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Keine warmen Mahlzeiten auf den Futtertisch bringen

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Im Sommer herrschen Wohlfühltemperaturen für Hefen und Schimmelpilze im Silo. Werden diese Schadkeime aktiv, folgen Nacherwärmung und Futterverderb. Auch wenn nur kalte Silagen für die Mischration verwendet werden, kann das Futter bis zum Verzehr warm werden, insbesondere wenn Reste weiterverfüttert werden. Der Einsatz von Stabilisatoren kann zu einer Verlängerung der Zeitspanne beitragen.

Aerob stabile Silagen sind die Basis für eine Ration, die gern gefressen wird. Insofern gilt es, das Silomanagement so anzupassen, dass die Silage mit so wenig Luft wie möglich in Kontakt kommt und das Risiko für Verderb verringert werden kann. Mögliche Stellschrauben sind: nur so viel Oberfläche aufzudecken, wie für die nächsten zwei Tage benötigt wird, ein durchgehender Querriegel aus sich überlappenden Kiessäcken auf der Folie am Anschnitt und eine nicht auflockernde Entnahmetechnik. Eine Erhöhung des Vorschubs wäre optimal, ist allerdings in den meisten Fällen nicht realisierbar. Lose Futterreste, wie sie beispielsweise durch Herabrieseln von Maissilage vor dem Anschnitt bei der Entnahme entstehen, sind möglichst sofort mit in den Futtermischwagen zu laden oder aber von der Siloplatte zu entfernen.

Vor der Entnahme ist es unverzichtbar, den Anschnitt auf Temperaturveränderungen zu überprüfen und warme oder sichtbar verdorbene Partien großzügig zu entfernen. Hierzu ist ein Einstechthermometer hilfreich, um das Bauchgefühl zu kontrollieren. Partien, deren Temperatur 5 K über der Silokerntemperatur liegt, gelten als nacherwärmt. Um den Einfluss der Umgebung und der direkten Sonneneinstrahlung gering zu halten, sind diese Messungen idealerweise in den Morgenstunden vorzunehmen.

Das Gärsäuremuster ist für die Stabilität der Silagen entscheidend. Während hohe Milchsäuregehalte für einen niedrigen pH-Wert sorgen, stellen sie mit dem noch vorhandenen Restzucker die Nahrungsgrundlage für die Hefen dar und erhöhen das Risiko für Nacherwärmung. Ein Essigsäuregehalt von 2 bis 3 % in der Trockenmasse reduziert das Risiko, da diese Säure eine hemmende Wirkung auf Hefen hat. Die Kenntnis der Gärqualität erlaubt somit eine erste Einschätzung.

Temperaturkontrolle auf dem Futtertisch

Die den Tieren vorgelegte totale oder partielle Mischration (TMR/PMR) sollte bis zum vollständigen Verzehr kalt bleiben. Das gilt auch für die Futterreste, die gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt einer anderen Tiergruppe, zum Beispiel den Jungtieren, vorgelegt werden. Zur objektiven Kontrolle ist wiederum ein Thermometer zu verwenden. Wenn Temperaturveränderungen festgestellt werden, besteht Handlungsbedarf. Neben dem Verwerfen der erwärmten Futterreste ist zu prüfen, ob eine Erhöhung der Vorlagehäufigkeit umsetzbar ist, also statt einmal täglich zweimal zu mischen und zu füttern. Auch die Hygiene des Futtermischwagens ist unter die Lupe zu nehmen, denn darin verbleibende Futterreste können bereits beim Anmischen die nächste Mahlzeit kontaminieren. Gleiches gilt auch für die Hygiene des Futtertischs selbst. Das Abschieben der Reste sollte sorgfältig durchgeführt werden und bis in die kleinste Ecke reichen. Übersehene Reste in Ecken und Vertiefungen erwärmen sich unausweichlich und erhöhen so auch das Risiko für Nacherwärmung und Verderb des frisch vorgelegten Futters.

Darüber hinaus können spezielle TMR-Stabilisatoren in das Futter eingemischt werden, um die Zeitspanne bis zum Warmwerden der Ration zu verlängern.

In der Versuchsstation Futterkonservierung in Futterkamp werden für den Test auf aerobe Stabilität Kunststoffdosen von 1 l Volumen verwendet. Der Temperaturdatenlogger befindet sich im zu untersuchenden Material. Bei Versuchsende sind die Hefen auf der TMR als kleine weiße Pünktchen mit bloßem Auge oder noch besser mit einer Lupe zu erkennen. Fotos: Dr. Susanne Ohl

Was sind TMR-Stabilisatoren?

TMR-Stabilisatoren sind Zusatzstoffe oder Futtermittelkomponenten, die die aerobe Stabilität einer TMR verbessern, indem sie das Wachstum von Hefen, Schimmelpilzen und anderen unerwünschten Mikroorganismen hemmen. Dadurch wird Nacherwärmung reduziert, die Futterqualität bleibt erhalten, und die Futteraufnahme der Tiere wird unterstützt.

TMR-Stabilisatoren können unterschiedliche Wirkstoffe enthalten, zum Beispiel organische Säuren wie Propionsäure oder Sorbinsäure, Salze organischer Säuren wie Benzoat, Sorbat oder Propionat, aber auch Milchsäurebakterien oder andere mikrobielle Zusätze sowie Enzyme oder spezielle Konservierungsstoffe. Die Stabilisatoren werden im Futtermischwagen je nach Produkt in flüssiger oder fester (pulverförmiger oder granulierter) Form zugegeben und eingemischt. Wenn der regelmäßige Einsatz Bestandteil eines HACCP-Konzeptes ist, ist dieser zu protokollieren.

Stabilisatoren mit DLG-Prüfzeichen

Für drei TMR-Stabilisatoren wurde das Prüfzeichen der DLG verliehen. Das heißt, sie wurden in mehreren Versuchen an unabhängigen Einrichtungen getestet und haben einen Nachweis über die Wirksamkeit erbracht. Seitdem sind sie Bestandteil der kontinuierlichen Überwachungsprüfung (https://t1p.de/dlg-qualitaetssiegel).

Bei den Tests handelt es sich um standardisierte Laborversuche nach genau festgelegtem Protokoll (Video verfügbar unter https://t1p.de/tmr-laborversuch), für die eine praxisübliche TMR für hochleistende Milchkühe verwendet wird. Neben einer Negativkontrolle (ohne Zusätze) läuft immer eine Positivkontrolle mit (mindestens 99,5 % Propionsäure mit 4,5 l/t). Der Stabilisator wird in der empfohlenen Dosierung verwendet. Nach der homogenen Applikation werden jeweils vier Teilproben der TMR in kleinen, wärmeisolierten Kunststoffdosen unter Lufteinfluss für 72 Stunden gelagert und kontinuierlich Temperaturmessungen durchgeführt. Bei Überschreiten der Raumtemperatur um 2 K gilt die Probe als erwärmt. Nach Beendigung des Tests erfolgen eine visuelle Bonitur des Verderbgrades sowie die Bestimmung des pH-Wertes.

Im Beispiel in Abbildung 1 überschritt die unbehandelte Kontrolle nach 31 Stunden die Grenze von 2 K über Raumtemperatur, die mit Propionsäure behandelte TMR der Positivkontrolle wurde im Mittel nach 44 Stunden warm. Die Behandlung mit den Stabilisatoren verzögerte die Nacherwärmung signifikant um zwölf bis 15 Stunden.

