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Winterlinge trotzen Eis und Schnee

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Bei diesen Frühlingsblühern bohren sich oft die Knospen regelrecht durch den letzten Schnee und öffnen dann ihre Blüten auf kurzen Stängeln. Mit ihren goldfarbigen Blütenschalen gehören die Winterlinge deshalb zu den ersten Frühlingsblühern und kündigen das Ende des Winters an. Die Blüten lieben regelrecht die Kälte; holt man sie ins Zimmer, verwelken sie sehr schnell.

Selbst wenn man über keinen Garten verfügt, braucht man auf diese Frühlingsboten nicht zu verzichten; ein Balkon oder eine Terrasse reichen aus. Kästen mit Blumenzwiebeln kann man aber nicht einfach hängen lassen; sie werden über Winter dicht an dicht auf den Balkon gestellt und mit Laub als isolierender Schicht geschützt. Erst nach den starken Frösten im Februar bekommen die Kästen und Kübel dann ihren gewohnten Platz.
Vom Winterling, Eranthis, gibt es einige wenige Arten und Sorten. Als Erste blüht der aus Südeuropa stammende E. hyemalis, der gelegentlich auch bei uns in der Natur verwildert ist. An dem feineren Laub und dem rötlichen Stängel erkennt man E. cilicica, der aus Kleinasien stammt und etwas später blüht. Bei uns nur selten in gärtnerischer Kultur ist eine japanische Art, E. pinnatifida, die aparterweise weiße Blüten und violette Staubgefäße aufweist.
Am empfehlenswertesten neben den beiden erstgenannten Arten ist die Kreuzung aus beiden Arten, E. x tubergenii, die in den 1920er Jahren als Gartenform gezüchtet wurde; besonders beliebt ist die Sorte ,Guinea Gold‘. Sie formt größere und duftende Blüten aus, die sich auch länger halten; dafür entwickelt sie keine Samen, aber zahlreiche Brutzwiebeln.
Zur Blüte erscheinen beim Winterling auch die handförmig gegliederten, dunkelgrünen Blätter, die sich bereits im Mai wieder einziehen. Will man die Knollen um­pflanzen, markiert man sich am besten schon während der Blüte die entsprechenden Stellen.
Ein guter Termin, Knollen umzusetzen beziehungsweise kleine Zwiebeln zu entnehmen, ist von Mai bis Oktober, je früher, desto besser. Die einzelnen Knollen werden gut 5 cm in den Boden gesetzt. Eine naturnahe Pflanzung, wo die Winterlinge verstreut wachsen und kein geometrischer Eindruck entsteht, erreicht man, indem die Knollen auf der vorgesehenen Fläche vorsichtig ausgeworfen werden und dort ihren Platz erhalten, wo sie auf den Boden gefallen sind. Am liebsten wollen die Winterlinge jahrelang in Ruhe gelassen werden und entwickeln dann wahre Blütenteppiche.
Als Standort ist ein frischer, kalkhaltiger, humoser Boden von sonnig bis halbschattig ideal. Unter Gehölzen in der Nähe des Hauses, in Wegnähe, an Terrassen und unter Fenstern, wo man die Blütenpracht auch bewundern kann, befindet sich der ideale Wachstumsplatz. Über Winter bleibt dann das Laub der Bäume und Sträucher liegen und schützt die Knollen.
Winterlinge wirken nach Jahren, wenn sie sich selbst kräftig vermehrt haben, am besten für sich alleine. Natürlich passen diese Frühlingsblüher auch gut neben Schneeglöckchen und Traubenhyazinthen oder neben Winterheide; wichtig sind allerdings Dauerstandorte, wo sie sich ungestört entwickeln können.

Bäume nach Maß

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Baumkronen zeigen sich hoch aufstrebend, kugelrund, schirmbildend oder mit hängenden Zweigen. Jede Wuchsform bietet gestalterische Vorteile.

Säulenförmige Bäume werfen nur wenig Schatten.  Foto: Karin Stern

Die große Stärke säulenförmiger Gehölze liegt im geringen Platzbedarf. Sie passen gut in kleinere Gärten und Vorgärten, ohne dabei die Aussicht komplett zu versperren oder gleich den ganzen Garten für sich zu vereinnahmen. Säulenförmige Bäume werfen nur wenig Schatten. Nicht nur die schlanken Formen von Eibe, Raketenwacholder und Lebensbaum bieten sich für solche Zwecke an. Auch unter den Laubbäumen finden sich einige Vertreter mit schlanker Gestalt. Säulenhainbuche und Pyramiden­eiche gehören mit Wuchshöhen von 15 bis 20 m dabei eher zu den Riesen. Niedriger bleiben Säulenweißdorn und die Säuleneberesche. Eine üppige, rosafarbene und leicht duftende Blüte bringt die Säulenzierkirsche ‚Amanogawa’ in den Garten. Der hübsche Hingucker erreicht mit einem Jahreszuwachs von etwa 40 cm eine Wuchshöhe von 4,5 m. Sogar im lichten Halbschatten blüht der Baum noch zufriedenstellend. Besonders schön fällt die Blüte an sonnigen Standorten auf normalem, humosem Gartenboden aus.

Bei Bäumen mit Kugelkronen handelt es sich entweder um spezielle Züchtungen oder veredelte Hochstämme. Letztere zeichnen sich durch ein langsames Wachstum aus und eignen sich gut für kleinere, eher formal gestaltete Gärten. Kugelige Bäume bringen mit ihrer regelmäßige Form Ruhe in den Garten. Da sie nur wenig Schatten werfen, kann zu ihren Füßen eine reiche Auswahl verschiedener Stauden oder auch kleinerer Gehölze angepflanzt werden. Rotdorn ist mit einer Höhe von 6 bis 8 m schon der Größte unter den Kugelbäumen. Nur für nährstoffreiche, ausreichend feuchte Standorte eignet sich die Kugel­esche, während die Kugelakazie (teils auch Kugelrobinie genannt) einen etwas kalkhaltigen Standort schätzt. Der kleinkronige Baum bildet auch ohne Schnitt eine schöne Kugelform aus.
Wer auf natürliche Weise den Sitzplatz mit einem schirmförmig wachsenden Baum beschatten möchte, ist mit einem Feuerahorn gut bedient. Der schnell wachsende, mehrstämmige Baum erreicht genau wie die Kupferfelsenbirne eine Höhe von 5 bis 8 m. Die Felsenbirne wächst allerdings deutlich langsamer und zeigt erst im Alter eine breitwüchsige, schirmförmige Krone. Als Alternative bietet sich der Apfeldorn an. Er schmückt sich im Herbst mit roten Früchten und orange-gelber Laubfarbe. Mit rosafarbenen bis karminroten Blüten im Frühjahr und orangeroten Früchten im Herbst punktet auch der der Zierapfel. Die Nelkenkirsche fällt vor allem durch die gefüllte rosafarbene Blüte im Frühjahr ins Auge. Allerdings wachsen die jungen Bäume zunächst trichterförmig, bis die Krone in späteren Jahren einen Schirm bildet.

Unter schirmförmigen Kronen bleibt noch Raum für eine Unterpflanzung. Foto: Karin Stern

Bäumen mit herabhängenden Zweigen, den sogenannten Schleppen, sagt man zu Unrecht ein etwas schwermütiges Flair nach. Sie wirken im richtigen Umfeld wie an einem zentralen Platz im etwas größeren Garten oder am Teichufer jedoch durchaus lebendig und gleichzeitig geheimnisvoll. Auf großen Grundstücken macht sich die Hängebirke ausgezeichnet, wenn sie 10 bis 15 m Höhe und etwa 8 m in der Breite in Anspruch nehmen darf. Von der Größe her deutlich maßvoller, aber nicht weniger schön sind Schneekirsche, Weidenblättrige Birne und der Hängende Perlschnurbaum. Jede dieser drei Arten bietet ihre ganz eigenen Vorzüge. Die Schneekirsche blüht im April an sonnigen Standorten sehr reich. Die Weidenblättrige Birne kommt gut an sonnigen, heißen Standorten zurecht und verbreitet mit ihren silbrigen, behaarten Blättern mediterranes Flair. Eher selten ist der Hängende Perlschnurbaum in Gärten zu finden. Er treibt erst spät im Frühjahr aus, trägt sein Laub jedoch wie zum Ausgleich ungewöhnlich lang im Herbst. Nicht nur Kinder nutzen die überhängenden Kronen gerne als Unterschlupf. Auch der Gärtner genießt hier mal ein ruhiges Stündchen zum Auftanken.

