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Nachrichten über Eierpreise von 1 US-$ je Stück und Bilder leer geräumter Regale erreichten uns in den vergangenen Wochen aus den USA. Dort hat die Vogelgrippe die Geflügelbestände spürbar reduziert. Der neuen US-Regierung ist diese Entwicklung gar nicht recht, hatte US-Präsident Donald Trump doch drastisch fallende Lebensmittelpreise versprochen. Mit einem Hilfspaket in Höhe von 1 Mrd. US-$ sollen nun die Folgen der US-Eierkrise abgemildert werden. Dazu zählen auch umfangreiche Importe, die jetzt von allem aus der Türkei und aus Südkorea kommen sollen.
Kein Eiernotstand
Auch hierzulande wurde das Thema von der Presse aufgegriffen und sorgte für Nachfragen und Diskussionen. Einzelne Autoren wollten auch bei uns eine Eierkrise ausgemacht haben und sahen die Versorgung zum Osterfest gefährdet. Solche Meldungen erregen Aufmerksamkeit und erhöhen die Werbeeinahmen, bewegen sich jedoch an der Wirklichkeit vorbei. Richtig ist, dass auch hierzulande die Legehennenbestände durch die Geflügelpest dezimiert worden sind. Dennoch konnte der Bedarf im Lebensmittelhandel immer bedient werden. Durch langfristige Lieferverträge sind auch die Preise in den Geschäften unverändert geblieben. Neue Jahresverträge werden meist erst im August verhandelt. Gestiegen sind jedoch die Erzeugerpreise im Großhandel für freie, nicht vertraglich gebundene Ware. Hier am Spotmarkt werden mittlerweile Rekordpreise gezahlt. Das hat jedoch nur wenig Einfluss auf die Verbraucherpreise im LEH, auf dem Wochenmarkt oder im Ab-Hof-Verkauf. In den USA sind langfristige Lieferverträge im Eierhandel dagegen unüblich. Daher kam es dort zu solch drastischen Preisaufschlägen und zu durch überzogene Pressemeldungen ausgelösten Hamsterkäufen. Branchenvertreter versprechen hierzulande eine ausreichende Versorgung zum Osterfest. Zum Jahresbeginn ist es üblich, viele Legehennenbestände zu erneuern. Diese gehen vor Ostern in die Produktion. Zuletzt sind die Großhandelspreise in Deutschland nicht weiter gestiegen. Auch aus den USA werden bereits wieder rückläufige Kurse gemeldet.
Ein neues Trendprodukt
Dass Eier zuletzt knapp waren, hat auch mit der großen Nachfrage zu tun. Im Jahr 2024 ist der Verbrauch pro Kopf um zehn auf 249 Eier gestiegen (inklusive verarbeiteten Eiern). Allein um diesen Mehrverbrauch zu bedienen, müssten mehr als 100 Betriebe in Deutschland im großen Stil in die Eierproduktion einsteigen. Eier sind in Zeiten der Inflation ein relativ günstiges Nahrungsmittel. Auch Verbraucher, die bewusst weniger Fleisch konsumieren wollen, zeigen mehr Nachfrage nach Eiweißprodukten wie Eiern oder Käse.
Auch Geflügelfleisch bleibt gefragt, während der Verzehr von Rind- und Schweinefleisch stagniert beziehungsweise rückläufig ist. Die Vorgaben wie das Käfighaltungsverbot, der Herkunftsnachweis, die Einschränkung beim Kükentöten oder auch die KAT-Zertifizierung, die zu großem Umbruch in der Branche geführt haben, werden mittlerweile erfolgreich als Werbemittel für die Geflügelbranche genutzt. Dies könnte auch als Vorbild für andere Tierhaltungsbereiche dienen. Die meisten deutschen Eier stammen aus der Bodenhaltung. Die Nachfrage nach Ware aus Freiland- oder Ökohaltung nimmt jedoch zu. Dies sorgt hier für eine stetig steigende Produktion.
Meldungen über Eierschmuggel in den USA oder eine mögliche Rationierung in Deutschland sind somit überzogen. Zu Ostern wird es genügend Eier für alle geben.
Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) und Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) haben kürzlich den „29. Jahresbericht zur biologischen Vielfalt – Jagd und Artenschutz“ vorgestellt. Das Bauernblatt berichtete bereits über die wesentlichen Aspekte aus Artenschutzsicht. Im Folgenden sind die jagdlichen Aspekte zusammengefasst.
Werner Schwarz sagte beim Pressetermin in der Landeshauptstadt: „Unsere Jägerinnen und Jäger leisten mit ihrer Hege- und Pflegearbeit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der biologischen Vielfalt. Insbesondere auch im Hinblick auf das umfangreiche Tierseuchengeschehen ist ihre Arbeit unverzichtbar, um die Wildtierbestände zu erfassen und bei Bedarf zu regulieren. Damit übernehmen sie eine große Verantwortung zum einen für unsere Wildtiere und zum anderen für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, indem sie einen Eintrag und die Verbreitung im Land einschränken.“ Das Thema der Artenvielfalt sei auch beim Waldumbau essenziell. „Es liegt in unserer Verantwortung, die Wälder Schleswig-Holsteins für kommende Generationen zu bewahren und sie widerstandsfähig gegen die Herausforderungen des Klimawandels zu machen. Die Lösung dafür sind sogenannte Klimawälder, die unterschiedliche Baumarten enthalten und gegen Wetterextreme resistenter sind. Deshalb brauchen wir beim Waldumbau ein möglichst breites Baumartenspektrum“, erklärte Schwarz.
Jagd und Forst
Die Strecken der Schalenwildarten befinden sich auf einem anhaltend hohen Niveau. Rot- und Damwild breiteten sich regional weiter aus und das Schwarzwild scheine nach den Streckenrückgängen der Vorjahre wieder in steigender Anzahl vorzukommen, so der Bericht. In den vergangenen Jahren haben sich, abgeleitet aus den Streckenergebnissen, die Hasen-, Kaninchen- und Fasanenbesätze ein wenig erholt. Da andererseits aber auch die Populationen des Raubwildes stetig anstiegen beziehungsweise sich auf einem hohen Niveau befänden, habe es das Niederwild in unserer Kulturlandschaft ohne Unterstützung weiterhin schwer, erklärte Schwarz weiter.
Dies zum Anlass nehmend widmet sich ein Artikel der Niederwildhege. Im Bericht zum Projekt „Niederwildinitiative Schleswig-Holstein“ des Landesjagdverbandes können durch Biotopmaßnahmen und die Förderung des Prädatorenmanagements, gepaart mit einem Besatzmonitoring, lokal bereits spürbare Erfolge verzeichnet werden.
Klimaresiliente Mischwälder
Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt gibt einen historischen Überblick zum Anbau fremdländischer Baumarten, dem aktuellen Wissensstand sowie den Anforderungen an diese Arten. Wie für die Douglasie, die Roteiche und die Küstentanne mittlerweile nachgewiesen, müssen sich eingeführte Baumarten hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit, ihrer Eignung als Mischbaumart und ihrer Widerstandsfähigkeit gegen biotische Schäden als anbauwürdig erweisen. Darüber hinaus müssen sie ökologisch zuträglich sein und dürfen nicht invasiv wirken.
