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Bereits der zurückliegende Herbst bremste, bedingt durch regionale Niederschläge, die Aussaat auf Wintergetreide- und Rapsflächen aus.
Während im August die Aussaat von Winterraps noch phasenweise von sehr trockenen Bedingungen im Saathorizont und damit einhergehend zögerndem und verzetteltem Feldaufgang geprägt war, bremsten starke Niederschlagsereignisse Mitte September, Anfang und Ende Oktober vielerorts die Herbstbestellung der Wintergetreideflächen aus. Durch den nachfolgenden nassen November und das einsetzende Vegetationsende im Dezember blieb auch die Entwicklung vieler Bestände hinter dem Durchschnitt der letzten milderen Jahre zurück. Gleichzeitig sorgte regional die Staunässe teilweise für Stress an den Wurzeln, insbesondere auf vielen Flächen der Marsch.
Insgesamt konnten im Herbst 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 60.100 ha Winterraps (−4,2 % gegenüber dem Vorjahr), 138.700 ha Winterweizen (+2,4 %), 76.100 ha Wintergerste (+8,7 %) sowie 9.400 ha Wintertriticale (+24,1 %) ausgesät werden. Eine deutliche Steigerung erfuhr Winterroggen mit 40.300 ha Aussaatfläche, was einem Zuwachs von 23,7 % entspricht.
Derzeit steht der Vegetationsstart bevor, und die ersten Maßnahmen wie die Andüngung der Bestände sollen stattfinden. Aktuell sind die Böden aber oftmals schneebedeckt, gefroren oder nicht befahrbar, sodass noch einige Tage trockene, milde Witterung nötig sind, um starten zu können. Dabei wird sich dann zeigen, wie die Bestände aus dem Winter kommen und ob Schäden aufgetreten sind. Überwiegend hat die Schneedecke schützend gegen den Frost und scharfen Ostwind gewirkt. Auf frei gewehten Teilflächen und Kuppen könnten aber Blattschäden aufgetreten sein. Während Blattverluste kein schwerwiegendes Problem darstellen, können jedoch offenliegende Vegetationskegel bei weit entwickeltem Raps oder bereits nässegestresste Getreidepflanzen unter Umständen stärker geschädigt sein. Daher sollten eigene Flächen genau beurteilt werden, inwiefern eine Umbruchentscheidung, auch von Teilflächen, in Betracht gezogen werden muss.
Deutschlands Wälder können auch in trockenen und heißen Jahren das Klimagas Methan in großem Umfang speichern, und zwar über ihre Böden. Mit diesem aktuell vorgelegten Forschungsergebnis widersprechen die Universität Göttingen und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) internationalen Analysen und fordern eine regional differenziertere Betrachtung der Senkenfunktion der Wälder.
Wie die Universität Göttingen und die FVA in der Fachzeitschrift „Agricultural and Forest Meteorology“ unter Verweis auf eine gemeinsam durchgeführte Langzeitanalyse berichten, entziehen die Böden auf den Untersuchungsstandorten im Südwesten Deutschland der Atmosphäre große Mengen Methan. Und diese Leistung werde bei zunehmender Dürre und Wärme noch erhöht, denn in trockenere Böden könne Methan leichter eindringen. Zudem bauten Mikroorganismen bei steigenden Temperaturen Methan schneller ab.
Die Universität Göttingen räumt ein, dass das Forschungsergebnis konträr zu aktuellen internationalen Meta-Analysen ausfalle. Diese kämen eher zu dem Schluss, dass die Aufnahme von Methan in Waldböden in Zukunft abnehmen werde. Nach Einschätzungen der Forschenden verdeutlicht dieser Gegensatz die Bedeutung regional differenzierter Betrachtungen. Langfristige Messreihen und damit auch Monitoringprogramme seien unverzichtbar, um die Auswirkungen des Klimawandels realistisch einzuordnen.
Das Thünen-Institut für Waldökosysteme hatte kürzlich berichtet, dass die Böden im deutschen Wald in den Dürrejahren 2018 bis 2020 fast alle Kohlenstoffverluste der Bäume ausgeglichen und die Senkenfunktion der Bäume übernommen hätten. Das habe eine Neuberechnung der Daten der Bodenzustandserhebung zum Kohlenstoff gezeigt. Zu erklären sei das Ergebnis damit, dass mehr Kohlenstoff aus dem abgestorbenen organischen Material in Bodenkohlenstoff umgesetzt worden sei. Zwar schwäche sich dieser Prozess nach einigen Jahren ab, dann wüchsen auf den Schadflächen aber neue, Kohlenstoff bindende Bäume heran.
Mit einem Pressefrühstück in Rendsburg hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) die neue Geschäftsführerin Stephanie Wetekam offiziell vorgestellt.
Gemeinsam mit Präsidentin Ute Volquardsen bildet sie nun eine weibliche Doppelspitze: ein starkes Signal im Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Beim Termin kam es zu einem lebhaften Austausch mit den anwesenden Journalistinnen und Journalisten – insbesondere zur Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und zur künftigen Ausrichtung der Kammer. „Für mich war es immer selbstverständlich, Führungspositionen zu übernehmen“, sagte die gebürtige Hessin, die am 17. Juni 2025 von der Hauptversammlung der Kammer zur Geschäftsführerin bestellt wurde.
Die Agrarwissenschaftlerin und Steuerfachkraft war zuvor kommissarische Leiterin des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen. Ihren Start bei der LKSH beschreibt sie als offen und konstruktiv: „Ich freue mich, das Haus, die Mitarbeitenden und die Strukturen nach und nach kennenzulernen – und gemeinsam mit dem Team an Lösungen zu arbeiten.“ Neben den Kernaufgaben der Kammer sollen auch Innovation und Digitalisierung weiter gestärkt werden.
Darüber hinaus habe ihre Amtszeit im Jahr der Frauen in der Landwirtschaft begonnen, was sie als sehr positiv empfinde. Trotz vieler Erfolge gebe es nämlich nach wie vor Hürden für Landwirtinnen. Dies spiegele sich zum Beispiel in der niedrigen Betriebsleiterinnenquote wider: „Nur elf Prozent aller Frauen übernehmen diese Verantwortung.“ Ein Coaching-Angebot der Kammer für Unternehmerinnen werde sehr gut angenommen und solle fortgeführt werden.
