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Bei den Weltmeisterschaften für Jungzüchter der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) auf dem Niedersächsischen Landgestüt Celle gehörten die Holsteiner Jungzüchter zu den erfolgreichsten Zuchtverbänden. Bewertet wurden die Teilnehmer in den Disziplinen Theorie, Exterieurbeurteilung, Freispringen und Mustern.
Für das beste Holsteiner Ergebnis sorgte das Juniorenteam mit Marta Becker, Lara Bicker, Birte Reimers und Mike Wille. Mit konstant starken Leistungen über alle Prüfungen hinweg wurden sie Vizeweltmeister. Auch die Senioren Gina Knaak, Mirja Matern, Mirja Rudnik und Eva-Maria Speck überzeugten. Sie beendeten den Mannschaftswettbewerb auf Rang acht und trugen gemeinsam mit den Ergebnissen der Junioren entscheidend zum dritten Platz der Holsteiner im Verbändevergleich bei. Ihre guten Resultate in Theorie und Mustern flossen maßgeblich in dieses starke Gesamtergebnis ein.
Die Weltmeisterschaft war auch ein Wochenende des Austauschs und der Gemeinschaft. Der Teamgedanke, die gegenseitige Unterstützung und die gemeinsamen Erlebnisse machten die Tage in Celle für die Holsteiner Jungzüchter zu einer besonderen Erfahrung. pm
Wer mit der Motorsäge Bäume fällt, trifft Entscheidungen mit unmittelbaren Folgen. Denn jeder Baum ist anders: Wuchsform, Krone, Äste, Stammverlauf, Gesundheitszustand und Umgebung bestimmen, wie sicher eine Fällung ausgeführt werden kann. Deshalb ist die Baumbeurteilung keine Nebensache, sondern die wichtigste Maßnahme vor Beginn der Fällarbeiten. Sie ist die Gefährdungsbeurteilung von Motorsägenführenden. Was dabei nicht erkannt wird, erhöht das Unfallrisiko.
Vor der Fällung muss der Baum möglichst vollständig angesprochen werden. Ein kurzer Blick vom Arbeitsstandort reicht dabei nicht aus. Stammverlauf, Krone und Umfeld können je nach Blickrichtung unterschiedlich wirken. Besonders bei Laubbäumen sind Schwerpunktlage, Zwiesel, Starkäste oder Totholz nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Deshalb gilt: Abstand nehmen, den Baum möglichst von allen Seiten betrachten und die Fallrichtung erst festlegen, wenn die entscheidenden Merkmale beurteilt wurden. Zu den bewährten Baummerkmalen zählen:
– Baumhöhe
– Baumkrone und Äste
– Stammverlauf
– Gesundheitszustand
– Stammdurchmesser
– Nachbarbäume und Umgebung
Auch die Baumart muss bekannt sein, denn Holzeigenschaften, Fäuleanfälligkeit und das Risiko des Aufreißens unterscheiden sich deutlich.
Baumhöhe bestimmt den Fällbereich
Die Baumhöhe ist eines der wichtigsten Merkmale. Sie muss vor Beginn der Fällarbeiten bekannt sein, damit der Fallbereich festgelegt werden kann. Als Richtwert gilt: Der abzusichernde Fallbereich beträgt die doppelte Baumlänge. Nur mit einer realistischen Einschätzung der Baumhöhe lassen sich Sicherheitsabstände zu Kolleginnen und Kollegen, Stromleitungen, Gebäuden oder Maschinen bestimmen.
Eine einfache Methode ist die sogenannte Stockpeilung. Dabei wird ein gerader Stock mit ausgestrecktem Arm senkrecht gehalten. Durch Veränderung des Standortes werden Stockenden, Baumwipfel und Stammfuß in Deckung gebracht. Anschließend sind wegen der Augenhöhe noch einige Schritte nach hinten einzuplanen. Die Entfernung zum Baum entspricht dann ungefähr der einfachen Baumlänge.
Krone, Äste und Schwerpunkt einschätzen
Der Gesundheitszustand des Baumes – vor allem erkennbar an Stamm und Kronenzustand – zeigt, wie der Baum sicher zu fällen ist. Fotos: SVLFG
Die Krone beeinflusst maßgeblich die Schwerpunktlage des Baumes. Bei Nadelbäumen mit einstämmiger Wachstumsform und regelmäßigen Astquirlen ist die Einschätzung oft einfacher. Die Krone von Laubbäumen dagegen ist sehr variabel. Im belaubten Zustand können Totholz und Schwerpunktlage schwer zu erkennen sein; zugleich lässt sich die Vitalität dann besonders gut beurteilen. Absterbende Laubbäume sollten deshalb im Laub erkannt und markiert werden, damit sie später im laublosen Zustand wiedergefunden werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Äste und Astkontakte zu Nachbarbäumen. Greifen Kronen ineinander, kann der Baum hängen bleiben. Ausladende Äste können beim Fallen zurückschleudern oder Baumteile der Nachbarbäume lösen. Bei ausgeprägtem Kronentotholz ist erschütterungsarm zu arbeiten, weil herabfallende Äste eine erhebliche Gefahr darstellen.
Stammverlauf zeigt Spannung und Fällverhalten
Der Stammverlauf gibt wichtige Hinweise darauf, ob ein Baum als Vorhänger, Seithänger oder Rückhänger einzuschätzen ist. Er ist gemeinsam mit der Kronenausprägung entscheidend für die Schwerpunktlage. Risse, Beschädigungen oder Veränderungen am Stamm müssen vor der Fällung erkannt werden. Ebenso wichtig ist die Wahl der Rückweiche und des Rückweichplatzes.