In einem Auswahlverfahren wurden rund 350 Bestände verschiedener Alternativbaumarten identifiziert, die durch Anbauversuche ergänzt und hinsichtlich der oben genannten Kriterien untersucht werden sollen. Ziel ist die Erstellung von Steckbriefen, die Chancen und Risiken gegeneinander abwägen und Empfehlungen für eine Anbauwürdigkeit geben. Hintergrund ist, dass die heimischen Baumarten teilweise unter Klimastress leiden und Waldbesitzer Alternativen suchen, um auch in Zukunft erfolgreich Waldbau betreiben zu können.
Noch mehr Informationen
Der Jahresbericht Biologische Vielfalt wird von Mitarbeitenden der beiden Ministerien, nachgeordneten Behörden sowie ehrenamtlichen Fachleuten erstellt. Der Bericht bildet eine große Bandbreite des Themas Artenvielfalt im Land ab, die mit vielen Bildern, Tabellen und Grafiken erläutert wird. Er findet sich im Internet unter https://t1p.de/b45wz
Das Grandhotel „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg ist eine der besten Adressen im Land und blickt auf eine knapp 130-jährige Geschichte zurück. 1897 hat Friedrich Haerlin das Hotel mit elf Zimmern eröffnet, heute kann in 156 Zimmern und Suiten übernachtet beziehungsweise residiert werden.
Mit der Binnenalster vor der Tür befindet sich das Hotel in bester Lage. Wer durch die große Drehtür das Foyer betritt, taucht in eine andere Welt ein: leise und ohne Hektik, alte Möbel und moderne Dekorationen, lange Gänge und erlesene Kunst, präsentiert von freundlichen, aufmerksamen Menschen, die einen zum Platz geleiten und den Mantel abnehmen.
Das alles erlebte eine Gruppe LandFrauen aus der Wilstermarsch, die im Spiegelsaal des Hotels eine Lesung über die Geschichte des Hotels aus der Fairmont Gruppe erlebten. „Einfach toll“, zogen Martina Kaminski, Ina Mehlert und Sabine Saß aus Wewelsfleth ihr Fazit. „Ein sehr gelungener Abend“, resümierten auch Ina Kluge-Lorenz und Gisela Heinrich aus Beidenfleth und Wilster. Ebenfalls aus Wewelsfleth kommt Autorin Anja Marschall, die in Hamburg aufgewachsen ist. „Meine Oma hat mit mir an der Hand immer die Straßenseite gewechselt, wenn wir den Jungfernstieg entlanggelaufen sind – um die feinen Leute nicht zu stören“, erzählte Marschall. Sie hat sich mit dem Roman „Hotel Vier Jahreszeiten – ein Traum in Gold“ einen eigenen Traum erfüllt. Das Buch ist gerade im Piper-Verlag erschienen und für sie kam kein anderer Ort für die Premierenlesung infrage als das Grandhotel. Die Schriftstellerin erzählte von ihrer Recherche im Hotel und las aus der fiktiven Geschichte von der 14-jährigen Luise, die aus dem Gängeviertel stammt und im Waschkeller eine Anstellung findet. Von ihrer Mutter hat sie die Feinstickerei gelernt, im Pagen Hans findet sie einen Freund und so beginnt ihr Aufstieg zur stellvertretenden Hausdame.
Sabine Saß, Anja Marschall, Martina Kaminski und Ina Mehlert (v. li.) Fotos: Sabine Kolz
Rudolf Nährig hat 36 Jahre im „Vier Jahreszeiten“ als Kellner gearbeitet und darüber ein Buch geschrieben. Der gebürtige Österreicher vereint hanseatischen Humor mit Wiener Schmäh und saß bei der Lesung auf dem Podium. Er erzählte von seinen Lieblingsgästen und erklärte: „Dieser Beruf muss Berufung sein, sonst geht es nicht.“ Das sagt auch die ehemalige erste Hausdame Ulrike Müller-Grunau, die von zahlreichen Umbauarbeiten, Renovierungen und Brandschutzmaßnahmen bei laufendem Betrieb berichtete.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat im Bundesanzeiger die 10. Ergänzung zur Neufassung des Verzeichnisses regionalisierter Kleinstrukturanteile vom 30. Januar veröffentlicht (BAnz AT 4.3.2025 B5). Damit ist die Aktualisierung für das Jahr 2025 abgeschlossen.
Diese Bekanntmachung ergeht im Anschluss an die Bekanntmachung der 9. Ergänzung zur Neufassung des Verzeichnisses regionalisierter Kleinstrukturanteile vom 26. Januar 2024 (BAnz AT 26.2.2024 B5). Die Einstufung der nicht genannten Gemeinden hat sich gegenüber der 9. Ergänzung nicht geändert und ist weiterhin gültig.
Der Pflanzenschutzdienst bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat in einem festgelegten Verfahren bestimmte Strukturen, zum Beispiel Hecken, Streuobstwiesen, extensiv bewirtschaftetes Grünland und Kleingehölze, nachgemeldet. Dadurch haben in diesem Jahr landesweit über 200 ehemals Rote Gemeinden nun einen ausreichenden Anteil an Kleinstrukturen (siehe Abbildung).
Bei zugelassenen Pflanzenschutzmitteln mit Anwendungsbestimmungen, die auf das Verzeichnis regionalisierter Kleinstrukturanteile verweisen, ist die entsprechende Eintragung der Gemeinde zu berücksichtigen, in der die zu behandelnde Fläche (auch anteilig) liegt. Wenn die Einstufungen in solchen Fällen voneinander abweichen, ist so vorzugehen wie in einer Gemeinde, die nicht ausreichend ausgestattet ist.
In Gemeinden, die nicht ausreichend mit Kleinstrukturen ausgestattet sind, sind entsprechende zusätzliche Vorgaben aus einer Reihe von NT-Anwendungsbestimmungen zu beachten.
Mit den NT-Anwendungsbestimmungen zum Schutz terrestrischer Nichtzielorganismen wird für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Regel eine Abdriftminderung und/oder ein festgelegter Mindestabstand vorgeschrieben. Dieser Abstand, der zu einer Kleinstruktur eingehalten werden muss, ist damit abhängig von der Ausstattung der Pflanzenschutzspritze mit verlustmindernder Technik, der Breite der Nichtzielfläche und dem Anteil der Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft.
Das JKI stellt dazu einen „Mapviewer“ zur Verfügung. Mit diesem ist es möglich, deutschlandweit die Eintragung der Gemeinden nachzuvollziehen.
Kleinstrukturanteile SH 2024 und 2025 Quelle: Julius-Kühn-Institut
Unternehmerisches Handeln setzt die Bereitschaft voraus, das eigene Geschäftsmodell stetig zu überprüfen. Dies gilt umso mehr, je herausfordernder das äußere Umfeld ist. Vor diesem Hintergrund hatte der Landwirtschaftliche Buchführungsverband (LBV) zu seiner Jahrestagung Referentinnen und Referenten nach Neumünster eingeladen, die sich gezielt für eine Stärkung des ländlichen Raums einsetzen – getreu der Devise: Nicht meckern, sondern machen!
Vor allem die Entwicklung nachhaltiger Lösungen stand im Fokus der Tagung. Da jede Investition Geld kostet, drehte sich zunächst alles um das wichtige Thema Investitionsförderung. „Wir brauchen gezielte Förderprogramme und Zuschüsse da, wo wirklich ein Effekt in Nachhaltigkeit passiert“, sagte Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt. In ihrem Vortrag ging Steinbock detailliert auf die Förderprogramme der Rentenbank ein. Seine Kredite vergibt das Institut wettbewerbsneutral über andere Banken und Sparkassen. Dabei werde zwischen Basis-, Top- und Premium-Konditionen unterschieden. Bei der Premiumkondition steuere die Rentenbank den höchsten Zuschuss bei, damit der Zins für den Endkreditnehmer günstiger werde. Dieser Anreiz mache nachhaltige Investitionen attraktiver.