Die zweite Pferdeveranstaltung des Jahres in den Holstenhallen in Neumünster hatte das Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg (PSB) organisiert. Mehr als 80 Hengste aus 13 Rassen wurden ausgestellt, 53 von ihnen verließen die Holstenhallen mit einem positiven Körurteil, darunter zehn Siegerhengste, zwei Springsieger und einige Reservesieger.
Sieger bei den Shetlandponys unter 87 cm wurde Elmhorst Mahoni aus dem Besitz von Kai-Udo Thies aus Hüttblek, Kreis Segeberg. Foto: Christian C. Beeck
„Alle hatten Spaß, und die Stimmung war wirklich gut“, resümierte Dr. Elisabeth Jensen am Sonntagvormittag. Bis hierhin hätte es nicht besser laufen können, und die Zuchtleiterin des PSB war auch mit den Pferden zufrieden. „Die Sieger sind wirklich alle sehr gut“, befand sie.
Ein paar Dinge waren in diesem Jahr anders als sonst, so zum Beispiel die große Gruppe der Minis, der Shetlandponys unter 87 cm. Hier gingen 13 Aspiranten an den Start. Die Körkommission zeichnete mit Elmhorst Mahoni einen in Bayern gezogenen und von Kai-Udo Thies aus Hüttblek, Kreis Segeberg, vorgestellten Rappisabellschecken als Siegerhengst aus. Aufgrund der großen Anzahl der Hengste gab es auch einen Reservesieger: Metaxa Vandedijk aus der Zucht von Thies Roll aus Struvenhütten, Kreis Segeberg.
Bei den Partbred-Shetlandponys siegte Keanu von der Haner Au. Der Rapp-Tiger wurde gezogen und ausgestellt von der Zuchtgemeinschaft (ZG) Bodo und Finn Schröder aus Hanerau-Hademarschen, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Norbert Büscherhoff aus Seeth-Ekholt, Kreis Pinneberg, stellte mit Ekholts Picasso den Sieger bei den Welsh Ponys Sektion B. Aus Dänemark war Brigitte Goetske mit dem Connemara-Hengst Sternbergs Elitaer angereist und durfte mit einem Siegerhengst den Rückweg antreten.
Zwei gekörte Schleswiger
Bei den Schleswiger Kaltblütern wurden drei Hengste vorgestellt. „Das ist meistens eine kleine Truppe“, erklärte Jensen. Im vergangenen Jahr seien es extrem viele gewesen. Mit zwei gekörten Hengsten lägen sie in diesem Jahr im Durchschnitt. Sieger wurde Smartie aus der Zucht und dem Besitz von Sven Voigt aus Tasdorf, Kreis Plön. „Ganz leicht fiel die Entscheidung nicht. Am Ende haben die Ruhe, der Ablauf und der Schritt den Ausschlag gegeben“, so Jensen.
Aus der Zucht und dem Besitz von Sven Voigt aus Tasdorf, Kreis Plön, kommt Smartie, der Sieger bei den Schleswiger Kaltblütern. Foto: Christian C. Beeck
Die größte Gruppe stellten wie immer die Deutschen Reitponys. Allein auf dem Endring präsentierten sich sieben Prämienhengste. „Das war sehr beeindruckend“, befand Jensen und fügte hinzu: „Die besten vier waren in der Qualität besonders herausragend, deshalb haben wir auch vier Schärpen vergeben.“
Zuerst ehrte Jensen den Springsieger Craig. Der Hengst aus der Zucht von Sarka Göttsche-Götze aus Flintbek, Kreis Rendsburg-Eckernförde, wurde vom Gestüt Kastanienhof in Niedersachsen ausgestellt. „Er ist nicht nur ein Springpony, sondern auch einer, der sich energisch zu bewegen weiß“, sagte die Zuchtleiterin.
Steendieks Sieger
Zweiter Reservesieger wurde Schierensees Cornwall von BPr HJK Crazy Dream aus der Zucht von Kristin Rosenbaum aus Malente, Kreis Ostholstein. „Ein gelassen auftretendes, immer gut im Umgang befindliches Pony mit gleichmäßig guten Bewertungen“, befand Jensen.
Vom Gestüt Grenzhöhe in Lutzhorn, Kreis Pinneberg, stammt der erste Reservesieger Grenzhoehes Oswald. Der braune Sohn von Elite LH Oliver K WE wurde gezüchtet und ausgestellt von Sabine Reimers-Mortensen. „Hochnobel, dieser braune Hengst, ganz elastisch trabend und gelassen“, freute sich die Zuchtleitung.
Den Sieger stellte – wieder einmal – Peter Böge vom Gestüt Steendiek in Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Fuchsisabell Steendieks Extra Energie, ein Sohn des Steendieks Exclusiv, wusste von Anfang an zu überzeugen. „Er hat sich im Trab einfach exzellent bewegt, ist gelassen im Auftreten, typschön und sportlich“, hieß es in der Kommentierung.
Diese vier Hengste unterschieden sich in den Bewertungen nur um Nuancen. „Das ist in Noten nicht auszudrücken“, erklärte Jensen. Für Böge gab es noch einen zweiten Rassesieger, das Kleine Deutsche Reitpferd Steendieks Mr. Bond.
Noch mehr Schärpen
Auch die Islandpferdekollektion war in diesem Jahr außergewöhnlich groß. Drei Schärpen wurden hier vergeben und von den Hengsten gelassen aufgenommen. Zweiter Reservesieger wurde der aufmerksame Fuchshengst Kjalar vom Barghof, gezüchtet und ausgestellt von Nils Paustian aus Görnitz, Kreis Plön. Familie Peters aus Weddelbrook, Kreis Segeberg, stellte mit Sesar von Vierthohen den ersten Reservesieger. Der Braunschecke von Kiljan frá Steinnesi hatte eine etwas bessere Gangnote.
Sieger bei den Islandpferden wurde Hrímsteinn vom Piperhof, ausgestellt von der Zuchtgemeinschaft Meier/Böhrnsen aus Kiel. Foto: Volker Hagemeister
Als „eindeutigen Gesamtsieger“ stellte die Körkommission Hrímsteinn vom Piperhof heraus. Der Rapphelmschecke aus der Zucht von Jessica Piper aus Schönberg, Kreis Plön, war auch farblich ein besonderer Hingucker. Ausgestellt wurde er von der ZG Meier/Böhrnsen aus Kiel, die sich über den Sieg ihres Sohnes von Dagfari frá Sauðárkróki freuten.
