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„Numen“ ist lateinisch für „Wink“, „Geheiß“ oder „göttlicher Wille“. Es steht für Übernatürliches, Ungreifbares, Spirituelles. Mit „Numen“ ist auch die aktuelle Ausstellung des spanischen Künstlers César Orrico im Eisenkunstguss Museum in Büdelsdorf betitelt. Seine bis ins Detail herausgearbeiteten Bronzeskulpturen sind nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Anatomie des menschlichen Körpers, sie versinnbildlichen das heutige Verständnis von Mythologie und Antike – zeitlose Archetypen zwischen Bekanntem und Unergründlichem, denen eine unsichtbare Kraft innewohnt.
Kleine Skulptur mit großer Ausstrahlung: „Sanfermín“ Foto: Iris Jaeger
Die 21 gezeigten Skulpturen stammen aus unterschiedlichen Werkphasen von César Orrico und sind in dieser Zusammenstellung noch nie vorher gemeinsam ausgestellt worden. Seine Arbeiten treten dabei in einen Dialog mit den Objekten der Dauerausstellung des Museums und werden überhaupt erstmals in Deutschland gezeigt. Der 1984 im nordspanischen Logroño geborene Künstler fand in den vergangenen Jahren zunehmend internationale Anerkennung und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Beautiful Bizarre Art Prize des amerikanischen Kunstmagazins „Beautiful Bizarre“. Darauf wurde die Leiterin des Eisenkunstguss Museums, Ulrike Biedenbänder, aufmerksam. „Ich habe diese Arbeiten gesehen und war hin und weg“, erzählt sie bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Antikenrezeption, also das Nutzen antiker Formen und Ideen für die eigene Kunst, sei ein Thema gewesen, das sie schon immer einmal habe machen wollen, so Biedenbänder. Kunst, die die Antike neu deute und interpretiere, dabei die Brücke ins Zeitgenössische schlage, sei unglaublich spannend, ebenso wie die heutige Wahrnehmung von Mythologie.
„Jede der Arbeiten von César Orrico ist mit einem Mythos unterlegt, aber es ist eben auch eine Auseinandersetzung des Körpers des Menschen mit Raum und Zeit“, erklärt die Museumsleiterin. In einer Ausstellungsbroschüre werden neben den Skulpturenbeschreibungen auch alle Begrifflichkeiten rund um Antike und Mythologie erläutert. So erfahren die Besucher, dass es sich bei einem Mythos um eine sagenhafte Geschichte oder Erzählung handelt, in der es häufig um Götter, Geister, Sozial- oder Naturphänomene geht.
„Bosque“ sieht aus wie aus Holz gefertigt, besteht aber aus Bronze und strahlt etwas Meditatives aus. Foto: Iris Jaeger
Und auch die Skulpturen des spanischen Künstlers strahlen etwas Göttliches, nicht Greifbares aus – eine unsichtbare Kraft, die von innen nach außen wirkt und in den Bann zieht. Anatomisch bis zur Perfektion ausgearbeitet, verleiht Orrico seinen Figuren eine unglaubliche Dynamik, gleichzeitig wirken sie in ihrer Bewegung wie eingefroren. „Und wenn man dann in deren Gesichter schaut, haben sie etwas Meditatives, beinahe Überirdisches an sich, als ob sie nach einem meditativen Zustand streben“, beschreibt es Biedenbänder. Dabei stellen alle seine Arbeiten Fragen, ohne eine Antwort zu geben, und laden dazu ein, darüber nachzudenken, was sie mit einem selbst machen, zum Beispiel die Skulptur „Bosque“, die sowohl im Innenhof des Museums als auch im Ausstellungsraum mit dem Thema „Wald“ zu sehen ist. Sie wurde von der keltischen Mythologie inspiriert.
Orrico selbst sagt, dass er die Riten und Bräuche alter Kulturen und die Verbindungen zwischen Gesellschaften aus verschiedenen Epochen faszinierend finde. Das zeigt sich unter anderem in seiner Figur „Sanfermín“, die mit dem menschlichen Körper und dem Stierkopf auf den antiken Mythos vom Minotaurus anspielt. Der Titel bezieht sich auf das Fest „Sanfermines“ in Pamplona, bekannt für den traditionellen Stierlauf durch die Stadt. Die Ausstellung ist bis zum 1. November zu sehen.
Weitere Informationen gibt es unter www.das-eisen.de
Der Ikarus-Mythos hat César Orrico zu mehreren Arbeiten inspiriert. Alas bedeutet Flügel. Bei den Alas-Skulpturen von Orrico wird auf das Ende von Ikarus angespielt, Orrico gibt seinen Figuren Flügel aus Korallen. Foto: Iris JaegerBei „Equilibrio“ wird der Tod (symbolisiert durch den Totenschädel) zur Stütze für das Leben. Foto: Patrick Mühling„Rito“ ist wie „Bosque“ von der keltischen Mythologie inspiriert, in der Hirschgeweihe eine Rolle spielen. Foto: Iris JaegerDie Skulptur „Noche“ stellt eine Verbindung zur griechischen Göttin der Nacht, „Nyx“, her. Foto: Iris Jaeger„Duir“ ist das keltische Wort für Eiche, die für religiöse Zeremonien ein wichtiger Baum war. Foto: Iris JaegerBlick von hinten auf die Rückseite der Maske von der Skultpur „Bifronte“, der Zweistirnige oder Zweigesichtige Foto: Patrick Mühling
Zwischenfrüchte sind ein zentrales Element in der landwirtschaftlichen Praxis, insbesondere im Hinblick auf Bodenschutz, Humusaufbau sowie die Konservierung von Nährstoffen im System Boden und Pflanze. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an den Gewässerschutz und die Reduzierung von Nährstoffverlusten gewinnen Verfahren zur sicheren und möglichst frühzeitigen Etablierung zunehmend an Bedeutung. Neben der klassischen Drillsaat wird dabei verstärkt die Aussaat von Zwischenfrüchten mittels Agrardrohne diskutiert. Dieses Verfahren ermöglicht eine Etablierung bereits in stehende Bestände und damit eine deutliche Verlängerung der Vegetationszeit.
