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Wie gestalten Frauen landwirtschaftliche Betriebe? Welche Wege gehen sie, um ihren Platz im Unternehmen zu finden? Und welche Rolle spielen Austausch und starke Netzwerke? Diesen Fragen widmete sich eine Busfahrt der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein am 14. September durch Dithmarschen.
Im Mittelpunkt standen die Betriebsleiterinnen und ihre persönlichen wie unternehmerischen Erfahrungen. Die Route führte zum Hof Hadenfeldt in Wrohm, zum Hof Hansen in Neuenkirchen und zum Meves-Hof in Eddelak. Die drei Stationen zeigten unterschiedliche Formen der Landwirtschaft und machten sichtbar, wie Frauen Betriebe mit ihren Ideen, Kompetenzen und individuellen Lebenswegen prägen. Dabei ging es um Entscheidungen, Herausforderungen, neue Perspektiven und den Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Auf den Höfen kamen verschiedene Themen zur Sprache. Dazu gehörten die Rolle im eigenen oder eingeheirateten Familienbetrieb, die Zusammenarbeit zwischen den Generationen und innerhalb der Familie sowie die Entwicklung zusätzlicher Betriebszweige. Die Bandbreite reichte von einer kleinen Direktvermarktung über vielfältige Einkommenskombinationen bis hin zu Angeboten der Sozialen Landwirtschaft und Green Care. Ebenso wichtig wie die Einblicke in die Betriebe war der intensive Austausch untereinander. Schon während der Busfahrten zwischen den Stationen kamen Landwirtinnen sowie Vertreterinnen aus Beratung, Verbänden und Politik miteinander ins Gespräch, teilten persönliche Erfahrungen und diskutierten über Herausforderungen im Betriebsalltag. Begleitet wurde die Fahrt unter anderem von Impulsgeberin Rixa Kleinschmit, Landwirtschaftsministerin und Schirmherrin Cornelia Schmachtenberg (beide CDU), Kammerpräsidentin Ute Volquardsen und Geschäftsführerin Stephanie Wetekam.
Frauen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Landwirtschaft in Schleswig-Holstein: Rund ein Drittel der Familienarbeitskräfte ist weiblich. Bei den Betriebsleitungen und Geschäftsführungen liegt ihr Anteil jedoch lediglich bei etwa 12 %. Die Busfahrt rückte ihre Leistungen, Perspektiven und unternehmerischen Impulse in den Blick. Zugleich griff sie die Ziele des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 auf. Im Zentrum standen Sichtbarkeit, gleichberechtigte Teilhabe, Wissenstransfer und Vernetzung.
Winterportulak führt neben den klassischen Herbst- und Wintersalaten wie Endivien oder Feldsalat eher ein Nischendasein. Kaum erklärbar, denn das pflegeleichte Blattgemüse ist ertragreich, winterhart und lecker. Noch ist Zeit für die Aussaat. Doch am Samenständer sollte die Tüte mit der des fast namensgleichen Sommerportulaks nicht verwechselt werden. Dieser legt ganz andere Ansprüche an den Tag.
Manch einer kennt Winterportulak unter der Bezeichnung Tellerkraut, Kubaspinat oder Postelein. Der lateinische Name Montia perfoliata schließt zum Glück jede Verwechslung aus. Das wintergrüne Blattgemüse schmeckt roh als Zugabe zu gemischten Salaten, wie Feldsalat pur mit Dressing zubereitet oder wie Kresse aufs Butterbrot gestreut. Zudem kann man Winterportulak dünsten oder kochen und ihn in allen Rezepten als Ersatz für Spinat verwenden. Neben dem hohen Anteil an Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen überzeugt die Pflanze zudem mit einem sehr niedrigen Nitratgehalt. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich für ein Blattgemüse, das in den lichtarmen Wintermonaten reift.
Der schnellwüchsige Winterportulak braucht Temperaturen von unter 12 °C zum Keimen. Foto: Karin Stern
Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen bei Winterportulak in Abhängigkeit von der Witterung etwa sechs bis acht Wochen. Die kleinen, glänzenden, sich etwas ölig anfühlenden Samen verlangen bei der Aussaat viel Fingerspitzengefühl. Das ist jedoch die einzige Schwierigkeit während der gesamten Kulturdauer. Da die Samen erst bei Temperaturen von unter 12 °C keimen, erfolgt die Aussaat im Freiland in durchlässigen, frischen bis feuchten Boden am besten ab Anfang September. Die warmen Augusttage wirken sich hemmend auf die Keimung aus. Auch Oktobersaaten sind im Freiland möglich, wenn das Saatbett feinkrümelig vorbereitet werden kann.
Zwischen Phacelia und Kresse hat sich der Winterportulak sehr gut entwickelt. Die Blätter bleiben angenehm sauber. Foto: Karin Stern
Frühbeet- und Gewächshausbesitzer können sogar noch im November die Samen ausbringen und je nach Witterungsverlauf ab Januar ernten. Die Aussaat unter Glas bietet außerdem den Vorteil, dass die Blätter sehr sauber bleiben und sich in der geschützten Umgebung schneller entwickeln. Tipp: Auf abgeernteten Feldsalat- und Kresseflächen im Gewächshaus im Januar und Februar Winterportulak säen. Als Quellkrautgewächs passt er perfekt in die Fruchtfolge, und der Platz wird zudem optimal genutzt.
Während einer Frostphase sollte man keine Blätter schneiden. Foto: Karin Stern
Die Entwicklung der Pflanzen hängt eng mit der Witterung zusammen. Winterportulak braucht zum Wachsen lediglich Temperaturen von 4 bis 8 °C. Treten Frostperioden auf, legen die Pflanzen eine Pause ein und wachsen anschließend bei Plusgraden zügig weiter. Es ist ratsam, sehr flach in Reihen im Abstand von 15 bis 20 cm auszusäen. Die Reihenkultur erleichtert Pflege und Ernte des Blattgemüses. Die breitwürfige Aussaat empfiehlt sich nur im Balkonkasten, wenn unkrautsamenfreie Blumenerde als Substrat verwendet wird.