Ist die Schwerpunktlage unklar oder spricht sie gegen eine sichere motormanuelle Fällung, können andere Arbeitsverfahren erforderlich sein, etwa eine seilwindenunterstützte Fällung. Die Baumbeurteilung entscheidet somit auch darüber, welche Technik und welche Arbeitsmittel einzusetzen sind.
Fäule und verminderte Standfestigkeit
Der Gesundheitszustand beeinflusst unmittelbar, wie der Baum geschnitten werden darf. Schäden am Stammfuß, Rindenschäden, offengelegtes Holz, Fruchtkörper von Pilzen, Schleimfluss oder auffällige Wuchsformen können Hinweise auf Fäule sein. Bei Fichten kann ein flaschen- oder glockenartiges Erdstammstück auf Rotfäule hindeuten. Bei Eschen ist das Eschentriebsterben besonders kritisch, weil es mit verminderter Standfestigkeit sowie abgestorbenen, brüchigen Ästen einhergehen kann.
Ist Fäule erkennbar, dürfen Wurzelanläufe nicht seitlich beigearbeitet werden, weil dadurch möglicherweise das verbliebene tragfähige Holz geschwächt wird. Gegebenenfalls sind die Schnitte höher anzulegen. Ein senkrechter Prüfschnitt am Stammfuß kann vor Beginn der eigentlichen Schnittführung Hinweise auf den Zustand im Stamminneren geben.
Werkzeug und Schnittanlage
Der Stammdurchmesser bestimmt die Auswahl der Motorsäge, die Schienenlänge, das Hauungswerkzeug und die Fällhilfe. Auch die Maße der Schnittanlage – Fallkerb, Bruchleiste und Bruchstufe – müssen zum Durchmesser passen. Ungeeignetes oder zu schwach dimensioniertes Werkzeug erhöht die Belastung und kann zu unsicheren Arbeitssituationen führen.
Umgebung nicht vergessen
Eine sichere Fällung endet nicht am Stammfuß. Vor Beginn der Arbeit ist auch das Umfeld zu beurteilen: Kontakt zu Nachbarbäumen, Hindernisse in Fällrichtung, stehendes Totholz, Geländeform, Wege, Gebäude, Maschinen und Personen. Der fallende Baum kann Nachbarbäume mitreißen, Hindernisse hochschleudern oder durch Erschütterung Schadholz lösen. Deshalb gehört die Beurteilung der geplanten Fällrichtung und des gesamten Umfeldes immer zur Baumbeurteilung.
Fazit
Eine fachkundige Baumbeurteilung ist der Schlüssel zu sicherer Waldarbeit. Sie klärt, ob und wie ein Baum gefällt werden kann, welche Arbeitsmethode geeignet ist und welche Gefährdungen für Beschäftigte und Umfeld bestehen. Wer Baumhöhe, Krone, Äste, Stammverlauf, Gesundheitszu-stand, Stammdurchmesser und Umgebung sorgfältig beurteilt, reduziert Unfallrisiken deutlich. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Erst beurteilen, dann fällen.
Mit Sorge blickt die Ukraine auf den neuerlichen Beschuss seiner Schwarzmeerhäfen und der Getreidefrachter durch Russland. Der Kreml werde alles tun, um die Getreidekorridore zu blockieren, zeigte sich Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag vergangener Woche vor Medienvertretern in Kiew überzeugt. Am Vortag habe kein einziges Schiff den Schwarzmeerkorridor passieren können, und es sei davon auszugehen, dass Russland die Angriffe noch verstärken werde.
„Wir wussten bereits vor einigen Monaten, was die Russen vorhaben“, sagte Selenskyj. Für die Landwirtschaft sei die derzeitige Situation eine große Herausforderung, auf die man sich aber schon vorbereitet habe. Seit Anfang Juli hat Russland die Hafeninfrastruktur im Gebiet Odessa und auch zivile Frachtschiffe verstärkt ins Visier genommen. Am 14. Juli wurde ein unter der Flagge der Marshall Islands fahrendes Schiff angegriffen. Zwei Besatzungsmitglieder wurden getötet.
Laut Außenminister Andriy Sybiha hat die Ukraine aufgrund der russischen Angriffe die Einberufung einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. „Russland hält die globale Ernährungssicherheit als Geisel. In den vergangenen Tagen hat Russland mindestens drei zivile Frachtschiffe bombardiert“, so Sybiha. Mehrere Dutzend Besatzungsmitglieder seien getötet oder verletzt worden. Das sei „bewusster wirtschaftlicher und humanitärer Terror“.
Der stellvertretende Landwirtschaftsministerium Taras Vysotskyi wies darauf hin, dass die jüngsten russischen Angriffe zu einer vorübergehenden Aussetzung der Schiffsanrufe für landwirtschaftliche Fracht in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen geführt hätten. „Dies ist eine Entscheidung der Schiffseigner. Die Ukraine als Staat hat keine Beschränkungen verhängt“, betonte der Vizeminister. Er hob hervor, dass sich die aktuelle Situation erheblich von der Aussetzung des Seeverkehrs zu Beginn des Krieges unterscheide.
Laut Vysotskyi verfügt die Ukraine derzeit noch über genug Lagermöglichkeiten. „Die Speicherkapazität ist ausreichend, insbesondere im Vergleich zur Situation in den Jahren 2022 und 2023“, so der Vizeminister. Bei Bedarf werde man erneut Partnerländer darum bitten, spezielle Getreidelagersäcke mit einer Gesamtkapazität von 10 bis 12 Mio. t bereitzustellen.