Sebastian Nehls (li.) und Dr. Hauke Schmidt (r.), Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes, diskutierten mit Nikola Steinbock (2. v. li.), Vorstandssprecherin der Landwirtschaftlichen Rentenbank, und Unternehmer Carsten Stegelmann (2. v. r.) über die Förderung nachhaltiger Projekte.
Dass Banken heute dazu angehalten sind, nicht nur das Risiko eines Zahlungsausfalls des Kunden zu bewerten, sondern auch dessen Nachhaltigkeit, sei durchaus problematisch, sagte Steinbock. Dies führe dazu, dass Landwirte pauschal mit dem Branchenwert der Landwirtschaft eingestuft würden, der aufgrund der hohen Treibhausgasemissionen verhältnismäßig schlecht sei. „Wir glauben, dass dieser Branchen-Score unfair ist.“ Deshalb habe die Rentenbank einen Fragebogen mit entwickelt, der es Betrieben ermögliche, auf eine bessere Bewertung zu kommen. „Fragen Sie bei Ihrer Bank gezielt danach, damit Sie fair eingestuft werden.“
Wirtschaftlichkeit steht über allem
Steinbock stellte geförderte Projekte zur Praxiserprobung ebenso vor wie Beispiele für eine erfolgreiche Förderung agrarnaher Start-ups. Auch auf diesen Feldern engagiert sich die Rentenbank stark. Bei allen Förderungen liege die Herausforderung darin, die gewünschten Nachhaltigkeitseffekte so zu gestalten, dass sie auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich seien. „Wirtschaftlichkeit steht über allem – ob es der Umbau eines Tierstalls ist oder eine große Investition in eine Pflanzenschutzspritze“, sagte Steinbock. „Kein Unternehmen kann auf Dauer etwas machen, das nicht wirtschaftlich ist.“
Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank, betonte, dass jede Förderung nur dann Sinn habe, wenn die Investition auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich sei.Karsten Trunk, Bauernverbandspräsident von Mecklenburg-Vorpommern, forderte mehr Sachverstand bei der Gesetzgebung.Sabine Firnhaber, Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, rief dazu auf, Frauen mehr Führung zuzutrauen.
Zur Diskussion im Anschluss an Steinbocks Vortrag baten die Geschäftsführer des Buchführungsverbandes, Dr. Hauke Schmidt und Sebastian Nehls, als Vertreter der Praxis auch Carsten Stegelmann auf die Bühne, Unternehmer aus dem Kreis Vorpommern-Greifswald. Stegelmann sagte, Agrarbetriebe seien schon frühzeitig mit der Aufgabe konfrontiert gewesen, Nachhaltigkeit in ihr Wirtschaften einzubringen. Er sei überzeugt, dass viele Landwirte heute weiter seien, als es allgemein wahrgenommen werde. Ein Beispiel für den Einsatz neuer Technologien sei die zielgenaue Ausbringung von Pflanzenschutzmittel (Spot-Spraying): Kulturflächen ließen sich per Drohne und unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz aus der Luft analysieren und die Geodaten dann auf eine Feldspritze mit Einzeldüsenschaltung übertragen – eine Methode mit enormem Einsparpotenzial. Landwirte hätten viele Möglichkeiten, nachhaltig zu agieren, sagte Stegelmann. „Die Addition von vielen Maßnahmen ist der Erfolg.“
Erwartungen an neue Regierung
Die Bauernverbandspräsidenten Karsten Trunk (Mecklenburg-Vorpommern) und Klaus-Peter Lucht (Schleswig-Holstein) gingen in ihren Vorträgen auf Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft ein. Für Trunk war es die erste Rede als Bauernpräsident im Nachbarland seit seiner Wahl im März vergangenen Jahres. Er rief dazu auf, sich stärker auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Ich höre ganz oft: Wir brauchen Ökologie, Soziales und Ökonomie. Nein! Die Reihenfolge muss heißen: Wir brauchen Ökonomie, dann können wir Soziales haben und ökologisch den Transformationsprozess begleiten. Transformation funktioniert nur mit Geld, und Geld kommt nur aus Wirtschaft.“
Die neu zu bildende Bundesregierung könne verloren gegangenes Vertrauen unter anderem durch Transparenz in der Entscheidungsfindung und langfristige Gesetze nach umfassender Folgenabschätzung zurückgewinnen. Konkret mahnte er die Rückkehr zum Agrardiesel sowie Reformen von Düngegesetz und Tierhaltungskennzeichnungsgesetz als dringendste Maßnahmen an. Trunk forderte zudem eine strikte Begrenzung auf notwendige Bürokratie, auch wenn dann nicht alles für jeden geregelt werde. „Wenn wir Freiheit wollen, dann müssen wir sie an bestimmten Stellen zulassen.“
Trunk plädierte dafür, in junge Leute und Fachkräfte zu investieren. Er verwies auf die Initiative „Generation F1“, mit der sein Landesverband gezielt auf Junglandwirte zugeht. „Landwirtschaft ist Innovationstreiber. Damit können wir junge Leute begeistern und Wachstum im ländlichen Raum schaffen.“
EU-Regulierung grenzte an Mikrosteuerung
Schleswig-Holsteins Bauernpräsident Klaus-Peter Lucht setzt darauf, dass es der neuen Bundesregierung gelingt, wieder Motivation und Innovation in Unternehmen freizusetzen. Zuletzt sei der Agrarsektor vonseiten der Europäischen Union so stark reguliert worden, dass dies einer Mikrosteuerung gleichkomme, und die deutsche Politik habe in vielen Fällen sogar noch eins draufgesetzt. „Wir haben nie versucht, Lösungen herbeizuführen, um uns wirtschaftlich stärker zu machen“, bemängelte Lucht.
Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht hob die Erfolge aus dem Dialog mit der Landesregierung hervor.Heidi Vierth ist Mitbegründerin der Gruppierung Junge LandFrauen Östliches Mecklenburg-Vorpommern.
Auch in Schleswig-Holstein hätten die Bauern im vergangenen Jahr nach der Streichung des Agrardiesels demonstriert. Sein Verband habe schon im Vorfeld den Dialog mit der Politik gesucht und auch der Öffentlichkeit erklärt, worum es gehe. Als großen Erfolg wertete Lucht, dass Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf dem Landesbauerntag ein Neun-Punkte-Programm zur Entlastung der Landwirtschaft vorgestellt habe, das gemeinsam mit dem Bauernverband entstanden sei. Auch sei es gelungen, zusammen mit Landwirtschaftskammer und Ministerium eine Arbeitsgruppe einzurichten, die konkrete Vorschläge zum Bürokratieabbau vorlege. „Landwirte sind Multiunternehmer, sie können gut Lebensmittel produzieren“, sagte Lucht. „Aber sie müssen auch integriert Biodiversität und Artenvielfalt schaffen und damit Geld verdienen können.“
Katharina Skau, „DLG-Mitteilungen“, hat mit Landwirten über das Thema mentale Gesundheit gesprochen.
