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Ampferbekämpfung ist obligatorisch

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Die Ampferbekämpfung im Grünland ist zwingend erforderlich, da sich die konkurrenzstarke Pflanze rasant ausbreitet, wertvolle Futtergräser verdrängt und die Futterqualität durch Oxalsäure mindert. Auch wenn die besten Bekämpfungserfolge im Spätsommer zu erwarten sind, kann nach dem ersten Schnitt schon mit der Bekämpfung begonnen werden. Eine ressourcenschonende Einzelpflanzenbehandlung ist für Qualität und wertvolle Artenvielfalt der Flächen empfehlenswert. Neue Pflanzenschutztechnik ist präzise, effizient und in der Lage, große Mengen an Pflanzenschutzmitteln einzusparen.

Um dem Integrierten Pflanzenschutz Genüge zu tun, sei vorab darauf hingewiesen, dass erfolgreiche Narbenpflege und händisches Entfernen von ersten auftretenden Einzelpflanzen im Bestand mit dem Ampferstecher die Grundlage der Ampferbekämpfung sind oder sein sollten.

Nimmt der Ampfer dann trotzdem überhand im Bestand, kann die chemische Bekämpfung sinnvoll und notwendig werden. In der Literatur wird der Spätsommer als vorzüglicher Termin für die chemische Bekämpfung der Ampferpflanzen in einem Grünlandbestand genannt. Arbeitswirtschaftliche Gründe machen es aber oft erforderlich, weitere Termine für die Bekämpfung zu finden, und es gibt sie auch. Wichtig ist, dass sich die zu bekämpfenden Pflanzen in einem wüchsigen Rosettenstadium bis hin zum beginnenden Schossen befinden. Es muss ausreichend freie Blattmasse zur Verfügung stehen, damit die Pflanzen genügend Wirkstoff aufnehmen und in die Wurzel transportieren können. Ist das Stadium zu fortgeschritten und befindet sich die Pflanze schon in der Blütenbildung (erste Blütenquirle sichtbar), wird der Wirkstoff unter Umständen nicht effektiv in die Wurzel transportiert. Die Saftströme konzentrieren sich dann auf die Vermehrungsorgane, und die Altpflanze kann überleben.

Ungeachtet ob im Frühsommer nach dem ersten Schnitt oder später im Jahr, sollte sich die Ampferpflanze also im aktiven Rosettenstadium befinden. Oft entwickelt sich der Ampfer nach dem Schnitt zügiger als der restliche Bestand. Dieser Zeitpunkt sollte genutzt werden, damit die Pflanze frei getroffen und die Wirkstoffe nachhaltig aufgenommen werden können. Für die chemische Bekämpfung stehen mehrere Wirkstoffe in unterschiedlichen Kombinationspräparaten zur Verfügung. Hierbei gibt es einen kleeschonenden Wirkstoff, Thifensulfuron-methyl, der in Harmony SX enthalten ist.

Weitere, jedoch nicht kleeschonende Mittel sind Ranger und Garlon, jeweils mit den beiden Wirkstoffen Fluroxypyr + Triclopyr. Als kostengünstigere, aber nicht so breit wirkende Lösungen stehen Tomigan 200 oder Lodin mit dem Wirkstoff Fluroxypyr (solo) zur Verfügung.

Simplex mit den Wirkstoffen Fluroxypyr + Aminopyralid ist ebenfalls sehr wirksam, ist aber wegen Persistenz im Futter und Nachbauproblemen mit dem Wirtschaftsdünger für die Ampferbekämpfung nicht nötig. Es kann mit den anderen zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet werden.

Oft kommt aktuell noch die herkömmliche vollflächige Behandlung zum Einsatz. Dies sollte in Zukunft jedoch aufgrund der sehr praktikablen Technik zur Einzelpflanzenbehandlung im Spotspray dringend überdacht werden.

Versuchsfläche vor der Spotspraybehandlung mit zirka 40 % Deckungsgrad
Versuchsfläche nach der Behandlung: zirka 95 % Wirkung bei über 50 % Einsparung des Herbizides. Der Behandlungszeitpunkt war nicht perfekt. Eine Nachkontrolle ist immer notwendig, und im nächsten Jahr sollte eine weitere Behandlung erfolgen, bei der mit über 90 % Einsparung gerechnet werden kann.

Einzelpflanzen- und Horstbehandlung

Ersten Ampfernestern oder sehr vereinzeltem Auftreten in einem Bestand kann grundsätzlich über eine Einzelpflanzenbehandlung mit der Rückenspritze oder auch mit dem Ampferstecher begegnet werden. Kommt die Rückenspritze zum Einsatz, sollten moderne Flachstrahldüsen im Gerät verbaut sein. Bei der Anwendung muss auf die Vermeidung von Punkteinträgen und Überdosierung und damit möglichen Schäden an der Kulturpflanze und dem Naturhaushalt geachtet werden. Auf den Einsatz von Rundkegeldüsen, wie sie oft vom Hersteller in den Geräten verbaut sind, sollte unbedingt verzichtet werden. Sie sind viel zu ungenau.

Sind größere Flächen mit Ampfer besetzt, ist eine Behandlung mit der Rückenspritze nicht mehr sinnvoll. Jedoch ist eine vollflächige Behandlung für den Naturhaushalt, die Artenvielfalt im Bestand und die Kulturpflanzen problematisch. Auch wenn die oben angegebenen Herbizide als selektiv bezeichnet werden, sind sie für die Kulturgräser dennoch eine metabolische Herausforderung. Das bedeutet, dass die Gräser Kraft und Vitalität beim Abbau der Herbizide benötigen, die sie ohne Applikation in Ertrag und Qualität hätten investieren können.

Der Mitentwickler und Gründer der Firma Allgäu Automation führt Umbauarbeiten am RumboJet880 durch. Neue Kameratechnik soll die Einsatzbereiche des Gerätes erweitern und verbessern.

Wie aber kann eine ­effiziente Behandlung ausschließlich der Ampferpflanzen realisiert werden? Hierzu haben sich schon vor Jahren unterschiedliche Start-up-Unternehmen Gedanken gemacht. Unter anderem ist von der Firma Allgäu Automation, zunächst im Rahmen eines Hochschulprojekts, ein Gerät entwickelt worden, das während der Überfahrt über das Grünland mittels Kameratechnik und einer Bild-Analyse-Software Ampferpflanzen erkennt und mit speziellen Spotdüsen mit 10 cm Applikationsbreite engräumig applizieren kann. Die gesamte Arbeitsbreite beträgt 8,80 m. Somit ist eine sehr effektive, bestands- und artenvielfaltschonende „Einzelpflanzenbehandlung“ mit einer professionellen Überfahrt möglich. Überdosierungen, wie beim Einsatz mit der Rückenspritze, sind ausgeschlossen. Die möglichen Einsparungen an Pflanzenschutzmitteln entsprechen beinahe dem prozentualen Deckungsgrad des Ampfers auf der Fläche. Somit können laut Hersteller bis zu 98 % im Vergleich mit der vollflächigen Anwendung eingespart werden. Dies schützt Artenvielfalt und Naturhaushalt, spart Pflanzenschutzmittel und Geld und kann sogar höhere Erträge und bessere Qualitäten zur Folge haben, da die Kulturpflanzen keinen Wachstumsdepressionen durch die Herbizide ausgesetzt sind.

