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KI verstehen, bewerten, anwenden

Künstliche Intelligenz (KI) wird derzeit intensiv diskutiert. Nachdem im Bauernblatt in einer Digitalisierungsreihe verschiedene technische Lösungen vorgestellt worden sind, geht dieser Beitrag abschließend der Frage nach, wie landwirtschaftliche Betriebe KI realistisch bewerten und einsetzen können. Denn Künstliche Intelligenz gilt als Hoffnungsträger für landwirtschaftliche Betriebe. Sie soll Arbeitsentlastung schaffen, Entscheidungen unterstützen und den Einsatz von Ressourcen effizienter machen. Gleichzeitig wirft ihr zunehmender Einsatz neue Fragen zu Kosten, Datennutzung und Nachvollziehbarkeit auf.

Künstliche Intelligenz wird häufig als Antwort auf zahlreiche aktuelle Herausforderungen dargestellt. Sie verspricht eine spürbare Entlastung durch automatisierte Abläufe und digitale Unterstützung im Betriebsalltag. Darüber hinaus sollen KI-gestützte Systeme fundiertere Entscheidungen ermöglichen, indem sie Vorhersagen liefern und Zusammenhänge erkennen, die für Menschen nur schwer erfassbar sind. Auch Einsparpotenziale durch einen gezielteren Einsatz von Betriebsmitteln werden häufig hervorgehoben. Gleichzeitig steht KI unter erheblichem politischem und gesellschaftlichem Erwartungsdruck, da sie als technologische Lösung erscheint, um Wirtschaftlichkeit, Umweltauflagen und gesellschaftliche Anforderungen miteinander zu verbinden.

Wo Chancen liegen – und wo Grenzen beginnen

Im betrieblichen Alltag wird deutlich, dass KI kein Selbstläufer ist. Ihre Leistungsfähigkeit hängt maßgeblich von der Qualität der verfügbaren Daten ab. Sind diese lückenhaft oder fehlerbehaftet, liefern auch lernende Systeme keine verlässlichen Ergebnisse. Zudem existieren keine universell einsetzbaren Anwendungen, die für alle Betriebe und Fragestellungen gleichermaßen geeignet sind. Hohe Investitionen in Technik, Software und Schulungen stellen für viele Betriebe eine zusätzliche Hürde dar. Erschwerend kommen infrastrukturelle Einschränkungen hinzu, etwa unzureichende Internetverbindungen in ländlich geprägten Regionen.

Datenhoheit und Nachvollziehbarkeit

Ein sensibler Aspekt beim Einsatz KI-basierter Lösungen ist die Frage nach der Kontrolle über betriebliche Daten. Viele Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter fragen sich, wer Zugriff auf diese Informationen erhält und zu welchen Zwecken sie genutzt werden. Hinzu kommt, dass zahlreiche Systeme als sogenannte Blackbox arbeiten. Sie liefern Handlungsempfehlungen, ohne dass der zugrunde liegende Entscheidungsprozess transparent dargestellt wird. Überzogene Erwartungen, die durch Marketingversprechen geweckt werden, führen in der praktischen Anwendung nicht selten zu Ernüchterung.

KI im Alltag oft unbemerkt im Einsatz

Auf vielen Höfen kommen lernende Systeme bereits heute zum Einsatz, ohne bewusst als solche wahrgenommen zu werden. Ziel zahlreicher Angebote ist es, digitale Verfahren verständlich aufzubereiten und praxisnah nutzbar zu machen. Konkrete Beispiele, Schritt-für-Schritt-Hilfen sowie unabhängige Informationsangebote sollen den Einstieg erleichtern. Digitale Wissensangebote werden dabei zunehmend online und kostenfrei bereitgestellt.

Generative KI für Texte, Daten und Ideen

Neuere KI-Modelle werden verstärkt für unterstützende Aufgaben genutzt. Dazu zählt die Erstellung von Texten, etwa für Hofvorstellungen oder Beiträge in Sozialen Netzwerken. Auch bei der Strukturierung und Zusammenfassung von Informationen, beispielsweise aus Tierarztunterlagen oder Tabellenkalkulationen, finden solche Systeme Anwendung. Darüber hinaus helfen sie bei der Entwicklung neuer Ideen, etwa bei der Planung von Direktvermarktungsmaßnahmen oder der Ausgestaltung von Kundendialogen.

KI als bewusst eingesetztes Werkzeug

Einige Anwendungen treten gezielt als KI-Werkzeuge auf. Virtuelle Agrarassistenten unterstützen bei Düngeplanung, Pflanzenschutzfragen und organisatorischen Aufgaben im Betrieb. Sie helfen außerdem bei der Erstellung von Berichten, Übersetzungen oder Texten. Andere Lösungen ermöglichen eine sprachbasierte Dokumentation von Arbeiten. Tätigkeiten lassen sich direkt während der Ausführung erfassen und automatisch mit Standort- und Kontextinformationen verknüpfen.

Unsichtbare Helfer im Hintergrund

Neben diesen offen sichtbaren Anwendungen arbeitet KI häufig unauffällig im Hintergrund. Herdenmanagementsysteme werten Bewegungsdaten aus, um Hinweise auf Brunst oder mögliche Gesundheitsprobleme zu liefern. Auch Systeme zur Fütterungs- und Klimasteuerung passen Abläufe automatisch an, basierend auf Sensordaten und lernenden Algorithmen. Bild- und Sensordaten aus Drohnen oder Kameras werden genutzt, um Unkrautaufkommen, Futterqualität oder Tierbewegungen auszuwerten.

