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Nicht nur im Stall zu finden

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Das bovine Papillomavirus (BPV) ist eine Viruserkrankung, die primär Rinder bis zum zweiten ­Lebensjahr betreffen kann. Sie wird durch mindestens 14 verschiedene Virustypen hervorgerufen. Vorkommen, und Möglichkeiten zur Behandlung und Vorbeugung im folgenden Beitrag

Die am häufigsten nachgewiesenen Spezies werden in zwei Untergruppen (A und B) eingeordnet, wie die Tabelle aufzeigt.

Die Übertragung des bovinen Papillomavirus (BPV) erfolgt sowohl direkt von Tier zu Tier als auch indirekt über kontaminierte Gegenstände, wie zum Beispiel Kratzbürsten, Holzpferche und Baumstümpfe, mit denen die Tiere in Kontakt geraten. Die Viren dringen dabei über kleine Verletzungen in die Haut oder Schleimhaut ein.

Die Infektionen sind weitestgehend wirtsspezifisch und es gibt bisher keine Hinweise, dass eine Übertragung auf den Menschen, unter natürlichen Bedingungen, vorkommt. Die Wucherungen treten mehr oder weniger bestandsweise gehäuft auf. Dabei sind jüngere Tiere meist häufiger betroffen als adulte.

Bei hohem Leidensdruck müssen Wucherungen durch den Tierarzt chirurgisch entfernt werden.
Die Übertragung des Virus kann durch kontaminierte Gegenstände erfolgen.

Optionen der Behandlung

Bei vielen Formen des Papillomavirus zeigt sich eine relativ hohe Selbstheilungstendenz. Die Heilung kann sich jedoch über mehrere Monate hinziehen. Eine chirurgische Entfernung der Warzen durch den Tierarzt, insbesondere wenn das Tier durch diese beeinträchtigt ist, stellt eine Behandlungsoption dar. Schutzimpfungen mit stallspezifischen Erregern sind möglich. Ob diese Impfstoffe auch bei bereits befallenen Rindern geeignet sind, und somit die Heilung beschleunigen können, ist nicht bewiesen.

Vorbeugende Maßnahmen

Wie bei allen Bestandserkrankungen ist die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen bei der Prophylaxe unumgänglich. Im nicht betroffenen Bestand ist der Schutz vor Viruseinschleppung entscheidend. Risikofaktoren sind Zukaufstiere, kontaminierte Gerätschaften und Personen mit Rinderkontakt. Die Maßnahmen zur äußeren Biosicherheit, wie zum Beispiel die Desinfektion betriebsfremder Geräte und das Tragen bestandseigene Schutzkleidung, müssen eingehalten werden.

Prophylaxe auf der Weide

Bei der Mutterkuhhaltung auf der Weide beinhaltet die Prophylaxe zudem:

Parasiten- und Fliegenkontrolle: Das konsequente Bekämpfen von Weideparasiten sowie blutsaugenden Insekten schützt die Haut vor Übertragungen und beugt Stress und somit Immunsupression vor.

Weidepflege: Vermeidung von überhöhten Besatzdichten feuchten Standweiden, um den Infektionsdruck zu senken.

Pflege der Tränken und Zäune: Beschädigte Zäunungen oder scharfkantige Tränken können kleine Hautverletzungen verursachen, über die das Virus eintreten kann.

Das bovine Papillomavirus wird als Faktorenerkrankung betrachtet. Eine allgemeine Immunschwäche begünstigt den Ausbruch. Mineralstoff- oder Spurenelementmangel sowie Parasitenbefall müssen also dringend berücksichtigt werden.

Fazit

Die bovine Papillomavirus (BPV)-Infektion ist eine wirtsspezifische Viruserkrankung, die vor allem junge Rinder betrifft, und durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Da die viralen Wucherungen meist eine hohe Selbstheilungstendenz aufweisen, ist bei gutartigem Verlauf in der Regel keine medikamentöse Therapie erforderlich. In schweren Fällen – etwa bei massiven Geschwülsten, Fütterungsbehinderungen oder Leistungsabfall – kann eine chirurgische Entfernung (Resektion) der Papillome sinnvoll sein.

Dauergrünland 2026: Zwischen Ernte und Weide

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Der erste Grasschnitt in Schleswig-Holstein ist eingefahren, der Zweite teils ebenfalls und die Weidesaison ist in vollem Gange. Trotz der relativ geringen Größe des nördlichsten Bundeslandes bestehen teilweise deutliche Unterschiede im regionalen Wettergeschehen. Dies äußert sich in unterschiedlichen Wachstumsbedingungen und Erträgen. Es erfolgt eine exemplarische Beschreibung anhand je einer Wetterstation für die drei charakteristischen Regionen Marsch (Leck), Geest (Hohn) und Hügelland (Kiel).

Zur Einordnung des Wettergeschehens wurden die wichtigsten Daten der ersten Monate des Jahres mit den Mittelwerten einer Referenzperiode verglichen. Als Vergleichszeitraum für Lufttemperatur und Niederschlagsmenge wurde das langjährige Mittel über die Jahre 1991 bis 2020 gewählt. In allen drei Regionen waren die Monate Januar und Februar um 1,5 bis 2 °C kälter als im Mittel. Während die Marsch und das Hügelland bei den Abweichungen auf einem ähnlichen Niveau lagen, zeigte der Geeststandort die größte Abweichung in den negativen Bereich. Im Gegensatz dazu war der März um mehr als 2 °C wärmer als üblich. Hier wurde für die Geest die geringste Abweichung vom langjährigen Mittel in den drei Naturräumen verzeichnet. Der milde März bewirkte trotz zweier kalter Vorgängermonate einen rechtzeitigen Vegetationsbeginn. Dieser wurde nach der Grünlandtemperatursummenregel (200 °C) für die Standorte zu ähnlichen Zeitpunkten wie im Vorjahr erreicht. In der Marsch war dies am 22. März (2025: 21. März), in der Geest am 22. März (2025: 24. März) und im Hügelland am 17. März (2025: 20. März) der Fall. In Abhängigkeit von den Standortbedingungen kann es deutliche Abweichungen bei den örtlichen Grünlandtemperatursummen zum Vegetationsbeginn geben, wie Untersuchungen gezeigt haben. So ist davon auszugehen, dass das anhaltende Gräserwachstum gerade auf kühleren Standorten mit höheren Bodenwassergehalten tatsächlich erst später eingesetzt hat. Die Nächte waren teilweise bis in den Mai hinein von niedrigen Temperaturen gekennzeichnet. Das Pflanzenwachstum begann daher regional sehr unterschiedlich. Besonders auf Niederungsböden waren die Zuwachsraten anfangs gering. Die Kombination von sonnigen Tagen und kalten Nächten verstärkte, auch in Abhängigkeit von der Wasserverfügbarkeit, die verhaltene Pflanzenentwicklung zu Beginn der diesjährigen Vegetationsphase. Gekennzeichnet wurde diese Situation durch zwischenzeitlich sehr hohe Zuckergehalte in den Pflanzen. Dies wies auf eine hohe Stoffwechselaktivität hin, die aber nicht vollständig in Wachstum umgesetzt werden konnte. Der April wich bei der Durchschnittstemperatur kaum vom Vergleichswert ab, der diesjährige Mai war um etwa 1 °C wärmer als der Referenz­zeitraum.