Als verlässlicher Politikvermittler ist Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, landesweit geschätzt. Auf der Jahrestagung bezog er zu einem Thema Stellung, das aktuell für Rechtsunsicherheit sorgt. Viele Landwirte führen in der Praxis mehr als einen Betrieb, da sie auch in GbR oder KG organisiert sind. EU-weit gebe es im Zuge der GAP-Reform eine Befragung, ob verbundene Unternehmen vorliegen, sagte Gersteuer. Damit sollten unter anderem mehr Transparenz bei den Besitzverhältnissen geschaffen und Korruption aufgedeckt werden. Doch das Landwirtschaftsministerium in Kiel sei dazu übergegangen, über die Befragung hinaus die Gesellschaften regelmäßig auf nur noch ein Prämienunternehmen zusammenzulegen. Dieses Vorgehen halte er schon deswegen für falsch, weil es definitorisch dann gar keine verbundenen Unternehmen mehr gebe. Gersteuer hofft auf ein Umdenken in der Verwaltung. Notfalls müsse der Sachverhalt juristisch geklärt werden.
Teilhabe von Frauen im Agrarsektor
Dass mehr Teilhabemöglichkeiten für Frauen den ländlichen Raum stärken, davon ist Sabine Firnhaber, Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, überzeugt. Die selbstständige Huftechnikerin berichtete in ihrem Vortrag von positiven Erfahrungen aus dem vor einem Jahr in ihrem Bundesland gegründeten Arbeitskreis Unternehmerinnen. Damit sei es gelungen, eine Bedarfslücke zu schließen und Frauen aus der Landwirtschaft und dem vor- und nachgelagerten Bereich einen einfachen Einstieg in die Verbandsarbeit zu ermöglichen. Statt in starren Gremien zu arbeiten, sei der Arbeitskreis flexibler organisiert. Bei den regelmäßigen Treffen gebe es ein festes Zeittableau, um Kinderbetreuung planbar zu machen. Das Resultat seien hoch motivierte Teilnehmerinnen und ein sehr effizienter Austausch.
Studien hätten gezeigt, dass Unternehmen profitierten, wenn Frauen Führungspositionen übernähmen, sagte Firnhaber. Auf landwirtschaftlichen Betrieben sorgten Frauen durch ihre Arbeit zwar oft dafür, dass alles gut laufe, meist aber ohne Teilhabe am Betrieb und finanzielle Absicherung. Firnhaber rief zum Umdenken auf und dazu, Frauen mehr Führung zuzutrauen. Unterstützt wurde sie von Heidi Vierth, Mitbegründerin der Gruppierung Junge LandFrauen Östliches Mecklenburg-Vorpommern. Auch Vierth betonte, wie wichtig es für Frauen im ländlichen Raum sei, sich zu vernetzen und neuen Input zu bekommen.
Tabuthema mentale Gesundheit
Den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte Katharina Skau, Redakteurin bei den „DLG-Mitteilungen“. Sie hat vor Kurzem einen viel beachteten Artikel über mentale Gesundheit verfasst, nachdem sich viele Landwirte bereit erklärt hatten, mit ihr über das Thema zu sprechen. Noch vor wenigen Jahren sei das ein Tabuthema gewesen. Skau skizzierte wesentliche Aspekte, die Stress bei Betriebsleitern auslösen: die ständige Erreichbarkeit per Smartphone, der permanente Rechtfertigungsdruck, den Landwirte empfänden, weil sie heute öfter und präziser kontrolliert würden als noch vor Jahren, oder die Mitarbeiterführung, die in der Ausbildung kaum thematisiert werde. Auch dazu, wie Landwirte mit dem Druck umgehen, hat Skau recherchiert. Es könne helfen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen oder den oft viel zu hohen Anspruch an sich selbst zurückzuschrauben. Mit Abstand der wichtigste Rückhalt für Landwirte sei die Familie. Dass sie an erster Stelle stehen sollte und nicht der Betrieb, sei eine wichtige Erkenntnis. „Wenn die Familie nicht intakt ist, kann das Drumherum nicht funktionieren“, sagte Skau.
Auch für Silomais muss vor der Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff (N) und Phosphat (P) eine schriftliche Düngebedarfsermittlung (DBE) nach den Vorgaben der Düngeverordnung (DÜV) erstellt werden. Bei der Planung der Düngemaßnahmen sollte neben einer hohen Stickstoffausnutzung auch der standortangepasste Einsatz von Phosphat besonders im Fokus stehen. Im folgenden Artikel wird neben der grundlegenden Bedarfsermittlung auch die Beratungsempfehlung anhand von Versuchsergebnissen näher erläutert.
Nach der langen Frostperiode bewegen sich die Temperaturen tagsüber nun überwiegend im zweistelligen Temperaturbereich und die angekündigten hohen Niederschlagsmengen blieben weitestgehend aus. Vielerorts wurden auf den Flächen bereits die ersten Vorbereitungen für die Maisaussaat getroffen und erste Düngemaßnahmen sind zu planen. Vor der ersten Düngemaßnahme ist der Düngebedarf der Kultur standortgerecht zu ermitteln, um eine effiziente Nährstoffversorgung der Pflanzen während der Vegetationsperiode zu gewährleisten.
Düngebedarfsermittlung ist Pflicht
Der N-Düngebedarf von Silomais hängt maßgeblich vom betriebsspezifischen Durchschnittsertrag der vorangegangenen fünf Jahre ab. Dieser wird mit dem Basisertrag nach DÜV verglichen und durch Zu- beziehungsweise Abschläge angepasst. Je 50 dt FM/ha Ertragsabweichung zum Basisertrag ergeben sich maximale Zuschläge von 10 kg N/ha. Bei geringeren Erträgen im Vergleich zum Basisertrag sind je 50 dt FM/ha Abschläge in Höhe von 15 kg N/ha vorzunehmen. In dem Beispiel in Tabelle 1 ist die DBE für eine Ertragsannahme von 415 dt FM/ha aufgeführt. Dieser Ertrag entspricht nach Angaben des Deutschen Maiskomitees (DMK) dem durchschnittlichen Ertragsniveau Schleswig-Holsteins. In der DBE werden neben dem Ertragswert weitere Faktoren wie der Nmin-Gehalt des Bodens (0 bis 90 cm), die organische Düngung zu den Vorkulturen des Vorjahres, die Nachlieferung über den Humusgehalt sowie der Einfluss von Vor- und Zwischenfrüchten berücksichtigt. Liegen auf dem Betrieb keine betriebseigenen Nmin-Analyseergebnisse für die angedachten Silomaisflächen vor, können die Ergebnisse der zweiten Messreihe des Nitratmessdienstes der Landwirtschaftskammer für die Berechnung des N-Düngebedarfes herangezogen werden (https://www.lksh.de/landwirtschaft/duengung/nitratmessdienst). Neben diesen Daten der Offizialberatung können auch Nmin-Analyseergebnisse der zuständigen Wasserschutzgebietsberatung sowie der vor Ort tätigen Grundwasserschutzberatung zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie herangezogen werden.