Integrierte Systeme in der Praxis

Ein Beispiel für den integrierten Einsatz lernender Systeme ist das Gesundheitsmonitoring bei Kälbern. Mithilfe digitaler Auswertungen lassen sich Auffälligkeiten frühzeitig erkennen, wodurch eine gezieltere Betreuung möglich wird.

Fazit

Künstliche Intelligenz eröffnet viele Möglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe – von einfachen Chat-Anwendungen über softwaregestützte Analysen bis hin zu bildverarbeitenden Systemen und mobilen Anwendungen. Entscheidend ist jedoch, die eigenen Erwartungen realistisch einzuordnen und digitale Werkzeuge gezielt dort einzusetzen, wo sie den Betriebsalltag tatsächlich sinnvoll unterstützen.

Passt. Aufeinander. Auf.

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Landwirtschaft ist ein hartes Geschäft. Der Landwirt ist Mengenanpasser im Markt und Wetteranpasser in der Natur. Jedes Jahr bekommt er eine ehrliche Rückmeldung, was er auf dem Hof richtig gemacht hat. Ebenso ehrlich ist ein funktionierender Markt. Eine ehrliche Rückmeldung würde sich nicht nur der Landwirt von der Politik wünschen. Doch die agiert in Legislaturperioden, während er selbst zwischen langen Investitionszeiträumen und dem noch längeren Generationenvertrag hängt.

Bäuerinnen und Bauern können stolz sein auf das, was sie täglich auf ihren Schultern tragen. Die Arbeit auf dem Hof ist auch deshalb hoch befriedigend, weil sie mit Leben zu tun hat: Nicht nur die erzeugten Nahrungsmittel sind Mittel zum Leben, sondern auch das, was damit einhergeht: der vielfältige ländliche Raum, der Schutz der Böden und Gewässer, die Artenvielfalt – man denke nur an das Knicknetz im Land. Das passt.

Lasten gehören zum Leben. Ein alter Mann sagte rückblickend: „Die schwerste Last im Leben ist es, keine Last zu tragen.“ Doch Druck, insbesondere die teils irre Bürokratie, kann einem den letzten Nerv rauben. Kommen schlechte Preise oder persönliche Probleme hinzu, kracht es schnell. Man verliert die Übersicht und irgendwann den Mut. Ab dem Moment reagiert jeder anders. Mancher Halm biegt sich im Wind, ein anderer knickt oder bricht ab. Passt auf!

Familie, Gesundheit, Erfolg können als Halmverstärker wirken. Doch am Ende entscheidet sich im Inneren eines jeden, wie man die Welt und sich selbst betrachtet. Der Begriff „Seele“ drückt aus, dass der Mensch mehr ist als eine gut geölte Maschine. Er besteht nicht nur aus Händen zum Anpacken und einem Kopf zum Denken. Die Seele ist das, was jeden Menschen als Wesen ausmacht, das es so kein zweites Mal gibt. Die Seele sinniert, sie fühlt und hat ein Bewusstsein. Sie muss auch einmal „baumeln“. Sie braucht Gemeinschaft: Fürsorge, Entspannung und einen Sinn im Leben.

Passt aufeinander auf! Menschen sind füreinander gemacht. Doch die viele Arbeit auf dem Hof kann ebenso einsam machen, wie ungelöste Probleme oder eine individuelle Sensibilität, die vorschnell abgetan wird. Es braucht Gespräche, nicht nur über Fachthemen, sondern auch über die eigene Seele – und die des anderen. Laden wir uns ein. Nehmen wir uns wahr. Nehmen wir uns mit hinein ins Leben.

Das Gespräch kann eine Erste Hilfe sein. Daneben gibt es zahlreiche weitere: Das Sorgentelefon – die Nummer steht in jeder Ausgabe des Bauernblattes. Oder Angebote der SVLFG (Seite 11). Auch der Glaube kann helfen, einen Sinn über das „Maschinendasein“ hinaus zu entdecken.

1906 wurde das Morsesignal SOS auf einer Funkkonferenz in Berlin als weltweites Seenotrufzeichen eingeführt. Es wurde gewählt, weil es einfach zu übermitteln und unverwechselbar ist. Aus der Buchstabenfolge entstand im Nachhinein „Save Our Souls“. Manchmal braucht es schnelle Hilfe.

36 Jahre im Holsteiner Verband engagiert: Hans Heinrich Klose

Für sein 36-jähriges Engagement im Körbezirk Segeberg wurde Hans Heinrich Klose aus Weddelbrook, Kreis Segeberg, vom Holsteiner Verband mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Hans Heinrich Klose wuchs auf dem elterlichen Hof in Weddelbrook auf. Als Kind bekam Klose, den viele kurz „Heiner“ nennen, ein eigenes Pony. „Mit ihm habe ich so herumgetüdelt und bin etwas geritten“, erzählt er. Wie genau er zur Holsteiner Zucht kam, kann der 68-Jährige heute selbst nicht mehr genau sagen: „Irgendwie interessierte ich mich für die Zucht und kaufte ein Stutfohlen. Dreijährig brachte ich es zum Hengst. So bin ich langsam in das Zuchtgeschehen hineingerutscht.“ Schließlich begann er, im kleinen Rahmen zu züchten.