Die Drohnensaat bietet sowohl in mais- als auch in getreidebetonten Fruchtfolgen interessante Vorteile. Die Aussaat kann bereits vor der Ernte der Hauptkultur erfolgen, wodurch die Zwischenfrucht früher etabliert wird und mehr Zeit für Wachstum und Nährstoffaufnahme zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist keine zusätzliche Bodenbearbeitung erforderlich. Dadurch wird die Mineralisierung von Stickstoff nach der Ernte reduziert, was insbesondere während der Sickerwasserperiode im Winter das Risiko von Nährstoffverlusten verringern kann. Zusätzlich entstehen keine Fahrspuren oder Bodenverdichtungen durch weitere Überfahrten. Auch wirtschaftlich kann das Verfahren interessant sein, da die Verfahrenskosten je nach Einsatzbereich bei etwa 30 €/ha liegen können. Die Drillsaat bleibt dennoch das in der Praxis etablierte Standardverfahren. Durch die Saatgutablage in definierter Tiefe und den direkten Bodenschluss wird in der Regel ein gleichmäßiger Feldaufgang erreicht. Allerdings ist die Aussaat zeitlich an die Ernte und häufig auch an eine vorherige Bodenbearbeitung gebunden, wodurch sich die Vegetationszeit der Zwischenfrucht verkürzt.
Die Gewässerschutzberatung (Iglu) hat daher in einem Praxisversuch in Lindewitt untersucht, wie sich Drohnensaat und Drillsaat unter praxisnahen Bedingungen auf die Etablierung, Bestandsentwicklung sowie die Nährstoffdynamik von Zwischenfrüchten auswirken. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere der Einfluss von Saatzeitpunkt und Saatverfahren auf die Entwicklung der Bestände sowie die Aufnahme von mineralischem Stickstoff. Im Versuch wurden zwei Aussaatverfahren gegenübergestellt. Die Drohnensaat fand am 31. Juli 2025 mit einer Agrardrohne des Typs DJI Agras T50 statt (Bild oben). Dabei wurde die Zwischenfruchtmischung viterra Mais Struktur bereits vor der Getreideernte in den stehenden Bestand ausgesät. Die Drillsaat erfolgte betriebsüblich am 22. August 2025 nach der Ernte und Strohabfuhr. Zuvor wurde der Boden flach mit dem Grubber bearbeitet. Ergänzend erfolgten Nmin-Untersuchungen nach der Ernte sowie im Herbst zur Bewertung der Stickstoffdynamik. Die eingesetzten Zwischenfruchtmischungen unterschieden sich zwar geringfügig in ihrer Artenzusammensetzung, waren hinsichtlich Zielsetzung und funktionaler Eigenschaften jedoch vergleichbar aufgebaut.
Witterung und Standortbedingungen
Der Versuch befand sich in Lindewitt auf einem Geeststandort mit überwiegend schwach lehmigen Sanden und begrenzter Wasserspeicherfähigkeit. Entsprechend spielt die Bodenfeuchte eine wichtige Rolle für die Etablierung der Zwischenfrüchte. Das Versuchsjahr 2025 war durch hohe Temperaturen sowie einen wechselhaften Niederschlagsverlauf geprägt. Während es im Sommer teilweise trocken war, kam es im Herbst zu deutlich höheren Niederschlägen und einer starken Durchfeuchtung der Böden. Vor allem die Drohnensaat ist auf ausreichende Niederschläge angewiesen, da das Saatgut auf der Bodenoberfläche abgelegt wird. Die nach der Aussaat ungleichmäßig verteilten Niederschläge führten in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und kleinräumigen Standortunterschieden zu Unterschieden in der Bestandsentwicklung. Gleichzeitig erhöhte die starke Durchfeuchtung der Böden im Herbst das Risiko der Nitratauswaschung.
Drohnensaat am 23. Oktober 2025Drillsaat am 23. Oktober 2025
Etablierung und Bestandsentwicklung
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Zwischenfruchtbestände. Durch die frühe Aussaat konnte sich die Drohnensaat bereits vor der Getreideernte etablieren und entwickelte sich unmittelbar danach weiter. Dies führte zu einer schnellen Bodenbedeckung und insgesamt zu einer stärkeren Biomassebildung. Die Drillsaat hatte aufgrund des späteren Saattermins eine verkürzte Vegetationszeit. Trotz des guten Bodenschlusses war die Entwicklung der Bestände insgesamt weniger weit fortgeschritten. In der visuellen Bonitur zeigte sich bei der Drohnensaat ein heterogeneres Bestandsbild. Die Entwicklung war stark von kleinräumigen Standortunterschieden abhängig. Besonders in Senkenbereichen mit höherer Bodenfeuchte entwickelten sich kräftige Bestände, während trockenere Kuppenlagen deutlich schwächer entwickelt waren. Die Drillsaat zeigte dagegen ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild mit homogenerem Feldaufgang, was auf die präzise Saatgutablage und den besseren Bodenschluss zurückzuführen ist.
Nmin-Dynamik und Nährstoffkonservierung
Die Art der Zwischenfruchtetablierung kann auch die Stickstoffdynamik im Boden beeinflussen. Während bei der klassischen Drillsaat in der Regel eine vorherige Bodenbearbeitung erfolgt, kann die Drohnensaat ohne zusätzliche Bodenbewegung durchgeführt werden. Dadurch wird die Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff nach der Ernte tendenziell reduziert. Gleichzeitig ermöglicht der frühe Saattermin der Drohnensaat eine längere Standzeit der Zwischenfrucht und damit eine frühere Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Nach der Ernte waren zunächst relativ hohe Mengen mineralischen Stickstoffs im Boden vorhanden (siehe Abbildung). In der Drillsaat wurden 56 kg Nmin/ha gemessen, in der Drohnensaat 47 kg Nmin/ha. Der Großteil befand sich in der oberen Bodenschicht von 0 bis 30 cm. Bis zur Herbstbeprobung am 19. Oktober 2025 sanken die Werte in beiden Varianten deutlich auf rund 10 bis 11 kg Nmin/ha. Vor dem Hintergrund der im Herbst erhöhten Niederschläge und der damit verbundenen Durchfeuchtung der Böden wird deutlich, dass die Zwischenfrüchte einen wesentlichen Anteil des mineralischen Stickstoffs aufgenommen und im System Boden und Pflanze gebunden haben. Dadurch konnte das Risiko von Nährstoffverlusten durch Auswaschung reduziert werden. Unterschiede zwischen den Saatverfahren waren dabei nur gering ausgeprägt.
