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Flotte Gebote und positives Marktsignal

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Die Stimmung bei Beschickern und Kaufinteressenten war positiv, die Witterungsbedingungen für die Ausrichtung der Veranstaltung waren günstig. Das Auftriebskontingent bot ein breit gefächertes Angebot qualitativ hochwertiger Zuchttiere für die Bestandsergänzung. Daher war es kein Wunder, dass der Markt zu ansprechenden Preisen komplett geräumt wurde.

Das Bullenangebot fiel von der Anzahl her knapper aus, umso mehr muss aber die hohe Qualität der angebotenen Vatertiere hervorgehoben werden.

Starke Nachfrage bei Bullen und Färsen

Detlev Bähnke, Schashagen, erzielte mit 3.800 € Zuschlagpreis für den dunkel gezeichneten und gut bemuskelten heterozygot hornlosen rotbunten Bullen „Darius P“, einen Sohn von „Sirius P“, den höchsten Preis bei den angebotenen Bullen. Für den „Ranking P“-Sohn, Halbbruder des jungen RSH-Vererbers „Fastrun P“, von Lars Frohbös, Goosefeld, ebenfalls hornlos und Klasse-II-gekört, fiel bei 3.400 € der Hammer. Die beiden sehr gut herausgebrachten und rahmigen schwarzbunten Bullen aus der Zucht der Broosch GbR, Techau, wurden für jeweils 2.600 € zugeschlagen.

Der Verkauf der abgekalbten Färsen verlief aufgrund starker Nachfrage mit flotten Geboten ausgesprochen zügig. In der gegenwärtigen Marktsituation übersteigt nach wie vor die Nachfrage nach exterieur- und leistungsstarken Färsen das Angebot.

Den Tageshöchstpreis erzielte die überaus harmonische „EBH Country“, eine „Sussex“-Tochter aus hochleistendem Kuhstamm mit besten Inhaltsstoffen, angeboten und gezogen von der Engelbrecht GbR, Bokholt-Hanredder. Sie wurde von Auktionator Claus-Peter Tordsen für 4.000 € zugeschlagen. Elisabeth Weilandt, Presen auf Fehmarn, war mit 3.900 € kaum minder erfolgreich für eine Tochter des RSH-Topsellers „Freezer“, die sich mit einem überragenden Euter präsentierte und eine Mutterleistung von über 15.000 kg vorweisen konnte. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen betrug 2.992 €.

Gleich vier rotbunte Färsen wechselten den Besitzer für 3.000 €, alle mit sehr hohen Einsatzleistungen, davon allein drei aus der Zuchtstätte Lars Frohbös und eine von der Rinderzucht Kaack GbR, Mözen.

Bei dem Angler-Kontingent war Christina-Johanna Paulsen-Schlüter, Tolk, mit der leistungsbereiten, körper- und fundamentstarken „Ar­thuro“-Färse „Cremona“ am erfolgreichsten, die sich ein Käufer für 3.100 € sicherte. Der Durchschnittspreis der Angler Färsen lag bei 2.900 €. Eine ansprechende Kreuzungsfärse von Bernd Rüting, Süsel, wurde für 3.000 € zugeschlagen.

Stabile Marktbedingungen

Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Zuchtviehvermarktung werden als stabil eingeschätzt. Die Käufer bieten qualitätsorientiert, klare Vorteile haben körper- und fundamentstarke Tiere mit sehr festen Eutern und entsprechender Leistungsbereitschaft. Hier bietet der Zukauf über die Auktion deutliche Vorteile aufgrund der besseren Vergleichsmöglichkeiten und auch aufgrund des breiten Angebotes an GVO-freien Färsen. Kaufinteressenten, die sich einen Auktionstermin terminlich nicht einrichten können, nutzen zunehmend die Möglichkeit, Tiere im Kaufauftrag ersteigern zu lassen. Die Mitarbeiter der RSH eG führen diesen gern aus.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 16. Oktober im Vermarktungszentrum der RSH eG in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm gelegen) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen. Die RSH eG hofft auf zahlreiche Anmeldungen.

Aktuelle Situation der Schilf-Glasflügelzikade

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In diesem Jahr wurde von Mai bis Ende August in Schleswig-Holstein ein Monitoring zum Auftreten der Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) in Zuckerrüben, Kartoffeln und im Gemüseanbau durchgeführt, um feststellen zu können, ob sie auch schon hierzulande auftritt.

Das Monitoring zur Flugaktivität der ­Schilf-Glasflügelzikade (SGFZ) wurde durch den Pflanzenschutzdienst bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) wöchentlich mit Klebetafeln durchgeführt. In der phytopathologischen Diagnostik in Kiel wurden die Insekten auf den Klebetafeln mithilfe eines Binokulars genau betrachtet und auf das Vorkommen der SGFZ überprüft. Es wurde an keinem Standort die Schilf-Glasflügelzikade gefunden, womit Schleswig-Holstein noch befallsfrei ist. Ganz anders sieht es jedoch in den anderen Bundesländern aus. In diesem Jahr wurde auch die öffentliche Darstellung des bundesweiten Monitorings online auf www.isip.de gestartet, sodass die Situationen in den anderen Bundesländern für alle ersichtlich wurde. Die Monitoring-Ergebnisse sind hier unter https://www.isip.de/isip/schilf-glasfluegelzikade zu sehen.