Weniger Niederschlag als üblich

In Ergänzung zu den Temperaturen im bisherigen Jahresverlauf lohnt ein Blick auf die Niederschlagssummen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres fielen an der Wetterstation auf der Geest lediglich 60 bis 70 % des Niederschlags des Vergleichszeitraumes. Die gemessenen Niederschlagsmenge für den Hügellandstandort betrugen im Januar und Februar mehr als 80 %, lagen in den übrigen Monaten allerdings unter 70 % der entsprechenden Referenzwerte. Die Ergebnisse der Marsch zeigten ein anderes Bild: Die Niederschläge im Januar und März fielen mit weniger als 70 % der üblichen Mengen niedrig aus. Im Februar, April und Mai erreichte die Regenmenge dagegen in etwa 100 % des Durchschnitts. Insgesamt fielen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres an den ausgewählten Standorten 67 % der üblichen Regenmenge auf der Geest, 72 % im Hügelland und 85 % in der Marsch. Trotz der vergleichsweise geringen Niederschläge waren die Böden an einigen Niederungsstandorten im Frühjahr durch die Witterungsbedingungen lange wassergesättigt. Durch gefrorene und/oder schneebedeckte Böden kam es zu Beginn der Gülleausbringung direkt nach Ablauf der Sperrfrist zu wetterbedingten Einschränkungen. Weitere wichtige Arbeitsgänge zur Grünlandpflege konnten an den genannten Standorten erst spät oder sogar erst nach dem 1. Schnitt durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu konnten die Arbeiten auf anderen Flächen wie beispielsweise im Hügelland häufig planmäßig erledigt werden, während teilweise die Wasserversorgung für das erfolgreiche Keimen der Nachsaat knapp zu werden drohte. Insgesamt waren die Bedingungen zur Frühjahrsbestellung damit regional sehr unterschiedlich. Zur Ernte war die Befahrbarkeit der Flächen größtenteils unproblematisch.

Allgemein gute Ernte- und Weidebedingungen

Das Zeitfenster für die Ernte des ersten Grünlandaufwuchses des Jahres war verhältnismäßig weit. Erste Dauergrünlandbestände wurden bereits Ende April/Anfang Mai geerntet. Teilweise wurden Bestände sehr früh bei jungem Aufwuchs beerntet, worunter die Ertragsmenge litt. Die Ernte unter den Wetterbedingungen im erwähnten Zeitraum stellt eine Herausforderung für den Silierungsprozess dar. Tiefe Nachttemperaturen und sonnige Tage können bewirken, dass der natürliche Besatz des Grünlandaufwuchses mit Milchsäurebakterien gering ist. Wenn dann zusätzlich tief gemäht wird, um geringe Erntemengen abzufedern, kann dies zu Futterverunreinigungen und den daraus resultierenden Problemen führen. Daher war unter den beschriebenen Bedingungen die Beachtung der guten fachlichen Praxis bei der Silagebereitung besonders wichtig.

Eine für Mitte Mai angekündigte Schlechtwetterphase fiel weniger intensiv aus als befürchtet, führte aber zu verstärkten Erntearbeiten in der ersten Maidekade oder zum Verschieben der Erntearbeiten auf einen späteren Zeitpunkt. Durch wechselhafte Witterungsbedingungen zog sich die Ernte des ersten Schnittes dann bis in die letzte Maidekade. Auch bei späten Ernteterminen wiesen die meisten der in der Reifeprüfung untersuchten Grasbestände noch sehr gute Qualitäten auf. Die grundlegende Futterqualität in diesem Jahr dürfte demnach vielversprechend sein, die Ergebnisse der Grundfutteranalysen bleiben jedoch abzuwarten. Entsprechende Futterqualitäten müssen in der Rationsplanung berücksichtigt werden. Hier sei beispielsweise die Rohfaserversorgung genannt, da die Strukturwirksamkeit der früh geernteten Silagen begrenzt sein kann. Im Verlauf der „Reifeprüfung Grünland 1. Schnitt“ war festzustellen, dass in einigen Regionen, besonders in der Marsch, die Entwicklung der Rohfasergehalte zeitweise stagnierte oder leicht rückläufig war. Die Erklärung hierfür können Mischbestände aus verschiedenen Pflanzenarten sein, die unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten und damit Reifestadien aufweisen. Insbesondere Untergräser wachsen nach dem Winter langsamer auf und können durch ihren verzögerten Massezuwachs zu dem beobachteten Effekt geführt haben. Schlussendlich können die Etablierungsbedingungen in der Marsch durch höhere Niederschlägen im Frühjahr besser gewesen sein und dadurch für einen größeren Erfolg der Nachsaatmaßnahmen gesorgt haben. Dieser Rückgang der Rohfasergehalte konnte im Hügelland nicht festgestellt werden. Die nördliche Marsch startete mit den niedrigsten Trockenmasse (TM)-Ertragswerten für Dauergrünland von 4,6 dt TM/ha in die Reifeprüfung. Im Gegensatz dazu lag der Ausgangswert für das südliche Hügelland bei 12,5 dt TM/ha. Über alle Prüfstandorte hinweg lag der TM-Ertrag bei der letzten Probennahme auf einem ähnlichen Niveau wie zum Vorjahr (30,1 dt/ha in 2026 im Vergleich zu 29,2 dt/ha in 2025). Im Aufwuchs waren zum Zeitpunkt der Probennahme 15,4 % Rohprotein (minus 1,1 % zu 2025), 19,9 % Rohfaser (minus 0,7 % zu 2025) und 6,9 MJ NEL (minus 0,2 MJ NEL zu 2025) enthalten. In der Phase des größten Wachstums lagen die täglichen Zuwachsraten über alle Regionen hinweg zwischen 133 und 138 kg/ha/Tag. Zudem deuten höhere Energie- und niedrigere Rohfasergehalte der Pflanzenbestände in der nördlichen Marsch an, dass diese bei Beendigung der Reifeprüfung in der Entwicklung gegenüber jenen der südlichen Marsch leicht zurücklagen. Ähnliches war für die beiden übrigen Naturräume zu beobachten. Die Ergebnisse für die Rohnährstoffe können nicht mit denen der Silage gleichgesetzt werden, da sie von diversen Faktoren im weiteren Ernte- und Silierverlauf beeinflusst werden. Dennoch bieten sie einen ersten Anhaltspunkt für die zu erwartenden Qualitäten.

Weidebedingungen im Frühjahr 2026

Die Weidesaison verlief bisher unter größtenteils günstigen Bedingungen. Die Betriebe starteten überwiegend rechtzeitig mit dem Weideauftrieb. Tendenziell gelten trockene Jahre im Allgemeinen als besser geeignet für die Weidehaltung als nasse Jahre. Dies zeigt sich momentan in der nördlichen Marsch und im Hügelland an der Ostküste. Die Niederschläge während des Frühjahres waren zwar knapp, kamen aber meist gut verteilt. Ende Mai wurde das Gräserwachstum in einigen Gegenden durch ausbleibenden Regen verzögert. Aktuell werden die Bedingungen insgesamt als eher trocken beschrieben, auch wenn die Niederschläge zuletzt zugenommen haben. Trittschäden stellen daher im Moment kein Problem dar. Für das Pflanzenwachstum ist die Wasserversorgung derzeit ausreichend und es wird meist von guten Zuwachsraten intensiv geführter Weidebestände berichtet. Regional werden zum Beispiel in Teilen der Geest etwas geringere Zuwachsraten geschildert. Über die Steuerung der Besatzdichte beziehungsweise des Flächenangebotes lässt sich einer Fehlentwicklung der Grasnarbe vorbeugen. Unter den aktuellen Bedingungen ist die Versorgung der Milchkühe im Vollweidesystem somit gesichert. 

Fazit

Der bisherige Jahresverlauf bot bereits einige Besonderheiten im Wettergeschehen. Die Pflege- und Erntemaßnahmen konnten in der Regel unter guten Bedingungen durchgeführt werden. Die Erntemengen gehen aufgrund eines heterogenen Erntezeitfensters weit auseinander, die Futterqualität sollte über Analysen abgeklärt werden. Weidebetriebe aus verschiedenen Regionen des Landes berichten aktuell von einem guten Verlauf der bisherigen Saison. Über die weitere Entwicklung entscheiden neben verschiedenen Faktoren die Wetterbedingungen bekanntermaßen ganz maßgeblich.