Zudem habe die Ukraine alternative Exportrouten entwickelt und die Infrastruktur aufgebaut, um das Getreide über die Donauhäfen und mehr als 15 eisenbahnverbundene Trockenhäfen zu transportieren, erklärte Vysotskyi. Derzeit würden diese alternativen Strecken und die Infrastruktur weit unter ihrer Kapazität betrieben. Der stellvertretende Ressortchef appellierte an die ukrainischen Landwirte, jetzt keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Sie sollten es vermeiden, ihr Getreide vorschnell zu verkaufen.
Das dänische Unternehmen Maersk hat bereits die Getreidetransporte über den Hafen von Tschornomorsk südwestlich von Odessa ausgesetzt, da die dortige Infrastruktur unter russischem Beschuss stand. Unterdessen versicherte das Kiewer Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, dass der Seehafen von Tschernomorsk sowie andere Häfen in Groß-Odessa normal betrieben würden. Der ukrainische Seekorridor sichere den Export ukrainischer Produkte und die Erfüllung internationaler Verträge. age
Mercosur-Handelsabkommen:
Polen hat profitiert
Stefan Krajewski Foto: Imago
Polen hat vom Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten profitiert. Bereits im ersten Monat der vorläufigen Anwendung konnte der EU-Mitgliedstaat seine Handelsbilanz etwas verbessern. Das zeigen vorläufige Zahlen, die das Landwirtschaftsministerium in Warschau vorgestellt hat. Demnach hat die polnische Agrar- und Ernährungswirtschaft im Mai Waren im Wert von 5,9 Mio. € in den südamerikanischen Staatenblock geliefert; im Vorjahresmonat waren es 4,6 Mio. € gewesen. Zugleich gingen die Importe aus dem Mercosur laut Ministerium wertmäßig zurück, und zwar um 13,3 % auf etwa 141 Mio. €. Bei den Südamerikanern besonders gefragt waren den Ressortangaben zufolge Brot und andere Backwaren, Schokolade und weitere kakaohaltige Lebensmittelzubereitungen sowie geröstetes und ungeröstetes Malz.
Landwirtschaftsminister Stefan Krajewski sprach von „guten Nachrichten“, betonte aber im selben Atemzug, dass Polen das Abkommen weiterhin konsequent ablehne. Als einziger Mitgliedstaat habe man Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof eingelegt. Laut Krajewski werde sein Ministerium die Auswirkungen des Abkommens auf die Landwirte permanent im Auge behalten und bei Bedarf eingreifen.
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wird seit dem 1. Mai auf vorläufiger Basis angewendet. Während die Mitgliedstaaten die Vereinbarung bereits abgesegnet haben, liegt die endgültige Abstimmung im Europaparlament auf Eis, bis der EuGH in der Sache entschieden hat. Polen hatte das Abkommen während der Verhandlungen auf EU-Ebene stets abgelehnt und bis zuletzt versucht, im Rat eine Blockade zu organisieren. Warschau begründet seine Position vor allem mit ungleichen Wettbewerbsbedingungen durch abweichende Produktions-, Umwelt- und Sozialstandards in Südamerika. age
Brombeerrechen nach der Arbeit Foto: Dr. Jörg Hittenbeck
Im Folgenden sollen die Vorteile, die Anwendung, die Grenzen sowie die Kosten des Brombeer-Rechens für die nachhaltige Kultur- und Jungwuchspflege im Wald hervorgehoben werden.
Bei der Wiederanpflanzung eines neuen Waldes sind eine ordentlich durchgeführte Pflanzung und die spezifische Baumartenwahl je nach Standort und klimatischen Bedingungen nur der erste Schritt. Anschließend sollten sich die Waldbesitzenden und Forstleute Gedanken um die Kultur- und Jungwuchspflege machen. Gerade die gut und sehr gut mit Nährstoffen versorgten Böden in Schleswig-Holstein, Folge steigender Stickstoffeinträge in den vergangenen Jahren, lassen Himbeere, Adlerfarn und Brombeere zu einem Wachstumsrisiko für die jungen Bäume werden. Diese Vegetation konkurriert mit den jungen Bäumen um Licht und Wasser. Wenn der Mensch in dieser Situation nicht eingreift, kümmern die Pflänzchen vor sich hin oder gehen ganz unter. Zum Einsatz kommt an dieser Stelle bisher häufig der Freischneider.
Aus Süddeutschland ist nun seit einigen Jahren eine „einfache“ Alternative auf dem Markt, der sogenannte Brombeer-Rechen. Dieser wurde an der Bayerischen Waldbauernschule ausführlich von Forstwirt-Auszubildenden getestet. Mittlerweile ist die Lehranstalt für Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer in Bad Segeberg mit diesem Werkzeug ausgestattet, um den Rechen ausgiebig zu testen.
Der Brombeer-Rechen ist ein manuelles Werkzeug zur Pflege von Jungpflanzen im Wald, insbesondere zur Bekämpfung von Brombeeren und anderen Beikräutern, die junge Bäume überwuchern und deren Wachstum behindern können. Das Werkzeug ist patentrechtlich geschützt und wird als Alternative zum motorisierten Freischneider empfohlen.
Benutzerfreundlichkeit und Pfleglichkeit
Die Handhabung ist sehr ergonomisch gestaltet und ermöglicht eine schonende Arbeitshaltung. Es kommt nicht zu schädlichen Abgasen, da kein Benzin benötigt wird. Des Weiteren ist die Übungsschwelle sehr gering. Daher ist das Werkzeug auch für weniger erfahrene Anwender geeignet.
Der Einsatz des Rechens reduziert das Risiko, junge Kulturpflanzen versehentlich zu beschädigen oder zu entfernen. Auch wird ein gezieltes Freistellen ermöglicht, und die Naturverjüngung kann gezielt als Ersatz für ausgefallene Pflanzen gefördert werden.
