Die Milchanlieferung bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Milchspitze ist erreicht, auch wenn sich noch leichte Steigerungen ergeben. Es wird vorerst aber mit einer Seitwärtsbewegung der Milchanlieferung gerechnet und noch nicht mit einem Abfallen.
Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise für den Monat April leicht angehoben, in vier Meiereien blieb der Auszahlungspreis unverändert. Die Preisanhebung lag in einer Spanne zwischen 1 und 3 ct/kg. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 34,95 ct/ kg und damit 1,2 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 30,20 und 40,00 ct/kg. Sie bleibt unverändert zum Vormonat. In Süddeutschland liegt die Spanne erneut in einem nahezu identischen Bereich. Hier werden zwischen 30,46 und 40,40 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 36,50 ct/ kg. Hier hat sich die Spanne somit insgesamt etwas nach oben verschoben. Die Spanne der westdeutschen Meiereien deckt den Bereich von 31,50 bis 38,40 ct/kg und hat sich somit nach oben hin erweitert.
Butter auf Rekordtief
Die Stimmung auf den einzelnen Teilmärkten ist nach wie vor sehr unterschiedlich. Das Zugpferd ist weiterhin der Pulverbereich, auch wenn es innerhalb des Teilmarktes inzwischen sehr uneinheitliche Entwicklungen gibt. So ist für Vollmilchpulver noch ein eher fallendes Niveau festzustellen, auch wenn hier in den kommenden Wochen mit einer Belebung aufgrund der deutlich gefallenen Kakaopreise zu rechnen ist. Bei Magermilchpulver haben sich in den letzten Wochen weitere Preisaufschläge ergeben, aktuell tendiert das Preisniveau aufgrund einer abgeebbten Nachfrage etwas schwächer. Molkenpulver kennt besonders in den Lebensmittelqualitäten nach wie vor nur eine Richtung, nämlich nach oben. Allerdings sind kaum noch Mengen verfügbar. Deutlich negativ entwickelt haben sich die Preise sowohl für abgepackte Butter als auch für die 25-kg-Blöcke. Blockbutter bewegt sich inzwischen unter der Marke von 4,00 €/kg und somit sogar noch deutlich unter den bisherigen Tiefstständen vom Januar dieses Jahres. Auch abgepackte Butter erreicht einen neuen Tiefststand. Im Käsebereich ist von einer ausgeglichenen Marktlage auf niedrigem Preisniveau mit weiterhin leicht steigender Preistendenz die Rede.
Der Hype um das Milchprotein
Die Nachfrage nach Molkenpulver ist in jüngster Zeit nahezu explodiert. Dies hat mit verschiedenen Trends in der Ernährungsindustrie zu tun. Molke entsteht bekanntlich als flüssiges Nebenprodukt bei der Herstellung von Käse, das sich nach Zugabe von Enzymen (Lab) zur Milch vom Käsebruch, aus dem Käse hergestellt wird, trennt. Diese fettarme und proteinhaltige Flüssigkeit wird weiterverarbeitet und in Pulverform getrocknet, wodurch das proteinreiche Nahrungsergänzungsmittel Molkenproteinpulver mit mindestens 80 % Protein entsteht. Früher wurde Molke als billiges Futter in der Schweinemast verwendet, heute wird sie zahlreichen Erfrischungsgetränken beigemischt. Wachsendes Interesse kommt auch aus dem Fitnessbereich, wo Molkenpulver zum Muskelaufbau als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt wird. So ist Molkenpulver, nicht zuletzt auch durch den Hype um die sogenannten GLP1-Abnehmmedikamente, zu einem der begehrtesten Rohstoffe der Lebensmittelindustrie geworden. Die Nutzer dieser sogenannten Abnehmspritzen wollen mit Molkeprodukten den Nebenwirkungen dieses Medikaments etwas entgegensetzen. Zu diesen gehört zum Beispiel ein deutlicher Muskelabbau. Der Vorteil von Molkenprotein im Vergleich zu anderen Proteinpulvern aus Getreide liegt etwa im Geschmack und sin einer Gluten-Freiheit. Entsprechend ist der Markt wie leer gefegt, da es nicht genügend Produktionskapazitäten gibt. Somit hat sich die Molke zu einem Trend-Milchprodukt entwickelt, das durchaus in der Lage ist, die zukünftigen Milchpreise positiv zu beeinflussen.




