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Im Süden und auf leichten Standorten hat die Wintergerstenernte begonnen. Es ist von mittleren Druscherträgen zu hören. Auch Flächen zur Ganzpflanzensilagebereitung für die Futterer- oder Biogas-Energieerzeugung (Roggen, Triticale) sind schon beerntet worden.
Für die weitere Abreife wird jetzt stabiles Hochdruckwetter ohne extreme Hitzephasen benötigt. Winterweizen befindet sich im Abschluss der Kornfüllung und geht in die Abreife über, während Sommergetreide hierfür noch etwa zwei Wochen länger braucht. Erste Ernteprognosen des Statistikamt Nord der besonderen Ernteermittlung werden Ende kommender Woche erwartet.
Viele Landwirte haben zu guten Preisen große Teile der Ernte bereits verkauft. Die Getreidepreise haben zuletzt nachgegeben, liegen aber aktuell mit für B-Weizen rund 324 €/t immer noch deutlich über Vorjahresniveau (183 €/t) aufgrund der knappen weltweiten Versorgung und des Ukraine-Russlandkrieges. Gegenüber anderen Landesteilen, hat es in Schleswig-Holstein immer noch rechtzeitig und reichlich geregnet. Auch auf den Versuchsstandorten der der Landwirtschaftskammer hat die Ernte der Landessortenversuche begonnen beziehungsweise steht an. Die Ergebnisse und Sortenempfehlungen (Wintergerste, Winterraps, Winterweizen, Winterroggen und -triticale) werden online zeitnah veröffentlicht und im Bauernblatt ausführlich dargestellt. Sie dienen der Entscheidungsfindung für die kommende Aussaat.
Betrachtet man die diesjährigen, zur Feldbestandsprüfung angemeldeten Saatgutvermehrungsflächen, liegt der Schluss nahe, dass Züchter und Handel eine weitere Anbaudiversifizierung auf den landwirtschaftlichen Betrieben erwarten. Zwar sind die konkreten Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 in Bezug auf den geforderten Fruchtwechsel noch nicht final beschlossen, es zeichnet sich jedoch ab, dass die meisten Betriebe ihre Fruchtfolgen erweitern und auch über neue Fruchtfolgeglieder nachdenken werden.
Weiter gestellte Fruchtfolgen machen ohne Frage aus pflanzenbaulichen und insbesondere phytosanitären Gründen Sinn. Letztlich müssen die gewählten Fruchtarten und Sorten unter Praxisbedingungen und damit aktuell auch unter den bestehenden Restriktionen akzeptable Erträge und Erlöse für den Landwirt bringen, wobei die derzeit starken Preisschwankungen sowohl für Betriebsmittel als auch für Getreide und Raps die Anbauentscheidung nicht leichter machen.
Die Ergebnisse der Landessortenversuche und die Druschergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe werden zeigen, welche Sorten in diesem Jahr vorne liegen. Diese Ergebnisse in Verbindung mit den aufgrund ihrer mehrjährigen Leistungen sowie besonderen Anbaueignungen in der Praxis bewährten Sorten ergeben die Zusammenstellung der Sorten für die kommende Herbstaussaat – eine Sortenwahl, die beim Wintergetreide durch die Handelshäuser bereits im vergangenen Herbst bei der Anlage der Vermehrungsflächen getroffen werde musste. Welcher Vermehrungsumfang und welche Sorten ausgewählt wurden, erläutert dieser Artikel.
Vermehrung bundesweit leicht rückläufig
Bundesweit ist die Vermehrungsfläche von Wintergetreide nach den vorläufigen Erhebungen der Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen (ag-akst.de) um etwa 5 % reduziert worden und liegt damit auf einem Niveau von etwa 94.000 ha. Insbesondere die Vermehrungsflächen von Wintergerste und Winterroggen wurden deutlicher reduziert, während Winterweizen und Wintertriticale in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.
Auch wenn es in manchen Jahren starke Schwankungen bei einzelnen Fruchtarten gibt, bleibt die schleswig-holsteinische Vermehrungsfläche in der Summe über alle Kulturen gesehen in den vergangenen Jahren überwiegend konstant. Neben Gründen, wie zum Teil schlechten Aussaatbedingungen für Wintergetreide, welche wir zuletzt im Herbst 2017 und 2019 hatten, findet zunehmend eine Verschiebung des Flächenanteils zwischen den Fruchtarten statt. War es noch vor einigen Jahren nahezu undenkbar, sich in der breiten Praxis mit dem gezielten Anbau von Sommergetreide und Leguminosen auseinanderzusetzen, haben diese Kulturen mittlerweile auf vielen Betrieben einen festen Platz in einer weiter gestellten Fruchtfolge. Nicht zuletzt findet seitens des Handels vielfach auch eine Anpassung des Vermehrungsumfangs an die zu erwartenden Absatzmengen des Saatguts statt.
Starker Gerstendurchwuchs in einem Winterweizenbestand
Wintergetreide nimmt leicht ab
Betrachten wir die zur diesjährigen Ernte vermehrten Fruchtarten (Tabelle 1), so liegt der Winterweizen nach wie vor mit deutlichem, aber nochmals verringertem Abstand vorn. Diese Fruchtart wird auf einer Fläche von 3.250 ha und damit auf gut 40 % der Getreidevermehrungsfläche vermehrt. Es folgt die Wintergerste, deren Vermehrungsfläche mit knapp 1.800 ha nahezu konstant geblieben ist. Insgesamt werden auf etwas über 7.800 ha die verschiedenen Getreidearten vermehrt, wobei der Anteil der Sommergetreidearten in den vergangenen Jahren kontinuierlich und aktuell deutlich angestiegen ist. Dies ist vor allem in der Ausdehnung der Vermehrungsfläche des Hafers begründet. Sowohl pflanzenbauliche Erwägungen als auch die aktuell recht guten Absatzbedingungen sorgen dafür, dass der Anbau in der Praxis zunimmt.
Leguminosen weiterhin auf hohem Niveau
Bei den Leguminosen dominiert in Schleswig-Holstein klar die Ackerbohne. Der Vorfruchtwert von Leguminosen für die nachfolgende Kultur ist als sehr gut einzuschätzen. Als heimische Eiweißpflanzen eignen sich Leguminosen sowohl für die Verwertung in der tierischen als auch in der Humanernährung. Wurden Leguminosen in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt, gibt es mittlerweile zwei nennenswerte Zuchtprogramme von Züchtern aus Schleswig-Holstein, die in unserem Bundesland umfangreich Vorstufenvermehrungen anlegen. Auch die Landhandelsfirmen sehen zumindest in der Ackerbohne als heimische Eiweißpflanze Potenzial und legen ihrerseits eigene Vermehrungen an.
Die Grassamenvermehrung erfordert viel Erfahrung.
Grassamenvermehrung leicht reduziert
Mittlerweile hat sich die Vermehrung von Gräsersaatgut auf einigen, spezialisierten Betrieben als fester Bestandteil in der Fruchtfolge etabliert, wobei die Vermehrungsflächen aber nicht im Ansatz an den deutlich größeren Flächenumfang von vor zirka 50 Jahren anknüpfen können. Es sind nicht nur Futterbaubetriebe, sondern zunehmend auch reine Marktfruchtbetriebe, die Grassamen, vorrangig Weidelgräser, vermehren. Neben der Erweiterung der betrieblichen Fruchtfolge ist die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit durch Humusbildung und die intensive Durchwurzelung des Bodens ein weiterer Vorteil, von dem letztlich alle Fruchtfolgeglieder des Betriebs profitieren.