Der Holsteiner Verband ist in 13 Körbezirke aufgeteilt. Seit 1990 engagierte sich Klose im Körbezirk Segeberg zuerst als Ersatzdelegierter, später als Hauptdelegierter und zweiter Vorsitzender. Schließlich wurde er zum ersten Vorsitzenden gewählt, ein Amt, das er 24 Jahre lang ausübte. In diesem Jahr stellte er sich nicht mehr zur Wahl. „Es war eine schöne Zeit, doch alles hat irgendwann ein Ende“, sagt er. Besonders die Zusammenarbeit mit den anderen Züchtern habe ihm über die Jahre hinweg sehr viel Spaß gemacht: „Als Vorstand haben wir viele Veranstaltungen, Stutbucheintragungen oder Fohlenregistrierungen organisiert. Nie gab es Streit unter uns. Wir konnten immer über alles reden.“

Der ehemalige Vorsitzende bedauert, dass sich die Zucht und die Bedingungen für Züchter in den vergangenen Jahren sehr verändert hätten: „Bäuerliche Pferdezucht, wie sie früher üblich war, gibt es kaum noch. Gerade diese Züchter haben die Körbezirke hochgehalten und sich stark engagiert. Wegen der enorm gestiegenen Pferdehaltungs- und Tierarztkosten geben immer mehr Züchter auf. Es ist kaum noch möglich, Pferde kostendeckend zu ver­markten.“

Vielen Mitgliedern des Holsteiner Verbandes ist Heiner Klose auch als „Peitschenführer“ bekannt. „Auch hier bin ich eher zufällig und fast sogar ungewollt hineingeraten. Vor 30 Jahren wurden vom Holsteiner Verband Helfer gesucht, und seither habe ich als ehrenamtlicher Peitschenführer bei vielen Aktionen und Veranstaltungen geholfen“, berichtet er. Für sein außerordentliches Engagement wurde Klose auf der diesjährigen Körbezirksversammlung des Kreises Segeberg mit der Goldenen Ehrennadel des Holsteiner Verbandes ausgezeichnet.

Pferde werden auch in Zukunft ein fester Bestandteil im Leben des Weddelbrookers bleiben. In den vergangenen 25 Jahren reduzierte er die Landwirtschaft immer mehr und stellte den Betrieb zusammen mit seiner Frau Astrid schließlich vollständig auf Pferdehaltung um. Heute betreiben die beiden einen Reiterhof mit Pensionspferdehaltung und bieten Kinderreitunterricht an. „Uns ist es sehr wichtig, Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Pferd zu vermitteln. Außerdem sollte der Spaß am Reiten natürlich auch nicht zu kurz kommen“, sagt er.

Selbst reitet Klose heute nicht mehr, doch er hält weiterhin zwei Holsteiner Zuchtstuten. Auch zukünftig möchte er im kleinen Rahmen weiterzüchten und damit dem Holsteiner Verband die Treue halten.

Bildungsministerin übergibt Förderbescheid

Am 31. März erhielt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein aus den Händen der Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke (CDU) den diesjährigen Förderbescheid für die Förderung der überbetrieblichen Ausbildung (ÜA) in den Agrarberufen.

Seit dem Jahr 2022 profitieren auch die Grünen Berufe neben dem Handwerk von dieser Förderung aus Landesmitteln und dem Europäischen Sozialfonds (ESF), die in den vergangenen Jahren knapp 30 € pro Teilnehmertag in der ÜA betrug. Förderberechtigt sind dabei Auszubildende aus Betrieben der freien Wirtschaft, die keine anderweitigen öffentlichen Förderungen für die Ausbildungsleistung erhalten. Sogenannte Regiebetriebe wie Städte, Kommunen oder Träger sowie Umschüler sind entsprechend ausgenommen. Der förderberechtigte Grüne Berufsstand mit ÜA-Lehrgängen an den Standorten Futterkamp, Ellerhoop, Malente, Segeberg sowie der Deula in Rendsburg profitiert dabei unmittelbar durch im Vergleich zur ungeförderten ÜA niedrigere Lehrgangskosten.

„Frontalangriff“ auf die Erneuerbaren

Scharfe Kritik an der Politik von Bundeswirtschaftsministerin Ka­therina Reiche (CDU) hat der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) geübt. Die vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) verfolgten energiepolitischen Pläne seien ein „Frontalangriff“ auf die Energiewende, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser in Berlin. Der BEE-Vizepräsident und Vertreter der Solarwirtschaft in dem Dachverband, Carsten Körnig, sprach vom „größten Angriff auf unsere Branche seit 15 Jahren“.

Dem BEE zufolge bremsen die Entwürfe zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes sowie das geplante Netzpaket den „dringend notwendigen Ausbau“ der Erneuerbaren Energien (EE), von Speichern und von Netzen aus, sollten sie unverändert Gesetzeskraft erlangen.

Dabei führe der Krieg der USA und Israels gegen den Iran – nach dem russischen Angriff auf die Ukraine – „zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre“ die Risiken der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten vor Augen, warnte Heinen-Esser. Um sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen, müsse die „heimische, dezentrale und importunabhängige Energieversorgung gestärkt werden“, forderte die BEE-Präsidentin. Die Pläne der CDU-­Bundeswirtschaftsministerin, etwa zum Redispatch-Vorbehalt oder zu Förderende und Direktvermarktungspflicht für kleine EE-Erzeuger, würden stattdessen sämtlichen Erneuerbaren auf die eine oder andere Weise schaden.

„Dieses Ausbremsen schadet nicht nur dem Wirtschaftsstandort insgesamt, es passt auch nicht zum gerade erst im Kabinett verabschiedeten Klimaschutzprogramm oder dem Bekenntnis zum 80 %-EE-Ausbauziel bis 2030“, sagte Heinen-Esser.

Erneuerbare sind „kriegstauglich“

Der BEE legte ein eigenes Papier mit Maßnahmen vor, mit denen die Unabhängigkeit Deutschlands von Energieimporten gestärkt, Investitionen abgesichert und die Effizienz der Energiewende gesteigert werden könnten. Die Vorschläge umfassen unter anderem Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus, zur Senkung der Redispatchkosten, zur Verbesserung der Planungssicherheit für Investoren sowie zur Umsetzung der Energiewende im Wärmesektor.

