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3,00 €/l für Diesel bald Realität?

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Die Lage am Rohölmarkt hat sich im Laufe der vorigen Woche weiter verschärft. Der Weltmarktpreis für Rohöl erreichte zu Wochenbeginn knapp die 106 US-$/bbl und war damit so hoch wie zuletzt im Mai dieses Jahres. So preisen die Märkte nun ein, dass der Konflikt im Nahen Osten länger dauern wird und die weltweite Ölversorgung doch massiver beeinträchtigt werden könnte als bisher angenommen. Denn parallel zu der weiterhin stark eingeschränkten Passage durch die Straße von Hormus im Persischen Golf verschärft sich nun auch die Lage im Roten Meer deutlich. Hier haben die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien angegriffen und beschädigt. Diese Pipeline kann bis zu 7 Mio. bbl pro Tag aus dem Osten des Landes an den am Roten Meer gelegenen Hafen Yanbu transportieren. Somit kann Saudi-Arabien 70 bis 80 % seiner Rohölexporte über diese Pipeline zum Roten Meer transportieren und damit die Straße von Hormus umgehen. Nun aber ist diese Pipeline vorübergehend ausgeschaltet. Zusätzlich haben die Huthis die gesamte jemenitische Küste erobert und kontrollieren somit nun auch die Meer­enge von Bab al-Mandab, den für den Welthandel so wichtigen Ausgang des Roten Meeres. Damit bleibt den Saudis nur noch der Export über den Suez-Kanal, wenn die Pipeline wieder in Betrieb ist. Ein riesiger und kostenintensiver Umweg für die Exporte nach Asien.

Diesel von Rohöl abgekoppelt

Die Dieselpreise an den Tankstellen klettern aktuell immer weiter nach oben. Inzwischen sind die Preise für Diesel an der Börse auf einem Rekordhoch, das mit 1.500 US-$/t sogar noch weit über dem bisherigen Allzeithoch vom März 2022 liegt. Rohöl hingegen hat das Niveau von Anfang 2022 noch lange nicht erreicht.

Der Grund für diese Abkoppelung des Dieselpreises vom Rohölpreis hat mehrere Gründe. In erster Linie sind es die weltweit knapp gewordenen Raffineriekapazitäten. Allein in Russland ist derzeit ungefähr die Hälfte der dortigen Raffineriekapazitäten außer Betrieb. Entsprechend exportiert Russland derzeit überhaupt keinen Diesel und kein Gasöl. Gasöl ist die Vorstufe von Diesel beziehungsweise Heizöl. Allein dadurch fehlen dem Weltmarkt aktuell zirka 0,5 Mio. bbl pro Tag. Auch die Golfregion, besonders aber Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait haben zu „normalen“ Zeiten bis zu 1 Mio. bbl pro Tag exportiert. Durch die Sperrung der Straße von Hormus kommt jetzt ein großer Teil dieser Mengen nicht aus dem Persischen Golf heraus. Für Europa wird dadurch Indien als drittgrößter Exporteur nach den USA und Russland besonders wichtig. Diese Schiffe müssen aber durch das Rote Meer, um nach Europa zu gelangen. Und genau das steht durch die Angriffe der Huthis dort derzeit auf der Kippe. Die Alternative für den Welthandel führt einmal um Afrika herum – mit entsprechenden Konsequenzen für die Höhe der Frachtraten.

Hiesige Raffinerien profitieren

Immer wenn eine Ware knapp ist, lässt sich damit sehr viel Geld verdienen. So ist es aktuell auch mit dem Diesel. Die hiesigen Raffinerien brauchen keine billige Konkurrenz aus Russland et cetera zu fürchten und können ihre Margen erheblich ausbauen. Während die Raffinerien im vorigen Jahr noch zu zirka 80 % ausgelastet waren, wird jetzt Volllast gefahren, um auch an den hohen Margen im Dieselexport zu verdienen. Die Exportquote liegt aktuell bei zirka 40 %, im Vergleich zu 29 % im Vorjahr. Eine Entspannung der aktuellen Lage ist derzeit kaum in Sicht, auch wenn es aktuell wieder erste Anzeichen einer iranischen Verhandlungsbereitschaft gibt. Da die weltweiten Vorräte nahezu aufgebraucht sind, werden die Dieselpreise weitersteigen. Die 3-€-Marke für Diesel an den Tankstellen wird somit schon in Kürze Realität, mit entsprechend drastischen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, wenn die Regierung nicht vorher gegensteuert. 

„Resilienz“ ist der zweite Vorname der Landwirte

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14 Stunden Stromausfall. Das war an einem Sonntag im Juli der Fall, in einem kleinen Dorf im Kreis Steinburg – meinem Wohnort. Ein uraltes Kabel hatte Erdschluss. Die Techniker waren schnell vor Ort, das Hauptpumpwerk der Abwasseranlage wurde mittels Güllewagen geleert. Auch die Menschen hätten in solch einem Fall schnell den Kanal voll, erklärte Oberst a. D. Ralph Thiele auf dem Forum Milch in Schwerte (siehe Seite 14). Seine Befürchtung: Nach drei Stunden würden die Menschen aggressiv werden, nach drei Tagen begännen erste Plünderungen.

Aus dem Materialversagen in meinem Dorf wurde kein Organisationsversagen. Der Bürgermeister war den ganzen Tag vor Ort, löste die Probleme, kommunizierte schnell und transparent. Doch was ist, wenn Politikversagen zur Katastrophe führt? Aus „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“ wurde in der Ukraine „Es ist Krieg, und wenige kommen zurück“. Seit dem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig ist auch Deutschland nicht mehr im Frieden.

Schleswig-Holstein gilt als Aufmarschgebiet, sollte es im Osten eskalieren. Ältere Landwirte kennen noch militärische Übungen, bei denen Panzer Flurschäden verursachten und Soldaten Schützengräben aushoben. Lange her und doch bald wieder Alltag? Was es im Krisenfall braucht, ist Resilienz, Widerstandskraft. Im Großen und Ganzen hat die Gesellschaft verlernt, mit Extrembelastungen umzugehen. Doch der ländliche Raum kann Dinge, von denen man träumt in den Großstädten. 2021 im Ahrtal, 2023 bei der Ostsee-Sturmflut und 2026 im Hürtgenwald haben Landwirte bewiesen: „Resilienz“ ist der zweite Vorname unserer Bäuerinnen und Bauern.

Der Verein Agrill startete in diesem Jahr einen bundesweiten Ernte-Agrill mit dem Schwerpunkt Ernährungssicherung. Eine Veranstaltung am 18. August auf Gut Farve zeigte, wie präsent das Thema auf dem Land ist. „Wasser, Nahrung, Wohnen“ seien existenzielle Bedürfnisse, die gesichert sein müssten, erklärte Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht in Schwerte. Aber wirksam helfen und Verantwortung übernehmen kann nur, wer die Instrumente dazu in der Hand hat. Seien es das Notstromaggregat, der Trecker mit Allrad und Frontlader, regional verfügbare Lebensmittel – vor allem aber Menschen, die belastbar sind und wissen, was sie tun.

Nach der Friedensdividende kommt die Resilienzdividende. Hoffentlich müssen wir sie nicht einfordern. Aber wenn doch, wird sich zeigen, dass jede Investition in die Widerstandsfähigkeit der Regionen und der Menschen lohnenswert war.

„Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit“, sagte Kurt Schumacher, Gründungsvater der SPD. Der CDU-Europaabgeordnete Niclas Herbst (siehe Seite 12) und die CDU-Landtagsabgeordnete Rixa Kleinschmit (kommende Ausgabe oder jetzt schon im Digitalabo) machen deutlich, dass die Politik begriffen hat: Die heimische Landwirtschaft ist ein unersetzbarer Teil der kritischen Infrastruktur.

Was fehlt, ist die Umsetzung. Will die Politik die Resilienzdividende in der Europäischen Agrarpolitik ebenso wie auf Bundes- und Landesebene gewinnen, muss heute investiert werden: Geld. Und Vertrauen. So brauchen Landwirte deutlich mehr Beinfreiheit. Erhalten und stärken wir die Betriebe. Sonst wird es nicht nur teuer, sondern existenziell.

Photovoltaik im Post-EEG-Zeitalter

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Mit dem schrittweisen Auslaufen des Vergütungszeitraums ihrer PV-Anlagen stehen viele landwirtschaftliche Betriebe vor tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen und Entscheidungen. Während der Betrieb dieser Anlagen bislang durch garantierte Einspeisevergütungen wirtschaftlich attraktiv war, verändert sich die Situation nach dem Auslaufen der Förderung erheblich.

Für viele Betriebe bedeutet dies einen Wechsel vom bisherigen Geschäftsmodell der Stromeinspeisung hin zu einer möglichst effizienten Eigennutzung des erzeugten Solarstroms. Während ältere Photovoltaikanlagen noch Vergütungen von mehr als 40 ct/kWh erhielten, liegt der erzielbare Marktwert nach dem Ende der EEG-Förderung häufig nur noch zwischen 3 und 8 ct/kWh. Angesichts gleichzeitig deutlich gestiegener Strombezugskosten verliert die Einspeisung damit erheblich an wirtschaftlicher Bedeutung.

Nicht nur die Module zählen: Auch Wechselrichter und weitere technische Komponenten sollten bei älteren Photovoltaikanlagen überprüft werden.