Unter der langen Schleppe lässt sich herrlich Verstecken spielen. Foto: Karin Stern
Quelle: Karin Stern

Befahrbarkeit und Reifentechnik in Einklang bringen

Die Anforderungen an Reifen sind: Sie sollen tragen, lenken, die Motorleistung mit weniger Schlupf abstützen, bremsen, federn sowie mit flachen Spuren und besserer Bodenschonung arbeiten. Effektiv zu arbeiten bedeutet, aus dem Diesel mehr Flächenleistung zu holen durch mehr echte Vorfahrt, also weniger Schlupf. Die Weiterentwicklung bei den Reifen in den vergangenen Jahren ist enorm. Ein Überblick steht im Folgenden.

Hersteller bieten neue Radialreifen mit mehr Tragfähigkeit bei gleichem Reifenluftdruck oder bei gleicher Last, mehr Grip mit niedrigem Reifenluftdruck an. Gekennzeichnet sind die neuen Radialreifen mit den Buchstaben „IF“ (improved Flection) und „VF“ (very high Flection), die in der Reifenflanke vor der Größen- und Breitenkennzeichnung stehen.

IF-Reifen können bei gleicher Radlast oftmals mit 20 % niedrigerem, bodenschonenderem Reifendruck arbeiten. VF-Reifen arbeiten mit bis zu 40 % niedrigerem Reifendruck. Die neuen Reifen stützen die effektive Zugleistung insbesondere mit variablem Reifendruck besser ab. Aber auch bisherige Reifen können gut arbeiten. Stark unterschiedliche Preise und die Lieferfähigkeit sind wichtige Kaufgründe.

Die richtigen Reifen wählt man nach Art der Schlepperarbeit aus. Also erhält ein Pflegeschlepper für die Fahrgassen beispielsweise eine Bereifung mit VF480/85 R26 oder 520/85 R26. Den stärksten Schlepper könnte man mit VF650/85R38 und variablem Reifendruck ausstatten.

Mit der Wahl flankenhoher Reifen, also 85er Reifen anstelle einer 65er Flankenhöhe, kann man effektiv den variablen Reifendruck mit durchschnittlich 10 % weniger Dieselverbrauch nutzen. Aus der Kabine wird der Reifendruck passend zu Radlast, Geschwindigkeit, Acker, Wiese und den Straßenverhältnissen eingestellt.

Reifenkontur für Acker und Straße und Reifen-Boden-Kontaktfläche. Mehr Kontaktfläche bedeutet besseren Bodenschutz, flachere Spuren und weniger Schlupf. Eine große Reifen-Boden-Kontaktfläche gewinnt man mit niedrigem Reifendruck im Feld. Mit Mehl markierte Reifenumrissen zeigen den Unterschied durch variablen Reifendruck: 1 m Länge bei 0,8 bar und 70 cm Länge bei 1,6 bar. Niedriger Reifendruck bringt flachere Spuren, weniger Schlupf, also mehr Bodenschutz. Auf der Straße rollt hoher Reifendruck leichter, bringt mehr Lenk- und Bremssicherheit und spart 10 % Diesel. Foto: Prof. Ludwig Volk

Mit variablem Reifendruck wird der Schlepper 15 % stärker und nützlicher. Auch nutzt der Landwirt das 30%ige Zuschussangebot für Reifendruckregelanlagen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die BLE bietet auf ihrer Internetseite mit der Einzelmaßnahme „Förderung der Energieeffizienz und CO2-Einsparung in der Landwirtschaft“ den Zugang zum Easy-online-Antragsformular an. Weitere Informationen gibt es unter Tel.: 02 28-68 45 31 99.

Bei der Reifenwahl sollten große, breite, radiale Reifen mit hoher Flanke bevorzugt werden. Die Reifenpreise sind sehr unterschiedlich, denn diese werden weltweit hergestellt. Angebote aus Indien, wie der Markenreifen BKT, sind preiswerter im Vergleich zu anderen bekannten Marken. Häufig kann mit der Preisdifferenz eine Reifendruckregelanlage nachgerüstet werden für flachere Spuren, weniger Schlupf, mehr Ertrag, längere Reifennutzung und weniger Dieselverbrauch.

Ob preiswertere BKT-Reifen auch 5.000 Schlepperstunden laufen und arbeiten, wie man es bei europäischen Markenreifen erwartet, müssen die Erfahrungen von Landwirten und Lohnunternehmern zeigen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass beim Ersatzreifenkauf BKT-Reifen gut geeignet sind für variablen Reifendruck.

Fahrstil bestimmt Reifenverschleiß

Hohe Geschwindigkeit besonders in Kurven und Kreisverkehren kosten Gummi, ebenso starkes Bremsen statt vorausschauendem Fahren und Rollenlassen. Hohe Achslasten und niedrige Reifendrücke auf der Straße kosten ebenfalls Diesel und Gummi. Mit variablem Reifendruck erschließt man die Vorteile, denn niedriger Ackerdruck (0,8 bis 1,2 bar) und hoher Straßendruck (1,8 bar) werden bequem während der Fahrt eingestellt.

Übrigens sind 40 km/h Höchstgeschwindigkeit mit dem Schlepper genug; schneller zu fahren kostet Expresszuschlag für Diesel, Reifenabnutzung, Bremsenprüfung und die jährliche Hauptuntersuchung.

Aktuelle Radialreifen sind Hightech-Bauteile

Im Reifengummi ist im Wulst ein dickes Drahtseil eingebettet, mit dem der feste Sitz auf der Felge gesichert wird. Zunehmend werden am Felgenhorn, also an der Kontaktfläche zum Reifen, die Felgen geriffelt, damit die Felge bei Ackerdruck und hoher Zugleistung nicht im Reifen zu wandern beginnt.

In der hohen und flexiblen Reifenflanke sind zugfeste Fäden in den Gummi eingebacken, die das biegesteife, Stollen tragende Laufband mit dem Drahtseil im Wulst verknüpfen. Im Markenradialreifen auf dem Schlepper trägt die eingespannte Druckluft die Last, nicht die Reifenflanke. Das Druckluftvolumen im Reifen wird in Litern angegeben; je größer und breiter der Reifen ist, desto mehr Luftpolster und Luftfederung aktiviert der richtige Reifendruck. Mit Ackerdruck beult sich die flexible Reifenflanke aus, das Laufband mit den Stollen wird zirka ein Drittel länger und kann die Spurtiefe und den Schlupf halbieren. Boden und Reifen sind zwei Seiten einer Medaille, denn weicher Boden sollte mit flexiblen Reifen mit niedrigem Reifendruck und großer Kontaktfläche befahren werden – und auf einer harten Straße rollt ein harter Reifen besser.

Reifendruckregelanlagen bei Schleppern

Mit flankenhohen, radialen Reifen und variablem Reifendruck werden zirka 10 % Kostenvorteil beim Diesel und höhere Flächenleistung mit kürzerer Maschinenlaufzeit als Mehrleistung erschlossen.

Beispiel: Fendt VarioGrip, die integrierte Reifendruckregelanlage (auf Wunsch ab Werk) am Großtraktor 800, 900 und 1000 von Fendt kostet zirka 16.000 € Investition, bei einem Nutzen von zirka 40.000 € in 10.000 Schlepperstunden.

Basis für den Gewinn mit variablem Reifendruck: fachkundiger Fahrer, richtige Reifenwahl, gezogene Bodenbearbeitung oder Gülledüngung und gute Auslastung mit Acker, Wiese und Straße. Bei der Nutzenkalkulation kann die Dieseleinsparung in Euro pro Schlepperstunde dreifach angerechnet werden.

Für die Gülledüngung als Dienstleistung wird am Schlepper oder am Güllefass ein Zusatzverdichter für die Druckluftlieferung angebaut. Bewährt haben sich hydraulisch angetriebene Schraubenverdichter mit hohem Volumenluftstrom von 2.800 l/min. Damit wird das Aufpumpen auf 3 min verkürzt (zum Beispiel vom Ackerdruck mit 0,8 bar auf 1,8 bar Straßendruck am 200-kW-Schlepper).

Straßendruck auf der Straße bringt weniger Rollwiderstand, deutlich weniger Dieselverbrauch und mehr Verkehrssicherheit sowie längere Reifenbetriebsdauer. Der Nutzen der Reifendruckregel­anlage entspricht dem Vorteil eines Lenksystems.

Nachgerüstete Reifendruckanlage von PTG, dem Pionier bei Reifendruckregelanlagen, vorgeführt durch Soester Studierende auf der Agritechnica. Weniger Dieselverbrauch, mehr Zugleistung, mehr Bodenschutz und mehr Fahrkomfort im Feld kann man durch variablen Reifendruck aktivieren. Die Investition in große, flexible VF- und IF-Reifen am Schlepper mit einstellbarem Reifendruck ist oftmals innerhalb von zwei bis drei Jahren rentabel. Mit 30 % Zuschuss zu Reifendruckregelanlagen wird die Investition zügiger entschieden. Es arbeiten aktuell knapp 20.000 Landwirte mit variablem Reifendruck. Foto: Prof. Ludwig Volk

Reifendruckregelanlagen zur Nachrüstung

Der Pionieranbieter ist die Firma PTG, die ein „Zweileitersystem“ empfiehlt. Die PTG-Reifendruckregelanlage wird beim Landmaschinenhändler nachgerüstet. In der Praxiserprobung von Michelin ist der neue Reifen EvoBib, ein Reifen, der für variablen Reifendruck mit der Reifendruckregelanlage ­Zen@-ter­ra konzipiert wurde.

