Bei strahlendem Sonnenschein und mit einer guten Besucherresonanz fand das diesjährige Frühjahrsturnier des Pferdesport- und Fördervereins Süseler Baum statt. Für die drei Vielseitigkeitsprüfungen der Klassen A* bis L hatten 240 Teilnehmer genannt. Gleich eine Woche später nutzte der Verein Northern Eventing die Anlage für ein Jungpferdeturnier.
Der Parcourschef Burkhard Beck-Broichsitter hatte im Vorfeld viele Hindernisse neu gestaltet. Teilweise mit dem schwedischen MIM-Safetysystem ausgestattet, bieten sie mehr Sicherheit für Reiter und Pferd. Beck-Broichsitter hatte anspruchsvolle Strecken ausgewählt, sagte aber beim Abgehen des Geländes mit den Richtern und der technischen Delegierten Maylin Pietzsch: „Die einzelnen Prüfungen sind gut zu schaffen. Alle Elemente wie Gleichgewicht bei Reiter und Pferd, Ausbildung, Mut und Rittigkeit werden in den jeweiligen Prüfungen abgefragt. Danach weiß jeder, wo er mit seinem Pferd steht und wie es weitergehen kann.“
Am Sonnabend starteten die Teilprüfungen Dressur und Springen auf dem Turnierplatz des Ostholsteinischen Reitvereins (ORV) Malente-Eutin. Am Sonntagmorgen ging es dann im Reiterpark Max Habel mit der Geländeprüfung L-schwer los. Die Aufgabe: 23 Hindernisse auf 3.050 m Strecke in einem Tempo von 520 m / min zu überwinden. Die Siegerdecke erritt sich Berit Schulz vom Reit- und Fahrverein (RFV) Felm, Kreis Rendsburg-Eckernförde, auf ihrer Holsteiner Stute Caja, dicht gefolgt von Isabella Roeder aus Hessen.
Für die Prüfung L-leicht wurde die Strecke auf 2.550 m verkürzt, auf 18 Hindernisse reduziert und der Prüfung entsprechend in der Höhe angepasst. In der ersten Abteilung siegte Jana Schukart aus Brandenburg mit der Holsteiner Stute Ladylike, gefolgt von Neeke Katharina Rothe vom gastgebenden Verein mit ihrem Dunkelfuchswallach Leon.
Pferdegerechtes Verhalten geehrt
Genannt hatte hier auch Mina Deirdre Mc Sherry aus Hessen. Die Reiterin war extra 400 km angereist und musste beim Springen feststellen, dass sie und ihre Stute Contessa noch nicht so weit sind. Sie hätte starten dürfen, zog aber nach dem Abgehen der Geländestrecke aus Rücksicht auf ihr Pferd den Start zurück. Dies bekamen die Richter mit und ehrten sie für ihr pferdegerechtes Verhalten. Sie fuhr dann unverrichteter Dinge, aber zufrieden wieder nach Hause.
Die zweite Abteilung führte Paula Fatteicher aus Mecklenburg-Vorpommern mit der Trakehner Fuchsstute Sonnenlicht an. Den zweiten Platz belegte Desiree Schaeffer vom Pferdesport- und Förderverein Süseler Baum mit ihrer erst siebenjährigen Holsteiner Stute Belissima GP. Schaeffer hatte anfangs ihr Jackett vergessen, ihr wurde aber eins hinterhergebracht. Ein Glück, denn am Ende konnte sie es „nicht fassen“, wie souverän ihre beiden Pferde das Gelände meisterten.
Nach einer kurzen Pause und dem Umbau der Strecke für die Prüfung A* mit 15 Hindernissen und einer Länge von 2.080 m siegte Finja Maaser von der Reitsportgemeinschaft Groß Buchwald, Kreis Rendsburg-Eckernförde. „Mein erster VA-Sieg, es macht so Spaß mit so einem rittigen Pony“, freute sie sich über den Erfolg mit ihrem Hengst Petit Rock the Moment.
Gelände frei für die Jungpferde
Dicht auf den Fersen waren ihnen Lenya Beckmann aus Brandenburg und der Trakehner Wallach Fürst Unique. In der zweiten Abteilung verteidigte die Vorjahressiegerin Johanna Hengelhaupt vom Reitverein Südangeln, Kreis Schleswig-Flensburg, den Titel mit ihrer Trakehner Fuchsstute Nanunana.
Eine Woche später gab es ein Sichtungsturnier für die Bundeschampionate. Mit einer 9,0 war Kim Heitmann aus Niedersachsen die beste Reiterin der beiden Abteilungen in der Geländepferdeprüfung der Klasse A*. Sie hatte die fünfjährige Hannoveraner Stute Chiara Lolita gesattelt. Auch die Zweitplatzierte der zweiten Abteilung, Malin Hansen-Hotopp mit dem Deutschen Sportpferd Datt Fliewatüüt, schnitt mit einer 8,7 besser ab als Jan Matthies, Sieger der ersten Abteilung. Mit dem sechsjährigen Holsteiner Christallo verbuchte er eine 8,4.
Die Geländepferdeprüfung der Klasse L konnte mit Sabrina Mertens ebenfalls eine Frau für sich entscheiden. Im Sattel des sechsjährigen Holsteiners Bacalar siegte sie mit einer 9,2. Eine ähnlich gute Figur machten Rebecca-Juana Gerken und die sechsjährige Trakehner Stute Samba im Stilgeländeritt der Klasse A*. Sie siegten mit einer 9,0.