Vorkommen der Schilf-Glasflügelzikade

Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und Hitzeperioden mit Wassermangel fördert die Ausbreitung weiterer Schädlinge wie der SGFZ. Milde Winter begünstigen die Vermehrung über die Wintermonate. Die SGFZ gehört zur Gattung der Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) und zählt zu den phloemsaugenden Insekten. Sie ist in Europa heimisch, kommt aber auch bis Asien und Afrika vor. Ursprünglich war sie an moorigen oder salzigen Standorten verbreitet. In Europa sollen fast 150 Arten, in Deutschland etwa 20 Arten vertreten sein. Die ersten Schäden durch die SGFZ wurden 1991 in Frankreich beobachtet, was in bestimmten Regionen zur Aufgabe des Zuckerrübenanbaus führte. Die wärmeliebende SGFZ breitet sich immer rasanter auch in Deutschland aus. Diese Zikade hat ihr bisher bevorzugtes Habitat, die Schilfflächen, verlassen und zuerst seit 2008 die Zuckerrüben als neue Wirtspflanze in Südbaden befallen. Seit dem Jahr 2022 tritt sie auch in Kartoffeln und seit 2024 im Gemüseanbau (zum Beispiel in Möhren und Roter Bete) auf. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit, sich über verschiedene Wirtskulturen zu vermehren, hat sich die Zikade mittlerweile in bestimmten Regionen als Schadorganismus fest etabliert. Sie bedroht mit zwei bakteriellen Krankheiten zunehmend den Kartoffel- und Zuckerrüben-, aber auch den Gemüseanbau. Besonders betroffen sind südliche und südöstliche Anbaugebiete in Deutschland. Die SGFZ wandert nach bisheriger Erfahrung jährlich zirka 20 bis 30 km voran. Mit Stand Ende 2024 waren in Deutschland 85.000 ha Zuckerrüben und 22.000 ha Kartoffeln mit den bakteriellen Erregern infiziert.

In den beiden benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern tritt die SGFZ bereits auf, aber das Auftreten scheint in beiden Bundesländern bislang stark regional begrenzt zu sein. In Niedersachsen wurden die nördlichsten Fänge, aber in sehr geringer Anzahl, im Raum Wolfsburg gemacht. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Nachweis bisher auf die Region um Neubrandenburg beschränkt. Eine weitere Ausbreitung, auch nach Schleswig-Holstein, ist aber irgendwann nicht auszuschließen, denn jährlich breitet sich das Vorkommen nord- und ostwärts weiter aus. In Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2025 laut dem Statistischem Amt (statistik-nord) 9.100 ha Zuckerrüben und 7.600 ha Kartoffeln angebaut, wobei etwa die Hälfte der Kartoffeln Pflanzgutvermehrungsflächen sind (Quelle: Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut, LKSH.). Weiter werden etwa 7.500 ha Gemüse, davon mehr als 1.000 ha Möhren und Karotten angebaut. Die Untersuchung auf die bakteriellen Erreger würde in der phytopathologischen Diagnostik in Kiel mittels PCR beziehungsweise qPCR erfolgen.

Lebenszyklus und Symptomatik

Die SGFZ fliegt ab Mai in die Bestände ein und saugt an den Pflanzen, wodurch die zwei bakteriellen Krankheitserreger übertragen werden können. Nicht infizierte Zikaden können aber aus bereits infizierten Pflanzen die Bakterien aufnehmen und dann wieder weiterverbreiten. Aus den in den Boden abgelegten Eiern entwickeln sich dann Nymphen. Eine Nymphe durchläuft fünf Stadien. Sie ernährt sich zunächst an den Pflanzenwurzeln wie Rübenkörpern und Kartoffelknollen bis zur Ernte, wodurch sie dort Schaden anrichtet. Die Nymphe entwickelt sich nach der Ernte in der Winterkultur, oftmals Winterweizen, weiter. Sie ernährt sich an den Wurzeln des Getreides, wobei das Wintergetreide aber nicht unter den bakteriellen Krankheiten leidet. Die Nymphe überwintert dann im Boden und im folgenden Frühjahr fliegt sie als adulte SGFZ von den Altflächen in die nahe gelegenen Wirtspflanzenbestände von zum Beispiel Zuckerrüben oder Kartoffeln ein.