Der Sieger bei den Fjordpferden heißt Galeano vom Frenssenhof und stammt aus der Zucht und dem Besitz von Hans-Werner und Telse Heesch. Er wurde in Neumünster an den Fjordhof Chlan verkauft. Foto: Christian C. Beeck
Bei den Fjordhengsten bekamen alle drei Köranwärter ein positives Urteil. „Der Sieger war besonders auffällig“, berichtete Jensen. Abstammend von Goliath aus der Aenna von Giersbergs Tjure, konnte Galeano vom Frenssenhof aus der Zucht von Hans-Werner und Telse Heesch aus Dammfleth, Kreis Steinburg, auch den Rest der Kommission überzeugen und wurde Rassesieger. Bester Springhengst der Veranstaltung wurde Inferno von der Marienquelle. Der in Thüringen gezogene Junghengst, ausgestellt von den Kielern Andrea und Peter Schirrmacher, machte selbst den Sportponys Konkurrenz.
Ein außerordentliches Springtalent zeigte der Fjordpferdehengst Inferno von der Marienquelle. Foto: Christian C. Beeck
Sport und Schau
Jägermeister von Krummesse siegte bei den Classic Ponys. Gezüchtet von Dirk Lüth und ausgestellt von Rebecca Otto aus Eutin, Kreis Ostholstein, überzeugte der braunsilberne Hengst. Foto: Christian C. Beeck
Nachdem die Hengste das Körprozedere absolviert hatten, wurde die Norddeutsche Hallenmeisterschaft der Islandpferde ausgetragen. Das Turnier des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbandes Deutschland (IPZV) ist inzwischen im Rahmen der Kör- und Schautage des PSB etabliert. „Der Boden und das Oval sowie die langen Seiten der Halle sind für die Islandpferdereiter perfekt“, erklärte Elisabeth Jensen. Die Geschäftsführerin des PSB ist sehr glücklich über diese Erweiterung des Programms, denn die Turnierreiter beteiligen sich auch finanziell an den Kosten der Holstenhallen. „Zum Glück waren auch der Club der Springreiter, der Rinderzuchtverein und natürlich wieder die VR Classics mit am Boden beteiligt“, berichtete Jensen. Ohne dass die Veranstaltungen gebündelt stattfinden, wäre es schwierig, eine solche Körung zu finanzieren.
Eine weitere Hilfe ist dabei immer der Schaunachmittag. Etliche Mitglieder des PSB hatten wochenlang geprobt, geschneidert und sich Choreografien ausgedacht. Das Leitthema „Aus Film und Fernsehen” konnte alles umfassen – vom „Tatort” bis zum „Dschungelcamp”.
Mit Fantasie und Mut verwandeln sich beim Schneiden eintönige Hecken in eine spannende Kulisse für das Schauspiel Garten. Als Raumteiler machen Hecken zudem große Grundstücke spannender und wecken Neugierde auf das grüne Paradies.
Die sogenannten Heckenriegel werden gern als Strukturgeber und Gestaltungselemente eingesetzt. In unterschiedlichen Höhen und Breiten oder gar im Versatz gepflanzt wirken sie gleich noch einmal so schön. Für solitär stehende, kastenförmig getrimmte Heckenriegel kommt auch das Motto „Einmal schneiden bitte!“ infrage. Denn allzu schnell wirken gleichförmige Hecken eintönig und zuweilen auch ein wenig streng. Abhilfe schaffen hier etwas Fantasie und Mut beim Ansetzen der Schere. Wie wäre es mit einem bogenförmigen Heckenriegel? Für Abwechslung sorgen zudem wellenförmig getrimmte Elemente oder kleine Fenster in der mannshohen Hecke. Sie bieten einen überraschenden Durchblick und schaffen das Gefühl von Weite. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hecke das Grundstück vom freien Feld, den Spielbereich vom restlichen Garten oder die Terrasse vom Rasen abtrennt. Allerdings kann man solche Fenster nicht einfach in die Hecke schneiden, sondern muss sie langsam erziehen. Einmal geformt, hält die Schere den Durchblick frei.
Mit der Pflanzung von Heckenriegeln kommt auch auf großen Grundstücken keine Langeweile auf. Foto: Karin Stern
Meist dienen hohe Hecken vor allem dem Sicht- und Windschutz. Daraus ergibt sich ein wunderbarer Nebeneffekt, der gestalterisch genutzt werden kann. Denn eine solche Hecke bildet genau jene grüne Kulisse, vor der Rosen und Blütenstauden ausgesprochen schön leuchten. Besonders filigrane Blüten und zarte Farben kommen vor einem ruhigen Hintergrund aus Eibe oder Thuja exzellent zur Geltung. Zudem verleihen Kletterpflanzen immergrünen Hecken einen farbigen Schwung, wenn sie direkt davor oder daneben platziert werden. Gut eignen sich für diesen Zweck sommerblühende Clematis wie ‚Asao‘, ‚Nelly Moser‘ oder ‚Wada‘s Primerose‘. Sie dürfen schon im Spätherbst auf etwa 50 cm Höhe zurückgeschnitten werden. Das verschafft der immergrünen Hecke über den Winter in diesem Bereich etwas Luft. Die Monotonie einer langen Heckenwand lässt sich auch auflockern, indem eine lauschige Laube aus Blutbuche davor gezogen wird. Das rote Laub kontrastiert nicht nur schön vor Eibenhecken, sondern sieht auch gut vor laubabwerfenden Heckenpflanzen wie der Hainbuche aus. Meterlange, dichte Hecken wirken weniger massiv, wenn die grüne Wand mit lichtdurchlässigen Zaunelementen durchbrochen wird.
Fantasievoll geschnittene Hecke aus Ilex. Foto: Karin SternVorgepflanzte Formschnittgehölze nehmen der Eibenhecke ihre Strenge. Foto: Karin SternDie Clematis verschönert die zweifarbige Hecke aus Scheinzypressen. Foto: Karin SternRaketenwacholder und rotlaubiger Ahorn lockern die strenge Hainbuchenhecke auf. Foto: Karin Stern
Heckenriegel lassen sich auch prima mit formalen Gestaltungen kombinieren. Kugelförmig gezogene Eiben sehen in einem Teppich aus immergrünen Bodendeckern toll vor einem ruhigen Heckenhintergrund aus. Mit dieser Pflanzidee kann man auch problemlos die Schattenseite der Hecke verschönern. Extravorteil: Ein solches Arrangement ist erstaunlich pflegeleicht, da ein einmaliger Formschnitt für die Kugeleibe genügt und auch die Bodendecker nur einmal im Jahr zurückgeschnitten werden müssen. Witzig wirken auch schön geformte „Eckpfeiler“ wie beispielsweise bauchförmige Kegel mit Zipfeln. Hier darf man seiner Kreativität freien Lauf lassen, denn verspielte Formen lockern die Hecke auf.