Eine Zweileiteranlage bietet die Firma Claas an für Schlepper, am Häcksler Jaguar und am Mähdrescher Lexion auf der Lenkachse in Kombination mit TerraTrac, dem Raupenlaufwerk. Als Besonderheit gilt Cemos, eine im Schlepperterminal integrierte einzigartige Software, mit der Ballastierung, Reifendruck und Geräteeinstellung empfohlen werden. Die effektive Dieselnutzung als besserer Wirkungsgrad wird permanent verbessert. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft hat Claas mit Cemos eine DLG-Silbermedaille für die Warnung vor Schadverdichtungen zuerkannt.

Die Firma Steuerungstechnik StG, Georg Strotmann, bietet eine Einleiteranlage mit Leitungen über die Kotflügel an. Bei neuen Personenkraftwagen ist die Reifendruckkontrolle serienmäßig eingebaut, auch neue Lkw haben seit 2022 eine Reifendruckkontrolle. Die Reifendruckregelanlage kann mehr – der Reifendruck wird überwacht und eingestellt. Die StG-Reifendruckanlage ist montagefreundlich, preiswert und mit dem neuen Multi-Control-Terminal einfach zu bedienen. Der Marktführer ist die Firma Steuerungstechnik StG.

Weitere Anbieter sind die Firmen Sven Krude aus Neuenhaus im Emsland, AgrarPro aus dem westfälischen Sendenhorst mit ProAir, Rottmann Automation aus Ochtrup und HR Agrartechnik aus Velen.

Landwirte erhalten 30 % Investitionszuschuss, Lohnunternehmer können 15 % beantragen.

Weitere Hinweise zur Reifenwahl und zum Bodenschutz finden sich unter terranimo.world

Fazit

Guter Bodenschutz ist auch Klimaschutz und Zukunftssicherung. Die Reifenweiterentwicklung in den vergangenen Jahren ist enorm. Der richtige Reifeneinsatz auf dem Acker schont die Bodenstruktur.

Winter- und Schneepflanzen

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In der Natur und im Garten ist während der Winterzeit vegetationsmäßig nicht besonders viel los. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, die auch den winterlichen Verhältnissen mehr oder weniger trotzen. Oft tragen sie die Bezeichnung „Winter“ oder „Schnee“ im Namen, weil sie entweder im Winter wachsen, bei winterlichen Bedingungen blühen, an Frost angepasst sind oder einfach nur weil sie Schnee oder Schneebällen ähnlich sehen.

Viele Pflanzen überstehen den Winter in Ruhestadien wie Zwiebeln, Knollen, Knospen oder Samen, denen Frost und kalte Wetterbedingungen nicht so leicht etwas anhaben können. Bei starkem Frost können aber auch solche Überdauerungsorgane geschädigt werden. Hier übt das winterliche Element des Schnees eine besondere Schutzfunktion aus, denn eine Schneeschicht isoliert und schützt die Pflanzenorgane im Boden. Daher sind besonders starke Frostnächte ohne Schneebedeckung gefährlich für Knollen, Zwiebeln und Rosetten. Manche Pflanzen sind allerdings auch auf den Winter angewiesen. Man denke an das Wintergetreide, das im Herbst ausgesät wird, den ganzen Winter auf dem Feld steht und im Frühjahr loslegt. Hier ist der Frost sogar als Kältereiz (Vernalisation) unerlässlich und entscheidend für die Blüten- und Fruchtbildung von zum Beispiel Winterweizen, Winterroggen und Wintergerste. Auch Raps wird in Mitteleuropa überwiegend als Winterraps angebaut. Die Pflanzen haben, wenn sie im Mai blühen, also schon den ganzen Winter auf dem Acker gestanden. Auch Winterzwiebel, Wintersalat und Winterlauch trotzen niedrigen Temperaturen. Bei der Winterlinde scheint bei der Namensgebung die Unterscheidung zur Sommerlinde eine Rolle gespielt zu haben, denn Letztere ist natürlicherweise deutlich weiter südlich in Europa verbreitet, während die Winterlinde weiter nach Norden geht, also an winterliche Verhältnisse besser angepasst ist. Einige weitere Vertreter unserer Gartenpflanzen tragen „Winter“ oder „Schnee“ in ihren deutschen Namen.

Der Winterling

Winterlinge gehören zu den ersten Blütenaspekten im Spätwinter und müssen noch mit Frost und Schnee rechnen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Der Winterling (Eranthis hiemalis), auch als Gelber Winterstern bezeichnet, blüht bereits sehr früh im Jahr, oft bei Schnee oder unter Frostbedingungen im Februar und März. Inzwischen kann man die ersten Exemplare des zu den Hahnenfußgewächsen zählenden Winterlings, wie auch in diesem Jahr, bereits im Januar blühen sehen. Mit der Blüte kommt aus den unterirdischen Sprossknollen unterhalb der gelben Blüte ein Wirtel aus drei eingeschnittenen Hochblättern aus dem Boden. Die lang gestielten Laubblätter erscheinen erst später im Laufe der Blüte oder danach. Die Pflanze liebt volle Sonne bis lichten Schatten und kann an günstigen Standorten schnell dichte Blütenteppiche ausbilden. Hier spiegelt sich der Winterbezug übrigens auch im wissenschaftlichen Namen wider – hiemalis bedeutet winterlich.

Der Winterjasmin

Der gelb blühende Winterjasmin kann bei mildem Wetter von Dezember bis März Blüten ausbilden. Foto: Hans-Dieter Reinke

Der in Westchina heimische Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) ist ein sommergrüner, bis 3 m hoch rankender Strauch mit überhängenden grünen Ästen, der allerdings der Rankhilfe zum Klettern bedarf. Die leuchtend gelben, duftlosen Blüten erscheinen in milden Wintern bisweilen bereits im Dezember, verschwinden aber bei stärkeren Frösten wieder. Ansonsten gehen sie bei entsprechender Witterung im Januar bis zum März auf. Die ovalen, dunkelgrünen Blätter werden später ausgebildet, weshalb die Pflanze, die seit 1844 in Europa in Kultur ist, als nacktblütig (nudiflorum) bezeichnet wird. Der Winterjasmin steht gerne sonnig ohne besondere Bodenansprüche und lässt sich durch Absenker und Stecklinge leicht vermehren. Die Pflanze gilt als winterhart bis –15 °C, kann also in besonders strengen Wintern durchaus einmal zurückfrieren.

Der Winterschneeball

Beim Winter-Schneeball kann man fast den ganzen Winter durch mit Blütenbildungen rechnen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Beim Winterschneeball (Viburnum x bodnantense), einem bekannten Zierstrauch unserer Parks und Gärten, haben wir sogar den Winter und den Schnee im Namen. Dieser Gartenstrauch wird auch als Bodnant-Schneeball bezeichnet, weil er um 1934/35 als Hybrid in Kultur entstanden ist, und zwar in dem Ort Bodnant in Nordwales. Der 2 bis 3 m hohe, sommergrüne Strauch hat seine Hauptblütezeit von Februar bis April, kann aber manchmal auch bereits im November/Dezember seine stark duftenden, zartrosa bis weißen Blütenbüschel ausbilden. Ein prächtiger Winterblüher für einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der nicht nur winterhart bis –20 °C ist, sondern auch Stadtklima und Rückschnitte problemlos verträgt.

Das Schneeglöckchen

An den nickenden weißen Blüten mit grünem Fleck an den kürzeren Kronblättern sind die Schneeglöckchen leicht bestimmbar. Foto: Hans-Dieter Reinke

Das Schneeglöckchen (Galan­thus nivalis) dürfte wohl eine der bekanntesten Blütenpflanzen mit dem Hinweis auf Schnee und Winter im Namen sein und zudem zu den beliebtesten Zwiebelfrühjahrsblumen gehören. Sie kommt wild wachsend an Waldrändern und in Gebüschen vor, ist aber auch in Hausgärten verbreitet anzutreffen. Die Heimat liegt in Mittel- bis Südeuropa. Sie ist ebenso wie der Winterling eine der sehr früh im Jahr, oftmals bereits im Januar, blühenden Frühjahrsblumen, die schon aus dem Boden lugen, wenn noch Schnee liegt oder jederzeit noch fallen kann. Das Schneeglöckchen bildet aufrechte, bläulichgrüne Blätter und einzeln stehende weiße, nickende Blüten, die jeweils drei lange, reinweiße Blütenblätter und drei kurze mit einem grünen Fleck ausbilden. Sie erreichen eine Höhe von 10 bis 15 cm und eignen sich als Unterpflanzung von Sträuchern, aber auch in Beeten oder im Rasen wachsen sie gut, bilden leicht dichtere Bestände und verwildern auch. Als Schnittblumen für die Vase sind die kleinen Blütenstängel ebenfalls durchaus geeignet.

