Nun sind auch die Landesmeister der Vielseitigkeit ermittelt. Weder bei den Junioren und Jungen Reitern noch bei den Senioren gab es eine Titelverteidigung. Sowohl Mathies Rüder als auch Malin Petersen mussten sich in diesem Jahr mit dem Vizetitel zufriedengeben. Gold ging an Tom Niklas Körner und Sophie Vogg.
Für die Landesmeisterschaftswertungen der Senioren und der Junioren/Jungen Reiter wird traditionell eine CCI2*S-Prüfung geritten. Im vergangenen Jahr war Mathies Rüder in dieser Prüfung ein Start-Ziel-Sieg gelungen. In diesem Jahr fand er nicht ganz so gut ins Turnier: Der fünfte Platz in der Dressur reichte trotz des besten Geländeergebnisses und eines fehlerfreien Springens nicht für einen Sieg in der Prüfung. Mit dem Ergebnis von 28,6 Punkten wurden der Fehmaraner und sein Oldenburger Qualvino aber Zweite und damit Vizelandesmeister der Junioren und Jungen Reiter. Mit seinen 18 Jahren ist Rüder im letzten Juniorenjahr.
Tom Niklas Körner aus Pronstorf-Strenglin, Kreis Segeberg, startet bereits bei den Jungen Reitern. Er hatte in Bad Segeberg seinen bewährten Chip Chap ZH gesattelt. Der Holsteiner Wallach von Carrico und sein Reiter siegten in der Dressur und kamen trotz eines Fehlers im Gelände auf 26,6 Punkte. Damit wurden sie sowohl Prüfungssieger als auch die neuen Landesmeister der Junioren und Jungen Reiter.
Dritte in der Landesmeisterschaftswertung wurde Justina Charlotte Hayessen. Die Reiterin des Reitvereins Preetz, Kreis Plön, hatte im Sattel des Holsteiner Wallachs I Follow von Ibisco xx insgesamt 40,10 Punkte gesammelt und damit den neunten Platz der Prüfung erreicht.
Titel für Tasdorferin
Neue Landesmeisterin der Senioren ist die Prüfungsdritte Sophie Vogg, die seit drei Jahren in Tasdorf, Kreis Plön, ansässig ist. Dort betreibt sie mit ihrem Mann Christian Vogg eine Reitanlage. In Bad Segeberg hatte sie mit Guy de Beauvallon einen Sohn des Contendro gesattelt. Das Paar kam auf 33,7 Punkte und konnte sich so über den Titel freuen.
Vizemeisterin wurde die schwedische Olympiareiterin Malin Petersen. Sie lebt seit Jahren in Schleswig-Holstein und hatte sich bereits 2022 und 2020 den Titel geholt. In diesem Jahr musste sie Vogg den Vortritt lassen. Petersen und ihre Holsteiner Stute Hotline wurden Vierte in der Dressur, bekamen im Gelände aber 7,6 Strafpunkte. So beendete das Paar die Prüfung mit 36,10 Punkten.
Bronze in der Landesmeisterschaft ging an die fünftplatzierte Beeke Jankowski (37,9). Die Berufsreiterin aus Schmalensee, Kreis Segeberg, hatte nicht nur den Hannoveraner Eddie Welt dabei, sondern auch die Oldenburger Stute Kanzel M, mit der sie auf den sechsten Platz (38,6) kam.
Damit war die Abteilung der Reiter aus Schleswig-Holstein und Hamburg deutlich besser aufgestellt als die zum Teil weit angereisten Reiter aus den anderen Bundesländern. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin Malin Hansen-Hotopp, die heute in Mecklenburg-Vorpommern einen Pferdebetrieb führt, siegte mit dem Trakehner Monsieur Schnabel und 38,5 Punkten in der zweiten Abteilung. Ihr folgte Nadine Marzahl aus Münster, die in diesem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft knapp eine Medaille verpasst hatte. Sie bekam mit der Hannoveranerin Dia Divina 39,5 Punkte.
Wetter machte es schwer
Dritte wurde Sophia Frank aus Bayern, die mit ihrem Lord Locksly im Juniorenlager startet. Ein ganz besonderer Gast kam auf den vierten Platz: Der Mannschaftsolympiasieger Frank Ostholt war aus Warendorf angereist. Der Nachwuchstrainer der Junioren und Jungen Reiter hatte Jum Jum gesattelt, einen Westfalen-Wallach aus eigener Zucht.
„Er hat das Turnier und vor allem das Gelände sehr gelobt“, freute sich Matthias Karstens. Der Geschäftsführer des veranstaltenden Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH) hatte ein anstrengendes Wochenende hinter sich, als er am Sonntagabend resümierte: „Mit dem heutigen Abschluss dürfen wir zufrieden sein. Der Sonnabend war aber für alle Beteiligten schwer.“ Es hatte den ganzen Tag durchgeregnet. Das sei wirklich eine immense Belastung für alle beteiligten Helfer gewesen.
Karstens, das Organisationsteam, der technische Delegierte Karsten Theise und der Parcourschef Torben Mölleken hatten Überlegungen angestellt, wie es am Sonntag weitergehen könnte. „Wir hatten unterschiedliche Szenarien bis hin zu Teilabsagen skizziert, aber dann sagte der Wetterbericht etwa sieben Stunden Trockenheit voraus“, berichtete Karstens. Inzwischen kennen die Veranstalter „ihr“ Gelände gut genug, um zu wissen, dass das Wasser in dieser Zeit abläuft. „So wie wir den Boden kennen, schluckt der das gut weg“, erklärte Karstens. Und so war es dann auch. Lediglich auf einer Wiese nahe am Wald sei eine Sequenz etwas nasser gewesen, doch das habe nicht gestört.
Aufgebaut hatte Mölleken, der im dritten Jahr für den PSH den Parcours gestaltete, eine schöne und selektive Tour mit schwierigen und leichteren Sequenzen an unterschiedlichen Stellen. „Überall waren kleine Raffinessen. Das hat er wirklich gut hinbekommen“, lobte Karstens.



