräsentation vor. Die Stimmung und die Beteiligung sind weiterhin großartig“, freut sich Barbara Birk. Eine Sache möchte sie noch anmerken: „Die Ausbildung kostet etwa 3.600 €. Für Menschen, die ohne eine feste Finanzierung daran teilnehmen, initiierten wir deshalb einen Aufruf bei der gemeinnützigen Online-Spendenplattform betterplace.org.“ So hätten einige Teilnehmende ein Teilstipendium erhalten können.

Positives bewirken

Hélène Gibaud ist noch beeindruckt von ihrem kürzlichen Praktikum in der psychosomatischen Fachklinik Simbach am Inn. Dort baute Karen Hendrix, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine „Grüne Gruppe“ auf. Sie schuf damit ein stationäres Therapieangebot, das die Belastungen und die Situation der Grünen Berufe besonders versteht, sind doch die Hintergründe und Auslöser von psychischen Erkrankungen bei Menschen aus der Landwirtschaft oft spezifisch, ob Erschöpfung, Existenzangst, Selbstausbeutung oder Generations- und Partnerschaftskonflikte.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Verfasser unbekannt)
Foto: Silke Bromm-Krieger

Als Mitglied des behandelnden Teams nahm Hélène Gibaud auch an Gruppentherapien für die Patienten teil. „Ich war verblüfft, wie viel Gewicht mein Gesagtes hatte. Es wurde von den anderen nicht infrage gestellt. Alle wussten, ich hatte Ähnliches erlebt, das verbindet“, bemerkt sie. Eine Begegnung mit einer Patientin berührte sie besonders. Die Frau war während einer Musiktherapie-Stunde in eine akute psychische Krise geraten und verließ den Raum. Gibaud gesellte sich zu ihr. Mit ihrer empathisch zugewandten Anwesenheit vermittelte sie der Patientin das Gefühl, nicht allein zu sein. Sie stand ihr unterstützend zur Seite, das zu reflektieren und in Worte zu fassen, was soeben geschehen war. Dadurch konnte die Frau sich innerlich wieder fangen. Dieses Erlebnis zeigte Hélène Gibaud eindrucksvoll, was sie als Genesungsbegleiterin bewirken kann. „Außerdem ist es mir wichtig, psychische Erkrankungen aus der Tabuzone zu holen. Sie können jede und jeden treffen“, betont sie.

Ihre Zwischenbilanz der Ausbildung fällt durchweg positiv aus. „Wir haben nützliche Tools an die Hand bekommen, wie wir andere Betroffene stärken können. Gleichzeitig ist in unserer Kursgemeinschaft das individuelle Erfahrungswissen der Einzelnen zu einem wertvollen Wir-Wissen aller geworden“, unterstreicht sie. Wie es für sie nach der Ausbildung weitergehen wird, weiß sie noch nicht genau. „Eine Tätigkeit bei einer sozialen Organisation im Bereich der Prävention und Krisenintervention für Menschen aus der Landwirtschaft kann ich mir gut vorstellen.“ Mehr Informationen gibt es unter
www.kieler-fenster.de sowie unter www.ex-in.de

Info

Die nächste EX-IN-Qualifizierung beim Kieler Fenster beginnt im Dezember. In Lübeck ist über die LebensArt Weiterbildung gGmbH ein Kurs ab September geplant. Weitere Informationen unter
www.ex-in-lebensart.de

In Neumünster bietet die Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP) ebenfalls Kurse an. Infos unter www.dgsp-sh.de

Interessierte, die die Kosten nicht selbst tragen können, sollten prüfen lassen, ob eine Förderung zum Beispiel durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Eingliederungshilfe oder die Deutsche Rentenversicherung möglich ist.

Es war einmal …

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Es war einmal … so beginnen wohl die meisten Märchen. Sie erzählen von Hexen und bösen Stiefmüttern, von furchteinflößenden Drachen und tapferen Rittern, von guten Feen, unglücklicher Liebe oder vergifteten Früchten.

Über Jahrhunderte erzählte man diese Geschichten – nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch um Erfahrungen, Werte, Warnungen und Lebensweisheiten von Generation zu Generation weiterzugeben. Heute ist die Kunst des Märchenerzählens fast eingeschlafen. Mit einem ganzen Tag zum Thema „Kräutermärchen als traditionelle Wissensvermittlung“ möchte der Aufbaukurs Kräuterkunde dieser Entwicklung entgegenwirken.