Wenn die TMR über die Silagen bereits deutlich mit Hefen belastet ist, kann eventuell auch reine Propionsäure die Nacherwärmung nicht aufhalten. Eine solche Situation zeigte sich in einem Vorversuch zur Wahl der geeigneten Dosierung der Propionsäure für die Positivkontrolle (Abbildung 2). Die unbehandelte Kontrolle überschritt bereits nach knapp 19 Stunden die 2 K über Raumtemperatur, die höchste Dosierung von 4,5 l/t Propionsäure führte nur zu einer Verzögerung von drei Stunden. Die pH-Werte waren nach dem Test in allen Varianten deutlich erhöht (vorher 4,2, nachher 6,4 bis 7,7), was den Milchsäureabbau anzeigt. Die TMR-Proben waren sichtbar verdorben. Auf der Suche nach der Ursache zeigte sich, dass die verwendete TMR einen leicht erhöhten Besatz mit Hefen aufwies (1,6 Mio. KbE/g). Diese stammten mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Maissilage, die aufgrund von Futterknappheit zugekauft und umsiliert worden war. Inwieweit ein anderes Produkt zu einer Verbesserung hätte führen können, darüber kann nur spekuliert werden, es erscheint aber wenig wahrscheinlich.

Futteraufnahme, wenn’s warm wird?

Bei Wärme und ungünstigem Management leidet nicht nur die Futterqualität im Silo und auf dem Futtertisch. Die Kühe selbst sind in dieser Zeit durch die Temperaturen ebenfalls so belastet, dass sie weniger Futter aufnehmen. Die Reduzierung der Futteraufnahme im Zusammenhang mit Hitzestress wird unter anderem durch die Belastung des Immunsystems bedingt. In der Situation des Hitzestresses entsteht vermehrt oxidativer Stress, der physiologische Reaktionen ähnlich dem sogenannten Sickness Behaviour hervorruft. Dies beschreibt den Effekt ausgeschütteter Entzündungsfaktoren auf das Verhalten einer erkrankten Kuh. In vergleichbarer Weise wirkt sich hier auch der Hitzestress aus. Die Futteraufnahme sinkt, da diese Entzündungsfaktoren für Appetitlosigkeit sorgen. Das Immunsystem ist im Dauerlauf. Wird nun noch nacherwärmtes oder verdorbenes Futter aufgenommen, steigt die Belastung an und kann die Türen für zahlreiche Erkrankungen öffnen. Der Keimbelastung aus dem verdorbenen Futter kann nur wenig entgegengesetzt werden.

Fazit

Im Gegensatz zum Menschen benötigen Milchkühe nicht täglich eine warme Mahlzeit, im Gegenteil stellt warm gewordenes Futter sogar ein Gesundheitsrisiko für sie dar. Um die angemischte Ration bis zum vollständigen Verzehr kalt zu halten, sind zunächst mögliche Änderungen in Silomanagement und Fütterungsregime vorzunehmen. TMR-Stabilisatoren, die im Futtermischwagen homogen in der TMR verteilt werden, können das Warmwerden der Ration in vielen Fällen zumindest verzögern.

Düngermarkt bleibt unberechenbar

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Am Düngemittelmarkt ist die Ruhe wieder vorbei. Händler ziehen Angebote zurück, Lieferfristen werden unklar, und für einzelne Stickstoffdünger werden höhere Forderungen genannt. Die Frage lautet: Bilden diese Aufschläge bereits eine echte internationale Knappheit ab – oder reagieren Hersteller und Handel vor allem auf Unsicherheit und Hektik?

Ein Blick auf die internationalen Harnstoffnotierungen spricht bislang eher für die zweite Erklärung. Der vordere US-Golf-Kontrakt liegt Anfang der Woche bei etwa 370 US-$/US tn. Ende Juni lag der Kurs bei 360 US-$/US tn. Der Markt hat sich damit befestigt, von einem explosionsartigen Anstieg ist aber noch nicht zu sprechen. Granulierter Harnstoff FOB Naher Osten notiert mit rund 408,50 US-$/t ebenfalls nur wenig über dem Niveau von Anfang Juli. Fester zeigt sich die Importnotierung CFR Brasilien mit rund 437,50 US-$/t. Darin spiegeln sich neben dem Warenwert auch Frachtkosten und die saisonal hohe Importnachfrage wider. Beim ägyptischen Harnstoffkontrakt werden kaum Umsätze registriert, die angezeigten Werte sind daher nicht aussagekräftig. Insgesamt haben die internationalen Kurse schon angezogen, aber bislang nicht in einer Größenordnung, die jeden kräftigen Aufschlag im europäischen Handel erklärt.

Fundamental gibt es dennoch Gründe für höhere Risikoprämien. Der europäische Gaspreis ist zuletzt deutlich gestiegen. Da Erdgas den größten Kostenblock der Ammoniak- und Stickstoffproduktion bildet, verteuert sich die Wiederbeschaffung europäischer Produzenten. Gleichzeitig wissen Händler nicht, zu welchen Preisen sie heute verkaufte Mengen später ersetzen können. In solchen Phasen werden Offerten vorsorglich zurückgezogen oder nur mit kurzer Bindungsfrist gestellt. Das kann den Eindruck akuter Warenknappheit erzeugen, obwohl auf dem Weltmarkt grundsätzlich noch Ware vorhanden ist.

Höhere Getreidepreise

Zur Nervosität trägt auch die Nachfrageseite bei. Die Preise für Weizen, Mais und Raps haben zuletzt zugelegt. Damit verbessert sich rechnerisch das Verhältnis zwischen Erzeugerpreis und Düngerkosten. Betriebe, die ihren Einkauf aufgeschoben hatten, zeigen plötzlich wieder Interesse. Treffen diese Anfragen auf vorsichtig disponierte Händlerlager, kann der Markt schnell eng erscheinen. Die Knappheit wäre dann weniger Folge fehlender weltweiter Produktion, sondern eher die Folge von Zurückhaltung, Risikozuschlägen und gleichzeitig einsetzender Nachfrage – der Markt wird knappgeredet.

Der aktuelle Preisanstieg ist deshalb nicht völlig unbegründet, aber möglicherweise stärker von Erwartungen als von bereits eingetretener physischer Knappheit geprägt. Die internationalen Harnstoffkurse liefern ein gemischtes Bild: fester als Ende Juni, aber noch weit entfernt von einem neuen Preisschock. Auch der breiter gefasste internationale Harnstoffindikator lag Mitte Juli bei rund 420 US-$/t und damit zwar gut 13 % über dem Niveau eines Monats zuvor, aber noch unter dem Vorjahreswert.

Steigen Gaspreise und Weltmarktnotierungen weiter, wären höhere Forderungen nachvollziehbarer. Bleiben die internationalen Kurse dagegen auf dem jetzigen Niveau, dürfte sich zeigen, dass ein Teil der jüngsten Aufschläge vor allem der Hektik des Marktes geschuldet war. Der Markt handelt derzeit weniger eine gesicherte Knappheit als die Möglichkeit, dass sie noch entsteht.

Strukturschäden führen zu Ertragsausfällen

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Seit Jahren stagnierende oder sogar abnehmende Erträge zeigen an, dass der Ackerbau in Schleswig-Holstein vor großen Herausforderungen steht. Das sogenannte Yield-GAP, die Differenz zwischen genetisch möglichem Ertrag und tatsächlich in der landwirtschaftlichen Praxis realisiertem Ertragsniveau, prägt sich immer deutlicher in den wichtigen Ackerbaukulturen wie Winterweizen und Winterraps aus. Wesentliche Ursachen hierfür sind einerseits die Auswirkung des fortschreitenden Klimawandels (unter anderem Vorsommertrockenheit, Hitzeperioden und Starkregenereignisse), andererseits aber auch die sich ändernden agronomischen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang sind sicherlich die zunehmenden Beschränkungen des Betriebsmitteleinsatzes (unter anderem Pflanzenschutz- und Düngemittel) zu nennen. Von zentraler Bedeutung ist allerdings auch der aktuelle Bodenfruchtbarkeitszustand der Ackerstandorte in Schleswig-Holstein. Ziel der im Folgenden vorgestellten Untersuchungen ist es, zunächst einen Überblick über den physikalischen Bodenzustand, der die Struktureigenschaften analysiert, typischer Ackerstandorte in Schleswig-Holstein zu erhalten.