Eigenverbrauch wird wichtiger

Gleichzeitig eröffnet diese Entwicklung neue Möglichkeiten. Jede Kilowattstunde, die im eigenen Betrieb genutzt werden kann, ersetzt teuren Netzstrom und erzielt damit einen deutlich höheren wirtschaftlichen Nutzen als die Einspeisung. Gerade landwirtschaftliche Betriebe verfügen häufig über zahlreiche Verbraucher, die sich gut mit der Stromerzeugung einer Photovoltaikanlage kombinieren lassen. Dadurch bestehen vielfach gute Voraussetzungen, den Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen und die Energiekosten nachhaltig zu senken. Zudem wird spätestens ab diesem Zeitpunkt die Nutzung elektrischer Verbraucher, beispielsweise von Hofladern, in der Innenwirtschaft sehr interessant.

Neben dem direkten Eigenverbrauch gewinnen Batteriespeicher zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern und auch außerhalb der Erzeugungszeiten zu nutzen. Dennoch sollte die Dimensionierung sorgfältig erfolgen. Überdimensionierte Batteriespeicher erreichen oftmals zu wenige Vollzyklen pro Jahr und sind wirtschaftlich nicht sinnvoll. Entscheidend ist vielmehr eine an den tatsächlichen Lastprofilen orientierte Auslegung, die auf den Stromverbrauch und die verfügbaren PV-Überschüsse abgestimmt wird. Ebenso wichtig wird künftig ein intelligentes Lastmanagement sein. Viele betriebliche Prozesse lassen sich so steuern, dass sie bevorzugt Zeiten mit hoher Solarstromerzeugung nutzen. Diese Maßnahmen erhöhen den Eigenverbrauch oftmals kostengünstiger als der Bau zusätzlicher Speicherkapazitäten.

Repowering als Alternative

Für viele ältere Photovoltaikanlagen stellt sich darüber hinaus die Frage nach einem Repowering. Moderne Solarmodule erreichen deutlich höhere Leistungen als die vor über zwanzig Jahren installierten Systeme. Durch den Austausch alter Module und Wechselrichter lässt sich die vorhandene Dachfläche wesentlich effizienter nutzen. Gleichzeitig sollte der technische Zustand bestehender Anlagen überprüft werden. Module, Wechselrichter, Unterkonstruktionen und elektrische Schutzsysteme sollten nach jahrzehntelangem Betrieb einer umfassenden technischen Bewertung unterzogen werden, um einen sicheren und wirtschaftlichen Weiterbetrieb zu gewährleisten.

Neben der Wirtschaftlichkeit gewinnt zunehmend auch die Versorgungssicherheit an Bedeutung. Insbesondere Betriebe mit Kühlhäusern, Tierhaltung oder empfindlichen Produktionsprozessen können von einem schwarzstartfähigen Batteriespeicher profitieren. Im Falle eines Stromausfalls ermöglicht dieser den Aufbau eines eigenen Inselnetzes und die Versorgung kritischer Verbraucher wie Kühlanlagen, Lüftung oder Steuerungstechnik. Häufig ist dabei eine gezielte Ersatzstromversorgung ausgewählter Verbraucher wirtschaftlicher als die vollständige Notstromversorgung des gesamten Betriebs.

Betrieb individuell betrachten

Vor diesem Hintergrund ist eine unabhängige technische und wirtschaftliche Beratung sinnvoll. Die optimale Strategie nach dem Ende der EEG-Förderung hängt von zahlreichen betriebsspezifischen Faktoren ab: dem Stromverbrauch, den Lastprofilen, dem technischen Zustand der Photovoltaikanlage sowie den zukünftigen Investitionszielen. Eine fundierte Analyse kann aufzeigen, ob der Weiterbetrieb der Anlage, die Ergänzung um einen Batteriespeicher, ein Repowering oder eine Kombination verschiedener Maßnahmen die wirtschaftlich sinnvollste Lösung darstellt.

So gelingt der optimale Liegebereich

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Die Mehrheit unserer ­Milchkühe wird in Liegeboxenlaufställen gehalten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten als platzsparendes Verfahren etabliert haben. Anders als in Bereichen mit freier Liegefläche, die den maximalen Liegekomfort für die Tiere bieten können, müssen Liegeboxen bestmöglich gestaltet werden, um optimale Liegebereiche für die Kuh zu schaffen. Der Liegebox kommt zentrale Bedeutung zu, und das Betriebsmanagement muss immer wieder kritisch hinterfragen, was die Arbeit für die Kuh leichter macht.

Bei den Liegeboxen geht es um mehr, als nur dafür zu sorgen, dass sich Kühe in geordnete Reihen legen. Kühe ruhen normalerweise 10 bis 14 Stunden pro Tag in fünf oder mehr Ruhepausen. Gut konzipierte und geführte Liegeboxen können übermäßiges Stehen reduzieren, effizienteres Wiederkäuen ermöglichen, die Sauberkeit verbessern und Verletzungen minimieren. Es gibt heute viele wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die bestmögliche Boxengestaltung, die Abmessungen und das Design der Boxenbügel. Wie alle Bereiche hat sich auch die Liegebox im Laufe der Jahre entwickelt, sich auch den größer werdenden Tieren angepasst und den Komfort verbessert.

Liegeboxen sollen natürliches, komfortables Liegen ermöglichen und eine Verschmutzung der Tiere verhindern. Damit das gelingt, müssen die Boxenmaße zur Tiergröße passen. 

Es gibt unterschiedlich geformte Boxenbügel, es gibt flexible und bewegliche Boxenabtrennungen, die für Hoch- und Tiefboxen geeignet sind, und unterschiedlichste Oberflächen. Die Liegeboxen sollten es den Milchkühen ermöglichen, sich ohne physischen Kontakt (Kollision oder Reibung) mit den Boxenabtrennungen hinzulegen und aufzustehen. Die Empfehlungen für die Abmessungen der Liegeboxen zielen darauf ab, den Komfort und die Hygiene der Kühe zu optimieren (das heißt die Verschmutzung der Einstreu zu minimieren), das Verletzungsrisiko zu verringern und natürliche Verhaltensweisen zu ermöglichen. Sie sind daher ein Kompromiss zwischen Komfort und Hygiene. Die Empfehlungen für die Abmessungen der Liegeboxen richten sich nach der Größe der Kühe. Wichtige Kuhmerkmale sind die Widerristhöhe, die diagonale Körperlänge und die Breite an den Schultern. Wichtige Maßangaben der Liegeboxen sind darum die Boxenbreite, die Liegefläche/Boxenlänge insgesamt mit Liegefläche und Schwungraum und die reine Liege- und Stehfläche für die Kuh, die Höhe des Nackenriegels und dessen Entfernung von der hinteren Boxenkante sowie die Begrenzung durch ein Bugrohr oder Ähnliches vorn (Abbildung 1).

Zu jeder Liegebox gehören verschiedene Komponenten, die bestmöglich aufeinander abgestimmt sein müssen. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Boxenbügeln, aus denen der Tierhalter wählen kann. Die Boxenbügelform hat entscheidenden Einfluss auf den Boxenkomfort und erfüllt mehrere Funktionen, denn sie:

• bestimmt die seitliche Begrenzung der Liegefläche

• gibt die Liegeposition der Kuh vor – gerade oder eher diagonal

• verbietet oder erlaubt den seitlichen Schwungraum

• bestimmt die Höhe des Nackenriegels

Der wichtigste Teil des Boxenbügels ist der untere Bogen. Hier muss im Kopfbereich mindestens ein Freiraum von 12 bis 15 cm zwischen unterer Kante des Bügels und der oberen Kante des Bugrohres sein. Damit wird ein Einklemmen der Vorderbeine unter dem Boxenbügel vermieden. Der untere Bügel muss aber auch hoch genug sein, denn bei zu niedrigem Bügel können die Kühe die Vorderfüße darüberstellen, was dazu führt, dass sie sich im Boxenbügel einklemmen können. Hohe Bügel können außerdem den seitlichen Schwungraum in die Nachbarbox verhindern, solange sie nicht so hoch sind, dass die Kuh unterhalb Schwung holen kann. Bei Doppelboxen kommt es immer wieder vor, dass die Kuh in der gegenüberliegenden Box den Schwungraum einschränkt (Individualdistanz) und darum der seitliche Raum benötigt wird. Im hinteren Bereich sollte die Höhe des unteren Bügels 25 bis 30 cm über der Boxenoberfläche betragen. Der Bügel sollte gerade sein und nicht schräg abfallen, da diese Bügelform die Kuh zum diagonalen Liegen einlädt.

Für eine gerade Liegeposition der Kuh sollte der Winkel nach oben bei 50 bis 55 cm hinter der Bugschwelle beginnen. Dann ist der Bügel keine Beeinträchtigung mehr für Rücken und Beckenknochen der liegenden Kuh. Da die Bugschwelle 172 bis 182 cm von der hinteren Boxenkante entfernt ist und die Stalllänge variiert, sind unterschiedliche Boxenbügelgrößen erforderlich. Entscheidend sind die Form und die Maße des unteren Bügelbogens, denn er bestimmt die seitliche Begrenzung der Liegefläche, verhindert seitliches Liegen und ermöglicht den seitlichen Schwungraum.

Der Abstand zwischen oberem und unterem Boxenbügel ermöglicht der Kuh beim Verlassen der Box, den Kopf links oder rechts durchzuschwenken. Außerdem bestimmt der offene Durchmesser die Höhe des Nackenriegels.