Klebetafel in einem regionalen Rübenbestand. Foto: Susanne Hagen

Infizierte SGFZ übertragen die bakteriellen Krankheitserreger Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus (Arsenophonus; Arseph; Syndrome Basses Richesses (SBR)) und Candidatus Phytoplasma solani (Phypso; Stolbur). Dies sind zellwandlose Bakterien. Eine infizierte SGFZ bleibt ihr Leben lang infiziert. Phypso hat eine weite Ausbreitung (in fast allen europäischen Ländern) und besitzt einen immensen Wirtskreis. Arseph ist weniger verbreitet (fünf Länder in Europa) und besitzt bis dato einen kleinen Wirtskreis. Arseph wird aber auch über die Eier an die Nachkommen (Nymphen) weitergegeben. Die SGFZ überträgt nicht nur die Vergilbungskrankheit Syndrome Basses Richesses in den Rüben, sondern führt in den Kartoffeln zur Bakteriellen Knollenwelke und im Gemüseanbau zur Bakteriellen Gemüse-Welke (BVW). Beide Erreger schädigen die Leitungsbahnen der Pflanzen und verursachen massive Ertragsverluste und Qualitätsprobleme. In den Rüben bilden sich lanzettförmige Herzblätter, ab August sind Gelbverfärbungen bis hin zu hängenden und welken Rübenblättern und verbräunte Leitbündel im Rübenkörper sichtbar. Kartoffeln und Zuckerrüben werden schrumpelig und gummiartig, denn das Phytoplasma entzieht den Rüben und Kartoffelknollen das Wasser. Damit werden Lagerfähigkeit und Verarbeitung erschwert und außerdem können die Zuckerrüben 30 bis 50 % Zuckergehalt verlieren. In Kartoffeln konnten die Bildung von Luftknollen oder eine verstärkte Geiztriebbildung, Vergilbungen von Trieben und Blättern oder Rotverfärbung der Blätter beobachtet werden. Befallene Kartoffeln weisen weniger Stärke, aber mehr Saccharose auf. In Speisekartoffeln kann dies sowohl die Konsistenz als auch den Geschmack negativ beeinflussen. Bei Pflanzkartoffeln herrscht eine Nulltoleranz gegenüber Stolbur, da die Kartoffeln dann nicht mehr vermarktungsfähig sind, denn dies könnte zu verminderter Keimfähigkeit beziehungsweise Fadenkeimigkeit der Knollen führen. Bei Möhren gehören Welkeerscheinungen, begleitet von roten und gelben Blattverfärbungen, zu den Hauptsymptomen. Die Möhre wird weich und auch gummiartig. Bei einem Befall in den genannten Kulturen und dadurch geschwächten Pflanzen wird der Schaden durch das Auftreten sekundärer Krankheitserreger dann außerdem weiter verstärkt. Die Folgen in diesen Kulturen sind nicht nur auf den Feldern spürbar, sondern entlang der gesamten Produktionskette: Ertrags- und Qualitätsverluste, höhere Aufbereitungs- und Verarbeitungskosten und eine zunehmend angespannte Versorgungslage bei Saat- und Pflanzgut. Hinzu kommt der erhöhte Aufwand für Monitoring, Beratung und Bekämpfung.

Geeignete Bekämpfungsmöglichkeiten

Eine vollständige Bekämpfung der SGFZ ist nicht möglich, auch gibt es keine festen Bekämpfungsschwellen; Ziel aller Maßnahmen ist die Reduktion der Schäden. Regionale Maßnahmenempfehlungen wurden im Mai 2025 als gemeinsame Stellungnahme der Pflanzenschutzdienste der Länder und des Julius-Kühn-Instituts (JKI) veröffentlicht. Die Ableitung geeigneter Maßnahmen erfolgte vorrangig auf Basis der regionalen Befallsausbreitung und der amtlichen Erregernachweise der Pflanzenschutzdienste der Länder. Vor diesem Hintergrund wurden die Anbaugebiete bundesweit in drei Befallsregionen eingeteilt. Diese Klassifizierung diente der abgestimmten Ableitung differenzierter Pflanzenschutzstrategien zum Schutz der Kulturen vor der SGFZ und den von ihr übertragenen Erregern. Die jeweiligen Regionen wurden genauer definiert und das jeweilige Vorgehen darin festgelegt. Zur Bekämpfung der SGFZ wurden in diesem Jahr für mehrere Insektizide eine Notfallzulassung erteilt. Diese gelten aber nur für Regionen mit einem hohen Befallsdruck und dürfen ausschließlich nach einem Warndienstaufruf der zuständigen Behörde eingesetzt werden.

Nach der Ernte der Rüben und Kartoffeln sollten Reste von den Flächen entfernt oder sehr gut zerkleinert werden, um die Nahrungsquelle für die Nymphen zu reduzieren. Außerdem sollte eine konsequent tiefe Bodenbearbeitung direkt nach der Ernte durchgeführt werden, da die Nymphen sich noch in den oberen Bodenschichten aufhalten, aber sehr mobil sind und bei niedrigeren Temperaturen 40 bis 50 cm tief in den Boden einwandern können. Zuvor können die Nymphen in ihrem Lebensraum gestört werden. Somit wird der Entwicklungszyklus unterbrochen.