Geringer Sortenwechsel bei Winterweizen
Betrachtet man den Winterweizen als größte Kultur in der Saatgutvermehrung, fällt auf, dass im Vergleich zum Vorjahr nur ein verhaltener Sortenwechsel stattgefunden hat. Es ist bei der deutlichen Dominanz von Sorten in B-Qualität geblieben. Sie nehmen 70 % der hiesigen Vermehrungsfläche ein, während die Weizensorten in A-Qualität auf gut 25 % der Vermehrungsfläche angebaut werden. Es führt, wie im Vorjahr, die EU (B)-Weizensorte ‚Chevignon‘ mit einer Vermehrungsfläche von 525 ha. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen nahezu konstanten Anbauumfang, allerdings bei insgesamt gesunkener Weizenvermehrungsfläche. Bundesweit ist die Vermehrungsfläche dieser Sorte deutlich ausgedehnt worden, sodass mittlerweile zirka 4.500 ha dieser Sorte im Feld stehen, was über 10 % der Weizenvermehrungsfläche bedeutet.
Mit deutlichem Abstand folgt die Sorte ‚KWS Donovan‘, ebenfalls ein Weizen in B-Qualität und mit einer Vermehrungsfläche von 351 ha auf Rang zwei. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein deutliches Plus von 152 ha, damit ist die Sorte in diesem Jahr der größte Aufsteiger. Auf Rang drei folgt mit ‚Informer‘ eine weitere Sorte in B-Qualität, die auf einer Fläche von 265 ha (–127 ha) vermehrt wird. Mit ‚LG Initial‘ liegt knapp dahinter die führende A-Weizensorte auf dem vierten Platz der Rangliste. ‚LG Initial‘ wird zur diesjährigen Ernte auf insgesamt 239 ha vermehrt, das ist ein Minus von 47 ha gegenüber dem Vorjahr.
Auf den Plätzen fünf und sechs befinden sich fast gleichauf die B-Winterweizensorten ‚Campesino‘ mit einer Vermehrungsfläche von 209 ha (+39 ha) und ‚Knut‘ mit einer Vermehrungsfläche von 206 ha (+84 ha). Dahinter rangiert auf Platz sieben mit einer Vermehrungsfläche von 156 ha (–121 ha) die langjährig bewährte B-Weizensorte ‚Porthus‘. Auf Rang acht folgt mit ‚Faxe‘ eine Sorte mit A-Qualität, die in Schleswig-Holstein auf einer Fläche von 143 ha (–77 ha) vermehrt wird. Es folgt mit ‚RGT Reform‘ eine weitere Sorte in A-Qualität. Diese mehrjährig bewährte Sorte wird noch auf 120 ha vermehrt, was einem Rückgang von 125 ha entspricht. Bundesweit liegt ‚RGT Reform‘ dagegen noch auf dem zweiten Rang. Neben den zuvor genannten Sorten zeigt Tabelle 2 die dreijährigen Vermehrungsflächen aller aktuell vermehrten Weizensorten in Schleswig-Holstein und damit auch die Aufsteiger und Absteiger der aktuellen Anbauperiode.
Abweicher in einem Winterweizenbestand, hier eine stärker bereifte Pflanze
Wintergerste nahezu konstant
Im Gegensatz zu den Bedingungen im Süden Deutschlands sind in Schleswig-Holstein bis auf wenige Ausnahmen nur mehrzeilige Wintergerstensorten im Anbau vertreten. Bei den hiesigen Vermehrungsflächen muss zwischen den von Vertriebsfirmen angelegten Vermehrungsvorhaben der Liniensorten für den regionalen Absatz und den vom Züchterhaus für den überregionalen Vertrieb vorgesehenen Vermehrungen der Hybridsorten einschließlich deren Erbkomponenten in ausgewählten Lagen und Betrieben unterschieden werden. Zur Ernte 2022 liegt die Hybridsorte ‚SY Galileoo‘ mit einer Vermehrungsfläche von 259 ha knapp auf dem ersten Platz. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Vermehrungsfläche praktisch konstant geblieben.
Es folgt mit knappem Abstand auf Rang zwei mit ‚KWS Higgins‘ die Sorte, die im Vorjahr führend war und deren Anbauumfang um 39 ha auf aktuell 252 ha reduziert wurde. Auf Platz drei erscheint mit ‚SU Midnight‘ die Sorte mit der größten Zunahme der Vermehrungsfläche. Aktuell 206 ha bedeuten eine Steigerung um 154 ha. Es folgen ‚Esprit‘, die auf 143 ha vermehrt wird (–43 ha), ‚SU Jule‘ mit einer Vermehrungsfläche von 125 ha (–6 ha), sowie die Hybridsorte ‚SY Dakoota‘ mit 101 ha, wie der Tabelle 3 zu entnehmen ist.
Bei den Leguminosen hat die Ackerbohne die größte Bedeutung.
Triticale mit leichtem Zuwachs
Während Saatgut der Fruchtart Triticale in Schleswig-Holstein überwiegend für Landhandelsfirmen vermehrt wird, erfolgt die Vermehrung von Winterroggen nahezu ausschließlich im direkten Vertragsverhältnis für die Züchter. Dies betrifft sowohl die Vermehrung von Vorstufen- und Basissaatgut von Populationssorten als auch die Vermehrung von Hybridsorten. Im aktuellen Anbaujahr (Tabelle 4) liegt mit der Sorte ‚Inspector‘ ein Populationsroggen mit einer Vermehrungsfläche von 68 ha in Führung, gefolgt von der Hybridsorte ‚SU Performer‘ (65 ha), dem Grünschnittroggen ‚Protector‘ (62 ha) und der Hybridsorte ‚KWS Progas‘ (55 ha). Bei der Fruchtart Wintertriticale führt in diesem Jahr wieder die Sorte ‚Lombardo‘ mit 122 ha den Vermehrungsanbau an, gefolgt von den Sorten ‚Ramdam‘ (91 ha) und ‚Lumaco‘ (85 ha).
Saatgutanerkennung der Landwirtschaftskammer
Die Saatgutanerkennung ist eine hoheitliche Aufgabe, die die Landwirtschaftskammer im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein durchführt. Neben der Kontrolle der Anmeldungen, bei der beispielsweise die Flächenangaben, Vorfruchtsituation und der Saatgutbezug überprüft werden, findet eine ein- bis mehrmalige Feldbestandsprüfung jeder Vermehrungsfläche durch von der Landwirtschaftskammer bestellte Feldbestandsprüfer statt. Hierbei werden die Vermehrungsbestände insbesondere auf die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte geprüft. Mittels über den Schlag verteilter, repräsentativer Zählstrecken werden die Sortenechtheit, Homogenität, Fremdbesatz und der Gesundheitszustand in Bezug auf samenübertragbare Krankheiten geprüft und die Ergebnisse dokumentiert. Nur der Aufwuchs von erfolgreich besichtigten Feldbeständen kann später, nach der Aufbereitung des Ernteguts, als Saatgut zur Beschaffenheitsprüfung auf Reinheit, Keimfähigkeit und Besatz vorgestellt und somit anerkannt werden.
Ausfallgetreide macht Probleme
In engen Getreidefruchtfolgen ist es stets eine große Herausforderung, das Ausfallgetreide zum Auflaufen zu bringen und zu bekämpfen. Häufig reichen die Bearbeitungsgänge oder die Bodenfeuchte nicht aus, um eine ausreichende Bekämpfung zu gewährleisten. Starker Altaufschlag tritt in der Folge häufig an Stellen im Schlag auf, an denen der Vermehrungsbestand schwächer entwickelt ist, wie auf Kuppen oder in nassen Senken. Hier haben auflaufende Getreidepflanzen, aber auch Ungräser, wie beispielsweise Ackerfuchsschwanz oder Flughafer, in der Folge gute Entwicklungsbedingungen.