Der Schneeglanz

Der Schneeglanz Chinodoxa ist eine der zahlreichen frühjahrsblühenden Zwiebelpflanzen unserer Gärten. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die Gruppen der Chionodoxa­arten (sechs bis acht Arten), die im Deutschen als Schneeglanz, Schneeruhm, Schneestolz oder Sternhyazinthe bezeichnet werden, sind recht anspruchslose Zwiebelpflanzen unserer Gärten, die ursprünglich in Südeuropa und im Orient vorkommen. Sie zeigen ihre sternförmigen Blüten, die meist blau, aber auch blassblau, weiß, rosa und purpurfarben sein können und eine weiße Mitte besitzen, ab Februar bis in den April. Oft kommen sie eben bereits stolz aus dem Boden, während noch Schnee liegt. In aufgeschütteten Beeten, an Beeträndern, in Blumenkästen oder in Rasenflächen macht der Schneestolz eine ebenso gute Figur wie als Schnittblume in der Vase.

Die Schneeheide

Die Schneeheide ist ein unermütlicher Winterblüher, von dem es zahlreiche Sorten und Züchtungen gibt. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die auch als Winterheide bezeichnete Schneeheide (Erica carnea) ist eine beliebte winterliche Blütenpflanze unserer Parks und Gärten. Dieses Heidekrautgewächs stammt aus den Gebirgen Süd- und Mitteleuropas und blüht bereits ab Dezember oft durch den ganzen Winter bis zum zeitigen Frühjahr. Die Blüten schließen sich bei Frost und öffnen sich wieder bei Tauwetter. Für Insekten stellen sie eine wichtige winterliche und früh im Jahr verfügbare Nahrungsquelle dar. Der bis zu 30 cm hohe Zwergstrauch besitzt in der Natur kleine, glockige, rosa Blüten. Bei den zahlreichen Sorten im Gartenhandel sind auch diverse andere Blütenfarben von Weiß bis Rot und Purpur vertreten. Die auf Kalkboden wachsende Blütenpflanze ist winterhart bis –30 °C und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.

Die Schneeballarten

Die Blütenstände mancher Arten der Schneeball-Ziergehölze ähneln tatsächlich kleinen Schneebällen im Geäst. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die Gehölzgattung der Schneebälle (Viburnum) gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse und man kennt etwa 100 bis 200 Arten, von denen einige wichtige Ziersträucher unserer Parks und Gärten sind. Beliebt sind sie wegen ihrer Anspruchslosigkeit, wegen vielgestaltiger Blüten- und Fruchtformen, attraktiver Herbstfärbung und interessanter Winterblüte einiger Arten. Manche der meist duftenden Blüten ähneln mit ihren ballförmigen Blütenständen kleinen Schneebällen, was der Gattung die deutsche Bezeichnung eingetragen hat. In Mitteleuropa sind nur zwei Arten, der Gewöhnliche Schneeball (V. opulus) und der Wollige Schneeball (V. lantana) heimisch. Die namensgebenden rundlichen Blütenstände gibt es beispielsweise bei Viburnum opulus ‚Roseum‘, V. macrocephalum, V. carlesii, V. x burckwoodii und V. lantana.

Die Schneeforsythie

Die zarten Blüten der Schneeforsythie sind im frühen Frühjahr zu beobachten. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die zu den Ölbaumgewächsen gehörende Schneeforsythie (Abelio­phyllum distichum) ist ein nur selten anzutreffendes, aber hübsches Strauchgehölz von 1,5 m Höhe. Der aus dem zentralen Südkorea stammende Spätwinterblüher zeigt seine kleinen, lang gestielten, weißen bis zartrosafarbenen, stark duftenden Röhrenblüten von Februar bis April. Sie erinnern an kleine Forsythienblüten. Die Blüten erscheinen vor der Belaubung der Pflanze, die sich für sonnige oder halbschattige Standorte an geschützten Stellen eignet.

Die Schneebeere

Die schneeweißen Beeren der Schneebeere hängen bis in den Winter an den Sträuchern. Foto: Hans-Dieter Reinke

In diesem Fall haben wohl die schneeweißen Früchte der Schneebeere (Symphoricarpos albus) für den deutschen Namen des aus Nordamerika stammenden Zier- und Heckengehölzes gesorgt. Ab Frühjahr bilden sich zusammen mit den rundlichen Blättern die kleinen, unscheinbaren rosa oder weißen, nektarreichen Blüten, die gern von unterschiedlichen Insekten als Nahrungsquelle genutzt werden. Daraus entwickeln sich die saftigen, weißen, beerenähnlichen Steinfrüchte. Die Pflanze ist äußerst robust, gedeiht auf einer Vielzahl unterschiedlicher Böden, erweist sich als frosthart, gut schnitt-, hitze- und schattenverträglich sowie stadtklimaresistent. Die weißen Beeren bleiben oftmals lange am Strauch hängen und können dann recht dekorativ sein – bis zum ersten Schnee. Dann sind die Schneebeeren im weißen Geäst nicht mehr so leicht auszumachen.

Teurer Dieselkraftstoff bekommt Konkurrenz

Beim Kauf eines neuen Traktors sollten sich Landwirte mittlerweile gut überlegen, ob sie beim Motor noch auf einen Selbstzünder rein für fossilen Diesel setzen. Dies rät Dr. Edgar Remmele vom Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ).

Angesichts der teils jahrzehntelangen Verweilzeiten von Traktoren auf dem Hof stelle sich die Frage, ob mineralischer Dieselkraftstoff in zehn oder 15 Jahren noch zu bezahlbaren Preisen verfügbar sei, erklärte Remmele bei einem Webinar des Beratungsnetzwerks Land Schafft Energie, bei dem die Frage diskutiert wurde, was „Traktoren morgen tanken“.

Remmele verwies auf die schon jetzt hohen Energiepreise. Aktuell koste Rohöl fast 100 US-$ (88 €) pro 159-l-Fass, und die Tendenz sei aufgrund der geopolitischen Spannungen weiter steigend. Dazu komme die schrittweise Anhebung der CO2-Bepreisung auf etwa 17 ct/l Dieselkraftstoff bis zum Jahr 2026. Daneben könnten Betreiber dezentraler Ölmühlen oder von Biodieselanlagen in Zukunft mit Biokraftstoffen Einnahmen aus dem Verkauf von Treibhausgas-Minderungsquoten erzielen, was einen zusätzlichen Preisvorteil für den Bio­sprit bringe. In der Summe mache dies die biogenen Alternativen immer attraktiver.

Den einen Kraftstoff der Zukunft gibt es Remmele zufolge nicht: „Keine der Dieselalternativen sticht besonders heraus.“ Eine hohe Flexibilität erlaubten die von John Deere gemeinsam mit dem TFZ entwickelten MultiFuel-Motoren, die mit Pflanzenöl, Biodiesel oder fossilem Diesel in Reinform oder in beliebiger Mischung betankt werden könnten. So könne der Landwirt grundsätzlich auf dezentral erzeugte Biokraftstoffe setzen, ohne während vorübergehender Knappheiten bei einem Kraftstoff den Schlepper stehen lassen zu müssen.

Eine andere vielversprechende Neuentwicklung ist aus Sicht von Remmele der Biomethantraktor von New Holland, den es anders als die MultiFuel-Technik bereits zu kaufen gebe. Alternativ könnten Neufahrzeuge mit Selbstzünder von spezialisierten Werkstätten auch auf den Betrieb mit Pflanzenöl umgestellt werden, ohne dass damit Garantieansprüche für den Motor verloren gingen.

Zimmerpflanzen begutachten

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Zimmerpflanzen sollten von Zeit zu Zeit umgetopft werden, um stockendes Wachstum durch verbrauchte Erde und beengten Wurzelraum zu vermeiden. Doch wann genau ist ein Umtopfen fällig? Pauschal lässt sich das nicht beantworten, jede Pflanze muss einzeln betrachtet werden. Junge Pflanzen wachsen meist sehr schnell und durchwurzeln ihren Topf vollständig, sodass teils jedes Jahr ein größerer Topf benötigt wird. Ältere Exemplare hingegen legen oft weniger zu und kommen mit weiteren Abständen beim Umtopfen aus.