Versuche in Süddeutschland zeigen, dass die wirksamste ackerbauliche Maßnahme die Anpassung der Fruchtfolge als wichtigster Baustein ist. Vor allem der Verzicht auf eine Winterkultur nach den Zuckerrüben oder Kartoffeln, vor allem Winterweizen, ist wichtig, da darin die Nymphen überleben können, ohne den Winterweizen selbst zu schädigen. Es wird empfohlen, eine Brache bis zum Frühjahr zu etablieren und dann Mais anzubauen, da dies die Vermehrung der Zikaden deutlich reduziert. Nur so kann den Zikaden und deren Nymphen als Folgegeneration die Nahrungsgrundlage entzogen werden, also eine weitere Populationsentwicklung verhindert werden. Unklar ist noch, ob es bestimmte Zwischenfrüchte gibt, die die Zikade zurückdrängen können, zum Beispiel Ölrettich und bestimmte Senfsorten. Auch wird aktuell noch beobachtet, welche Bodenarten eher befallsfördernd sind. Außerdem sind eine frühe Aussaat und Ernte zu empfehlen, denn zum Zeitpunkt des Zikadenflugs ist die Entwicklung der Bestände dann schon weit fortgeschritten, sodass die Infektionen den Ertrag und die Qualität weniger beeinträchtigen können. Durch den Anbau von toleranten Zuckerrübensorten kann der Zuckerertrag beim Befall mit Arseph abgesichert werden, aber gegen den Stolbur-Erreger gibt es kein Sortenspektrum. Die Anfälligkeit verschiedener Kartoffelsorten gegen die Bakterielle Kartoffelknollenwelke wird derzeit in verschiedenen Forschungsprojekten untersucht, um bald geeignete Sorten für den Anbau in Befallsregionen empfehlen zu können. Unabhängig davon eignen sich besonders Frühkartoffeln, da sie durch die frühere Ernte dem Zuflug der SGFZ und dem Infektionsdruck kürzer ausgesetzt sind. Im Gemüseanbau könnte man gegebenenfalls mit Kulturschutznetzen arbeiten, was großflächig aber schwer zu bewerkstelligen ist. Grundsätzlich ist auch eine gute Nährstoffversorgung der Bestände wichtig, denn dies macht die Pflanzen robuster gegenüber Krankheitserregern. Untersucht werden auch verschiedene Biostimulanzien und Repellentmittel. Erste Insektizidversuche wurden in den Befallsregionen in Süddeutschland durchgeführt, um effektive Strategien zur Bekämpfung der SGFZ zu entwickeln.

Fazit

Ziel muss es sein, die wirtschaftlichen Schäden durch die Schilf-Glasflügelzikade und die von ihr übertragenen Krankheitserreger in den Befallsregionen durch gezielte, regional angepasste Maßnahmen zu reduzieren und eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Die bei uns in Schleswig-Holstein geringeren Durchschnittstemperaturen und windigen Verhältnisse lassen hoffen, dass sich die Ausbreitung der SGFZ noch hinauszögert. Der Pflanzenschutzdienst bei der LKSH wird auch in den kommenden Jahren das Monitoring fortsetzen und weiterhin dazu informieren.

Vier Tage, volle Halle, teure Schafe

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Durchschnittspreise von 1.000 € und ein fast geräumter Markt – so etwas sieht man nicht alle Tage. Vom 20. bis 23. August verwandelten sich die Husumer Messehallen erneut in das Zentrum der norddeutschen Schafzucht. Rund 530 Böcke und Schafe verschiedener Rassen standen im Katalog. Züchter, Käufer sowie Schaf-Fans aus ganz Deutschland verfolgten die Versteigerungen und Prämierungen.

Die Auktionen boten jedoch mehr als reines Kaufen und Verkaufen: Alte Bekannte trafen auf neue Gesichter, unterschiedliche Dialekte mischten sich, und selbst Besucher ohne direkten Bezug zur Schafhaltung spürten die besondere Atmosphäre in den Hallen. Begleitet von Presse, Funk und Fernsehen warteten die Auktionen mit hochwertigen Tieren, ereignisreichen Prämierungen und packenden Bietergefechten auf. Die Spannung war groß, besonders in Hinblick auf das vergangene Jahr, in dem die Blauzungenkrankheit erhebliche Verluste verursachte und die Zahl der zur Auktion aufgetriebenen Böcke durch den Generationenwechsel bei den Texelzüchtern rückläufig war. Es blieb abzuwarten, welche Böcke sich als Rassesieger oder Fleischsieger durchsetzen und wie sich die Preise entwickeln würden.

Auftakt mit Suffolk, Blaukopf und Swifter

Der Auftakt mit den Rassen Suffolk, Blaukopf und Swifter bot mit würdigen Siegern, hohen Geboten und spannenden Momenten im Auktionsring alles, was einen erfolgreichen ersten Auktionstag ausmacht. Von den 184 im Katalog verzeichneten Tieren wurden 22 nicht aufgetrieben.

Bei den Blauköpfen stellte allein Jens Kohrs aus Poppenbüll fünf Jährlingsböcke vor. Den Rassesieg sowie den WDL-Sieg (Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch) errang der Bock mit der Katalognummer (Kat.-Nr.) 3, der bei der anschließenden Versteigerung 950 € erzielte. Der teuerste Bock dieser Gruppe – ein 1D-prämierter Vertreter (Kat.-Nr. 5) – wechselte für 1.000 € den Besitzer und wird künftig in Niedersachsen zum Einsatz kommen. Alle Tiere dieser Rasse konnten im Schnitt für 730 € verkauft werden.

Auch bei den Swiftern war die Zahl der Tiere überschaubar. Arne Petersen trieb fünf Böcke auf, darunter den Rassesieger, einen Jährlingsbock mit der Kat.-Nr. 7, sowie den Reservesieger, einen Lammbock mit der Kat.-Nr. 10. Beide Tiere fanden jeweils für 650 € ein neues Zuhause.