Ob sich diese Situation mittelfristig verbessert, scheint fragwürdig, da aufgrund der sehr hohen Preise für Diesel sicherlich noch mehr über das Erfordernis von Bodenbearbeitungsgängen nachgedacht wird. Auch und gerade im Vermehrungsbetrieb ist praktizierte Feldhygiene jedoch immer gut angelegtes Geld, da auch notwendige Selektionsarbeiten oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Kosten verursachen.Wie in jedem Jahr hat Fremdbesatz mit anderen Getreidearten oder anderen Sorten derselben Art in diesem Jahr zu Aberkennungen in nennenswertem Ausmaß geführt, die aber nicht so hoch angesiedelt sind, dass generell Knappheit bei Getreidesaatgut zu erwarten ist.
Fazit
Die anstehende Aussaatsaison steht neben den geltenden pflanzenbaulichen Erfordernissen im Zeichen der volatilen Preissituation auf den Agrarmärkten und der Vorgaben der GAP 2023. Die schleswig-holsteinischen Saatgutvermehrungsflächen sollten auf einem passenden Niveau zur erwarteten Nachfrage nach Saatgut der unterschiedlichen Fruchtarten angelegt worden sein. Aufgrund der in etlichen Betrieben erweiterten Fruchtfolgen hat dies zur Reduktion beim Winterweizen und zur Ausdehnung insbesondere bei Sommergetreide und teilweise bei Leguminosen geführt. Nicht zuletzt von den Ergebnissen der Landessortenversuche sowie den Marktleistungen der Kulturen hängt ab, ob die von Züchtern und Handel angelegten Vermehrungsflächen der Fruchtarten und Sorten der Nachfrage der Kunden entsprechen. Sofern die Ernte zügig mit guten Qualitäten und Saatgutausbeuten eingebracht werden kann, sollte die Versorgung des Marktes mit anerkanntem Saatgut zur Aussaat gegeben sein.
Die dritte Auflage des Springflutfestivals in Hörup bot nicht nur sportlich alles, was Amateure und Profis im Springsattel wünschen. Zum Rahmenprogramm gehörten neben der zweiten Auflage der Holsteiner Highlight Sales Auktion auch das Fohlenchampionat des Körbezirks Schleswig-Flensburg sowie ein Kinderland und ein großer Ausstellungsbereich.
Dem vierbeinigen Nachwuchs gebührte der Auftakt des fünftägigen Turniers: In Springpferdeprüfungen der Klassen A, L und M hatten die Reiter am Mittwoch die Gelegenheit, ihre ganz jungen Pferde an den großen Sport heranzuführen. Turnierleiter und Gastgeber Stephan Johannsen war mit dem Eröffnungstag sichtlich zufrieden: „Das war ein toller Auftakt. Die Jungpferdeprüfungen wurden sehr gut von den Reitern angenommen, der Sport hatte hohes Niveau.“
Fünf Tage hochkarätiger Sport mit vielen Siegern und Platzierten gipfelten am Sonntag im Großen Preis. Jörg Naeve prognostizierte nach dem Abgehen des Parcours: „Ich denke, wir werden acht bis neun Starter im Stechen sehen.“ Er sollte Recht behalten: Acht Athleten blieben fehlerfrei und qualifizierten sich für die finale Entscheidung.
Als erster Stechteilnehmer setzte der in Itzehoe beheimatete Schwede Rolf-Göran Bengtsson mit Ermindo W ein Ausrufezeichen. Null Fehler in 40,76 s galt es zu unterbieten. Keinem der folgenden Paare wollte dieses Kunststück gelingen. Als letzter Starter hätte sich Bengtsson mit dem Holsteiner Verbandshengst Catch nur noch selbst schlagen können, doch die beiden belegten in 42,44 s Platz drei. Dazwischen schob sich in 41,45 s Teike Carstensen aus Sollwitt, Kreis Nordfriesland, mit der achtjährigen Holsteiner Stute Greece. Bengtsson strahlte: „Das hat hier heute unheimlich Spaß gemacht, mit zwei super Pferden auf diesem tollen Platz und mit diesem begeisterungsfähigen Publikum.“
Zwölf Fohlen, sieben Reitpferde und ein Embryo bildeten die Kollektion der zweiten Holsteiner Highlight Sales. Die Preisspitze, Heroika HaS von Baloubet du Rouet-Casall, wurde von einem deutsch-dänischen Konsortium gekauft und wird ihre Ausbildung unter dem Sattel von Teike Carstensen fortsetzen. Online wurde die Siebenjährige für 140.000 € zugeschlagen. Das Fohlenlot führte ein Caretino-Million Dollar-Sohn an, den Auktionator Hendrik Schulze-Rückamp für 24.000 € zuschlug. Der Hengstanwärter wird in Schleswig-Holstein verbleiben.
Die Versteigerung des Embryos von Cornet Obolensky aus der Vollschwester zum Verbandshengst Million Dollar war eine Premiere in Schleswig-Holstein. Kunden aus Deutschland sicherten sich den bereits eingepflanzten Embryo für 26.200 €. Im Schnitt kosteten die Fohlen und der Embryo 12.220 €. „Die Atmosphäre und die Bedingungen in Hörup könnten nicht besser sein, um die Holsteiner Zucht zu repräsentieren und Pferde und Fohlen zu verkaufen“, resümierte Vermarktungschef Roland Metz zufrieden.
Im Fohlenchampionat des Körbezirks Schleswig-Flensburg setzten sich ein Hengstfohlen von Dynamic Dream-Aljano aus der Zucht von Malte Kuhnert aus Freienwill und ein Stutfohlen von Morricone I-Cascadello I aus der Zucht von Max-Herrmann Johannsen aus Hörup an die Spitze. pm
Aus der Mutterkuhhaltung ist der positive Effekt des gemeinsamen Weidegangs von Kühen und Kälbern für die Kälbergesundheit bekannt. Auch in der kuhgebundenen Kälberaufzucht wurden geringere Infektionen mit Weideparasiten beobachtet.
In Deutschland praktiziert eine kleine, jedoch stetig wachsende Zahl an Milchviehbetrieben die kuhgebundene Kälberaufzucht. Dabei wird das Kalb nicht wie gewöhnlich von der Kuh getrennt, sondern bleibt bei der eigenen Mutter oder wird an einer Amme aufgezogen. Beim gemeinsamen Weidegang nehmen die Kälber schon sehr früh Gras auf. Dabei können allerdings auch infektiöse Stadien von Weideparasiten in den Verdauungstrakt der Kälber gelangen. Die daraus folgenden Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt können die Entwicklung des Kalbes nachteilig beeinflussen.
Zwar gibt es wirksame Medikamente gegen diese Parasitosen, aber grundsätzlich sollte die Prävention im Vordergrund stehen, auch um die Resistenzbildung bei den Parasiten zu vermeiden. Eine Auseinandersetzung des Immunsystems der Kälber mit Magen-Darm-Parasiten ist bis zu einem gewissen Grad sogar erwünscht. Nur so können die Jungtiere auch eine Immunität aufbauen. Eine zu starke Infektion sollte allerdings vermieden werden, um den Organismus nicht zu überfordern.
Entwicklung eines Leitfadens
Aus der Mutterkuhhaltung ist bekannt, dass Kälber einem geringeren Infektionsdruck durch Weideparasiten ausgesetzt sind. Eine mögliche Erklärung ist der sogenannte „Staubsaugereffekt“: Erwachsene Rinder, die schon eine Immunität aufgebaut haben, nehmen mit dem Gras auch große Mengen an Weideparasiten auf, scheiden aber weniger Parasiteneier aus. Auch die Kälber in der Milchviehhaltung könnten von diesem Effekt profitieren, wenn sie ihre Mütter oder Ammen beim Weidegang begleiten.
Im Rahmen des EIP-Projekts „Entwicklung eines Handlungsleitfadens zur erfolgreichen Milcherzeugung mit kuhgebundener Kälberhaltung“, das derzeit in Schleswig-Holstein läuft, wurde auf sieben Milchviehbetrieben die Belastung der Kälber mit Parasiten in der Weidesaison 2019 von Mai bis November untersucht. Die Studie wurde 2020 ergänzt durch Erhebungen auf dem Versuchsbetrieb des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau. Die muttergebundene Kälberaufzucht wird hier schon viele Jahre praktiziert.