Milchpreisvergleich

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Die Milchanlieferung bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Milchspitze ist zwar erreicht, aber ein richtiger Rückgang der angelieferten Milchmenge ist noch nicht zu erkennen. Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise für den Monat Mai leicht angehoben, bei sechs Meiereien blieb der Auszahlungspreis unverändert.

Die Preise wurden in einer Spanne zwischen 1 und 2 ct/kg angehoben. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 35,74 ct/kg und damit 0,79 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich aber immer noch zwischen 30,20 und 40,00 ct/kg und bleibt damit unverändert zum Vormonat. In Süddeutschland ist die Spanne etwas kleiner geworden. Hier werden zwischen 31,46 und 40,40 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 37,50 ct/kg. Hier hat sich die Spanne somit nach oben ausgedehnt. Bei den westdeutschen Meiereien reicht die Spanne von 31,68 bis 38,65 ct/ kg und hat sich somit insgesamt leicht nach oben verschoben.

Impulslose Teilmärkte

Die Geschäftstätigkeiten auf den einzelnen Teilmärkten haben aktuell deutlich nachgelassen. Meist werden derzeit bestehende Kontrakte bedient. Das ist vor allem bei Butter und Käse der Fall. In diesen Bereichen gibt es aktuell auch entsprechend wenige Veränderungen der Preisniveaus. Diese liegen in beiden Fällen nach wie vor sehr niedrig. Im Sahnebereich kommt es aufgrund der guten Verfügbarkeit zu weiteren Preisabschlägen. Leider schwächelt auch das bisherige Zugpferd, der Milchpulverbereich. Die Schokoladenindustrie hat ihren Bedarf vorerst kontrahiert, weshalb aktuell kaum zusätzlicher Bedarf besteht. Die Preise pendeln daher deutlich zurück. Nachdem in den vergangenen Wochen erhebliche Mengen an Magermilchpulver auf dem Weltmarkt umgesetzt wurden, hat sich die Nachfrage aus dieser Richtung inzwischen auch wieder beruhigt. Einzig Süßmolkenpulver weist nach wie vor eine positive Tendenz auf. Mit steigendem Preisniveau mehren sich aber in diesem Bereich auch innereuropäische Konkurrenten mit günstigeren Offerten.

Weltweit sehr hohes Milchaufkommen

Nicht nur in Deutschland lag das Milchaufkommen in den ersten vier Monaten, für die weltweit gesehen bisher Daten zur Verfügung stehen, deutlich über dem Vorjahreszeitraum. In nahezu allen exportorientierten Milchviehregionen der Welt war dies ebenfalls der Fall. In den USA zum Beispiel lag die Milchanlieferung im April um rund 2,7 % über dem Vorjahresmonat. Als Gründe für diesen relativ deutlichen Anstieg werden eine sehr gute Futtergrundlage, eine noch nie da gewesene Gesamtzahl an Milchkühen und eine gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % gesteigerte Milchleistung genannt. Die EU hat dieses Milchaufkommen prozentual gesehen noch übertroffen. Hier lag das Milchaufkommen im gleichen Zeitraum um 4,6 % über dem Vorjahreszeitraum. Hier stechen besonders Deutschland, Frankreich und die Niederlande mit deutlichen Zuwächsen heraus, während es im Osten und Südosten Europas eher zu rückläufigen Entwicklungen kam. In Südamerika, allen voran in Argentinien, lag das Milchaufkommen in den ersten vier Monaten um satte 7,1 % über dem Vorjahresniveau. Die Kurve hat sich allerdings deutlich abgeflacht, sodass sie im April wieder nahezu der Vorjahreslinie entsprach. Genau umgekehrt verhält es sich in Australien. Hier ist man unter den Vorjahreszahlen gestartet und im April aufgrund deutlicher Produktionssteigerungen bei 4,1 % über der Vorjahreslinie angekommen. Und auch in Neuseeland liegt man um fast 6 % über dem Vorjahresniveau.

Zwar steht diesen weltweit hohen Milchmengen auch eine höhere Aufnahmebereitschaft des weltweiten Milchsektors gegenüber, es verdeutlicht aber auch den extrem engen Verhandlungsspielraum für Preiserhöhungen gerade im Bereich der standardisierten Handelswaren (Commodities), solange das Damoklesschwert der hohen Milchmengen über dem Milchsektor hängt.


„Wir wollen gestalten und nicht verwalten“

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Die Eröffnung und Begrüßung dieses wichtigen Ausschusses erfolgte durch den Vorsitzenden Hans-Caspar Graf zu Rantzau. Der Sitzungstermin wurde umgestellt, auch die Vertreter der Baumschulen sollten dabei sein. Mitte Mai sind die meisten Pflanzen ausgeliefert, und ihre Teilnahme an Ausschusssitzungen ist leichter möglich. Von ihnen erwartet man sich wichtige Impulse, beispielsweise weil sie die Pflanzen für den Forst liefern.

Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam, zum ersten Mal in diesem Fachausschuss, stellte sich dem Ehrenamt vor. Es kam mit Sicherheit gut an, dass sie aus Hessen, einem der waldreichsten Gebiete Deutschlands, kommt. Sie teilte dem Ehrenamt die aktuellen Nachrichten aus der Kammer mit. So stehe die Kammer aktuell finanziell auf soliden Füßen. In den vergangenen Jahren sei viel saniert worden. Wetekam ist wichtig, dass die Kammer den Betrieben nütze, sich die Betriebe aber auch einbrächten und sagten, in welchen Bereichen sie Hilfe benötigten. Nur so lasse sich die Kammer voranbringen. Für die Mitwirkung ist die Arbeit in den Fachausschüssen, wie dem für das Forstwesen, eine gute Möglichkeit. Wetekam sprach auch über die zahlreichen Projekte, die der Kammer viel Wissen einbringen. Hier wäre es künftig wünschenswert, wenn eine Person alle Projekte bündeln und die administrativen Aufgaben übernehmen würde. Im Forst wünscht sie sich eine Digitalisierung der Förderung, allerdings sei man noch in der Abstimmung mit dem Land bezüglich der Frage, wer die Digitalisierung durchführe.

Im Anschluss ging es um den Wald bei uns im Land zwischen den Meeren. Die Kammer müsse im Geschäft bleiben, und das gehe, weil die Kammer ein lebendiges Instrument zum Nutzen der Umlagezahler sei, so Graf zu Rantzau. „Wir wollen gestalten und nicht verwalten“, führte der Vorsitzende aus.

Zusätzliche Försterstelle geschaffen

Hans Jacobs, kommissarischer Leiter der Forstabteilung, stellte den Geschäftsbericht 2025 vor. Die Kammer habe unter anderem auf den erhöhten Beratungsaufwand mit einer zusätzlichen Försterstelle reagiert. Der neue Kollege heißt Leon Kitzig und wurde bereits im Bauernblatt (BB 20/2026) vorgestellt. Die Förderung der forstlichen Zusammenschlüsse über den Abschluss von Waldpflegeverträgen habe sich zu einem „Burner“ entwickelt, so Jacobs. Knapp 3.500 Verträge und über 25.000 ha gelte es zu bearbeiten. Das Fördervolumen liegt bei 1,49 Mio. €, die Fördersummen je Forstbetriebsgemeinschaft zwischen 8.000 und 100.000 €. Als forstlicher Dienstleister unterstützt die Kammer die Forstbetriebsgemeinschaften. Weiteres Thema der Betreuung und Beratung ist die Verkehrssicherung von Bäumen an Straßen und bewohnten Grundstücken. Diese rückt nach einem tragischen Unfall in Satrup aktuell in den Fokus. Am Ostersonntag war eine rund 30 m hohe Esche umgestürzt und hatte mehrere Menschen unter sich begraben. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben, weitere Personen wurden schwer verletzt.