Ein deutliches Signal für das Umtopfen ist es, wenn sich die Wurzeln bereits aus dem Abzugsloch herausschieben. Da jedoch nicht alle Zimmerpflanzen so eindeutige Anzeichen aufweisen, bringt oft ein Blick auf den herausgezogenen Wurzelballen die Wahrheit ans Licht. Bei Plastiktöpfen geht das Herausziehen recht einfach. Sitzen die Pflanzen dagegen in Tontöpfen, gießt man besser einen Tag vorher durchdringend. So löst sich der Ballen leichter. Zeigen sich bei der Begutachtung mehr Wurzeln als Erde oder winden sich Wurzeln bereits ringförmig um den Erdballen, ist das Umtopfen dringend erforderlich. Der neue Topf hat einen größeren Durchmesser als der alte Topf. Als Faustregel sollten zwischen Wurzelballen und Topfrand 2 bis 3 cm liegen. Es spricht nichts gegen die Verwendung gebrauchter Töpfe, wenn sie vorher gründlich mit Wasser und Bürste von anhaftenden Erdresten und damit auch den darin lauernden Krankheitserregern und Schädlingen gereinigt wurden. Vor dem Einpflanzen in frische Blumenerde empfiehlt es sich, mit den Händen vorsichtig alte Erde rund um den Wurzelballen abzubröckeln, ohne ihn dabei zu verletzen. Gesunde Wurzeln sehen hell aus, kranke dunkelbraun bis schwarz. Häufig ist in solchen Fällen ein fauliger Geruch wahrzunehmen. Ob sich ein Rettungsversuch noch lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden. Ist es einen Versuch wert, spült man den Ballen komplett von Erde frei, schneidet alles Kranke und Faule ab und pflanzt neu ein.

Wurzelfilz am Topfboden schneidet man mit einem scharfen Messer ab.  Foto: Karin Stern
Beim Umtopfen bröckelt man die alte Erde im oberen Ballenbereich ab.  Foto: Karin Stern
Beim Umtopfen sollten die Pflanzen auf den Blattunterseiten auf Schädlinge hin untersucht werden. Foto: Karin Stern


Alle frisch getopften Pflanzen sind in den ersten Tagen vor allzu starker Sonne zu schützen. Die erste Düngergabe erfolgt nach etwa vier bis sechs Wochen. Bis dahin genügen die Nährstoffe in der vorgedüngten Blumenerde. Von Februar bis April ist die beste Zeit zum Umtopfen. Bei älteren Zimmerpflanzen genügt alle zwei bis drei Jahre eine „Umtopfkontrolle“. Dennoch ist es vorteilhaft, alljährlich die oberste Erdschicht mit einer Gabel leicht zu lockern, abzukratzen und gegen frische Blumenerde auszutauschen.

Alte, verbrauchte Erde lässt sich im oberen Topfbereich gut mit einer Gabel lockern und entfernen.  Foto: Karin Stern
Ältere Pflanzen müssen nicht jährlich umgetopft werden. Sie freuen sich jedoch über etwas frische Erde im oberen Topfbereich. Foto: Karin Stern


Bei der Wahl des Topfmaterials gilt es die jeweiligen Unterschiede zu bedenken. Kunststofftöpfe lassen sich leicht sauber halten, zerbrechen nicht und verdunsten durch ihre Wände kein Wasser. Daher müssen die Pflanzen weniger gegossen werden. Durch das geringere Eigengewicht sind die Töpfe jedoch weniger standfest als Tontöpfe. Deren besonderer Vorteil liegt in der Luft- und Wasserdurchlässigkeit, vorausgesetzt, es handelt sich um unglasierten Ton. Das Material saugt allerdings auch Feuchtigkeit aus der Blumenerde, daher sind häufigere Wassergaben notwendig. Bevor die Pflanze in einen Tontopf gesetzt wird, sollte sich dieser für einige Stunden in einem Wassereimer vollsaugen. So zieht der Tontopf nicht sofort die Feuchtigkeit aus der frischen Blumenerde. Für die meisten Pflanzen ist eine konische Topfform angebracht. Das erleichtert das Herausziehen des Wurzelballens. Lediglich Kakteen und andere Sukkulenten fühlen sich vor allem in ihrer Jugend in flachen Schalen wohler als im Topf.
Die Qualität der gekauften Blumenerde spielt eine wichtige Rolle für Entwicklung und Gesundheit der Zimmerpflanzen. Es lohnt sich nicht, hier am falschen Ende zu sparen. Gute Erde hat ihren Preis, dafür stimmen aber auch Strukturstabilität und Nährstoffgehalt. Hochwertige Blumenerde speichert Wasser sowie Nährstoffe und gibt beides nach und nach an die Pflanzen ab. Die im Handel angebotenen Spezialerden für Kakteen, Palmen, Orchideen, Grünpflanzen oder Zitruspflanzen sind auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzengruppe abgestimmt. Für alle anderen Pflanzen wählt man eine hochwertige Zimmerpflanzenerde. In den angebotenen torffreien Substraten werden als Torfersatz Rindenhumus, Holzfaser oder andere Stoffe aus Nachwachsender Produktion eingesetzt. Tipp: Winterblühende Zimmerpflanzen wie Alpenveilchen oder Kamelien werden erst nach dem Ende der Blüte umgepflanzt. Mit dem Umtopfen von Orchideen darf man sich Zeit lassen, bis die Wurzeln oben aus dem Topf herauswachsen.

Investitionsförderung für Wirtschaftsdünger

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat eine Richtlinie zur Förderung von Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen bei der Vergärung von Wirtschaftsdüngern veröffentlicht. Ziel ist die Unterstützung von Biogasanlagenbetreibern bei Investitionen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes, insbesondere von emissionsmindernden Biogastechnologien.

Mit der Förderung will die Bundesregierung den Anteil an Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen deutlich erhöhen, um klimarelevante Emissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren. Die Mittel werden aus dem Sondervermögen Energie- und Klimafonds bereitgestellt. Anträge können ab sofort gestellt werden. Die Förderung richtet sich an landwirtschaftliche, gewerbliche oder kommunale Unternehmen und sieht Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter vor. Dazu gehören Maschinen, Geräte, Anlagen und bauliche Einrichtungen, die der verstärkten Nutzung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen dienen und so zur Reduzierung von umwelt- und klimaschädlichen Emissionen beitragen.

Die energetische Nutzung dieser Substrate soll gleichzeitig einen Beitrag zur Erhöhung der Produktion Erneuerbarer Energien leisten. Gefördert werden zum Beispiel die Abdeckungen von Gärrestlagern, die Umrüstung von Bestandsanlagen, spezifische Anlagenteile für Biogas-Neuanlagen oder investitionsbegleitende Maßnahmen. Die nicht rückzahlbare Zuwendung bedingt eine (ebenfalls förderfähige) unabhängige sachkundige Begleitung. Die Förderung ist auf 200.000 € pro Unternehmen und Investitionsvorhaben begrenzt. Dabei ist die Förderhöhe abhängig von der Unternehmensgröße: Klein- und Kleinstunternehmen können bis zu 40 %, mittlere Unternehmen bis zu 25 % und Großunternehmen bis zu 10 % der förderfähigen Investitionssumme erhalten. Bei erheblicher Steigerung des Wirtschaftsdüngeranteils nach den Vorgaben der Richtlinie kann die Förderung um weitere 10 % erhöht werden. Für die gasdichte Abdeckung von Gärrestlagern beträgt die Förderhöhe unabhängig von der Unternehmensgröße 40 % der Investitionssumme. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Antragssystem easy-Online. Investitionen für bauliche Maßnahmen können bis zum 31. Dezember 2023 und für alle anderen Maßnahmen bis zum 30. Juni 2024 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) beantragt werden.
Informationen und Zugang zum Antragsportal unter wirtschaftsduenger.fnr.de

Einfluss der Mastdauer und -endmasse

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Die Rindfleischerzeugung mit Mutterkühen steht häufig in der Kritik, einen im Vergleich zur Schweinefleisch- oder Geflügelfleischproduktion hohen Output an Treibhausgasen (THG) je Produkteinheit zu haben. Gegenwärtig werden deutschlandweit zirka 640.000 Mutterkühe gehalten (Statistisches Bundesamt, 2020). Es gibt jedoch keine exakten Informationen zur zugehörigen Rassenstruktur der Mutterkühe. Es darf davon ausgegangen werden, dass die meisten Muttertiere im Fleckviehtyp stehen. Mit der vorliegenden Modellstudie sollen die Einflüsse einer unterschiedlichen Mastdauer und damit verschiedener Schlachtkörpermassen auf die emissionsrelevanten Ausscheidungen in der Fleischerzeugung mit Mastbullen und -färsen am Beispiel der Mutterkuhhaltung von Fleisch-Fleckviehkühen mittels einer Computersimulation untersucht werden.

Vorausgesetzt wird eine mittlere Nutzungsdauer der Mutterkühe von vier Jahren. In dieser Zeit werden ein weibliches Kalb zur Remontierung sowie drei Kälber, davon zwei männliche Kälber, zur Mast geboren. Berücksichtigt wird für männliche Nachkommen ein typisches Mastverfahren (nach Absetzen): die intensive Bullenmast (mittlere Zunahme zirka 1.350 g je Tier und Tag) mit Maissilage und Rapsextraktionsschrot.