Winterportulak wächst etwa handhoch. Auf langen Stielen sitzen zunächst spatelförmige, im späteren Kulturverlauf eher tellerförmige, fleischige Blätter. Die Ernte erfolgt, indem Blätter und Stiele mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Wer dabei das Herz der Pflanzen stehen lässt, kann die Reihen drei bis vier Mal abschneiden, weil sich ständig neue Blätter bilden. Überständige oder hartem Frost ausgesetzte Blätter nehmen eine rötliche Färbung an. Sie schmecken dann roh nicht mehr so gut und sind weniger zart. Das Erscheinen der kleinen, weißen Sternblüten läutet das Ende der Ernte ein. Tipp: Zeigt sich die Blüte, unbedingt den Bestand schnellstmöglich roden. Die Samen entwickeln sich in Windeseile und verbreiten sich im ganzen Garten. Die anspruchslosen Pflanzen kommen ohne jede Düngung aus und sind sehr robust. Schädlinge und Blattkrankheiten treten erfahrungsgemäß nicht auf.
Sommerportulak gedeiht nur in den warmen Monaten. Die Aussaat erfolgt von Mai bis Anfang August. Foto: Karin Stern
Sommerportulak (Portulaca oleracea var. sativa), auf manchen Samentüten auch einfach nur als Portulak bezeichnet, sollte nicht mit dem Winterportulak verwechselt werden. Zwischen beiden Arten besteht weder eine verwandtschaftliche Beziehung, noch gleichen sich die Ansprüche an die Anbautemperaturen. Sommerportulak bevorzugt einen warmen, sonnigen Standort mit lockerem, durchlässigem und eher sandigem Boden, der nicht zu feucht sein sollte. Die Aussaat erfolgt von Anfang Mai bis Anfang August in Sätzen von etwa zwei Wochen Abstand. Je höher die Temperaturen, desto schneller keimt Sommerportulak. Es entwickeln sich zügig etwa 20 cm hohe Pflanzen mit rundlichen, glänzenden Blättern. Sie schmecken etwas säuerlich und lassen sich roh oder gekocht zubereiten. Die Weiterverarbeitung der Blätter oder jungen Triebe ist allerdings bei regnerischem Wetter etwas mühselig, da sie im Freiland stark verschmutzen. Um mehrmaliges, gründliches Waschen kommt man nicht herum. Sommerportulak bildet sehr schnell Blüten. Wie beim Winterportulak reifen die Samen zügig. Wer hier nicht aufpasst und rechtzeitig den Bestand abschneidet, jätet noch Jahre später unerwünschte Nachkömmlinge.
Die Preise für Düngemittel ziehen seit voriger Woche wieder deutlich an. Dies hat je nach Düngerart ganz unterschiedliche Ursachen und entsprechend unterschiedlich ist auch die Preisentwicklung, beziehungsweise die Höhe der Preissteigerung. Beim Harnstoff als „Dünger-Leitwährung“ beispielsweise bewegen sich die Durchschnittspreise für die Landwirtschaft ab Handelslager wieder bei 60 €/dt, vor Kurzem waren es noch 57 €/dt. Der Spotmarkt liegt bereits bei 65 €/dt. Hier kommen aktuell mehrere preisbestimmende Faktoren zusammen. Zum einen hat Indien gerade 1,7 Mio. t vom Weltmarkt genommen und zum anderen stocken die Lieferungen aus der Golfregion wieder erheblich. Im Fokus steht aktuell ägyptische Ware. Hier sichern sich brasilianische Importeure gerade erhebliche Mengen. Da auch die EU ihren Bedarf nicht durch die innereuropäische Produktion decken kann, ziehen die Preise an den Importhäfen der EU deutlich an. Anders sieht es bei KAS aus. Hier kann die EU ihren Bedarf nahezu vollständig selbst decken. Daher zeigen sich hier hauptsächlich die hohen Gaspreise (aktuell so hoch, wie zuletzt zum Jahreswechsel 2022/23) in der EU für die Preissteigerungen verantwortlich.
Schwefel bleibt knapp
Schwefel wird nicht nur für die Herstellung von Schwefeldüngern benötigt, sondern auch in Form von Schwefelsäure für die Herstellung von Phosphatdüngern. Der weltweit größte Exporteur von Schwefel sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Hier werden jährlich mehr als 7,5 Mio. t exportiert. Danach kommt Kasachstan mit gut 6 Mio. t. Diese Mengen werden überwiegend nach Marokko exportiert. Marokko benötigt Unmengen Schwefel für die Verarbeitung seiner Phosphat-Vorkommen für die Düngerproduktion. Und hier liegt das Problem. Gerade die Schwefelmengen aus den VAE kommen aktuell nicht durch die Straße von Hormus. Somit stockt die Lieferkette. Diese Mengen können auch nicht in diesem Umfang auf andere Exportländer verteilt werden. Die Folge ist, dass Phosphatdünger wie beispielsweise DAP preislich derzeit schon bei durchschnittlich 94 €/dt ab Handelslager liegen! Der einzige Düngernährstoff der derzeit in dieser Preisspirale nicht beteiligt ist, ist Kali. Da der Kali-Bedarf aus dem Inland gedeckt werden kann und preislich weder vom Erdgas noch vom Schwefel abhängig ist, bewegt sich das Preisniveau hier in sehr ruhigen und konstanten Bahnen. Der Durchschnittspreis ab Handelslager liegt hier um die 33 €/ dt und bewegt sich seit Monaten mit nur minimalen Schwankungen seitwärts.
Kaufen oder warten?
Berücksichtigt man den aktuellen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland, so liegt dieser mit aktuell nur 54 % deutlich unter dem EU-Durchschnitt von derzeit 66 % und auch deutlich unter dem Vorjahres-Füllstand zu dieser Zeit. Damit ist in den nächsten Monaten noch von einem enormen Aufholbedarf und somit von einer hohen Gasnachfrage auszugehen. Auch beim Schwefel wird es, selbst wenn die Straße von Hormus morgen wieder frei wäre, so schnell nicht wieder zu fallenden Preisen kommen. Es sind erhebliche Produktionskapazitäten in der Phosphatproduktion heruntergefahren worden, da die Nachfrage preisbedingt fehlt. Bis diese ganze Produktionskette wieder hochgefahren ist, wird es Monate dauern. Immer vorausgesetzt die Nachfrage steigt deutlich an. Auch davon ist derzeit nicht auszugehen. Aktuell stehen somit alle Vorzeichen auf stabil hohe Preise, sowohl beim Stickstoff, als auch bei den Phosphaten und beim Schwefel. Es macht also durchaus Sinn, zumindest Teilmengen für die Düngesaison 2027 jetzt vorzukaufen. Zum einen aus Gründen der Risikostreuung, aber zum anderen auch vor dem Hintergrund der aktuell etwas erfreulicheren Getreidepreise.