Aus Sicht der Gewässerschutzberatung bestätigen die Ergebnisse, dass Zwischenfrüchte unabhängig vom Saatverfahren einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Nährstoffverlusten leisten. Entscheidend ist jedoch der Zeitpunkt der Etablierung, der maßgeblich durch das Saatverfahren beeinflusst wird. Die Drohnensaat bietet hier klare Vorteile durch die sehr frühe Aussaat und die damit verbundene längere Vegetationszeit mit größerer Biomassebildung. Gleichzeitig ist sie stärker witterungs- und standortabhängig und führt zu weniger homogenen Beständen. Die Drillsaat bleibt ein sicheres und bewährtes Verfahren mit gleichmäßiger Bestandsentwicklung, ist jedoch zeitlich stärker eingeschränkt. Damit stellt die Drohnensaat eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Drillsaat dar, insbesondere wenn eine möglichst frühe Etablierung der Zwischenfrucht angestrebt wird.
Fazit
Beide Verfahren eignen sich grundsätzlich zur Etablierung von Zwischenfrüchten und leisten einen Beitrag zum Gewässerschutz.
Die Drohnensaat ermöglicht eine sehr frühe Aussaat und damit eine längere Vegetationszeit mit stärkerer Biomassebildung. Zudem ist keine zusätzliche Bodenbearbeitung erforderlich.
Die Drillsaat sorgt für gleichmäßigere Bestände, erfolgt jedoch später und bleibt dadurch in der Entwicklung begrenzt.
Hinsichtlich der Nährstoffkonservierung zeigten sich im Versuch nur geringe Unterschiede, beide Verfahren trugen deutlich zur Reduzierung der Nmin-Gehalte bei.
Von August bis September 2025 wurden im vergleichenden Mischfuttertest in Schleswig-Holstein Alleinfutter für Jungsauen, für tragende und säugende Sauen sowie Ferkelaufzuchtfutter vom Verein Futtermitteltest (VFT) beprobt, überprüft und bewertet.
Durch Mitarbeiter der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurden die Proben direkt bei Anlieferung des Futters auf den Betrieben gezogen. Nach Untersuchung im Labor der Agrolab Lufa in Kiel erfolgte die Bewertung beim VFT. Sobald hier eine Abweichung von der Deklaration oder den Vorgaben und Richtwerten festgestellt wird, wird das Futter durch ein zweites Labor überprüft. Dadurch wird die Gefahr von Analysefehlern minimiert, und tatsächliche Abweichungen werden abgesichert.
Hinweise zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Über diese Seite ist ebenfalls ein Zugriff auf die Ergebnisse verschiedener Futtertypen in den einzelnen Regionen möglich.
Alleinfutter für Sauen aus Schleswig-Holstein
Untersucht wurden insgesamt zwei Alleinfutter (AF) für Jungsauen, ein AF für tragende Sauen und zwei Futter für säugende Sauen von zwei verschiedenen Herstellern.
Bezüglich der Genauigkeit der Nährstoffangaben der Hersteller (Deklarationseinhaltung) wurden die angegebenen Gehalte an Energie und den wesentlichen Nährstoffen mit den Laborbefunden verglichen (Tabelle 1).
Bei der fachlichen Bewertung (Tabelle 2) wird die Übereinstimmung der tatsächlichen Gehalte mit fachlich abgeleiteten Richtwerten bezüglich des Energieniveaus und der Aminosäuren- sowie Mineralstoffversorgung (in g/MJ ME) unter Berücksichtigung des vorgesehenen Einsatzzweckes beurteilt. Dieser wird dabei dem Fütterungshinweis beziehungsweise der Bezeichnung des Futters entnommen. Die Aussagefähigkeit des Fütterungshinweises wird mit beurteilt.
Alle beprobten Futter enthielten einen Phytasezusatz, was die Verdaulichkeit von Phosphor und Kalzium erhöht und eine Reduzierung der Mineralergänzung ermöglicht – so sind bei entsprechendem Zusatz die Richtwerte für Kalzium und Phosphor um 0,08 g/MJ ME niedriger.
Die angegebenen Gehalte an Energie und Nährstoffen wurden für alle Sauenfutter bestätigt. Die Jungsauenfutter blieben ohne Bewertung. Das AF für tragende Sauen erhielt wegen eines Rohfaser-Untergehalts und der Überschreitung des maximalen Energiewerts die Note „2“. Die beiden Futter für säugende Sauen erreichten in der fachlichen Bewertung die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.
Ferkelfutter aus Schleswig-Holstein
Die vier untersuchten Ferkelfutter stammten aus drei Mischfutterwerken. Es handelt sich um drei Ferkelaufzuchtfutter I (FAZ I) für Ferkel bis vier beziehungsweise acht Wochen nach dem Absetzen. Ein Futter wurde als Ferkelaufzuchtfutter II (FAZ II) erfasst.
Da die Angaben FAZ I und FAZ II keine genauen Altersabschnitte eingrenzen, sollten in der Bezeichnung oder in den Fütterungshinweisen auf der Deklaration die genauen Alters- und Gewichtsspannen angegeben sein, in denen das jeweilige Futter verfüttert werden soll. Bei zwei Futtern fehlte die Angabe zum Einsatzbeginn/-ende, sodass diese Futter den Ansprüchen eines Ferkels zu Aufzuchtbeginn (8 kg LM) genügen müssen. Ein Futter sollte von 15 bis 26 kg, ein anderes (FA II) ab 18/20 kg eingesetzt werden.
Alle getesteten Aufzuchtfutter enthielten einen Phytasezusatz. Die deklarierten Energie- und Proteingehalte dieser Futter sind der Tabelle 1 zu entnehmen.
In Tabelle 2 ist die fachliche Bewertung nach Einsatzzweck für die FAZ-Futter dargestellt. Ein FAZ-Futter I erhielt aufgrund eines Energie-Untergehalts die Note „3“. Alle anderen FAZ-Futter erhielten die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.
Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen und dürfen nicht generell für die Beurteilung der Futtertypen herangezogen werden. Sie lassen ebenfalls keine Rückschlüsse auf die übrigen Produkte der beteiligten Mischfutterhersteller zu.
Die Prüfung von Mischfutter durch den VFT wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) gefördert.