Neben Planungssicherheit für Anlagenbetreiber brauche es laut BEE eine Beschleunigung des Ausbaus der Wind-, Solar- und Bioenergie sowie der Wasserkraft und Geothermie. Für den Stromsektor sollte auf Grundlage von Biogas, Biomethan und Holzenergie ein steuerbares Back-up geschaffen werden. Ein solches dezentrales Stromsystem sei „kriegstauglich“, betonte BEE-Vizepräsident Horst Seide mit Blick auf die geopolitischen Verwerfungen.

Redispatch-Kosten senken

Um den Netzausbau zu beschleunigen und gleichzeitig die Ausbaukosten zu senken, fordert der BEE mehr Standardisierungen etwa bei Baukomponenten und eine umfassende Entbürokratisierung der Planungsprozesse. Dem kostspieligen Redispatch sollte begegnet werden, indem man unter anderem die Überbauung von Netzverknüpfungspunkten (NVP) stärke und dadurch die Netzinfrastruktur effizienter nutze. Abregelungen sollten zudem nicht mehr an der Energieerzeugungsanlage, sondern vor den NVP erfolgen, damit überschüssiger Strom leichter beispielsweise in Batteriespeichern zwischengespeichert werden könne. Auch sollten Regelungen eingeführt werden, die eine flexible Stromnachfrage von Großabnehmern anreizten.

Der BEE drängt zudem darauf, bei der Energiewende nicht primär auf Großprojekte zu fokussieren, sondern den EE-Ausbau weiterhin „verbrauchs- und bürgernah“ zu gestalten. So müssten Photovoltaik-Dachanlagen weiterhin gefördert werden, auch um Akzeptanz für die Energiewende zu sichern. Im Bereich der Bioenergie sollte ein „Umbau“ der Bestandsanlagen erfolgen, hin zu mehr Flexibilisierung. Bis 2040 könnten laut BEE so bis zu 24 GW flexibler Leistung bereitgestellt werden – ohne neue Gaskraftwerke bauen zu müssen. Für die Wärmeenergie brauche es zudem bei der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes ambitioniertere Vorgaben für die geplante Bioenergie-Quote sowie die sogenannte Bio-Treppe. Zudem sollten gleichwertige Erneuerbare Energietechnologien technologieoffen als Erfüllungsoptionen innerhalb der Bio-Treppe anerkannt werden, so der BEE.

Die Fohlenzeit beginnt

Die Narzissen blühen, die ersten Tulpen entfalten ihre Blüten, die Zeit ist umgestellt, das Frühjahr hat angefangen. Damit beginnt auch die Fohlenzeit.

Bei Kyra und Frank Fritze in Neumünster ist Ende März das erste von fünf Fohlen zur Welt gekommen. Der kleine Hengst von Drummer TN aus der Oana von Grandorado-Caretino hat schon erfolgreiche Verwandte – unter anderem ist Oana die Halbschwester von drei gekörten Hengsten. „Wir freuen uns sehr über dieses ausdrucksstarke, typvolle Fohlen“, sagt Frank Fritze. So wie seine Frau und er warten im ganzen Land die Züchter auf ihre Fohlen. Bis Juni werden die meisten geboren sein.

Sommer aus der Knolle

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Wer jetzt die Knollen und Zwiebeln von Gladiolen und Lilien, Montbretien und Wunderblumen in Beete und Töpfe pflanzt, kann sich auf einen blütenreichen Sommer freuen.

Mit ihren weißen Blüten bringt die Sterngladiole Helligkeit in halbschattige Bereiche. Foto: Karin Stern

Die Gladiole (Gladiolus) erfreut sich nach Jahren in der Versenkung nun wieder zunehmender Beliebtheit. Charmant sind vor allem die Zwergsorten für den Kübel. Die höheren Hybrid-Sorten eignen sich wegen ihres geringen Platzbedarfs auch für schmale Pflanzstreifen an Haus oder Terrasse. Sie werden einfarbig meist als „Edel-Gladiolen“ und mehrfarbig als „Schmetterlings-Gladiolen“ angeboten. Sie passen perfekt in jedes Blumen- und Staudenbeet, sofern der Standort sonnig und der Boden gut durchlässig ist. Wie es sich für Diven gehört, brauchen sie von allem viel: Viel Sonne, viel Wasser, viel Dünger. Als Gegenleistung füllen die Glockenblüten der Gladiolen Sommerbeete mit lauten Tönen – und das über Wochen hinweg. Tipp: Gladiolen immer in Gruppen von fünf bis 15 Knollen pflanzen. Vorteilhaft sind Ton-in-Ton-Kombinationen oder zwei aufeinander abgestimmte Blütenfarben. So kommt die Farbstärke des Flors am besten zur Geltung.

Die Byzantinische Wildgladiole wächst hier wie zufällig eingestreut zwischen Sternkugellauch. Foto: Karin Stern
Mit ihrem schlanken Wuchs eignen sich Gladiolen gut für die Bepflanzung schmaler Streifen. Foto: Karin Stern


Lilien sind als Schnittblumen sehr geschätzt. Foto: Karin Stern

Bei den Wildarten der Gladiole handelt es sich meist um niedrigere, züchterisch nur wenig veränderte Arten und Sorten. Viel zu selten ist die anmutige Sterngladiole (Gladiolus murielae) zu sehen. Mit ihren weißen Blüten verwandelt sie halbschattige Ecken in lichte Plätze und eignet sich zudem hervorragend zur Pflanzung in größere Gefäße. Am besten verwendet man die Sterngladiole großzügig, denn die Stiele machen sich mit ihren fünf bis sechs Einzelblüten toll in der Vase. Auch die Wildgladiole, manchmal als Byzantinische Siegwurz (Gladiolus communis ssp. byzantinus) angeboten, ist in unseren Gärten eine Rarität. Über dem schwertförmigen Laub erhebt sich im Mai und Juni der kräftige, bis zu 70 cm hohe Blütenstand, an dem zehn bis fünfzehn purpurrote Einzelblüten hängen. Diese Art fügt sich in Rabatten und naturhafte Gestaltungen gleichermaßen gut ein. Wichtig ist ein durchlässiger, eher trockener Boden in voller Sonne. Tipp: Die Wildgladiole ist eine wunderschöne Schnittblume.