Der Nackenriegel bestimmt die Standposition der Kuh in der Liegebox. Er ist immer im Weg, wenn die Kuh beim Aufstehprozess nach vorn tritt. Bei korrekten Maßen steht die Kuh auf, stößt leicht an und tritt dann zurück – solange es keine anderen Beeinträchtigungen des Bewegungsablaufs beim Aufstehen gibt (nach Dairyland Initiative, Wisconsin, USA).

Es gibt zahlreiche Literaturstellen, die wichtige Empfehlungen für die Gestaltung von Liegeboxen geben:

• hintere Boxenkante mit 15 bis 20 cm Höhe, keine scharfen Kanten

• Neigung zwischen 2 % und 5 %

• Bugbrett entweder rund oder ohne scharfe Kanten

• Boxenabtrennung mit genügend Platz, um verschiedene Liege-/Beinpositionen zu ermöglichen und Verletzungen von Hüfte und Rippen zu vermeiden (Efsa, 2023)

Liegeboxen müssen aber nicht nur zur Kuh passen und deren Bedürfnisse nach einem optimalen Liegeplatz erfüllen, sie müssen auch gut zu reinigen und zu pflegen sein und sollten länger als zehn Jahre störungsfrei funktionieren.

Einstreu und Boxenpflege

Die Umgebung der Liegefläche hat einen großen Einfluss auf deren Zustand. Der erste Schritt, den eine Kuh in den Stall macht, ist in der Nähe der Stelle, mit der Euter und Zitzen in Berührung kommen, wenn sie sich in eine Ruheposition begibt. Regelmäßiges Entfernen von Kot und Urin aus den Laufgängen kann dazu beitragen, dass weniger Dung auf die Liegeflächenoberfläche gelangt. Eine gute Belüftung ist zu allen Jahreszeiten wichtig, um eine gute Luftqualität zu gewährleisten und den Boden und die Liegeflächen trocken zu halten. Die Einstreu dient zwei Zwecken. Erstens macht sie den Boden weicher, um den Komfort und das Wohlbefinden der Kuh zu verbessern. Zweitens hält sie die Kuh und den Bereich, auf dem sie liegt, sauber. Dies wird am besten erreicht, wenn die Einstreu trocken ist, was auch von den Kühen bevorzugt wird. Der Komfort eines Stalls hängt in hohem Maße von der Art, der Menge und der Qualität der Einstreu im Stall ab. Eine optimale Einstreu sollte eine angemessene Wärmeisolierung oder Kühlung (je nach Temperatur), einen angemessenen Grad an Weichheit, einen angemessenen Grad an Reibung und ein geringes Risiko von Abrieb bieten sowie leicht zu pflegen und zu reinigen sein.

Die Unterlage und die Einstreu sollten eine bequeme, anpassungsfähige Oberfläche bieten, um die Kuh abzufedern, wenn sie sich in eine Ruheposition begibt und während sie ruht. Um bequem zu sein, sollten der Boden und die Einstreuschichten die Kontaktflächen für Sprunggelenke, Knie, Hüfte, Brustkorb und Schultern abfedern. Die Polsterung wird geschaffen durch eine dicke Schicht (15 bis 20 cm) Einstreu auf einer festen Unterlage (Tiefboxen) oder durch eine Zwischenschicht, eine Polstermatte oder Matratze und 2,5 bis 5 cm Einstreu (Hochboxen). Typische Polsterungsschichten sind Matratzen oder weiche Gummimatten. Matratzen bestehen aus einem elastischen Füllmaterial wie Schreddergummi, Schaumstoff oder Flüssigkeit und einem gewebten Polyethylen- oder filzartigen Geotextilmaterial. Hartgummimatten bieten wenig Dämpfung und können rutschig sein. Weiche Gummimatten bieten einige der gleichen Eigenschaften wie Matratzen. Bei der Auswahl und Verlegung von Matten oder Matratzen sind die Befestigungsmethoden, die Oberflächenbeschaffenheit und die Verdichtung des Matten- oder Matratzenmaterials zu berücksichtigen.

Unabhängig vom Basismaterial ist eine Schicht Einstreumaterial erforderlich; auch auf Matratzen und Matten ist eine Einstreu erforderlich, um saubere und trockene Bedingungen zu gewährleisten und um zusätzliche Polsterung zu bieten, Feuchtigkeit zu absorbieren, die Kühe sauber zu halten und das Bakterienwachstum einzuschränken. Niedrige Kosten und einfache Handhabung sind wünschenswert. Häufig werden Mischungen aus verschiedenen Einstreumaterialien verwendet. Die Auswirkung der Einstreu auf die Gülleverarbeitung sollte ebenfalls berücksichtigt werden.

Für die Einstreu werden verschiedene organische und anorganische Materialien verwendet. Typische organische Materialien sind zum Beispiel Sägemehl, Hobelspäne, Stroh, Strohpellets, Dinkelspelzen (-pellets), Rapsstroh, trockener Pferdemist oder recycelte Feststoffe aus Gülle, deren Einsatz rechtlich nicht eindeutig geklärt ist. Weit verbreitet ist die Mischung aus Stroh und Kalk oder Tonmineralen.

Anorganische Materialien: Sand, Kalk, Gips

Organische Einstreumaterialien können leichter zu hygienischen Beeinträchtigungen führen als anorganische Materialien und müssen daher sehr exakt bewirtschaftet werden. Es wird dringend empfohlen, das verschmutze organische Material mehrmals täglich aus dem hinteren Drittel der Boxen­einstreu zu entfernen und durch frisches Material zu ersetzen. Auch ein Einstreuvorrat im vorderen Teil der Box wird nicht empfohlen.

Anorganische Materialien neigen dazu, die Oberfläche trocken zu halten, indem sie die Feuchtigkeit ableiten, und sind deswegen nicht so empfänglich für Bakterienwachstum. Aber auch die Sandbox lebt von der regelmäßigen Pflege und muss mindestens einmal pro Woche nachgestreut werden. Die Oberfläche des Stalls muss regelmäßig nivelliert werden, um den Kühen einen bequemen Liegeplatz zu bieten.

Sandbettwaben, die im vorderen Bereich oder auch im gesamten Liegebereich der Kuh installiert werden können, helfen dabei, Einstreu in der Box zu halten, und sparen somit gegebenenfalls Einstreumaterial ein. Aber auch die gefüllten Waben müssen regelmäßig übergestreut werden.

Ein ideales Einstreumaterial, das für alle Betriebe gleich gut ist, gibt es nicht, da jeder Betrieb je nach Standort, Bewirtschaftung, Größe und so weiter seine eigenen Besonderheiten aufweist und die Verfügbarkeit bestimmter Materialien wie Sand oder die Art des Betriebs letztlich die Wahl des Landwirts bestimmen.

In Studien wird immer wieder belegt, dass die Einstreutiefe die größte potenziell positive Auswirkung auf das Wohlergehen der Milchkühe hat, da eine tiefere Einstreu in den Liegeboxen, unabhängig von der Art der Einstreu, die Komprimierbarkeit in einem Maße verbessern kann, dass die Art der Einstreu vernachlässigbar ist. Eine tiefere Einstreu wird mit einer längeren Liegezeit und einer geringeren Wahrscheinlichkeit in Verbindung gebracht, dass eine Kuh Verletzungen erleidet oder lahmt. Längere Liegeboxen verlängern nachweislich die Liegezeit und verringern die Häufigkeit von Verletzungen und Lahmheiten. Die Auswirkung der Höhe des Bugbretts auf das Wohlbefinden der Kuh wurde noch nicht eingehend untersucht, aber sie kann in Verbindung mit anderen Stallkomponenten den der Kuh zur Verfügung stehenden Liegeplatz bestimmen. Insgesamt beeinflussen die Komponenten der Liegebox, die Länge des Stalls und die Höhe des Bugbretts sowie deren Kombination das Wohlbefinden der Kühe und müssen berücksichtigt werden, um das allgemeine Wohlbefinden der Kühe in Liegeboxenlaufställen zu verbessern.

Routinearbeit Boxenpflege

Ohne regelmäßige, sachgerechte Pflege der Liegeboxen verschlechtert sich der Liegekomfort, und die Euterhygiene nimmt ab, was die Leistungsfähigkeit der Kühe insgesamt begrenzt. Zwei Mal pro Tag gehört die Boxenpflege zu den Routinearbeiten. Die Tiefboxenpflege stellt die Betriebe immer wieder vor besondere Herausforderungen, da die Pflege aufwendiger, zeitintensiver und körperlich anstrengender ist als die Hochboxenpflege. Für Hochboxen gibt es bereits seit Längerem technische Geräte, die die tägliche Pflege vereinfachen und mehrere Arbeitsschritte in einem kombinieren. Es gibt selbstfahrende Geräte, die im ersten Arbeitsschritt den hinteren Boxenbereich abkehren und im zweiten Arbeitsschritt eine dünne Einstreulage neu aufbringen.

Auch für die Tiefboxenpflege gibt es inzwischen technische Unterstützung in Form von einfachen Boxenkämmen oder Boxen­glättern (Schnecken). Diese Geräte übernehmen das Glattziehen und Auflockern der Liegefläche, aber Verschmutzungen müssen nach wie vor per Hand entfernt werden. Auch das Nachstreuen ist noch immer ein separater Arbeitsgang, der meist mit mechanisch-technischer Unterstützung erfolgt. Eine Ausnahme sind automatische Einstreugeräte.