Erhebungen auf den Praxisbetrieben
Alle untersuchten Praxisbetriebe lagen in Schleswig-Holstein und wirtschafteten ökologisch. Fünf der sieben Betriebe ermöglichten den Kühen und Kälbern einen ganztägigen Kontakt zueinander und damit auch einen gemeinsamen Weidegang. Die beiden anderen Betriebe praktizierten einen Kurzzeitkontakt: Die Kälber hatten nach dem Melken maximal eine Stunde direkten Kontakt zu den Müttern und/oder Ammen. Tagsüber hielten sich die Kälber auf einer separaten Kälberweide auf. In die Untersuchungen wurden 15 bis 56 Kälber je Betrieb einbezogen. Vor dem Weidegang wurden die Kälber nicht entwurmt.
Die Kotproben wurden im Labor des Thünen-Instituts mikroskopisch nach der McMaster-Methode auf Eier von Magen-Darm-Parasiten untersucht. Dabei wurde die Anzahl Parasiteneier pro Gramm Kot (EpG Kot) bestimmt. Die EpG Kot gibt einen Hinweis auf den Befall des Tieres mit speziellen Endoparasiten. Bei den Magen-Darm-Parasiten ist besonders die Gruppe der Magen-Darm-Strongyliden (MDS) hervorzuheben. Zu dieser Gruppe gehören auch die zwei Arten Ostertagia ostertagi und Cooperia oncophora, bei denen ein hohes Erkrankungsrisiko für die Kälber besteht. In der Literatur findet man verschiedene Schwellenwerte für die EpG Kot, ab denen von einer Erkrankung des Tieres ausgegangen und eine Behandlung mit einem Anthelminthikum empfohlen wird. In unseren Erhebungen haben wir für die Einzeltierbetrachtung den Grenzwert von 300 EpG Kot pro Tier gewählt. Für die Herdendiagnostik wird – basierend auf einer Sammelkotprobe, die ein Gemisch von vielen Tieren darstellt – ein Grenzwert von 100 EpG Kot empfohlen (www.weide-parasiten.de/jungrinder).
In Betrieb 1, der die Kälber auf einer separaten Standweide ohne die Kühe hält, wiesen die Kälber im Jahresverlauf eine erhöhte parasitäre Belastung auf. Da auf der Weide bereits im Vorjahr erstsömmerige Tiere grasten, ist davon auszugehen, dass dort auch vermehrt Parasiteneier ausgeschieden wurden und überwinterten.
Ein ganz anderes Bild zeigte sich bei den Kälbern von Betrieb 2. Auch dort grasten die Kälber ohne Kühe, aber die Tiere rotierten auf der Fläche: Alle zwei bis drei Wochen wurde umgeweidet. Der Aufbau der Parasitenpopulation wurde damit stets unterbrochen.
In den Betrieben 3 bis 7 wiesen die Kälber im Jahresverlauf eine geringe Parasitenbelastung auf. Nur vereinzelt überschritten Tiere den bereits genannten Schwellenwert von 300 EpG Kot.
Während des Erhebungszeitraumes führte nur Betrieb 1 eine Wurmkur durch. Hier wurden alle Kälber im Hochsommer (August bis September) mit einem Entwurmungsmittel behandelt.
Erhebung auf dem Versuchsbetrieb
Von Ende Mai bis Mitte Oktober 2020 wurden alle zwei Wochen Kotproben von den Kälbern auf dem Versuchsbetrieb des Thünen-Instituts genommen und auf Eier von Magen-Darm-Strongyliden untersucht. Das erfolgte nach dem gleichen Verfahren, das auch auf den Praxisbetrieben angewandt wurde. Die Kälber gingen ab dem sechsten Lebenstag gemeinsam mit ihren Müttern und dem Rest der Milchviehherde auf die Weide. Bis zum Absetzen nach drei Monaten waren Kuh und Kalb ganztägig zusammen. Der Betrieb beweidete seine Flächen in Rotation, wobei der Zeitpunkt des Umtriebs auf der Basis von Grashöhenmessungen erfolgte.
Im Durchschnitt betrug die Pause zwischen der Beweidung derselben Fläche 45 Tage. Insgesamt wurden 34 Kälber der Rasse Deutsche Holstein – schwarzbunt untersucht. Bei jeder Untersuchung wurden mindestens zwölf Kälber beprobt. Die ersten Kotproben wurden in der 22. Kalenderwoche (Mai) gewonnen, aber erst sechs Wochen später (Juli) wurden das erste Mal Parasiteneier im Kot nachgewiesen. Die höchste mittlere Eiausscheidung trat im August auf, sie betrug 13 EpG Kot und liegt damit weit unter dem Gruppenschwellenwert von 100 EpG Kot. Im gesamten Erhebungszeitraum überschritt kein Kalb den Einzeltierschwellenwert von 300 EpG Kot.
Fazit
Diese Untersuchung zeigt, dass der frühe Weidegang von Kälbern nicht zwangsläufig das Risiko für einen Befall mit Weideparasiten erhöht. Neben dem Wechsel der Weide aller zwei bis vier Wochen kann auch der gemeinsame Weidegang mit erwachsenen Tieren den Parasitendruck auf die Kälber reduzieren. Trotzdem sollten die Tiere regelmäßig auf Anzeichen einer Parasiteninfektion kontrolliert werden. Es ist zu empfehlen, mindestens einmal im Jahr (am besten Mitte Juni/Anfang Juli) Sammelkotproben zu nehmen, um einen Überblick über die Parasitenlast zu erhalten. Weitere Informationen zum Weide- und Parasitenmanagement finden sich unter www.weide-parasiten.de
Gefördert wird das vorgestellte Innovationsprojekt im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) sowie aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (Eler) und des Landes Schleswig-Holstein.
Der Text ist bereits im bioland Fachmagazin, Ausgabe Januar 2022, erschienen.
Lavendel eröffnet vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten im Garten. Ob als Dufthecke, im mediterranen Beet, im Kiesgarten, auf Mauerkronen, als Wegeinfassung oder im Kübel – Lavendel macht immer eine gute Figur, optimaler Standort und richtige Pflege vorausgesetzt. Widerstehen sollte man jedoch der Versuchung, Rosen mit Lavendel zu kombinieren. Die Ansprüche sind einfach zu unterschiedlich.
Lavendel liebt einen durchlässigen, trockenen und kalkreichen Boden, der nicht zu nährstoffreich sein sollte. Als Hungerkünstler legt Lavendel keinen Wert auf Düngung. Lediglich sehr mageres Substrat versorgt man einmal jährlich im Frühjahr mit einer Handvoll Hornspäne. Mit Rosen teilt Lavendel nur die Liebe zur Sonne, nicht jedoch die Vorliebe für nährstoffeichen Boden. Lavendel schießt unter diesen Bedingungen ins Kraut, bildet also viel Grünmasse und nur wenige Blüten. Letztlich gehen die Pflanzen meist nach zwei bis drei Jahren ein.
Viele Gärtner achten bei der Sortenwahl auf die Blütenfarbe. Foto: Karin Stern
Die Gestaltungsmöglichkeiten mit Lavendel hängen eng mit den unterschiedlichen Sorten zusammen. Echter Lavendel (Angustifolia-Sorten) blüht schon früh von Juni bis Juli. Daran schließt sich von Juli bis August der Provence-Lavendel (Intermedia-Sorten) an. Ein reines Lavendelbeet mit geschickt kombinierter Sortenauswahl bereichert den Garten über Wochen hinweg mit duftenden Blüten. Aufpeppen lässt sich das Beet mit frühjährlichen Zwiebelblühern und hohen Zierlauchsorten. Deren Blüten scheinen über dem Lavendelmeer zu schweben.
