Mit ihren feinen Hülsen und süßen Samen haben Erbsen und Bohnen einiges zu bieten, die hübschen Blüten mancher Varianten noch gar nicht mitgezählt. Der Anbau der kleinen Kraftpakete ist ganz unkompliziert. Frischer Genuss aus dem Gemüsegarten ist so garantiert.
Im Garten zählen Hülsenfrüchte zu den variantenreichsten Gemüsearten. Vielseitig sind auch die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Die fleischigen Samenhüllen und die nussigen Körner werden vor allem wegen des leicht verwertbaren pflanzlichen Eiweißes und der vielen Vitamine sowie Mineralstoffe geschätzt.
Erbsen werden in drei Gruppen eingeteilt: süße Markerbsen, delikate Zuckererbsen und stärkereiche Pal- oder Trockenerbsen. Zuckererbsen sät man klassischerweise im Frühjahr. Als Langtagspflanzen setzen sie in den hellen Junitagen viele Blüten und damit auch Hülsen an. Tipp: Die tagneutrale Sorte ‚Zuccola‘ kann noch im Juli ausgesät werden und ist einen Anbauversuch wert. Die zarten Schoten werden roh oder gedünstet komplett verzehrt, da sie erst beim Ausreifen der Samen die typische Pergamentschicht im Inneren entwickeln. Der Geschmack verändert sich mit der Stärke der Körner. Am süßesten schmecken die Schoten, wenn die Körner etwa ihre halbe Größe erreicht haben. Ernteüberschüsse werden einfach roh auf einem Backblech eingefroren. So lassen sich die Hülsen portionsweise den Beuteln entnehmen. Sortentipp für das nächste Frühjahr: ‚Ambrosia‘. Auch die Markerbse ‚Vitara‘ kann noch bis in den Juli hinein gesät werden. Man legt die Samen im Abstand von 2 bis 3 cm in die Saatrillen. Wenn die Pflanzen etwa handhoch gewachsen sind, häufelt man sie mit etwas Erde an und gibt ihnen eine Rankhilfe. Auch wenn manche Sorten als sehr standfest beschrieben werden und angeblich ohne Stütze auskommen sollen – erfahrungsgemäß fällt die ganze Pracht nach dem ersten Pflückdurchgang zusammen. Das erschwert die folgenden Erntedurchgänge enorm. Zudem ist auf eine gute Wasserversorgung ab Blühbeginn zu achten. Eine Düngung ist ebenso wenig notwendig wie bei Bohnen. Der richtige Erntezeitpunkt von Markerbsen ist erreicht, wenn die Samen noch weich sind. Zum Trocknen für den Vorrat lässt man die Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen. Dann lassen sich die Kerne mit dem Fingernagel nicht mehr einritzen.
Stangenbohnen sind sehr kälteempfindlich. Je höher die Temperatur, desto zügiger keimen die Samen und desto weniger Ausfälle sind durch die hungrigen Larven der Bohnenfliege zu erwarten. Auf angeblich wirksame „Keimungsbeschleuniger“ wie Einweichen oder das Anrauen der Samen auf einer Seite mit Schmirgelpapier kann getrost verzichtet werden. Jetzt im Juni erfolgt die Keimung innerhalb weniger Tage. Stangenbohnen brauchen unbedingt eine Rankhilfe. Das kann das klassische Stangengerüst sein, aber auch ein dekoratives Tipi oder nur einige wenige, einzelne Stangen. Der Abstand zwischen den Stangen sollte etwa 30 bis 50 cm betragen.
Interessanterweise winden sich Stangenbohnen gegen den Uhrzeigersinn um die Kletterhilfen. Sie sind sogenannte Linkswinder. Feuerbohnen hingegen sind Rechtswinder. Tipp: Sobald die Pflanzen das Ende der Bohnenstange erreichen, knipst man die Spitze ab. Dann verzweigen sich die Ranken kräftig und setzen mehr Hülsen an, die bequem gepflückt werden können. Bis zum Herbst entwickeln Stangenbohnen unermüdlich neue Blüten und Hülsen.
Die Erntephase der Buschbohnen ist kürzer. Sie geht nach drei bis vier Wochen zu Ende. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von etwa 50 bis 60 cm. Die sogenannten Gluckentypen wie die Sorte ‚Maxi‘ bilden ihre Blüten und Hülsen gut sichtbar über dem Laub. Das erleichtert die Ernte, denn wachsen die Bohnen zwischen dem grünen Laub, übersieht man sie schon einmal. Doch schließlich kann man auch auf andere Hülsenfarben ausweichen, denn neben grünen Bohnen stehen auch gelbe, violette oder gar die rot gesprenkelten Hülsen von ‚Borlotto Rosso‘ zur Auswahl. Damit ist die Sortenauswahl an Buschbohnen inzwischen so groß wie bei Stangenbohnen. Gelbe und grüne Hülsen behalten beim Kochen ihre Farbe. Violette Hülsen färben sich beim Erhitzen hingegen dunkelgrün.
Wer Buschbohnen wie die robuste ‚Saxa‘ noch bis Juli in der Reihe säen möchte, geht dabei wie bei Erbsen vor. Die Aussaattiefe beträgt 3 bis 4 cm, der Pflanzenabstand 8 bis 10 cm und der Reihenabstand 40 cm. Möglich ist auch die Horstsaat. Dabei legt man jeweils fünf bis sechs Samen zusammen in Abständen von 40 cm aus. Der Vorteil besteht darin, dass sich die Pflanzen später gegenseitig etwas stützen. Doch auch beim Reihenanbau kann man die Standfestigkeit durch Anhäufeln erhöhen, und das Jäten geht in der Reihe etwas einfacher von der Hand. Tipp: Bei Erbsen und Bohnen fördert regelmäßiges Pflücken den Blüten- und Hülsenansatz. Temperaturen unter 12 °C oder über 28 °C wirken sich allerdings negativ auf die Neubildung von Blüten aus und können sogar zum Abwurf bereits gebildeter Blüten führen.