Dennoch ist es ratsam, den Lauf der Sonne bei Neupflanzungen einzubeziehen. Verläuft eine Hecke von Ost nach West, entsteht auf der Südseite ein sonniger Platz. Dieser ist ideal für prächtige Stauden, ein attraktives Rosenbeet oder natürlich die Gartenbank oder eine hübsche Laube. Die Nordseite einer solchen Hecke fällt naturgemäß schattig aus. Daher bevorzugen manche Gärtner eher eine Nord-Ost- oder Süd-West-Ausrichtung der grünen Raumteiler. Damit entsteht im Frühjahr ein geschütztes Plätzchen vor der Hecke, und im Sommer lässt sich hier ein freies Stündchen in der Abendsonne genießen.
Eiben vertragen einen starken Rückschnitt. Daher kann eine schnurgerade Hecke jederzeit in ihrer Form verändert werden. Foto: Karin SternDer radikale Rückschnitt dieser Eibenhecke tut dem Auge durchaus weh … Foto: Karin Stern… aber schon kurze Zeit später zeigt sich frischer Austrieb aus dem alten Holz. Foto: Karin Stern
Hainbuche, Feldahorn, Rotbuche, Eibe, Liguster und Stechpalme gelten als sehr schnittverträgliche Heckenpflanzen. Sie treiben auch nach einem radikalen Schnitt wieder kräftig aus. Selbst alte, vergreiste oder zu hoch gewachsene Hecken lassen sich durch einen kräftigen Schnitt bis ins alte Holz wieder verjüngen und in eine neue Form bringen. Also nur Mut, wenn man der alten Hecke ein frisches Design verpassen will. Die beste Zeit dafür ist von Oktober bis einschließlich Februar. Tipp: Nadelgehölze wie Thuja, Scheinzypresse, Fichte oder Kiefer vertragen das nicht. Solche Hecken werden durch einen radikalen Rückschnitt meist ruiniert. Sie vertragen lediglich einen regelmäßigen Schnitt, der niemals tiefer als bis zum Nadelansatz reichen sollte.
Der Absatz an Süßwaren und Knabberartikeln in Deutschland ist 2025 gesunken, der damit erzielte Umsatz zeitgleich gestiegen. Das hat der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) berichtet. Demnach wurden hierzulande im Berichtsjahr mit insgesamt 2,6 Mio. t etwa 2,1 % weniger Süßwaren und Knabberartikel aus heimischer Produktion und Importen abgesetzt. Der damit erzielte Inlandsumsatz stieg um 4,7 % auf geschätzte 11,5 Mrd. €.
Die Produktion an Süßwaren und Knabberartikeln in Deutschland veranschlagt der BDSI für 2025 auf 3,9 Mio. t und damit 5,3 % unter dem Niveau des Vorjahres. Wertmäßig geht der Verband von einem Wachstum um 8,7 % auf rund 18,6 Mrd. € aus. Der Export von Süßwaren und Knabberartikeln aus Deutschland ging um 5,6 % auf 2,3 Mio. t zurück, während der Umsatz auf den Auslandsmärkten um 16,9 % auf 17,3 Mrd. € zulegte.
Besonders deutliche Veränderungen macht der Verband bei den Schokoladenwaren aus. Deren Produktionsmenge schätzt der BDSI für 2025 auf 1,1 Mio. t und damit um 6,9 % niedriger. Der Produktionswert stieg allerdings um etwa 12,4 % auf rund 8,3 Mrd. €. Die Produktionsmengen an feinen Backwaren und Knabberartikeln schrumpften um 4,2 % beziehungsweise 0,1 % auf 701.000 t beziehungsweise 380.000 t, während der Wert dieser Erzeugung um 1,5 % und 2,6 % auf 3,0 Mrd. € und 2,0 Mrd. € zulegte.
Einzig die Hersteller von Bonbons und Zuckerwaren mussten laut der Schätzung des Verbandes einen Umsatzrückgang hinnehmen, und zwar von 2,0 % auf 2,2 Mrd. €. Dabei wuchs die Produktionsmenge an Bonbons und Zuckerwaren hierzulande geringfügig an, konkret um 0,1 % auf 653.000 t.
Der BDSI sprach von einem „schwierigen Jahr 2025“ für Deutschlands Süßwaren- und Knabberartikelbranche. Belastet hätten „drastische Kostensteigerungen“ bei Rohstoffen wie Kakao, Personal, Energie und Logistik sowie eine „Flut an bürokratischen Anforderungen“. Es sei höchste Zeit, dass die Bundesregierung für international wettbewerbsfähige Energiekosten und weniger Bürokratie sorge. age
IPP-Import soll ausgesetzt werden
Veredelung von Zucker
Der EU-Import von Rohzucker über die als „Inward Processing Procedure“ (IPP) bekannte Zollregelung soll gestoppt werden, um so Druck vom europäischen Zuckermarkt zu nehmen. Agrarkommissar Christophe Hansen hat am Montag vergangener Woche auf dem Agrarrat in Brüssel einen entsprechenden Vorschlag angekündigt. Hansen kommt damit einer Forderung der europäischen Zuckerwirtschaft nach. Die Sonderregelung erlaubt es bislang, Zucker zollfrei zur Verarbeitung in die EU zu bringen.
Wie die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) mitteilte, haben sich die EU-Importe von IPP-Rohzucker in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Im Zuckerwirtschaftsjahr 2024/2025 wurden rund 587.000 t IPP-Zucker in die EU eingeführt – nahezu ausschließlich mit Ursprung Brasilien. IPP-Importe machten 2024/2025 der WVZ zufolge damit mehr als 70 % der gesamten EU-Rohzuckerimporte aus, während im selben Wirtschaftsjahr bestehende zollfreie und zollreduzierte Einfuhrkontingente aus Partnerländern nicht annähernd ausgeschöpft worden seien.