Weiterentwicklung der Techniken

Auch wenn die Technik gegen Ampfer schon seit Jahren gut funktioniert, wird ständig an Verbesserungen und Erweiterungen gearbeitet. So wird der RumboJet880 der Firma Scheel in Sarlhusen aktuell mit neuer Kameratechnik ausgerüstet. Die neuen Kameras sind in der Lage, KI-gestützt zu arbeiten, während die alte Technik vorrangig mit herkömmlicher Bilderkennungssoftware arbeitete. Ziel ist es, weitere Unkräuter wie Jakobskreuzkraut zu detektieren und gezielt und schonend aus dem Bestand zu entfernen.

Fehlstellen im Bestand müssen mit konkurrenzstarken Nachsaaten geschlossen werden.

Auch andere Firmen, etwa die Rumex GmbH oder Ecorobotix, entwickeln ihre Geräte ständig weiter. So werden die zu applizierenden Spots durch immer geringeren Düsenabstand und extrem kurze Reaktionszeiten der Applikationstechnik immer kleiner. Hierdurch ist es bereits möglich, einzelne sehr kleine Unkräuter aus Kulturpflanzenbeständen zu entfernen. Auch wird die Technik immer vielseitiger einsetzbar. Einige Spezialgeräte können außer im Grünland auch im Acker- und Gemüsebau eingesetzt werden. Solch moderne Technik hat allerdings ihren Preis. Im Vergleich zu herkömmlichen Feldspritzen ist die Schlagkraft reduziert. Neben den genannten Spezialtechniken ist auch die Kartierung des Ampferaufkommens mithilfe von speziellen Drohnen möglich. So gewonnene Schlagkartierungen können auf moderne Feldspritzen übertragen werden. Sind diese mit kleinen Teilbreiten oder, besser noch, Einzeldüsenschaltungen ausgerüstet, kann auch hiermit Spotspraying durchgeführt werden. Es können große Mengen an Herbiziden eingespart werden.

Egal ob vollflächig oder im Spot­spraying appliziert wurde, nach jeder Ampferbekämpfung muss zwingend eine Nachsaat durchgeführt werden, um die entstehenden Lücken sofort zu schließen und eine Neubesiedlung durch Unkräuter zu verhindern. Hierbei können wie gewohnt wertvolle Weidelgräser eingesetzt werden, aber es ist natürlich auch möglich, artenvielfältigere Mischungen einzusetzen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Mischungen ausreichend konkurrenzstark sind.

Fazit

Als bedeutendem Unkraut im Grünland ist einem vermehrten Auftreten des Ampfers unbedingt gegenzusteuern. Dies geschieht immer noch oft mit vollflächigen chemischen Applikationen. Neue Technik macht herkömmliche Behandlungen überflüssig, bei denen in der Regel auch alle wertvollen Kräuter aus dem Bestand entfernt werden. Durch Spot­spraying werden Kulturpflanzen und Naturhaushalt geschont. Artenvielfalt und minimale Herbizidmengen können die Futterqualität und sogar die Erträge verbessern.

Konferenz „Water Resilience“ in Hamburg

Im Rahmen der CAP-Network-Konferenz „Water Resilience in Agriculture“ waren im Mai Teilnehmende aus ganz Europa in Schleswig-Holstein unterwegs, um innovative Projekte zur Wasserresilienz und Klimaanpassung kennenzulernen.

Insgesamt organisierte das Innovationsbüro der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein drei sogenannte Field ­Visits. Ein Schwerpunkt des ersten Field Visit war das EIP-Projekt „Flugsaat“, das auf dem Betrieb Voss in Dithmarschen vorgestellt wurde. Fachreferent Ruben Soth zeigte den etwa 35 Teilnehmenden dieser Exkursion auf, wie große Agrardrohnen genutzt werden können, um Zwischenfrüchte und Untersaaten flexibel und effizient auszusäen. Vorgestellt wurden dabei die Drohne DJI AGRAS T50 sowie erste Praxisergebnisse aus dem Projekt. Im Fokus standen die Potenziale der Drohnensaat für klimaresiliente Anbausysteme, Bodenschutz und Erosionsminderung sowie flexible Aussaatzeitpunkte unabhängig von der Befahrbarkeit der Flächen.

Therapie mit Pferden zur Lösung von Problemen

Amelie von Bülow-Sartory bot mehr als 30 Jahre lang auf dem Gut Wittmoldt therapeutisches Reiten an, seit zehn Jahren in Kombination mit der Eagala-Methode. Inzwischen konzentriert sie sich auf diese Therapieform, eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Arbeit mit Pferden.

„Thomas Kleinheinrich sprach mich an, ob wir nicht zusammen die Eagala-Ausbildung machen wollten“, erinnert sich Amelie von Bülow-Sartory. „Wir sind schon lange befreundet. Er ist früher auch geritten und hat einen guten Zugang zu Pferden.“ Die beiden reisten nach Österreich zum damaligen Ausbildungsstandort der Equine Assisted Growth and Learning Association (Eagala), einer seit 30 Jahren bestehenden internationalen Gesellschaft für durch Pferde unterstütztes Wachstum und Lernen. Dort absolvierten sie in zweimal fünf Tagen die Fortbildung.

„Es hat mich gleich fasziniert“, berichtet die gelernte Physiotherapeutin, die schon früh auf die pferdegestützte Pferdephysiotherapie (Hippotherapie) umgeschwenkt ist. Schon vorher habe sie oft das Gefühl gehabt, dass Pferde die Menschen nicht nur motorisch bewegen, sondern auch emotional. Oft habe sie neurologische Fälle bei sich gehabt, die im Umgang mit den Pferden ins Reden gekommen seien. „Ich dachte dann schon öfter, ich hätte hier gern einen Psychologen mitzulaufen, der die Gespräche halten kann“, erinnert sie sich.

Immer zu zweit

„Was wir machen, ist schwer zu beschreiben. Eigentlich muss man es erleben“, sagt von Bülow-Sartory. Die Klienten werden immer von zwei Eagala-Therapeuten begleitet: ein Pferdemensch und ein Psychologe, Coach oder Pädagoge. „Ich bin für die Sicherheit von Menschen und Pferden zuständig. Niemand darf überfordert werden. Der Teampartner ist für die Persönlichkeitsentwicklung dabei“, erklärt sie.