Ab dem Sommer tragen Halbsträucher wie Bartblume (Caryopteris clandonensis) oder die Blauraute (Perovskia atriplicifolia) mit blauen Blüten zur Schönheit des Beetes bei. Ihre Standortwünsche entsprechen denen des Lavendels.
Für noch mehr mediterranes Flair im Aromagarten empfehlen sich Wermut (Artemisia), Ysop (Hyssopus officinalis), Oregano (Origanum), Salbei (Salvia) und Thymian (Thymus). In Großbritannien hingegen kombiniert man Lavendel gerne mit Küsten-Meerkohl (Crambe maritima), Palmlilie (Yucca filamentosa), Woll-Ziest (Stachys byzantina), Stockrose (Alcea), Busch-Malven (Lavatera), Wolfsmilch (Euphorbia) und Gräsern wie dem Riesen-Federgras (Stipa gigantea). Wer Lavendel als Beet- oder Wegeinfassung verwendet, rechnet etwa drei bis vier Pflanzen pro laufendem Meter. So können sich die Pflanzen gut entwickeln und konkurrieren nicht schon nach zwei, drei Jahren um Licht und Sonne.
Sämtliche Lavendelarten lassen sich hervorragend in Kübeln oder größeren Gefäßen kultivieren. Mediterrane Terrakottakübel unterstreichen dabei die Wirkung der Pflanze. Bleibt der Kübel über Winter im Freien, besteht außerhalb von Weinbauklima immer das Risiko, dass die Pflanze erfriert. Schutzmaßnahmen wie Einpacken des Kübels in Luftpolsterfolie und das Unterbringen an einer geschützten Hauswand können je nach Verlauf des Winters nicht ausreichen. Erfolgversprechender ist es, den Kübel über die Wintermonate an einen hellen und frostfreien Platz im Keller zu stellen.
Die Blüten des Schopflavendels sind ausgesprochen filigran. Foto: Karin Stern
Nicht winterhart sind der Kanarische Lavendel (Lavandula pinnata) und der Schopflavendel (Lavandula stoechas). Im Kübel bereiten die ungewöhnlichen Blüten viel Freude. Wichtig ist, keine normale Blumenerde zu verwenden, sondern eine eigene Mischung aus jeweils einem Drittel Gartenerde, grobem Sand oder feinem Kies und Kompost oder Blumenerde zu verwenden. Diese Erde ist strukturstabiler als gekauftes Substrat.
Der regelmäßige Rückschnitt bei Lavendel ist die Grundlage für kompakte und blühfreudige Pflanzen. Lässt man Lavendel einfach wachsen, verholzt der Halbstrauch rasch. Der in der Folge einsetzende Alterungsprozess ist dann nicht mehr zu stoppen. Zwei Schnitttermine gilt es einzuhalten. Nach der Blüte nimmt man nicht nur die einzelnen Blütenstiele heraus, sondern schneidet etwas tiefer, so dass auch die obersten Triebspitzen entfernt werden. Zwei bis drei Wochen nach dem Schnitt treibt die Pflanze wieder neu aus und zeigt den ganzen Winter über den attraktiven Habitus. Der zweite Schnitt erfolgt im späten Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Auch hier darf es ein kräftiger Rückschnitt um etwa die Hälfte beziehungsweise bis fast ins alte Holz sein. Dieser Schnitt geht nicht zu Lasten der Blüte, denn diese erscheint am neuen Austrieb.
Die sortenechte Vermehrung gelingt im Juni und Juli über fingerlange, noch nicht verholzte Stecklinge. Sie bewurzeln in feuchte Aussaaterde gesteckt an einem schattigen Platz. Blüten für Lavendelkissen erntet man kurz vor dem Aufblühen. Getrocknet und in Leinensäckchen gefüllt, fördern sie unters Kopfkissen gelegt das Einschlafen und sorgen im Schrank für frischen Wäscheduft. Karin Stern
Empfehlenswerte Sorten (Auswahl):
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia):
‚Nana Alba’, 25 bis 35 cm hoch, weiße Blüte
‚Miss Katherine‘, 60 bis 70 cm hoch, rosafarbene Blüte
‚Hidcote Blue‘, 30 bis 40 cm hoch, dunkel-violett-blaue Blüte
‚Imperial Gem‘, 50 bis 60 cm hoch, dunkel-violettblaue Blüte
‚Blue Ice‘, 40 bis 50 cm hoch, hellblaue Blüte
Provence-Lavendel (Lavandula x intermedia):
‚Edelweiß‘, 70 bis 80 cm hoch, weiße Blüte
‚Grappenhall‘, 70 bis 90 cm hoch, hellviolette Blüte
Am Kartoffelmarkt rückt die Ernte der Frühkartoffeln weiter in den Fokus. Es gibt zwar noch regionale Knollen der Ernte 2021 im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), doch zunehmend wird das Sortiment weiter auf Frühkartoffeln umgestellt. Wochenlang waren es die importierten Frühkartoffeln aus Israel, Ägypten und Zypern, später kamen italienische Ware, Spanier und Portugiesen hinzu. Und auch weiterhin sind es Importkartoffeln, die vor allem das Niedrigpreis-Segment dominieren.
Betrachtet man das deutsche Sortiment der Frühkartoffeln zum jetzigen Zeitpunkt, teilt sich dies in losschalige und festschalige Ware. In der vergangenen Woche waren deutsche Erzeuger optimistisch, ausreichend festschalige Knollen zu ernten, doch Kartoffelpacker gingen davon aus, dass diese nicht ausreichen würden. So soll in dieser Woche eine stärkere Umstellung erfolgen. Als einer der Vorreiter hat Lidl in KW 26 das Sortiment auf deutsche frühe Ware umgestellt. Die festschaligen Frühkartoffeln aus Deutschland, die hierzulande im Supermarkt zu finden sind, sind derzeit noch überwiegend aus Nordrhein-Westfalen oder aus der Pfalz. Dort beginnt die Ernte früher als hier. Hiesige Ware findet vermehrt über den direkten Absatz den Weg in den Markt. In dem Regionalangebot von Edeka, Famila und Rewe gibt es in einigen Filialen auch heimische Ware.
Absatz läuft schleppend
Die Verbrauchernachfrage wird insgesamt als zurückhaltend beschrieben. Warme Temperaturen und der Ferienbeginn werden als Gründe angeführt, dass weniger Kartoffeln abgesetzt werden können als erwartet. Zudem wächst das Angebot stetig und es baut sich eine Angebotswelle auf. Die hiesigen Bestände der späteren Sorten entwickelten sich seit der Auspflanzung gut. Sie sind im Vergleich zu anderen Jahren in der Entwicklung etwa gleichauf bis eine Woche voraus. Bei hohen Temperaturen relativiert sich dies zunehmend. Herausforderungen bringen die vielen Kartoffelkäfer und der Krautfäuledruck. Niederschläge fielen zum Teil regional sehr unterschiedlich. Im südlichen Schleswig-Holstein war es länger trocken, was den Fäuledruck geringer hielt.
Die aufgerufenen Preise liegen bundesweit etwa zwischen 45 und 55 €/dt. Für den Kunden im LEH liegt der Kilopreis hierzulande leicht über dem Vorjahr. Als Aktionswaren konnte in der vergangenen Woche ein 2-kg-Sack für 2,49 € erworben werden. Aktuelle Ladenpreise sind rund 1,40 bis 2 €/kg. Im Direktabsatz liegen die Preise etwas höher.