Die Ampferbekämpfung im Grünland ist zwingend erforderlich, da sich die konkurrenzstarke Pflanze rasant ausbreitet, wertvolle Futtergräser verdrängt und die Futterqualität durch Oxalsäure mindert. Auch wenn die besten Bekämpfungserfolge im Spätsommer zu erwarten sind, kann nach dem ersten Schnitt schon mit der Bekämpfung begonnen werden. Eine ressourcenschonende Einzelpflanzenbehandlung ist für Qualität und wertvolle Artenvielfalt der Flächen empfehlenswert. Neue Pflanzenschutztechnik ist präzise, effizient und in der Lage, große Mengen an Pflanzenschutzmitteln einzusparen.
Um dem Integrierten Pflanzenschutz Genüge zu tun, sei vorab darauf hingewiesen, dass erfolgreiche Narbenpflege und händisches Entfernen von ersten auftretenden Einzelpflanzen im Bestand mit dem Ampferstecher die Grundlage der Ampferbekämpfung sind oder sein sollten.
Nimmt der Ampfer dann trotzdem überhand im Bestand, kann die chemische Bekämpfung sinnvoll und notwendig werden. In der Literatur wird der Spätsommer als vorzüglicher Termin für die chemische Bekämpfung der Ampferpflanzen in einem Grünlandbestand genannt. Arbeitswirtschaftliche Gründe machen es aber oft erforderlich, weitere Termine für die Bekämpfung zu finden, und es gibt sie auch. Wichtig ist, dass sich die zu bekämpfenden Pflanzen in einem wüchsigen Rosettenstadium bis hin zum beginnenden Schossen befinden. Es muss ausreichend freie Blattmasse zur Verfügung stehen, damit die Pflanzen genügend Wirkstoff aufnehmen und in die Wurzel transportieren können. Ist das Stadium zu fortgeschritten und befindet sich die Pflanze schon in der Blütenbildung (erste Blütenquirle sichtbar), wird der Wirkstoff unter Umständen nicht effektiv in die Wurzel transportiert. Die Saftströme konzentrieren sich dann auf die Vermehrungsorgane, und die Altpflanze kann überleben.
Ungeachtet ob im Frühsommer nach dem ersten Schnitt oder später im Jahr, sollte sich die Ampferpflanze also im aktiven Rosettenstadium befinden. Oft entwickelt sich der Ampfer nach dem Schnitt zügiger als der restliche Bestand. Dieser Zeitpunkt sollte genutzt werden, damit die Pflanze frei getroffen und die Wirkstoffe nachhaltig aufgenommen werden können. Für die chemische Bekämpfung stehen mehrere Wirkstoffe in unterschiedlichen Kombinationspräparaten zur Verfügung. Hierbei gibt es einen kleeschonenden Wirkstoff, Thifensulfuron-methyl, der in Harmony SX enthalten ist.
Weitere, jedoch nicht kleeschonende Mittel sind Ranger und Garlon, jeweils mit den beiden Wirkstoffen Fluroxypyr + Triclopyr. Als kostengünstigere, aber nicht so breit wirkende Lösungen stehen Tomigan 200 oder Lodin mit dem Wirkstoff Fluroxypyr (solo) zur Verfügung.
Simplex mit den Wirkstoffen Fluroxypyr + Aminopyralid ist ebenfalls sehr wirksam, ist aber wegen Persistenz im Futter und Nachbauproblemen mit dem Wirtschaftsdünger für die Ampferbekämpfung nicht nötig. Es kann mit den anderen zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet werden.
Oft kommt aktuell noch die herkömmliche vollflächige Behandlung zum Einsatz. Dies sollte in Zukunft jedoch aufgrund der sehr praktikablen Technik zur Einzelpflanzenbehandlung im Spotspray dringend überdacht werden.
Versuchsfläche vor der Spotspraybehandlung mit zirka 40 % DeckungsgradVersuchsfläche nach der Behandlung: zirka 95 % Wirkung bei über 50 % Einsparung des Herbizides. Der Behandlungszeitpunkt war nicht perfekt. Eine Nachkontrolle ist immer notwendig, und im nächsten Jahr sollte eine weitere Behandlung erfolgen, bei der mit über 90 % Einsparung gerechnet werden kann.
Einzelpflanzen- und Horstbehandlung
Ersten Ampfernestern oder sehr vereinzeltem Auftreten in einem Bestand kann grundsätzlich über eine Einzelpflanzenbehandlung mit der Rückenspritze oder auch mit dem Ampferstecher begegnet werden. Kommt die Rückenspritze zum Einsatz, sollten moderne Flachstrahldüsen im Gerät verbaut sein. Bei der Anwendung muss auf die Vermeidung von Punkteinträgen und Überdosierung und damit möglichen Schäden an der Kulturpflanze und dem Naturhaushalt geachtet werden. Auf den Einsatz von Rundkegeldüsen, wie sie oft vom Hersteller in den Geräten verbaut sind, sollte unbedingt verzichtet werden. Sie sind viel zu ungenau.
Sind größere Flächen mit Ampfer besetzt, ist eine Behandlung mit der Rückenspritze nicht mehr sinnvoll. Jedoch ist eine vollflächige Behandlung für den Naturhaushalt, die Artenvielfalt im Bestand und die Kulturpflanzen problematisch. Auch wenn die oben angegebenen Herbizide als selektiv bezeichnet werden, sind sie für die Kulturgräser dennoch eine metabolische Herausforderung. Das bedeutet, dass die Gräser Kraft und Vitalität beim Abbau der Herbizide benötigen, die sie ohne Applikation in Ertrag und Qualität hätten investieren können.
Der Mitentwickler und Gründer der Firma Allgäu Automation führt Umbauarbeiten am RumboJet880 durch. Neue Kameratechnik soll die Einsatzbereiche des Gerätes erweitern und verbessern.
Wie aber kann eine effiziente Behandlung ausschließlich der Ampferpflanzen realisiert werden? Hierzu haben sich schon vor Jahren unterschiedliche Start-up-Unternehmen Gedanken gemacht. Unter anderem ist von der Firma Allgäu Automation, zunächst im Rahmen eines Hochschulprojekts, ein Gerät entwickelt worden, das während der Überfahrt über das Grünland mittels Kameratechnik und einer Bild-Analyse-Software Ampferpflanzen erkennt und mit speziellen Spotdüsen mit 10 cm Applikationsbreite engräumig applizieren kann. Die gesamte Arbeitsbreite beträgt 8,80 m. Somit ist eine sehr effektive, bestands- und artenvielfaltschonende „Einzelpflanzenbehandlung“ mit einer professionellen Überfahrt möglich. Überdosierungen, wie beim Einsatz mit der Rückenspritze, sind ausgeschlossen. Die möglichen Einsparungen an Pflanzenschutzmitteln entsprechen beinahe dem prozentualen Deckungsgrad des Ampfers auf der Fläche. Somit können laut Hersteller bis zu 98 % im Vergleich mit der vollflächigen Anwendung eingespart werden. Dies schützt Artenvielfalt und Naturhaushalt, spart Pflanzenschutzmittel und Geld und kann sogar höhere Erträge und bessere Qualitäten zur Folge haben, da die Kulturpflanzen keinen Wachstumsdepressionen durch die Herbizide ausgesetzt sind.