„Wir brauchen einen langen Atem, um Dinge auch im Sinne der Landwirtschaft zu regeln“, erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bei der Eröffnung der Norla am Donnerstag vergangener Woche in Rendsburg. Bei dieser Aussage könnte man meinen, dass Günther erst kürzlich die Amtsgeschäfte übernommen hat und nicht schon seit 2017 Ministerpräsident dieses Landes ist.
Wahr ist, dass die CDU in den vergangenen Jahren dem Grünen-Koalitionspartner große Teile der Politik für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume überlassen hat, obwohl die dort lebenden Menschen mehrheitlich konservativ gewählt haben. Das erzeugt vielerorts schon länger Schnappatmung. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt, beschreibt es so: „Das neu geschaffene CDU-geführte Landwirtschaftsministerium war eine teure, aber wirkungslose Beruhigungspille. Denn mit dem grünen Umweltminister als Gegenspieler haben die Landwirte leider häufig das Nachsehen gehabt.“
Zugegeben, es haben sich auch Dinge in die richtige Richtung entwickelt: die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern auf angefrorenen Böden ist zu begrüßen, aber auch aus Umweltschutzgründen sinnvoll. Die Aufstockung der Entschädigung von Gänsefraßschäden ist angesichts der Hilflosigkeit betroffener Betriebe eine Notwendigkeit, ebenso die Klarstellung, dass bei unsachgemäßer Knickpflege nicht automatisch ein Vorsatz angenommen wird. Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht lässt zumindest Deichschäfer zukünftig hoffentlich wieder besser schlafen. Häufig entsteht jedoch der Eindruck eines politischen Gegengeschäfts.
Neue Bewirtschaftungseinschränkungen wie die Ausweisung neuer Naturschutzgebiete oder Pflanzenschutzmittel-Verbote bremsen die „Jubelstürme“ über Erleichterungen oft aus. So tritt die Branche auf der Stelle.
Dabei wird die Luft auf vielen Betrieben aufgrund angespannter Marktlagen immer dünner. Vor allem die Tierhaltung steht unter Druck. Zu Recht forderte Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), daher beim Landesbauerntag, dass das Perspektivpapier zur Zukunft der Tierhaltung auch mit Leben gefüllt werden müsse.
Das Mega-Thema, das aber alle Landwirtinnen und Landwirte umtreibt, ist: zu viel Bürokratie. Das zeigte etwa die „Wünsche- Wand“ am Norla-Stand des BVSH. Beim Bürokratieabbau ist tatsächlich ein „langer Atem“ gefragt. Erste Erleichterungen bei Stallumbauten und Dokumentations- und Berichtspflichten sind bereits erzielt – bitte mehr davon.
Die Norla bot ausreichend Gelegenheit zum „Landluft“ holen vor dem Start in den Wahlkampf zur Landtagswahl. Nirgendwo anders kann man sich besser über die Belange der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes informieren. Bemerkenswert waren vor diesem Hintergrund die Besuche von Sozialministerin und Grünen-Spitzenkandidatin Aminata Touré sowie erstmals von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Besser spät als nie.
Wie lassen sich Waldbewirtschaftung, Artenschutz und die Anforderungen des europäischen Naturschutzrechts miteinander verbinden? Eine Veranstaltung des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (BNUR) in Zusammenarbeit mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) Ende August gab darauf aus unterschiedlichen Blickwinkeln Antworten. Von den Prioritätenkonzepten des Landes über den Schutz von Seeadler und Schwarzstorch bis hin zu den Ansprüchen von Fledermäusen wurde deutlich: Erfolgreicher Naturschutz im Wald braucht Fachwissen, konkrete Ziele und vor allem die Zusammenarbeit der Beteiligten.
Wer sich mit Naturschutz im Wald beschäftigt, merkt schnell, wie vielfältig die Anforderungen sind. Lebensräume sollen erhalten, gefährdete Arten geschützt und gleichzeitig Wälder bewirtschaftet und weiterentwickelt werden. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen, war eine der Stärken der Veranstaltung. Die verschiedenen Fachvorträge bauten aufeinander auf und spannten den Bogen von den rechtlichen Grundlagen bis zur Umsetzung im Wald.
Von der FFH-Richtlinie zur konkreten Maßnahme
Den fachlichen Einstieg bildeten die europäische FFH-Richtlinie und ihre Konsequenzen für den Naturschutz in Schleswig-Holstein. Dabei wurde bei den Ausführungen von Tanja Berlin aus dem Landesamt für Umwelt deutlich, dass die Vorgaben aus Brüssel keineswegs nur abstraktes Naturschutzrecht darstellen. Über die verschiedenen Anhänge der FFH-Richtlinie ergeben sich konkrete Verpflichtungen zum Schutz bestimmter Arten und Lebensräume.
Eine besondere Rolle spielen dabei die Prioritätenkonzepte Schleswig-Holsteins. Ihr Ansatz ist ebenso nachvollziehbar wie praxisorientiert: Nicht überall können gleichzeitig sämtliche denkbaren Maßnahmen umgesetzt werden. Deshalb wird zunächst betrachtet, bei welchen Arten und Lebensräumen besonderer Handlungsbedarf besteht und wo Maßnahmen besonders wirksam eingesetzt werden können.
Die Prioritätenkonzepte verbinden dazu unterschiedliche Ebenen. Neben erforderlichen Verbesserungsmaßnahmen innerhalb von FFH-Gebieten werden auch Maßnahmen außerhalb dieser Gebiete betrachtet, wenn sie für den Erhalt einer Art notwendig sind. Ziel ist es unter anderem, Schutzmaßnahmen besser zu koordinieren, landesweit einen Überblick über Schutzgüter und Handlungsbedarf zu gewinnen und begrenzte Mittel möglichst zielgerichtet einzusetzen.