Inkalilien lassen sich problemlos im Kübel bei 10 bis 15 °C überwintern. Foto: Karin Stern

Mit nur wenig Zuwendung kommen die eleganten Lilien aus. Ihre Blütenpracht und ihr Duft fesseln Gärtner seit Generationen Auch hier findet sich mit Trompetenlilie (Lilium-aurelian-Hybriden), Madonnenlilie (Lilium candidum), Riesen-Türkenbund-Lilie (Lilium henryi), Tiger-Lilie (Lilium lancifolium var. splendens), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Königs-Lilie (Lilium regale), Feuerlilie (Lilium bulbiferum) und den vielen Hybrid-Sorten ein fast unüberschaubares Angebot. Wer die Lilien nach dem Prinzip „sonniger Kopf, schattiger Fuß“ pflanzt, liegt in der Regel richtig. Dennoch sollte man sich beim Kauf der jeweiligen Art nach den Ansprüchen an Licht und Boden erkundigen, denn die Bedürfnisse unterscheiden sich durchaus. Nach dem Kauf werden die Zwiebeln möglichst zügig gepflanzt, ansonsten vertrocknen sie recht schnell. Madonnen-, Türkenbund- und Feuerlilien zählen zu den klassischen Bauerngartenpflanzen. Hier kombiniert man sie mit Stauden und Einjährigen. Farblich dezente Begleiter oder ein ruhiger Gehölzhintergrund heben die Wirkung der großen Lilienblüten hervor. Tipp: Lilien werden häufig von Lilienhähnchen, einem roten Käfer, befallen. Er und seine Larven fressen das Laub, daher ist regelmäßig zu kontrollieren und abzusammeln.

In die Rubrik „besondere Schönheit“ fällt die Wunderblume (Mirabilis jalapa). Sie bildet an einer Pflanze verschiedenfarbige Blüten aus. Das Spektrum reicht dabei von Weiß über Gelb und Pink bis hin zu Rot. Die zwischen 60 und 100 cm hohe Pflanze öffnet erst am späten Nachmittag ihre Blüten, und das sogar ziemlich pünktlich zur selben Zeit. In England wird die Pflanze daher „Vier-Uhr-Blume“ (Four o‘clock) genannt. Die Schönheit braucht einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort. Verblühtes ist regelmäßig zu entfernen, reichlich Wasser und Dünger sind ebenfalls gern gesehen.

Die Wunderblume ist eine mehrfarbige Schönheit, die ihre Blüten erst am späten Nachmittag öffnet. Foto: Imago

Natürlich dürfen auch ein paar Tipps für den guten Start nicht fehlen. Sämtliche Sommerzwiebelblumen lieben durchlässiges Substrat. Bei schwerem Boden vermischt man diesen mit Sand und gibt zusätzlich eine Kiesschicht als Drainage auf den Boden des Pflanzlochs. Alternativ pflanzt man die Knollen gleich in den Topf. Sie kommen im April, spätestens bis Mitte Mai in die Erde. Die jeweiligen Pflanztiefen und -abstände stehen auf der Verpackung. Bei der Pflanzung ins Freiland müssen die jungen Triebe unbedingt vor Spätfrösten geschützt werden. Wer die Knollen ab Mitte April in Töpfen vorzieht, erfreut sich drei bis vier Wochen früher an den Blüten. Da die meisten Knollen und Zwiebeln von sommerblühenden Blumen keinen Frost vertragen, müssen sie im Herbst ausgegraben werden. Dafür kürzt man zunächst die Stängel auf 10 bis 15 cm ein, entfernt die Erde von den Knollen und legt diese möglichst trocken in Kisten. Die Lagerung erfolgt am besten in einem dunklen Raum bei etwa 10 °C.

Der winterharte Dolden-Milchstern verbreitet mit seinen hübschen Blütenrispen in jedem Garten sommerliches Flair. Foto: Karin Stern

Weitere sommerblühende Zwiebel- und Knollenblumen (Auswahl): Kronenanemone (Anemone coronaria), Indisches Blumenrohr (Canna indica), Dahlien (Dahlia), Milchstern (Ornithogalum thyrsoides), Montbretien (Crocosmia), Inkalilie (Alstroemeria).

So üppig blüht das Indische Blumenrohr, wenn die Rhizome noch im April in Töpfe gesetzt und im Warmen vorgezogen werden. Foto: Karin Stern
Mit niedrigen Sorten der Dahlien lassen sich gezielt einzelne Akzente setzen. Foto: Karin Stern
Vor dem dunklen Hintergrund kommen die Blüten der Montbretie gut zur Geltung. Foto: Karin Stern

Die Kronenanemone entfaltet ihre Blütenschalen auf 30 bis 40 cm hohen Stielen. Foto: Karin Stern


Zölle auf EU-Nahrungsmittel fallen weg

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Australien und die Europäische Union haben sich politisch auf ein Handelsabkommen verständigt. Am Dienstag vergangener Woche konnten die Delegationen in der australischen Hauptstadt Canberra die seit 2018 mit Unterbrechungen geführten Handelsgespräche abschließen. Da die Aspekte der Übereinkunft ausschließlich im Kompetenzbereich der EU liegen, ist keine Zustimmung auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten erforderlich. Sobald der Legislativentwurf des Handelsabkommens vorliegt, wird der Rat über den Text entscheiden, anschließend das Europaparlament.