Weiterentwicklung der Techniken
Auch wenn die Technik gegen Ampfer schon seit Jahren gut funktioniert, wird ständig an Verbesserungen und Erweiterungen gearbeitet. So wird der RumboJet880 der Firma Scheel in Sarlhusen aktuell mit neuer Kameratechnik ausgerüstet. Die neuen Kameras sind in der Lage, KI-gestützt zu arbeiten, während die alte Technik vorrangig mit herkömmlicher Bilderkennungssoftware arbeitete. Ziel ist es, weitere Unkräuter wie Jakobskreuzkraut zu detektieren und gezielt und schonend aus dem Bestand zu entfernen.
Fehlstellen im Bestand müssen mit konkurrenzstarken Nachsaaten geschlossen werden.
Auch andere Firmen, etwa die Rumex GmbH oder Ecorobotix, entwickeln ihre Geräte ständig weiter. So werden die zu applizierenden Spots durch immer geringeren Düsenabstand und extrem kurze Reaktionszeiten der Applikationstechnik immer kleiner. Hierdurch ist es bereits möglich, einzelne sehr kleine Unkräuter aus Kulturpflanzenbeständen zu entfernen. Auch wird die Technik immer vielseitiger einsetzbar. Einige Spezialgeräte können außer im Grünland auch im Acker- und Gemüsebau eingesetzt werden. Solch moderne Technik hat allerdings ihren Preis. Im Vergleich zu herkömmlichen Feldspritzen ist die Schlagkraft reduziert. Neben den genannten Spezialtechniken ist auch die Kartierung des Ampferaufkommens mithilfe von speziellen Drohnen möglich. So gewonnene Schlagkartierungen können auf moderne Feldspritzen übertragen werden. Sind diese mit kleinen Teilbreiten oder, besser noch, Einzeldüsenschaltungen ausgerüstet, kann auch hiermit Spotspraying durchgeführt werden. Es können große Mengen an Herbiziden eingespart werden.
Egal ob vollflächig oder im Spotspraying appliziert wurde, nach jeder Ampferbekämpfung muss zwingend eine Nachsaat durchgeführt werden, um die entstehenden Lücken sofort zu schließen und eine Neubesiedlung durch Unkräuter zu verhindern. Hierbei können wie gewohnt wertvolle Weidelgräser eingesetzt werden, aber es ist natürlich auch möglich, artenvielfältigere Mischungen einzusetzen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Mischungen ausreichend konkurrenzstark sind.
Fazit
Als bedeutendem Unkraut im Grünland ist einem vermehrten Auftreten des Ampfers unbedingt gegenzusteuern. Dies geschieht immer noch oft mit vollflächigen chemischen Applikationen. Neue Technik macht herkömmliche Behandlungen überflüssig, bei denen in der Regel auch alle wertvollen Kräuter aus dem Bestand entfernt werden. Durch Spotspraying werden Kulturpflanzen und Naturhaushalt geschont. Artenvielfalt und minimale Herbizidmengen können die Futterqualität und sogar die Erträge verbessern.
Im Rahmen der CAP-Network-Konferenz „Water Resilience in Agriculture“ waren im Mai Teilnehmende aus ganz Europa in Schleswig-Holstein unterwegs, um innovative Projekte zur Wasserresilienz und Klimaanpassung kennenzulernen.
Insgesamt organisierte das Innovationsbüro der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein drei sogenannte Field Visits. Ein Schwerpunkt des ersten Field Visit war das EIP-Projekt „Flugsaat“, das auf dem Betrieb Voss in Dithmarschen vorgestellt wurde. Fachreferent Ruben Soth zeigte den etwa 35 Teilnehmenden dieser Exkursion auf, wie große Agrardrohnen genutzt werden können, um Zwischenfrüchte und Untersaaten flexibel und effizient auszusäen. Vorgestellt wurden dabei die Drohne DJI AGRAS T50 sowie erste Praxisergebnisse aus dem Projekt. Im Fokus standen die Potenziale der Drohnensaat für klimaresiliente Anbausysteme, Bodenschutz und Erosionsminderung sowie flexible Aussaatzeitpunkte unabhängig von der Befahrbarkeit der Flächen.
Amelie von Bülow-Sartory bot mehr als 30 Jahre lang auf dem Gut Wittmoldt therapeutisches Reiten an, seit zehn Jahren in Kombination mit der Eagala-Methode. Inzwischen konzentriert sie sich auf diese Therapieform, eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Arbeit mit Pferden.
„Thomas Kleinheinrich sprach mich an, ob wir nicht zusammen die Eagala-Ausbildung machen wollten“, erinnert sich Amelie von Bülow-Sartory. „Wir sind schon lange befreundet. Er ist früher auch geritten und hat einen guten Zugang zu Pferden.“ Die beiden reisten nach Österreich zum damaligen Ausbildungsstandort der Equine Assisted Growth and Learning Association (Eagala), einer seit 30 Jahren bestehenden internationalen Gesellschaft für durch Pferde unterstütztes Wachstum und Lernen. Dort absolvierten sie in zweimal fünf Tagen die Fortbildung.
„Es hat mich gleich fasziniert“, berichtet die gelernte Physiotherapeutin, die schon früh auf die pferdegestützte Pferdephysiotherapie (Hippotherapie) umgeschwenkt ist. Schon vorher habe sie oft das Gefühl gehabt, dass Pferde die Menschen nicht nur motorisch bewegen, sondern auch emotional. Oft habe sie neurologische Fälle bei sich gehabt, die im Umgang mit den Pferden ins Reden gekommen seien. „Ich dachte dann schon öfter, ich hätte hier gern einen Psychologen mitzulaufen, der die Gespräche halten kann“, erinnert sie sich.