Interessant war dabei auch der Blick auf die praktische Umsetzung. Zunächst werden vorhandene Daten ausgewertet und Schwerpunktgebiete ermittelt. Anschließend erfolgt eine Vorauswahl möglicher Maßnahmenflächen. Geeignete Flächen werden gemeinsam mit Eigentümern und Bewirtschaftern betrachtet und konkrete Maßnahmen abgestimmt. Danach folgen Umsetzung, Dokumentation und schließlich die Überprüfung, ob die angestrebten Ziele tatsächlich erreicht wurden.
Gerade aus Sicht eines Teilnehmenden wurde an diesem Punkt deutlich, wie entscheidend der Austausch mit den Menschen vor Ort ist. Ein fachlich überzeugendes Konzept allein reicht nicht aus. Naturschutzmaßnahmen müssen auch zu den jeweiligen Flächen und ihrer Nutzung passen.
Großvogelschutz: Rücksicht und Zusammenarbeit
Besonders anschaulich wurde es beim Thema Großvogelschutz, welcher von Kai-Martin Gercke aus der Projektgruppe Seeadlerschutz vorgetragen wurde. Arten wie Seeadler, Schwarzstorch, Kranich und Fischadler stellen besondere Anforderungen an ihre Lebensräume. Die Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein beschäftigt sich intensiv mit ihrem Schutz und zeigte, welche Entwicklung durch kontinuierliche Arbeit möglich ist.
Am Beispiel des Seeadlers wurde dies besonders eindrucksvoll. Die Entwicklung des Bestandes in Schleswig-Holstein seit Ende der 1960er-Jahre zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend. Aus nur wenigen Brutpaaren hat sich über Jahrzehnte wieder eine beachtliche Population entwickelt. Dieser Erfolg ist jedoch kein Grund, beim Schutz nachzulassen.
Denn Großvögel benötigen nicht nur geeignete Horstbäume. Entscheidend ist ebenso das Umfeld. Störungen während sensibler Brutzeiten können den Bruterfolg gefährden. Waldbewirtschaftung, Freizeitnutzung und Naturschutz müssen deshalb gerade im Umfeld besetzter Horste gut aufeinander abgestimmt werden.
Dass trotz positiver Bestandsentwicklungen weiterhin Gefahren bestehen, zeigte der Blick auf dokumentierte Todesursachen bei Greifvögeln. Wildtiere bewegen sich in einer vom Menschen intensiv genutzten Landschaft. Umso wichtiger sind Kenntnisse über Vorkommen, Brutplätze und sensible Zeiträume.
Auch der Schwarzstorch verdeutlichte, wie anspruchsvoll Artenschutz sein kann. Seit Jahren stagniert sein Bestand in Schleswig-Holstein bei nur wenigen Brutpaaren. Anders als sein bekannter Verwandter auf Hausdächern ist der Schwarzstorch auf ruhige, strukturreiche Waldlebensräume angewiesen und reagiert empfindlich auf Störungen. Schutzmaßnahmen müssen deshalb weit über den eigentlichen Horstbaum hinausgedacht werden.
Für die Praxis blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: Erfolgreicher Großvogelschutz funktioniert nicht gegen Landnutzer und Waldbewirtschafter, sondern nur gemeinsam mit ihnen.
Was Fledermäuse im Wald wirklich brauchen
Eine Braune-Langohr-Fledermaus liegt in einem Fledermauskasten.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Fledermäuse. Der Vortrag von Matthias Göttsche aus dem Arbeitskreis Fledermaus brachte spannende Informationen zutage. Rund 15 der etwa 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind auch in Schleswig-Holstein heimisch. Viele von ihnen sind eng an Gehölze und Wälder gebunden.
Dabei wurde schnell deutlich, dass „Wald“ aus Sicht einer Fledermaus nicht gleich Wald ist. Unterschiedliche Arten benötigen unterschiedliche Strukturen. Baumhöhlen und Spalten dienen als Quartiere, doch mindestens ebenso wichtig sind geeignete Jagdhabitate.
Vorgestellt wurden unter anderem Arten, die bevorzugt an Waldstrukturen und Offenbereichen jagen, andere nutzen besonders den Bereich unterhalb der Baumkronen oder orientieren sich an Gewässern und feuchten Waldstandorten. Entscheidend ist deshalb eine strukturelle Vielfalt. Alte Bäume, Höhlenbäume, Totholz, gestufte Waldränder, Lichtungen, Gewässer und unterschiedliche Altersklassen schaffen zusammen ein Mosaik, von dem verschiedene Fledermausarten profitieren können. Gerade diese Beispiele machten anschaulich, dass Biodiversität nicht allein über die Zahl vorhandener Baumarten beschrieben werden kann. Entscheidend ist ebenso, welche Strukturen ein Wald bietet.
Naturschutz als Teil der Waldbewirtschaftung
Habitatbaum im Wahlsdorfer Holz Foto: Peer Rosenhagen
Zum Abschluss rückte die praktische Waldbewirtschaftung in den Mittelpunkt. Am Beispiel der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten zeigte Dr. Katharina Mausolf von den SHLF, wie Naturschutzaspekte systematisch in die Bewirtschaftung integriert werden können.
Dazu gehören unter anderem Habitatbäume und Totholzstrukturen, die gezielt erhalten werden. In den Landesforsten gibt es bereits eine große Zahl ausgewiesener Habitatbäume. Hinzu kommen Naturwaldflächen, auf denen sich Wälder ohne reguläre forstliche Nutzung entwickeln können, sowie Altholzbestände und weitere Elemente eines Biotopverbundes.
Bemerkenswert war dabei, dass Naturschutz nicht als einzelnes Zusatzprojekt dargestellt wurde, sondern als Bestandteil der langfristigen Waldentwicklung. Gerade alte und strukturreiche Wälder sind für zahlreiche Arten von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig müssen Wälder unter sich verändernden klimatischen Bedingungen stabil und anpassungsfähig bleiben.
Die vorgestellten Prioritäten der Landesforsten verdeutlichten deshalb einen umfassenden Ansatz: Bewirtschaftung gemischter, alter und strukturreicher Dauerwälder, Integration von Stilllegungsflächen und weiteren Naturschutzelementen, Förderung von Totholz, Verbesserung des Wasserhaushaltes sowie die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung.
Damit schloss sich der Kreis zum Beginn der Veranstaltung. Aus rechtlichen Vorgaben und wissenschaftlichen Erkenntnissen müssen letztlich Maßnahmen entstehen, die auf der Fläche funktionieren.