Wenn große Mengen an Material seltener nachgestreut werden, kann dies zu erhöhtem Einstreuverlust nach dem Befüllen führen, den Komfort verringern und eine unerwünschte Positionierung der Kuh vor dem nächsten Einstreuen verursachen. Hochboxen erfordern häufigere Einstreu, um eine saubere, trockene Oberfläche und eine geeignete Einstreuschicht zu gewährleisten, die Verletzungen der Sprunggelenke verhindert.

In der Praxis lässt sich immer wieder feststellen, dass die richtige und konsequente Boxenpflege für die Kühe und das Funktionieren der Liegebox wichtiger ist als das Einstreumaterial. Ob eine Liegebox sauber und trocken ist, lässt sich einfach an den Kühen ablesen. Die Sauberkeit von Beinen, Bauch und gesamtem Körper spricht eine deutliche Sprache.

Natürlich sollten verbogene oder abgebrochene Boxenbügel umgehend repariert und/oder ersetzt werden, bevor sie die Nutzung des Stalls oder das Wohlbefinden der Kühe beeinträchtigen oder Verletzungen verursachen.

Komfort für bestehende Ställe

Häufig kann der Komfort für die Kühe verbessert werden, indem die Nackenriegelhöhe der tatsächlichen Tiergröße angepasst wird. Auch die Boxenbreite und die Gestaltung des Bugbretts können kuhfreundlich angepasst werden. „Kopfbremsen“, die den Schwungraum der Kühe nach vorn begrenzen, sind mehr als nur ein lästiges Ärgernis, denn sie bremsen die Kuh im wahrsten Sinne des Wortes aus. Kühe reagieren auf das Einstreumaterial, insofern ist ein regelmäßiges Nachstreuen frischer Einstreu wichtig. „Noch nie ist ein Betrieb am Einkauf der Einstreu pleitegegangen“ ist ein geflügeltes Wort unter den Berufskollegen in den USA.

Tipps: Alle Matratzen in Hochboxen ordnungsgemäß einstreuen. Sie sollten immer mit mindestens 3 bis 7 cm Einstreu bedeckt sein, damit die Kühe sauber und bequem liegen. Jedes Mal, wenn die Kühe zum Melken gehen, sollten Kot und Urin aus dem Stall entfernt werden – in Betrieben mit automatischem Melksystem muss ein individuelles Reinigungsintervall gefunden werden.

Die meisten Matratzen (Gummi/Schaumstoff) haben eine maximale Lebensdauer von zehn Jahren. Bis dahin hat sich das Füllmaterial zu einer sehr harten Liegefläche verdichtet. Auch Wasserbetten müssen aus dem gleichen Grund repariert oder ersetzt werden, sobald sie undicht werden.

Liegeboxen müssen passend für die Kühe gestaltet werden, wobei die größten Kühe der Herde die Maße vorgeben. Zu kleine Liegeboxen halten die Kühe vom Liegen ab, da es für sie schwierig ist, sich hinzulegen oder aufzustehen, und sie sich dabei verletzen können.

Tiefboxen müssen immer „voll“ sein. Durch Ein- und Aussteigen der Kühe aus den Boxen wird Material in den Laufgang getragen, sodass in der Box Materialschwund herrscht. Das führt zu Vertiefungen, insbesondere im hinteren Teil der Boxen, in denen sich Feuchtigkeit und Urin ansammeln können, was zu unhygienischen Einstreubedingungen führt.

Boxen müssen sauber gehalten werden.

Boxen sollten ein leichtes Gefälle nach hinten aufweisen. Auch bei der Stallpflege sollte das Einstreumaterial mit einem Gefälle von 2 bis 3 % zum Laufgang geneigt werden.

Fazit

Der Komfort der Kühe, die Arbeitssicherheit, die Produktivität für Kuh und Betreuer und minimale negative Auswirkungen auf die Umwelt sind für jedes Milchproduktionssystem von wesentlicher Bedeutung. Richtig konzipierte, konstruierte und gewartete Liegeboxen sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Systems. Laufställe eignen sich für große und kleine Gruppen von Milchvieh. Die Herdenbetreuer müssen durch die tägliche Kontrolle die Bedeutung der einzelnen Komponenten in der Umweltgestaltung der Kühe und dem natürlichen Verhalten der Tiere verstehen sowie die Beziehung zwischen der Kuh und den Liegeboxen ständig beobachten und gegebenenfalls anpassen. Werden Probleme beobachtet, sind rechtzeitige Korrekturmaßnahmen erforderlich.

Klarkommen in Krisen

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Die Unsicherheit über die Zukunft ist bei vielen Menschen derzeit mit Händen zu greifen. Die Häufung von Krisen vor unserer Haustür ist ungewöhnlich hoch. Wie bereitet sich Schleswig-Holstein vor, wenn die Krise mit der Tür ins Haus fällt? Das Bauernblatt hat die CDU-Landtagsabgeordnete Rixa Kleinschmit dazu gefragt. Sie ist im Krisenfall weiteres Mitglied des Notausschusses auf Landesebene.

Frau Kleinschmit, im Katastrophenfall kommt es auf Sie an. Wie sorgt Schleswig-Holstein in Bezug auf die Ernährungssicherheit vor, wie werden Landwirte heute und im Krisenfall eingebunden?

Rixa Kleinschmit: Die Landwirtschaft hat immer gezeigt, dass sie im Krisenfall eine tragende Säule ist. Blicken wir zuletzt auf die Waldbrände sind es die Landwirte, die mit ihren Maschinen und ihrer Arbeitskraft sofort zur Stelle sind. So war es auch bei der Ostseesturmflut oder im Ahrtal. Das ist großartig und verdient unseren größten Dank.

Wir haben bereits im letzten Jahr im Landwirtschaftsministerium eine Stelle zur Koordination derLand- und Ernährungswirtschaft geschaffen. Hier geht es nicht nur um Nahrungsmittel, sondern auch um Schnittstellen und Koordination. Wir dürfen nicht erst im Ernstfall überlegen, wer wofür zuständig ist. Die Ketten müssen vorher stehen.

Wie scharf ist der Blick in Kiel dafür, dass die heimische Agrar- und Ernährungswirtschaft eine kritische Infrastruktur ist?

Sehr scharf. Uns ist sehr bewusst das in Krisenzeiten besonders die Ernährung der Bevölkerung, aber auch die Versorgung mit Strom und Wasser elementar sind. Ich gehe davon aus, dass wir in schweren Lagen im urbanen Raum vor wesentlich höheren Herausforderungen stehen als im ländlichen Raum. Das liegt auch am pragmatischen Umgang und dem Miteinander auf den Dörfern.

Wir haben in Schleswig-Holstein die Kampagne „KommKlar SH“ ins Leben gerufen. Hierbei wird dafür geworben, dass sich jeder Bürger und jede Bürgerin in Schleswig-Holstein mindestens 72 Stunden selbst versorgen kann, damit sich unsere Blaulichtorganisationen auf die konkrete Krise konzentrieren können.

Auf unseren landwirtschaftlichen Betrieben sehe ich aber hier kaum Probleme, im Gegenteil. Ich bin mit den Geschichten aus der Schneekatastrophe 1978/79 aufgewachsen, bei denen meine Großmutter mit ihren Vorräten die nahegelegene Marinestation mitversorgt hat. Dieses Mindset haben wir immer noch auf den Betrieben.

Europa litt im Sommer unter einer Dürre. Wie wirken sich derartige Wetterverhältnisse auf die Agrar- und Sicherheitspolitik aus?

Blicken wir auf die Landwirtschaft müssen wir auch über Klimaanpassung sprechen. Wir haben in den letzten Wochen eine Klimaanpassungsstrategie veröffentlich. Diese beinhaltet auch Punkte zur Landwirtschaft. Hier müssen wir besonders unsere Züchtung in den Blick nehmen.

Wir brauchen Sorten, die mit geänderten Temperaturen, aber auch mit geänderten Niederschlagsmengen und -zeiten klarkommen. Dies ausschließlich mit konventioneller Züchtung zu erreichen, dauert zu lang. Wir brauchen auch die neuen Züchtungsmethoden. Ebenso muss es bei der Entwicklung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln schneller gehen. Wir können nicht Jahre verstreichen lassen, bis wir gegen neue Schadorganismen vorgehen können, während sich diese übers ganze Land ausbreiten.

Hier greifen Sicherheits- und Agrarpolitik ineinander, da ohne eine resiliente Agrarwirtschaft im Krisenfall auch die Sicherheit nicht aufrechtzuerhalten ist.

Der Bauernverband fordert, die Lebensmittelversorgung krisenfest aufzustellen. Wie diskutieren die Kieler Koalitionspartner die konträren Themen Ernährungssicherung und Umwelt- sowie Klimaschutz?

Ich bin nicht der Ansicht, dass es konträre Themen sind. Ich finde es sogar gefährlich, wenn diese Themen gegeneinandergestellt werden, und das ist es auch nicht, was ich auf den Höfen höre. Aber es stimmt, viele Diskussionen drehen sich um theoretische und kleinteilige Problemstellungen.

Das verschreckt und es droht die Gefahr der Verlagerung von Produktion ins Ausland. Damit schwächen wir unsere Ernährungssicherheit und helfen weder Umwelt- noch Klimaschutz. Oft wird ja vergessen, dass in anderen Teilen der Welt zu schlechteren Standards für Mensch, Tier und Natur produziert wird.