Auf Gut Wittmoldt gibt es ausreichend Platz für die Pferde und die Therapie. Foto: privat

Es wird immer frei und immer vom Boden gearbeitet. Erfahrung mit Pferden müssen die Klienten nicht haben. Auf Gut Wittmoldt können sie erst einmal selbst entscheiden, ob sie in der Halle oder auf der Koppel arbeiten wollen. Sie wählen auch die Anzahl der Pferde aus und ob sie nur beobachten oder auch interagieren wollen. „Manche sehen die Pferdeherde als eine Familienaufstellung, andere nur als Spiegel für Emotionen“, erklärt sie. Manche hätten erst Angst und stünden am Ende mitten zwischen den Pferden. Wichtig ist, dass die Therapeuten das Verhalten der Pferde nicht erklären. Also nicht: „Guck mal, das Pferd hat mit dem Schweif eine Fliege weggeschlagen.“ Sondern: „Das Pferd hat seinen Schweif von links nach rechts bewegt.“

Die Fachfrau ist vor allem beeindruckt davon, was über die Pferde zum Ausdruck kommt. Jeder Patient spreche aus, was in ihm stecke. „Einer sieht den Pferden beim Grasen zu und findet es langweilig. Der Nächste sagt: ‚Wie meine Tochter, die isst auch den ganzen Tag.‘“

Über Beobachtungen und geäußerte Emotionen komme der Psychologe mit den Menschen besser ins Gespräch. So könne die Interaktion den Klienten dabei helfen, sich selbst zu erfahren und zu neuen Sichtweisen zu gelangen. „Im Kontakt mit den Pferden können wir unsere Empfindungen und Bedürfnisse besser wahrnehmen, Stärken und Schwächen entdecken und Rückmeldungen auf unser Verhalten bekommen“, erklärt sie.

Spiegel für Emotionen

So werde die Therapie beschleunigt, weil Themen schneller ans Licht kämen. Auch als Paar, Familie oder Team könne die Interaktion mit den Pferden darin unterstützen, Wege zu einer besseren, gesünderen Kommunikation zu finden. Kinder und Jugendliche würden sich zum Teil mit ihren Eltern und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Therapeuten melden.

Die bald 70-Jährige hat die pferdegestützte Physiotherapie inzwischen aufgegeben. „Ich habe das unter Tränen verabschiedet, aber es war so weit. Die Arbeit ist sehr anstrengend, und ich möchte jetzt das andere intensivieren“, sagt sie.

Die Eagala-Methode sei nicht nur für sie eine geeignete Arbeit im Alter, auch für die Tiere sei sie sehr schonend. Bei von Bülow-Sartory wohnen vier Therapiepferde: zwei Welsh Cobs, ein Haflinger und ein brasilianisches Großpferd, ein Mangalarga Marchador. „Ich muss die Pferde aber nicht kennen“, macht sie klar. Es müsse lediglich sichergestellt werden, dass die Tiere in einem geregelten Herdenverband leben.

Die Arbeit mit den Tieren hat sich inzwischen auch in der Militärseelsorge seelisch geschädigter Soldaten etabliert. Das ist auch ein Schwerpunkt bei Thomas Kleinheinrich und Amelie von Bülow-Sartory. Eine Studie habe belegt, dass die Methode den Soldaten helfe. Von Bülow-Sartory hofft, dass die Therapie nun bald in den Leistungskatalog aufgenommen wird. Das würde bedeuten, dass Eagala bezahlt werden muss, wenn Bedarf besteht.

In Schleswig-Holstein gibt es aber nur einen weiteren Ort für die Methode, in Albersdorf, Kreis Dithmarschen. „Wir brauchen jetzt dringend neue Kollegen“, so von Bülow-Sartory. Im August werde auch in Deutschland eine Eagala-Ausbildung angeboten. Danach muss alle zwei Jahre nachgewiesen werden, dass man sich weiter mit dem Thema beschäftigt hat. Das geht heute auch über Onlinefortbildungen.

Für Menschen, die nicht bei der Bundeswehr angestellt sind, ist die Therapie nach wie vor eine private Leistung. Es gibt aber einige private Zusatzversicherungen, die sie bezahlen. Bei vielen Stiftungen kann man Zuschüsse beantragen, beispielsweise bei der Christof-Husen-Stiftung in Kiel.

Spargelsaison mit stabiler Nachfrage

Die Spargelbetriebe in Schleswig-Holstein ziehen zur laufenden Saison bislang überwiegend eine positive Zwischenbilanz. Zwar verlief der Saisonstart aufgrund des frühen Ostertermins zunächst verhalten, doch im weiteren Verlauf entwickelten sich Absatz und Nachfrage vielerorts stabil.

Bereits im März herrschten gute Bedingungen für die Vorbereitung der Spargelflächen. Die Betriebe konnten die Dämme frühzeitig aufbauen und die Foliensysteme auslegen. Durch die trockene Bodenstruktur erwärmten sich die Dämme zügig. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum des Spargels. Dennoch begann die Ernte in den meisten Betrieben erst nach Ostern, da vor den Feiertagen noch keine ausreichenden Mengen zur Verfügung standen.

Ab Mitte April nahm die Saison dann deutlich Fahrt auf. Sonnige Wetterphasen sowie Feiertage wie der 1. Mai, Muttertag, Christi Himmelfahrt und Pfingsten sorgten für zusätzliche Kaufimpulse. Besonders an den Wochenenden zeigte sich erneut, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu regional erzeugtem Spargel greifen. Nach Angaben der Betriebe passten Angebot und Nachfrage im bisherigen Saisonverlauf insgesamt gut zusammen.

Rund 90 % des in Schleswig-Holstein erzeugten Spargels werden direkt vermarktet, etwa über Hofläden, Verkaufsstände oder Wochenmärkte. Für viele Betriebe bleibt die Nähe zu den Kundinnen und Kunden ein wichtiger Bestandteil ihres Vermarktungskonzepts.

Auch die Qualität des Spargels wird von den Betrieben als sehr gut eingeschätzt. Die aktuellen Witterungsbedingungen sorgen weiterhin für ausreichende Erntemengen. Während spätere Anlagen derzeit in ihrer Haupterntephase sind, werden früh gestartete Flächen bereits geschont, damit die Pflanzen Reserven für die kommende Saison einlagern können.

Bis zum traditionellen Saisonende am 24. Juni hoffen die Spargelbetriebe nun auf eine anhaltend rege Nachfrage.