Anbau 2022 ausgedehnt
Nachdem man monatelang dachte, dass die Anbaufläche 2022 für Kartoffeln wohl kleiner ausfallen würde als in anderen Jahren, geht man aktuell davon aus, dass es genau anders herum ist. Hintergrund einer sinkenden Anbauprognose waren die sehr guten Preiserwartungen für andere Ackerkulturen. Dies hatten allerdings auch die Vertragspartner im Blick. Und so wurden seitens der Verarbeitungsindustrie bessere Verträge angeboten. Diese nutzen dem Vernehmen nach die Kartoffelanbauer im Vergleich zu den Vorjahren flächendeckend häufiger. Die deutsche Anbaufläche wächst laut der Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) um 1,5 % auf 185.800 ha.
Auch innerhalb der anderen wichtigen EU-Anbauländer hat sich die Kartoffelanbaufläche wahrscheinlich ausgedehnt: Frankreichs Kartoffelanbau umfasst 156.200 ha (+ 2 %). In den Niederlanden sind es ebenso 2 % mehr, die Fläche steigt auf 72.800 ha. Das größte Plus erreicht Belgien mit 3,2 % auf 92.600 ha.
Bisher gute Qualität geerntet
In einer Meldung wies die NEPG darauf hin, dass in einigen Regionen Beregnungsmaßnahmen aufgrund der hohen Energiekosten unterlassen worden sind. Es ist davon auszugehen, dass sich dies nicht gerade positiv auf die Entwicklung der Pflanzen auswirkt. Trotz des größeren Anbauumfangs stehen die 2022er Erntemengen je Hektar jedoch noch in den Sternen. Vorerst sind die geernteten Qualitäten der frühen Sorten gut. Man erwartet im deutschen Einzelhandel nun den Wechsel zum deutschen Sortiment. Gegen eine Absatzbelebung könnten jedoch die Sommerferienzeit und die sommerlichen Temperaturen sprechen.
Marktlage für die Woche vom 4. bis 10.7.2022
Getreide: In Südeuropa ist die Getreideernte weit fortgeschritten. In Deutschland läuft die Gerstenernte an. Die Kurse geben nach.
Raps: Nach dem Preisrückgang von Mitte Juni konnten sich die Matif-Kurse in der Vorwoche wieder leicht erholen.
Futtermittel: Auch die Kurse für US-Soja gaben im Juni nach. Sojaschrot bleibt hierzulande vergleichsweise teuer.
Kartoffeln: Das Angebot an hiesiger Frühware steigt im Großhandel an. Die Importe gehen zurück. Die Kurse geben leicht nach.
Schlachtrinder: Ein kleines Angebot lässt die Kurse wieder auf das Niveau von Ende Mai steigen.
Schlachtschweine/-sauen: Trotz des guten Grillwetters sind die Kurse nicht weiter gestiegen. Das Angebot blieb überschaubar.
Ferkel: Auch die Ferkelkurse blieben auf dem zuvor erhöhten Niveau. Der Markt zeigt sich ausgeglichen.
Milch: Der Rückgang der Rinderbestände sorgt für eine weiterhin reduzierte Milchanlieferung. Der Käsemarkt bleibt ausgeglichen.
Schlachtlämmer/-schafe: Mit Blick auf das islamische Opferfest wurden die Lämmernotierungen etwas erhöht.
Markttendenz für die Woche vom 11. bis 17.7.2022
Getreide: Einige Landwirte sichern noch Restmengenmengen preislich ab. Andere hoffen, dass die Kurse sich bald stabilisieren.
Raps: Die niedrigen Kurse für Rohöl und für Pflanzenöl drücken vorerst die Rapskurse. Es wird Raps aus der Ukraine erwartet.
Futtermittel: Reduzierte Preise für Ölschrote und nachgebende Kurse für Futtergetreide sorgen für Druck auf die Mischfutterkurse.
Kartoffeln: Das Preisniveau sorgt für erhöhte Erntemengen. Die Witterung sorgt für gute Wachstumsbedingungen.
Schlachtrinder: Weitere Preisaufschläge lassen sich zum Beginn der Sommerferien nur schwer durchsetzen.
Schlachtschweine/-sauen: Der Ferienbeginn bremst die Nachfrage. Weitere ASP-Fälle verunsichern den Handel.
Ferkel: Ohne Impulse vom Schweinemarkt dürften die Ferkelpreise nicht weiter steigen. Man sieht vorerst stabile Preise.
Milch: Die Großhandelskurse für Butter blieben zuletzt stabil. Die Notierungen für Milchpulver neigen etwas zur Schwäche.
Schlachtlämmer/-schafe: Die Kurse liegen etwa 20 ct über dem Vorjahresniveau. Weitere Preisaufschläge sind schwer durchzusetzen.
Bis zum Ende des Krieges zwischen der Ukraine und Russland ist angesichts des kaum abschätzbaren Angebots am Weltmarkt mit weiterhin hohen Preisen für Stickstoff-, Phosphor- und Kalidünger zu rechnen. Davon geht zumindest das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in einer aktuellen Analyse aus.
Nach Einschätzung der Washingtoner Fachleute ist der Krieg in der Ukraine, oder der geopolitische Konflikt wie das USDA sich ausdrückt, maßgeblich für die künftige weltweite Versorgung mit Dünge- und Lebensmitteln.
Dem USDA zufolge hat Russland seine Ausfuhren an Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngemitteln ursprünglich bis Juni 2022 beschränkt. Dadurch seien fast 15 % des globalen Angebots entfallen. Bestimmte Quoten für Stickstoffdünger und stickstoffhaltige Mehrnährstoffdünger seien im Juni aufgestockt worden und sollten noch bis Ende 2022 gelten. Allerdings veröffentliche das Land inzwischen keine Handelsdaten mehr. Viele Nationen, darunter die USA selbst und Brasilien, hätten nur noch bis April dieses Jahres Düngemittelimporte aus Russland gemeldet. Das Marktforschungsunternehmen Trade Data Monitor habe aber seit Januar keine Aufzeichnungen mehr über russische Düngemittelausfuhren veröffentlicht.
Nach Einschätzung der US-Beamten dürfte es drei bis fünf Jahre dauern, die Düngerproduktion in anderen Ländern hochzufahren, um die fehlende Mengen aus Russland auszugleichen. Allerdings seien die dafür erforderlichen Phosphat- und Kalireserven in vielen Ländern recht begrenzt. Erschwerend komme hinzu, dass einige Länder Einfuhrembargos für russische Düngemittel verhängt hätten.
Wie dem Amtsblatt der Europäischen Union zu entnehmen ist, wird die Gemeinschaft den Import von Kaliumchlorid aus Russland ab dem 10. Juli für die Dauer eines Jahres auf etwa 837.570 t beschränken und den von Mehrnährstoffdüngern und anderen kaliumhaltigen Düngemitteln auf insgesamt 1,578 Mio. t. Dagegen haben die USA nach Angaben des USDA den Import von russischen Düngemitteln nicht sanktioniert, dafür aber – wie auch die EU – Einfuhren dieser Warengruppe aus Belarus. age
Auf den Feldern der Ukraine reifen derzeit 22,48 Mio. t Brotweizen für die diesjährige Ernte heran. Dies geht aus aktuellen Berechnungen der BayWa Tochter Vista Geowissenschaftliche Fernerkundung hervor, die seit 20 Jahren im Bereich der Fernerkundung forscht.
Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen vier Jahre wird die Ukraine 17 % weniger Getreide ernten, das zeigen die Satelllitendaten. „Durch die kleinere Ernte in der Ukraine fehlen rund 20 Millionen Tonnen Weizen am Weltmarkt. Teile der Welt werden hungern. Ohne Öffnung der Häfen wird das Getreide nicht außer Landes kommen”, kommentierte Prof. Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG. Es fehlt – auch angesichts des Fachkräftemangels – an Ressourcen, die weiten Wege zu den Ostsee- und Schwarzmeerhäfen treiben die ohnehin schon hohen Preise zusätzlich.