Positives Ergebnis in den Büchern

Auch für die übrigen Fachbereiche konnte Jacobs gleichbleibende bis steigende Umsätze vermelden, sodass zum Jahresende ein positives Ergebnis zu Buche stand.

Eine prima Neuerung gibt es aus dem Bereich der Aus- und Fortbildung. Hier übernahm der Leiter der Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF), Dr. Jörg Hittenbeck, das Wort. Derzeit sind dort 55 Auszubildende in der Berufsschule beziehungsweise überbetrieblichen Ausbildung. Es fanden 62 Seminare mit knapp 900 Teilnehmern statt. Die Nachfrage nach Motorsägen-Lehrgängen übersteigt derzeit die Kapazität.

Ein Novum ist, dass ein Forstwirtschaftsmeisterlehrgang ins Leben gerufen wurde. Die Teilnehmer müssen nun nicht mehr in andere Bundesländer fahren. Noch eine gute Nachricht hatte Hittenbeck zum Schluss: Ein Förderbescheid für den Neubau eines Schulungszentrums an der LAF wurde bewilligt. Es sei realistisch, dass der Bau 2027 beginnen werde und sich so die Bedingungen für die Auszubildenden verbessern würden.

Dr. Jörg Hittenbeck konnte verkünden, dass der Neubau eines Schulungsgebäudes gefördert wird. Im kommenden Jahr könnte es stehen.

Theorie und Praxis besser verbinden

Im Anschluss ging es darum, die Ausschussarbeit zu beleben. In einer angeregten Diskussion einigten sich die Mitglieder darauf, vor Ort Termine im Wald oder in einer Forstbaumschule der Sitzung vorzuschalten, um Theorie und Praxis besser zu verbinden.In der Sitzung könnten dann themenspezifisch die betroffenen Fachbereiche genauer vorgestellt oder Zukunftsthemen wie Agroforst oder Containerpflanzungen besser verdeutlicht werden. Mehr Praxis kommt bei den Teilnehmern gut an.

„Die jungen Menschen wollen lernen!“

Drei Fragen an die neue Arbeitslehrerin Annabelle Brandt

Annabelle Brandt hat zum Jahresbeginn in der Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF) in Bad Segeberg angefangen. Die Möllnerin hat nach dem Abitur ihre Ausbildung zur Forstwirtin gemacht und war unter anderem in der Baumpflege als Gutachterin tätig. Sie wird Fortbildungen in der LAF durchführen. Diese war mit 900 Teilnehmern 2025 gut ausgelastet. Aktuell macht Brandt ihren Meister, um die angehenden Forstwirte in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜA) zu unterrichten.

Die Kleidung verrät es: Annabelle Brandt führt in ihrer Freizeit mehrere Jagdhunde und ist Jägerin und Falknerin. Foto: Darun Salieh

Was ist Ihre neue Aufgabe bei uns in der Forstabteilung?

Annabelle Brandt: Hauptsächlich geht es bei mir um die Ausbildung der Forstwirte, und dabei um den praktischen Teil. Die sind ja hier in Bad Segeberg in der überbetrieblichen Ausbildung. Die Inhalte reichen je nach Ausbildungsjahr von der Holzernte über Zaunbau, Pflanzung bis hin zu Jungwuchspflege und Waldrandgestaltung. Die ÜA findet neben den Unterrichtsräumen im Wald im Segeberger Raum statt.

Sie selbst sind 33 Jahre alt und haben überwiegend mit jungen Menschen zu tun. Wie werden Sie mit denen klarkommen?

Ich habe ein souveränes, sicheres Auftreten und freue mich auf die Herausforderung. Vorher im gutachterlichen Bereich hatte ich in Seminaren zu Baumkontrollen überwiegend mit Erwachsenen zu tun. Meine Erfahrung ist, dass man an die Auszubildenden sehr gut herankommt, die sind ja bei uns und wollen etwas lernen. Es ist sehr interessant, mit so vielen unterschiedlichen Charakteren zu arbeiten.

Für Sie schließt sich mit dem Job bei der Kammer der Kreis?

Ich bin schon lange mit der Forstabteilung und dem Ort Bad Segeberg verbunden. Ich habe bei der Stadt Mölln gelernt, und daher kenne ich aus meiner eigenen überbetrieblichen Ausbildung die LAF und einige meiner Kollegen schon. Ich wusste also bei der Bewerbung, was mich erwartet. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Es ist eine tolle Kombination zwischen der Arbeit draußen im Forst und im Klassenzimmer beziehungsweise Büro, gerade deshalb hat man sich den Job ja ursprünglich ausgesucht. imk

Wenn du immer nur träumst …

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„Die Rente ist sicher!“ Viele werden sich noch an dieses berühmte Zitat des damaligen Bundesarbeitsministers Norbert Blüm (CDU) erinnern. 40 Jahre später stellt sich die Frage, wie dieses Versprechen angesichts des demografischen Wandels und steigender Kosten auch in Zukunft erfüllt werden kann. Fakt ist, dass sich das Verhältnis von Rentenempfängern zu Beitragszahlern dramatisch verändert hat.

Kamen 1962 auf jeden Rentner sechs Beitragszahler, sind es heute noch zwei – um genau zu sein 2,1. Die Vorschläge aus der Politik reichen von längeren Lebensarbeitszeiten über stärkere private Vorsorge bis hin zu Reformen bei Rentenniveau und Beiträgen. Für den LandFrauenverband Schleswig-Holstein war die politische Diskussion der Auslöser dafür, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Denn besonders Frauen in der Landwirtschaft sind in Bezug auf finanzielle Absicherung und Rente unterversorgt.

Michael Herte ist Bankkaufmann und Volljurist. Seit 2025 leitet er die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Er ist Fachmann für Markt, Rente und Finanzdienstleistungen.

„Wenn du immer nur träumst, wachst du irgendwann arm auf.“ Diesen Satz würde Michael Herte, Vorstand der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, gern allen jungen Menschen mit auf den Weg geben. „Ich kann gut verstehen, dass man sein Geld in jungen Jahren für andere Dinge ausgibt, aber das dicke Ende kommt irgendwann.“ Michael Herte ist kein Schwarzmaler, sondern Realist. Der Volljurist blickt auf langjährige Erfahrungen im Bereich Markt, Recht und Finanzdienstleistungen zurück. Zu seinem Alltag gehört die Beratung von Menschen, die nicht ausreichend für das Alter abgesichert sind. Häufig sind das noch immer Frauen – insbesondere auch im Bereich der Landwirtschaft. Sie versorgen Kinder, pflegen Eltern oder Schwiegereltern und arbeiten auf dem Hof mit – oft als mitarbeitendes Familienmitglied, ohne eigenes Einkommen. „Dieses Thema bewegt uns sehr“, erklärt Heidi Thamsen, die als Vertreterin des Präsidiums des LandFrauenverbandes das Seminar begleitete. „Wir möchten unsere LandFrauen für dieses Thema sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten für ihre persönliche Altersvorsorge aufzeigen.“

Im Seminar gab Michael Herte einen Überblick über gesetzliche Altersvorsorge, zeigte Möglichkeiten der privaten Geldanlage auf und gab den Teilnehmerinnen ein paar wertvolle Tipps an die Hand. Natürlich ging es ihm dabei um sichere, umsetzbare Lösungen. Wichtig sei es, zuerst zu prüfen, wie viel Geld man tatsächlich zur Verfügung habe. Bevor man beispielsweise in eine Geldanlage investiere, sollte man für einen Notgroschen gesorgt und teure Kredite abgebaut haben.

Das Thema Rente und Altersvorsorge ist breit und sehr individuell. „Und leider gibt es auch kein Geheimrezept, das alles regelt“, betont Herte. „In jedem Fall sind aber die Verbraucherzentrale und die Rentenberatungsstellen die richtigen Ansprechpartner.“

Hinweis

Voraussichtlich im Herbst wird es eine kürzere Online-Version des Seminars geben. Termin und Informationen folgen auf der Webseite des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein.