Praxisvergleiche zeigen, dass der Arbeitsfortschritt mit dem Brombeer-Rechen schneller sein kann als mit dem Freischneider, ohne Verlust von Kulturpflanzen.
Umweltverträglichkeit und Schonung der Bodenfauna
Durch die manuelle Arbeitsweise werden Kleintiere wie Igel und andere Bodenbewohner nicht gefährdet oder verletzt.
Erhalt der Biodiversität: Beim Einsatz des Brombeer-Rechens wird der Begleitwuchs (zum Beispiel Blühpflanzen) lediglich geknickt, nicht entfernt. Diese Pflanzen können weiterblühen und bieten Lebensraum sowie Nahrung für Insekten und andere Tiere.
Während ein Freischneider alles abschneidet und damit Blühpflanzen und Lebensräume zerstört, lässt der Brombeer-Rechen viele Pflanzen am Leben und fördert so die Artenvielfalt.
Kosten des Brombeer-Rechens
Es entstehen deutlich geringere Anschaffungskosten als für einen Freischneider (weniger als ein Viertel) und keine laufenden Kosten für Treibstoff und Wartung.
Anwendung und ihre Grenzen
Die verholzten Triebe von Brombeeren werden durch das Herunterdrücken geknickt, was deren Wachstum schwächt. Der ideale Anwendungszeitraum ist im Frühjahr, bevor die Kulturpflanzen überwachsen werden. Dabei ist eine Anwendung pro Jahr meist ausreichend. Zu spätes Arbeiten (Juli/August) kann zu Schäden an den Kulturpflanzen führen.
Der Brombeer-Rechen eignet sich nur für starre beziehungsweise verholzende Triebe (zum Beispiel Brombeere, Brennnessel, Springkraut). Für elastische Pflanzen wie Gräser ist das Werkzeug ungeeignet. Wichtig ist, den Begleitwuchs zu knicken, nicht abzutrennen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Deshalb sollte immer eine stumpfe Metallleiste montiert sein, die genau diese Schädigung hervorruft. Damit können auch schwache Gehölztriebe, etwa von Haselnuss oder Holunder, gebrochen werden.
Fazit
Der Brombeer-Rechen ist eine kostengünstige, umweltfreundliche und effektive Ergänzung für die Kulturpflege im Wald. Er bietet Vorteile in Ergonomie, Naturschutz und Kosten, hat aber auch spezifische Grenzen. Die Wahl des Werkzeugs sollte immer an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden.
Beispiel für die Anwendung: Ein Waldbesitzer kann mit dem Brombeer-Rechen im Frühjahr gezielt Brombeerranken um junge Eichenpflanzen herum herunterdrücken, ohne diese zu beschädigen. Dadurch wird das Wachstum der Brombeeren gehemmt, und die Jungpflanzen erhalten mehr Licht und Platz zum Wachsen.
Mit der Qualifizierung zur Demokratie-Lotsin begegnet der LandFrauenVerband wachsendem Antifeminismus, Rechtsextremismus und generell demokratiefeindlichen Strömungen.
Unsere Arbeit in den LandFrauenvereinen ist gelebte Demokratie“, betont LandFrauenpräsidentin Claudia Jürgensen. Gemeinsam mit Vertreterinnen aus Haupt- und Ehrenamt des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein hat sie eine Proberunde durch die neue Qualifikation zur Demokratie-Lotsin gedreht – sozusagen im Schnelldurchlauf. „Demokratie ist so wertvoll. Wir alle müssen sie schützen. Als Verband ist es uns wichtig, Frauen im Einsatz für Demokratie zu stärken und ihnen geeignete Hilfsmittel und Know-how an die Hand zu geben.“
Was ist gut an Demokratie? Lena Haase, Claudia Jürgensen und Frauke Krohn (v. li.) haben mit der Beantwortung dieser Aufgabe kein Problem.
Der Tag steht ganz im Zeichen der Demokratie – und derer, die sie nicht wertschätzen, diffamieren, mit Füßen treten oder missachten. Für Lyn Blees und Lasse von Bargen ist das tägliches Geschäft, denn sie gehören zu den Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein (RBT SH). Sie beraten da, wo viele fassungslos und hilflos sind, schulen Institutionen und Privatpersonen. In Workshops und Seminaren bilden sie Engagierte weiter und zeigen ihnen Handlungsoptionen auf. Gemeinsam mit dem LandFrauenVerband Schleswig-Holstein und dem Kieler Antigewalt- und Sozialtraining e.V. (KAST) bieten sie ab November die dreiteilige Qualifikation zur Demokratie-Lotsin an. In drei Modulen geht es, knapp zusammengefasst, um das Erkennen von demokratiefeindlichen Strömungen, Antifeminismus und speziell Rechtsextremismus, sowie das Einstehen für Menschenrechte. Dabei werden auch die Gründe beleuchtet, die Menschen dazu bewegen, sich rechtsextremer Ideologie oder rechtsextremen Einstellungen zuzuwenden. Untermauert und veranschaulicht werden die theoretischen Einheiten durch praxisnahe Übungen und offene Diskussionen.