Das Abkommen sieht vor, Zölle auf Nahrungsmittel aus der EU abzuschaffen. Begünstigt wären Fleischzubereitungen, Wein und Schaumwein, einige Obst- und Gemüsesorten einschließlich Zubereitungen, Schokolade und Zuckerwaren. Aktuell liegen die Zölle je nach Warengruppe zwischen 4 und 5 %. Zölle auf Käse, aktuell bei rund 11 %, sollen schrittweise über einen Zeitraum von drei Jahren ebenfalls auf null reduziert werden. Laut EU-Kommission verzeichnete die EU im Jahr 2024 bei Agrar- und Lebensmittelprodukten einen Handelsüberschuss gegenüber Australien in Höhe von zirka 2,3 Mrd. €.

In sensiblen Agrarsektoren wie Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Zucker, einige Milchprodukte und Reis aus Australien wird das Abkommen für begrenzte Mengen Zollkontingente ermöglichen. Zudem gibt es Nachhaltigkeitsauflagen bei der Erzeugung dieser Warengruppen. Die Brüsseler Kommission will so sicherstellen, dass die Importe in die EU besser mit den EU-Produktionsstandards in Bezug auf Klima, Umwelt und Tierschutz übereinstimmen.

Für Rindfleisch öffnet die EU laut dem Abkommen zwei Zollkontingente von insgesamt 30.600 t Schlachtkörpergewichtsäquivalenten im Jahr. Der Großteil, das sind 55 % beziehungsweise 16.830 t, soll künftig zollfrei eingeführt werden – unter der Auflage, dass das Fleisch von Weidetieren stammt. Der Rest, also 45 % respektive 13.770 t, wird entsprechend der Übereinkunft mit einem reduzierten Zollsatz von 7,5 % belegt.

Gemäß der EU-Kommission ist vorgesehen, sich diesen Obergrenzen schrittweise über einen Zeitraum von zehn Jahren ab Inkrafttreten des Abkommens anzunähern. Ein Drittel der Kontingente steht gleich von Beginn an offen, was für fünf Jahre gelten soll. Die in Rede stehenden Mengen entsprechen ungefähr 0,5 % des EU-Rindfleischverbrauchs und umgekehrt knapp 2 % aller australischen Rindfleischexporte.

Darüber hinaus werden Australien 25.000 t Schlachtkörpergewichtsäquivalente zollfrei im Jahr für Schaf- und Ziegenfleisch eingeräumt. Der kleinere Teil von 27 % wird auf Tiefkühlfleisch beschränkt. Laut Auskunft der Kommission entspricht die Gesamtquote rund 4 % des EU-Verbrauchs von Schaf- und Ziegenfleisch. Diese Menge wird über einen Zeitraum von sieben Jahren ab Inkrafttreten des Abkommens schrittweise eingeführt, ein Drittel der Mengen von Beginn an. Diese Kontingente sollen ausschließlich für Fleisch von Schafen und Ziegen aus Weidehaltung gelten.

Die EU wird der politischen Einigung zufolge für Rohzuckerrohr ein Zollkontingent von 35.000 t im Jahr zollfrei zulassen. Diese Menge sollen laut Kommission weniger als 0,3 % des EU-Zuckerverbrauchs entsprechen. Auch für Milchprodukte aus Australien gibt es eine Reihe von Zollquoten. Diese liegen für Magermilchpulver bei 8.000 t, für Butter bei 5.000 t und für Molkenproteinkonzentrate bei 2.000 t im Jahr. Diese Mengen entsprechen nach Angaben der Kommission etwa 1,1 % des EU-Verbrauchs an Magermilchpulver und 0,25 % des EU-Verbrauchs an Butter.

Darüber hinaus enthält das Abkommen einen bilateralen Mechanismus, der es der EU ermöglicht, Maßnahmen zum Schutz empfindlicher europäischer Waren und ihrer Hersteller zu ergreifen. Die Schutzinstrumente würden dann greifen, wenn im Fall eines Anstiegs der Einfuhren aus Australien der EU-Markt unter zu starken Preisdruck geriete. Dafür soll es eine eigene EU-Verordnung geben. age

Skepsis bei europäischen und australischen Landwirten

Die politische Einigung Australiens und der Europäischen Union auf ein Handelsabkommen ist bei den europäischen Dachverbänden aus Land- und Agrarwirtschaft auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca) sind unverändert skeptisch. In einer ersten Reaktion auf die Handelseinigung sprach die Dachorganisation von einer anhaltenden Negativserie für die europäische Landwirtschaft und äußerte „erhebliche Bedenken“, einmal mehr als Verhandlungsmasse in der EU-Strategie zur Sicherung umfassenderer Handels- und Politikziele zu dienen. Auf Widerstand stoßen bei Copa-Cogeca insbesondere die Zugeständnisse in besonders sensiblen Agrarsektoren, allen voran Rindfleisch, Schaffleisch und Zucker. Scharfe Kritik haben in einer ersten Reaktion auch australische Farmervertreter geübt. In einer Stellungnahme zeigte sich der Präsident des australischen Bauernverbandes (NFF), Hamish McIntyre, „tief enttäuscht“, dass die Verhandlungen ohne nennenswerte Verbesserungen des Marktzugangs für australische Agrarprodukte abgeschlossen worden seien, seit Australien die Verhandlungen zuletzt abgebrochen habe. McIntyre sieht in dem nun vorliegenden Ergebnis keine wesentlichen Verbesserungen für wichtige Agrarrohstoffe gegenüber dem, was die Regierung im Oktober 2023 zu Recht abgelehnt habe. age