Immer zu zweit
„Was wir machen, ist schwer zu beschreiben. Eigentlich muss man es erleben“, sagt von Bülow-Sartory. Die Klienten werden immer von zwei Eagala-Therapeuten begleitet: ein Pferdemensch und ein Psychologe, Coach oder Pädagoge. „Ich bin für die Sicherheit von Menschen und Pferden zuständig. Niemand darf überfordert werden. Der Teampartner ist für die Persönlichkeitsentwicklung dabei“, erklärt sie.
Auf Gut Wittmoldt gibt es ausreichend Platz für die Pferde und die Therapie. Foto: privat
Es wird immer frei und immer vom Boden gearbeitet. Erfahrung mit Pferden müssen die Klienten nicht haben. Auf Gut Wittmoldt können sie erst einmal selbst entscheiden, ob sie in der Halle oder auf der Koppel arbeiten wollen. Sie wählen auch die Anzahl der Pferde aus und ob sie nur beobachten oder auch interagieren wollen. „Manche sehen die Pferdeherde als eine Familienaufstellung, andere nur als Spiegel für Emotionen“, erklärt sie. Manche hätten erst Angst und stünden am Ende mitten zwischen den Pferden. Wichtig ist, dass die Therapeuten das Verhalten der Pferde nicht erklären. Also nicht: „Guck mal, das Pferd hat mit dem Schweif eine Fliege weggeschlagen.“ Sondern: „Das Pferd hat seinen Schweif von links nach rechts bewegt.“
Die Fachfrau ist vor allem beeindruckt davon, was über die Pferde zum Ausdruck kommt. Jeder Patient spreche aus, was in ihm stecke. „Einer sieht den Pferden beim Grasen zu und findet es langweilig. Der Nächste sagt: ‚Wie meine Tochter, die isst auch den ganzen Tag.‘“
Über Beobachtungen und geäußerte Emotionen komme der Psychologe mit den Menschen besser ins Gespräch. So könne die Interaktion den Klienten dabei helfen, sich selbst zu erfahren und zu neuen Sichtweisen zu gelangen. „Im Kontakt mit den Pferden können wir unsere Empfindungen und Bedürfnisse besser wahrnehmen, Stärken und Schwächen entdecken und Rückmeldungen auf unser Verhalten bekommen“, erklärt sie.
Spiegel für Emotionen
So werde die Therapie beschleunigt, weil Themen schneller ans Licht kämen. Auch als Paar, Familie oder Team könne die Interaktion mit den Pferden darin unterstützen, Wege zu einer besseren, gesünderen Kommunikation zu finden. Kinder und Jugendliche würden sich zum Teil mit ihren Eltern und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Therapeuten melden.
Die bald 70-Jährige hat die pferdegestützte Physiotherapie inzwischen aufgegeben. „Ich habe das unter Tränen verabschiedet, aber es war so weit. Die Arbeit ist sehr anstrengend, und ich möchte jetzt das andere intensivieren“, sagt sie.
Die Eagala-Methode sei nicht nur für sie eine geeignete Arbeit im Alter, auch für die Tiere sei sie sehr schonend. Bei von Bülow-Sartory wohnen vier Therapiepferde: zwei Welsh Cobs, ein Haflinger und ein brasilianisches Großpferd, ein Mangalarga Marchador. „Ich muss die Pferde aber nicht kennen“, macht sie klar. Es müsse lediglich sichergestellt werden, dass die Tiere in einem geregelten Herdenverband leben.
Die Arbeit mit den Tieren hat sich inzwischen auch in der Militärseelsorge seelisch geschädigter Soldaten etabliert. Das ist auch ein Schwerpunkt bei Thomas Kleinheinrich und Amelie von Bülow-Sartory. Eine Studie habe belegt, dass die Methode den Soldaten helfe. Von Bülow-Sartory hofft, dass die Therapie nun bald in den Leistungskatalog aufgenommen wird. Das würde bedeuten, dass Eagala bezahlt werden muss, wenn Bedarf besteht.
In Schleswig-Holstein gibt es aber nur einen weiteren Ort für die Methode, in Albersdorf, Kreis Dithmarschen. „Wir brauchen jetzt dringend neue Kollegen“, so von Bülow-Sartory. Im August werde auch in Deutschland eine Eagala-Ausbildung angeboten. Danach muss alle zwei Jahre nachgewiesen werden, dass man sich weiter mit dem Thema beschäftigt hat. Das geht heute auch über Onlinefortbildungen.
Für Menschen, die nicht bei der Bundeswehr angestellt sind, ist die Therapie nach wie vor eine private Leistung. Es gibt aber einige private Zusatzversicherungen, die sie bezahlen. Bei vielen Stiftungen kann man Zuschüsse beantragen, beispielsweise bei der Christof-Husen-Stiftung in Kiel.
Die Spargelbetriebe in Schleswig-Holstein ziehen zur laufenden Saison bislang überwiegend eine positive Zwischenbilanz. Zwar verlief der Saisonstart aufgrund des frühen Ostertermins zunächst verhalten, doch im weiteren Verlauf entwickelten sich Absatz und Nachfrage vielerorts stabil.
Bereits im März herrschten gute Bedingungen für die Vorbereitung der Spargelflächen. Die Betriebe konnten die Dämme frühzeitig aufbauen und die Foliensysteme auslegen. Durch die trockene Bodenstruktur erwärmten sich die Dämme zügig. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum des Spargels. Dennoch begann die Ernte in den meisten Betrieben erst nach Ostern, da vor den Feiertagen noch keine ausreichenden Mengen zur Verfügung standen.
Ab Mitte April nahm die Saison dann deutlich Fahrt auf. Sonnige Wetterphasen sowie Feiertage wie der 1. Mai, Muttertag, Christi Himmelfahrt und Pfingsten sorgten für zusätzliche Kaufimpulse. Besonders an den Wochenenden zeigte sich erneut, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu regional erzeugtem Spargel greifen. Nach Angaben der Betriebe passten Angebot und Nachfrage im bisherigen Saisonverlauf insgesamt gut zusammen.
Rund 90 % des in Schleswig-Holstein erzeugten Spargels werden direkt vermarktet, etwa über Hofläden, Verkaufsstände oder Wochenmärkte. Für viele Betriebe bleibt die Nähe zu den Kundinnen und Kunden ein wichtiger Bestandteil ihres Vermarktungskonzepts.