Die Bodenstruktur beschreibt die räumliche Anordnung der mineralischen und organischen Bodenbestandteile und damit indirekt die Ausgestaltung des Porensystems im Boden. Sie beeinflusst maßgeblich den Wasser-, Luft-, Wärme- und Nährstoffhaushalt des Bodens. Es wird das Wasserspeichervermögen, aber gleichzeitig auch die Infiltrationsleistung determiniert. Mit dem Wasserhaushalt direkt gekoppelt ist der Gas- und Wärmehaushalt, also die Sauerstoffverfügbarkeit und Erwärmbarkeit etwa im Frühjahr. Aber auch die Nährstoffverfügbarkeit und -speicherkapazität wird über die Erreichbarkeit der Austauscheroberflächen und damit durch die Bodenstruktur beeinflusst. Die Durchwurzelbarkeit und mechanische Belastbarkeit (Befahrbarkeit) sind weitere Eigenschaften, deren Ausprägung mit dem Gefügezustand des Bodens direkt in Verbindung steht. Bodenstruktur als wesentlicher Aspekt der Bodenfruchtbarkeit insgesamt ist somit für die Transformation (Umsetzung) und Effizienz (Ausnutzung) agronomischer Bewirtschaftungseingriffe und -entscheidungen (unter anderem Sortenwahl, Pflanzenschutz, Düngung) von höchster Relevanz (siehe Abbildung 1). Somit bleibt festzuhalten, dass nur bei optimaler Bodenstruktur eine hohe Ressourceneffizienz möglich ist.

Untersuchung von 45 Ackerstandorten

Im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Land Schleswig-Holstein geförderten Projektes wurden 45 repräsentative Ackerstandorte in Schleswig-Holstein hinsichtlich ihres Bodenstrukturzustandes untersucht. Die Probenahme beziehungsweise Gefügeansprache erfolgte hierbei in drei Tiefen. Tiefe 1: regelmäßig bearbeiteter Oberboden, Tiefe 2: Übergang zwischen bearbeitetem/unbearbeitetem Boden, Tiefe 3: unbearbeiteter Unterboden. Die Abbildung 2 fasst die Ergebnisse der Gefügeansprache mithilfe der international standartisierten VESS-Methode (Visual Estimation of Soil Structure) zusammen. Es wird deutlich, dass die leichteren Standorte (unter 8 % Ton) insgesamt einen guten Strukturzustand aufweisen, während die schwereren Standorte (mehr als 8 % Ton) besonders in den Tiefen 2 und 3 schlechtere Strukturen aufweisen können. Auffällig ist, dass auch auf den leichteren Standorten in der Tiefe 2 schlechte Strukturen anhand der optischen Beurteilung diagnostiziert wurden.

Schadverdichtungen an der Krumenbasis

In einem zweiten Schritt wurde die Funktionalität des Porensystems in den drei Beprobungstiefen untersucht. Hierfür wurden die Luftkapazität (LK), die dem Anteil weiter Grobporen im Boden entspricht, und die gesättigte Wasserleitfähigkeit (kf), die ein Maß für die Kontinuität des Porensystems darstellt, ermittelt. Für beide Parameter finden sich in der Literatur kritische Werte, die eine Untergrenze hinsichtlich der Funktionalität darstellen. Es ist also möglich, mithilfe dieser kritischen Werte den Strukturzustand von Böden in verschiedenen Tiefen zu beurteilen. Die Ergebnisse für die 45 Untersuchungsstandorte sind in Abbildung 3 für alle drei Beprobungstiefen zusammengefasst. Hierbei ist zu erkennen, dass eine große Anzahl der Proben sowohl hinsichtlich der Luftkapazität als auch der gesättigten Wasserleitfähigkeit oberhalb der jeweils kritischen Werte liegen (grüner Quadrant). Es ist aber auch zu erkennen, dass zahlreiche Proben im roten Quadranten liegen, in dem gleichzeitig für beide Parameter die kritischen Werte unterschritten werden. Proben, die in diesem Bereich lokalisiert sind, weisen massive Strukturschäden (Schadverdichtungen) auf. Hier kommt es vermehrt zu Stauwasserbildung und damit direkt verbunden zu anaeroben Verhältnissen, die unter anderem zu Denitrifikationsprozessen führen können.

Eine Untergliederung der Ergebnisse in die drei Untersuchungstiefen zeigt, dass sich auffallend viele Punkte der zweiten Beprobungstiefe in diesem roten Quadranten befinden. Insgesamt weisen 15 % der Ackerstandorte in dieser Übergangszone zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Boden Schadverdichtungen auf. Weitere 20 % der Ackerstandorte weisen erste Anzeichen von Strukturschäden auf, das heißt die Messwerte für zunächst einen der Untersuchungsparameter liegen unterhalb des jeweils kritischen Wertes. Die Ergebnisse werden durch weitere Untersuchungsparameter bestätigt: Eine Gegenüberstellung der Wasserleitfähigkeit in vertikaler und horizontaler Richtung zeigt gerade für die zweite Untersuchungstiefe eine signifikant höhere Leitfähigkeit in horizontaler Richtung an, wie es für typische Pflugsohlenverdichtungen in der Literatur beschrieben ist.

Ober- und Unterboden müssen verbunden sein

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass auf zahlreichen Ackerstandorten Strukturschäden vorliegen. Aufgrund von sogenannten Pflugsohlen oder Krumenbasisverdichtungen sind Ober- und Unterboden hier funktional voneinander getrennt. Im Hinblick auf künftige Anpassungsstrategien an die Auswirkungen des Klimawandels ist es allerdings von hoher Bedeutung, dass die Ressourcen des Unterbodens durch den Kulturpflanzenbestand genutzt werden können, das heißt Ober- und Unterboden funktional miteinander verbunden sind. Nur so können die notwendige Resilienz (Kompensations- und Anpassungsfähigkeit) der Ackerbausysteme und eine nachhaltige Ertragssicherheit erreicht werden.

Strukturfördernde Bewirtschaftung

Um langfristig eine funktionale Bodenstruktur zu entwickeln beziehungsweise zu erhalten, die Ober- und Unterboden miteinander verbindet, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich, die je nach Ausgangstrukturzustand und Standort unterschiedlich zu gewichten sind. Grundsätzlich sind reduzierte Bodenbearbeitungssysteme bis hin zur Direktsaat, die längere oder sogar kontinuierliche Phasen der Bodenruhe umfassen, geeignet, um bodeninterne Strukturierungsprozesse (unter anderem Quellung und Schrumpfung, biologische Aktivität) zu fördern und zu konservieren. Begleitet werden sollten diese Bearbeitungsmaßnahmen allerdings durch Anpassungen des gesamten Bewirtschaftungssystems. Hier sind Überprüfungen und Veränderungen der Fruchtfolge (unter anderem kontinuierlicher Bewuchs durch Zwischenfrüchte, Wechsel Sommerung und Winterung), der Düngung (unter anderem organische Düngung), eine Optimierung des pH-Wertes und die Instandsetzung beziehungsweise Pflege des Drainagesystems notwendig. Eigene Untersuchungen dieser oft unter dem Begriff des regenerativen Ackerbaus zusammengefassten Maßnahmen auf dem Versuchsstandort Lindenhof der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel zeigen bereits nach wenigen Jahren eine deutliche Erhöhung der biologischen Aktivität und damit bodeninterner Strukturierungsprozesse (siehe BB 22/2026, S. 40 bis 41).

Fazit

Zahlreiche ­Ackerstandorte in Schleswig-Holstein weisen bereits Schadverdichtungen oder erste Anzeichen von Strukturschäden besonders in der Übergangszone zwischen bearbeitetem Oberboden und unbearbeitetem Unterboden auf. Die hierdurch bedingte funktionale Trennung von Ober- und Unterboden führt zu einer zunehmend unzureichenden Nutzung vorhandener Standortressourcen und applizierter Bewirtschaftungsmaßnahmen. Stagnierende beziehungsweise abnehmende Erträge wichtiger Ackerkulturen in der jüngsten Vergangenheit sind das Ergebnis dieser Entwicklung. Zukünftig ist es also wichtig, dass Bewirtschaftungssysteme etabliert werden, die dazu führen, dass Ober- und Unterboden eine funktionale Struktureinheit bilden. Hierzu ist es notwendig, dass das Gesamtsystem analysiert wird und so einzelne Bewirtschaftungssysteme entsprechend den jeweiligen Standorteigenschaften aufeinander abgestimmt werden.