Zwanzig Frauen trafen sich im Wildpark Eekholt, um den Kräutermärchen wieder auf die Spur zu kommen. Sie alle haben bereits die Qualifizierung Kräuterkunde erfolgreich absolviert und wollten ihr Wissen im Aufbaukurs vertiefen. An diesem Fortbildungstag ging es vor allem darum, die alte Technik des freien Erzählens für sich zu entdecken, zu üben und selbst erste Geschichten rund um das eigene Kräuterwissen zu erfinden.

Treue am Wegesrand

Sonja Truhn und Dr. Astrid Hadeler (v. li.) vermitteln Kräuterwissen auch über Märchen.

Zu Beginn des Seminars erzählte Sonja Truhn von der Alten Märchenschule in Rickling ein berührendes Märchen über eine junge Frau, die auf die Rückkehr ihres Geliebten wartet. Er ist in den Krieg gezogen und hatte ihr versprochen wiederzukommen. Doch die Jahre vergehen, ohne dass er heimkehrt. Das Mädchen bleibt ihm treu und wartet Tag für Tag am Weg – so lange, bis es schließlich in eine Blume mit himmelblauen Blüten verwandelt wird: die Wegwarte. Noch heute wächst sie an Wegen und Straßen und richtet ihre blauen Blüten sehnsüchtig dem Himmel entgegen. Sonja Truhn ist mit Leib und Seele Erzählerin. Sie malt Bilder in die Köpfe ihrer Zuhörer, schafft magische Räume, knüpft eine Verbindung in eine andere Welt und verhilft so den Menschen zu einem Ausflug aus dem Alltag. „Heute muss ich mich sehr zurücknehmen, damit ich nicht den ganzen Tag selbst erzähle“, schmunzelte sie. Sie erzählt am liebsten aus dem Moment heraus, bezieht den Ort und die jeweiligen Zuhörer gern ein. „Wenn ich an einem Ort bin, den ich noch nicht kenne, brauche ich ein paar Minuten, um den passenden Platz für meine Geschichte oder mein Märchen zu finden. Dafür habe ich eine Spürnase.“ Es scheint fast selbstverständlich, dass genau neben der Erzählerin eine Wegwarte wuchs.

Pflanzen erspüren

Kathrin Brücker hat sich den Schmetterlingsflieder für ihre Übung ausgesucht.

Sonja Truhn weiß, wie man Märchen erzählt. In kleinen Übungen vermittelte sie den Frauen, sich selbst zurückzunehmen, aufmerksam zu sein und zuzuhören – Eigenschaften, die in der schnelllebigen Welt mitunter ins Hintertreffen geraten.

Ein Beispiel: Die Frauen bekommen die Aufgabe, sich im Medizinalgarten des Wildparks eine Pflanze auszusuchen und zu erspüren, was diese zu sagen hat. „Viele Frauen erzählen aus der Gewohnheit heraus, was sie über diese Pflanze wissen. Aber das ist gar nicht gefragt“, erklärt Dr. Astrid Hadeler. „Es geht darum, die Pflanze bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen. Und zu schauen, was sie mitteilen möchte.“ Zugegeben, das mag sich etwas skurril anhören. Aber es geht darum, die Wahrnehmung zu schärfen, offen zu sein und bewusst – nur dann kann ich auch Geschichten erkennen, Kräutermärchen erzählen und so die traditionelle Wissensvermittlung der Ahnen aufgreifen. „Die eine kann das besser als die andere. Und eine Dritte überlegt erst, worauf sie sich einlässt.“ Kathrin Brücker geht zielsicher zur Pflanze ihrer Wahl, breitet ihre Arme aus und sagt: „Ich bin der Schmetterlingsflieder und sehr gesellig. Ich lade euch alle zu mir ein.“ Betrachtet man die vielen Schmetterlinge und Hummeln, die sich dort tummeln, scheint diese Einladung dankend angenommen zu werden. Mit Übungen wie dieser und kurzen Geschichten wärmen sich die Teilnehmerinnen auf, und dann geht es selbst ans Erzählen.

„Heutzutage werden Märchen von Erwachsenen häufig abgetan, weil sie etwas für Kinder sind. Dabei wird vergessen, dass sie von alters her dazu dienten, Wissen zu vermitteln“, erzählt Dr. Astrid Hadeler, die den Kurs für das Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein gemeinsam mit Dr. Gaby Brüssow-Harfmann vom LandFrauenVerband Schleswig-Holstein leitet. „Inzwischen ist es sogar wissenschaftlich belegt, dass man sich Fakten, die in eine Geschichte eingebunden sind, viel besser merkt.“ In Geschichten erzählte Informationen bleiben leichter im Gedächtnis, weil sie einen verständlichen Zusammenhang schaffen, innere Bilder und Gefühle auslösen und neues Wissen mit bereits Bekanntem verbinden.