Vier praktische Tipps vom Fachmann

1. Digitale Rentenübersicht: Dieses Online-Portal bündelt alle Informationen über die erworbenen Ansprüche aus gesetzlichen, privaten und betrieblichen Altersvorsorgen. Die Nutzung ist freiwillig, kostenlos und über jeden gängigen Internetbrowser auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung verfügbar.

2. Kontenklärung: Fehler können überall passieren, und es kann vorkommen, dass der Deutschen Rentenversicherung nicht alle relevanten Daten vorliegen. Sind beispielsweise alle Kinder berücksichtigt? Und sind auch die Berücksichtigungszeiten (für Kinder bis zum 10. Lebensjahr) eingetragen? Einen finanziellen Effekt hat das zwar nicht, aber es ist strategisch relevant: Andere Versicherungszeiten werden unter Umständen besser bewertet – vor allem bei unterbrochenen Erwerbsbiografien ist das wichtig.

3. Fallen vermeiden: „Wilde Ehe“, finanzielle Abhängigkeit, langfristige Beschäftigung in Teilzeit oder als Minijobber wirken sich massiv auf die Höhe der Rente aus. Wem Beitragsjahre fehlen, der kann bis zum 45. Lebensjahr auch nachträglich Geld in die Rentenkasse einzahlen. Das kann sogar steuerlich geltend gemacht werden und lohnt sich meist mehr als eine private Rentenversicherung.

4. Bei Geldanlagen auf die Kosten achten: Man muss kein Betriebswirt sein, um Geld anzulegen. Aber man sollte die Kosten im Blick haben. Denn egal, für welche Form der Anlage man sich entscheidet: Die Kosten, beispielsweise für Makler oder Gebühren, mindern die Rendite. Außerdem gilt: Keine Angst vor ETF! Mit einem kostenlosen Konto bei einer Direktbank und einem breit gefächerten Wertpapierdepot, in das monatlich ein geringer Betrag (zum Beispiel bereits 25 € pro Monat) fließt, kann man ein gutes Gefühl für den Markt entwickeln.

Weichen für die kommenden Jahre gestellt

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In seiner Zwischenklausur in Neumünster blickte der Landesvorstand der Landjugend auf die zweite Jahreshälfte 2026, plante Projekte für 2027 und warf bereits einen Blick auf das Theaterprojekt zur Grünen Woche 2028.

Der Landesvorstand traf sich am Freitagabend intern, um mit einem gemeinsamen Abendessen in das Klausurwochenende zu starten. Während des Abendessens wurde viel geschnackt und gelacht, bevor am späteren Abend die eigentliche Klausurarbeit begann. Im Mittelpunkt standen dabei die Veranstaltungen der zweiten Jahreshälfte 2026, darunter der Tag der offenen Geschäftsstelle, die Norla, die Landesausschusssitzung III und die Landesversammlung im November. Gemeinsam wurde geschaut, wer für welche Veranstaltung verantwortlich ist und ob noch Unterstützung benötigt wird.

Theater auf der Grünen Woche 2028

Der Blick richtete sich aber nicht nur auf die kommenden Monate, sondern auch weit darüber hinaus. So wurde bereits über das Landjugendjahr 2027 gesprochen, und erste Überlegungen für das Theaterprojekt auf der Grünen Woche 2028 wurden angestellt. Auf der Bundesmitgliederversammlung des Bundesverbandes im April erhielt Schleswig-Holstein den Zuschlag für das Theater der Jugendveranstaltung auf der Grünen Woche im Januar 2028.

Durch die Reifen steigen, ohne dass diese sich berühren: Bewegung und gute Stimmung zum Abschluss gab es beim Reifenspiel – natürlich mit Händchenhalten … Foto: Paul Weniger

Für das Jahr 2027 stand außerdem die Frage im Raum: Großprojekt – ja oder nein? Und wenn ja, welches Großprojekt und in welchem Zeitraum? Darüber hinaus wurde diskutiert, welche kleineren Projekte zusätzlich angeboten werden könnten und ob es Projekte gibt, die nach einigen ruhigeren Jahren wieder aufgegriffen werden sollten. Mit diesen Fragen und vielen interessanten Ideen endete der Freitagabend. Diese sollten am Sonnabend gemeinsam mit der Geschäftsstelle weiterentwickelt werden.

Am Sonnabendmorgen reisten Karen Stender, Jaenne Albert und Thore Groth aus der Geschäftsstelle nach Neumünster, um den Tag gemeinsam mit dem Landesvorstand zu verbringen. Bevor die eigentliche Arbeit begann, durften Vorstand und Geschäftsstelle in einer Teameinheit zeigen, wie kreativ sie sein können. Aufgabe war es, vier Eigenschaften, Hobbys oder andere persönliche Informationen zeichnerisch darzustellen – darunter allerdings auch eine Lüge, die von der Gruppe entlarvt werden musste. An Ideen mangelte es dabei niemandem, wohl aber teilweise an den zeichnerischen Fähigkeiten. So sorgten einige der entstandenen Kunstwerke für viele Lacher.

Anschließend ging es an die Jahresplanung. Schnell wurde deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, alle Termine, Veranstaltungen und Projektgruppen unterzubringen. Wo sollen nur die vielen Wochenenden herkommen? Am Ende fand jedoch zunächst alles einen Platz im großen Kalender. Denn neben der Planung für das Theater 2028 steht im Jahr 2027 auch wieder der Berufswettbewerb der Landwirtschaft und Hauswirtschaft in Schleswig-Holstein an. Hinzu kommen die festen Termine wie die Landesausschusssitzungen, die Norla, der Tag der offenen Geschäftsstelle und weitere Veranstaltungen. Außerdem sollen die Methodensammlung weiter ergänzt und der Ausleihkatalog ausgebaut werden. Ein weiteres Mitmachprojekt befindet sich bereits in Planung. Gleichzeitig wird in den kommenden Monaten viel Zeit in die Vorbereitung des Berufswettbewerbs und die ersten Schritte für das Theaterprojekt fließen.

Auch die Satzung war Thema der Zwischenklausur. Geschäftsführerin Karen Stender stellte die geplanten Änderungen vor. Dabei wurde besprochen, welche Passagen angepasst werden sollten, warum dies für eine umfassende Absicherung der Landjugendgruppen in Versicherungsfragen notwendig ist und wie mögliche neue Formulierungen aussehen könnten.

Bewegung und gute Stimmung zum Abschluss

Zum Abschluss des Tages sorgte Jaenne mit einem Reifenspiel noch einmal für Bewegung und gute Stimmung. Ziel war es, möglichst schnell durch die Reifen zu steigen, ohne dass sich zwei Reifen berühren. Gleichzeitig mussten alle Teilnehmenden während der gesamten Aufgabe einen Kreis bilden und sich an den Händen halten. Es wurde viel gelacht, was die Aufgabe nicht unbedingt einfacher machte. Dennoch gelang es, die erste Zeit gleich dreimal zu unterbieten. Spiel und Spaß bildeten damit den Schlusspunkt der Zwischenklausur, und alle starteten in das verdiente Restwochenende.

Schweinepreis-Absturz mitten in der Grillsaison

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Die Fußballweltmeisterschaft ist in vollem Gange, die deutsche Nationalmannschaft hat das Auftaktspiel erfolgreich hinter sich gebracht und überall versammeln sich die Menschen, um sich die Spiele gemeinsam in geselliger Runde anzuschauen. Dazu wird dann selbstverständlich auch gegrillt. Rosige Zeiten für die Schweinemäster, mag so mancher Außenstehende schlussfolgern. Dass hier Wunschdenken und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen, wissen alle Marktbeteiligten spätestens seit Mitte voriger Woche, nachdem der Vereinigungspreis erneut um ganze 10 ct auf nur noch 1,50 € pro Indexpunkt herabgesetzt wurde, und das mitten in der Hauptsaison, in der die Schweinepreise in sonstigen Jahren immer ihre Höchststände verzeichneten. Das Preisniveau liegt damit in diesem Jahr satte 60 ct unter Vorjahresniveau und sogar um 70 ct unter dem Preisniveau von 2024. Der Vereinigungspreis setzt damit seinen bereits Anfang Mai begonnenen Abwärtstrend weiter fort.