Kontrolliert ans Limit

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Um das Zusammenspiel von Mensch und Fahrzeug besser kennenzulernen und die Fahrkünste zu verfeinern, absolvierte eine kleine Gruppe motivierter Autofahrerinnen und Autofahrer auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz in Boksee ein Fahrsicherheits-Intensivtraining.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass es dabei nicht nur um spektakuläre Fahrmanöver ging, sondern vor allem um grundlegende Fragen der Verkehrssicherheit: Wie alt sind die Reifen, wann wurde der Reifendruck zuletzt kontrolliert, und in welchen Situationen im Straßenverkehr kommt Unsicherheit oder Überforderung auf?

In einer kompakten Theorieeinheit wurden diese Aspekte aufgegriffen, eingeordnet und die oftmals unterschätzte Bedeutung für die tägliche Praxis auf der Straße betont. Auf dem Platz startete die Gruppe zunächst mit einer Slalom-Einheit, die eindrucksvoll zeigte, wie stark sich Geschwindigkeit auf die Fahrzeugbeherrschung auswirkt. Was sich bei 30 km/h noch recht entspannt fahren ließ, wurde bei 50 km/h bereits zu einer anspruchsvollen Aufgabe – insbesondere wenn parallel Kopfrechenaufgaben zu lösen oder die Nebelschlussleuchte zu bedienen war, um typische Ablenkungen im Straßenverkehr zu simulieren. In diesem Zusammenhang legte der Trainer großen Wert auf die korrekte Lenkradhaltung. Entscheidend sei, dass der Airbag-Bereich frei bleibe, damit das Sicherheitssystem im Ernstfall ungehindert eingreifen könne.

Der Kurs brachte die Fahrzeuge an physikalische Grenzen. Foto: Emil Pfeffer

Die nächste Übung konzentrierte sich auf die Gefahrenbremsung. Zunächst wurden die Sitze korrekt eingestellt, um auch in kritischen Situationen die Sicherheit des Fahrers zu gewährleisten. Besonders anschaulich war anschließend der direkte Vergleich der Bremswege bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, der den Teilnehmenden eindrücklich vor Augen führte, wie rasant die Bremsstrecke mit zunehmender Geschwindigkeit ansteigt. Zugleich zeigte sich, dass Ganzjahresreifen beim Bremsweg gegenüber Sommerreifen unter den auf dem Platz herrschenden Bedingungen klare Vorteile besaßen.

Im weiteren Verlauf wechselte die Gruppe auf einen speziell beschichteten Teil der Anlage, dessen Asphalt in seiner Beschaffenheit Glatteis nachempfunden ist. Dort wurde zunächst festgestellt, wie groß die Unterschiede der Bremswege im Vergleich zu regulärem Asphalt bei identischer Geschwindigkeit tatsächlich waren. Die Ergebnisse verdeutlichten, wie trügerisch vermeintlich geringe Geschwindigkeiten bei winterlichen Straßenverhältnissen sein können. Ergänzend wurde das Bremsen mit der Handbremse trainiert, um das Verhalten des Fahrzeugs in solchen Extremsituationen besser einschätzen zu können und eine sichere Reaktion zu trainieren. Mithilfe programmierbarer Wasserstrahlen und plötzlich hochklappender Hindernisse wurden anschließend auf beiden Belägen, regulärem Asphalt und „Glatteis“-Beschichtung, unerwartete Situationen wie etwa ein Wildwechsel simuliert. Die Teilnehmenden mussten innerhalb von Sekundenbruchteilen bremsen oder ausweichen, ohne dabei die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Eine besondere Platte im Boden konnte dem Auto zudem einen seitlichen Stoß versetzen, sodass das gezielte Gegenlenken beim Ausbrechen des Fahrzeugs geübt werden konnte. Diese kontrollierte Überraschung sollte die Teilnehmenden auf Szenarien vorbereiten, in denen ein Fahrzeug dem Fahrenden nicht mehr gehorcht, etwa auf nasser oder verschmutzter Fahrbahn. Ein weiterer Übungsabschnitt war einer Fahrbahn mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten auf den beiden Spuren gewidmet, wie sie etwa bei Laubansammlungen, Schneematsch oder Fahrbahnverschmutzungen auftreten können. Die Teilnehmenden erfuhren, wie sich das Fahrzeug unter solchen Bedingungen verhält und welche Arbeit moderne Assistenzsysteme, etwa ABS und ESP, im Hintergrund leisten, wenn eine Gefahrenbremsung eingeleitet wird.

Die Fahrerinnen und Fahrer stehen an ihren Autos bereit. Foto: Emil Pfeffer
Fahrzeuge auf nassem Untergrund zu manövrieren, birgt völlig andere Vorraussetzungen und Gefahren. Foto: Emil Pfeffer
Auf nassem Untergrund und von Wasserfontänen umzingelt, drehten die Teilnehmenden ihre Runden über den Platz. Foto: Emil Pfeffer
Die Fahrzeuge der Teilnehmer stehen aufgereiht auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz in Boksee. Foto: Emil Pfeffer


Teil des Trainings: auf nasser Straße die Kontrolle behalten. Foto: Emil Pfeffer

Zum Abschluss rückte das Thema Kurvenfahrt in den Vordergrund. Auf einer Fahrbahn, die einer Acht mit unterschiedlichen Kurvenradien nachempfunden war, sollten die Teilnehmenden die Geschwindigkeit schrittweise erhöhen, bis spürbar wurde, wann das Fahrzeug an seine physikalischen Grenzen stößt und der Fahrer aktiv eingreifen muss. Dies sollte als praxisnahe Simulation typischer Situationen wie eines zu schnellen Abfahrens von einer Autobahn oder unterschätzter Kurven auf Landstraßen dienen.

In der letzten Übung wurde eine Kurve mit glattem Asphalt befahren, um die Teilnehmenden erleben zu lassen, an welchem Punkt das Auto wegrutscht und wie man dabei die Kontrolle behalten kann. Insgesamt war das Training auf der ADAC-Fahrsicherheitsanlage sehr gelungen. Die Teilnehmenden konnten ihre eigenen Fahrfertigkeiten erweitern, zugleich wichtige Kenntnisse über Fahrphysik und moderne Sicherheitstechnik vertiefen und nicht zuletzt das Vertrauen in das eigene Fahrzeug stärken.

Die Landwirtschaft hält die Hallig zusammen

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Wer auf der Honkenswarf (auf Langeneß lässt man das „t“ von „Warft“ weg, um die plattdeutsche Ausdrucksweise zu pflegen) wirtschaftet, betreibt keine Landwirtschaft im klassischen Sinne. Es ist ein Kampf mit den Elementen, ein Ringen um Futtergrundlagen und ein Spagat zwischen Landschaftspflege und Naturschutzvorgaben. Auf der Hallig Langeneß führen Vater Honke, Mutter Britta und ihre Söhne Nils und Tade Johannsen einen Familienbetrieb unter Außendeichbedingungen.

Die extremen Standortbedingungen ernähren keine Hochleistungsrasse. In den 1970er Jahren hielt der Betrieb noch Schwarzbunte, schwenkte in den 1980ern auf Rotbunte um und begann 1996 mit der Kreuzung hin zum Fleckvieh. Johannsens verzichten bis auf den Zuchtbullen auf Zukäufe.

Der Grund liegt in der Futterakzeptanz: Zugekaufte Rinder fressen das salzhaltige Gras nur mit spitzen Zähnen. Die Honkenswarf remontiert daher aus der eigenen Nachzucht. Selektiert wird auf genetische Hornlosigkeit. Dies dient sowohl dem Arbeitsschutz als auch der Sicherheit der Feriengäste.