Landtechnik als Lebensgefühl

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Zur Börmer Landmaschinenausstellung (Börla) zog es nach Angaben der Veranstalter am vergangenen Freitag und Sonnabend rund 14.000 Gäste auf das Gelände der Wüstenberg-Gruppe. Bereits zum 51. Mal lud das Unternehmen um die Geschäftsführer Holger und Momme Wüstenberg zu der Messe in den Kreis Schleswig-Flensburg ein, auf der es neben Innovationen aus der Landtechnik verschiedener Hersteller auch jede Menge handfesten Klönschnack gab.

Nach dem 100-jährigen Bestehen von Wüstenberg am Standort Börm im vergangenen Jahr freuten sich Holger und Momme Wüstenberg erneut über den großen Zuspruch über die Region hinaus: „Wir sind schon stolz, hier eine solche Ausstellung auszurichten. So viele gibt es davon nicht mehr“, sagt Holger Wüstenberg. Für ihn ist es das etablierte Angebot aus Technik, regionalen Dienstleistern für den ländlichen Raum und der Gelegenheit zum persönlichen Gespräch, das die Börla auch im Jahr 2026 ausmacht. „Aber die Stimmung ist besser als die Investitionsfreude“, schildert Wüstenberg mit Blick auf die aktuellen Preise an den Märkten für landwirtschaftliche Erzeugnisse. „Wir sind letzlich abhängig von der Einkommenssituation auf den Betrieben. Ein Landwirt, der Geld verdient, investiert auch.“ Holger Wüstenberg ist guten Mutes, doch verweist der Geschäftsführer auch auf gravierende Veränderungen im Bereich Landtechnik in Schleswig-Holstein. Mit welchen Strukturen es das Familienunternehmen zu tun habe, werde am Beispiel Ipso deutlich: Der rumänische Importeur in den Händen einer französischen Milliardärsfamilie gab Mitte Januar die Übernahme der Vertriebspartner Rebo Landmaschinen und B+S Landtechnik bekannt. „Die Stärken, die wir haben, müssen wir weiterhin nutzen“, unterstrich Wüstenberg.

Mit der Serie 8 legt der Hersteller Deutz eine neue Baureihe vor. Das Flaggschiff 8340 TTV hält eine Leistung von 340 PS und 1.398 Nm Drehmoment bereit. Foto: jh
Anschauliche Unfallprävention: Lars Harder und Matthias Hansen (v. li.) von der SVLFG stellten ein förderfähiges System für nachrüstbare Rückfahrkameras mit Personenerkennung vor. Foto: jh
Mit dem Fastrac der 6000er Reihe schließt JCB die Lücke zwischen den Modellen der 4000er und der 8000er Serie. Der Fastrac 6300 bietet 335 PS sowie 11 t Hubkraft hinten und 5 t Hubkraft vorn. Foto: jh


Drei Neuheiten am Markt zogen auf der Börla besonderes Interesse auf sich: Mit der 6000er Reihe schließt JCB die Lücke zwischen Modellen der 4000er und der 8000er Serie. „Diese Leistungsklasse wird in Deutschland und Europa zunehmend wichtiger“, erklärte Philip Miebach von JCB Deutschland. Dem Konzept von Allradlenkung, außen liegenden Scheibenbremsen und einem dritten Aufbauraum sei JCB auch bei diesem Modell treu geblieben. Das optionale System Twin Steer steuert mit zwei integrierten Empfängern im Dach die Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander, wodurch etwa das automatische Fahren im Hundegang verbessert werde.

Neueste Landtechnik von Krone, New Holland, JCB, Deutz und Lemken, aber auch gebrauchte Maschinen gab es auf der Börla zu sehen. Foto: jh

In der von Deutz neu entwickelten Serie 8 arbeiten ein 6,7-l-FPT-Motor und ein überarbeitetes Getriebe, das die bis zu 340 PS Leistung auf den Boden bringt. „Zudem bietet die Kabine über 30 % mehr Volumen. Reifengrößen von bis zu 34“ auf der Vorder- und 44“ auf der Hinterachse sind möglich“, erklärt Pascal Storm, Mitarbeiter von Wüstenberg am Standort Börm. Ab Herbst werde eine Vorführmaschine verfügbar sein. Neu auf dem Markt vorgestellt wurde zudem der Schlepper New Holland T7 SWB mit Leistungen von 180 bis 225 PS und drei zur Verfügung stehenden Getriebevarianten. 

Die Wüstenberg-Gruppe blickt derweil bereits auf einen weiteren besonderen Termin: Am 13. Juni wird das 50-jährige Bestehen am Standort Niebüll mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Klimaschutzprogramm: Kritik, aber auch Zustimmung

Dem Deutschen Bauernverband (DBV) fehlt im vom Bundeskabinett beschlossenen Klimaschutzprogramm 2026 zumindest für den Agrar- und Forstbereich der Realismus. Zwar sei die Bundesregierung mit der geplanten Investitionsförderung und den produktionsintegrierten Maßnahmen grundsätzlich auf dem richtigen Weg, erklärte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Der Bundesregierung müsse aber klar sein, dass die Lebensmittelproduktion immer mit systembedingten Treibhausgasemissionen verbunden sein werde. Relevant sei vielmehr die Effizienz.