Nach den Vorträgen ging ins Wahlsdorfer Holz der Försterei Ahrensbök. Hier konnte der zuständige Revierförster Götz Mentz eindrückliche Praxisbeispiele zu den am Vormittag bearbeiteten Themen präsentieren und zeigen, wie es in der Praxis funktionieren kann.
Viele Impulse für die eigene Arbeit
Für die Teilnehmer lag der besondere Mehrwert der Veranstaltung in genau dieser Verbindung von Theorie und Praxis. Die einzelnen Beiträge behandelten sehr unterschiedliche Themen, ergänzten sich aber zu einem Gesamtbild: Artenschutz im Wald ist komplex, lässt sich aber mit fundiertem Wissen und klaren Konzepten in die Bewirtschaftung integrieren.
Besonders wertvoll waren die konkreten Beispiele. Die Entwicklung des Seeadlerbestandes zeigte, dass langfristige Schutzbemühungen messbare Erfolge bringen können. Beim Schwarzstorch wurde dagegen deutlich, dass Erfolge keineswegs selbstverständlich sind. Die Fledermäuse wiederum machten anschaulich, wie stark einzelne Arten auf ganz bestimmte Strukturen innerhalb eines Waldes angewiesen sind.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass erfolgreicher Naturschutz Kooperation voraussetzt. Landesbehörden, Forstbetriebe, Naturschutzorganisationen, Flächeneigentümer, Bewirtschafter und Wissenschaft bringen unterschiedliche Kenntnisse und Perspektiven ein. Werden diese zusammengeführt, können Lösungen entstehen, die sowohl fachlich sinnvoll als auch praktisch umsetzbar sind.
Fazit
Am Ende der Veranstaltung blieb nicht nur eine Fülle neuer Informationen, sondern vor allem ein geschärfter Blick für die Zusammenhänge. Wer künftig durch einen Wald geht, sieht vielleicht nicht mehr nur Bäume und Bestände, sondern auch Habitatbäume, mögliche Quartiere, Jagdräume, Horststandorte und Totholzstrukturen. Die Veranstaltung vermittelte nicht nur Wissen, sondern machte verständlich, warum bestimmte Maßnahmen notwendig sind und welchen konkreten Beitrag sie zur Artenvielfalt leisten können.
Die 76. Norla ist erfolgreich am Sonntag zu Ende gegangen. In der Kammer-Halle ging es um Innovationen, die Ausbildung und ein völlig neues Format wurde etabliert.
Unter dem Motto Menschen, Meinungen, Landwirtschaft nahmen prominente Schleswig-Holsteiner auf unseren grünen Sofas Platz und beantworteten teilweise auch persönlich Fragen rund um den Agrarsektor. Wer es verpasst hat, die Interviews sind auf dem Instagram-Kanal der Landwirtschaftskammer SH zu finden.
Für den deutschen Vielseitigkeitsnachwuchs hat sich die weite Anreise nach Segersjö in Schweden gelohnt: Sie holten viermal Gold, Silber und Bronze. Unter den Reitern waren auch der Fehmaraner Mathies Rüder, der mit gleich zwei goldenen Medaillen nach Hause fuhr, und Iliane Hannalisa Hein, die Gold und Silber mit zurück nach Boren, Kreis Schleswig-Flensburg, brachte.
„Wir hatten eine tolle Woche in Schweden, mit sehr guten Bedingungen, und sportlich hat es auch gut gepasst“, resümierte Mathies Rüder. „Mit zwei Goldmedaillen nach Hause zu fahren ist ein ganz besonderes Gefühl.“
Der 21-Jährige war mit seinem schwedischen Warmblut Hjoptimus sehr gut ins Turnier gekommen. Mit seiner persönlichen Bestleistung setzte er sich gleich zu Beginn auf den zweiten Platz der Jungen Reiter und blieb danach im Gelände fehlerfrei. Doch das abschließende Springen stellte sich als anspruchsvoll heraus. Nur drei Reitern gelang eine Nullrunde. Unter ihnen war auch Rüder, der seine Erfahrung im Parcours voll ausspielen konnte. Er gewann im Springen schon Große Preise und im vergangenen Jahr sein erstes Weltranglistenspringen. Mit 23,7 Minuspunkten beendete er die EM als einziger mit seinem Dressurergebnis und durfte sich als Europameister feiern lassen.
Teamkollegin Pita Schmid aus Sachsen holte Bronze, der Hesse Carl Voigt kam auf Platz vier. So gewannen die Jungen Reiter Mannschaftsgold mit 30 Punkten Abstand zu den zweitplatzierten Briten.
Bei ihren ersten Europameisterschaften holten Iliane Hannalisa Hein und Akeby’s Quemiro Silla Gold mit der Mannschaft und Silber im Einzel. Foto: FEI/Kim C Lundin
Bei den Junioren schaffte Jona Isabell Heine aus Ammersbek, Kreis Stormarn, mit Chantilly Nullrunden im Gelände und Springen und beendete ihre EM-Premiere auf Platz sechs. Die anderen deutschen Starter waren sogar noch besser. Die Rheinländerin Teresa Leowald setzte sich direkt an die Spitze, dicht gefolgt von der amtierenden Deutsche Meisterin, Iliane Hannalisa Hein mit Akeby’s Quemiro Silla. Damit übernahmen die Junioren direkt die Führung und gaben sie nicht wieder her. Mit vier fehlerfreien Runden im Springen – lediglich ein Zeitfehler kam hinzu – bewiesen die vier ihre Dominanz und sicherten sich unangefochten die Goldmedaille. Auch in der Einzelwertung blieben die deutschen Paare vorn: Gold für Leowald und Silber für Hein.
„Es war eine tolle Woche mit einem bombastischen Team“, befand die Vizeeuropameisterin und freute sich, dass „Smoky“, wie sie ihren Wallach aus der Familienzucht nennt, sich von einem ängstlichen Fohlen zu einem so tollen Vielseitigkeitspartner entwickelt hat. Auch ihre Mutter Susan Hein ist stolz auf die beiden: „Iliane hat eine mentale Entwicklung zu einem selbstbewussten, mündigen Athleten hingelegt“, findet sie. Nach dem Geländeritt schwärmte Iliane dann auch: „Das ist wie fliegen. Smoky war so toll, ich konnte den Geländeritt richtig genießen.“
Speziell für den Verzehr gezüchtete Tafeltrauben sind ein ganz besonderer Genuss. Auch wenn der Norden Deutschlands nicht unbedingt als Weinanbaugebiet bekannt ist, gedeihen die frostharten Weinreben auch hier. Und mit ein paar Tricks lassen sich besonders große und süße Trauben ernten.