Gemolken wird nur ein halbes Jahr lang – von Ostern bis Oktober. Im Winter stellt der Betrieb die Milchproduktion komplett ein, da in den tourismusfreien Monaten kein Absatzmarkt für Frischprodukte existiert.

Die Leistung der sieben Milchkühe liegt bei 2.500 bis 3.000 l pro Kuh. Es handelt sich um klassische Doppelnutzung. Die Wertschöpfung erfolgt über eine handwerkliche Veredelung auf dem Hof. Jeden Abend und Morgen fallen 60 l Rohmilch an. Diese wird umgehend separiert. Die Magermilch wird noch kuhwarm an die Kälber verfüttert.

Internationale Anerkennung

Der Sahneertrag wird gekühlt, angesäuert und nach zwei bis drei Tagen Reifezeit in Handarbeit zur „weltweit einzigen“ Halligbutter verarbeitet, wie Britta Johannsen mit einem Augenzwinkern betont. 2025 wurde der Betrieb vom Restaurantführer „Gault & Millau“ für die aromatische, sattgelbe Butter zum Produzenten des Jahres gekürt, eine Anerkennung auf hohem Niveau – und ein Geheimtipp.

Der Verkauf erfolgt überwiegend über die eigene Ladentheke an Feriengäste und Tagesausflügler. Ein Versand findet nur in den kühlen Monaten ab September statt, um Qualitätsverluste auszuschließen.

Die Versorgung mit Trinkwasser war historisch das Nadelöhr der Halliglandwirtschaft. Das Grundwasser ist auf Langeneß seit jeher unbrauchbar, da versalzen. Frühere Generationen mussten Regenwasser in Fethingen – künstlich angelegten Süßwasserteichen – und Zisternen auffangen. Der Durchbruch gelang 1964 mit dem Bau einer Wasserleitung, die vom Festland über die Nachbarhallig Oland bis nach Langeneß verlegt wurde.

Auslöser war die schwere Sturmflut von 1962, als die Süßwasservorräte der Halligen komplett versalzten und Trinkwasser mühsam per Schiff überbracht werden musste. Heute wird die Honkenswarf über eine Stichleitung aus einem unterirdischen Speicherbehälter auf der Nachbarwarft versorgt. Dieser füllt sich in den Nachtstunden auf und sichert die Versorgung von Mensch und Vieh auf der Hallig.

Da die Landwirtschaft unter diesen Bedingungen kein existenzsicherndes Einkommen mehr bieten kann, arbeitet Honke zwei Tage die Woche beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), „damit irgendjemand meine Sozialversicherung übernimmt“. Er hat auch zwei Bagger zu laufen und fährt die Halligkutsche. Seit Langem hat der Betrieb den Tourismus als Standbein etabliert. Die Familie vermietet Ferienwohnungen an Selbstversorger.

Da es auf Langeneß keinen Lebensmittelhändler gibt, organisiert Britta die Versorgung: Sie nimmt die zweimal wöchentlich eintreffenden Online-Bestellungen vom Edeka-Festlandsdienst entgegen, lagert sie in hofeigenen Kühlräumen, damit ihre Urlauber auch bei einer autofreien Anreise eine voll bestückte Küche vorfinden. Über die Förderung eines Markttreffs auf der Warf Treuberg durch das Land freuen Johannsens sich deshalb sehr. Die alte Warf wurde durch eine größere und vor allem höhere ersetzt. Neben dem Laden sollen ein Gesundheitszentrum, Wohnungen und ein Bauhof entstehen.

Tägliche Gezeitenplanung

Ist das Beschaffen von Betriebsmitteln, Ersatzteilen oder Baumaterial auf dem Festland eine Sache von Minuten, erfordert auf der Honkenswarf all dies eine strategische Planung. Der Arbeitsrhythmus wird von Gezeitenkalender, Fahrplan der Fähre und den Arbeitszeiten des LKN diktiert. Denn die Lorenbahn des LKN bringt über den Schienenstrang durch das Watt eine Unabhängigkeit vom Fährschiff, doch die private Nutzung richtet sich streng nach den Dienstzeiten des Landesbetriebs.

Unter optimalen Bedingungen dauert die Fahrt zum Festland und weiter zum Baumarkt nach Niebüll etwa eine Stunde. Doch der logistische Aufwand ist immens. Auf dem Festland steht ein betriebseigenes Fahrzeug bereit; jede Schraube, jeder Sack Zement muss vom Auto in die Lore und wieder ins Auto gewuchtet werden. „Auch jede Fährfahrt beginnt mit einer langen Erledigungsliste“, erklärt Honke. Erhöht die Fährgesellschaft die Frachtpreise, steigen die Kosten für Güter und Futtermittel.

15 Mal im Jahr Land unter

Auch das Phänomen „Land unter“ ist für Familie Johannsen Alltag. Zwischen 12 und 15 Mal pro Jahr bricht die Nordsee über das Grünland herein. Die Bewältigung dieser Überflutungen teilt das Wirtschaftsjahr in zwei Phasen: Ab Anfang November herrscht eine gewisse Routine. Die Maschinen stehen winterfest im Schuppen oder auf dem Festland, die Tiere im schützenden Stall. In dieser Zeit kann das Hochwasser die Familie kaum überraschen.

Arbeitswirtschaftlich schwierig sind Überflutungen im Sommer. Dann befinden sich die Erntemaschinen im Einsatz, die Rinder grasen auf den Salzwiesen. „Ein schwerer Sturm im Sommer bedeutet drei Tage harte Arbeit unter extremen Bedingungen“, berichtet der Landwirt. Die Tiere müssen auf die Warft getrieben, Traktoren und Geräte in Sicherheit gebracht werden. Das Heu kann wegtreiben, und die Flächen sind für zwei Wochen nicht befahrbar.

Die Flächen der Honkenswarf liegen mitten im Naturschutzgebiet und grenzen an den Nationalpark Wattenmeer. Damit unterliegt der Betrieb strengen Umweltauflagen. Seit 1986 regelt das Halligprogramm die Bewirtschaftung und die Ausgleichszahlungen.

Doch was bis in die 1990er Jahre hinein noch im partnerschaftlichen Dialog entwickelt wurde, hat sich laut Honke zu einem vordiktierten Verordnungsgerüst entwickelt. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Einsatz von Mineraldünger verboten.

Zudem verbietet das Regelwerk jegliche Bodenverbesserung durch Nachkalken. Weil die Nährstoffabfuhr nicht ausgeglichen wird, degeneriert die Grasnarbe. Minderwertige, vom Vieh verschmähte Pflanzenarten wie Zahntrost und Melde breiten sich aus und verdrängen die robusten Salzwiesengräser.

Verheerende Gänseschäden

Gleichzeitig explodierten die Populationzahlen der Nonnen-, Ringel- und Graugänse. Zwischen 25.000 und 40.000 Vögel rasten alljährlich auf Langeneß und fressen das junge Grünland im Frühjahr kahl. Die Folgen sind verheerend: Johannsens ernten einen Grasschnitt pro Jahr. Ein zweiter Schnitt oder eine nennenswerte Weidenutzung sind unmöglich.

Konnte Honkes Vater den Futterbedarf seiner Tiere früher mit 30 bis 50 ha Eigenland decken, müssen Nils, Tade und ihr Vater heute 60 bis 70 ha Fläche abernten, um ausreichend Grundfutter für die 50 im Winter verbleibenden Rinder zu bergen. Der Ertrag ist auf ein historisches Tief von drei Rundballen pro Hektar geschrumpft.