Auf dem Workshop-Tisch liegen 30 Fotos verschiedener Symbole. Sie sind auf Plakate gedruckt, an Hauswände gesprayt oder auf Jacken gestickt. Viele hat man schon gesehen, nutzt sie möglicherweise selbst – nicht ahnend, dass sie ihre harmlose Bedeutung längst zugunsten demokratiefeindlicher und speziell rechtsextremer Ideologie eingebüßt haben. So haben sich rechtsradikale Gruppierungen beispielsweise das Handzeichen für „alles okay“ angeeignet. „Sie nutzen bewusst harmlose Zeichen wie dieses (Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis geformt und die drei übrigen Finger abgespreizt) und deuten es für ihre Zwecke um. In ihren Kreisen steht es für ,White Power‘ – und niemand kann ihnen die Verwendung in der Öffentlichkeit verbieten, weil es ursprünglich keinen rechtsextremen Hintergrund hat“, erklärt Lyn Blees. In der Übung suchen die Teilnehmerinnen passende Paare, und schnell wird klar, dass viele Symbole im Alltag gar nicht wahrgenommen oder als rechtsextrem erkannt werden. „An vielen bin ich vermutlich bereits vorbeigegangen, ohne sie zu bemerken“, erzählt Anette Störtenbecker. „Die Übung hat mich dafür sensibilisiert. In Zukunft werde ich sicher genauer hinsehen.“
Eine weitere Praxiseinheit versetzt die Teilnehmerinnen in verschiedene unangenehme Situationen, die alle im Zusammenhang mit abwertenden Denkansätzen und Rechtsextremismus stehen: Eine abwertende Bemerkung über Homosexuelle an der Bushaltestelle oder die rassistische Äußerung während der Versammlung des Ortsvereins. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie geht man damit um? Dafür gibt es leider keine Patentlösung. Vielmehr muss man versuchen, die Situation richtig einzuschätzen, Haltung zu zeigen, ohne rechten Haltungen eine Bühne zu bieten und vor allem sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. In der Qualifikation werden deshalb angemessene Handlungsstrategien vermittelt und in praktischen Übungen erprobt.
Häufig muss man zweimal hinsehen, um zu erkennen, welches Symbol im rechtsextremistischen Zusammenhang steht. Fotos: Dr. Claudia Kleimann-Balke
„Diese Fallbeispiele haben mir richtig gut gefallen“, sagt Claudia Jürgensen. „Sie machen klar, wie nah das Problem ist und dass Rechtsextremismus längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Mich macht das sehr betroffen. Es ist wichtig, etwas dagegen zu unternehmen. Wir wollen Antworten geben und handeln können – wegzusehen kommt nicht infrage.“
Die Freude über die zum Erntebeginn gestiegenen Getreide- und Rapspreise wird durch deutlich höhere Betriebsmittelkosten getrübt. Neben höheren Forderungen für Düngemittel hat vor allem der Dieselpreis binnen weniger Wochen wieder kräftig angezogen. Für viele Ackerbaubetriebe kommt dies zur ungünstigsten Zeit, denn während der Ernte laufen Mähdrescher, Schlepper und Transportfahrzeuge nahezu im Dauereinsatz. Anders als in vielen Wirtschaftsbereichen gibt es in der Landwirtschaft bislang kaum technische Alternativen zum Dieselmotor. Die steigenden Kraftstoffkosten schlagen deshalb unmittelbar auf die Produktionskosten durch.
Auffällig ist, dass sich der Dieselpreis zuletzt deutlich stärker erhöht hat als der Rohölpreis. Während Rohöl unter den Höchstständen des Frühjahrs notiert, haben sich die Dieselpreise wieder dem damaligen Niveau angenähert. Ursache hierfür ist weniger der Rohölmarkt als vielmehr die angespannte Versorgung mit Dieselkraftstoff. Mehrere Raffinerien im Nahen Osten arbeiten weiterhin eingeschränkt. Gleichzeitig haben russische Exportbeschränkungen und Schäden an russischen Raffinerieanlagen durch ukrainische Angriffe das weltweite Angebot verknappt. Russland hat seine Dieselexporte daraufhin gestoppt. Analysten berichten zudem von ungewöhnlich niedrigen Dieselvorräten in Europa. Entsprechend sind die Raffineriemargen – also der Preisaufschlag zwischen Rohöl und Diesel – auf außergewöhnlich hohe Werte gestiegen.
Muss der Staat eingreifen?
Deutschland hat wegen seiner hohen Steuern die höchsten Dieselpreise in Europa. Aktuell wird eine Preisobergrenze für Diesel und Benzin diskutiert. Marktexperten sehen dies kritisch, da dadurch der Preis seine Steuerungsfunktion für Angebot und Nachfrage verliert. Es nützt kein günstiger Preis, wenn kein Diesel mehr vorhanden ist. Zudem gibt es Stimmen, die hohe Preise für importierte, fossile Brennstoffe begrüßen, da dadurch die Energie- und Verkehrswende Rückenwind bekomme. Aktuell ist besonders Europa betroffen, da der Kontinent einen Teil seines Dieselbedarfs durch Importe deckt. Fällt dieses Angebot teilweise aus, lässt sich die Versorgung kurzfristig nur schwer ersetzen. Zusätzliche Raffineriekapazitäten lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen schaffen. Die Lage könnte sich in den kommenden Wochen weiter zuspitzen. Die europäischen Dieselvorräte drohen bis zum Jahresende auf ein Mehrjahrestief zu fallen. Auch wenn das Rohölangebot wieder steigt, sorgen die weltweit knappen Raffineriekapazitäten vorerst weiterhin für Engpässe im Dieselangebot.
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies einen deutlichen Kostenanstieg in einer arbeitsintensiven Phase des Jahres. Gleichzeitig verteuern sich auch Transportleistungen und andere dieselabhängige Dienstleistungen.