Suffolk: Starke Konkurrenz, hohe Gebote

Die stärkste Rasse mit 152 Böcken und Schafen bildeten an diesem Tag die Suffolks. Die Prämierungskommission, bestehend aus Alf-Thomas Feddersen, Gernand von Massow und Hans Erhard Luhn, stand vor einer besonders anspruchsvollen Aufgabe, denn die hohe Qualität der Tiere machte die Entscheidung alles andere als einfach. Hinzu kam, dass sich sowohl die Jury als auch das Publikum zunächst an die neuen Prämierungsregeln gewöhnen mussten, bevor die Böcke bewertet und verglichen werden konnten. Nur Böcke mit einer Mindestbewertung von W/B/E 6/8/7 durften in den Prämierungsring. Zwar sorgten die Änderungen für Gespräche und erforderten ein Umdenken, doch die Größe der Bockgruppen blieb weitgehend unverändert. Auch im Katalog fielen die Neuerungen auf. Viele Käufer mussten sich mit der Zeichenerklärung vertraut machen, bevor sie ihre Auswahl treffen konnten.

Rassesieger und Reservesieger der Suffolk am ersten Auktionstag

Bei den Jährlingsböcken sicherte sich Kai Fischer aus Sommerland gleich zwei Titel, den Rassesieger (Kat.-Nr. 49) und den WDL-Sieger (Kat.-Nr. 64). Beide Tiere waren auch bei den Käufern sehr beliebt und wurden bei 1.550 € beziehungsweise 2.000 € zugeschlagen.

Den Höchstpreis des Tages erzielte jedoch der Reservesieger (Kat.-Nr. 106), ein besonders langer und kräftiger Lammbock von Lennart Hochheim, bei dem sich die Gebote bis auf 2.100 € hochschraubten.

Bei der Verleihung der Ehrenpreise wurde der Landesverbandsvorsitzende Karl-Henning Hinz tatkräftig von der Nordfriesischen Lammkönigin Emma Ingwersen unterstützt. Die feierliche Eröffnung der Auktion übernahm der Kreispräsident Nordfrieslands, Frank Zahel. Auktionator Alf-Thomas Feddersen führte routiniert durch die Auktion, sodass am Ende 156 Tiere auf die Reise geschickt werden konnten. Ein Durchschnittspreis von 716 € und strahlende Züchter beendeten den ersten Tag.

Tag der bunten Rassevielfalt

Am zweiten Tag wurde es in der grauen Stadt am Meer ganz schön bunt. 139 Tiere aus elf Rassen forderte die Jury, Hans Michow Schröder, Hardy Marienfeld und Karl-Henning Hinz, die gut zu tun hatte, die Besten aus der Vielzahl der Tiere herauszufiltern.

Bei den 68 aufgetriebenen Weißköpfen fanden sich alle Siegertiere in den Jährlingsbockgruppen. Der Reservesieger (Kat.-Nr. 19) aus der Zucht von Hauke Reimers erzielte 900 €. Die Zuchtstätte Niss-Bernhardt Stien aus Westerhever stellte zwei Highlights. Die Kat.-Nr. 9 holte den Rassetitel und wechselte für 1.050 € den Besitzer. Kat.-Nr. 4, ein stattlicher 142-kg-Bock, wurde zum WDL-Sieger gekürt und ging für 2.500 € an den Höchstbietenden. Dieses Trio verschaffte den Weißköpfen Aufmerksamkeit, auch wenn die Gesamtbilanz etwas durchwachsen war. Bei den Schwarzköpfen sorgten vier Jährlingsböcke aus der Zucht von Michael Dohrn für Aufsehen – keine Selbstverständlichkeit, denn Schleswig-Holstein gilt nicht als typisches Zuchtgebiet. Umso bemerkenswerter war der Rassesieger und Fleischsieger (Kat.-Nr. 81), der für 1.400 € nach Hessen ging.

Die Charollais-Züchter trieben imposante Tiere auf, die sowohl optisch als auch preislich für Furore sorgten. Alle 38 Charollais stießen auf große Nachfrage und wurden zu einem Durchschnittspreis von 1.017 € verkauft. Der Rassesieger (Kat.-Nr. 84), ein Jährlingsbock von Jörg Langhein, fand für 1.500 € einen neuen Besitzer in Baden-Württemberg. Der Reservesieger (Kat.-Nr. 110), ein Lammbock aus der Zucht von Andreas Pirdzuhn, kam für 1.000 € unter den Hammer. Spitzenreiter jedoch war der 2023 geborene Bock (Kat.-Nr. 82) aus der Zucht von Lisa Marie Mittelfeld, vorgestellt von Andreas Pirdzuhn, der als WDL-Fleischsieger nun Bayerisch lernen muss. Mit 2.550 € war er der teuerste Bock des Tages und der gesamten Auktion. Mit diesen Ergebnissen setzten die Charollais ein deutliches Ausrufezeichen, was den Züchtern am Abend sicherlich Anlass zum Feiern gab. Ebenfalls einen Grund zu feiern hatte Jens Heidmann, der seine beiden Berrichon-du-Cher-Böcke gut verkaufen konnte. Rassesieger wurde ein Lammbock (Kat.-Nr. 121), der für 700 € einen Käufer fand. Der Border-Leicester-Bock von Jürgen Schlüter sorgte mit seinem ungewöhnlichen Aussehen wieder für Aufsehen und wurde für 500 € zugeschlagen.