Vor allem aus Brasilien wird Zucker zur Veredelung zollfrei in die EU eingeführt. Foto: Imago
Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker begrüßt deshalb die Ankündigung von Agrarkommissar Hansen zum Stopp der zollfreien Veredelung ausdrücklich. Vor dem Hintergrund einer sehr angespannten Marktlage und offensichtlichen Störung des globalen Zuckermarktes verspreche diese Maßnahme sofortige Entlastung für den EU-Zuckermarkt. Nun sei zu hoffen, dass dem Vorschlag von Hansen auch schnell zugestimmt werde.
Erfreut zeigten sich auch die Vereinigung der europäischen Rübenanbauer (Cibe) und der Verband der Europäischen Zuckerindustrie (CEFS). Laut den Dachverbänden sorge die IPP-Regelung dafür, dass sich die Zuckerpreise in der EU dem von „Dumping und Subventionen“ verzerrten Niveau des Weltmarktes annäherten. Begrüßt wurde von Cibe und CEFS auch, dass Zucker nicht Teil des Handelsabkommens zwischen der EU und Indien sei. Das südasiatische Land subventioniere Erzeugung und Export und trage am stärksten zur Destabilisierung des Weltmarktes bei. age
Das MuD „Säure+“ testet das Potenzial der Gülleansäuerung während der Ausbringung auf schleswig-holsteinischen Praxisbetrieben. Durch das Verfahren werden Emissionen von Ammoniak (NH3) gesenkt, wodurch mehr Stickstoff für die Pflanzenernährung zur Verfügung stehen kann. Es wurden nun im dritten Jahr On-Farm-Experimente angelegt. Doch welche Erkenntnisse liefert das Projekt bisher, und was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis?
Das Projekt läuft im Rahmen der Ackerbaustrategie 2035, da unter anderem durch die Vorgaben der Richtlinie über Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe (NEC) die NH3-Emissionen in Deutschland bis 2030 um 29 % im Vergleich zum Bezugsjahr 2005 gesenkt werden müssen. Da die Landwirtschaft, vor allem die Wirtschaftsdüngerausbringung, das größte Emissionspotenzial birgt, besteht hier eine der größten Stellschrauben für die Reduktion von NH3-Emissionen. Durch die Ansäuerung flüssiger Wirtschaftsdünger während der Ausbringung in wachsende Bestände können NH3-Emissionen zum Teil erheblich gesenkt werden. Zudem können positive Effekte für die Pflanzenernährung entstehen, da weniger Stickstoff gasförmig (NH3) in die Atmosphäre entweicht, sondern in den Boden gelangt und so in Form von Ammonium (NH4+) der Pflanzenernährung zur Verfügung steht. Zudem besteht aus betriebswirtschaftlicher Sicht häufig ein erhebliches Interesse an einer verbesserten Nährstoffausnutzung der auf dem Betrieb vorhandenen Gülle, vor allem auf Flächen in der N-Kulisse mit Vorgaben zu reduzierter N-Düngung. Um diese Effekte zu überprüfen, wurden in Schleswig-Holstein seit 2023 On-Farm-Experimente in den Kulturen Winterweizen und Grünland angelegt. Dreijährige Ergebnisse zu Ertrag und Rohproteingehalten liegen nun vor, sodass im Folgenden erste Erkenntnisse vorgestellt werden.
Projekt im Überblick
Insgesamt wurden in den vergangenen drei Vegetationsperioden On-Farm-Experimente an fünf unterschiedlichen Standorten im Winterweizen sowie an vier verschiedenen Standorten im Grünland angelegt, sodass alle Hauptnaturräume Schleswig-Holsteins abgedeckt werden konnten. So entstanden bisher 30 statistisch auswertbare Vergleichspaare zwischen den beiden Varianten „Gülle angesäuert“ und „Gülle nicht angesäuert“. Die gedüngte Stickstoffmenge beider Düngevarianten war hierbei auf identischem Niveau, zusätzlich wurde eine mineralische Schwefelausgleichsdüngung vorgenommen, um einen Effekt der zusätzlichen Schwefelmenge in angesäuerter Gülle ausschließen zu können. Die Ausbringung über alle Vergleichspaare hinweg erfolgte mittels eines Schleppschlauchverteilers. Im Rahmen des Projektes wurde ein Ziel-pH-Wert der Gülle von pH 6,4 festgelegt. Die einzusetzende Säuremenge wurde auf maximal 3 l Schwefelsäure (H2SO4) je 1 m3 Rinder- und Schweinegülle und auf maximal 5 l H2SO4 je 1 m3 Gärrest beschränkt, um zu hohe Schwefelfrachten zu vermeiden (1 l H2SO4 entspricht 0,6 kg S). Zudem haben die ersten Liter Säure den höchsten Nutzen, weshalb auch aus ökonomischer Sicht eine zu hohe Säureeinsatzmenge nicht empfehlenswert ist.
Säuremenge abhängig von Wirtschaftsdünger(art)
Wie der Abbildung 2 zu entnehmen ist, schwanken die Ausgangs-pH-Werte innerhalb des Projektes in Abhängigkeit vom eingesetzten Wirtschaftsdünger. Zur pH-Absenkung von Rindergülle wurden im Durchschnitt 2,5 l H2SO4/m3 benötigt, um den durchschnittlichen pH-Wert um eine Einheit von pH 7,4 auf pH 6,4 abzusenken. Der Säurebedarf bei Schweinegülle ist mit 2,4 l H2SO4/m3 auf einem ähnlichen Niveau, wodurch der mittlere pH-Wert von pH 8,2 auf pH 6,5 reduziert werden konnte.
Den höchsten Säurebedarf zeigten Gärreste mit durchschnittlich 3,9 lH2SO4/m3, was zu einer Absenkung des pH-Wertes von durchschnittlich pH 8,4 auf pH 6,8 führte.
Winterweizen: Mehrertrag erzielt
An jeweils fünf schleswig-holsteinischen Standorten (Östliches Hügelland, Marsch) wurden in den Jahren 2023 bis 2025 On-Farm-Experimente im Winterweizen angelegt und ausgewertet. Die Bestände wurden je nach vorhandener Wirtschaftsdüngerart auf dem Betrieb entweder mit Schweinegülle oder Gärresten gedüngt. Es konnten bisher 19 Vergleichspaare im Winterweizen statistisch ausgewertet werden, von denen 53 % positive Ertragsunterschiede aufweisen konnten. Im Durchschnitt ergab sich ein Mehrertrag von 3,5 % durch die Gülleansäuerung gegenüber den unbehandelten Kontroll-Güllevarianten.