Für die Färsenmast wurde ein Verfahren gewählt, in dem nur Grassilage und Kraftfutter eingesetzt werden. Für Mutterkühe und Färsen zur Remontierung wird im Sommer ganztägiger Weidegang angenommen (Weidedauer: 210 Tage pro Jahr). In der übrigen Zeit halten sie sich im Laufstall mit Einstreu auf. Ziel ist die Berechnung und Bewertung der auf die Produkt­einheit „kg Schlachtmasse“ bezogenen Emissionen unter Berücksichtigung des gesamten Produktionsablaufs. Da bei der Rindfleischproduktion mit Mutterkuhherden die Schlachtkörper von Altkühen, Mastbullen und Mastfärsen mit unterschiedlicher Schlachtausbeute anfallen, ist es sinnvoll, die Emissionen auf die Summe der Schlachtkörpermassen zu beziehen.

Bewertung einer Mutterkuh mit Nachzucht

Bei der Fleischerzeugung mit Mutterkühen dürfen nicht nur die zur Schlachtung vorgesehenen Tiere selbst betrachtet werden; vielmehr müssen alle im Produktionsprozess anfallenden Emissionen (einschließlich Futtererzeugung und Exkrementenbehandlung) betrachtet werden. Bei der Betrachtung einer „Familie“ aus Mutter­kuh und gemästeten Nachkommen wird die Summe aller Emissionen aus den verschiedenen Tierkategorien in Beziehung zur Summe der Schlachtkörpermasse (resultierend aus der Mutterkuh, den beiden Mastbullen und der Mastfärse) gesetzt. Die Beiträge des Muttertieres zur Gesamtsumme der entstehenden THG-Emissionen je Produkt­einheit in der Fleisch­erzeugung mit Mutterkühen (einschließlich der Nachkommen) sind von überragender Bedeutung.

Eine Mutterkuh erzeugt im Gesamtlebenszeitraum, bei vierjähriger Nutzung einschließlich zugehöriger Aufzuchtperiode, täglich etwa 390 l CH4 (Abbildung 1).

Eine unterschiedlich lange Mastdauer der Nachkommen und damit verschiedene zugehörige Mast­endmassen führen zu unterschiedlichen Schlachtkörpermassen.

In Abbildung 2 sind die Schlachtkörpersummen als Funktionen der Mastendmassen der Bullen und der Färsen zusammengestellt.

Eine längere Mastdauer der Nachkommen einer Mutterkuh erhöht die Schlachtkörpermasse (Abbildung 2). Damit verteilen sich die THG-Emissionen des Muttertieres auch regelmäßig auf eine größere Fleischmenge. Die Abbildung 3 lässt erkennen, dass die THG-Emissionen einer „Kuhfamilie“ deutlich von der Schlachtkörpermasse der gemästeten Tiere abhängen.

Unter Berücksichtigung der hohen THG-Emissionen des zugehörigen Muttertieres selbst (Abbildung 1) zeigt sich, dass ihr zugehöriger Anteil – auch bei höheren Mastendmassen – noch mehr als die Hälfte der entstehenden Treibhausgasemissionen ausmacht. Für die Praxis bleibt anzumerken: Es ist vorteilhaft, die Mastbullen und -färsen aus der Mutterkuhhaltung auf mindestens 550 kg (männliche Nachkommen) beziehungsweise 400 kg (weibliche Nachkommen) auszumästen. Noch höhere Mast­endmassen (zum Beispiel Bullen: mindestens 700 kg je Tier, Färsen: mindestens 500 kg je Tier) lassen jedoch nur noch in geringem Maß eine weitere Minderung entstehender THG je Produkteinheit erwarten (Abbildung 3).

Grünland in Diskussion einbeziehen

In der Diskussion um Emissionen aus der Rindfleischproduktion mit Mutterkuhherden wird häufig übersehen, dass der Erhalt beziehungsweise die weitere Nutzung von Dauergrünland, bei einem vergleichsweise geringen Getreideeinsatz, zur Erzeugung menschlicher Nahrung oft nur noch mit Mutterkühen dauerhaft gewährleistet werden kann. Neben der nicht möglichen ackerbaulichen Nutzung dieser vielgestaltigen Standorte sprechen zudem arbeitswirtschaftliche Gründe für die Fleischerzeugung mit Mutterkühen; üblicherweise im Fleckviehcharakter.

Hinsichtlich der anzustrebenden Mastendmasse liegen die Interessen der Mäster und der Vermarkter oft sehr weit auseinander. Folglich findet man eine erhebliche Variation der realisierten Mastendmasse in der Praxis. Mit steigenden Mast­endmassen der erzeugten Nachkommen verringert sich generell der Anteil der Kosten für die Bestandsergänzung, für die Aufzucht, aber auch sonstiger an das Tier gebundener Aufwendungen, wie zum Beispiel der Vermarktungskosten. Und auch die THG-Emissionen weisen in die gleiche Richtung (Abbildung 3).

Fazit

Es zeigt sich, dass es unter den hier widergespiegelten Bedingungen vorteilhaft ist, Mastbullen und -färsen aus der Mutterkuhhaltung mit Fleckviehtieren auf mindestens 550 kg beziehungsweise 400 kg je Tier auszumästen. Der zugehörige Beitrag des Muttertieres zur Gesamtsumme der entstehenden gasförmigen Emissionen je Produkteinheit ist so erheblich, dass in der Gesamtbetrachtung eine möglichst hohe Fleischerzeugung mit den (vergleichsweise wenigen) anfallenden Nachkommen je Mutterkuh notwendigerweise sicherzustellen ist.

Gewichtsentwicklung von Tränkekälbern

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Die Haltungs- und Fütterungsmaßnahmen während der Tränkephase von Kälbern bilden einen wesentlichen Grundstein für eine wirtschaftliche Milch­erzeugung. Daher widmete sich eine von Mai bis Juli 2020 durchgeführte Praxisstudie in 39 Betrieben Schleswig-Holsteins der Fragestellung, inwiefern sich zum einen die aktuellen Empfehlungen hinsichtlich Fütterung und Haltung von Tränkekälbern in den Betrieben etabliert haben, und zum anderen, ob es bestimmte Beziehungen zwischen einzelnen Verfahren und der Gewichtsentwicklung der Holsteinkälber gibt.

Eine gezielte Vorauswahl der Betriebe, zum Beispiel entsprechend ihrem Leistungsniveau oder bestimmten Besonderheiten bei der Kälberaufzucht, erfolgte dabei nicht. Vielmehr war die Aufgeschlossenheit des Betriebsleiters für die Mitwirkung an einer derartigen Studie bedeutsam.

Gewichtsentwicklung während der Tränkephase

In die Auswertung gingen 1.340 mittels Einzeltierwaage erfasste Gewichte von weiblichen schwarzbunten Deutsch-Holstein-Kälbern (ab dem 14. Lebenstag) ein. Im Durchschnitt aller Kälber ergab sich eine Lebendmassezunahme (LMZ) ab der Geburt bis zum Wiegedatum mit durchschnittlich 52 Tagen von 676 g pro Tag. Dabei wurde ein Geburtsgewicht von 42 kg unterstellt. Die betrieblichen Schwankungen lagen zwischen 438 und 1.002 g Tageszunahme. Bei einer Klassifizierung der Betriebe entsprechend ihrer Herdendurchschnittsleistung zeigten sich bei denjenigen mit einer Milchleistung über 10.000 kg neben einem signifikant geringeren Erstkalbealter tendenziell höhere Gewichtszunahmen der Kälber im Vergleich zu den Betrieben mit einer Herdenmilchleistung von weniger als 10.000 kg.

Selbsteinschätzung der Betriebsleiter

Die Betriebsleiter wurden zum Beginn der Studie gebeten, ihre innerbetriebliche Kälberaufzucht entsprechend einem Schulnotensystem zu bewerten. Der Übersicht 3 ist zu entnehmen, dass die ermittelten LMZ dieser Selbsteinschätzung folgten. Die Differenzen hierbei waren zwischen den drei Gruppen „gut“, „befriedigend“ und „ausreichend“ hochsignifikant.

Die teilnehmenden Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter beurteilten die Qualität ihrer Kälberaufzucht sehr realistisch. Foto: Prof. Katrin Mahlkow-Nerge

Angaben zu Milchtränke

Bei der Befragung zur Versorgung neugeborener Kälber gaben sechs der 39 Betriebsleiter an, mehr als 4 l Kolostralmilch an ihre Kälber zu tränken, 20 Betriebsleiter nannten 3 bis 4 l, neun Betriebsleiter nannten weniger als 3 l und in drei Betrieben übernehmen die Muttertiere die Versorgung der Neugeborenen. Auch wenn diese Angaben, wie bei einer Umfrage üblich, nicht konkret überprüft werden konnten, wurden in denjenigen Betrieben mit der größeren verabreichten Kolostrummenge die höheren LMZ bei den Kälbern erreicht.