Holsteiner Pferdetage in Elmshorn

Die Holsteiner Pferdetage finden in diesem Jahr von Mittwoch, 10. Juni, bis Sonntag, 14. Juni, in Elmshorn statt. Wie immer werden die Holsteiner Landeschampions in Dressur und Springen ermittelt. Es werden Qualifikationen zum Bundeschampionat sowie die Verbandsstutenschau ausge­tragen.

Das Turnierprogramm umfasst erneut die Wertungsprüfungen für vier- bis sechsjährige Hengste nach dem im vergangenen Jahr eingeführten System für Hengstleistungsprüfungen. Mittendrin steht am Sonnabend, 13. Juni, ein weiteres Highlight auf dem Programm: eine Fohlenauktion. Hierfür hat Felix Flinzer, Geschäftsführer der Abteilung Auktion und Vermarktung, mit seinem Team elf Fohlen des Jahrgangs 2026 ausgewählt. Ihre Väter ergeben eine Mischung aus bewährten Namen und aktuellen Shootingstars, die überall auf den Turnierplätzen für Aufsehen sorgen. Es sind Nachkommen von Casall und dessen Sohn Cascadello I dabei, von Dinken und Million Dollar sowie von Keaton I, Charaktervoll und United Way. pm

Erbsen und Bohnen

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Mit ihren feinen Hülsen und süßen Samen haben Erbsen und Bohnen einiges zu bieten, die hübschen Blüten mancher Varianten noch gar nicht mitgezählt. Der Anbau der kleinen Kraftpakete ist ganz unkompliziert. Frischer Genuss aus dem Gemüsegarten ist so garantiert.

Im Garten zählen Hülsenfrüchte zu den variantenreichsten Gemüsearten. Vielseitig sind auch die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Die fleischigen Samenhüllen und die nussigen Körner werden vor allem wegen des leicht verwertbaren pflanzlichen Eiweißes und der vielen Vitamine sowie Mineralstoffe geschätzt.

Auch die als standfest beworbene Zuckererbse ,Ambrosia‘ sollte mit einem Gerüst abgestützt werden. Das erleichtert die Ernte. Foto: Karin Stern
Erbsen halten sich mit spiralförmigen Wickelranken an Reisern oder am Maschendraht fest. Foto: Karin Stern


Erbsen werden in drei Gruppen eingeteilt: süße Markerbsen, delikate Zuckererbsen und stärkereiche Pal- oder Trockenerbsen. Zuckererbsen sät man klassischerweise im Frühjahr. Als Langtagspflanzen setzen sie in den hellen Junitagen viele Blüten und damit auch Hülsen an. Tipp: Die tagneutrale Sorte ‚Zuccola‘ kann noch im Juli ausgesät werden und ist einen Anbauversuch wert. Die zarten Schoten werden roh oder gedünstet komplett verzehrt, da sie erst beim Ausreifen der Samen die typische Pergamentschicht im Inneren entwickeln. Der Geschmack verändert sich mit der Stärke der Körner. Am süßesten schmecken die Schoten, wenn die Körner etwa ihre halbe Größe erreicht haben. Ernteüberschüsse werden einfach roh auf einem Backblech eingefroren. So lassen sich die Hülsen portionsweise den Beuteln entnehmen. Sortentipp für das nächste Frühjahr: ‚Ambrosia‘. Auch die Markerbse ‚Vitara‘ kann noch bis in den Juli hinein gesät werden. Man legt die Samen im Abstand von 2 bis 3 cm in die Saatrillen. Wenn die Pflanzen etwa handhoch gewachsen sind, häufelt man sie mit etwas Erde an und gibt ihnen eine Rankhilfe. Auch wenn manche Sorten als sehr standfest beschrieben werden und angeblich ohne Stütze auskommen sollen – erfahrungsgemäß fällt die ganze Pracht nach dem ersten Pflückdurchgang zusammen. Das erschwert die folgenden Erntedurchgänge enorm. Zudem ist auf eine gute Wasserversorgung ab Blühbeginn zu achten. Eine Düngung ist ebenso wenig notwendig wie bei Bohnen. Der richtige Erntezeitpunkt von Markerbsen ist erreicht, wenn die Samen noch weich sind. Zum Trocknen für den Vorrat lässt man die Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen. Dann lassen sich die Kerne mit dem Fingernagel nicht mehr einritzen.

Kapuzinererbse ,Blauwschokker‘ bildet hübsche Schmetterlingsblüten aus. Foto: Karin Stern
Buchenreisig war früher als Stütze für Erbsen weit verbreitet. Foto: Karin Stern
Zuckererbsen schmecken roh unvergleichlich gut. Die Süße der Körner verändert sich mit ihrer Stärke. Foto: Karin Stern


Stangenbohnen bringen hohe Erträge hervor, wenn sie regelmäßig gepflückt werden. Foto: Karin Stern

Stangenbohnen sind sehr kälteempfindlich. Je höher die Temperatur, desto zügiger keimen die Samen und desto weniger Ausfälle sind durch die hungrigen Larven der Bohnenfliege zu erwarten. Auf angeblich wirksame „Keimungsbeschleuniger“ wie Einweichen oder das Anrauen der Samen auf einer Seite mit Schmirgelpapier kann getrost verzichtet werden. Jetzt im Juni erfolgt die Keimung innerhalb weniger Tage. Stangenbohnen brauchen unbedingt eine Rankhilfe. Das kann das klassische Stangengerüst sein, aber auch ein dekoratives Tipi oder nur einige wenige, einzelne Stangen. Der Abstand zwischen den Stangen sollte etwa 30 bis 50 cm betragen.

Feuerbohnen fallen mit einer farbstarken Blüte auf. Foto: Karin Stern

Interessanterweise winden sich Stangenbohnen gegen den Uhrzeigersinn um die Kletterhilfen. Sie sind sogenannte Linkswinder. Feuerbohnen hingegen sind Rechtswinder. Tipp: Sobald die Pflanzen das Ende der Bohnenstange erreichen, knipst man die Spitze ab. Dann verzweigen sich die Ranken kräftig und setzen mehr Hülsen an, die bequem gepflückt werden können. Bis zum Herbst entwickeln Stangenbohnen unermüdlich neue Blüten und Hülsen.

Geräumte Reihen im Gemüsegarten bieten auch im Juni und Juli noch Platz für die Aussaat von Buschbohnen. Foto: Karin Stern

Die Erntephase der Buschbohnen ist kürzer. Sie geht nach drei bis vier Wochen zu Ende. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von etwa 50 bis 60 cm. Die sogenannten Gluckentypen wie die Sorte ‚Maxi‘ bilden ihre Blüten und Hülsen gut sichtbar über dem Laub. Das erleichtert die Ernte, denn wachsen die Bohnen zwischen dem grünen Laub, übersieht man sie schon einmal. Doch schließlich kann man auch auf andere Hülsenfarben ausweichen, denn neben grünen Bohnen stehen auch gelbe, violette oder gar die rot gesprenkelten Hülsen von ‚Borlotto Rosso‘ zur Auswahl. Damit ist die Sortenauswahl an Buschbohnen inzwischen so groß wie bei Stangenbohnen. Gelbe und grüne Hülsen behalten beim Kochen ihre Farbe. Violette Hülsen färben sich beim Erhitzen hingegen dunkelgrün.