Auch bei den Rohproteingehalten ließ sich ein positiver Trend beobachten, denn in 74 % der Vergleichspaare konnte eine Steigerung von durchschnittlich 0,3 %-Punkten durch die Ansäuerung gemessen werden.
Grünland: Positive Effekte
Im Grünland konnten an vier unterschiedlichen Standorten (Geest, Östliches Hügelland) zwischen 2023 und 2025 insgesamt elf Vergleichspaare aus On-Farm-Experimenten statistisch ausgewertet werden. Es wurden der zweite, dritte und vierte Schnitt beerntet (Anzahl betriebs- und jahresindividuell). Die Bestände wurden sowohl mit Rindergülle als auch mit Gärrest befahren, je nach betriebsüblicher Wirtschaftsdüngerart. In zehn von elf Vergleichspaaren konnte eine Ertragssteigerung durch die Ansäuerung von Gülle erzielt werden, wobei durchschnittlich ein Mehrertrag von rund 16 % erzielt werden konnte. Der Rohproteingehalt konnte in neun der elf Vergleichspaare durch die Gülleansäuerung um durchschnittlich 0,91 %-Punkte erhöht werden.
Insbesondere im Grünland waren Ertragsunterschiede messbar.
Macht sich die Ansäuerung bezahlt?
Aus ökonomischer Sicht konnte bei einer Ertragserwartung im Winterweizen von 90 dt/ha bei einem durchschnittlichen Mehrertrag von 4 % im Jahr 2025 mit einem Ertragszuwachs von 3,6 dt/ha durch die Gülleansäuerung gerechnet werden. Bei einem angenommenen Erzeugerpreis von 21,50 €/dt für B-Weizen (LKSH-Mittelwert Wirtschaftsjahr 2024/2025, inklusive 7,8 % Mehrwertsteuer) konnten somit Mehreinnahmen von 77,40 €/ha generiert werden. Diesem Betrag müssen die Mehrkosten für die Ansäuerung gegenübergestellt werden. Es fallen sowohl Kosten für die Schwefelsäure als auch eine Pauschale für die Ansäuerungstechnik zusätzlich zu den sonst üblichen Ausbringungskosten an. Im Durchschnitt beliefen sich die Mehrkosten in 2025 für die Ansäuerung im Winterweizen auf 61,20 €/ha, somit konnten die Mehrkosten durch die Ansäuerung rein rechnerisch gedeckt werden und ein Gewinn erzielt werden. Allerdings sollte bei der Betrachtung der Berechnung nicht außer Acht gelassen werden, dass weder eingesparte Düngemittel durch eine verbesserte N-Verfügbarkeit aufgrund der Ansäuerung noch der zusätzliche Schwefeldüngungseffekt der Schwefelsäure kalkulatorisch berücksichtigt wurden.
Zusammenfassend konnten im bisherigen Projektverlauf positive Auswirkungen der Ansäuerung sowohl auf den Ertrag als auch den Proteingehalt gemessen werden. Die Effekte sind zwar nicht auf allen Standorten gleich, aber insbesondere bei der Anwendung der Gülleansäuerung auf Grünland konnten teilweise signifikante Ertragsunterschiede gemessen werden. Die stabileren Ergebnisse auf Grünland können vermutlich auf die Witterung zum Zeitpunkt der Ausbringung zurückgeführt werden.
Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Förderkennzeichen 2821ABS420.
Fazit
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Ansäuerung der Gülle während der Ausbringung unter Praxisbedingungen zu einer effizienteren Nährstoffausnutzung führen kann. Die Effekte auf Ertrag und Proteingehalt im Winterweizen scheinen hierbei stärker von äußerlichen Faktoren wie der Witterung oder dem Standort abzuhängen als im Grünland. Nichtsdestotrotz konnten in beiden Kulturen positive Unterschiede sowohl im Ertrag als auch im Proteingehalt gemessen werden. Insbesondere im Grünland steht mit der Gülleansäuerung also ein sehr wichtiges Werkzeug für eine bessere Nährstoffausnutzung zur Verfügung.
Was bedeutet On-Farm-Experiment?
On-Farm-Experimente werden auf landwirtschaftlichen Praxisflächen mit Großtechnik angelegt, um das Verfahren der Ansäuerung so praxisnah wie möglich überprüfen zu können. Je nach Betrieb erfolgt der Versuchsaufbau individuell, damit Störungen im regulären Betriebsablauf weitestgehend vermieden werden. Um eine möglichst genaue Auswertung der Ergebnisse zu erzielen, werden die unterschiedlichen Düngevarianten jeweils in vierfacher Wiederholung angelegt.
MuD „Säure+“
• Projektlaufzeit: 08/22-08/27
• Acht Modellregionen: NDS, NRW, ST, MV, TH, BW, BY & SH
• Projektziele:
– Aufzeigen von Auswirkungen der Gülleansäuerung während der Ausbringung in wachsende Bestände auf Pflanzenwachstum im Vergleich zu nicht angesäuerter Gülle
– Demonstrationsveranstaltungen mit Adhoc-NH3-Gasmessungen, um die Technik zu veranschaulichen sowie für den Wissenstransfer
– Auswertung der Ergebnisse aus pflanzenbaulicher, ökologischer sowie ökonomischer Sicht, um Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten
• Säure+ in SH
– acht Standorte
– zwei Lohnunternehmen
– On-Farm-Anlagen auf Praxisflächen
– Erprobung in den Kulturen Winterweizen und Grünland
Die Zeit rund um die Abkalbung ist eine der sensibelsten Phasen im Leben einer Milchkuh. Hormonelle Umstellungen, der Start in die Laktation und ein häufiges Umstallen treffen in wenigen Tagen zusammen – und genau dann ist das Risiko für Stoffwechsel- und Infektionserkrankungen besonders hoch. Im Forschungsprojekt „InnoRind“ wurden deshalb in drei Praxisbetrieben Gruppenabkalbebuchten mit Rückzugsbereichen konzipiert und getestet. Ziel: stressärmere Bedingungen schaffen und gleichzeitig praxistaugliche Stallkonzepte entwickeln, die Management und Tierbeobachtung unterstützen.