14 Betriebsleiter beziehungsweise Betriebsleiterinnen gaben an, im Anschluss an die Kolostrumgabe ihren Kälbern die Milchtränke ad libitum zur Verfügung zu stellen. In 25 Betrieben erfolgt eine restriktive Tränke, meistens mit 6 bis 8 l je Kalb und Tag. Wird auch hier eine gezielte Auswertung der täglichen Gewichtszunahme der Kälber entsprechend dem Tränkeregime – ad libitum beziehungsweise restriktiv – vorgenommen, so zeigt sich eine hochsignifikante Differenz von 94 g je Kalb und Tag. Die insgesamt 374 ad libitum getränkten Kälber wiesen eine LMZ von 744 g auf, die 966 restriktiv getränkten Kälber von 650 g.

Unter Annahme einer thermoneutralen Umgebung und Berücksichtigung dieser Tageszunahme von 650 g wäre hierfür eine Energiemenge von mindestens 20 bis 21 MJ ME (Proc. Soc. Nutr. Physiol. 1997; GfE 1995: 18,8 MJ ME für 600 g LMZ) notwendig. Das entspricht, je nach Fett- und Eiweißgehalt der Vollmilch, einer Menge von etwa 8 bis 8,6 l Vollmilch (Vollmilch mit 12,7 % TM und 19,2 MJ ME/ kg TM, 2,44 ME/l) oder aber zirka 1.350 bis 1.500 g Milchaustauscherpulver je Tag. Letzteres wären bei einer Milchaustauscherkonzentration von 160 g/l etwa 8,5 bis 9,4 l Milch­austauschertränke.

Allerdings gaben nur 8 % der restriktiv fütternden Betriebsleiter an, eine Milchmenge von über 8 l je Kalb und Tag zu vertränken. Hingegen wurde bei 12 % der Betriebe angegeben, den Tieren nur täglich 4 l Milchtränke zur Verfügung zu stellen. Eine derartige Tränkemenge deckt lediglich den Erhaltungsbedarf der Kälber ab.

Die gesamte Haltung der Tränkekälber unter Außenklimabedingungen erwies sich als vorteilhaft für die Gewichtsentwicklung dieser Tiere. Foto: Prof. Katrin Mahlkow-Nerge

Betreuung der Kälber

Von den in dieser Studie erfassten Kälbern wurden insgesamt 1.006 von einer festen Person betreut. Diese Kälber erreichten im Durchschnitt eine LMZ von 688 g pro Tag. Hingegen stammten 312 Tiere aus Betrieben, in denen die Kälberaufzucht einer wechselnden Betreuung unterliegt. Für diese Kälber ergab sich mit 638 g pro Tag eine hochsignifikant geringere LMZ.

Dieses Ergebnis untermauert den großen Einfluss des Menschen auf die Leistungen der Tiere. Erklären lässt sich die höhere Tageszunahme der von festen Betreuungspersonen versorgten Kälber durch ein stringenteres Fütterungsmanagement, eine wahrscheinlich genauere Beobachtung und ein höheres Spezialisierungsmaß der jeweiligen Fachkraft.

Gerade im Kälberbereich ist darüber hinaus die soziale Komponente, insbesondere die Beziehung, welche die Menschen zum Tier und daher dann auch umgekehrt die Kälber zum Menschen aufbauen, nicht zu unterschätzen. Dieser Zusammenhang wurde unter anderem von Wissenschaftlern des Institutes für Tierhaltung und Tierschutz der Vetmeduni Wien im Journal „Applied Animal Behaviour Science“ publiziert. In dieser Studie von Lürzel (2015) ergab sich ein direkter Zusammenhang zwischen menschlicher Zuwendung und mehr Vertrauen der Kälber zum Menschen, welches sich anhand geringerer Ausweichdistanz der Tiere zum Menschen zeigte. Darüber hinaus stellten die Autoren eine größere Gewichtszunahme von Tränkekälbern fest, mit denen freundlich umgegangen wurde. „Nutztiere, die immer wieder Kontakt mit dem Menschen haben, sei es, weil sie vom Tierarzt untersucht werden oder vom Bauern oder der Bäuerin gemolken werden, profitieren von einer guten Beziehung zum Menschen“, so Lürzel.

Gerade auch diesen Aspekt gilt es in Betrieben mit mehreren und eventuell auch wechselnden Personen womöglich stärker als bisher zu beachten.

Die gesamte Haltung der Tränkekälber unter Außenklimabedingungen erwies sich als vorteilhaft für die Gewichtsentwicklung dieser Tiere. Foto: Prof. Katrin Mahlkow-Nerge

Haltung der Kälber

Werden alle Kälber, die nach den ersten 14 Lebenstagen beziehungsweise nach der Umstellung aus der Einzelhaltung unter Outdoor-Haltungsbedingungen aufgestallt waren, zusammengefasst, so ergibt sich für diese Kälber (mit durchschnittlich 50 Lebenstagen am Tag der Wiegung) eine Lebendmassezunahme von 704 g. Diese unterscheidet sich statistisch höchst signifikant von den 654 g Tageszunahmen der in geschlossenen Ställen gehaltenen Kälber (mit durchschnittlich 53 Lebenstagen am Tag der Wiegung). Dieses Ergebnis entsprach den allgemeinen Erwartungen, da bekanntlich die Haltung von Kälbern unter Außenklimabedingungen für die Gesundheit und Entwicklung der jungen Tiere vorteilhaft ist. Gerade daher verwunderte es, dass bei fast 50 % der teilnehmenden Betriebe die Kälber noch in geschlossenen Ställen gehalten wurden.

Fazit

Die Gewichtsentwicklung von Kälbern wird immer multifaktoriell beeinflusst. Daher ist es kaum möglich, hierfür nur einzelne Faktoren verantwortlich zu machen. Insofern können die Kriterien, nach denen die Kälber in dieser Studie ausgewertet und verglichen wurden, auch nicht zwangsläufig für die gezeigten Unterschiede ursächlich verantwortlich gemacht werden. Vielmehr sollen die hier gezeigten Vergleiche deutlich machen, dass Betriebe, die sich intensiv mit ihrer Kälberhaltung auseinandersetzen, ein sehr gutes und besseres Ergebnis bei der Entwicklung ihrer Kälber erreichen.

Darüber hinaus offenbart diese Studie, dass die seit mehr als 15 Jahren wissenschaftlich bearbeitete und empfohlene Ad-libitum-Tränke beziehungsweise sehr intensive Tränke von kleinen Kälbern bei Weitem nicht flächendeckend in der Praxis umgesetzt wird. Infolgedessen zeigen die ermittelten Lebendmassezunahmen der Tränkekälber, dass in vielen Betrieben in diesem Bereich noch erhebliche Reserven ausgeschöpft werden können.

Fruchtfolgen im Futterbau

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Diversere Fruchtfolgen nehmen auch im Ackerfutterbau vor dem Hintergrund der Förderung Humus mehrender Anbausysteme und des durch den Klimawandel induzierten stärkeren Krankheits- und Schädlingsdrucks in Monokulturen eine immer wichtigere Rolle ein. Auch wegen der kommenden Konditionalitäten im Rahmen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) könnte einiges auf den Ackerfutterbau zukommen.

Wird der Blick auf die auf dem Vormarsch befindlichen Krankheiten und Schädlinge gelenkt, wie zum Beispiel Fusarium, Turcicum-Blattdürre und Maiszünsler, zeigen sich gravierende Zunahmen und verheerende Folgen für den Mais in Selbstfolge. Solche ertragsmindernden Risikofaktoren lassen sich über Fruchtfolge deutlich reduzieren.

Beim Verzicht auf den Anbau von Mais in Selbstfolge verringern sich Probleme der Akkumulation von Problemunkräutern wie Nachtschatten, Gänsefuß, Storchschnabel und der teils sehr schwer bekämpfbaren Hirsearten. Durch den Anbau von Mais in einer Fruchtfolge können die immer wenigeren verfügbaren phytosanitären Wirkstoffe und die zum Teil sehr negativen Effekte einiger herbizider Wirkstoffe im Mais auf Gewässer und Grundwasser deutlich vermindert werden. Mit den richtigen Fruchtfolgegliedern kann aktiver Humusaufbau betrieben werden.

Im Rahmen der neuen GAP-Regelungen wird nach aktuellem Kenntnisstand ab 2023 ein jährlicher Fruchtwechsel auf jeder Ackerparzelle notwendig werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind mehrjährige Kulturen, Gräser, Grünfutter, Brache und Luzerne. Eine Zweitkultur mit Ernte im selben Jahr gilt hierbei als Fruchtwechsel. Eine Zwischenfrucht oder Begrünung aus Untersaaten in der Hauptkultur zählt als Fruchtwechsel, allerdings maximal auf der Hälfte des betrieblichen Ackerlandes. Dabei müssen die Aussaat der Zwischenfrucht oder die Begrünung infolge einer Untersaat vor dem 15. Oktober erfolgen und sind bis zum 15. Februar des Folgejahres auf der Fläche zu belassen. Alle beschriebenen Regelungen können sich im Laufe des Jahres noch ändern.