,Borlotto Rosso‘ bildet rot-weiß gesprenkelte Hülsen und Kerne. Foto: Karin Stern

Wer Buschbohnen wie die robuste ‚Saxa‘ noch bis Juli in der Reihe säen möchte, geht dabei wie bei Erbsen vor. Die Aussaattiefe beträgt 3 bis 4 cm, der Pflanzenabstand 8 bis 10 cm und der Reihenabstand 40 cm. Möglich ist auch die Horstsaat. Dabei legt man jeweils fünf bis sechs Samen zusammen in Abständen von 40 cm aus. Der Vorteil besteht darin, dass sich die Pflanzen später gegenseitig etwas stützen. Doch auch beim Reihenanbau kann man die Standfestigkeit durch Anhäufeln erhöhen, und das Jäten geht in der Reihe etwas einfacher von der Hand. Tipp: Bei Erbsen und Bohnen fördert regelmäßiges Pflücken den Blüten- und Hülsenansatz. Temperaturen unter 12 °C oder über 28 °C wirken sich allerdings negativ auf die Neubildung von Blüten aus und können sogar zum Abwurf bereits gebildeter Blüten führen.

Teurer Dünger, billiger Weizen – wie groß ist das Risiko?

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Der Einkauf von Düngemitteln entwickelt sich in diesem Jahr zu einem schwierigen Balanceakt. Während die Preise für Weizen gegenüber dem Vorjahr um rund 10 % gefallen sind, kostet Harnstoff inzwischen rund 60 % mehr als noch vor einem Jahr. Viele Ackerbauern fragen sich daher, ob sich ein frühzeitiger Abschluss für die Saison 2027 überhaupt rechnen kann. Gleichzeitig warnen Handel und Industrie vor weiteren Preissteigerungen. Die Ausgangslage ist damit deutlich angespannter als in den vergangenen Jahren.

Vor allem der Stickstoffmarkt bleibt extrem nervös. Der Krieg im Persischen Golf belastet den Welthandel inzwischen seit Wochen. Lieferungen aus Katar und Saudi-Arabien fehlen am Spotmarkt, gleichzeitig bleiben die chinesischen Exportbeschränkungen bestehen. Damit fehlt dem Markt genau die Ware, die Europa normalerweise zur Ergänzung der eigenen Produktion benötigt. Zu den hohen Energiepreise kommen steigende Kosten für CO2-Abgaben und Importzölle auf russische Ware.

Käuferstreik am Düngermarkt

Die Folge: Viele Landwirte verweigern derzeit den Einkauf. Gerade Harnstoff gilt für zahlreiche Betriebe aktuell als kaum wirtschaftlich. Zwar sind die internationalen Notierungen zuletzt leicht zurückgegangen, das Preisniveau bleibt aber hoch. Gleichzeitig geraten die Getreidepreise unter Druck. Vor diesem Hintergrund verschieben viele Betriebe ihre Kaufentscheidungen, reduzieren geplante Mengen oder hoffen auf günstigere Einkaufsmöglichkeiten nach der Ernte.

Auch der Handel berichtet von einer sehr verhaltenen Nachfrage. Die zuletzt veröffentlichten Preise für KAS mussten teilweise bereits kurz nach der Veröffentlichung nach unten korrigiert werden, weil der Markt kaum reagierte. Dennoch bleibt die zentrale Botschaft der Händler eindeutig: Der deutsche Markt liegt derzeit noch unter dem Niveau des Weltmarktes. Sollte die Versorgungslage im Nahen Osten angespannt bleiben, könnte sich dieser Preisabstand schnell schließen. Die knappe Versorgungslage kann zu nervösen Reaktionen an den Terminmärkten führen.

Schwefel und Phosphat besonders knapp

Nicht nur Stickstoff bereitet Sorgen. Auch Schwefel ist inzwischen knapp und teuer geworden. Zusätzliche Lieferungen werden kurzfristig kaum erwartet. Damit bleiben die Forderungen hoch. Wer seinen Bedarf bislang nicht abgesichert hat, könnte später Probleme bekommen.

Ähnlich angespannt zeigt sich der Markt für Phosphatdünger. DAP hat sich seit März deutlich verteuert. Die Handelsbeschränkungen und eine starke Nachfrage aus Südamerika belasten den Markt. Kali bleibt bislang vergleichsweise stabil, auch wenn die Preise zuletzt leicht angezogen haben.

Für viele Betriebe stellt sich die Frage nach der richtigen Strategie. Einerseits sprechen die schwachen Getreidepreise gegen umfangreiche Vorkäufe. Andererseits könnte das Risiko weiter steigender Düngerpreise erheblich sein. Der Handel empfiehlt daher, zumindest Teilmengen für die kommende Saison frühzeitig abzusichern. Damit lasse sich das Risiko extremer Preissteigerungen begrenzen, ohne sich vollständig auf das aktuelle hohe Preisniveau festzulegen.

Fest steht: Der Düngermarkt bleibt in diesem Jahr eng mit der geopolitischen Lage und den Energiemärkten verbunden. Eine schnelle Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.

Hinaus ins Land und in die Welt!

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Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Segeberg.

„Wir sind besonders reiselustig“, sagt die Kreisvorsitzende Petra Fahje. Das trifft natürlich nicht nur auf den KLFV Segeberg zu. Immerhin: Im April ging es mit dem Flugzeug für acht Tage nach Kroatien, im August findet eine Bus-Rundreise durch Norwegen statt – beides ausgebucht. Fahje und ihre Stellvertreterin Wiebke Bock kamen im Februar zurück von einer Wellnesswoche in Kolberg an der polnischen Ostseeküste. Sie wird drei Mal hintereinander angeboten, an allen dreien nahmen je rund 40 LandFrauen teil. „Abends wird gespielt oder getanzt“, berichtet Bock.

Auf der Piazza dell‘Anfiteatro in Lucca, einer baulich geschlossenen Elipse Fotos (2): Wiebke Bock
Nicht am schiefen Turm, sondern am Baptisterium in Pisa.