Wenn wir über Bevölkerungsschutz sprechen, geht es auch um Logistik. Wo liegen im Ernstfall die Nadelöhre der Lebensmittelversorgung?

Es kommt sehr darauf an, um welchen Krisenfall mit welchem Ausmaß es sich handelt. Es macht einen Unterschied, ob es sich um Wetterextreme oder langanhaltende Stromausfälle handelt. Aus landwirtschaftlicher Sicht ist elementar, wie insbesondere Produkte mit geringer Lagerfähigkeit zur Weiterverarbeitung gelangen.

Für die Versorgung der Bevölkerung wiederum ist die Meldekette in die andere Richtung wichtig: Wo liegen die Produkte und wie kommen sie zu den Menschen? Ich durfte vor einiger Zeit am Einsatzkräfteempfang des Landes zu Ehren der Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich diesen Themen widmen, teilnehmen. Es hat mich sehr berührt und beruhigt zu hören, wie eng die Organisationen vernetzt sind.

Schleswig-Holstein gilt im Nato-Konzept als zentrales Aufmarsch- und Drehkreuzgebiet, um im Bündnisfall Truppen und Material an die Ostflanke zu verlegen. Welche Rolle nimmt dabei die Landwirtschaft ein?

Die Landwirtschaft ist in so einen Fall Teil der nationalen Resilienz und Versorgungssicherheit und muss aufrechterhalten werden. Bei großen Truppenbewegungen muss auch über Lagerungs- und Abstellflächen nachgedacht werden. Aus verständlichen Gründen sind viele dieser Pläne nicht öffentlich und wir können alle nur hoffen, dass sie nicht zum Tragen kommen.

Brauchen wir angesichts veränderter Bedrohungslagen eine Renaissance der dezentralen Bevorratung und Verarbeitung? Und wer soll das bezahlen?

Natürlich muss sowas diskutiert werden. Vor dem Hintergrund knapper Haushaltslagen muss man aber so ehrlich sein und klare Prioritäten setzen: Was ist elementar und was „nice-to-have“? Ich würde es unterstützen, wenn wir im Bereich der Verarbeitung Standorte zum Ausweichen hätten.

Schauen wir von oben auf unser Land, dann haben wir mit dem Nord-Ostsee-Kanal eine Wasserstraße, die nur an ein paar Stellen überquert werden kann. Würde hier etwas geschehen, hätten wir automatisch ein großes Problem für die Produzenten auf der anderen Seite.

Welche Mittel gibt es, um landwirtschaftliche Betriebe krisensicher umzurüsten?

Aktuell machen sich viele Gemeinden und Städte vermehrt auf den Weg, um entsprechendes Gerät anzuschaffen. Oft gab es das Grundverständnis, dass der örtliche Landwirt mit seinen Maschinen schon aushelfen wird und die Feuerwehr ja auch noch da ist.

Kommt es zu größeren Lagen, muss diese sich aber um ihre Kernaufgaben kümmern und die landwirtschaftlichen Betriebe brauchen ihre Maschinen selber. Obwohl es wünschenswert wäre, ist mir aktuell kein entsprechendes Förderprogramm bekannt.

Zum Gesamtbild gehört aber auch, dass bei gewissen Tierhaltungssystemen, z.B. mit automatischer Futter- und Wasserversorgung, bereits heute ein Notstromaggregat vorgeschrieben ist.

Was braucht es und was tut das Land, damit die Wertschöpfungskette im Krisenfall funktioniert?

Nachdem wir uns viele Jahre, mit Ausnahme von Unwettern, sehr sicher fühlen durften, hat das Thema Bevölkerungsschutz in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen. Der nationale Warntag hat uns kürzlich daran erinnert. Schleswig-Holstein hat im Jahr 2025 die Taskfore Zivile Verteidigung gegründet.

Ein Schwerpunkt ist die Versorgungssicherheit, ein anderer die Erfassung der kritischen Infrastruktur. Es kommt auf die Art der Krise an, aber ich würde zwischen der Versorgung der Bevölkerung und der unveränderten Aufrechterhaltung der Wertschöpfungskette unterscheiden. Aus meiner Sicht muss nach der Notwendigkeit der Produkte und Verderblichkeit der Ware priorisiert werden.

Landwirte verfügen über schweres Gerät, Treibstofflager und Ortskenntnis – sie sind eine schlafende Reserve für den Katastrophenschutz. Wie sieht eine Einbindung im Krisenfall praktisch aus?

Ich weiß von dieser stillen Reserve und ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen für diese Pläne es auch wissen. Dass aber viele dieser Pläne nicht öffentlich sind, ist auch verständlich.

Wo besteht auf Landesebene dringender Handlungsbedarf in der Ernährungssicherheit? Wie weckt man das Bewusstsein für Gefahren?

Ich bin froh, dass wir mit dem letzten Haushalt eine Stelle im Landwirtschaftsministerium schaffen konnten, damit insbesondere die Fragen der Verfügbarkeit und der Standorte in einer Hand liegen.

Ich denke aber, dass der größte Handlungsbedarf bei jedem von uns liegt. Und damit meine ich uns alle als Bürgerinnen und Bürger.

So ist die Notfallvorsorge in den letzten Jahren verloren gegangen: Habe ich im Fall eines dreitägigen Stromausfalls alles im Haus? Ich empfehle allen, sich eine entsprechende Liste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe anzusehen. Wenn wir uns in der Krise drei Tage ohne Strom versorgen können, entlasten wir die Helfer enorm.

Was fehlt ihnen in Bezug auf das Thema Ernährungssicherheit? Was wünschen Sie sich von Bürgern, Bauern und Politikern?

Mir fehlt das klare Bekenntnis von Bürgern und Politikern, dass wir ohne unsere Landwirte nichts zu Essen auf dem Teller haben. Im Krisenfall ist das elementar. Wir haben sicherlich alle keine Vorstellungen davon, wie es allein in einer Stadt wie Rendsburg nach drei Tagen ohne Strom aussehen würde. Und von den Bäuerinnen und Bauern wünsche ich mir, dass wir uns weiterhin auf sie verlassen dürfen. sh

Rixa Kleinschmit (r.) im Gespräch über Ernährungssicherheit mit dem CDU-Europaparlamentarier Niclas Herbst auf Gut Farve. Foto: sh

Heimische Käse mit Bestnoten

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Im Lehr- und Versuchszentrum für Milchwirtschaft (LVZM) der Landwirtschaftskammer in Bad Malente fand am 9. September die jährliche Käseprüfung statt.

Zusammen mit ­ehemaligen Absolventen des Malenter Lehrzentrums beurteilten die Auszubildenden über 40 Käsesorten aus zwölf schleswig-holsteinischen Betrieben. In der Käseprüfung werden Aussehen, Geruch und Geschmack der einzelnen Sorten gemäß der vorliegenden Spezifikation und den Vorgaben der Käseverordnung bewertet. Dabei kommt es nicht auf den eigenen Geschmack an. Ausschließlich objektive Qualitätsparameter gilt es zu ermitteln und zu bewerten. Die Schülerinnen und Schüler profitieren dabei von der Ausbildung und Erfahrung der ehemaligen Absolventen.

Prüfer Dirk Jaschner (Meierei Holtsee; v. li.) erklärte Stephanie Wetekam (Geschäftsführerin LKSH) und den Auszubildenden Baran Coskun (Sonac GmbH) und Sofia Wagner (Danisco) die Methodik zur sensorischen Prüfung verschiedenster Käsesorten. Foto: Sandra van Hoorn

Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, stellte fest: „Die Milcherzeugung ist eine der wichtigsten Sparten der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft. Mit der Weiterverarbeitung der Milch in den heimischen Molkereien bleibt die Wertschöpfung in der Region. Von der überregional vermarktenden Genossenschaftsmeierei bis zur kleinen Hofkäserei mit saisonaler Produktion gibt es in Schleswig-Holstein alle Beispiele. Die heutige Käseprüfung zeigt die große Bandbreite des Sortimentes aus den schleswig-holsteinischen Käsereien. Vom jungen Schnittkäse über den aromatischen Weichkäse bis zum würzigen Hartkäse findet hier jeder seinen Lieblingskäse. Gleichzeitig bietet die Prüfung den Auszubildenden der Milchwirtschaft die Möglichkeit, unter Anleitung erfahrener Prüfer die eigenen sensorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“

Das Lehr- und Versuchszentrum für Milchwirtschaft in Malente ist eine zentrale überbetriebliche Ausbildungsstätte für die Molkereiwirtschaft. Dort erwerben angehende Milchtechnologinnen und Milchtechnologen sowie Milchwirtschaftliche Laborantinnen und Laboranten fundierte Kenntnisse in modernen Produktions- und Analysemethoden. Beide Ausbildungswege eröffnen jungen Menschen sichere Zukunftsperspektiven, vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und attraktive Karrierechancen. Meike von Bergen, Leiterin des LVZM in Bad Malente, betonte anlässlich der Prüfung: „Ein guter Käse lässt sich nicht beschleunigen. Man kann die Milch noch so sorgfältig auswählen, die Kulturen perfekt einsetzen, bei der Herstellung alles richtig machen – am Ende braucht ein guter Käse etwas, das sich technisch nicht ersetzen lässt: Zeit. Und vielleicht ist das auch eine ganz passende Beschreibung für das, was wir hier in Malente tun. Denn auch aus einer guten Ausbildung wird nicht über Nacht Erfahrung. Es braucht Wissen, Übung, Neugier – und immer wieder Menschen, die bereit sind, ihr Können an die nächste Generation weiterzugeben.“

Die maximale Qualitätszahl 5,0 erreichten zahlreiche Sorten, eine Übersicht findet sich im Internet auf lksh.de

Für die Auszubildenden des LVZM ist die gemeinsame Käseprüfung mit den ehemaligen Absolventinnen der Schule ein wichtiger Bestandteil der schulischen Ausbildung. Foto: Sandra van Hoorn

Ernährung ist eine Frage der europäischen Sicherheit

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Die Kampagne Agrill ruft in diesem Jahr zum „Ernte-Agrill“ auf: Landwirte laden an den Grill ein, um angesichts multipler Krisen auf die Bedeutung der Ernährungssicherheit durch eine resiliente heimische Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Auf Gut Farve, Ostholstein, teilten der CDU-Europaabgeordnete Niclas Herbst und die CDU-Landtagsabgeordnete Rixa Kleinschmit (siehe kommende Ausgabe) ihre politische Sicht auf die Ernährungssicherheit mit dem Bauernblatt.