„Die bis auf Landkreise runter gebrochenen Daten können genutzt werden, um die kriegsbedingt eingeschränkten Ernteressourcen gezielt dort einzusetzen, wo der Ertrag am höchsten ist”, so Dr. Heike Bach, Gründerin und Geschäftsführerin der Vista: „Wir haben Hunderttausende von Satellitenbildern ausgewertet und einen digitalen Zwilling der Landwirtschaft gebaut.“ Man könnenicht nur genau nachvollziehen, was auf den Feldern aktuell wachse, sondern auch zuverlässige Prognosen ableiten und Simulationen erstellen.
„Die Daten sind für die Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt von großem Wert. Durch die präzise Einschätzung des zu erwartenden Ertragsvolumens je Region könnten wir unsere Ernte und deren Lagerung genauer und sicherer planen. Dies wird die Ernährungssicherheit und das Exportpotenzial der Ukraine stärken“, berichtet Mariya Yaroshko vom Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialog aus Kiew.
Vista hat vor fünf Jahren den Ypsilon Ertragsprognose Service entwickelt, der kontinuierlich den Aufwuchs von Getreide, Mais und Ölsaaten aus dem All beobachtet. Biomasseaufwuchs und Pflanzenentwicklung auf den einzelnen Feldern lassen sich bis auf 100 m2 genau und früher als aus anderen Quellen verfolgen.
Grundlage der Vista Ertragsprognosen sind die Aufnahmen der Satelliten aus dem Copernicus-Raumfahrtprogramm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Diese umrunden die Erde in 786 km Höhe und liefern alle vier bis fünf Tage ein neues Bild. Die EU-Kommission stellt die Daten für die zivile Nutzung zur Verfügung. Für landwirtschaftliche Prognosen werden im Vista eigenen Simulationsmodell neben Satellitendaten auch Wetterdaten, Bodenbeschaffenheit und Topografie berücksichtigt und durch Künstliche Intelligenz optimiert. age
Die Arbeit mit modernen Forstmaschinen ist hochkomplex. Um die Einarbeit zu erleichtern, hat die Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg jetzt zwei Simulatoren für die Bedienung von Harvestern und Forwardern angeschafft.
Holzernte in Deutschland und auch in Schleswig-Holstein wird mittlerweile zu deutlich mehr als der Hälfte mit hochmechanisierter Erntetechnik erledigt. Harvester und Forwarder haben sich seit Ende der 1980er Jahre in Deutschland etabliert und werden heute selbstverständlich sowohl im Nadelholz als auch im Laubholz eingesetzt.Für junge Forstwirte eröffnet sich durch Harvester und Forwarder ein interessantes Arbeitsfeld, welches zudem deutlich weniger körperlich belastend ist. Angesichts teurer Maschinen und des riskanten Arbeitsumfeldes ist der Einsatz von Simulatoren für verschiedene Lernschritte ein vielversprechendes Bildungswerkzeug.
Ende der 1980er Jahre kamen erste Harvester aus Skandinavien nach Deutschland und arbeiteten vorrangig jüngere Nadelholzbestände auf. Harvester sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen, die mit einem am Kran befestigten Aggregat Bäume greifen und fällen können sowie die Stämme anschließend direkt entasten und in Sortimente einteilen. Im Laufe der Jahre hat sich das Einsatzfeld deutlich erweitert, sodass heute Nadelholz bis zur Endnutzung und häufig auch Laubholz mit hochmechanisierter Technik geerntet wird.
So gab es im Jahr 2007 zirka 1.400 Harvester und rund 2.100 Forwarder in Deutschland. In den zurückliegenden 15 Jahren dürften die Zahlen noch einmal leicht angestiegen sein. Nimmt man für einen Teil dieser Maschinen einen Zweischichtbetrieb an, so geht man von insgesamt 6.000 Forstmaschinenführenden in Deutschland aus. Bei einer optimistischen Arbeitszeit im Beruf von 25 Jahren bräuchte es also jährlich 240 neue Forstmaschinenbediener. Die Zahl erscheint auf den ersten Blick relativ gering. Vergleicht man sie jedoch mit der Anzahl von 650 bis vielleicht 800 jährlich freigesprochenen Forstwirten und Forstwirtinnen, so wird ein erhebliches Beschäftigungspotenzial deutlich.
Arbeit mit Forstmaschinen ist etwas Besonderes
Nun ist die abgeschlossene forstliche Ausbildung keine Voraussetzung für die Arbeit auf Forstmaschinen, eine gute Basis ist sie jedoch allemal. So ist es kein Wunder, dass Forstunternehmer versuchen, junge Forstwirte für die Maschinenarbeit zu begeistern. Forstmaschinen sind heute vollklimatisiert, komfortabel und zuverlässig. Die körperliche Belastung ist also deutlich niedriger als in der klassischen Holzernte, und auch die Witterung spielt viel weniger eine Rolle als bei den klassischen Tätigkeiten in der Waldarbeit. Natürlich muss man auch als Maschinenbediener mal bei schlechtem Wetter aus dem Harvester steigen und eine Kette wechseln oder kleinere Reparaturen durchführen, aber das eben nur gelegentlich.
Dafür spielt der Umgang mit Computertechnik, Daten und elektrischen Steuerungen eine sehr viel größere Rolle. Über weite Teile des Arbeitstages handelt es sich um eine sitzende Tätigkeit mit allen daraus bekannten Nachteilen. Und was man nicht außer Acht lassen sollte: Forstmaschinenführer sind viel allein und auf sich allein gestellt. Sie müssen häufig vieles rund um die Arbeit organisieren und haben selten einen Ansprechpartner, der ihnen die Entscheidungen abnimmt. Die Arbeit als Bediener einer Forstmaschine ist daher durchaus etwas Besonders und längstnicht für jeden geeignet.
Zudem ist die Bedienung sehr komplex, wie ein Blick auf die Bedienelemente verdeutlicht. Jeder Knopf hat eine eigene Bedeutung, die sich teilweise je nach Arbeitssituation verändert. Während der Arbeit mit dem Harvester schaut der Bediener auf Bäume, die gerade bearbeitet werden, und plant im Idealfall bereits die nächsten Arbeitsschritte und Eingriffe in den Bestand. Die Bedienung aller Knöpfe muss daher ohne Nachsehen und Überlegen funktionieren, wenn auch nur annähernd eine vertretbare Arbeitsleistung erbracht werden soll.
Es wird also schnell deutlich, dass die Bedienung einer modernen Forstmaschine nicht mal eben nebenbei erlernt werden kann. Das Fahren ist dabei vielleicht noch der einfachste Teil, der dennoch viele bereits im ersten Schritt überfordert, denn ein klassisches Lenkrad gibt es dafür nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass viele die erforderliche Zeit zum Erlernen der Bedienung mit 1.000 Stunden angeben. Dann kann man die Maschine so bedienen, wie man vielleicht nach dem erlangten Führerschein Auto fahren kann. Die individuelle Perfektion wird erst nach mehreren Tausend Stunden erreicht.
Kostenintensive Lernphase
Harvestersimulator der Lehranstalt für Forstwirtschaft Fotos: Dr. Jörg Hittenbeck
Selbst ohne eine genaue Vorstellung, was eine Maschinenarbeitsstunde eines Harvesters kostet, ist klar, dass es sich um eine vergleichsweise kostenintensive Lernphase handelt. Wie für Flugzeuge, andere Maschinen und Fahrzeuge gibt es auch für Forstmaschinen mittlerweile gute Simulatorentechnik. So können einzelne Lernschritte ohne echte Maschinen umgesetzt werden, und die Ausbildung wird dadurch günstiger und effizienter. Einzelne Situation lassen sich immer wieder üben, bis das Lernziel erreicht ist.