Die Ortsvereine (OV) stehen dem nicht nach: Der OV Bad Bramstedt gönnt sich eine Reise durch Schweden auf den Spuren von Inga Lind­ström und einen Adventsbeginn in Prag. Dazu kommen dieses Jahr Tagesfahren nach Meldorf, Fehmarn, in die Vier- und Marschlande oder eine Mini-Kreuzfahrt ab Travemünde. Bornhöved organisierte eine Reise nach Slowenien – kurz vor der erwähnten Reise des KLFV nach Kroatien –, besucht Schloss Bothmer bei Boltenhagen und fährt nach Kappeln. Tagesfahrten gehen vom OV Nahe aus nach Warnemünde, Fehmarn und Lüneburg. Der OV Neuengörs hat eine Raddampferrundfahrt auf der Elbe bei Lauenburg gebucht. Schlamersdorf radelt durchs Ammerland, Todesfelde besucht die Störtebeker-Festspiele auf Rügen und erkundet im Oktober vier Tage das Weserbergland.

Man sieht: Die Segeberger LandFrauen zieht es mitunter weit über die Kreis-, Landes- und gar Bundesgrenzen hinaus! Doch die heimischen Gefilde verschmähen sie keineswegs. So findet jährlich um den Siebenschläfertag (27. Juni) eine Fahrradtour mit Betriebsbesichtigung statt, die reihum ein Ortsverein organisiert, dieses Jahr der OV Leezen mit Besuch der Meierei Lactoprot. Bornhöveder LandFrauen sind regelmäßig Gäste im ErlebnisWald Trappenkamp mit Programm und Picknick, junge Frauen bringen ihre Kinder mit.

Das Rad – offensichtlich ein Lieblingsfortbewegungsmittel der Segeberger LandFrauen – spielt auch eine tragende Rolle bei ihrer Beteiligung an der jährlichen Big Challenge, einer Benefiztour zugunsten der Krebsforschung. Zum European People Festival (EPF) reisen Ende Juli rund 500 junge Leute aus verschiedenen Nationen in Bad Segeberg an, nehmen an Sportaktivitäten teil und präsentieren ihre Länder. Sie sind in Schulen oder privat untergebracht, die LandFrauen verteilen das Frühstück, das von Firmen gespendet wird. Auch für den Berufswettbewerb der Landjugend wird so das Frühstück organisiert.

Weitere sportliche Veranstaltungen sind gang und gäbe (Rückenschulung, Line-Dance), aber auch inhaltliche Themen wie Aufklärung über den Enkeltrick. Jedes Jahr im Februar gestalten Ortsvereine Kinoabende in Bad Segeberg, für die sie die Filme aussuchen. In Hartenholm probt der LandFrauenchor Sing for Fun. Zum 500. Geburtstag von Heinrich von Rantzau hielt die Bad Segeberger Gleichstellungsbeauftragte Beate Mönkedieck einen Vortrag über dessen Ehefrau Christine von Halle, die selbstständig wirtschaften konnte und von ihrem berühmten Mann auf Augenhöhe behandelt wurde. Wiebke Bock, früher betriebliche Hauswirtschaftsleiterin, bietet auf Anfrage Hygieneschulungen an, „damit die LandFrauen wissen, welche Vorschriften sie bei ihren Veranstaltungen beachten müssen“. In Workshops wird für die Kommunalpolitik motiviert und Mut gemacht, sich dort einzubringen. Viele LandFrauen sind in ihren Gemeinderäten aktiv.

Neues Gesicht in der Geschäftsstelle

Es gibt ein neues Gesicht in der Geschäftsstelle des LandFrauenverbandes. Seit Mitte Mai verstärkt Dr. Claudia Kleimann-Balke als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen das Team. „Als Kind aus dem Ruhrgebiet bin ich vor knapp 20 Jahren in den Norden gezogen und habe den Schritt von der Großstadt aufs Land gewagt“, erzählt sie. „Bereut habe ich das keinen Tag.“ Als freie Journalistin lernte sie Land und Leute kennen und hatte immer wieder Begegnungen mit LandFrauen – und die waren stets positiv und bereichernd. Als sie die Stellenausschreibung für diese Position sah, war ihr sofort klar: Die suchen genau mich. Ihre neue Aufgabe sieht sie als Chance, möchte die vielfältigen Themen von Frauen sichtbar machen und die Geschichten hinter dem großen Engagement erzählen. „Die LandFrauen leisten unglaublich viel für unsere Gesellschaft – gerade im ländlichen Raum, wo Engagement, Zusammenhalt und starke Stimmen besonders zählen.“ Dr. Claudia Kleimann-Balke lebt mit Mann und Hund in Treia, ist viel mit dem Rad unterwegs und erkundet gern neue Orte mit der Kamera. lfv

EU-Gesetzgeber einigen sich

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Nach einigem Hin und Her ist es der EU-Kommission, dem Rat und dem Europaparlament nun doch noch gelungen, sich auf die Rahmenbedingungen für die im August 2025 skizzierte Handelsvereinbarung zwischen der EU und den USA zu verständigen. Der finalisierte Kompromiss lässt die Handschrift des Europaparlaments erkennen, das sich mit einigen Anpassungen der Kommissionsvorschläge durchgesetzt hat. Das Ergebnis soll nun als Grundlage für den weiteren Dialog mit den USA dienen, um Zölle zu senken und bei gemeinsamen Herausforderungen eng zusammenzuarbeiten.

Konkret geht es um zwei Gesetze. Ein Rechtsakt ist wesentlich umfangreicher und wird deshalb auch als Hauptverordnung bezeichnet. Diese soll die verbleibenden Zölle auf US-Industriegüter beseitigen und den amerikanischen Herstellern und Erzeugern einen bevorzugten Marktzugang gewähren. Profitieren sollen unter anderem bestimmte Meeresfrüchte und nicht als sensibel bewertete Agrarprodukte. Die zweite Verordnung konzentriert sich auf die Verlängerung der Zollaussetzung für US-Hummerimporte, einschließlich verarbeiteter Hummer.

Auf Druck der Abgeordneten werden in der Hauptverordnung die sogenannten Sonnenscheinklauseln eingeführt. Das bedeutet: Der zentrale Rechtsakt über Einfuhren von Industrie- und Agrarprodukten läuft am 31. Dezember 2029 aus. Vor diesem Datum wird die EU-Kommission eine umfassende Bewertung der Auswirkungen des Abkommens sowie der Veränderungen der Handelsmuster mit Drittländern vornehmen. Die Geltungsdauer der Verordnung kann auf Vorschlag der Kommission verlängert werden.

Außerdem verständigten sich die Gesetzgeber auf einen Schutzmechanismus für den Fall, dass die den USA gewährten Zollpräferenzen zu einem Anstieg der Einfuhren führen und der heimischen Wirtschaft, einschließlich des Agrarsektors, ernsthaften Schaden zuzufügen drohen. Die Kommission kann zudem von sich aus oder auf der Grundlage von Informationen eines oder mehrerer Mitgliedstaaten oder des Europäischen Parlaments eine Untersuchung einleiten. Darüber hinaus wird die Brüsseler Behörde dem Parlament und dem Rat vierteljährlich über Veränderungen des Handelsvolumens und -wertes im Rahmen des Abkommens berichten.