Herr Herbst, Sie sind Mitglied im Ausschuss des Europaparlaments für Sicherheit und Verteidigung. Wie scharf ist der Blick im Nato-Hauptquartier und in der EU-Kommission dafür, dass die heimische Agrar- und Ernährungswirtschaft kritische Infrastruktur ist?

Niclas Herbst: In Nato und EU ist das Bewusstsein für die sicherheitspolitische Bedeutung der Ernährung deutlich gewachsen. Die Nato führt eine resiliente Lebensmittel- und Wasserversorgung ausdrücklich als grundlegende Anforderung an die zivile Resilienz. Dahinter steckt die Erkenntnis: Wenn Energie, Transporte, Kommunikation oder Lebensmittelversorgung ausfallen, ist nicht nur die Wirtschaft betroffen, sondern auch die gesellschaftliche und militärische Handlungsfähigkeit beeinträchtigt.

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie zunehmenden hybriden Bedrohungen haben gezeigt, wie verwundbar komplexe Lieferketten sein können. Die EU betrachtet Ernährungssicherheit und Lebensmittelversorgung deshalb zunehmend als Teil ihrer Krisenvorsorge und strategischen Resilienz. Dabei geht es nicht darum, jeden Betrieb zur kritischen Infrastruktur zu erklären, sondern um die Resilienz des Systems: Von Betriebsmitteln und landwirtschaftlicher Produktion über Verarbeitung und Lagerung bis hin zu Logistik und Handel.

Der Bauernverband fordert, die Lebensmittelversorgung krisenfest aufzustellen. Teilt die EU-Kommission diese Auffassung, oder wird die Landwirtschaft immer noch als Umweltschutzfaktor und weniger als strategischer Sicherheitsgarant wahrgenommen?

Die Landwirtschaft darf nicht auf Umwelt- und Klimapolitik reduziert werden. Sie ist die Grundlage unserer Ernährung und damit ein strategischer Teil unserer gesellschaftlichen Resilienz. Die Kommission verfügt inzwischen über einen europäischen Krisenvorsorgemechanismus für die Ernährungssicherheit, beobachtet Risiken entlang der Lebensmittelkette und hat 2026 einen eigenen Rahmen für Stresstests der europäischen Ernährungssysteme vorgelegt.

Dieser Ansatz muss konsequent weiterentwickelt werden. Ernährungssicherheit beginnt bei der Produktionsfähigkeit unserer eigenen Landwirtschaft. Dafür brauchen wir wettbewerbsfähige Betriebe, verfügbare und bezahlbare Betriebsmittel, verlässliche Lieferketten und ausreichende Verarbeitungskapazitäten. Das bedeutet auch: Wenn wir immer höhere Anforderungen an die europäische Produktion stellen und gleichzeitig immer mehr Produktion und strategische Abhängigkeiten ins Ausland verlagern, schwächen wir damit unsere Resilienz.

Wenn wir über Bevölkerungsschutz sprechen, geht es auch um Logistik. Wo liegen im Ernstfall die logistischen Nadelöhre bei der Lebensmittelversorgung?

Besonders kritisch sind die Energieversorgung, die Verfügbarkeit von Treibstoff und funktionierende Kommunikationssysteme. Ein länger andauernder Stromausfall kann landwirtschaftliche Betriebe, Melk- und Kühlsysteme, Schlachthöfe, Futtermittelwerke und Lebensmittelverarbeitung gleichzeitig treffen.

Hinzu kommen konzentrierte Strukturen in Verarbeitung und Logistik. Fallen einzelne große Standorte oder zentrale Transportwege aus, kann das sehr schnell Kaskadeneffekte in der gesamten Lieferkette auslösen. Deshalb müssen wir Resilienz stärker als Systemfrage betrachten. Es reicht nicht, einzelne Betriebe zu schützen.

Wir müssen wissen, welche Ausfälle an welcher Stelle der Kette welche Folgen haben und wo wir Redundanzen brauchen.

Brauchen wir angesichts veränderter Bedrohungslagen (etwa hybride Kriegsführung, Cyberangriffe auf Stromnetze) eine Renaissance der dezentralen Bevorratung und Verarbeitung? Und wer soll das bezahlen?

Die jüngsten Krisen haben gezeigt, dass eine hohe Konzentration von Produktions- und Verarbeitungskapazitäten Risiken mit sich bringen kann. Deshalb erscheint ein ausgewogener Ansatz sinnvoll: leistungsfähige Großstrukturen kombiniert mit regionalen Reservekapazitäten, dezentralen Lagermöglichkeiten, alternativen Transportwegen und lokalen Verarbeitungsstrukturen. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für kritische Betriebsmittel.

Bei Düngemitteln beispielsweise setzt die Europäische Volkspartei (EVP) auf eine Kombination aus wettbewerbsfähiger europäischer Produktion, diversifizierten Lieferketten, effizienterem Einsatz und alternativen Nährstoffquellen. Die Kommission prüft inzwischen ausdrücklich auch Möglichkeiten strategischer Bevorratung wichtiger Düngemittel und anderer kritischer Inputs.

Die erforderlichen Investitionen dürfen nicht allein von den landwirtschaftlichen Betrieben getragen werden. Wenn eine Investition einen gesellschaftlichen Sicherheitsnutzen hat, muss sich das in den Förderinstrumenten widerspiegeln. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und insbesondere Investitionsinstrumente der ländlichen Entwicklung können hierfür ein wichtiger Hebel sein. Darüber hinaus sollten geeignete nationale und europäische Resilienzprogramme genutzt werden.

Sollten EU-Mittel eingesetzt werden, um Betriebe krisensicher umzurüsten (Notstromaggregate, autarke Wassersysteme)? Aus welchem Topf sollten sie kommen?

Ja, grundsätzlich halte ich das für sinnvoll. Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb im Krisenfall wegen Strom-, Wasser- oder Kommunikationsausfällen nicht mehr arbeiten kann, betrifft das nicht nur den Hof, sondern schnell die Versorgungssicherheit ganzer Regionen.

Deshalb sollten wir gezielt in solche Resilienzmaßnahmen investieren, etwa Notstrom, Wasserversorgung und digitale Sicherheit. Das sind klassische Doppelnutzen-Investitionen: Sie stärken den Betrieb und gleichzeitig die Krisenfestigkeit.

Aus meiner Sicht brauchen wir zur Finanzierung keinen neuen EU-Fonds. Der richtige Weg ist die Gemeinsame Agrarpolitik. Vor allem die Zweite Säule bietet bereits heute Spielraum für Investitionen in Modernisierung und Krisenfestigkeit. Diese Möglichkeiten sollten wir konsequenter nutzen und in der GAP nach 2027 gezielt stärken.

Bevölkerungsschutz liegt in nationaler oder regionaler Verantwortung. Was braucht es, damit die Wertschöpfungskette im Krisenfall grenzüberschreitend funktioniert?

Das ist eine der zentralen Fragen. Lebensmittelketten funktionieren längst europäisch, während Krisenmechanismen teilweise noch national gedacht werden. Wir brauchen deshalb abgestimmte Notfallpläne, einen verlässlichen Informationsaustausch und funktionierende grenzüberschreitende Transportkorridore. Ebenso wichtig ist, dass Energieversorgung, Kommunikation und Logistik auch unter Krisenbedingungen funktionieren.

Die Lehre aus den vergangenen Krisen lautet außerdem: Einseitige Grenzschließungen und Exportbeschränkungen können Probleme verschärfen. Gerade in einem Binnenmarkt mit hochgradig verflochtenen Wertschöpfungsketten müssen wir den freien Warenverkehr auch in Krisenzeiten so weit wie möglich aufrechterhalten. Die EU-Kommission verfolgt diesen Ansatz bereits in ihrer Krisenvorsorge für die Ernährungssicherheit. Das sollte künftig noch stärker mit der allgemeinen europäischen Resilienz- und Bevölkerungsschutzpolitik verbunden werden.

Landwirte verfügen über schweres Gerät, Logistik, Treibstofflager und Ortskenntnis – sie sind eine schlafende Reserve für den Katastrophenschutz. Wie wird eine Einbindung praktisch aussehen?

Das Potenzial ist erheblich. Bei Hochwasser, Starkregen, Waldbränden oder anderen Naturereignissen können diese Ressourcen kurzfristig einen großen Unterschied machen. Eine solche Einbindung funktioniert allerdings nur mit klaren Strukturen. Es braucht definierte Ansprechpartner, Alarmierungswege, klare haftungs- und versicherungsrechtliche Rahmenbedingungen, eine angemessene Vergütung und regelmäßige Übungen.