Überversorgung des Schweinefleischmarktes

Nun könnte man relativ schnell zu der Annahme kommen, die Deutschen beziehungsweise die Europäer äßen kein Fleisch mehr. Ein Blick in die Statistik gibt hier allerdings eine deutliche Entwarnung. Der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch in der EU wird nach ersten Schätzungen für das laufende Jahr zwar um 0,9 % abnehmen, zeitgleich wird die Schweinefleischproduktion in der EU aber auch um 1,0 % sinken. Ein Problem stellt aktuell allerdings die Überproduktion innerhalb der EU dar. Der Selbstversorgungsgrad der EU mit Schweinefleisch liegt bei 126 %. Größter Exporteur hierbei ist Spanien mit einem Exportvolumen von gut 1,3 Mio. t im vergangenen Jahr. Im Vergleich dazu hat Deutschland nur gut 300.000 t exportiert. Eines der wichtigsten Abnehmerländer gerade für spanisches Schweinefleisch ist China. Ein Viertel der gesamten Drittlandexporte der EU ging im Jahr 2025 in das Reich der Mitte. Und gerade hier liegt das Problem. Der Export gestaltet sich zunehmend schwieriger. China hat den eigenen Schweinebestand nach durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) bedingten Ausfällen wieder deutlich hochgefahren und ist daher weniger auf Importe angewiesen als noch ein Jahr zuvor. Auch erschweren weltweite Handelshemmnisse zunehmend den internationalen Fleischabsatz. Gleichzeitig sieht sich die EU auf den Drittlandmärkten zunehmend mit billigem Schweinefleisch aus Südamerika konfrontiert. Das Ergebnis dessen ist, dass erhebliche Mengen an Schweinefleisch, das eigentlich für den Export vorgesehen war, auf dem EU-Binnenmarkt landet. Besonders günstiges Schweinefleisch aus Spanien trägt somit auch zur Überversorgung des deutschen Marktes bei.

Marktmacht der Schlachtunternehmen

Das Schlachthof-Ranking der AMI zeigt auch für 2025 eine Erhöhung der Marktanteile der größten Schlachtunternehmen in Deutschland. Die beiden größten Schlachtunternehmen, die Tönnies-Gruppe (Premium Food Group) und die Westfleisch decken zusammen fast 50 % des Schlachtschweinemarktes ab. Tönnies allein hat dabei einen Marktanteil von 30 %. Entsprechend hoch sind der Druck beziehungsweise der Markteinfluss, die von dieser Seite auf den Schlachtschweinemarkt und somit letztendlich auf die Erzeugerseite ausgeübt werden können. Die Schweinemäster hierzulande haben das Nachsehen und befinden sich seit Ende des vorigen Jahres durchgängig in den roten Zahlen. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Aus markttechnischer Sicht gibt es nur einen Ausweg: Das Angebot muss herunter, die Schweine müssen deutlich knapper werden. Nicht nur hierzulande, sondern EU-weit.

Land will Grundwasser besser vor PFAS schützen

In Schleswig-Holstein wird das Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Deshalb soll es mit einer neuen Verordnung besser vor per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) geschützt werden. Um das zu erreichen, wird die Verwendung PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel in allen Wasserschutzgebieten reguliert. Dafür startete am Montag die Anhörung der Verbände.

Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) erklärte: „PFAS sind Ewigkeitschemikalien und eine Bedrohung für unsere Gesundheit. Manche sind hormonell wirksam, andere stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, oder gefährden Fortpflanzung sowie ungeborene Kinder während der Schwangerschaft. Sie reichern sich im Wasser an und werden nicht abgebaut. Einmal im Kreislauf, bleiben sie so gut wie ewig bestehen. Deshalb ist es so wichtig, nicht immer mehr in Umlauf zu bringen. Wir werden die Verwendung PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel in Wasserschutzgebieten entscheidend einschränken und damit unser Trinkwasser besser schützen. Denn sauberes Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage.“

Rückstände aus PFAS-haltigen Pflanzenschutzmitteln können ins Grundwasser gelangen und werden dort praktisch nicht abgebaut. Auch bei der Trinkwasseraufbereitung lassen sich PFAS und Abbauprodukte wie Tri­fluoressigsäure (TFA) mit verfügbarer Technik nicht mit verhältnismäßigem Aufwand entfernen. Für 19 PFAS-haltige Wirkstoffe, für die Alternativen verfügbar sind, ist ein sofortiges Verbot der Anwendung in Wasserschutzgebieten vorgesehen. Für weitere acht Wirkstoffe soll eine Übergangsfrist bis 2035 gelten, bei weiteren drei Stoffen ist diese kulturartspezifisch vorgesehen.

Goldschmidt: „PFAS-Verbindungen kommen in allen Lebensbereichen zur Anwendung. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr stabil sind und sich in Böden und Gewässern anreichern. Deshalb brauchen wir eine strikte europäische und nationale Regulierung dieser Stoffe. Mit der Verordnung wird es uns gelingen, den besonders frappierenden Fall, dass sogar in Wasserschutzgebieten auch heute noch PFAS-haltige Spritzmittel direkt auf unsere Felder gebracht werden, zu beenden. Noch besser wäre es, wenn diese Mittel künftig ihre pflanzenschutzrechtliche Zulassung verlören, so wie es in Dänemark bereits für diverse Stoffe der Fall ist.“

Wasserschutzgebiete

In manchen Gebieten wird das Grundwasser nur unzureichend durch natürliche Deckschichten vor dem Eintrag von Nähr- und Schadstoffen geschützt. Solche für Trinkwasserzwecke genutzten Bereiche werden als Wasserschutzgebiete ausgewiesen, in denen zum Schutz des Grundwassers strengere Anforderungen für den Umgang mit Nähr- und Schadstoffen gelten. Solche Regelungen gibt es bisher nicht für den Gebrauch von PFAS-haltigen Pflanzenschutzmitteln. Das soll nun geändert werden.

PFAS-Sonderprogramm der Landesregierung

Die Landesregierung geht im Einsatz gegen PFAS-Belastungen voran. Das Umweltministerium etwa plant mit dem neu aufgelegten PFAS-Sonderprogramm in den nächsten fünf Jahren insgesamt 3,5 Mio. € für das Monitoring von PFAS in Boden und Grundwasser sowie für die Unterstützung der Kommunen bei der Erkundung und Sanierung von PFAS-belasteten Standorten im Haushalt ein.

PFAS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, auch PFAS genannt, sind als Ewigkeitschemikalien bekannt geworden, da sie sich nicht oder nur sehr langsam abbauen. Einmal in die Umwelt eingetragen, bleiben sie dort also lange bestehen. Dabei stehen einige PFAS im Verdacht, krebserregend zu sein. Relevant für das Trinkwasser ist insbesondere das Abbauprodukt einiger PFAS-haltiger Pestizide TFA (Trifluoracetat), das auch zur Gruppe der PFAS gehört. In Schleswig-Holstein wurde TFA bereits an zahlreichen Grundwassermessstellen nachgewiesen und kürzlich von mehreren deutschen Behörden als fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch) eingestuft.


BVSH zur Änderung der Landeswasserschutzgebietsverordnung: „Anhörung darf kein reiner Formalakt sein“

Der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) wird den am Montag im Rahmen der Verbändeanhörung vorgelegten Entwurf zur Änderung der Landeswasserschutzgebietsverordnung umfassend prüfen und mit den betroffenen Mitgliedern vor Ort ins Gespräch kommen.