Enttäuschend verlief der Tag für die Dorper. Philip Carstensen hatte sieben Lammböcke aufgetrieben, von denen nur einer für 350 € einen Käufer fand. Die Zwartbles dagegen konnten punkten. Jennifer Haalck stellte fünf Tiere vor, von denen der Rassesieger, der einjährige Bock mit Kat.-Nr. 131, für 500 € zugeschlagen wurde. Der Reservesieger, ein Lammbock (Kat.-Nr. 132), soll seiner neuen Besitzerin viel Erfolg in der Zucht bringen.

Ergebnisse der Landschafrassen

Auch die Landschafe brauchten sich nicht zu verstecken. Bei den Bentheimer Landschafen wechselten alle drei vorgestellten Tiere den Besitzer. Der Altbock (Kat.-Nr. 137) aus der Zucht von Andrea Michelson wurde Rassesieger, während der teuerste Jährlingsbock (Kat.-Nr. 138) mit 450 € aus der Zucht von Hauke Reimers stammt und künftig in Wipperfürth zum Einsatz kommt.

Starke Konkurrenz gab es bei den Coburger Fuchsschafen. Drei Züchter brachten sieben Tiere in den Ring. Den Sieg holte sich der Altbock (Kat.-Nr. 139) von Alexandra Zuchovskis, knapp vor dem einjährigen Bock (Kat.-Nr. 148) aus der Zucht von Pepe Fritz Petersen. Den höchsten Verkaufspreis erzielte der Jährlingsbock (Kat.-Nr. 140) aus der Zucht von Frauke Wechselberg mit 450 €, der zuvor mit einem 1B-Preis ausgezeichnet wurde. Bis auf einen Lammbock wurden alle Tiere verkauft, der Mittelwert betrug 383 €.

Die drei Jährlingsböcke der Rasse Scottish Blackface von Johanna Bergeest wussten ebenfalls zu gefallen, allen voran der Rassesieger (Kat.-Nr. 153), der für 350 € zugeschlagen wurde und künftig in Cuxhaven steht. Der Skuddenbock aus der Zucht von Heide Voeltz und Norbert Westphal fand leider keinen Käufer, durfte aber immerhin einen Ausflug an die Westküste genießen.

Obwohl der Tag bei den Weißköpfen mit Höhen und Tiefen verbunden war, überwog am Ende die Zufriedenheit. Insgesamt wechselten 116 Tiere den Besitzer, im Mittel erzielten sie 705 € über alle Rassen hinweg, ein starkes Ergebnis für diesen Tag voller Vielfalt.

Erster Texel-Tag: Klein, aber oho

Der dritte Tag der Husumer Bockauktionen stand ganz im Zeichen der Texel. Seit die Rasse Ende der 1960er Jahre in Deutschland eingeführt wurde, hat sie sich zur größten Rasse in Schleswig-Holstein entwickelt und ist aus vielen Schäfereien nicht mehr wegzudenken.

In diesem Jahr jedoch zeigte sich ein wachsendes Problem. Altgediente Züchter hören auf, und der Nachwuchs ist nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Deshalb standen am ersten Texel-Tag nur 73 Tiere aus Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde, Husum und Südtondern im Katalog. Als erste Konsequenz werden daher die Texeltage ab 2026 zusammengelegt.

Die erfolgreichsten Texel-Böcke und ihre Züchter am ersten Texel-Tag

Unter dem Motto „Klein, aber fein“ wurden die Böcke auf höchstem Niveau vorgestellt, sodass die Prämierungskommission, Martin Luhn, Simon Lossau und Jörg Langhein, sich beeindruckt zeigte und große Freude beim Richten hatte.

Die Ergebnisse ließen die Nachwuchssorgen etwas abklingen, denn der „Jungzüchter“ Oke Bährs trat mit einer sehr guten Kollektion von Böcken an und sicherte sich mit dem älteren Lammbock (Kat.-Nr. 36) den Rassesieg. Der Preis von 1.250 € war schon toll für den Züchter, aber für seinen 1B-prämierten Bock (Kat.-Nr. 44) erhielt er den Spitzenpreis des Tages von 1.750 €. Diese Preise sind nicht nur Anerkennung, sondern hoffentlich auch Anreiz für andere Nachwuchszüchter.

Zum Reservesieger machte die Kommission den korrekt gebauten Jährlingsbock (Kat.-Nr. 6) aus der Zucht von Niels Löbkens, der für 1.150 € verkauft wurde und dem Käufer sicherlich wertvolle Dienste leisten wird. Der WDL-Sieger, ein Jährlingsbock (Kat.-Nr. 8) aus der Zucht der Gebrüder Hinz, überzeugte ebenfalls. Ein kleiner Schönheitsmakel – ein schwarzer Fleck – verhinderte die Zuchtzulassung, doch für den Käufer aus Brambach spielte dies keine Rolle, 1.150 € waren ihm der Bock allemal wert.