Die vom Land gezahlte Gänseprämie deckt diesen Verlust bei Weitem nicht ab. Ohne die solidarische Hilfe von Nachbarn und Berufskollegen, die den Johannsens pachtfrei Flächen zur Nutzung überlassen, wäre eine Betriebsaufgabe unausweichlich. Der Landwirt stellt klar: „Wären auf Langeneß noch mehr Landwirte aktiv, müsste man aus purem Futtermangel darum losen, wer seine Tiere behalten darf.“

Der Meeresspiegelanstieg ist für die Familie kein Fremdwort. Zwar registriert Honke keine höhere Anzahl an „Land unter“-Ereignissen, wohl aber einen Anstieg des Normalhochwassers. Einen deutlichen Beleg liefert der Lorendamm. Britta berichtet: „Lagen die Schienen früher bei einer Bauhöhe von 50 cm tideunabhängig trocken, wird dies heute erst durch die bauliche Erhöhung auf 1,50 m garantiert.“

Die letzte Verstärkung auf der Honkenswarf wurde 1996 durchgeführt. Nils und Tade wollen den Betrieb fortführen, fordern dafür aber bauliche Sicherheit. Die Familie hat einen Antrag auf eine erneute Warfverstärkung beim Land eingereicht. „Wird der Ringwall nicht verstärkt, drückt uns das Wasser in den kommenden Jahrzehnten in die Wohnräume“, warnt Honke. In den Flutjahren 1962 und 1976 und 1980 stand das Wasser 60 cm hoch im alten Friesenhaus von1875. „Ein Leben und Wirtschaften ist ab dem Moment unerträglich, wo man im Winter im Haus nicht mehr sicher ist und im Sommer um seine Futterflächen bangen muss.“

Küstenschutz-Dienstleister

Die Familie auf der Honkenswarf versteht sich nicht als Subventionsempfänger, sondern als Dienstleister für den Küstenschutz. Die Trittverdichtung durch die Rinderklauen sorgt dafür, dass die unbedeichten Flächen bei Sturmfluten nicht vom Meer weggespült werden. Die Landwirtschaft hält die Hallig buchstäblich zusammen.

Aus diesem Grund haben Johannsens klare Forderungen: Starre Stichtage wie beim Halligprogramm müssten durch eine praxisnahe Flexibilität ersetzt werden. Mache ein extrem nasser März das Befahren der Flächen vor dem 1. April unmöglich, müsse die Gülleausbringung unbürokratisch um 14 Tage verlängert werden können. Um dem Ertragsverfall des Grundfutters entgegenzuwirken, fordern sie die Möglichkeit der Aufkalkung. Anträge auf Warfverstärkungen sind die Lebensversicherung für Nils und Tade.

Der Idealismus der Familie ist groß, der Zusammenhalt eng, und die Junglandwirte steht bereit, das Erbe im Wattenmeer fortzuführen. Doch die Politik muss die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Bewirtschaftung nicht in einer Betriebsaufgabe endet.

Tade Johannsen hält die Betriebslore instand.
Honke (li.) und Nils Johannsen mit dem Grasertrag des ersten und einzigen Schnitts
Britta Johannsen mit der preisgekrönten Halligbutter

Schweinehaltung – nichts für Feiglinge

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Spanien ächzt unter dem niedrigen Schweinepreis. China baut Bestände ab. Die USA feiern dagegen Produktionsrekorde, Brasilien ebenso. Und wie sieht es in Deutschland aus? Die wirtschaftliche Lage ist dramatisch, doch es bleibt verdächtig ruhig im Stall. Einer Umfrage von „Top Agrar“ zufolge halten Schweinehalter wenig von Demonstrationen – es wäre auch die Frage: gegen wen? Die Preisbildung passt nicht mehr zu den Kostenstrukturen. Eine Angebotssteuerung wie im Geflügelsektor sehen viele Schweinehalter dennoch kritisch.

Währenddessen strickt die Regierung am staatlichen Tierhaltungskennzeichen. Als gäbe es keine drängenderen Probleme, als ein funktionierendes System der Wirtschaft zu ersetzen. Gleichzeitig droht Gefahr vom Handel: Weil der Absatz von Fleisch aus höheren Haltungsstufen stockt, kassiert der Handel teils seine ambitionierten Tierwohlziele ein. Umsatzstarke Aktionsware stammt nach wie vor fast ausschließlich aus Haltungsstufe 1. Gibt es denn gar keine Hoffnung? Dänemark strebt die Selbstversorgung an, die Niederlande haben ein Stickstoffproblem, im Osten grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP). Wir sehen in der Tendenz sinkende Bestände bei unseren Nachbarn – und damit weniger Schlachtungen und Ferkelimporte. Dass Tönnies seine Pläne für einen Schlachtstandort im spanischen Aragon nie umgesetzt hat, spricht Bände.

Während Experten für die EU mit einem weiter schrumpfenden Markt rechnen, soll die Nachfrage besonders in Afrika und Zentralamerika weitersteigen. Werden deutsche Lieferanten diese Nachfrage bedienen? Bei den Kostenstrukturen wohl eher nicht, zumal Haltungsform und Herkunft auf dem Weltmarkt keine Argumente sind. Dann schon eher der CO2-Fußabdruck – und auch das vor allem in der EU.

Die Vorlage einer Tierwohlstrategie und eines Proteinplans durch die EU-Kommission könnten Licht am Ende des Tunnels bedeuten, wenn der Tunnel nur nicht so lang wäre! Die Kommission sucht die Trendwende bis zum Jahr 2040. Dass sie aus dem Topf der Gemeinsamen Agrarpolitik finanziert werden soll, macht einen Erfolg nicht wahrscheinlicher. Zudem werden die Fristen der deutschen Tierschutznutztierhaltungsverordnung spätestens 2036 eine staatlich verordnete Marktbereinigung der Sauenbetriebe forcieren.

Was bleibt? Das Angebot muss zur Nachfrage passen, der Preis zur Kostenstruktur. Nischen sind zu nutzen. Der Hinweis des westfälischen Bauernverbandspräsidenten Hubertus Beringmeier, die Entwicklung auf den Märkten gefährde die heimische Ernährungssicherheit, ist richtig – aber politisch wenig wirksam. Besser wäre es, die Fristen für die Sauenhalter zu verschieben und eine Regelung zu finden, wie man Tierhalter mit bereits umgebauten Ställen dann nicht nachträglich abstraft. Und auch wenn es schwerfällt, muss das Thema Integration auf den Tisch.

Der Strukturwandel geht indes weiter: Im Zehnjahresvergleich ist der Schweinebestand in Deutschland um mehr als 22 % geschrumpft. Trotzdem gibt es Betriebe, die investieren. Auch das Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung verzeichnete mit 635 Investitionsanträgen überraschend viel Zuspruch – gerade aus der Sauenhaltung. Hier braucht es weiter eine solide Förderung. Es bleibt trotzdem sauschwer. Die deutsche Schweinehaltung ist nichts für Feiglinge.


Sind Eier nun knapp oder nicht?

In den vergangenen Wochen ist immer wieder von Versorgungsengpässen bei einzelnen Eierkategorien und teilweise sogar von Rationierungen im Lebensmitteleinzelhandel zu lesen. Zuletzt berichtete unter anderem die „Bild“-Zeitung über Rationierungen bestimmter regionaler Kategorien beim Discounter Netto.

Fakt ist, dass es in den vergangenen Monaten immer wieder Lieferengpässe gab, besonders bei zertifizierten KAT-Eiern sowie Freiland- und Bioeiern. Dies ist eine unmittelbare Folge der Aviären Influenza (Vogelgrippe), der europaweit viele Legehennenbestände zum Opfer fielen. Sie konnten auch nicht gleich wieder neu aufgestallt werden, da die Verfügbarkeit von Junghennen aus dem gleichen Grund ebenfalls eingeschränkt war.