Wer den Anbau von Weintrauben ausprobieren möchte, wählt am besten eine der unten aufgeführten Sorten der Tafeltraube. Wichtigste Voraussetzung ist ein warmer, vollsonniger Standort, der ausreichend Wind- und Frostschutz bieten sollte. In Frage kommt dafür zum Beispiel eine geschützte Hauswand Richtung Südosten oder Südwesten. Der pH-Wert des Boden liegt im Idealfall zwischen 5 und 7,5. Eine lockere, tiefgründige und wasserdurchlässiger Beschaffenheit des Bodens ist ideal. Tipp: Keinesfalls in verdichteten oder mit Bauschutt durchsetzen Boden pflanzen. Im Zweifel besser in einem großen, sehr standfesten Kübel kultivieren.
In der laublosen Zeit ist die Erziehungsform gut erkennbar. Foto: Karin Stern
Trauben bilden sich an den einjährigen Trieben, die zweijährigem Holz entspringen. Daher ist der entsprechende Schnitt eine weitere Einflussgröße hinsichtlich des Ertrags. Ungeschnitten können die Triebe starkwüchsiger Sorten schon mal 10 m Länge erreichen. Um das Fruchtwachstum zu fördern, nehmen Sie einen kräftigen Rückschnitt des Fruchtholzes bereits im Spätwinter vor. Hier sind der sogenannte Zapfenschnitt und der Streckerschnitt zu unterscheiden, in Abhängigkeit von der Wuchskraft der jeweiligen Sorte. Zudem sind weitere Schnitte im Frühjahr und Sommer notwendig, um das Längenwachstum zu begrenzen.
Eine Bodenbedeckung aus Mulch hält die Feuchtigkeit im Erdreich. Foto: Karin Stern
Düngung und Wasserversorgung beeinflussen ebenfalls den Ertrag. Weintrauben weisen keinen hohen Feuchtigkeitsbedarf auf, sollten aber dennoch bei andauernder Trockenheit etwas Wasser erhalten. Erkundigen Sie sich beim Kauf der Pflanze nach einer Düngeempfehlung für Ihre Sorte. Stickstoff setzen Sie am besten vorsichtig ein, denn ein Zuviel davon begünstigt vor allem die Blattentwicklung und damit auch Blattkrankheiten.
Zudem kann es sinnvoll sein, einen zu starken Fruchtbehang bereits im Juni herauszuschneiden. Die verbleibenden Trauben (etwa zehn Stück pro Pflanze beziehungsweise zwei Fruchtstände pro Trieb) werden in der Folge besser mit Nährstoffen versorgt, entwickeln sich größer und reichern mehr Zucker an. Ebenfalls im Juni gilt es, alle aus dem alten Holz austreibenden Wasserschosser an ihrer Basis herauszuschneiden. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu den Fruchttrieben. Im Juli und August brechen Sie die aus den Haupttrieben entspringenden Seitentriebe heraus. Das ist vergleichbar mit dem Ausgeizen bei Tomaten. Diese Triebe nehmen den Trauben Licht und Sonne weg. Schneiden Sie dabei auch störende Blätter weg, die Schatten auf die Trauben werfen. Tipp: Bei jedem Arbeitsgang immer auf Krankheiten oder Schädlinge achten und die befallenen Blätter gleich über die Mülltonne entsorgen.
Kranke Blätter sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Foto: Karin Stern
Für die Neupflanzung einer Weinrebe bietet sich der April an. Containerware kann noch bis in den Sommer hinein gepflanzt werden. Das Pflanzloch sollte etwa 50 cm tief sein (Sohle ebenfalls lockern). Setzen Sie die Pflanze etwas schräg zum Spalier ein und achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle oberhalb der Erde liegt. Wer mag, kann aus einer Weinrebe locker eine 6 m breite Spalierpflanze ziehen. Die im Handel angebotenen Tafeltrauben sind mit ihren zwittrigen Blüten allesamt selbstfruchtbar. Eine Pflanze ist also ausreichend, um Trauben ernten zu können. Frühe Sorten reifen bereits im August, späte gegen Ende September oder gar Anfang Oktober. Der richtige Erntezeitpunkt ist an der sortentypischen Beerenfarbe und natürlich auch am Geschmackstest erkennbar. Leider sind auch Vögel und Wespen sehr an den süßen Beeren interessiert. Vogelschutznetze halten nur Vögel fern, Wespen schlüpfen durch die Maschen.
Ein solch dichter Blätterteppich macht die Pflanzen sehr anfällig für Mehltau. Foto: Karin Stern
Wer noch eine nichtresistente Sorte im Garten hat, kennt das Problem mit Mehltau. Die Beerenhaut platzt auf, ein weißer Belag überzieht die Blätter (Echter Rebenmehltau) oder sie sterben vorzeitig ab und die Beeren vertrocknen (Falscher Mehltau). In beiden Fällen sind infiziertes Laub und kranke Beeren über die Mülltonne zu entsorgen. Vorbeugend hilft das Auslichten der Ranken, damit das Laub schneller abtrocknet und weniger gefährdet ist. Eine Alternative besteht in der Neupflanzung einer pilzfesten Sorte.
Lakemont: grüne Trauben, kernarm, mittelgroße Früchte Phoenix: gelbe Trauben, mittelgroß, muskatähnliches Aroma Muscat bleu: blaue Trauben, hervorragender Geschmack, sehr robust Romulus: grüne Trauben, starkwüchsig, weitgehend kernlose Früchte Venus: blaue Trauben, groß und kernarm, sehr winterhart Vanessa: rosafarbene Trauben, kernarm, große Früchte, tolerant gegen Pilzkrankheiten Frumoasa Alba: gelbe Traube, kernarm, sehr aromatisch
Tafeltrauben lassen sich auch an einer Pergola ziehen. Foto: Karin SternAls Kletterhilfe wurde hier ein hölzernes Gerüst an der Klinkerwand befestigt. Foto: Karin SternMit der richtigen Sortenwahl legt man den Grundstein für eine gute Ernte. Foto: Karin SternReifende blaue Trauben. Foto: Karin SternAn einer nach Süden ausgerichteten Mauer fühlt sich die Tafeltraube wohl. Foto: Karin SternMit Hilfe einiger Bambusstangen lassen sich die Triebe fächerförmig aufleiten. Foto: Karin SternBei Reihenpflanzung im Garten sind die Reben auf ein Stützgerüst aus Draht angewiesen. Foto: Karin SternBaumschulen bieten auch Weinreben für Topfkultur an. Foto: Karin Stern
Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen (OV). Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände und der OV Lübeck vorgestellt – heute: der KLFV Schleswig.