Die Auktion übertraf schließlich alle Erwartungen: Kein Bock blieb zurück, und der Durchschnittspreis von 953 € verdeutlicht die Spitzenklasse der Tiere sowie die anhaltende Nachfrage nach Texeln. Auktionator Alf-Thomas Feddersen kam dabei ordentlich ins Schwitzen. Nicht nur die hohen Preise, sondern auch die vielen Gebote forderten ihren Tribut, und seine Stimme war gegen Ende des Tages hörbar angeschlagen. Ein erfolgreicher Tag, der den Züchtern Zuversicht für die Zukunft der Texelzucht in Schleswig-Holstein gibt.

Zweiter Texel-Tag: Hochspannung zum Finale

Zum großen Finale der Husumer Bockauktionen standen die Texel aus Eiderstedt und dem übrigen Schleswig-Holstein im Rampenlicht. Von 116 im Katalog geführten Tieren, wurden 109 aufgetrieben. Für die Prämierungskommission, Ingo Penn, Angelus Brandt und Gernand von Massow, war die Auswahl der Sieger keine einfache Aufgabe, da sich die Böcke in Bestform zeigten. Dabei gelang der Zucht Martin und Hans-Erhard Luhn ein seltenes Kunststück, denn sie erhielt sowohl die Auszeichnung für den Rasse- als auch den Reservesieger.

Den Rassesieg sicherte sich der Lammbock mit Kat.-Nr. 76, der sich vor seinem älteren Stallkollegen, dem Jährlingsbock mit Kat.-Nr. 13, durchsetzte. Zum Fleischsieger wählte Carl Olchewski, Schlachterei Burmeister, als Vertreter für die WDL den Bock (Kat.-Nr. 49) aus der Zucht von Kai Fischer. Alle drei Böcke zeigten die typischen Merkmale der Texel und überzeugten so Jury und Käufer gleichermaßen. Der Rassesieger wechselte für 1.350 € den Besitzer, der WDL-Sieger erzielte 1.300 €, der Reservesieger holte mit 2.250 € den höchsten Tagespreis. Die Gebote flogen nur so durch die Halle, sodass am Ende des Tages alle aufgetriebenen Tiere einen Käufer für durchschnittlich 931 € fanden.

Hochwertige Sieger der Texel im Husumer Finale

Qualität, Vielfalt und Treffpunkt der Branche

Vier Tage lang verwandelten sich die Husumer Messehallen in die Bühne der norddeutschen Schafzucht. Von den ursprünglich 527 im Katalog aufgeführten Tieren wurden 56 nicht aufgetrieben, sodass insgesamt 471 Böcke und Schafe unter den Hammer kamen. Verkauft wurden 442 Tiere – ein beachtliches Ergebnis, das die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Tieren unterstreicht. Der Durchschnittspreis lag bei 799 €, während der teuerste Bock, ein Charollais, mit 2.550 € einen klaren Höhepunkt setzte.

Bei den Preisverleihungen gab es große Anerkennung für die Züchter. Die Rassesieger erhielten Ehrenpreise des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein sowie Medaillen und Kammerplaketten der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Die Reservesieger wurden mit einem Glaspokal des Landesverbandes geehrt. Die Züchter der Fleischsieger erhielten eine Urkunde der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch (WDL) und die Käufer dieser Tiere durften sich über Ankaufsgutscheine über 100 € freuen.

Die Husumer Bockauktionen bleiben ein unverzichtbares Highlight für Züchter und Käufer. Sie bietet Züchtern die Möglichkeit, ihre besten Tiere zu präsentieren, und Käufern, geprüfte und leistungsstarke Böcke zu erwerben. Für die Zukunft wird es wichtig sein, eine ausgewogene Auswahl zu bieten, sowohl teure Spitzenböcke als auch Tiere, die für kleinere Bestände erschwinglich sind. Nur so bleibt der Markt für alle Teilnehmer attraktiv.

Weizen: Talfahrt ohne Ende?

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Wer noch vor einigen Wochen glaubte, die Weizenpreise hätten ihren Tiefpunkt erreicht, wurde inzwischen schon fast von Woche zu Woche eines Besseren belehrt. Die Erntemeldungen, die jetzt nach der hiesigen Weizenernte in regelmäßigen Abständen eintrudeln, überbieten sich laufend in Bezug auf die Erträge. Die europäische Crop-Monitoring-Agentur Mars beziffert die europäische Weizenernte inzwischen auf 132,6 Mio. t und hat damit weitere 4,5 Mio. t auf ihre vorangegangene Schätzung aufgeschlagen. Wäre dies nun ausschließlich in der EU der Fall, wäre das kein Problem. Aber so wie der Mars-Report sehen alle Berichte und Reports aus sämtlichen Weizen-Exportregionen der Welt aus. So ist das US-Landwirtschaftsministerium inzwischen bei einer US-Weizenerntemenge von umgerechnet 57 Mio. t, das sind 1,5 Mio. t mehr als im vorangegangenen Bericht. In Russland geht das Landwirtschaftsministerium letztendlich nun doch von 90 Mio. t aus. Das Ganze lässt sich dann auch auf Argentinien, Australien und Kanada übertragen. Die globale Weizenproduktion erreicht damit einen neuen Rekordwert von gut 816 Mio. t. So können sich auch die seit Jahren sinkenden globalen Endbestände wieder auf geschätzte 264 Mio. t erholen. Damit wurde dann auch das letzte Argument für langfristig steigende Weizenpreise vom Tisch gefegt. Und wer jetzt glaubt, diese Berichte über die abgelaufene Ernte dürften allmählich an Einfluss verlieren, dem sei die Prognose des ukrainischen Wirtschaftsministeriums über die dortigen Anbauflächen für die Weizenernte 2026 ans Herz gelegt. Diese lobt nämlich eine Steigerung von satten 9 % gegenüber dem Vorjahr aus.