Seit Kurzem verfügt auch die Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg über zwei Simulatoren für Forstmaschinen. Diese wurden mit finanzieller Unterstützung aus dem Förderprogramm Digitalisierung für überbetriebliche Ausbildungsstätten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) beschafft. Es handelt sich um Simulatoren der Firma John Deere, die sowohl die Arbeit mit Harvestern als auch mit Forwardern simulieren können. Neben einem größeren Standgerät mit Sitz und vollständiger Bedienkonsole gibt es auch ein mobiles Gerät auf Basis eines Laptops. Die Bedienelemente werden bei der mobilen Lösung an einen Stuhl montiert und über eine Digitalisierungsbox mit dem Rechner verbunden. Die Simulationsumgebungen und Übungsaufgaben werden bei beiden Simulatoren von einem Server in Finnland geladen. Dieser beherbergt zahlreiche Übungen und wird regelmäßig von Bildungszentren auf der ganzen Welt mit neuen Übungen erweitert.
Durch die neue Technik wird sich die überbetriebliche Ausbildung der Forstwirtauszubildenden nicht grundlegend ändern, sondern um einen Baustein ergänzt beziehungsweise ersetzt. Bei üblicherweise 15 bis 20 Auszubildenden und lediglich wenigen Tagen Zeit an den Simulatoren kann es sich dabei für den Einzelnen nur um eine grundlegende Einführung handeln, die, was die Kranbedienung anbelangt, dann noch einmal auf dem Forstschlepper der Lehranstalt ergänzt wird. An der Lehranstalt werden daher auch in Zukunft Forstwirte ausgebildet und keine Forstmaschinenführer.
Maschinenführerkurs in Schweden
Die Bedienung eines Harvester ist nicht einfach, wie ein Blick auf die vielen Bedienelemente verdeutlicht.
Auszubildende, denen der Einblick in das angrenzende Berufsfeld Geschmack auf mehr gemacht hat, können sich für den Austausch mit der schwedischen Partnerschule in Svenljunga bewerben. Jedes Jahr bekommen so bis zu fünf Auszubildende die Möglichkeit, an einem vierwöchigen Maschinenführerkurs teilzunehmen und das Land Schweden und seine Bewohner im Rahmen von Exkursionen und Betriebsbesichtigungen etwas näher kennenzulernen.
Für Interessierte gibt es auf der diesjährigen Norla vom 1. bis 4. September in Rendsburg die Möglichkeit, selbst einen kleinen Einblick in den Arbeitsplatz Harvester zu bekommen. Der Standsimulator wird in der Halle der Landwirtschaftskammer zu sehen sein und den Besuchern die Möglichkeit bieten, es selber einmal auszuprobieren. Vielleicht ist es ja der Einstieg in einen neuen Traumberuf.
Ein Wochenende mit gemischten Gefühlen erlebten die Mitglieder des Hannoveraner Vereins Schleswig-Holstein. Bei der traditionellen Stutenschau wurden nur sechs Stuten vorgestellt, deren Qualität zum Teil nicht überzeugend war. Ganz anders sah es am nächsten Tag bei der Fohlenschau aus: Es wurden nicht nur viele, sondern auch sehr bewegungs- und typstarke Fohlen vorgestellt.
„In diesem Jahr ließ die Beteiligung an der traditionellen Stutenschau zu wünschen übrig“, brachte Rudolf Drünert es auf den Punkt. Der erste Vorsitzende des Hannoveraner Vereins Schleswig-Holstein erklärte: „Die Gründe hierfür sind vielfältig und müssen durch den Vorstand sorgfältig analysiert werden.“ Nach dem Corona-Schock der vergangenen Jahre sei der Neubeginn auch in anderen Branchen schwierig. Obwohl der Züchter aus Cashagen, Kreis Ostholstein, selbst ein erfolgreiches Wochenende hatte, war ihm die Enttäuschung anzumerken.
„Gedanken über die Zukunftsfähigkeit traditioneller Stutenschauen, die ja lediglich Exterieurbewertung sowie Schritt und Trab auf der Dreiecksbahn beinhalten, haben wir uns schon vor dem jetzigen Rückgang gemacht. Allerdings erhöht dieser zusätzlich den Handlungsdruck“, sagte Drünert. Stutenschauen erlaubten keine angemessene Beurteilung relevanter Springpferdeattribute. Nach den dort vorherrschenden Kriterien seien Springpferde immer im Nachteil.
Aus der Not eine Tugend
Im Corona-Jahr 2020 waren Stutenschauen und Fohlenschauen nicht erlaubt, wohl aber Fohlenregistrierungen und Stutbuchaufnahmen, die regelhaft mit den Zuchtstutenprüfungen verbunden seien, beides ohne Zuschauer. „So haben wir aus der Not eine Tugend gemacht“, so Drünert. Denn der Verein plant eine Zuchtstutenprüfung im September in Fehrenbötel. Dieser Kombitermin umfasst eine Leistungsprüfung, eine disziplinspezifische Exterieurbeurteilung sowie die Stutbuchaufnahme. „Damit sind alle Vorgänge an einem Termin erledigt. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung“, sagte Drünert.
Die Siegerstute Frieda CS von For Romance I stammt aus dem Besitz von Caren Stankus-Kunze. Foto: Dieter Uschtrin
Denn für die Schau auf Hof Hellmold waren zwar zwölf Stuten genannt worden, es erschienen aber lediglich drei Dreijährige, alle ohne Ergebnis der Zuchtstutenprüfung, sowie drei Vier- bis Sechsjährige. Von den genannten Zweijährigen war keine bei der Veranstaltung. Eine weitere Enttäuschung gab es bei den Dreijährigen: „Hier konnten die Richter keine Ia-Preise, sondern nur I-Preise vergeben. Dies entspricht durchschnittlichen Bewertungen“, erklärte Drünert. Diese Stuten wurden lediglich kommentiert, aber nicht rangiert.
Etwas anders sah es in der Klasse der Vier- bis Sechsjährigen aus. Klassenbeste und damit Schausiegerin sowie Prämienanwärterin wurde eine dressurbetont gezogene vierjährige For Romance I-Hohenstein-Tochter aus der Zucht (Z.) von Caren Stankus-Kunze aus Altenkrempe, Kreis Ostholstein. Reservesiegerin wurde die vierjährige springbetont gezogene Kinshasa RD von Karajan-Levisonn aus der Zucht von Rudolf Drünert. Da sie bereits ein Fohlen hat, ist sie nun Prämienstute.
Guter Fohlenjahrgang
Am nächsten Tag waren die Youngsters dran. „Die diesjährige Fohlenschau war ein echtes Highlight“, fand Drünert und fügte hinzu: „Sie glänzte durch gute Beteiligung und hervorragende Qualität.“ Nach den Corona-Einschränkungen der vergangenen Jahre sorgten auch die Zuschauer wieder für gute Stimmung. Von den 48 genannten Fohlen wurden 40 vorgestellt, die in vier Klassen gerichtet wurden: dressurbetonte Hengst- und Stutfohlen sowie springbetonte Hengst- und Stutfohlen.
Bei den dressurbetonten Hengstfohlen siegte ein Sohn des Vaderland aus einer Fürst Piccolo-Mutter (Z.: Frank Weißenberg-Peters, Bad Schwartau). Die Monte Carlo TC-Florencio I-Tochter (Z.: Dr. Reinhard Lafrentz, Vierhöfen) siegte bei den dressurbetonten Stutfohlen. Bei den Springfohlen war die Beteiligung mit jeweils nur einem Ring Hengste und Stuten etwas geringer. Den Klassensieg der Hengstfohlen errang ein Sohn von Kannan-Cornet Obolensky aus der Zucht von Rudolf Drünert, welches auch den Gesamtsieg bei den Springfohlen erreichte. Eine Perigueux-Valentino-Tochter (Z.: Andrea und Norbert Wulf, Schillsdorf) war das beste Stutfohlen.