Auch die Qualität des Spargels wird von den Betrieben als sehr gut eingeschätzt. Die aktuellen Witterungsbedingungen sorgen weiterhin für ausreichende Erntemengen. Während spätere Anlagen derzeit in ihrer Haupterntephase sind, werden früh gestartete Flächen bereits geschont, damit die Pflanzen Reserven für die kommende Saison einlagern können.
Bis zum traditionellen Saisonende am 24. Juni hoffen die Spargelbetriebe nun auf eine anhaltend rege Nachfrage.
Die Holsteiner Pferdetage finden in diesem Jahr von Mittwoch, 10. Juni, bis Sonntag, 14. Juni, in Elmshorn statt. Wie immer werden die Holsteiner Landeschampions in Dressur und Springen ermittelt. Es werden Qualifikationen zum Bundeschampionat sowie die Verbandsstutenschau ausgetragen.
Das Turnierprogramm umfasst erneut die Wertungsprüfungen für vier- bis sechsjährige Hengste nach dem im vergangenen Jahr eingeführten System für Hengstleistungsprüfungen. Mittendrin steht am Sonnabend, 13. Juni, ein weiteres Highlight auf dem Programm: eine Fohlenauktion. Hierfür hat Felix Flinzer, Geschäftsführer der Abteilung Auktion und Vermarktung, mit seinem Team elf Fohlen des Jahrgangs 2026 ausgewählt. Ihre Väter ergeben eine Mischung aus bewährten Namen und aktuellen Shootingstars, die überall auf den Turnierplätzen für Aufsehen sorgen. Es sind Nachkommen von Casall und dessen Sohn Cascadello I dabei, von Dinken und Million Dollar sowie von Keaton I, Charaktervoll und United Way. pm
Mit ihren feinen Hülsen und süßen Samen haben Erbsen und Bohnen einiges zu bieten, die hübschen Blüten mancher Varianten noch gar nicht mitgezählt. Der Anbau der kleinen Kraftpakete ist ganz unkompliziert. Frischer Genuss aus dem Gemüsegarten ist so garantiert.
Im Garten zählen Hülsenfrüchte zu den variantenreichsten Gemüsearten. Vielseitig sind auch die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Die fleischigen Samenhüllen und die nussigen Körner werden vor allem wegen des leicht verwertbaren pflanzlichen Eiweißes und der vielen Vitamine sowie Mineralstoffe geschätzt.
Auch die als standfest beworbene Zuckererbse ,Ambrosia‘ sollte mit einem Gerüst abgestützt werden. Das erleichtert die Ernte. Foto: Karin SternErbsen halten sich mit spiralförmigen Wickelranken an Reisern oder am Maschendraht fest. Foto: Karin Stern
Erbsen werden in drei Gruppen eingeteilt: süße Markerbsen, delikate Zuckererbsen und stärkereiche Pal- oder Trockenerbsen. Zuckererbsen sät man klassischerweise im Frühjahr. Als Langtagspflanzen setzen sie in den hellen Junitagen viele Blüten und damit auch Hülsen an. Tipp: Die tagneutrale Sorte ‚Zuccola‘ kann noch im Juli ausgesät werden und ist einen Anbauversuch wert. Die zarten Schoten werden roh oder gedünstet komplett verzehrt, da sie erst beim Ausreifen der Samen die typische Pergamentschicht im Inneren entwickeln. Der Geschmack verändert sich mit der Stärke der Körner. Am süßesten schmecken die Schoten, wenn die Körner etwa ihre halbe Größe erreicht haben. Ernteüberschüsse werden einfach roh auf einem Backblech eingefroren. So lassen sich die Hülsen portionsweise den Beuteln entnehmen. Sortentipp für das nächste Frühjahr: ‚Ambrosia‘. Auch die Markerbse ‚Vitara‘ kann noch bis in den Juli hinein gesät werden. Man legt die Samen im Abstand von 2 bis 3 cm in die Saatrillen. Wenn die Pflanzen etwa handhoch gewachsen sind, häufelt man sie mit etwas Erde an und gibt ihnen eine Rankhilfe. Auch wenn manche Sorten als sehr standfest beschrieben werden und angeblich ohne Stütze auskommen sollen – erfahrungsgemäß fällt die ganze Pracht nach dem ersten Pflückdurchgang zusammen. Das erschwert die folgenden Erntedurchgänge enorm. Zudem ist auf eine gute Wasserversorgung ab Blühbeginn zu achten. Eine Düngung ist ebenso wenig notwendig wie bei Bohnen. Der richtige Erntezeitpunkt von Markerbsen ist erreicht, wenn die Samen noch weich sind. Zum Trocknen für den Vorrat lässt man die Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen. Dann lassen sich die Kerne mit dem Fingernagel nicht mehr einritzen.
Kapuzinererbse ,Blauwschokker‘ bildet hübsche Schmetterlingsblüten aus. Foto: Karin SternBuchenreisig war früher als Stütze für Erbsen weit verbreitet. Foto: Karin SternZuckererbsen schmecken roh unvergleichlich gut. Die Süße der Körner verändert sich mit ihrer Stärke. Foto: Karin Stern
Stangenbohnen bringen hohe Erträge hervor, wenn sie regelmäßig gepflückt werden. Foto: Karin Stern
Stangenbohnen sind sehr kälteempfindlich. Je höher die Temperatur, desto zügiger keimen die Samen und desto weniger Ausfälle sind durch die hungrigen Larven der Bohnenfliege zu erwarten. Auf angeblich wirksame „Keimungsbeschleuniger“ wie Einweichen oder das Anrauen der Samen auf einer Seite mit Schmirgelpapier kann getrost verzichtet werden. Jetzt im Juni erfolgt die Keimung innerhalb weniger Tage. Stangenbohnen brauchen unbedingt eine Rankhilfe. Das kann das klassische Stangengerüst sein, aber auch ein dekoratives Tipi oder nur einige wenige, einzelne Stangen. Der Abstand zwischen den Stangen sollte etwa 30 bis 50 cm betragen.
Feuerbohnen fallen mit einer farbstarken Blüte auf. Foto: Karin Stern
Interessanterweise winden sich Stangenbohnen gegen den Uhrzeigersinn um die Kletterhilfen. Sie sind sogenannte Linkswinder. Feuerbohnen hingegen sind Rechtswinder. Tipp: Sobald die Pflanzen das Ende der Bohnenstange erreichen, knipst man die Spitze ab. Dann verzweigen sich die Ranken kräftig und setzen mehr Hülsen an, die bequem gepflückt werden können. Bis zum Herbst entwickeln Stangenbohnen unermüdlich neue Blüten und Hülsen.