Zusätzliche Vorgaben in der N-Kulisse
Innerhalb der sogenannten N-Kulisse gelten verschärfte Regelungen für die Stickstoffdüngung. Hier muss der Düngebedarf um 20 % reduziert werden, sodass sich für Flächen mit einem ursprünglichen Bedarf von 131 kg N/ha nur noch 105 kg/ha ergeben. Innerhalb der Kulturen können die Stickstoffbedarfe verschoben werden, was bedeutet, dass Kulturen durchaus in Höhe des N-Bedarfs ausgedüngt werden können, andere dann aber dementsprechend deutlich restriktiver gedüngt werden müssen. Wird dies sichergestellt, können N-Mengen zwischen Kulturarten und Flächen verschoben werden, um eine N-bedürftigere Kulturart besser zu versorgen. Des Weiteren errechnet sich der Basisertrag für Flächen innerhalb der N-Kulisse nicht aus den vergangenen fünf Anbaujahren, sondern stets aus den Jahren 2015 bis 2019. Hierüber wird sichergestellt, dass die Anbaujahre mit bereits erfolgter N-Reduktion nicht hinzugezogen werden und mögliche Ertragseinbußen sich nicht potenzieren. Die Obergrenze von 170 kg N ist für Flächen innerhalb der N-Kulisse schlagspezifisch strikt einzuhalten, was insbesondere bei Fruchtfolgen mit Ackergras oder bei der Kombination aus Festmist- und Gülledüngung zu beachten ist. Die zuvor nur innerhalb der N-Kulisse verkürzte Einarbeitungszeit von einer Stunde wurde seit dem 1. Februar 2025 auf ganz Schleswig-Holstein ausgeweitet. Die jährliche Analyse von Wirtschaftsdünger auf seinen N- und P-Gehalt, mit Ausnahme von Festmist von Huf- oder Klauentieren, ist ebenfalls vorgeschrieben. Auch muss zwingend eine Zwischenfrucht im vorangegangenen Herbst eingesät worden sein, wenn der Mais im darauffolgenden Jahr gedüngt werden soll. Eine Ausnahme besteht hier nur, wenn die Vorkultur mit der Ernte erst nach dem 1. Oktober das Feld geräumt hat.
Unterfußdüngung mit Phosphat
In der Jugendentwicklung ist Mais besonders auf eine ausreichende Phosphatversorgung angewiesen. Der Bedarf gemäß DÜV richtet sich nach Durchschnittsertrag und der Gehaltsklasse des Bodens, es ist jedoch darauf zu achten, dass ab einer Bodenversorgung von 25 mg P2O5/100 g Boden (ermittelt nach DL-Methode) laut Düngeverordnung nur noch die durch DBE ermittelte P-Abfuhr gedüngt werden darf. Eine Überschreitung ist lediglich im Rahmen einer dreijährigen Fruchtfolgedüngung möglich, wobei der Überschuss in den darauffolgenden zwei Anbaujahren ausgeglichen werden muss. Phosphat sollte in einer wasserlöslichen Form nahe an den Wurzeln platziert werden.
Die mineralische Unterfußdüngung (UFD) zu Mais mit Phosphat, beispielsweise in Form von Diammonphosphat (DAP), gehört insbesondere auf Standorten mit niedriger Bodenversorgung zum Standard. Um einen P-Überschuss im Boden zu vermeiden, sollte die Höhe der P2O5-Menge im Vorwege kritisch überprüft werden. Eine Alternative zur deutlichen Reduzierung der klassischen P-Unterfußdüngung bei gleichzeitiger Absicherung einer guten Jugendentwicklung bietet der Einsatz von Mikrogranulaten in der Saatbanddüngung als Ersatz der mineralischen Unterfußdüngung. Der Unterschied zur klassischen UFD liegt in erster Linie im Applikationsort des Düngemittels. Die Mikrogranulate werden direkt an das Korn im Säschlitz gelegt, wodurch ein direkter Kontakt zwischen Granulat und Saatgut entsteht. Langjährige Versuchsergebnisse der Landwirtschaftskammer zeigen, dass auf gut mit P versorgten Böden mit einer Saatbanddüngung eine klassische UFD ersetzt werden kann (Abbildung 1).
Ein weiterer wichtiger Baustein zur Verringerung des P-Mineraldüngerimports und damit eventuell einhergehender P-Überschüsse ist die organische Unterfußdüngung. In mehrjährigen Versuchen der Landwirtschaftskammer konnte gezeigt werden, dass die mit Nitrifikationshemmern versetzten Güllen oder Gärsubstrate ein Nährstoffdepot im Wurzelbereich der Maispflanzen bilden, wodurch der Nährstoffbedarf des Maises in vollem Umfang und ohne zusätzliche mineralische N-/P-UFD gedeckt werden kann, ohne Ertragsverluste zur Folge zu haben (Abbildung 2). Zur Sicherung der Phosphatversorgung in der Jugendentwicklung sind 20 kg P2O5 vor allem bei ausreichender Bodenversorgung und regelmäßiger Ausbringung größerer Mengen Wirtschaftsdünger ausreichend.
Langfristige Versorgung durch organische Düngung
Langjährig organisch gedüngte Böden zeichnen sich durch eine hohe Stickstoffnachlieferung aus. Durch die späte Beschattung der Flächen durch Mais und die günstigen Bedingungen für die Mineralisation im Frühjahr werden oft größere Mengen Stickstoff freigesetzt als durch die DBE errechnet. Die Anpassung der Düngemengen kann standortspezifisch sinnvoll sein.
Ein großer Teil des Stickstoffbedarfs lässt sich über Wirtschaftsdünger decken, die auf den meisten Betrieben ohnehin vorhanden sind. Aufgrund der Mindestwirksamkeit nach DÜV (60 % bei Rindergülle und Gärsubstrat, 70 % bei Schweinegülle) ist eine zügige Einarbeitung entscheidend, um Ammoniakverluste zu minimieren. Vor allem unter warmen und trocknen Bedingungen kann eine Injizierung von Gülle oder Gärresten direkt in den Boden Stickstoffverluste erheblich reduzieren. Eine präzise Analyse der ausgebrachten Nährstoffe ist daher empfehlenswert, um die Versorgung optimal zu steuern.
Grundnährstoffe und pH-Wert
Neben N und P sind weitere Nährstoffe für eine erfolgreiche Maisproduktion unerlässlich. Besonders auf leichten und trockenheitsanfälligen Standorten ist eine ausreichende Kaliumversorgung von großer Bedeutung und sollte nicht außer Acht gelassen werden. Wirtschaftsdünger decken oft einen Teil des Kaliumbedarfes ab, jedoch kann eine ergänzende Gabe erforderlich sein. Beispielsweise kann mit Korn-Kali nicht nur Kalium, sondern auch Schwefel zugeführt werden. Ein oft unterschätzter Faktor ist der pH-Wert des Bodens, der die Nährstoffverfügbarkeit maßgeblich beeinflusst. Der pH-Wert sollte über Kalkgaben in einem optimalen Bereich gehalten werden, da Silomais sehr sensitiv auf den pH-Wert reagiert. Über Kalkgaben könnte auch der verbleibende Mg-Bedarf gedeckt werden. Mit welchen Düngemitteln und in welchem Umfang der verbleibende Nährstoffbedarf optimal gedeckt werden könnte und welche organisch-mineralischen Düngekombinationen infrage kommen, lässt sich über das Düngeplanungsprogramm der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berechnen unter https://tinyurl.com/bde7eu2a
Ein Beispiel für die Bedarfsermittlung von Grund- und Mikronährstoffen ist in der Tabelle 2 zu finden.