Der KLFV Schleswig umfasst das Gebiet des gleichnamigen Altkreises, denn die LandFrauen haben die politische Vereinigung der Kreise Flensburg-Land und Schleswig nicht mitgemacht. Der Altkreis war ein Binnenkreis fast ohne Meeresküste, wenn man von dem Zipfel Schleimünde absieht. Zum Gebiet gehören ein Teil von Angeln sowie die Eider-Treene-Sorge-Region. Und gerade die bereitet der Landbevölkerung einige Sorgen. Hier soll das größte Projekt des Landes zur Wiedervernässung ehemaliger Moorgebiete stattfinden.
Neben zahlreichen Informationsveranstaltungen der Landesregierung und des Bauernverbandes informieren auch die LandFrauen über dieses Thema, zum Beispiel im Gemeindehaus Stapel in diesem Jahr. Bereits 2023 hatten sie eine Begehung mit dem Kreisbauernverbandsvorsitzenden Klaus-Peter Dau in dem Gebiet unternommen. „Es betrifft nicht nur die Landwirte dort, sondern auch die Allgemeinbevölkerung“, sagt die KLFV-Vorsitzende Sylke Messer-Radtke, die zugleich Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein ist, „es können auch Kreisstraßen von zeitweiser Überflutung betroffen sein, etwa zwischen Tetenhusen und Meggerdorf.“
Lesung und Filme über den Norden
Auch mit der Gesundheit insbesondere im Alter beschäftigen sich die LandFrauen, etwa mit einer jährlichen Veranstaltung in der Familienbildungsstätte in Schleswig, die zum Teil auf Plattdeutsch stattfindet, dieses Jahr zum Thema „Plötzlich pflegebedürftig – was nun?“. Auch mit dem Arbeitskreis Frauengesundheit des Kreises wird eng kooperiert. Im Februar besuchen sie regelmäßig ein Seminar in der Akademie Sankelmark, in diesem Jahr zum Thema „KI – Fluch oder Segen?“, das vom „Schwester-KLFV“ Flensburg aus dem Jahr vorher übernommen wurde.
Vorstellung der Herzkissen-Aktion des OV Süderbrarup auf dem Landmarkt in Schloss GottorfFotos: KLFV
Anlässlich des 100. Geburtstages von Siegfried Lenz hat Dr. Maren Ermisch einen Vortrag über den Schriftsteller mit Lesung und Fotografien in der Waldkapelle Tetenhusen gehalten. Der Gottorfer Landmarkt in Schleswig wurde mit einem Stand als Informationsplattform genutzt.
Im September wird seit 2022 zum Kinoabend im „Kapitol“ in Schleswig eingeladen – „bestbesucht“, etwa jüngst die Verfilmung von Dörte Hansens Bestseller „Mittagsstunde“ oder in diesem Jahr der Amrum-Film von Fatih Akin. Jedes Jahr findet eine Arbeitstagung statt, alle zwei Jahre in Form einer Dorfbereisung, die der besuchte Ortsverein organisiert. Einmal im Sommer lädt die Kreisvorsitzende Messer-Radtke die Ortsvorstände zu sich zum Kaffee im Garten ein, um den Austausch zu pflegen.
Auch auf Ortsvereinsebene geschieht viel. Die OV Süderbrarup und Kappeln nähen Herzkissen für Brustkrebspatientinnen – eine Aktion mit der Landjugend. Die wird von den KreisLandFrauen auch beim Berufswettbewerb unterstützt. Der OV Ekebergkrug besucht die Mühle Anna und Schloss Glücksburg. Der OV Tetenhusen bietet Kurse zu Selbstverteidigung und Erster Hilfe an. Eine Modenschau in der „Traumklamotte“ in Viöl plant der OV Börm im September. Im November diskutieren die Land-Grazien im Dörpstreff in Börm zu der Frage „Häusliche Gewalt auf dem Dorf – gibt‘s das überhaupt?“. Der OV Süderbrarup bereiste Anfang Juni mehrere Tage den Spreewald, der OV Mittlere Treene fährt im August nach Bremen. „Algen – gesunde Wirkstoffe aus dem Meer“ lautet ein Vortrag beim OV Kropp im November.
Junge LandFrauen – peppig und preppig
Auch die Jungen LandFrauen sind im Kreisteil Schleswig aktiv. Im vergangenen Jahr gab es zwei Meal-Prep-Veranstaltungen (Vorkochen, um Zeit, Geld und Kalorien zu sparen), einen Dorfflohmarkt, die Besichtigung der Geestfrisch Meierei, die Teilnahme an der landesweiten Baumpflanz-Challenge und den beliebten Adventskalender-Tausch.
Immer noch erhältlich ist das Buch des KLFV Schleswig „Tschüss – Hotel Mama!“, das jungen Leuten Tipps für den Umzug und für die Zeit in der ersten eigenen Wohnung gibt – für 7,90 € unter sylke.messer.radtke@gmail.com
Die EU macht ernst. Wie erwartet wird Brüssel ab sofort vorerst kein Rindfleisch mehr aus Brasilien in den gemeinsamen Binnenmarkt lassen. Der Regierung in Brasília sei es bisher nicht gelungen sicherzustellen, dass für den europäischen Markt bestimmtes Fleisch nicht mit antimikrobiellen Wachstumsförderern in Kontakt gekommen sei, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission mit. Ausreichende Nachweise seien bisher nicht erbracht worden.