Am 17. Mai 2021 war der Mais im Wuchs noch sehr verhalten, anhaltende kühle Witterung bremste eine schnelle Jugendentwicklung aus. Foto: Dr. Elke Grimme

Die zunehmenden phytosanitären Probleme von Mais in Selbstfolge sowie die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen machen deutlich, dass sich auch die Futterbaubetriebe mit Fruchtfolgen beschäftigen müssen. Mais stellt in der Fruchtfolge aufgrund der guten Selbstverträglichkeit keine spezifischen Ansprüche. In der Vergangenheit haben viele wissenschaftliche Studien gezeigt, dass futterbaulich nutzbare Maisfruchtfolgen hinsichtlich Ertrag und Qualität, aber auch hinsichtlich ökologischer Parameter konkurrenzfähig gegenüber Mais in Selbstfolge sein können (Wulfes, 2006; Wachendorf, 2006; Manevski, 2014).

Vergleich der Fruchtfolge

Die Landwirtschaftskammer führt seit Jahren auf dem leichten, sandigen Boden der Versuchsstation in Schuby (Kreis Schleswig) einen Demofruchtfolgeversuch unter praxisüblichen Bedingungen mit Ackerfutterbaukulturen durch. Bei dem Versuch soll verdeutlicht werden, inwieweit auf der Geest Ackergras (Welsches Weidelgras) und Getreide-Ganzpflanzensilage (GPS; Winterroggen) ertraglich und qualitativ zur Futternutzung in Fruchtfolge mit Silomais herangezogen werden können.

Bei den Trockenmasseerträgen wird deutlich, dass das Welsche Weidelgras und der Winterroggen in der Fruchtfolge den Mais am Geest­standort gut ergänzen (Tabelle 1). Die Varianz der Erträge (2015 bis 2021) des Weidelgrases ist höher als die von Silomais oder Winterroggen (siehe Standardabweichung und Variationskoeffizient in Tabelle 1). Grund dafür ist der hohe Wasseranspruch des Welschen Weidelgrases, der im Zusammenhang mit der geringen Wasserhaltekapazität aufgrund einer niedrigen nutzbaren Feldkapazität (nFK) und der zurückliegenden trockenen Jahre (zum Beispiel 2018) zu Ertragsschwankungen führt. Die Wintergetreideart Roggen kann als Ganzpflanze nicht mit den erzielten Silomaiserträgen mithalten, jedoch waren die Erträge mit 154,9 dt TM/ha auf einem hohen und zufriedenstellenden Niveau. In Tabelle 1 wird zudem die sehr hohe Leistungsfähigkeit von Silomais auf der Geest sowohl in Selbstfolge als auch in der Fruchtfolge deutlich. Steht der Mais in Selbstfolge, ist die Ertragsstabilität in den Beobachtungsjahren 2015 bis 2021 nur minimal höher (siehe Variationskoeffizient) im Vergleich zum Mais in der Fruchtfolge. Allerdings ist die durchschnittliche absolute Ertragshöhe des Maises in der Fruchtfolge aufgrund positiver Vorfruchteffekte des Ackergrases höher. Weiterhin ist in der vorliegenden Betrachtungsweise noch nicht berücksichtigt, dass das Risiko von kulturspezifischen Ertragsausfällen durch den gleichzeitigen Anbau verschiedener Fruchtarten auf dem Betrieb stark gemindert ist.

Während beim Mais am 1. Juli 2021 gerade erst die Reihen geschlossen sind, steht beim Winterroggen die Ernte der Ganzpflanzensilage an. Foto: Dr. Elke Grimme

Liegt das Augenmerk auf dem Energieertrag, so sind beim Vergleich mit dem GPS deutliche Unterschiede zugunsten des Maises auszumachen (Tabelle 2). GPS selbst besteht aus Stängel- und Blattmaterial sowie stärkereichen Getreidekörnern, deren Proteinwerte mit zunehmender Kornreife sinken. Die Stärkegehalte waren beim Roggen 2021 im Vergleich zum errechneten Mittelwert über die Versuchsjahre (2015 bis 2021) niedrig (Tabelle 2). Begründet liegt dies in dem zu späten Erntetermin am 7. Juli 2021. Qualitätsanalysen des Welschen Weidelgrases konnten aus technischen Gründen im vergangenen Jahr nicht durchgeführt werden. Allerdings veranschaulichen die Trockenmasseerträge in Tabelle 3, wie hoch das Potenzial des Ackergrases in der Fruchtfolge sein kann. Nicht nur hinsichtlich des positiven Vorfruchtwertes, sondern auch als idealer Ergänzungspartner zum Silomais in der Wiederkäuerernährung ist das Ackergras sehr gut als Fruchtfolgeglied geeignet.

In der Grafik sind die kumulativen TM-Erträge der jeweiligen Fruchtfolgen aus den Versuchsjahren 2015 bis 2021 dargestellt (vergangenes Versuchsjahr 2021 oben). Die Grafik verdeutlicht, dass beim Anbau von Mais in Fruchtfolge keine Risiken hinsichtlich der Gesamttrockenmasseerträge zu erwarten sind. Insgesamt waren die durchschnittlichen Jahreserträge mit 6,3 dt TM/ha nur marginal geringer (31,7 dt TM/ha über Fünfjahreshorizont). Nicht berücksichtigt ist in diesem Versuch, dass bei einer günstigen Entwicklung des Ackergrases nach GPS ein bis zwei Schnitte oder eine Beweidung des Grases vor Wintereintritt möglich sind und die Erträge in diesem Versuch somit unterschätzt werden. Weitere nicht berücksichtigte Faktoren in dem Demoversuch, zum Beispiel die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und erhöhte Ertragssicherheit des Anbausystems, sprechen ebenfalls für eine Futterbau­fruchtfolge und sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Produktionstechnik und Erntezeitpunkt

Zur Erzeugung von Silomais, Getreide-GPS und Ackergras sind alle ertragssteigernden und -sichernden Maßnahmen sinnvoll, die in der jeweiligen Produktion gefahren werden sollten. Dementsprechend sind Empfehlungen zu Standortansprüchen, Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung, -technik, -termin, -stärke, Nährstoffversorgung und Pflanzenschutz zu beachten. Da die Stickstoffdüngung aufgrund hoher Düngerpreise oder im Rahmen der Gebietskulisse der Düngeverordnung gemindert werden muss, sollten besonders der pH-Wert und die Gehalte an Grundnährstoffen im Boden im Fokus stehen. Der Integration von Kleegras in die Fruchtfolge sollte wegen der N bindenden Wirkung und des hervorragenden Vorfruchtwertes besondere Beachtung geschenkt werden.

Der optimale Erntezeitpunkt stellt immer einen Kompromiss zwischen möglichst hohen Trockenmasseerträgen und guter Abreife dar. Zum optimalen Erntezeitpunkt der Getreide-Ganzpflanzensilage lässt sich das Korn noch mit dem Fingernagel eindrücken, es spritzt aber nicht mehr (Ende Milchreife, Anfang Teigreife). Die Halmknoten sind noch grün, während das Stroh bereits mit der Gelbfärbung beginnt. Der tägliche Zuwachs an Trockenmasseertrag und der Anstieg des Trockensubstanzgehaltes während der Abreife des Getreides sind bei kühler Witterung niedriger als bei warmer. Trockenphasen hingegen beschleunigen den Abreifeprozess deutlich. Angestrebt werden, wie beim Mais, 35 % Trockensubstanzgehalt der GPS. In diesem Erntestadium sind noch genügend leicht lösliche Kohlenhydrate für eine gute Vergärung enthalten. Der optimale Erntezeitpunkt beim Welschen Weidelgras zum ersten Schnitt ist erreicht, wenn zirka 50 % der Ähren im Bestand sichtbar sind.

Fazit

Der Silomais wird auch zukünftig für den Futterbau aufgrund seiner hervorragenden Qualitäts- und Futtereigenschaften nicht an Bedeutung verlieren. In Ergänzung mit Getreide-Ganzpflanzensilage und Ackergras sollte die Maisselbstfolge zukünftig jedoch aufgelockert werden, sodass Krankheitszyklen unterbrochen, Problemungräser und -unkräuter unterdrückt sowie Erosionsschutz betrieben werden können. Dies ist möglich bei einem vergleichbar hohen Ertragsniveau wie in der Maisselbstfolge. Weiterhin wird in Zukunft aufgrund der steigenden Temperaturen und verlängerten Vegetationsperioden auch der Anbau von Körnermais und Kulturen wie Hirse immer interessanter werden. Erste Versuche hierzu laufen seitens der Landwirtschaftskammer.