Fazit
Eine durchdachte Düngeplanung ist die Grundlage für eine effiziente Maisproduktion. Neben der bedarfsgerechten Versorgung mit Stickstoff und Phosphat sollten auch die Versorgung mit weiteren essenziellen Nährstoffen sowie die Bodenreaktion berücksichtigt werden. Wirtschaftsdünger bieten eine wertvolle Nährstoffquelle, müssen jedoch präzise dosiert werden. Der Fokus bei der Ausbringung von Wirtschaftsdünger sollte auf verlustarmer und innovativer Technik liegen. Dabei ist darauf zu achten, dass seit dem 1. Februar 2025 organische und organisch-mineralische Düngemittel einschließlich Wirtschaftsdünger, jeweils mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff, die auf unbestelltes Ackerland aufgebracht werden, unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb einer Stunde nach Beginn des Aufbringens einzuarbeiten sind.
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat 2004 das Forum der DLG-Spitzenbetriebe als Verbundprojekt zwischen den Beratungsorganisationen und der DLG ins Leben gerufen. Das Forum soll einen Rahmen bilden, um einen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den führenden Milcherzeugern und Beratern auf Bundesebene zu schaffen.
Die Spitzenbetriebe aus ganz Deutschland werden anhand ihrer Betriebszweigauswertung (BZA) ermittelt. Hier müssen sie gewisse Kennzahlen und Vorgaben erfüllen, um zu den Spitzenbetrieben zu gehören. So gehören um die 280 Unternehmen zu der Auswahl der DLG-Spitzenbetriebe und werden somit zu der alljährlichen Konferenz in Hohenroda bei Hessen eingeladen. 2025 fand das Forum der DLG-Spitzenbetriebe Milcherzeugung vom 28. Februar bis 1. März statt.
In diesem Jahr war der Schwerpunkt die nachhaltige Milchökonomie. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die zusammengefassten Ergebnisse aus den einzelnen Betriebszweigauswertungen 2023/2024 von Dr. Stefan Weber von der LMS Agrarberatung GmbH Rostock vorgestellt und die wichtigsten Punkte aus den Berechnungen anschaulich hervorgehoben.
Anschließend erklärte Daniel Blömer von der Firma Blömer und Kollegen GmbH, einer Steuerberatungsgesellschaft, wie ein Betrieb richtig steuerlich agieren kann und welche Möglichkeiten hier zur Verfügung stehen.
Am Abend folgte ein Vortrag von Thomas Breitling, der sein Konzept der schneider+freunde GmbH vorstellte. Sie hat die Landwirtschaft und Vermarktung im Betrieb revolutioniert und greifbar für den Verbraucher gestaltet.
Den letzten Vortrag hielt Stieneke Ijdema. Das Thema „Lean Management“ wurde von ihr für alle Beteiligten greifbar und praxisnah anhand ihres Betriebes in Dänemark dargestellt.
Spannende Arbeitskreise und Diskussionen können helfen, den Blickwinkel zu erweitern.
Arbeitskreise: BZA und Grassilage
Die insgesamt sieben Arbeitskreise liefen an den zwei Tagungstagen jeweils parallel ab. So hatte jeder Teilnehmer die Chance, während der Tagung zwei der Arbeitskreise zu besuchen.
Im Arbeitskreis 1 stand als Hauptthema die Betreibszweigauswertung (BZA) im Vordergrund. Der Fokus wurde hier vor allem auf die Tiergesundheitsfaktoren gelegt, die maßgeblich zu hohen ökonomischen und produktionstechnischen Leistungen beitragen. Der Arbeitskreis BZA-Intensiv ist ein fester Bestandteil des Forums. Es werden alljährlich die Erfolgskennzahlen eines Spitzenbetriebes unter die Lupe genommen. Ziel ist es, die kleinen Feinheiten, die den Betrieb so erfolgreich wirtschaften lassen, herauszuarbeiten und zu präsentieren. Oke Thormählen und sein Team sind davon überzeugt, dass Milcherzeugung mit gesunden Kühen mehr Spaß macht. Eine gute Arbeitsorganisation und Kosteneffizienz beim Tierkomfort bilden hier die Grundlage.
Das Thema im Arbeitskreis 2 war „Grassilage – kurz und bündig!“. Die optimale Häcksellänge und damit verbundene Kosten und Arbeitsstrukturen waren hier das Hauptthema. Kim Saß-Hauschild vom Betrieb Westerkamp Holsteins stellte seine Entscheidung und den Weg zur geringen Häcksellänge bei der Grassilage dar und zeigte verschiedene Hürden und Lösungsansätze auf. Im Vordergrund dieser Umstellung lagen vor allem die Futtereffizienz und der Anspruch, die bestmögliche Ration seinen Milchkühen zur Verfügung stellen zu können. Nicht nur in der Futterselektion oder der Wiederkaueffizienz gab es durch die Veränderung der Häcksellänge Auswirkungen. Auch die Kostenstrukturen haben sich verändert. Vor allem der Ernteprozess musste hier angepasst werden, um eine effiziente und erfolgreiche Futtergewinnung zu garantieren.
Effiziente Milchproduktion
Um die Strategie zur effizienten Milchproduktion ging es im Arbeitskreis 3. Der Familienbetrieb Fuchte aus Nordrhein-Westfalen kann eine hohe Milchleistung aufweisen, die über 13.000 kg verkaufter Milch liegt. Um solche Spitzenwerte zu erreichen, bedarf es eines angepassten und konsequenten Managements für das Zusammenspiel der zahlreichen Puzzleteile. Der Grundstein für hochproduktive Kühe wird bereits in der Kälberaufzucht gelegt. Jedoch sollte auch bei der Anpaarung schon eine gezielte Nutzung von genetisch kompatiblen Tieren stattfinden. Auch auf eine reibungslos verlaufende Transitphase und Frühlaktation wird in diesem Betrieb eine große Aufmerksamkeit gelegt. Durch konsequentes Controlling bei der Fütterung und der Überwachung der Herdengesundheit wird gewährleistet, schnell zu reagieren. Diese Grundsteine bilden ein stabiles Fundament und sind für gesunde und hochproduktive Kühe unverzichtbar.
Alternative Geschäftsfelder
Der Arbeitskreis 4 hat sich mit alternativen Geschäftsfeldern rund um die Milchproduktion auseinandergesetzt. Es wurde auf die verschiedenen ergänzenden Modelle zur Milchviehhaltung eingegangen. Der Betrieb von Tobias Babel stellte sich vor und zeigte anhand des Unternehmens auf, was alles möglich ist, um eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft auszuleben. Babel bewirtschaftet im Allgäu einen Grünlandbetrieb mit 80 Kühen und einer Heutrocknung. Zusätzlich kommen eine Schweinemast, eine Hofmeierei und ein Hofladen sowie ein Landhotel und ein Restaurant mit Brauerei hinzu. Dies ist eine sehr breite Betriebsaufstellung, von der jeder Anwesende bestimmt einige Ideen und Anregungen mitnehmen konnte. Im Vordergrund steht jedoch, dass der Mensch, die Person, der Betriebsleiter oder die Betriebsleiterin den entscheidenden Faktor darstellt.
Intensive Kälberaufzucht
„Das Kalb von heute ist die Färse und Milchkuh von morgen!“ So lautete das Motto im Arbeitskreis 5. Konstanze und Marcus Rohwer aus Schleswig-Holstein setzen seit 2011 auf ein intensives Tränkeregime bei der Kälberaufzucht. Es wurde in dem Arbeitskreis vorgestellt und die Erfahrungen aus den Jahren weitergegeben. Der Fokus des Betriebes richtet sich vor allem auf die optimale Kälber- und Jungtieraufzucht. Dabei stellen die Gewichtsentwicklungen der Tiere und ein kontrolliertes Vorgehen in der Abtränkephase wichtige Positionen da. Aber auch die Fütterungsintensität und die Umweltbedingungen sind ein wichtiger Grundstein für eine langlebige, leistungsfähige und somit wirtschaftlich gesunde Milchkuh.