Über eine verstärkte Ausstiegsklausel können die Zollpräferenzen auch ausgesetzt werden, wenn die USA die Bedenken der Union hinsichtlich der zollrechtlichen Behandlung von Exporten der EU, die bis zum 24. Februar 2026 von der pauschalen Zollobergrenze von 15 % profitierten, nicht ausräumen.

Da die Vereinigten Staaten unmittelbar nach der politischen Übereinkunft im August vergangenen Jahres mehr als 407 Produktkategorien in die Liste der zollpflichtigen Stahl- und Aluminiumderivate aufgenommen haben, war man jetzt auf europäischer Seite der Ansicht, weitere Schutzmechanismen einführen zu müssen.

Die Kommission kann nun die Zollpräferenzen aussetzen, wenn die USA bis zum 31. Dezember 2026 weiterhin einen Zollsatz von über 15 % auf Stahl- und Aluminiumderivate aus der EU erheben. Darüber hinaus wird die Kommission dem Europaparlament und dem Rat bis zum 1. Dezember 2026 über die zollrechtliche Behandlung von Stahl- und Aluminiumderivaten Bericht erstatten müssen. age

Chancen für EU-Agrarprodukte

EU-Mexiko-Handelsabkommen

Die Europäische Union und Mexiko haben ihr bestehendes Handelsabkommen modernisiert und erweitert. Mit den neuen Handelsregeln werden nach Angaben aus Brüssel Handel und Investitionen zwischen den EU-Staaten und Mexiko erleichtert. Neue Absatzchancen dürften sich damit auch europäische Lebensmittelexporteure erhoffen, schließlich ist Mexiko ein Netto-Importeur von Nahrungsmitteln.

Nach Angaben der EU-Kommission war Mexiko mit einem Exportwert von zuletzt rund 2,7 Mrd. € das Bestimmungsland für ungefähr 1 % der gesamten europäischen Nahrungsmittel- und Getränkeausfuhren. Zu den wichtigsten Exportgütern zählten Milchprodukte mit einem Volumen von 175 Mio. €, Gemüse mit 253 Mio. € und Weinprodukte für 211 Mio. €. Das Handelsvolumen dürfte nun weiter zunehmen, da Mexiko durch das Abkommen in den nächsten sieben bis zehn Jahren schrittweise seine bislang hohen Zölle unter anderem auf folgende Produkte senken wird:

Geflügel: bislang bis zu 100 %, künftig 0 %

Schweinefleisch: bislang bis zu 45 %, künftig 0 %

Schweinelenden: bislang bis zu 45 %, künftig 0 % für 10.000 t pro Jahr

Blauschimmelkäse: bislang bis zu 45 %, künftig 0 %

anderer Käse: bislang bis zu 45 %, künftig 0 % für 20.000 t pro Jahr

Schokolade: bislang bis zu 20 %, künftig 0 %

Das Abkommen enthält laut Kommission zudem verbindliche Vorgaben für Arbeitsrecht, Umweltschutz, Tierwohl und Lebensmittelsicherheit. Zudem werde garantiert, dass sämtliche EU-Standards bei mexikanischen Lebensmitteleinfuhren eingehalten würden.

Weiter liberalisiert werden zudem unter anderem Handel und Investitionen in den Bereichen Grüne Technologien, kritische Rohstoffe und digitale Dienstleistungen. age

Eine historische Bahnstrecke feiert Jubiläum

Die Ostholsteiner Eisenbahn feiert Jubiläum: Am 27. Mai wurde die historische Bahnverbindung zwischen Neumünster und Neustadt genau 160 Jahre alt. Grund genug für den Regionalforscher Volker Griese, die historische Strecke mit einer spannenden Buchveröffentlichung zu feiern. Unter dem Titel „Die Ostholsteinische Eisenbahn – Planung, Bau, Betrieb“ beleuchtet der Autor aus Wankendorf (Kreis Plön) die Entstehung und Entwicklung der Bahnstrecke – und berichtet dabei auch von einer ungewöhnlichen Wette.

Volker Griese mit seinem Buch über die Ostholsteiner Eisenbahn
Foto: Sven Tietgen

Volker Griese kennt die Bahnverbindung noch aus eigenem Erleben. Nicht nur zur Schule nach Plön fuhr der heute 61-jährige Orts- und Regionalhistoriker mit der ostholsteinischen Eisenbahn. Auch Einkäufe in Neumünster erledigte er mit dem Zug. „Das haben viele Wankendorfer damals gemacht, Neumünster galt als Einkaufsstadt. In 20 min waren wir dort, das schafft man nicht einmal mit dem Auto, geschweige denn mit dem Bus“, sagt der Diplom-Ingenieur. Im Jahr 1985 stiegen allerdings letztmals Reisende in die Ostholsteiner Eisenbahn, drei Jahre später rollte der letzte Güterzug nach Wankendorf.

Die Bahnstrecke fiel den Rationalisierungsplänen der Bundesbahn zum Opfer – trotz heftiger Proteste in den betroffenen Gemeinden, schreibt Volker Griese in seiner 140-seitigen Dokumentation. Inzwischen ist die 62,1 km lange Bahnverbindung nur noch in Teilen befahrbar, nachdem teilweise Gleisanlagen und auch Brücken abgebaut wurden. Dennoch hat es immer wieder Versuche gegeben, die Ostholsteiner Eisenbahn zu reaktivieren. Bislang vergeblich.

Die Geschichte der Bahnstrecke geht zurück bis ins Jahr 1837. Damals gab es Überlegungen, die erste Bahnstrecke in Schleswig-Holstein von Hamburg-Altona nach Kiel alternativ über Preetz, Wankendorf, Bornhöved und Segeberg zu bauen. Die Entscheidung für die heutige Strecke, die 1844 eröffnet wurde, fiel dann wegen des deutlich flacheren Bodenreliefs – und weil die Stadt Elmshorn eine höhere Beteiligung am Aktienkapital angeboten hatte.