Kühe zeigen vor der Kalbung ein natürliches Bedürfnis nach Absonderung. Studien belegen: Sichtschutz kann Interaktionen und Störungen durch Herdenmitglieder reduzieren, die Kalbedauer verkürzen und Stressindikatoren positiv beeinflussen – vorausgesetzt, das Platzangebot stimmt. In Gruppenbuchten mit Sichtschutz hatten Kühe mehr Ruhe, weniger Positionswechsel während der Geburt und teilweise niedrigere Entzündungsmarker. Damit wird deutlich: Rückzugsbereiche sind nicht nur ein Nice-to-have, sondern können ein wichtiges Element für Tierwohl und Gesundheit darstellen.
Drei Systeme – drei Ansätze
„InnoRind“ hat in Karkendamm (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Gut Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern) und am Lehr- und Versuchszentrum (LVZ) Futterkamp (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein) unterschiedliche Konzepte untersucht. Die Systeme variieren in Gruppengröße, Buchtengestaltung und der Ausführung der Separees und liefern so wertvolle Hinweise für die Praxis.
Vorteil der Gruppenabkalbung in Karkendamm: Die Kühe liegen während der letzten Trächtigkeitswochen gemütlich zusammen, ein kurzfristiges Umstallen ist nicht notwendig. Foto: Töbke Tammen
Vier Kühe pro Bucht – zwei Separees
Im Versuchsbetrieb Karkendamm wurden drei baugleiche Gruppenabkalbebuchten für jeweils vier Kühe eingerichtet. Jede Bucht verfügt über zwei Rückzugsbereiche (je 3,45 x 3,50 m) mit Sichtschutz. Die Nutzung zur Kalbung betrug bei voller Belegung knapp 30 %, über alle Belegungen hinweg 19 %. Besonders häufig wurde das Separee allerdings nach der Kalbung gemeinsam von Kuh und Kalb genutzt (rund 43 %). Positiv bewerteten die Praktiker vor allem die ruhige Stallatmosphäre durch frühes Einstallen und das Rein-Raus-Prinzip. Als nachteilig stellten sich der erhöhte Einstreubedarf und die damit verbundenen Kosten für Stroh und Arbeit dar. Für die Umsetzung in der Praxis werden größere Rückzugsbereiche empfohlen (mindestens 3,5 m x 4 m), da sonst die Nutzung verringert und die Hilfestellung bei der Kalbung erschwert sein können.
In Dummerstorf wurde neben der Gruppenabkalbung mit Separee auch der längere Verbleib des Kalbes bei der Mutter untersucht. Foto: Dr. Anke Römer
Zweiergruppe mit Separee – Kuh-Kalb-Kontakt
In Dummerstorf wurde eine Gruppenabkalbebucht für zwei Kühe mit separatem Rückzugsbereich gebaut. Die Kälber bleiben dort 24 bis 48 Stunden bei der Mutter, nehmen Kolostrum direkt auf und können Interaktionen im Separee ausleben. In der Auswertung nutzten 37 % der Versuchstiere den Rückzugsbereich zur Kalbung. Nach einer baulichen Anpassung – die ursprünglich zwei schmalen Separees wurden zu einem größeren zusammengelegt – wurde der Bereich deutlich besser angenommen. Die Kalbedauer der Kühe war in der Gruppenbucht doppelt so lang wie im Separee. Zudem zeigten sich Bullenkälber gegenüber Kuhkälbern träger in der Kolostrumaufnahme.
Flexible Gruppenbucht – Separee als Managementhilfe
Am LVZ Futterkamp wurden zwei Gruppenabkalbebuchten für drei bis vier Tiere etabliert – jeweils mit einem großzügigen Separee (5,5 x 4 m), das etwa ein Viertel der Fläche ausmacht. Der Rückzugsbereich wurde für 41,9 % der Abkalbungen genutzt und dauerhaft als Liegebereich angenommen. Besonders wertvoll war aus Sicht der Praxis die Ausstattung mit Behandlungsgitter im Separee. Zudem lässt sich der Bereich bei Bedarf in eine Einzelabkalbebucht umwandeln – durch Tränke, Zugang zum Futtertisch und Absperrmöglichkeit.
Das Separee in der Futterkamper Gruppenabkalbebucht wird nicht nur zum Abkalben, sondern auch zum ausgiebigen Liegen genutzt. Foto: Josephine Hahn
Was bei Planung und Umbau zählt
• Sichtschutz wirkt nur mit genug Platz: mindestens 15 bis 26 m² pro Kuh in Gruppenbuchten anstreben.
• Rückzugsbereiche großzügig planen: Empfohlen werden mindestens 3,5 x 4 m, besser 4,5 x 4,5 m.
• Sackgassen vermeiden: Durchgänge und Ausweichmöglichkeiten erleichtern Tierverkehr und reduzieren Stress.
• Management früh mitdenken: Rein-Raus-Prinzip schafft Ruhe, kann aber Engpässe verursachen.
• Einstreu und Entmistung kalkulieren: Mehr Platz bedeutet höhere Strohmengen und längere Arbeitszeit.
• Technik sinnvoll einsetzen: Kameraüberwachung unterstützt Tierbeobachtung und kann Arbeitsaufwand reduzieren.
Fazit
Gruppenabkalbebuchten mit Rückzugsbereichen können Tierwohl und Management rund um die Kalbung verbessern – werden aber nicht von allen Kühen gleichermaßen genutzt. Sichtschutz, Platzangebot und eine funktionale Buchtenstruktur sind entscheidend. „InnoRind“ zeigt: Die Rückzugsbereiche werden besonders nach der Kalbung häufig von Kuh und Kalb genutzt. Für die Praxis bedeutet das: Wer um- oder neu baut, sollte Separees nicht zu klein dimensionieren und Arbeitswirtschaft sowie Einstreubedarf realistisch einplanen.
* Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
Mit vielen spannenden Eindrücken und guter Stimmung startete der Gesamtvorstand des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein in das neue Verbandsjahr. Zur ersten Gesamtvorstandssitzung ging es für die Mitglieder in das Logistikzentrum der Edeka Nord nach Neumünster – ein Ort, der eindrucksvoll zeigt, wie moderne Logistik heute funktioniert.