Hofnachfolge und Absicherung
Um das Planen, Regeln und Leben einer außerfamiliären Hofnachfolge ging es im Arbeitskreis 6. Gibt es keinen Hofnachfolger aus der eigenen Familie, stellt sich die Frage, ob und wie der Betrieb in Zukunft weiterbewirtschaftet wird. Eine Möglichkeit stellt die außerfamiliäre Hofnachfolge dar. Dieses doch sehr emotionale Thema wurde von der Familie Ruprecht und den künftigen Nachfolgern aus Niedersachsen sowie einem Agrarjuristen vorgestellt. So eine Hofübergabe sollte nicht unterschätzt werden. Die verschiedenen Phasen, wie der Start, die Gespräche, die Zusammenarbeit und das Zusammenleben der Familien bis hin zur erfolgreichen Betriebsübergabe/-übernahme, sollten für alle Beteiligten passend ablaufen. Diesen Rahmen zu schaffen kann eine große Herausforderung darstellen.
Der Arbeitskreis 7 griff ebenfalls ein ernstes und wichtiges Thema im Betrieb auf, das Ute Regina Voß aus Schleswig-Holstein vorstellte: Die Absicherung des Partners im Betrieb. Sei es eine Ehe oder Lebensgemeinschaft – verschiedene Fragen sollten sich Angehörige stellen. Wer haftet wofür, was passiert bei einer Trennung oder Scheidung oder sogar beim Tod eines Partners? Diese und weitere Fragen wurden in diesem Arbeitskreis aus der Praxis für die Praxis aufgegriffen und diskutiert.
Fazit
• Das Forum der DLG-Spitzenbetriebe Milcherzeugung bietet den besten 25 % der Betriebe in Deutschland eine Plattform, um untereinander zu netzwerken, Inspirationen für den Betrieb zu bekommen und eigene • Entscheidungen und Abläufe zu hinterfragen.
• Die BZA stellt die Grundlage der Veranstaltung dar.
• Verschiedene Vorträge in den Arbeitskreisen und im Plenum sollen zu Diskussion und Austausch untereinander anregen.
„Unser erstes Stück für unser Café“ – so freuten sich Merle Schooff und Katharina Lienau über ihre neue Küchenmaschine, eine knallrote KitchenAid, die sie beim Bauernblatt-Rezeptwettbewerb 2020 gewannen. 2025 geht ihre Selbstständigkeit in die vierte Saison und sie leben ihren Traum von einem Café. Und die Küchenmaschine ist immer noch im Einsatz.
Mit dem Rezept für diese Lemon-Tartes wussten Merle und Kathi seinerzeit die Jury zu überzeugen. Auch heute gehört das Gebäck zu den Bestsellern. Foto: Iris Jaeger
„Moin, liebes Bauernblatt-Team! Meine Freundin und ich haben vor ein paar Jahren die KitchenAid bei euch gewonnen. Mit einem Lemon-Tarte-Rezept. Damals erzählten wir, dass es unser Traum sei, ein Café zu eröffnen. Nun steht diese KitchenAid in unserem Foodtruck in Neritz, an der B 75. Und die Lemon-Tartes sind unser Bestseller im Verkauf. Wir sind mit der Meisterkonditorei ,Lütte Leev‘ nun im vierten Jahr selbstständig. Vielleicht habt ihr ja Lust, daraus noch eine Story zu machen. Wir erzählen jedenfalls immer gern und stolz diese Geschichte“, so lautete die Nachricht der beiden an die Bauernblatt-Redaktion. Und selbstverständlich hatten wir Lust, eine Story daraus zu machen. Am vergangenen Freitag ging es bei strahlendem Sonnenschein nach Neritz zum Obsthof Lienau direkt an der B 75. Dort steht der Café-Foodtruck der beiden beim Hofladen der Familie Lienau mit allerlei köstlichem Backwerk und Kaffeespezialitäten. „Es ist eine tolle Atmosphäre hier. Die Kunden kommen hier am Tresen ins Gespräch oder genießen einfach nur einen guten Kaffee mit einem Stück Kuchen auf einer der Sitzgelegenheiten vor dem Truck“, erzählt Katharina, kurz Kathi. Und selbstverständlich gibt es auch die Lemon-Tartes, mit Lemon-Curd gefüllte Mürbeteiggebäcke, ergänzt um ein Baiser-Topping.
Klönschnack bei Kaffee und Kuchen am Café-Truck von Merle und Kathi Foto: Iris Jaeger
Der Gewinn des Rezeptwettbewerbs fiel in die Corona-Zeit, „da durfte ja noch kein Café öffnen, weshalb wir uns dazu entschlossen, unser Café-Vorhaben mit einem Foodtruck zu starten, da der im Freien steht, ohne geschlossene Wände“, erzählen die beiden. An den Truck sind sie durch Zufall herangekommen, „einer unserer Lieferanten für den Hofladen meiner Eltern nutzte diesen Truck nur einmal für ein Hoffest. Dann konnten wir ihn haben, das war ein echter Glücksfall. Wir haben ihn dann nach unseren Wünschen umgebaut und nutzen ihn noch heute“, erzählt Katharina.
Inzwischen starten sie ins vierte Jahr und verstehen sich beide immer noch hervorragend. „Sonst würde es auch nicht so gut funktionieren“, so Katharina. Die beiden Freundinnen kennen sich aus dem Studium der Ökotrophologie, das sie mit dem Master abgeschlossen haben. Katharina machte nach dem Studium dann noch eine Ausbildung zur Konditorin und absolvierte 2021 ihren Meister. Beste Vorraussetzungen für den Cafébetrieb.
Die Küchenmaschine, die die Beiden beim Rezeptwettbewerb gewonnen hatten, leistet immer noch gute Dienste beim Backen. Foto: Iris Jaeger
Verkauft wird freitags bis sonntags. Montags bis donnerstags wird produziert, zum Beispiel die Böden, sowie ein Bürotag eingelegt. Donnerstags wird durchproduziert, an den Verkaufstagen selbst wird das hergestellt, was frisch sein muss. Und noch immer leistet die gewonnene KitchenAid beste Arbeit beim Backen. „Uns gefällt, dass wir hier alles flexibel handhaben und uns die Zeiten selbst einteilen können. Das ist besser als mit einem festen Café, was auch mit unseren Familien viel besser vereinbar ist. Somit haben wir uns dazu entschieden, unser Café in dieser Form weiterzuführen“, erzählt Merle. „Wir planen jetzt eher in eine andere Richtung, zum Beispiel dass wir kleine Backkurse anbieten.“
Schon vor der Eröffnung ihres Cafétrucks haben beide viel ausprobiert, für Familie und Freunde gebacken, Rezepte gesammelt, diese getestet, ergänzt oder so lange abgeändert, bis sie ihrem Geschmack entsprachen. „Das ist bis heute so geblieben“, erzählen sie. Neben den bei Kunden beliebten Klassikern wie Brownies, Cheesecake, Zupfkuchen, Cupcakes oder den Tartes bieten sie auch immer wieder neue Kreationen an. „Wir achten darauf, dass wir eine gute Mischung aus bekannten Landcaféklassikern und neueren Backtrends anbieten.“
Dabei gilt immer noch, dass nur Gebäcke in den Verkauf kommen, die die beiden selbst gern mögen. Aber auch Kundenwünsche werden umgesetzt sowie auf Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht genommen, weshalb auch immer beispielsweise veganes, zuckerreduziertes oder laktosefreies Gebäck angeboten wird. „Mitunter kommt es immer noch vor, dass unser Café von Vorbeifahrenden für einen Imbisswagen gehalten wird und gerade bei Männern die Enttäuschung groß ist, dass wir keine Pommes anbieten, sondern nur Süßes“, erzählt Merle. „Deshalb haben wir jetzt auch immer eine deftige Quiche mit im Sortiment“, ergänzt Katharina.