Eine weitere Produktionsverlagerung der hocheffizienten deutschen Landwirtschaft schade dem Klimaschutz, der Wirtschaft im ländlichen Raum sowie der Versorgungssicherheit. „Wir brauchen dringend ein zugestandenes Treibhausgasbudget und Planungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte“, mahnte Sabet. Kritisch sieht sie auch die Klimaschutzpläne der Bundesregierung für den Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF). Eine Ausweitung von Waldflächen sowie die gesetzliche Verankerung eines überragenden öffentlichen Interesses für Moorwiedervernässung gingen völlig in die falsche Richtung. Schon heute gehe zu viel produktive Fläche verloren. Das Freiwilligkeitsprinzip im Moorschutz sei unverhandelbar.

„Politischer Mut fehlt“

Für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fehlt der Bundesregierung im Klimaschutz der politische Mut, die Probleme konsequent anzugehen und die richtigen Anreize für eine strukturelle Transformation zu setzen. So wäre der Umbau der Tierhaltung nach dem Borchert-Konzept ein zentraler Hebel für mehr Klimaschutz, erklärte die AbL. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt die angestrebten 1.000 zusätzlichen Projekte jährlich im Bereich alternative Antriebe im Bundesenergieeffizienzprogramm. Zugleich erinnerte der ZVG aus Anlass des Kabinettsbeschlusses an die CO2-Preisbelastung im energieintensiven Unterglas-Gartenbau und mahnte die Umsetzung des Koalitionsvertrages zum Emissionshandel an. Klimaschutz sei ein wichtiges und berechtigtes Anliegen. Unternehmen müssten aber wirtschaftlich überlebensfähig bleiben.

Von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) kam harsche Kritik. Mit dem Programm beerdige die Bundesregierung den Klimaschutz. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das Produktions- und Wertschöpfungspotenzial der heimischen Biomasseerzeugung und -verarbeitung erneut nicht als Leitplanke für die Ausgestaltung der Maßnahmen diene. Denn es sei zum Beispiel keine gezielte Förderung der Biokraftstoffnutzung im Schwerlastverkehr und in der Landwirtschaft vorgesehen.

Für den Fachverband Biogas ist die geplante konsequentere Vergärung von Gülle und Mist ein zentraler Hebel, um kurzfristig wirksame Treibhausgasminderungen in der Landwirtschaft zu erreichen und bestehende Biogasanlagen weiter zu optimieren. Allerdings reiche eine Investitionsförderung allein nicht aus, um den Gülleeinsatz in Biogasanlagen signifikant zu steigern. Hier brauche es ergänzend klare Anreize im Erneuerbare-Energien-Gesetz, etwa durch gezielte Zuschläge für den Einsatz ökologisch vorteilhafter Substrate. Zudem würden durch das Programm weitere Klimaschutzpotenziale der Biogasbranche nicht genutzt. Beispielsweise unterstützten die bei der Biogaserzeugung entstehenden Gärprodukte die Erhaltung wichtiger Bodenfunktionen.

Licht und Schatten

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) begrüßte die geplante Intensivierung der Förderung des Waldumbaus. Richtig findet die AGDW auch die angedachte Förderung der Standortkartierung im Privat- und Kommunalwald sowie die Förderung von Klimaanpassungsplänen im Kleinprivatwald. Gerade im Kleinprivatwald sieht man noch viel Potenzial für den klimagerechten Waldumbau schlummern. Weniger zielorientiert sei hingegen die Förderung der Extensivierung alter Laubwälder, da in alten Wäldern in aller Regel die CO2-Bindung reduziert sei.

Die Extensivierungsabsichten der Bundesregierung kommen auch beim Hauptverband der deutschen Holzindustrie nicht gut an. Für den Dachverband ergibt sich der Widerspruch, dass der Holzbau zwar ausdrücklich als die einzige heute breit verfügbare Technologie zur Kohlenstoffspeicherung in Gebäuden anerkannt werde. Gleichzeitig drohten aber Nutzungseinschränkungen in der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Und dadurch werde die Rohstoffbasis für ebendiesen klimafreundlichen Baustoff strukturell geschwächt.

DUH will klagen

Umweltschutzorganisationen reagierten durchweg negativ auf das Klimaschutzprogramm. Für Germanwatch bleibe es damit bei einer vagen Absichtserklärung. Beispielsweise fehlten konkrete Maßnahmen, um die notwendige Reduktion der Tierbestände bei gleichzeitiger Förderung betrieblicher Alternativen voranzubringen. Andere Organisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) monierten „geplante Klein-Klein-Maßnahmen“. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wiederum kündigte eine Klage gegen das Programm an. Trotz einer Klimaschutzlücke und dringenden Handlungsbedarfs gerade in den Sektoren Verkehr, Gebäude sowie Landwirtschaft und Landnutzung lege die Bundesregierung kein Programm vor, das die gesetzlichen Klimaziele realistisch erreiche, so die DUH. Zudem weise das Programm erhebliche fachliche Mängel auf.

Dabei verwies die DUH auf die Stellungnahme des Expertenrats für Klimafragen zum Programm. Dieser geht davon aus, dass die bisher geplanten Maßnahmen „mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen werden, um die Erreichung der Klimaschutzziele sicherzustellen“. Zudem sieht der Expertenrat Anhaltspunkte dafür, dass die Bundesregierung die tatsächliche Emissions-Minderungswirkung des Klimaschutzprogramms deutlich überschätzen könnte. So seien die angegebenen Minderungswirkungen der Maßnahmen für den LULUCF-Sektor nicht nachvollziehbar. Schließlich beklagt der Expertenrat ein „geringes Ambitions- und Innovationsniveau“ bei der Erarbeitung des Programms.