Der Tag begann mit einem interessanten und kurzweiligen Vortrag von Helene Dahlke, Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation & Nachhaltigkeit, zur Geschichte von Edeka Nord. Von den Anfängen vor mehr als 100 Jahren hin zu einem der bedeutenden Handelsunternehmen der Region wurde deutlich, wie sehr sich das Unternehmen im Laufe der Zeit entwickelt hat. Viele LandFrauen waren fasziniert von der langen Tradition und der stetigen Weiterentwicklung. Anschließend startete die Führung durch die großen Logistikhallen. Dort erhielten die LandFrauen von Edeka-Mitarbeiter Kevin Fischer einen spannenden Einblick in die Warenlagerung und Kommissionierung. Die schiere Größe der Hallen, die klaren Abläufe und die hochmodernen, computergesteuerten Systeme sorgten für Staunen und viele interessierte Nachfragen. Besonders beeindruckt zeigten sich die LandFrauen von der Tatsache, dass einige Edeka-Mitarbeiter sogar eine Zusatzausbildung als Kletterer machen müssen, um bei Notfällen auf die bis zu 35 m hohen Warenregale steigen zu können.
Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Verbandsarbeit. Das LandFrauenpräsidium berichtete von Terminen aus dem Bundesverband, Lena Haase und Claudia Jürgensen gaben einen Überblick über aktuelle Entwicklungen auf Bundesebene. Außerdem berichtete LandFrauenpräsidentin Claudia Jürgensen ausführlich von ihrem Besuch auf der Grünen Woche und den vielen Netzwerk-Terminen in Berlin.
Anschließend beschäftigte sich der Gesamtvorstand mit der Jahresplanung für 2026 sowie mit den Vorbereitungen zur Vertreterinnenversammlung (VV), die Ende April mit einigen Neuwahlen ansteht. In einer offenen und konstruktiven Atmosphäre wurden Ideen – unter anderem für die diesjährige Norla – ausgetauscht. Es wurden Schwerpunkte gesetzt und wichtige Themen diskutiert. Mit vielen neuen Eindrücken, frischer Motivation und klaren Zielen blickt der Gesamtvorstand nun auf die kommenden Aufgaben.
Noch Seminar-Plätze frei
Im LandFrauenseminar „Rund um die Vereinsarbeit“ in der Landwirtschaftskammer Rendsburg dreht sich am 12. Februar von 10 Uhr bis 16 Uhr alles um Vereinsarbeit, Verantwortung und Mitgestaltung. Neue und angehende Vorstandsmitglieder erhalten praxisnahe Einblicke in Strukturen, Aufgaben und rechtliche Grundlagen – lebendig und verständlich.
Mit viel neuen Impulsen und Raum für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung auf Orts-, Kreis- und Landesebene. Wer noch dabei sein möchte, meldet sich bitte zeitnah an unter:
Der Rohölmarkt zeigt sich aktuell sehr volatil. Der Kurs der wichtigsten Rohöl-Leitsorte Western Texas Intermediate, kurz WTI, die an der größten Warenterminbörse der Welt, der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt wird, hat in den vergangenen Wochen eine erstaunliche Rallye hinter sich gebracht. Während die Kurse Mitte der zweiten Januar-Woche noch auf ein sehr tiefes Niveau von unter 56 US-$/bbl gefallen waren, setzte danach eine relativ steile Preisrallye ein, die zum Ende der vorigen Woche vorerst ihren Höhepunkt bei über 65 US-$/ bbl erreichte. Allein innerhalb der vorigen Woche kletterte der Kurs um knapp 5 US-$. Zu Anfang dieser Woche kam dann der Preiscrash. Der Kurs fiel am Montag innerhalb eines Tages um 3 US-$/bbl.
Bestandsaufbau für 2026 prognostiziert
Nun könnte man die Kursanstiege seit Jahresbeginn natürlich auf die winterlichen Witterungsbedingungen in Europa, vor allem aber auch in den USA schieben. Dies verursacht natürlich einen deutlich höheren Ölverbrauch, was dann wiederum die Lagerbestände schrumpfen lässt. Kombiniert man das nun mit den frostbedingten technischen Ausfällen in der Ölförderung in den USA, wird dort aktuell natürlich deutlich mehr Rohöl verbraucht als gefördert. Hinsichtlich des Weltmarktes kann dies allerdings durch eine höhere Produktion in Südamerika ausgeglichen werden. Abseits der aktuellen Frostperiode lohnt sich auch ein Blick auf die Erwartungen für das gesamte Jahr 2026. Hier wird eine durchschnittliche globale Ölproduktion von 108 Mio. bbl pro Tag erwartet, während der Verbrauch nur bei 105 Mio. bbl pro Tag liegt. Übers Jahr gesehen ist also mit weiter steigenden Lagerbeständen zu rechnen. Die hohen Fördermengen in Südamerika sind es auch, die für eine gute Versorgungslage auf dem Rohölmarkt sorgen, selbst wenn die Opec+ ihre Fördermengen nicht weiter erhöht. Von dieser Seite gibt es also kaum Grund für derartige Kursschwankungen wie Anfang dieser Woche.
Geopolitische Risikoprämien
Diese starken Kursschwankungen weisen eher auf einen verunsicherten Markt hin, und hierfür sind meist geopolitische Ereignisse verantwortlich. In diesem Fall sind es einmal mehr die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Nachdem schon vor drei Wochen ein Eingreifen der USA im Rahmen der gewaltsam niedergeschlagenen Proteste im Iran vermutet wurde, hat diese Gefahr zum Ende der vorigen Woche wieder dazu geführt, dass Risikoprämien in Höhe von 7 bis 10 US-$/bbl auf die Ölpreise aufgeschlagen wurden.
Der Ölmarkt fürchtet dabei allerdings weniger den Ausfall der iranischen Ölexporte. Der Anteil des Iran an der weltweiten Ölproduktion beträgt nur etwa 3 %. Viel wichtiger für den weltweiten Ölhandel ist hingegen die Straße von Hormus, eine Meerenge vor der Küste des Iran, die auch vom Iran kontrolliert wird. Auf diesem Seeweg werden ungefähr 20 % des weltweit gehandelten Öls transportiert. Entsprechend sensibel reagiert der Markt, wenn die Gefahr einer Störung dieser wichtigen Passage besteht. Diese hohen Risikoprämien wurden zum Anfang der Woche zumindest teilweise wieder zurückgenommen. Auf dem Rohölmarkt haben sich Zeichen der Entspannung durchgesetzt. Offenbar wird abseits der Medien doch noch zwischen den USA und dem Iran verhandelt.
Dies zeigt einmal mehr, dass US-Präsident Donald Trump bewusst mit den Märkten „spielt“. Denn mit starken Kursschwankungen lässt sich an den Terminmärkten deutlich mehr Geld verdienen als mit stabilen Märkten. Besonders wenn man die Macht, hat diese selbst zu initiieren.