PFAS-Verbindungen stehen aufgrund ihrer Langlebigkeit und möglicher Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zu Recht im Fokus der öffentlichen Diskussion. Das Ziel, den Schutz von Trinkwasserressourcen weiter zu stärken, ist grundsätzlich nachvollziehbar und wird auch von der Landwirtschaft geteilt. Gleichzeitig muss bei allen regulatorischen Maßnahmen sichergestellt werden, dass die landwirtschaftliche Produktion in Schleswig-Holstein weiterhin praktikabel und wirtschaftlich möglich bleibt. Deshalb wird der BVSH genau analysieren, welche konkreten Auswirkungen das vorgesehene Verbot in Wasserschutzgebieten auf den Pflanzenbau, die Ertragssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe haben wird.

Verwunderlich ist, dass bereits zum Auftakt der Verbändeanhörung öffentlich der Eindruck vermittelt wird, das Verbot sei politisch bereits beschlossen. Eine Anhörung darf kein reiner Formalakt sein. Wenn die Landesregierung die Expertise der betroffenen Praxis ernst nimmt, müssen die vorgetragenen fachlichen Einwände und die Folgen für die landwirtschaftliche Produktion ergebnisoffen geprüft werden.

Rinder aktuell: Die Bergung bewegungsunfähiger Rinder

Die Bergung bewegungsunfähiger Rinder ist ein sensibles und zugleich praxisrelevantes Thema in der Landwirtschaft. Immer wieder kommt es vor, dass Kühe oder andere Rinder aufgrund von Krankheit, Verletzung oder Erschöpfung nicht mehr selbstständig aufstehen können. Für Landwirte stellt dies nicht nur eine organisatorische Herausforderung dar, sondern wirft auch wichtige Fragen zum Tierwohl, zur Wirtschaftlichkeit und zu rechtlichen Vorgaben auf.

Rinder können aus verschiedenen Gründen festliegen. Häufige Ursachen sind:

– Stoffwechselerkrankungen wie Milchfieber (Hypokalzämie). Wenn Kühe nach der Kalbung nicht mehr aufstehen können (Festliegen), versuchen sie oft, sich in Brust- oder Seitenlage aufzurichten. Dabei kann es zu einem unkontrollierten Spreizen der Hinterbeine kommen. Dies ist häufig eine Folge von Kalziummangel (Milchfieber), der zu Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen führt.

– Geburtskomplikationen. Nerven­schäden, zum Beispiel durch Schwergeburten (Nervus obturatorius), können dazu führen, dass die Kuh die Kontrolle über ihre Hinterbeine verliert und diese seitlich wegstreckt.

– Verletzungen an Gliedmaßen oder Gelenken, die ein Aufstehen erschweren oder gänzlich verhindern

– „Ausgrätschen“. Glatte Laufflächen im Stall können dazu führen, dass Kühe ausgleiten, wobei die Beine seitlich wegknicken oder ausgegrätscht werden. Dies kann zu Zerrungen oder Muskelrissen führen.

– Infektionen oder schwere Allgemeinerkrankungen

– Erschöpfung bei älteren oder geschwächten Tieren

– Das frühzeitige Erkennen der Ursache ist entscheidend, da die Behandlungschancen stark davon abhängen.

Bedeutung schneller Maßnahmen

Ein festliegendes Rind ist ein Notfall. Bereits nach wenigen Stunden können durch den anhaltenden Druck auf Muskeln und Nerven schwere Folgeschäden entstehen. Deshalb ist schnelles Handeln erforderlich:

– Tierarzt kontaktieren

– Separieren von der Gruppe

– Tier weich lagern, zum Beispiel auf Stroh

– auf einen grifffesten Untergrund achten

– regelmäßiges Umlagern, alle vier bis sechs Stunden, um Druckstellen zu vermeiden

– Versorgung mit Wasser und Futter sicherstellen

Methoden der Bergung

Eine Herausforderung stellt das Verbringen des Tieres aus dem Stall in eine Krankenbucht mit rutschfestem Untergrund da. Dies sollte möglichst schonend erfolgen und weitere Verletzungen ausschließen. Bevor ein Transport durchgeführt wird, sollte die Genesungswahrscheinlichkeit abgeschätzt werden, um unnötiges Tierleid abzuwenden.

Das Anlegen einer Fußfessel an den Hinterbeinen trägt zur Vermeidung von Sekundärverletzungen bei. Oftmals verschlechtert sich der Zustand durch erfolglose Aufstehversuche und Herumschlagen der Gliedmaßen. Das größte Problem ist das Gewicht der Tiere. Allein oder auch zu zweit ist man kaum in der Lage, ein ausgewachsenes Rind zu bewegen. Der Einsatz von maschineller Technik setzt voraus, dass der Einsatzort dafür zugänglich ist. Kühe am Kopfhalfter oder an fixierten Gliedmaßen über den Boden zu schleifen, verschlechtert die Genesungswahrscheinlichkeit deutlich und ist auch aus Tierschutzgründen zu vermeiden.

Wenn ein Rind nicht mehr selbstständig aufstehen kann, kommen verschiedene technische Hilfsmittel zum Einsatz:

Gurte und Transportplatten für die Bergung aus dem Stall

– Hebegeschirre und Hebegeräte: Spezielle Hüftklammern oder Hebegurte ermöglichen es, das Tier vorsichtig anzuheben. Diese Methode wird oft in Kombination mit einem Schlepper oder Hoflader eingesetzt. Wichtig ist, den Druck gleichmäßig zu verteilen, um Verletzungen zu vermeiden. Bei der Verwendung einer Hüftklammer als Aufstehhilfe sind immer die Folgeverletzungen durch deren Einsatz zu berücksichtigen. Auszuschließen ist der Transport aus dem Stall mithilfe der Hüftklammer. Gurte und Tragegeschirre sind dafür die bessere Wahl. Die Palettengabel ist auf jeden Fall kein geeignetes Mittel zum Tiertransport.

– Transportmatten oder Schlitten: Zur Verlagerung innerhalb des Stalls können robuste Matten und Platten oder Schlitten genutzt werden, um das Tier schonend zu bewegen.

– Tierbergungswagen: In größeren Betrieben werden Bergungswagen eingesetzt, die ein besonders sicheres und stressarmes Anheben und Transportieren ermöglichen.

– Schaufel: Der Transport mit einer zum Beispiel mit Stroh ausgepolsterten Frontladerschaufel ist durchaus eine Alternative, wenn die Größe ausreichend ist. Die Schwierigkeit hierbei besteht darin, das Tier in die Schaufel zu bekommen und ein Herausfallen beim Anheben zu verhindern. Ein Hineinrollen ist allein unmöglich. Ein Aufsatz zum Hineinziehen des Tieres hilft hier. Der Einsatz einer Greifschaufel kommt ebenfalls in Betracht. Dabei ist natürlich das „Greifen“ des Tieres auszuschließen. Das Hineinziehen in die Schaufel bei abgedeckten Zinken mit Seilen kann durch die Hydraulik erfolgen, sodass man ein Tier allein bergen kann. Diese Technik bietet sich auch an, um Tiere von der Weide zu bergen.

– Wassertherapie (Flotationstanks): In einem neueren Verfahren wird das Tier in einen speziellen Tank mit warmem Wasser gestellt. Der Auftrieb entlastet die Gliedmaßen und kann helfen, die Stehfähigkeit wiederherzustellen. Bei bewegungsunfähigen Tieren wird es aber schwierig sein, sie in den Tank hineinzubekommen. Signifikant höhere Genesungszahlen wurden damit noch nicht erreicht.

Tierschutz und rechtliche Aspekte

Der Umgang mit bewegungsunfähigen Rindern ist klar geregelt. In der EU und damit auch in Deutschland gilt:

– Tiere dürfen nicht unnötig leiden.

– Ein Transport ist nur erlaubt, wenn das Tier transportfähig ist.

