Am vorletzten Septemberwochenende ging im Seminarhaus Sorgbrück in Lohe-Föhrden bei Rendsburg ein erfolgreiches LaLeLe-Seminar zu Ende. Dieses ist der Nachfolger des RudL-Seminars (Rund um die Landjugend) und bedeutet ausgeschrieben Landjugend.Leben.Lernen. An besagtem Wochenende konnten zehn Teilnehmer ihre Jugendleiterkarte (Juleica) erwerben.
Begonnen wurde am Freitagabend mit einem in den Landjugendgruppen sehr präsenten Thema, nämlich der Alkoholprävention. Die Teilnehmer durften unter anderem mithilfe spezieller Brillen, die eine verschwommene Sicht verursachen und dadurch Trunkenheit simulieren, einen Parcours meistern und Sandsäcke fangen, was sich als kompliziert herausstellte.
Am nächsten Morgen ging es weiter mit einem kleinen Warm-up. Jeder Teilnehmer musste über das Wochenende ein solches kurzes Spiel vorbereiten. Dann bekamen die Teilnehmer die Aufgabe, einen Programmpunkt für jüngere Landjugendmitglieder ab 14 Jahren zu entwickeln. Zwei Gruppen entschieden sich unabhängig voneinander für eine Kanutour, weil dies alle Altersgruppen anspreche und das Miteinander fördere.
Das folgende Thema Sozialisation ging ziemlich tief. Die Teilnehmer sollten Fragen zu ihrer Kindheit und Jugendzeit beantworten und mit gelben Kärtchen als Sonnenstrahl vor sich ablegen. Allen wurde einmal mehr bewusst, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat und wir niemanden anhand von Vermutungen beurteilen dürfen.
Sodann hatten die Teilnehmer die Aufgabe, für das Abendessen ein Drei-Gänge-Menü mit drei für jeden Gang vorgegebenen Zutaten zu kochen und dazu eine Geschichte zu schreiben. Für die Vorspeise waren Tomatenmark, Toastbrot und Schmand angedacht, für die Hauptspeise Cornflakes, Ei und mindestens ein Gemüse, und das Dessert sollte Brausepulver, etwas Salziges und mindestens eine Obstsorte beinhalten. Hierfür wurde mittags eingekauft.
Wieder gab es ein Teamspiel, das die Geschicklichkeit herausforderte. Die Aufgabe lautete, bei der jährlichen Scheunenfete den Kühlanhänger mit frischer Kühlflüssigkeit zu befüllen, um die Gäste weiterhin mit Getränken versorgen zu können. Die Schwierigkeit bestand darin, die giftige Kühlflüssigkeit von der Nachbarin – gespielt von Bundesjugendreferentin Jaenne Albert – erst in einen Becher und von diesem in den Anhänger umzufüllen, das alles natürlich nicht mit bloßen Händen, sondern mit Schnüren und Wäscheklammern.
Auch die schauspielerischen Fähigkeiten wurden getestet, indem zum Thema Kommunikation ein kurzer Sketch mit einer Streitsituation aufgeführt werden sollte. Danach wurde geklärt, wie man in einer solchen Situation am besten vorgeht.
Zum Abendessen gab es – ganz gemäß den oben genannten Vorgaben – als Vorspeise eine leckere Tomatensuppe mit Croutons, als Hauptspeise Hähnchenbrustfilet paniert mit Cornflakes und zum Dessert Quarkspeise mit Brausepulver, Mandarinen und Schoko-Salz-Brezeln. Eine spannende Geschichte, in der es um Entführer in Gestalt von Zwiebeln und kannibalistisches Tomatenmark ging, rundete das Festmahl ab.
Der Sonntagmorgen startete damit, dass den Teilnehmern Fallbeispiele vorgelesen wurden, und sie mussten beurteilen, ob in diesen Situationen richtig gehandelt wurde.
Nach einer kurzen Stärkung wurden Briefe geöffnet die sich die Jugendlichen am ersten LaLeLe-Wochenende im März selber geschrieben hatten, um ihren „Günter“ –ihren inneren Schweinehund – zu überwinden. Jeder beurteilte für sich, wie gut ihm das gelungen war oder ob es noch Verbesserungspotenzial gibt.
Um das Seminar auszuwerten, bekamen die Teilnehmer die Aufgabe, mithilfe von Bildern ihr Lieblingsthema oder ihre Lieblingsaktivität des Seminars festzuhalten. Die Teamerinnen durften raten, um welches Thema es sich handelte. Als Abschluss bekam jeder ein Blatt auf den Rücken geklebt, auf das die anderen anonyme Komplimente, Wünsche für die Zukunft und Ähnliches aufschreiben konnte.
Am Ende waren sich alle einig, dass es ein sehr gelungenes Seminar war, das Landjugendmitglieder, egal ob Vorstand oder nicht weiterbringt und die Teilnehmer mit Spiel und Spaß weiterbildet.



