In Bad Segeberg wurde erst das Nachwuchschampionat der Vielseitigkeit ausgetragen und nur ein paar Tage später wurden die Landeschampions der Vielseitigkeitspferde ermittelt.
Um den Titel „Schleswig-Holstein-Nachwuchschampion der Vielseitigkeit“ zu tragen, mussten die Junioren mit ihren Pferden und Ponys eine kombinierte Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A** absolvieren. Im Ponysattel siegten Finja Maaser aus Warnau, Kreis Plön, und Petit Rock the Moment. Das Paar musste am Freitag im Gelände mit Punktabzug leben und bekam dort eine 8,2. In der Dressur waren Finja und der achtjährige Deutsche Reitponyhengst wieder sehr gut unterwegs, eine 9,2 war das Ergebnis. Im Parcours fiel dann eine Stange, doch das Resultat reichte aus, um den Titel zu gewinnen.
Zweite wurde Leni Hansen aus Süderheistedt, Kreis Dithmarschen, mit dem Deutschen Reitponyhengst Mentano K. Es folgte Johanna Rohde aus Tönning, Kreis Nordfriesland, auf der Ponystute Kentstown Little Baloo.
Bei den Junioren im Sattel der Pferde setzte sich Mathilde Roskothen mit dem Zweibrücker Conquistador de la Nee durch. Die Satruperin, Kreis Schleswig-Flensburg, gewann sowohl die kombinierte Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A** als auch das Nachwuchschampionat. Die Schülerin hatte vor zwei Jahren auch schon im Ponysattel gewonnen. Über Silber freute sich die erst 13-jährige Jona Isabell Heine aus Ammersbek, Kreis Stormarn, mit dem Holsteiner Cero Song. Den Bronzerang belegte die gleichaltrige Liv Weis aus Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, mit Horseware‘s Barney, dem 21-jährigen Olympiapferd von Peter Thomsen.
„Spielend leicht“
Ein paar Tage später ging es für die Holsteiner Pferde darum, Landeschampion in der Vielseitigkeit zu werden. „Sonnig, trocken und windig war es“, resümierte Matthias Karstens, Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein. Reiter, Helfer und Organisatoren freuten sich über das schöne Wetter. Karstens erklärte: „Der Boden war sehr trocken, aber wir haben bei der Streckenführung darauf geachtet und sind nicht ans Limit gegangen.“ Nach der guten Vorbereitung lief alles optimal. Es gab keine Stürze und viele zufriedene Teilnehmer.
Dazu zählte auch Janet Maas. Mit dem Holsteiner Dealas von Dinken konnte sie beide Prüfungen für sich entscheiden. Der Wallach aus der Zucht von Martina Wirtz siegte in der Klasse A** mit einer 8,8. „Ich hatte eigentlich nur für die A-Prüfung genannt“, verriet Maas. Weil Dealas alles so „spielend leicht“ meisterte, entschied sie sich vor Ort nachzunennen. „Das haben wir zum Glück richtig gemacht“, freute sich die 36-jährige Versicherungskauffrau, die vor einigen Jahren ihr Hobby zum Beruf machte und inzwischen 33 Pferde auf einer Anlage in Groß Nordsee, Kreis Rendsburg-Eckernförde, zu stehen hat. In der zweiten Prüfung war das Paar dann noch besser in Form. Eine 9,0 brachte dem braunen Sechsjährigen hier den Titel des Landeschampions ein.
Dealas stammt aus einer Colman-Mutter und wurde in diesem Jahr von Maas erstmals auf einem Turnier vorgestellt. Gute Platzierungen in Springpferdeprüfungen bis zur Klasse M waren das Ergebnis. Der Wallach gehört Selina Gawlik, einer guten Freundin von Maas. Bis vor ein paar Monaten trainierte Maas die beiden, doch als Gawlik schwanger wurde, übernahm sie Dealas selbst. Um ihm etwas Abwechslung zu bieten, fuhr sie mit ihm nach Süsel, Kreis Ostholstein, auf die Geländestrecke.
Holsteiner Power
Die beiden hatten so viel Spaß, dass sie zwei Wochen vor dem Landeschampionat in Süsel in einer Geländeprüfung der Klasse A starteten. Nach der Platzierung wurde für Bad Segeberg genannt. Maas ist eigentlich Springreiterin und auch Gawlik wollte „ein richtig gutes Springpferd“. Dealas springe auch gut, aber ab und zu mache er dort schon mal einen Fehler. Das Gelände hingegen sei anscheinend seine Disziplin. „Mit einem Pferd, das so mutig dabei ist und loszieht, macht es richtig Spaß“, stellte Maas fest. In Bad Segeberg war auch Gawlik dabei, mit ihrem zwei Wochen alten Baby. Die beiden Reiterinnen haben nun beschlossen, Dealas für das Bundeschampionat zu qualifizieren.
In Klasse A** kam Jan Matthias vom Reit- und Fahrverein Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, mit Christallo D und der Note 8,6 auf den zweiten Platz. Da der Sohn von Crunch ebenso wie Dealas schon sechsjährig ist, ging der Titel der Landeschampionesse an die fünfjährige Lola von Cascadello I-Exorbitant. Im Sattel der Stute aus Familienzucht (Thomas Gerken aus Tremsbüttel, Kreis Stormarn) saß Rebecca-Juana Gerken aus Tasdorf, Kreis Plön. Das Paar erhielt eine 8,5.
Mit der gleichen Note platzierte Gerken die fünfjährige Stute Sonntagskind R in der Geländepferdeprüfung der Klasse L, ebenfalls auf dem dritten Platz. Mit einer 8,7 hatte sich Andreas Brandt aus Mecklenburg-Vorpommern mit dem fünfjährigen Hannoveraner Cardenio noch vor sie gesetzt. Der Wallach führt über seinen Vater Contendro I Holsteiner-Blut.