– In aussichtslosen Fällen muss eine tierschutzgerechte Nottötung erfolgen.

Das Ziel ist immer, Leiden zu minimieren und gleichzeitig verantwortungsvoll zu handeln.

Wirtschaftliche und ethische Überlegungen

Neben dem Tierwohl spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Die Behandlung und Bergung können zeit- und kostenintensiv sein. Dennoch steht für viele Landwirte das Tierwohl im Vordergrund. Eine gute Bestandsbetreuung, präventive Maßnahmen, zum Beispiel angepasst Klauenpflege und regelmäßige Gesundheitskontrollen, können das Risiko solcher Fälle reduzieren.

Fazit

Die Bergung bewegungsunfähiger Rinder erfordert Fachwissen, schnelles Handeln und geeignete Ausrüstung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil verantwortungsvoller Tierhaltung. Durch eine Kombination aus Prävention, frühzeitiger Diagnose und schonenden Bergungsmethoden lassen sich sowohl das Tierwohl verbessern als auch wirtschaftliche Verluste begrenzen.

20 Jahre Strohfiguren

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In den Scheunen, Schuppen, Werkstätten der kommunalen Bauhöfe und so manchem privaten Wintergarten der 19 Mitgliedsgemeinden des Tourismusverbandes Probstei (TVP) werkeln derzeit Männer, Frauen, Jungen und Mädchen, oft ganze Familien, an der aktuellen Strohfigur.

Denn seit 20 Jahren ist es gute Sitte, Jahr für Jahr im Rahmen der Probsteier Korntage eine Strohfigur zu bauen, die dann oft bis Ende Oktober zu sehen ist. Die Bauernblatt-Redaktion hat die Teams bei der Arbeit besucht und durfte hinter die Kulissen des Strohfiguren-Baus blicken. Dabei wird schnell klar: Mit den Jahren wurden die Figuren nicht nur immer größer, sondern die Strohkünstlerinnen und -künstler haben sich auch eine ausgefeilte Technik überlegt, um eine filigrane Darstellung und zugleich Langlebigkeit und vor allem Standfestigkeit zu erreichen. So werden in jedem Team zunächst für die gemeinschaftlich erdachten Figuren Unterkonstruktionen gebaut, zumeist aus OSB-Platten oder geschweißtem Baustahl.

In Wendtorf wird fleißig an „Grizzy und die Lemminge“ gewerkelt.
Foto: Astrid Schmidt

Die zweitwichtigste Zutat ist in jedem Fall der Kükendraht, der über die Grundgerüste gezogen wird. Die so entstehenden Lücken und Zwischenräume werden dann mit Stroh ausgestopft, gepolstert und vernäht. Tüftler haben dafür sogar Werkzeuge Marke Eigenbau entwickelt, um möglichst filigran arbeiten zu können. Formen und Proportionen können so modelliert und verziert werden. Auf Farbe wird in den meisten Fällen verzichtet, Akzente setzen die kreativen Männer und Frauen überwiegend aus Naturmaterial wie Heu, Gräsern oder Ähren der Gerste mit ihren langen Grannen. Das Thema für die jeweilige Figur sucht sich jedes Team selbst, der TVP lässt den Aktiven dabei freie Hand. Die Besucher können sich auch in diesem Jahr wieder auf eindrucksvolle Objekte freuen. Die Aussagen dahinter sind so vielfältig, wie die Teams unterschiedlich sind. Hier ein kleiner Auszug von dem, was ab dem 10. Juli zu sehen sein wird:

In Bendfeld zum Beispiel legt man Wert auf ein Statement. Dort wird eine etwa 5 bis 6 m hohe „Vermögensschere“ gebaut, um auf die zunehmende soziale Ungerechtigkeit zwischen dem „armen Würstchen“ und dem „reichen Sack“ aufmerksam zu machen. In Stakendorf bleibt das Team seinem Motto „unser idyllisches Landleben“ treu und setzt die Entendame „Lady Aperola“ an den Dorfteich. In Wendtorf richtet sich die Strohfigur seit jeher vor allem an den Nachwuchs. Nach dem „Dschungelbuch“ und der Tiger-Ente auf ihrer Reise nach Panama gibt es dort nun ein Treffen mit „Grizzy und den Lemmingen“.

Prasdorf greift das Motto „Probstei als Radfahrland“ auf.
Foto: Astrid Schmidt

Die Probstei als Radfahrland – das Motto greift Prasdorf auf und baute kurzerhand ein Fünfer-Rad, mit entsprechendem Witz und Esprit. In Laboe geht es um die heimische Wirtschaft, wenn die Strohfiguren-Bauer Hand anlegen. In diesem Jahr gibt es eine Hommage an die französische Küche mit dem Gockel Foghorn Leghorn als Aushängeschild. In Stein betonen die Strohfigurenbauer die Liebe zum Meer und zeigen seine Schätze. Auch aktuelle Themen in der Kommunalpolitik greifen die Strohteams auf.

So widmen die Ehrenamtler in Probsteierhagen ihre Figur in diesem Jahr der Regionalbahn Hein Schönberg, die Ende des Jahres bis Probsteierhagen, bis Ende nächsten Jahres dann bis Schönberg fahren soll. Entstanden ist eine stattliche Lok, angelehnt an die Geschichte von Lukas, dem Lokomotivführer, samt stabilem Wagen, der die Besucher einlädt, Platz zu nehmen. Dorfgeschichten werden ebenfalls in Strohfiguren erzählt, so wie die Rettung der Entenfamilie auf dem Dorfteich in Krokau oder das erste Drachenboot-Rennen in Fahren. In Wisch gibt es das „Bett im Kornfeld“ – ein Hoch auf den Sommerhit aus dem Jahr 1976 von Jürgen Drews. In vielen Teams ist es mit dem Bau der Figuren aus Stroh nicht getan. Da werden mit Elektrik und Akustik Akzente gesetzt, die Figuren illuminiert und reizvolle Fotopoints geschaffen.

In Lutterbek soll ein Ballon, der über 6 m in die Höhe ragt, für Aufsehen sorgen.
Fotos: Astrid Schmidt

Ein Hingucker dürfte auch der Ballon in Lutterbek werden, der über 6 m in die Höhe ragt und zwischen den Bäumen verkehrssicher befestigt wird. In Fiefbergen zollen die Strohfiguren-Akteure mit der Krake „Muddi-Tasking“ dem Multitalent in Haushalt, Büro, Heimwerken, Küche und Kindererziehung Respekt. Die Idee, Strohfiguren zu bauen, stammte ursprünglich aus dem thüringischen Örtchen Stadtroda. Damals waren die Probsteier Tourismus-Macher noch frisch im Geschäft und auf der Suche nach Anregungen. Sie entdeckten sogleich das Potenzial für die Probstei in der Aktion. Dass es allerdings zu einem solchen Publikumsmagnet werden würde, habe man damals nicht gedacht, erinnerte sich Pit Dorn, damals Geschäftsführer des neu gegründeten Tourismusverbandes Probstei.

Die Strohfiguren als Zugpferd der Probsteier Korntage, die in diesem Jahr am 25. Juli in Barsbek eröffnet werden, locken im Sommer Tausende Touristen in die Dörfer und haben die Probstei als touristische Region bundesweit bekannt gemacht. Im vergangenen Jahr waren etliche Figuren erstmals auf Einladung der Landeshauptstadt Kiel auch auf dem jährlichen Bauernmarkt im Oktober in Kiel zu sehen. Das soll in diesem Jahr wiederholt werden. 

Tierisch geht es in der Gemeinde Stoltenberg zu.
Foto: Astrid Schmidt
Ideengeber Titus in Wendtorf
Foto: Astrid Schmidt
In der Gemeinde Wisch erinnert man mit dem „Bett im Kornfeld“ an den Sommerhit von Jürgen Drews 1976.
Foto: Astrid Schmidt