Ob sich die höheren Kraftstoffkosten dauerhaft auf die Produktionskosten auswirken, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der internationalen Energiemärkte ab. Sollten sich die Dieselvorräte durch neue Importwege wieder normalisieren oder zusätzliche Raffineriekapazitäten verfügbar werden, könnte sich der Preisauftrieb abschwächen. Bis dahin müssen sich die Betriebe jedoch auf ein deutlich höheres Kostenniveau einstellen. Höhere Erzeugerpreise für Getreide und Raps können diese Mehrbelastung nur teilweise ausgleichen.
Zum Beginn der Erntesaison möchten wir daran erinnern, dass das seitliche Aufputzen des Knicks erst ab Herbst zulässig ist. Die seit einigen Jahren bestehende Frist für den seitlichen Rückschnitt ist zudem seit dem vergangenen Jahr um zwei Wochen vorgezogen worden.
Der seitliche Rückschnitt darf nun bereits ab dem 17. September erfolgen und ist nur noch bis zum 14. Februar (15. Februar in Schaltjahren) erlaubt.
Die Frist für das Auf-den-Stock-Setzen von Knicks bleibt unverändert und gilt weiterhin vom 1. Oktober bis zum 28. Februar (29. Februar in Schaltjahren). Damit gelten künftig für die beiden Pflegemaßnahmen unterschiedliche Zeiträume. Die üblichen Regelungen für den seitlichen Rückschnitt müssen weiterhin eingehalten werden. Die Gehölze dürfen nur bis auf einen Abstand von 1 m vom Knickwallfuß und bis zu einer maximalen Höhe von 4 m zurückgeschnitten werden. Die Maßnahme ist außerdem nur alle drei Jahre und frühestens drei Jahre nach einem Auf-den-Stock-Setzen zulässig.
Während der Sommermonate bleiben die händische Herausnahme einzelner Zweige sowie das händische Freischneiden von Feldeinfahrten oder Weidezäunen zur Sicherstellung der Stromdurchleitung zulässig. Für weitere Informationen und Beratung steht der Fachbereich Umwelt und Gewässerschutz gern zur Verfügung unter: knick@lksh.de
Sie ist 9 m lang, 3 m breit und hat eine mechanisch bedienbare Frontklappe. Sie ist mit einem 18-PS-Innenbord-Diesel ausgestattet, ergänzt um einen 2014 installierten Elektroantrieb. Die Bargener Fähre mit Anlegern in Erfde/Bargen, Kreis Schleswig-Flensburg, und Delve/Schwienhusen, Kreis Dithmarschen, befördert von Mai bis September Fußgänger und Radfahrer über die an der Stelle 108 m breite Eider. Damit ist sie nicht nur eine einzigartige Touristenattraktion mit wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung für das Eider-Treene-Sorge-Gebiet – sie verbindet Regionen und Menschen. In diesem Jahr feiern sie und der Verein Bargener Fähre 25-jähriges Bestehen mit gesonderten Jubiläumsveranstaltungen.
Uwe Paulsen, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Verein Bargener Fähre, hält das Ruder fest in der Hand. Foto: Iris Jaeger
Dazu gehörte auch vor Kurzem der Fähr-Cup, ein Wettrennen mit rein muskelbetriebenen Wasserfahrzeugen unter der Leitung von Fährmann Jochen Gosch. Sieben Teams mit Tret- und Ruderbooten, Stand-up-Paddleboards und Faltkajaks gingen an den Start und lieferten sich ein spannendes Rennen, begleitet von der Fähre mit Regatta-Publikum an Bord. Nicht die Schnellsten, aber definitiv Hingucker waren der handgefertigte Einbaum sowie ein mit Büffelleder bezogenes Kajak des Steinzeitparks Dithmarschen in Albersdorf. „Aber eigentlich gab es auch gar keine Verlierer bei dem Rennen“, berichtet Uwe Paulsen, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Fährverein, von der Spaßveranstaltung. Alle Boote erreichten die Zielmarke und wurden mit einem Präsent belohnt. Der Fährvereinsehrenvorsitzende Claus Hansen hatte aus Feldsteinen und Metallstangen Fische als Gartenstecker hergestellt.
Bereits vor einigen Jahren habe es hier ein kleines Wettrennen gegeben unter der Überschrift „Steinzeit trifft Neuzeit“, in dem zwei Kollegen vom Fährverein gegen ein Team des Steinzeitparks Dithmarschen mit Museumspädagoge und Experimentalarchäologe Werner Pfeifer antraten. „Leider war der Einbaum für zehn Personen nicht so geeignet und fing nach einigen Metern an, vom Bug her vollzulaufen, sodass die Besatzung das Boot verlassen musste“, erzählt Paulsen von den Anfängen der Begegnung. Es habe dann auch einen Gegenbesuch im Steinzeitpark gegeben. Daraus entstand eine Art Freundschaft und Tradition, die über das Jubiläum hinaus beibehalten werden soll.
Ein Hingucker beim Fähr-Cup war der Einbaum des Steinzeitparks Dithmarschen. Foto: privat
Am 1. Mai startete die 25. Fähr- und Jubiläumssaison mit einem feierlichen Empfang im Stapelholm Huus in Bargen. Neben dem Fähr-Cup sorgten das Mittsommernachtskonzert sowie „Rock an der Fähre“ für einzigartige Jubiläumsmomente. Am vergangenen Wochenende fand ein gemeinsamer, flussübergreifender Gottesdienst der Kirchengemeinden Delve und Erfde mit zwei Taufen am Fähranleger in Bargen statt. Für Gänsehautmomente dürften auch am 15. August die „Hörnerklänge über die Eider“ sorgen, wenn Jagdhornbläser aus Dithmarschen und Stapelholm auf beiden Seiten der Eider musizieren, bevor die Dithmarscher dann mit der Fähre über die Eider nach Bargen zum feierlichen Ausklang geholt werden.