Vorerst gilt der Importbann auch für Geflügelfleisch sowie Honig. Laut der Sprecherin sind gegenwärtig aber noch Experten der EU mit entsprechenden Audits vor Ort beschäftigt, die sich noch einige Tage ziehen könnten. Sollten die Ergebnisse die Brüsseler Behörde zufriedenstellen, dürfte sie beide Erzeugnisse kurzfristig wieder zur Einfuhr zulassen. Nach Angaben der Sprecherin kann es jedoch noch mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate dauern, bis die Resultate der aktuellen Prüfung vorliegen.
Die brasilianischen Behörden haben der Kommissionssprecherin zufolge beim Rindfleisch den Nachweis bislang nicht erbracht, dass die Masttiere über ihre gesamte Lebensdauer hinweg – rund 24 Monate – unbehandelt geblieben sind. Verboten sind sowohl in der EU untersagte Wirkstoffe als auch nach EU-Recht als Reserveantibiotika für die Humanmedizin deklarierte Mittel. Wann der Importbann für Rindfleisch aufgehoben werden kann, ist laut der Sprecherin „aktuell nicht absehbar“.
Laut Zahlen der Statistikbehörde Eurostat hat die Europäische Union im vergangenen Jahr 119.637 t Rindfleisch zu Schlachtgewichtäquivalenten importiert. Das entsprach 26,5 % der gesamten EU-Rindfleischeinfuhren. Zum Vergleich: 2024 waren es 87.603 t. Dies entspricht einem Anstieg innerhalb eines Jahres um rund 37 %. Inwiefern die drei übrigen Mercosur-Staaten Argentinien, Paraguay und Uruguay die nun wegfallenden Importe aus Brasilien kompensieren können, ist unklar. age
Schweiz und China bauen Zölle ab
Überarbeitetes Freihandelsabkommen
Die Schweiz und China haben ihr seit dem 1. Juli 2014 geltendes Freihandelsabkommen überarbeitet. Während nach Angaben des eidgenössischen Departements für Wirtschaft im bestehenden Abkommen fast alle chinesischen Importe in die Schweiz zollfrei erfolgten, war dies nur für knapp die Hälfte der Schweizer Exporte nach China der Fall. Dieses Ungleichgewicht wurde nun behoben. Mittelfristig werden 99,8 % der Schweizer Ausfuhren nach China vollständig zollbefreit, davon 77,5 % ab Inkrafttreten des optimierten Abkommens. Für die restlichen Exporte gilt die Zollbefreiung nach Ablauf einer Abbaufrist von fünf bis maximal zehn Jahren.
Mittelfristig werden 99,8 % der Schweizer Ausfuhren nach China vollständig zollbefreit. Foto: KI
Im Agrarbereich gilt die vollständige Zollbefreiung für Käse sowie Röstkaffee und kaffeebasierte Zubereitungen nach zehn Jahren. Diese Produkte erhielten bislang Teilkonzessionen oder waren ausgeschlossen. Weitere Schweizer Agrarexportprodukte wie Schokolade, Baby- und Kleinkindnahrung, Wein und Trockenfleisch sind bereits unter dem bestehenden Freihandelsabkommen zollbefreit.
Die Schweiz hatte sich bereits im bestehenden Abkommen verpflichtet, keine Importzölle auf Industrieprodukte aus China zu erheben. Das optimierte Abkommen deckt 97,3 % der chinesischen Ausfuhren im Agrarbereich ab, 80,1 % davon zollfrei. Bei den für die Schweiz sensibleren Produkten wurde eine Reduktion oder Beseitigung von Zöllen innerhalb der bestehenden WTO-Zollkontingente unter Berücksichtigung der saisonalen Einschränkungen vereinbart. Dies betrifft beispielsweise diverse Früchte und Gemüse sowie Fruchtsäfte.
Darüber hinaus wurden spezifische Interessen Chinas berücksichtigt, wie etwa Hunde- und Katzenfutter, Sonnenblumenkerne sowie verschiedene Ölsaaten und Samen. Verarbeitete Landwirtschaftsprodukte aus China unterliegen weiterhin dem Preisausgleichsmechanismus. Die Konzessionen seien der Regierung zufolge mit der schweizerischen Agrarpolitik vereinbar. age
Exportprobleme und Geldmangel
gefährden die Herbstaussaat
Ackerbauern in Russland unter Druck
Laut Arkady Zlochevsky sind die Getreidepreise in Russland stark gesunken. Foto: Imago
Die aktuellen Probleme beim Getreideexport lassen in Russland ernste Sorgen um die Ernte 2027 aufkommen. Grund dafür ist laut Darstellung des Portals agroinvestor die anstehende Aussaatperiode für das Wintergetreide, für die vielen Landwirten nun schlicht das Geld fehlt. Arkady Zlochevsky, Präsident der Russischen Getreideunion (RGU), wies darauf hin, dass die Getreidepreise am heimischen Markt bereits stark gesunken seien, weil durch die fehlenden Exporte die neue Ware nicht vom Markt komme.
Um an Geld zu gelangen, müssten die Betriebe zumindest einen Teil ihrer Ernte verkaufen, betonte Zlochevsky. Allerdings zeigten potenzielle Käufer in Erwartung neuer Preistiefs vielfach kein Interesse. Außerdem hätten die Ackerbauern zu wenig Kapazitäten, um die neuen Erntemengen zwischenzulagern. Darüber hinaus seien neue Kredite nur schwer zu bekommen, während die Rückzahlung bereits aufgenommener Gelder weiterlaufe.
„Infolgedessen bleibt nur noch der Bankrott“, brachte es der RGU-Präsident auf den Punkt. Helfen könne hier der Staat, indem er beispielsweise ein Moratorium für die Rückzahlungen von Darlehen verhänge oder zumindest eine zeitliche Verschiebung anordne. Eine weitere Möglichkeit wären die bereits angedachten staatlichen Interventionskäufe.
Das Moskauer Landwirtschaftsministerium dürfte indes alles daransetzen, das Produktionsniveau beim Getreide zu halten. Eine Verkleinerung der Aussaatfläche sei eine Verletzung der Ernährungssicherheit, ein Prozess, der völlig unkontrollierbar sei, warnte der stellvertretende Ressortchef Maxim Borovoy auf einem Branchentreffen. Er gab sich zuversichtlich, dass die Probleme mit den Exporten überwunden würden. Das Ministerium hat bereits staatliche Interventionskäufe von Getreide vorgeschlagen, um Überschüsse vom Markt zu nehmen und den Getreidepreis zu stabilisieren. age