Geräumte Reihen im Gemüsegarten bieten auch im Juni und Juli noch Platz für die Aussaat von Buschbohnen. Foto: Karin Stern
Die Erntephase der Buschbohnen ist kürzer. Sie geht nach drei bis vier Wochen zu Ende. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von etwa 50 bis 60 cm. Die sogenannten Gluckentypen wie die Sorte ‚Maxi‘ bilden ihre Blüten und Hülsen gut sichtbar über dem Laub. Das erleichtert die Ernte, denn wachsen die Bohnen zwischen dem grünen Laub, übersieht man sie schon einmal. Doch schließlich kann man auch auf andere Hülsenfarben ausweichen, denn neben grünen Bohnen stehen auch gelbe, violette oder gar die rot gesprenkelten Hülsen von ‚Borlotto Rosso‘ zur Auswahl. Damit ist die Sortenauswahl an Buschbohnen inzwischen so groß wie bei Stangenbohnen. Gelbe und grüne Hülsen behalten beim Kochen ihre Farbe. Violette Hülsen färben sich beim Erhitzen hingegen dunkelgrün.
,Borlotto Rosso‘ bildet rot-weiß gesprenkelte Hülsen und Kerne. Foto: Karin Stern
Wer Buschbohnen wie die robuste ‚Saxa‘ noch bis Juli in der Reihe säen möchte, geht dabei wie bei Erbsen vor. Die Aussaattiefe beträgt 3 bis 4 cm, der Pflanzenabstand 8 bis 10 cm und der Reihenabstand 40 cm. Möglich ist auch die Horstsaat. Dabei legt man jeweils fünf bis sechs Samen zusammen in Abständen von 40 cm aus. Der Vorteil besteht darin, dass sich die Pflanzen später gegenseitig etwas stützen. Doch auch beim Reihenanbau kann man die Standfestigkeit durch Anhäufeln erhöhen, und das Jäten geht in der Reihe etwas einfacher von der Hand. Tipp: Bei Erbsen und Bohnen fördert regelmäßiges Pflücken den Blüten- und Hülsenansatz. Temperaturen unter 12 °C oder über 28 °C wirken sich allerdings negativ auf die Neubildung von Blüten aus und können sogar zum Abwurf bereits gebildeter Blüten führen.
Der Einkauf von Düngemitteln entwickelt sich in diesem Jahr zu einem schwierigen Balanceakt. Während die Preise für Weizen gegenüber dem Vorjahr um rund 10 % gefallen sind, kostet Harnstoff inzwischen rund 60 % mehr als noch vor einem Jahr. Viele Ackerbauern fragen sich daher, ob sich ein frühzeitiger Abschluss für die Saison 2027 überhaupt rechnen kann. Gleichzeitig warnen Handel und Industrie vor weiteren Preissteigerungen. Die Ausgangslage ist damit deutlich angespannter als in den vergangenen Jahren.
Vor allem der Stickstoffmarkt bleibt extrem nervös. Der Krieg im Persischen Golf belastet den Welthandel inzwischen seit Wochen. Lieferungen aus Katar und Saudi-Arabien fehlen am Spotmarkt, gleichzeitig bleiben die chinesischen Exportbeschränkungen bestehen. Damit fehlt dem Markt genau die Ware, die Europa normalerweise zur Ergänzung der eigenen Produktion benötigt. Zu den hohen Energiepreise kommen steigende Kosten für CO2-Abgaben und Importzölle auf russische Ware.
Käuferstreik am Düngermarkt
Die Folge: Viele Landwirte verweigern derzeit den Einkauf. Gerade Harnstoff gilt für zahlreiche Betriebe aktuell als kaum wirtschaftlich. Zwar sind die internationalen Notierungen zuletzt leicht zurückgegangen, das Preisniveau bleibt aber hoch. Gleichzeitig geraten die Getreidepreise unter Druck. Vor diesem Hintergrund verschieben viele Betriebe ihre Kaufentscheidungen, reduzieren geplante Mengen oder hoffen auf günstigere Einkaufsmöglichkeiten nach der Ernte.
Auch der Handel berichtet von einer sehr verhaltenen Nachfrage. Die zuletzt veröffentlichten Preise für KAS mussten teilweise bereits kurz nach der Veröffentlichung nach unten korrigiert werden, weil der Markt kaum reagierte. Dennoch bleibt die zentrale Botschaft der Händler eindeutig: Der deutsche Markt liegt derzeit noch unter dem Niveau des Weltmarktes. Sollte die Versorgungslage im Nahen Osten angespannt bleiben, könnte sich dieser Preisabstand schnell schließen. Die knappe Versorgungslage kann zu nervösen Reaktionen an den Terminmärkten führen.
Schwefel und Phosphat besonders knapp
Nicht nur Stickstoff bereitet Sorgen. Auch Schwefel ist inzwischen knapp und teuer geworden. Zusätzliche Lieferungen werden kurzfristig kaum erwartet. Damit bleiben die Forderungen hoch. Wer seinen Bedarf bislang nicht abgesichert hat, könnte später Probleme bekommen.
Ähnlich angespannt zeigt sich der Markt für Phosphatdünger. DAP hat sich seit März deutlich verteuert. Die Handelsbeschränkungen und eine starke Nachfrage aus Südamerika belasten den Markt. Kali bleibt bislang vergleichsweise stabil, auch wenn die Preise zuletzt leicht angezogen haben.
Für viele Betriebe stellt sich die Frage nach der richtigen Strategie. Einerseits sprechen die schwachen Getreidepreise gegen umfangreiche Vorkäufe. Andererseits könnte das Risiko weiter steigender Düngerpreise erheblich sein. Der Handel empfiehlt daher, zumindest Teilmengen für die kommende Saison frühzeitig abzusichern. Damit lasse sich das Risiko extremer Preissteigerungen begrenzen, ohne sich vollständig auf das aktuelle hohe Preisniveau festzulegen.
Fest steht: Der Düngermarkt bleibt in diesem Jahr eng mit der geopolitischen Lage und den Energiemärkten verbunden. Eine schnelle Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.