Mein Ansatz wäre deshalb, die Landwirtschaft stärker in die regionale und nationale Katastrophenschutzplanung einzubeziehen. Nicht jeder Landwirt muss zum Katastrophenschützer werden. Aber dort, wo Maschinen, Infrastruktur und Ortskenntnisse im Ernstfall einen konkreten Beitrag leisten können, sollten diese Kapazitäten systematisch erfasst und in die Notfallplanung eingebunden werden.

Wenn Sie einen Runden Tisch zwischen dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz, dem Nato-Militärstab und dem Bauernverband moderieren müssten – welches Missverständnis würden Sie zuerst ausräumen?

Das erste Missverständnis wäre wahrscheinlich, dass beide Seiten die Landwirtschaft aus einer unterschiedlichen Perspektive betrachten. Sicherheitsbehörden sehen zunächst einen Sektor, dessen Ausfall verhindert werden muss. Landwirtes sehen sich zu Recht als Unternehmer und Produzenten, die unter normalen Bedingungen wirtschaftlich arbeiten müssen.

Beides gehört zusammen. Landwirtschaft ist ein Sektor, den wir im Krisenfall schützen müssen. Sie ist aber auch ein Teil unserer Resilienz. Deshalb sollten wir Landwirte nicht erst dann rufen, wenn die Krise bereits eingetreten ist. Wir müssen vorher überlegen, welche Fähigkeiten und Kapazitäten sie im Krisenfall bereitstellen können – und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Betriebe selbst widerstandsfähiger werden.

Ernährungssicherheit ist nicht nur Agrarpolitik. Sie ist zunehmend eine Frage der europäischen Sicherheits- und Resilienzpolitik.

  sh

Ernte-Agrill auf Gut Farve. Auf Einladung von Christian zu Waldeck (2. v. li.) nahmen Niclas Herbst (li.), Rixa Kleinschmit (2. v. r.) und Sebastian Schmidt (r.; Bundestagsabgeordneter, CDU) teil. Foto: sh

Schleswiger Kaltblüter und Shetlandponys auf der Norla

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Im Rahmen der Norla in Rendsburg hatten in diesem Jahr die ganz kleinen und die ganz großen Pferde ihren Auftritt. Am Sonnabend fand der fünfte Shetty-Cup Nord mit einer bundesoffenen Schau für Shetlandponys sowie einem Führzügel- und Vorführwettbewerb für Kinder statt. Am Sonntag eroberten die Schleswiger Kaltblüter den großen Vorführring.

„Wir züchten unsere Shettys für Kinder. Deshalb ist die Kombination von Zucht- und Sportprüfungen auf einer Veranstaltung eine tolle Sache“, erklärt Hans-Heinrich Ehlers. Der Erste Vorsitzende der Shetlandponyvereinigung betreibt das Gestüt Schalenburg in Bokhorst, Kreis Steinburg, und hat schon viele Kinderponys gezogen. Er organisierte auch in diesem Jahr die bundesoffene Schau für Shetlandponys, Deutsches Partbred-Shetlandpony, Classic-Pony und American Miniature Horse im großen Vorführring der Norla. „Mit 119 teilnehmenden Ponys war das die bundesweit größte Zuchtschau für Shetlandponys“, berichtet Ehlers stolz. Gesamtsieger über alle Klassen wurde Elmhorst Iniesta. Der Hengst stammt aus Bayern und gehört Kai-Udo Thies vom Gestüt Herrenhof in Hüttblek, Kreis Segeberg.

Den Vorführwettbewerb für kleine Kinder gewann Jade Witt mit Krystal vom Treenetal. Foto: Rainer Kohl
Im Reiterwettbewerb des Shetty-Cups und in der Kombinierten Prüfung siegte Elena Heintze mit Jolle. Foto: Rainer Kohl

Auch die Sportwettbewerbe für Kinder waren mit 20 Teilnehmern gut besucht. In den Vorführwettbewerben siegten Jade Witt und Amelie Prieß. Den Führzügelwettbewerb gewann Emily Bendixen. Siegerin im Reiterwettbewerb und in der Kombinierten Wertung wurde Elena Heintze.

Ehlers war am Ende zufrieden. Nur das Wetter sei ein bisschen schwierig gewesen. Grundsätzlich plant er aber, in zwei Jahren den nächsten Shetty-Cup zu ver­anstalten.

Aktion und Präzision

Am Sonntag hatten dann die knapp 30 Schleswiger Kaltblüter ihren Auftritt. Dies wurde unter anderem im Rahmen des Projekts der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) „Erhaltungszucht Schleswiger Kaltblut“ organisiert. Ausgeschrieben waren Wettbewerbe im Fahren mit Ein- und Zweispännern, die gut nachgefragt waren. Ein Teilnehmer fuhr sogar mit einer historischen Feuerwehrkutsche aus dem Schauprogramm und kam auf den zweiten Platz. Ebenfalls zum Programm gehörten Geschicklichkeits- und Gelassenheitsprüfungen, die Schleswiger-Kaltblut-Games. „Hier waren Aktion und Präzision gefragt“, erklärt Jenny Gonell, die beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg für das EIP-Projekt angestellt ist.

Im Rahmen des Schauprogramms wurden die historischen Kutschen des Museumsdorfs Volksdorf in Hamburg gezeigt, es wurde voltigiert, das Schleppen mit den Schleswigern demonstriert und ein Tauziehen zwischen zehn Männern und Frauen der Landjugend sowie zwei Schleswigern ausgetragen. „Die Schleswiger haben gewonnen“, sagt Gonell lachend.

Besondere Atmosphäre

Für die Zuschauer gab es auch etwas zum Mitmachen: Die Stute Infantin und ihr Hengstfohlen Van Helsing wurden über den Tag hinweg immer wieder in die Arena geführt, und es durfte geraten werden, was die beiden zusammen wiegen. Tatsächlich schätzte jemand das richtige Gewicht von 1.111 kg.

„Tolle Wettbewerbe, großartige Pferde und unglaublich viele interessierte Zuschauer und Freunde des Schleswiger Kaltblutpferdes sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre“, so Jenny Gonell. Die Springreiterin und Reitlehrerin aus Eckernförde kommt eigentlich nicht aus der Szene, findet aber: „Es war eine tolle Veranstaltung.“ Besonders beeindruckt war sie von den Ehrenpreisen: „Die waren eines Großen Preises bei einem Springturnier würdig.“

Zurückschneiden, aber richtig: Knickpflege im Fokus

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Seit Jahrhunderten prägen Knicks das Landschaftsbild Schleswig-Holsteins. Die typischen Wallhecken dienten ursprünglich vor allem dazu, einzelne Parzellen voneinander abzugrenzen und Holz als wichtigen Rohstoff zu gewinnen. Auch heute haben Knicks für die Landwirtschaft einen hohen praktischen Wert. Sie bremsen den Wind, schützen angrenzende Flächen vor Bodenerosion und tragen zu einem ausgeglicheneren Kleinklima bei.

Knicks erfüllen jedoch weit mehr als nur diese ursprünglichen Funktionen: Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Klima- und Bodenschutz, fördern den Naturhaushalt und sind ein prägendes Element der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft.

Knicks bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Besonders ihre Bedeutung für die Artenvielfalt ist hervorzuheben. In Knicks finden mehrere Hundert Pflanzenarten sowie rund 7.000 verschiedene Tierarten geeignete Lebensbedingungen. Damit gehören Knicks zu den ökologisch besonders wertvollen Strukturen unserer Landschaft. Aufgrund ihrer großen Bedeutung sind sie gemäß Bundes- und Landesnaturschutzgesetz als geschützte Biotope eingestuft.

Damit diese wertvollen Lebensräume langfristig erhalten bleiben, ist eine fachgerechte Pflege unerlässlich. Dazu gehören insbesondere das regelmäßige „Auf-den-Stock-Setzen“ der Gehölze sowie ein sachgerechter seitlicher Rückschnitt. Gleichzeitig müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Pflegezeiträume und Schutzvorgaben eingehalten werden.

Seitlicher Rückschnitt: ab 17. September zulässig

Der seitliche Rückschnitt von Knicks ist derzeit vom 17. September bis einschließlich 14. Februar zulässig, in Schaltjahren bis einschließlich 15. Februar.

Dabei darf der Knick senkrecht bis zu einer Höhe von 4 m und seitlich bis zu einem Abstand von 1 m vom Knickwallfuß zurückgeschnitten werden. Bei ebenerdigen Gehölzpflanzungen ist ein Abstand von 1 m zum Wurzelhals der am Rand des Gehölzstreifens stehenden Gehölze einzuhalten.

Ein seitlicher Rückschnitt ist frühestens drei Jahre nach dem „Auf-den-Stock-Setzen“ zulässig. Danach darf er im Abstand von jeweils drei Jahren wiederholt werden.

Knickwallflanken und Schutzstreifen pflegen

Auch die Flanken des Knickwalls benötigen regelmäßige Pflege. Sie dürfen vom 15. November bis einschließlich des letzten Tages des Monats Februar fachgerecht durch Mahd und Mulchen gepflegt werden.