Foto: Iris Jaeger
Darüber hinaus fertigen sie auch auf Bestellung Auftragstorten an für Hochzeiten, Geburtstage oder andere Anlässe. Dass sie trotz Probieren und Austesten so schlank sind, ist auch der Zubereitung der Gebäcke geschuldet, die viel Muskelkraft verlangt. „Die Mehlsäcke, aber auch der Teig wiegen einiges, sodass wir kein extra Fitnesstraining brauchen“, erklären die beiden Frauen. Für die beiden ist selbstverständlich, dass sie ihre Zutaten möglichst aus der Region beziehen und alles mit viel Liebe und Leidenschaft herstellen. Was sich auch im Namen ihrer Meisterkonditorei widerspiegelt: „Lütte Leev“ ist plattdeutsch für „Kleine Liebe“.
„Wir hatten so einige amüsante Namen als Idee für unser Vorhaben. Wir mussten auch darauf achten, dass der Name nicht vergeben ist. Da in Katharinas Familie das Plattdeutsche einen hohen Stellenwert hat und dort auch noch Platt gesprochen wird, entschieden wir uns für einen plattdeutschen Namen“, erzählen Merle und Katharina.
Die Foodtrucksaison geht von Anfang März bis Ende Oktober. Die Wintermonate nutzen die beiden dann wieder zum Ausprobieren neuer Rezepte, die mit viel Liebe und Leidenschaft Einzug finden ins Kuchen- und Tortensortiment.
Seine 256. Bau- und Energielehrschau hat Jogi Rohweder, wie er im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp nur genannt wird, erfolgreich über die Bühne gebracht.
Das Thema „Neues aus der Schweinehaltung“ wird im Detail in Ausgabe 15 in Schweine aktuell behandelt werden. Am 13. März hieß es nun Abschied nehmen von den zahlreichen Firmen in der so in ihrer Form in Deutschland einmaligen Ausstellung mit Messecharakter und den Kolleginnen und Kollegen. Der gelernte Landwirt Hans-Jochim Rohweder aus dem Kreis Plön hat 1991 bei der Kammer angefangen, zunächst als Unternehmensberater in Niebüll, 1998 ging es nach Futterkamp. 2001 übernahm er dann dort die Bau- und Energielehrschau. Nur dreimal sei er an Baulehrschautagen in einem Vierteljahrhundert nicht da gewesen, erinnert er sich.
Hans-Jochim Rohweder hat den Staffelstab an seine Kollegin Hannah Straky übergeben. Foto: Isa-Maria Kuhn
Die Baulehrschau hat er mit seinem Team um einige 100 m2 erweitert, modernisiert und eine Cafeteria einbauen lassen. Heute präsentieren sich auf 3.500 m2 230 Firmen. Andere Bundesländer sehen durchaus neidisch nach Schleswig-Holstein. Denn neben den festen Messeständen etwa zu Stallbau und -einrichtung gibt es monatlich wechselnde Themen, und die sind immer aktuell und richten sich an Praktiker aus allen Bereichen, ob Tierhalter oder Ackerbauern, neuerdings auch Pferdehalter. In der Vergangenheit ging es um Futterkonservierung, Rinderhaltung, wolfssichere Zäune, Energiesparen, den Umbau der Schweinehaltung, Pflanzenschutz und vieles mehr.
Futterkamps Chef Claus-Peter Boyens sagte bei der Verabschiedung von Rohweder: „Die Bau- und Energielehrschau ist sein Ding gewesen und er hat sein Praxiswissen als Landwirt und Milchviehhalter eingebracht. Dabei war er humorvoll und positiv, auch in stressigen Phasen. In der Corona-Zeit ist es ihm gelungen, durch andere Formate die Bau- und Energielehrschau zu erhalten und sie jetzt lebendig an Hannah Straky zu übergeben.“
Die kennt die Landwirtschaftskammer bereits gut. Sie arbeitet seit Februar 2024 im LVZ Futterkamp. Bislang war sie Tierwohlmultiplikatorin und organisierte tierwohlrelevante Seminare und Workshops sowie Schulungen für Tierhalter, Berater und andere Interessierte.
Der nächste Ausbildungs- und Beratungstag in der Bau- und Energieausstellung am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, 24327 Blekendorf findet am Donnerstag, 10. April, von 9 bis 15 Uhr statt. Das Thema ist „Smart Dairy Farming“. Weitere Informationen folgen zeitnah.
Günther Felßner hat seine Kandidatur für das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers aufgegeben. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) begründete seine Entscheidung mit Angriffen auf seine Familie und die Sorge um deren Sicherheit. In einer persönlichen Erklärung verwies Felßner am Dienstag in München auf eine Aktion mehrerer Personen, die am Montag auf den Hof der Familie eingedrungen waren und ein großflächiges Transparent mit der Aufschrift „Kein Tierausbeuter als Agrarminister“ am Rinderstall angebracht hatten.
Felßner sprach von Hausfriedensbruch und einem „Überfall“ teilweise vermummter Aktivisten. Auf dem Stalldach seien Bengalos und ein Feuer entzündet und es sei Rauch in den Stall geleitet worden. Seine Frau, die im Stall tätig gewesen sei, habe um ihr Leben gefürchtet. Er habe das auch als Kampfansage für den Fall verstanden, dass er das Ministeramt übernommen hätte. Für ihn sei damit eine Grenze überschritten worden. „Ich bin nicht bereit, die Sicherheit meiner Familie aufs Spiel zu setzen“, so Felßner.
Der Landwirt hatte eigenen Angaben zufolge CSU-Chef Markus Söder am Montag über seinen Rückzug informiert. Söder hatte im November Felßner als CSU-Kandidat für die Besetzung des Bundeslandwirtschaftsministers nominiert. Bei der Bundestagswahl hatte Felßner den Einzug in den Bundestag verpasst. Wie er am Dienstag bekräftigte, hat dies für eine mögliche Übernahme des Ministeramtes keine Rolle gespielt. Entschieden wies er zurück, dass sein Rückhalt in der CSU-Landesgruppe zuletzt gebröckelt sei. Er war Mitglied der Arbeitsgruppe von CDU und CSU, die in den Koalitionsverhandlungen für die die Themen Agrar- , Umwelt- und Verbraucherpolitik sowie ländliche Räume zuständig gewesen ist.
Felßner will eigenen Angaben zufolge BBV-Präsident und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bleiben. Er kündigte an, weiterhin den Dialog mit Andersdenkenden suchen zu wollen. Während seiner Kandidatur habe er großen Zuspruch aus der Agrarbranche erfahren. Insbesondere bei Tier- und Umweltschützern war die Personalie Felßner hingegen von Anfang an auf scharfe Kritik gestoßen. Zuletzt hatte es eine Online-Petition gegen seine Kandidatur mit mehreren Hunderttausend Unterschriften gegeben.