Im Oktober werden die Höhepunkte des Jubiläumsjahres, des Vereins und der Fähre sowie der Veranstaltungen in dem Film „25 Jahre Fährverein Bargener Fähre“ zu sehen sein, den ein Filmklub ehrenamtlich zusammengestellt hat: „Der wird dann in Erfde in Rahn‘s Gasthof der Öffentlichkeit präsentiert und stellt einen würdigen Abschluss der Saison dar“, ist sich Uwe Paulsen sicher. Aber auch ohne Jubiläum wird den Fährleuten in der Saison nicht langweilig. Uwe Paulsen zeigt den Terminkalender für Juli und August – alle Tage sind mit einem grünen oder roten Balken hinterlegt. „Rot sind die Querfahrten, und Grün sind die Längsfahrten“, so Paulsen.
Die Fähre ist in den Sommermonaten gut ausgebucht. Foto: Iris Jaeger
In der Saison quert die Fähre die Eider von Bargen nach Delve und zurück immer sonnabends und sonntags von 10 bis 19 Uhr und setzt dabei Radfahrer und Fußgänger über. Die Fähre ist aufgrund ihrer Bauart zudem behindertengerecht ausgelegt und kann auch Rollstuhlfahrer mitnehmen. Unter der Woche und auch an Wochenenden finden Thementouren in Längsfahrt auf der Eider statt, beispielsweise die Naturerlebnisfahrten, Mondscheintouren, Dämmerungsfahrten, Schleusentouren oder aber auch eine Sternschnuppentour am 12. August. „Und dann haben wir ja auch noch Hochzeiten an Bord, denn wir sind anerkannte Außenstelle der Standesämter Amt Eider und Amt Kropp-Stapelholm“, erklärt Paulsen.
25 Personen haben Platz auf der Fähre. Für größere Gruppen bietet der Verein auf Anfrage „Fähre und Wagen“ an. Die Gruppe werden dann geteilt, ein Teil fährt auf der Fähre bis zu einem Hof im Delver Koog, der andere Gruppenteil folgt in einem von einem Oldtimer gezogenen Planwagen. Auf der Rücktour wird dann getauscht. „So erleben die Mitfahrenden die Natur und Landschaft sowohl an Land vom Planwagen aus sowie auf dem Wasser auf der Fähre. Das ist richtig schön und gefällt allen immer sehr. Wir machen vielen Menschen damit eine Freude“, so Paulsen. Und das sei etwas, das die vielen Ehrenamtler auch bei der Stange halte, „nach jeder Fahrt dieses Feedback und Lob zu bekommen, das freut alle und motiviert zum Weitermachen“.
350 Mitglieder zählt der Verein, davon sind 24 ehrenamtlich als Fährmänner und -frauen tätig, die für das Fahren der Fähre eine Prüfung vor dem Wasser- und Schifffahrtsamt abgelegt haben. Unterstützt werden sie bei ihren Touren auch von Gaststätten in Erfde und Delve: „Die Fahrgäste, die mit Bussen zu uns kommen, lieben es, wenn es an Bord Kaffee und Kuchen oder etwas zu essen gibt“, weiß Uwe Paulsen. Dafür komme die Gastwirtin Anja Dührsen aus Delve mit an Bord und serviere ihren Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, das sei auch nicht selbstverständlich.
Das Fährhaus am Bargener Anleger ist Vereinstreff und liefert per Solaranlage den Strom für den E-Motor der Fähre. Foto: Iris Jaeger
Auf das Jahr 1554 geht die älteste urkundliche Erwähnung der Bargener Fähre zurück. Bis 1961 stellte sie eine wichtige Verbindung zwischen Stapelholm und Dithmarschen dar. Mit dem Bau der Straßenbrücke bei Pahlen stellte sie ihren Betrieb 1961 ein, bis 1999 der ehemalige Erfder Bürgermeister, Hans-Dieter Schulz, die Idee hatte, den Fährbetrieb als Touristenattraktion in der Urlaubsregion wiederaufleben zu lassen. Am 26. Mai 2001 ging die „Bargener Fähr“ wieder auf Fahrt, und es gründete sich der Verein mit dem aktuell amtierenden Vorsitzenden Arne Hansen. Die Fähre ist im Besitz der Gemeinden Erfde und Delve und verbindet nicht nur Regionen, sondern auch Menschen, sehr zur Freude der durchschnittlich 5.000 Gäste pro Saison. Weitere Informationen unter www.bargener-faehre.de
Ein Bündnis aus Agrar-Jugendverbänden – namentlich der Bund der Deutschen Landjugend (BDL), Junges Bioland, die junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands, Öko-Junglandwirt:innen-Netzwerk, Bündnis JöLL, Bündnis Junge Landwirtschaft – setzt sich gemeinsam für eine zielgerichtete und innovative Förderung junger Landwirtinnen und Landwirte ein.
Neben Investitionsbeihilfen sollen Niederlassungsbeihilfen besonders Betriebe mit tragfähigen Konzepten berücksichtigen, die nachweislich Umwelt-, Klima-, Biodiversitäts- oder Tierwohlleistungen oder auch gemeinwohlorientierte Leistungen erbringen. Eine erhöhte Fördersumme für Frauen wird ebenfalls gefordert: Bisher sind nur 11 % der Betriebsleitungen Frauen. Die Verbände begrüßen ausdrücklich, dass die EU-Kommission den Generationenwechsel zu einem Schwerpunkt ihrer künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) machen wolle. Angesichts der demografischen Entwicklung in der Landwirtschaft seien nun jedoch verbindliche finanzielle Zusagen erforderlich. Die von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen vorgeschlagene Zielmarke von 6 % des nationalen GAP-Budgets für Junglandwirtinnen und -landwirte müsse dazu in der kommenden Förderperiode verbindlich in den GAP-Haushaltsplan integriert werden. Dieses Budget ist mindestens erforderlich, um dem demografischen Umbruch wirksame Maßnahmen entgegenzusetzen.