Darüber hinaus ist zum Schutz der Knicks auf Ackerflächen ein 50 cm breiter Schutzstreifen entlang des Knickwallfußes einzuhalten. Dieser Bereich darf weder ackerbaulich genutzt noch mit Kulturpflanzen bestellt, gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Die Pflege des Schutzstreifens durch Mahd und Mulchen ist ganzjährig zulässig. Aus Artenschutzgründen sollte dabei der Zeitraum von Mitte Juli bis Ende Februar bevorzugt werden. Ebenso darf der Streifen etwa alle drei Jahre gegrubbert werden. Dies sollte nicht zu tief erfolgen.

Auf Dauergrünlandflächen ist die Anlage eines Schutzstreifens nicht vorgeschrieben.

Der Schutzstreifen trägt dazu bei, den empfindlichen Übergangsbereich zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Knick zu schützen und damit auch die ökologische Funktion des Knicks zu erhalten.

„Auf-den-Stock-Setzen“

Eine zentrale Maßnahme der Knickpflege ist das sogenannte „Auf-den-Stock-setzen“. In Schleswig-Holstein ist diese Pflege frühestens alle 10 Jahre im Zeitraum vom 1. Oktober bis einschließlich des letzten Tages des Monats Februar erlaubt. Dabei werden die Gehölze etwa eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten. Es ist darauf zu achten, glatte Schnitte auszuführen, damit ein optimaler Neuaustrieb stattfinden kann. Gegebenenfalls ist ein händisches Nachschneiden mit der Motorsäge notwendig.

Überhälter: Wertvolle Bäume im Knick erhalten

Des Weiteren ist darauf zu achten, im vorgegebenen Abstand von 40 bis 60 m Überhälter stehen zu lassen. Als Überhälter gelten Bäume erst ab einem Stammumfang von mindestens 1 m, gemessen in 1 m Höhe über dem Boden. Überhälter dürfen nur im Zuge des Knickens gefällt werden. Erreicht ein Überhälter einen Stammumfang von über 2 m, darf dieser dauerhaft nicht gefällt werden.

Mehrstämmige Überhälter

Sind auf einem Abschnitt keine einstämmigen Überhälter vorhanden, können auch mehrstämmige Bäume als Überhälter gelten, wenn deren zwei kräftigsten Stämme, gemessen in 1 m Höhe über dem Boden, einen Stammumfang von mindestens 1 m betragen. Wenn der Stammumfang der beiden kräftigsten Stämme mehr als 2 m beträgt, gilt der Baum ebenfalls als dauerhaft geschützt.

Hohe Nachfrage nach Knickausgleich!

– Für jeden entfernten Knick (Eingriff) muss ein neuer Knick als Ausgleich angelegt werden.

– Wer eine geeignete Fläche dafür hat, kann solche Kompensationsknicks selbst anlegen und die Ausgleichsmaßnahme anschließend verkaufen.

– Dafür ist zunächst eine Anerkennung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich. Die Kosten der Anlage müssen selbst getragen werden.

– Die Nachfrage nach Knickausgleich ist derzeit deutlich höher als das Angebot, vor allem im Naturraum Geest.

– Die Landwirtschaftskammer unterstützt bei Beratung, Antragstellung, Umsetzung und Vermarktung von Kompensationsknicks.

Jetzt unverbindlich und kostenlos informieren: Hannah Röhlig hroehlig@lksh.de oder unter 0 45 51-95 98 48.

Fazit

Fachgerechte Pflege schützt den Lebensraum Knick und ist entscheidend, damit Knicks ihre vielfältigen ökologischen Funktionen dauerhaft erfüllen können. Der richtige Rückschnitt trägt dazu bei, die typische Struktur der Knicks zu erhalten und gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu sichern.

Der seitliche Rückschnitt ist vom 17. September bis einschließlich 14. Februar, in Schaltjahren bis einschließlich 15. Februar, zulässig. Das „Auf-den-Stock-Setzen“ bleibt weiterhin im Zeitraum vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt. Für beide Pflegemaßnahmen gelten dabei klare Vorgaben, die zum Schutz der Knicks und ihrer Biodiversität einzuhalten sind.

Wer Knicks fachgerecht pflegt, leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft und ihrer Artenvielfalt. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben ist dabei nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern ein wichtiger Bestandteil des aktiven Naturschutzes.

Nicht ordnungsgemäß durchgeführte Pflegemaßnahmen können Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgelder zur Folge haben und zudem zu Kürzungen der Agrarzahlungen führen.

Der Fachbereich Umwelt der Landwirtschaftskammer SH steht unter der E-Mail-Adresse knick@lksh.de für weitergehende Beratungen zur Verfügung.

Seid sichtbar, laut und selbstbewusst!

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„Ihr seid einfach großartig.“ „Ich bin sehr dankbar, dass es euch gibt.“ „Seid stolz auf euch!“ „Ohne euch würde die Wirtschaft nicht funktionieren.“ „Danke an die jungen Nachfolger auf den Höfen.“ „Seid sichtbar, laut und selbstbewusst.“ Das sind nur einige der Nachrichten, die Gäste der LandFrauen im Pavillons am „Wunschbaum“ hinterlassen haben.

Sie alle zeugen von Respekt und Wertschätzung für Frauen in der Landwirtschaft – und genau das war das Ziel der Aktion.

„Unser Pavillon stand im Zeichen des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft“, fasst LandFrauen-Vizepräsidentin Sylke Messer-Radtke zusammen. „Und dieser Baum voller guter Wünsche, Dank und motivierender Botschaften zeigt, dass wir damit einen Nerv getroffen haben.“ Die Gäste des Pavillons waren aufgefordert, einen von drei verschiedenen Satzanfängen auf Postkarten zu ergänzen und damit ihrer Wertschätzung Ausdruck zu verleihen. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen mitgemacht haben.“ Neben Besucherinnen und Besuchern, Familienmitgliedern und Freunden haben auch einige Politikerinnen und Politiker Postkarten geschrieben und an den Wunschbaum geknotet.

Wer weiß es?

Daniel Günther und Claudia Jürgensen haben beim Quiz die richtige Antwort parat – und drücken den Buzzer schneller.

Nach dem offiziellen Presserundgang nach der Eröffnung der Norla bekamen die LandFrauen prominenten Besuch, der auch gleich aktiv werden musste. Bei einem Quiz mit Schätzfragen rund um das Thema Frauen in der Landwirtschaft traten Präsidentin Claudia Jürgensen und Ministerpräsident Daniel Günther gegen die Präsidentin der Landwirtschaftskammer, Ute Volquardsen, und Bauernpräsident Klaus-Peter Lucht an. Beantworten mussten die Teams beispielsweise die Frage, wie hoch der Anteil der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist, die von einer Frau geleitet werden – tatsächlich sind es lediglich 11 Prozent. Beide Teams schlugen sich gut und einigten sich auf ein Unentschieden.

Rallye

Bei der LandFrauen-Rallye erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissenswertes über die Arbeit von sechs LandFrauen aus Schleswig-Holstein. Sie erzählten auf großen Leinwänden, die beim Bauernverband, der Landjugend, dem Ministerium (MLLEV) und der Landwirtschaftskammer zu finden waren, über sich und ihren Alltag auf den Höfen. „Unsere Kooperationspartner haben uns erzählt, dass sie auch über unsere Rallye mit Besuchern ins Gespräch gekommen sind“, ergänzt die Vize-Präsidentin. Außerdem zeigte eine kleine Fotoausstellung landwirtschaftliche Projekte des Deutschen LandFrauenverbandes in Ghana und Uganda vor. Wer alle Fragen beantwortet hatte, bekam ein Eis und nimmt nun noch an der Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es Reisegutscheine und Karten für das Mitsing-Erlebnis, das am 1. November in der Rendsburger Nordmarkhalle stattfindet.

Eine große Ecke des Pavillons war für die kleinsten Besucher reserviert. Sie konnten mit Wasserfarben, Bunt- und Filzstiften Bilder ausmalen oder auch Kressesamen aussähen. Zu Hause können sie dann beobachten, wie die kleinen Pflanzen wachsen.

Elke Grafe und Sylke Messer-Radtke (v. l.) haben sich über die Landwirtschaft vergangener Zeiten ausgetauscht. Fotos: Dr. Claudia Kleimann-Balke

„Wir blicken zufrieden auf die Norla zurück“, fasst Sylke Messer-Radtke zusammen. „An allen Tagen haben wir Besuch von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bekommen. Wir haben spannende Gespräche geführt und uns intensiv ausgetauscht – und genau dafür ist unser LandFrauen-Pavillon auch da.“

Klaus-Peter Lucht, Ute Volquardsen, Daniel Günther und Claudia Jürgensen (v. li.) schrieben Botschaften für Landwirtinnen.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Ute Volquardsen steuerte gerne eine Nachricht für den „Wunschbaum“ bei.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Lena Haase, Cornelia Schmachtenberg und Claudia Jürgensen (v. li.) tauschten sich über aktuelle Themen aus.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Aminata Touré will sich um die Alterssicherung der Landwirtinnen kümmern.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Cornelia Schmachtenberg hatte im LandFrauen-Pavillon ein offenes Ohr für die Themen, die LandFrauen bewegen.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Mikkel hat Kresse gesät und kann zu Hause beobachten, wie sie wächst.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Ausmalbilder der kleinen Besucher verschönerten den Pavillon.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Am Landesstand konnten sich die Besucher über die Arbeit des LandFrauenVerbandes informieren.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Liebevolle Dekoration sorgte für eine schöne Atmosphäre im LandFrauen-Pavillon.
Foto: Dr. Claudia Kleimann-Balke