Diese Postkarte zeigt den Bahnhof Wankendorf im Jahr 1900. Foto/Postkarte: privat

Der Erfolg der ersten Eisenbahnverbindung im Land rief dann die dänische Regierung auf den Plan. Jetzt sollte auch die ostholsteinische Region, die damals zu Dänemark gehörte, mit einer Bahnlinie erschlossen werden. „Die Region war sehr rückständig, Wankendorf zum Beispiel bestand in dieser Zeit nur aus 15 Bauernhöfen und ebenso vielen Tagelöhnerkaten“, erzählt Volker Griese, der seit Jahrzehnten die örtliche und regionale Historie aufarbeitet. Die Idee einer Bahnlinie von Neumünster nach Neustadt fiel besonders in den bisher abgehängten Orten wie Plön auf fruchtbaren Boden. Die Planungen der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft (AKEG), die vom dänischen Königreich entsprechende Lizenzen erhielten, zogen sich aber über viele Jahre hin. Widerstände gab es bei der Streckenführung von Gutsbesitzern und auch vom dänischen König, der ein Dampfross auf Gleisen durch seinen Schlossgarten am Plöner See vehement ablehnte. Zudem gab es unter vielen Aktionären in der AKEG Befürchtungen, dass sich die Investition über 4 Mio. Mk nicht rechnen könnte.

Nur für die Kaiserfamilie: der Haltepunkt am Plöner Schloss
Foto/Postkarte: privat

Dazu gehörte auch der Hamburger Senat, der den Projektbefürwortern mangelnde Rentabilität vorwarf. Über Jahre zogen sich Verhandlungen und Gespräche hin – bis ein britischer Eisenbahnunternehmer für den Durchbruch und eine Einigung mit der AKEG sorgte. Samuel Morton Peto hatte sich mit seinen Gesellschaften über den ganzen Kontinent ausgebreitet, in der Region besaß der Brite bereits die Bahnstrecke Rendsburg-Neumünster. Der Beschluss habe auch mit geopolitischen Entwicklungen zu tun gehabt, schreibt Volker Griese: Nachdem Dänemark im Jahr 1864 den Krieg gegen Preußen und Österreich verlor, verschwand der Einfluss der dänischen Regierung auf das Bahnprojekt.

Detailliert schildert Griese die Hintergründe um die Planung und den Bau der Bahnlinie. Innerhalb von nur zwei Jahren bauten Heerscharen von Arbeitern unter Leitung britischer Ingenieure Gleisanlagen, dazu wurden Bahnhöfe im spätklassizistischen Stil gebaut – in Plön, Eutin und Neustadt ebenso wie in Wankendorf und weiteren Orten. Weiterhin wurden Brücken und Dämme errichtet, dabei bewegten die Arbeiter viele Tausend „Pott“ Erde. Während der Bauarbeiten sprach sich in der Region auch die Wettleidenschaft der britischen Eisenbahnexperten herum. Ein Kaufmann aus Neustadt – in der Zeitung als „Herr J. L. jr.“ vorgestellt – forderte die Ingenieure wenige Wochen vor der Fertigstellung zu einer Wettfahrt auf. Mit seinen zweispännigen Kutsche wollte der Neustädter schneller von Eutin nach Plön fahren als die Briten mit einer Handhebel-Draisine. Nach 38 min rauschte der Kaufmann unter dem Jubel vieler Schaulustiger als Erster ins Ziel, die Briten kamen erst 9 min später an.

Ein historischer Moment: der Bahnhof von Ascheberg mitsamt Personal im Eröffnungsjahr 1866
Foto/Postkarte: privat

Nach der festlichen Einweihung inklusive Befahrung der neuen Bahnlinie am 27. Mai 1866 ging es mit der Region wirtschaftlich steil bergauf. Innerhalb weniger Jahre wuchsen durch den Schienenverkehr mit Personen- und Güterzügen die Bevölkerung und die Wirtschaft in der ostholsteinischen Region massiv an. „In Wankendorf verdoppelte sich die Einwohnerzahl, rund um den Bahnhof siedelten sich Handwerks- und Industriebetriebe an, die vorher abgeschiedene Region hatte nun eine Verbindung zur großen weiten Welt“, erklärt Volker Griese.

Der Regionalforscher dokumentiert in seinem Buch auch die weitere Entwicklung der ostholsteinischen Eisenbahn. So schildert der Wankendorfer den Bau einer Haltestelle unterhalb des Plöner Schlosses, die extra für die Söhne von Kaiser Wilhelm II. errichtet wurde. „Den kaiserlichen Sprösslingen sollte nicht zugemutet werden, den langen Weg vom Stadtbahnhof auf sich zu nehmen“, berichtet Volker Griese. Die kaiserliche Haltestelle wurde mit einem 175 m langen Bahnsteig versehen. Dazu entstand eine Wartehalle im norwegischen Stil – als 23 m langes Blockhaus mit zwei Seitenflügeln.

Der letzte Zug von Neumünster nach Ascheberg hält am 28. September 1985 in Wankendorf.

Auf rund einem Dutzend Seiten listet der Regionalforscher Unfälle, Zusammenstöße mit Randalierern und kriminelle Aktivitäten auf. Überregional bekannt wurde der sogenannte Preetzer Butterdiebstahl im Oktober 1919. Als sich ein Zug langsam in Bewegung setzte, sprang ein Jugendlicher von der dem Bahnsteig abgewandten Seite auf einen Güterwaggon und warf zwischen Preetz und Kühren zwölf Fässer mit zusammen 600 kg Butter aus dem Wagen – und verschwand spurlos beim nächsten Halt. Kriminalbeamte aus Altona ermittelten Monate später sechs Tatbeteiligte. Der Haupttäter, ein Bahnbediensteter, wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Griese widmet weiterhin dem Alltagsbetrieb der ostholsteinischen Eisenbahn und der Nachkriegszeit eigene und detailreiche Kapitel. Unter der Überschrift „Das Ende“ beleuchtet der Wankendorfer den Rückzug der Deutschen Bundesbahn aus dem Güter- und Personenverkehr im Land. 1978 wurde die „Sonntagsruhe“ auf der Strecke eingeführt, 1982 und 1983 stellte die Bahn zwischen Eutin und Neustadt den Schienenverkehr ein, 1985 kam dann das von Protesten begleitete Aus für den Abschnitt zwischen Neumünster und Wankendorf.

Schon lange fährt kein Zug mehr über die zugewachsenen Gleise.
Foto: Sven Tietgen

Eine Reaktivierung der historischen Strecke kann sich Volker Griese nur schwer vorstellen. „Aus Umweltgründen wäre das sicherlich eine gute Sache. Aber der Bahnhof in Wankendorf ist mittlerweile an privat verkauft worden, die Eisenbahnbrücke vor Ascheberg wurde abgerissen, und der Unterbau unter den noch vorhanden Gleisen ist durch Pflanzenbewuchs beschädigt, da müsste wohl sehr viel investiert werden.“



Literatur:

Die Ostholsteinische Eisenbahn – Planung, Bau, Betrieb, von Volker Griese, 140 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-6951-7227-6. Das Buch ist für 10 € im Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen gibt Volker Griese per E-Mail an:
vgriese@aol.com