Parallel dazu traten in den vergangenen Wochen und Monaten in der Nähe von Berlin (ein Fall) und in Polen einige Fälle der vogelgrippeähnlichen Newcastle-Krankheit auf. Dies hat die Lage zusätzlich angespannt. Da sich aktuell aber die Nachfrage nach Eiern im saisonbedingten Nachfragetief befindet, entschärfte sich die Situation in den letzten zwei Wochen wieder. Jetzt dürfte in den Supermärkten wieder ausreichend Ware aller Kategorien zur Verfügung stehen. Entsprechend befinden sich die Spotmarktpreise aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau, wie es im vergangenen Jahr knappheitsbedingt nicht zu verzeichnen war, wohl aber in den Jahren davor. Die Preise auf dem Spotmarkt werden derzeit allerdings auch zusätzlich durch ein erhebliches Angebot an Käfighaltungsware aus Osteuropa unter Druck gesetzt. Diese Eier landen dann hauptsächlich in der verarbeitenden Industrie. Bei einem Wiederanstieg der Nachfrage nach dem Sommerloch werden qualitativ hochwertige Kategorien also wieder gesucht und eventuell knapp werden, während bei Verarbeitungsware ein gewisser Mengendruck aus Osteuropa bleiben wird.

Turnierdurchführung bei sommerlicher Hitze

Während die Turniersaison läuft, hat der Norden schon zwei Hitzewellen zu verzeichnen, sowie mit 39,1 °C in Grambek, Kreis Herzogtum Lauenburg, die höchste je gemessene Temperatur in Schleswig-Holstein. Nach Schätzungen von Meteorologen könnte noch in diesem Jahr die Grenze von 40 °C geknackt werden. Die hohen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Pferde – vor allem beim Sport.

Mit einem verantwortungsvollen Umgang, angepassten Abläufen, geeigneter Infrastruktur und modernen Kühlmöglichkeiten lassen sich hohe Temperaturen für Pferde und Menschen deutlich besser bewältigen. Das ist wichtig für die Turnierplanung. „Der Schutz der Pferde hat für alle Beteiligten oberste Priorität“, betont Dr. Henrike Lagershausen, Leitung Veterinärmedizin und Tierschutz bei Pferdesport Deutschland. „Gleichzeitig ist es wichtig, die tatsächlichen Auswirkungen von Hitze auf Pferde fachlich einzuordnen.“

Pferde verfügen über ausgeprägte Mechanismen zur Wärmeabgabe während körperlicher Belastung. Hierzu zählen insbesondere eine hohe Schweißproduktion sowie eine verstärkte Hautdurchblutung, die den Abtransport von Wärme unterstützen. Bei intensiver Muskelarbeit können Pferde vorübergehend Körperkerntemperaturen von mehr als 40 °C erreichen und dabei weiterhin leistungsfähig sein.

Maßnahmen aus Sicht des Tierschutzes sind insbesondere dann angezeigt, wenn Ausdauerleistungen gefordert werden und gleichzeitig eine hohe Luftfeuchtigkeit das Schwitzen als wichtigsten Kühlmechanismus des Pferdes deutlich beeinträchtigt. Bei vielen abgesagten Veranstaltungen spielen jedoch nicht allein Aspekte des Pferdewohls eine Rolle. Ebenso müssen die Belastungen für Reiterinnen und Reiter, Helfer, Offizielle, Ehrenamtliche und Zuschauer berücksichtigt werden.

Zu den geeigneten Maßnahmen gehören unter anderem die Verlegung von Prüfungen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden und die Nutzung schattiger Bereiche für Prüfungs- und Vorbereitungsplätze, soweit die örtlichen Gegebenheiten dies zulassen. Auf Siegerehrungen kann verzichtet werden oder die Teilnahme ist freiwillig. Unter Umständen lassen sich Prüfungsanforderungen reduzieren, beispielsweise durch die minimale Anzahl geforderter Hindernisse oder die Verkürzung von Geländestrecken innerhalb der zulässigen Regularien. Standzeiten auf Pferdetransportern und Anhängern sollten vermieden werden.

Wichtig ist eine umfassende Wasserversorgung, etwa durch Wasserschläuche zum Tränken und Abspritzen der Pferde. Vorbereitungsplätze können beispielsweise durch Sprinkleranlagen leicht berieselt werden. Bei der schnellen und effektiven Abkühlung nach der Belastung helfen Cool-down-Zonen mit Ventilatoren und Wasser.

Lagershausen appelliert an Veranstalter, Richter, Offizielle, Teilnehmer und Pferdebesitzer, die Wetterentwicklung aufmerksam zu verfolgen und situationsgerecht zu handeln. Entscheidend sei eine verantwortungsvolle Einschätzung der jeweiligen Situation und die Bereitschaft, Abläufe flexibel anzupassen. Sie sagt: „Wo Belastungen reduziert, Kühlmöglichkeiten geschaffen und die Bedürfnisse von Pferden und Menschen gleichermaßen berücksichtigt werden, können Veranstaltungen auch bei sommerlichen Temperaturen sicher durchgeführt werden.“ Pferdesport Deutschland

Sommer-Phlox bevorzugt feuchten Halbschatten

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Der Hohe Sommer-Phlox bietet mit verschiedenen Wuchshöhen und unterschiedlichen Blütezeiten viel Gestaltungspotenzial. Der facettenreiche Flor in tollen Farben begeistert entweder Ton in Ton oder kontrastreich kombiniert. Und für eher trockenere und sandigere Standorte lohnt sich ein Experiment mit den alten Sorten des Züchters Karl Foerster.

Der Sommer-Phlox (Phlox paniculata), manchmal auch als Stauden-Phlox bezeichnet, führt sich leider manchmal wie eine Diva auf. Bei schwankender Wasserversorgung, Nährstoffmangel oder auch einem nicht ganz optimalen Standort kann die Staude schon einmal in Stress geraten. Das äußert sich in einer höheren Anfälligkeit für typische Phlox-Krankheiten wie Mehltau oder in einem Befall mit Älchen. Diese saugen an den Blättern, die dann verkümmern. Da der Sommer-Phlox aus den Auwaldgebieten Nordamerikas stammt, bevorzugt er einen feuchten Halbschatten. Im Garten gibt man der Staude daher am besten einen absonnigen bis lichtschattigen, eher kühlen Standort mit lehmigem, humosem und nährstoffreichem Boden.

Die Blüten von ‚Peppermint Twist‘ erinnern farblich an Zuckerstangen. Foto: Karin Stern
‚Weiße Wolke‘ zeigt reinweiße ­Blüten. Foto: Karin Stern
Sommer-Phlox ‚Eva Cullum‘ bildet rosafarbene Blüten mit rotem Auge. Foto: Karin Stern


Die Sorte ‚Kirmesländer‘ wurde von Karl Foerster gezüchtet. Foto: Karin Stern

Erfahrungsgemäß sind die alten Sorten des Züchters Karl Foerster besser an trockenere und sandigere Böden angepasst. Sie vertragen auch ein paar Sonnenstrahlen mehr. ‚Düsterlohe‘ passt als eine der dunkelsten violetten Sorten schön zu gelben Blüten wie denen der Kandelaber-Königskerze (Verbascum olympicum). Die lachsrosafarbenen Blüten mit dem weißen Auge von ‚Eva Foerster‘ machen sich gut zu Funkien (Hosta) und Hortensien (Hydrangea). Ausgesprochen attraktiv wirken auch verschiedene Sorten nebeneinander, beispielsweise die Kombination aus ‚Kirmesländer‘ und ‚Rosa Pastell‘.

Doch auch am optimalen Standort bleibt Sommer-Phlox ein wenig wankelmütig. Die Blüte fällt je nach saisonaler Witterung von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Wer gut mit solchen Überraschungen leben kann, wird am Sommer-Phlox seine Freude haben. Der Blühtermin streckt sich je nach Sorte von Ende Juni (‚Chione‘) bis Ende September (‚Herbstwalzer‘). Die Farben der opulenten, bis 120 cm hohen Blütenkuppeln umfassen eine Palette von reinem Weiß über Rosa und Lila bis hin zu Orange und Rot. Sogar Blautöne (wenn auch nicht ganz rein) sind mit Sorten wie ‚Blue Paradise‘ und ‚Donau‘ zu bekommen, doch ist diese Blütenfarbe nur selten zu sehen. Sie entwickelt morgens und abends die größte Leuchtkraft. Zudem bietet Sommer-Phlox weitere Vorteile, denn er ist sicher winterhart und langlebig. Lediglich alle fünf bis sieben Jahre sollte im Frühjahr oder Herbst eine Teilung vorgenommen werden. Nur die vitalen Randstücke werden erneut eingepflanzt.