Der Handlungsbedarf ist aus Sicht der Verbände dringlich: Nur 6 % der Landwirtinnen und Landwirte in der Europäischen Union sind jünger als 35 Jahre, während mehr als die Hälfte älter als 55 Jahre sind. Auch in Deutschland ist die Altersstruktur ähnlich. Zudem ist bei einem Großteil der Betriebe die Hofnachfolge bislang ungeklärt.
„Junge Menschen stehen beim Einstieg in die Landwirtschaft vor enormen finanziellen Herausforderungen. Wer heute einen Betrieb übernimmt oder neu gründet, muss oft hohe Investitionen tätigen, bevor überhaupt Einkommen erwirtschaftet werden kann. Deshalb braucht es gezielte Unterstützung und verlässliche Förderstrukturen“, erklärt Lars Ruschmeyer vom BDL. Besonderen Nachholbedarf sehen die Jugendverbände bei der Förderung von Frauen in der Landwirtschaft. Derzeit werden lediglich rund 11 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland von Frauen geleitet. Deshalb sprechen sich die Verbände dafür aus, Frauen bei Betriebsgründungen und Hofübernahmen gezielt mit höheren Fördersummen für die Niederlassung zu unterstützen.
Für die nationale Umsetzung der GAP nach 2027 fordern die Verbände unter anderem:
– die Einführung von Existenzgründungsprämien in allen Bundesländern
– erhöhte Investitionsbeihilfen bei Hofübernahmen und Neugründungen
– die Berücksichtigung von Umwelt-, Klima-, Biodiversitäts- und Tierwohlleistungen bei der Fördervergabe
– den Ausbau kostenfreier Beratungsangebote
Darüber hinaus sprechen sich die Verbände für bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen bei der Vergabe von Existenzgründungsförderungen aus, um Transparenz und Planungssicherheit zu gewährleisten.
Lars Ruschmeyer erklärt: „Wer den Generationenwechsel in der Landwirtschaft will, muss jungen Menschen gezielt Anreize bieten. Existenzgründungsprämien und Investitionsbeihilfen tragen dazu bei, innovative und wirtschaftlich tragfähige Betriebskonzepte umzusetzen, regionale Wertschöpfung zu stärken und die Versorgungssicherheit langfristig zu sichern.“
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Kabinettsentwurf einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Trotz eindringlicher Warnungen und konkreter Änderungsvorschläge aus der Praxis übernimmt die Bundesregierung den hoch umstrittenen Referentenentwurf unverändert.
„Angesichts der geopolitischen Lage und der anhaltenden Abhängigkeit von Energieimporten ist es unverantwortlich, auf dezentrale Erzeugungskapazitäten zu verzichten und Wertschöpfung aus dem ländlichen Raum abzuziehen. Es ist daher unverständlich und fahrlässig, dass die Bundesregierung die Vorschläge der Praxis schlicht ignoriert hat. Der Kabinettsentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027 riskiert sehenden Auges den schrittweisen Abbau gesicherter heimischer Bioenergieleistung im Gigawattbereich zu einem Zeitpunkt, in dem Deutschland fossile Energiepreise in teilweise ungekannter Größenordnung zu finanzieren hat. Auch dem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, Bestandsanlagen eine echte Zukunftsperspektive zu bieten, wird der Entwurf nicht gerecht. Während für fossile Großkraftwerke ohne nennenswerte Diskussion Fördersätze gezahlt werden, die weit oberhalb der Finanzierungskosten von Bioenergieleistung liegen, verweigert man der heimischen, gesicherten und nachhaltigen Bioenergie die wirtschaftliche Grundlage“, moniert Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie (HBB).
Die vorgesehenen Ausschreibungsvolumina seien laut der Bioenergieverbände im HBB de facto ein Sterbepfad für den Biogasanlagenbestand. Die Zielmarke von 9,5 GW installierter Leistung im Jahr 2035 entspreche bereits der heutigen Leistung der Bioenergie im Stromsektor. Bei gleichzeitig ansteigenden Flexibilitätsanforderungen, also der Notwendigkeit, mehr Leistung zu installieren, sinke laut der Analyse der Verbändegemeinschaft faktisch die Strommenge deutlich, und Hunderte Anlagen müssten endgültig stillgelegt werden.
Daneben soll laut dem Kabinettsentwurf auch die Ausschreibung für hochflexible Biomethan-Blockheizkraftwerke gestrichen werden. Auch dies sei angesichts der neuen, umfangreichen Förderung von Erdgaskraftwerken nicht vermittelbar. Dabei könnten nach Prognosen des HBB allein durch die Flexibilisierung des Biogasanlagenbestands kurzfristig bis 2030 12 GW gesicherte, flexible und Erneuerbare Leistung bereitgestellt werden, die für ein resilientes Energiesystem und zum Ausgleich der schwankenden Solar- und Windstromproduktion dringend gebraucht würden. Nicht zuletzt komme dazu noch die Leistung von Holzheizkraftwerken, Biomethan-Blockheizkraftwerken und anderen Bioenergieanlagen.
„Wir setzen nun auf die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den Kabinettsentwurf im parlamentarischen Verfahren zu korrigieren. Was wir jetzt brauchen, ist ein Biomassepaket 2.0, das Investitionen anreizt, statt sie durch mangelnde Perspektiven zu verhindern“, schließt Rostek.