Die hohen Sorten des Sommer-Phloxes eignen sich gut zur Gestaltung des Hintergrundes. Foto: Karin Stern
Große Flächen lassen sich mit Hohem Sommer-Phlox und Wasserdost pflegeleicht gestalten. Foto: Karin Stern


Gartengestalter verwenden Sommer-Phlox gern im Beethintergrund. Hier wirkt er fantastisch neben kerzenartig blühenden Stauden wie Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum) oder Ziergräsern wie Reitgras (Calamagrostis). Die etwas kahlen Füße des Sommer-Phloxes lassen sich prima mit Storchschnabel (Geranium) kaschieren. Im Bauerngarten macht er ebenfalls eine gute Figur. Seine großen Blüten unterstreichen die hier vorherrschende Üppigkeit. Auch als Zaungucker gefällt er zusammen mit farblich abgestimmten Stockrosen. Für Präriepflanzungen empfiehlt sich besonders die Sorte ‚Bright Eyes‘. Sie gilt als sehr anpassungsfähig und steckt auch regenarme Sommer gut weg. Die Blüte zeigt sich von Juli bis in den September hinein und verströmt einen zarten Duft.

Die weißblühenden Sorten haben eine aufhellende Wirkung. Foto: Karin Stern

Bei der Wahl der Pflanzpartner bieten sich vor allem Stauden an, die ein ähnliches Farbspektrum wie die gewählte Sorte aufweisen. Zur Auswahl stehen hier das zarte Schleierkraut ‚Rosenschleier‘ (Gypsophila paniculata), Storchschnabel (Geranium grandiflorum), Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea) oder die Karpaten-Glockenblume (Campanula). Doch auch die prächtigen Blüten der Königslilie (Lilium regale) oder des Staudenmohns (Papaver orientale) bieten sich als Begleiter an. Mutige probieren die Kombination mit gelb blühenden Stauden wie Sonnenhut (Rudbeckia) oder Sonnenauge (Heliopsis) zu pastellfarbenen Sorten des Sommer-Phloxes aus.

‚Nora Leigh‘ punktet mit panaschiertem Laub. Foto: Karin Stern

Tipp: Niedrige Stauden in direkter Nachbarschaft wie Funkien (Hosta) oder Taglilien (Hemerocallis) sorgen beim Sommer-Phlox nicht nur für „schattige Füße“, sondern stützen ihn zudem ein wenig ab. An exponierter Stelle können die hohen Stängel bei Wind knicken. Staudenstützen geben den Blütenkuppeln Halt.

Duftnessel und Sommer-Phlox ergänzen sich hier farblich. Foto: Karin Stern

Sortenempfehlungen für Sommer-Phlox:

‚Freudenfeuer‘: rötlich-orangefarbene Blüte von August bis September, 80 cm
‚Blue Paradise‘: „blauester“ Phlox, Blüte von Juli bis August, 80 cm
‚Schneerausch‘: reinweiße Blüte von Juli bis August, 100 cm
‚Uspech‘: violette Blüte mit weißem Stern von Juli bis September, 80 cm
‚Wildfang‘: weiß-rosafarbene Blüte von Juli bis August, 100 cm
‚Württembergia‘: rosa Blüte von Juni bis Juli, 90 cm, für Bauern­gärten

Milchpreisvergleich

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Die anhaltend hohen Temperaturen führen zu einer sinkenden Milchanlieferung. Auch die Inhaltstoffe sind deutlichzurück gegangen. Die Milchauszahlungspreise tendieren dabei in unterschiedliche Richtungen. Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise allerdings unverändert gelassen. Zwei Meiereien haben ihre Auszahlungspreise um 1 bis 2 ct nach unten korrigiert, während vier Meiereien ihren Auszahlungspreis um 1 bis 2 ct angehoben haben.

Der Durchschnittspreis liegt nun bei 36,01 ct/kg und damit um 0,27 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich aber immer noch zwischen 30,20 und 40 ct/kg und bleibt damit unverändert zum Vormonat. Auch in Süddeutschland ist die Spanne unverändert geblieben. Hier werden weiterhin zwischen 31,46 und 40,40 ct/ kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 38,20 ct/ kg. Hier hat sich die Spanne somit erneut nach oben hin vergrößert. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 33 bis 38,40 ct/kg und hat sich somit etwas verkleinert.

Spotmärkte deutlich freundlicher

Infolge der Hitzewelle und der weiter anhaltenden sommerlichen Temperaturen reagieren vor allem die Flüssigmärkte, da hier ein deutlich niedrigeres Rohstoffaufkommen zu verzeichnen ist. So bewegt sich der Rohmilchpreis auf dem Spotmarkt nun sogar leicht über dem durchschnittlichen Milchpreis. Infolge der knapper werdenden Inhaltstoffe reagierten auch Sahne und Industrierahm mit deutlich positiven Tendenzen. Noch deutlicher zeigte sich allerdings der Anstieg beim Magermilchkonzentrat. Hier werden inzwischen Mehrjahres-Höchststände erreicht. Bei Butter gibt es saisonbedingt keine Impulse, Käse muss trotz sehr guter Nachfrage und geringer Lagerbestände weitere Abschläge hinnehmen. Aber auch hier sind die ganz niedrigen Preise vom Markt verschwunden. Im Pulverbereich verzeichnen die amtlichen Notierungen an der Butter- und Käsebörse leichte Aufschläge, allerdings wird in den Sommermonaten traditionell recht wenig Ware gehandelt. So wurden auch die zuerst deutlich gestiegenen Magermilchpulverkurse an der EEX relativ schnell wieder eingefangen. Deutlichere Effekte werden hier erst erwartet, wenn sich die sommerlichen Temperaturen weiterhin fortsetzen. Deutlich negative Vorzeichen kommen von der Global Dairy Exchange. Hier verlor der Gesamtindex 4,9 %. Zurückzuführen war dies hauptsächlich auf schwächere Kurse im Bereich Pulver und Butter. EU-Ware bleibt aber weiterhin konkurrenzfähig bei einem knapper werdenden Angebot. Entsprechend könnte das Kaufinteresse besonders für das vierte Quartal trotz der Urlaubssaison in den nächsten Wochen wieder deutlich zunehmen. Dabei wird aufgrund des gefallenen Rohstoffaufkommens auch erheblich weniger Handelsvolumen zur Verfügung stehen.

Wie geht es weiter?

Der Ausblick auf die nächsten Monate hängt entscheidend vom weiteren Verlauf des Sommers ab. Bleibt es bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen, dürfte sich die angelieferte Milchmenge bei anhaltend niedrigen Inhaltsstoffen relativ schnell weiter nach unten entwickeln.

Dies würde die Handelsaktivitäten deutlich in Schwung bringen und die Verhandlungsposition der Meiereien stärken. Die Marke von 40 ct dürfte dann bereits im Herbst wieder zu knacken sein und nicht erst zum Jahreswechsel. Der ife-Börsenmilchwert sieht diese Marke momentan im September oder Oktober erreicht. Da langfristig gesehen allerdings nicht wieder mit einem so knappen Milchaufkommen wie zu Zeiten der Blauzungen-Krankheit zu rechnen ist und sich die Milchkuhbestandszahlen stabilisieren, sind aus heutiger Sicht langfristig kaum mehr als 45 ct im Durchschnitt der Milchauszahlungspreise der schleswig-holsteinischen Meiereien erreichbar. Die entscheidende Stellschraube, um diese Marktsituation zu verbessern oder zu verschlechtern, ist und bleibt also das Milchaufkommen.