Nachfrage zieht an

Nun stößt dieses extrem niedrige Preisniveau bei den Weizenimporteuren auf reges Interesse. So sind verschiedene Importeure wie Algerien, Jordanien, Südkorea und Marokko, also auch klassische Kunden für europäischen Weizen, wieder mit Ausschreibungen auf dem Weizenmarkt aktiv. Zwar wäre der europäische Weizen auf dem aktuellen Preisniveau durchaus konkurrenzfähig, wenn da nicht der aktuell sehr starke Euro wäre, der den hiesigen Exporteuren das Leben schwer macht, da er Exporte aus der EU deutlich verteuert. So ist es relativ wahrscheinlich, dass bei den aktuellen Ausschreibungen andere Exportregionen zum Zuge kommen werden. Es lässt sich bereits eine Nachfrageverschiebung von Weizen aus der Schwarzmeerregion hin zu US-Weizen feststellen.

Wenige Lichtblicke

Es ist jedoch nicht so, dass es überhaupt keine positiven und somit preisstützenden Meldungen gibt. Da wäre zum einen die Erhöhung der Exportsteuer in Russland. Die Regierung hat sie von Mitte dieser Woche an bis vorerst Mitte nächster Woche um umgerechnet 5,11 €/t angehoben. Zum anderen sind die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine auch vermehrt in der russischen Landwirtschaft zu spüren. Dort zeigt sich der Ausfall vieler russischer Raffinerien in deutlich gestiegenen Dieselpreisen beziehungsweise in deutlichen Engpässen in der Verfügbarkeit. Da sich das Aussaat-Zeitfenster dort langsam schließt, könnten viele Landwirte gezwungen sein, auf weniger ertragreichen Sommerweizen umzusteigen.

Dies bleiben allerdings nur kleine Lichtblicke. Die Großwetterlage sieht weiterhin düster aus und eine Erholung scheint vielen Analysten zufolge erst ab dem nächsten Frühjahr möglich.

Marktlage für die Woche vom 6. bis 12.10.25

Getreide: Der starke Euro bremste die Exportmöglichkeiten für europäischen Weizen im internationalen Handel. Andere Exportnationen kamen zum Zuge.

Raps: Die globalen Rapsmärkte standen weiterhin unter dem Einfluss einer sehr großen kanadischen Canola-Ernte, konnten sich jedoch im Wochenverlauf wieder etwas erholen.

Futtermittel: Rapsschrot befand sich weiterhin auf einem lukrativen Preisniveau, Sojaschrot blieb im Verhältnis dazu zu teuer. Mischfutter zeigte sich weiterhin stabil.

Kartoffeln: Das übermäßig große Angebot drückte nach wie vor auf die Erzeugerpreise. Der LEH gab die niedrigen Einkaufspreise nicht an die Kunden weiter.

Schlachtrinder: Jungbullen waren unverändert knapp, Kühe nahmen saisonbedingt mengenmäßig zu. Es wurde nicht mehr von einem knappen Angebot gesprochen, die Preise blieben aber unverändert.

Schlachtschweine/-sauen: Die Angebotsüberhänge verschärften sich weiter, es kam massiver Preisdruck auf. Der Fleischhandel zeigte sich weiterhin impulslos.

Ferkel: Durch den Angebotsdruck bei den Schlachtschweinen waren freie Ferkelpartien nur sehr schwer bis gar nicht zu platzieren.

Milch: Die Milchanlieferung war zwar wieder rückläufig, aber weiterhin weit über dem Vorjahresniveau bei gleichzeitig hohen Inhaltsstoffen. Dies belastete die einzelnen Teilmärkte erheblich.

Schlachtlämmer/-schafe: Besonders die sehr günstigen Importe belasteten den Schlachtlämmermarkt erheblich, sodass es weiterhin zu Überhängen kam. Die Preise blieben aber unverändert.

Markttendenz für die Woche vom 13. bis 19.10.25

Getreide: Die Erzeugerpreise tendieren weiter seitwärts. Eine Markterholung ist angesichts der weltweit hohen Erntemengen weiterhin nicht in Sicht.

Raps: Hohe Canola-Erntemengen aus Kanada und hohe Rapsölexporte aus Russland belasten die Ölsaatenmärkte. Sinkende Palm­ölbestände könnten aber für Entlastung sorgen.

Futtermittel: Die Nachfrage der Futtermischer nach Rapsschrot ist hoch, die Verfügbarkeit auf den vorderen Terminen nicht immer gegeben, dies könnte die Nachfrage beim Sojaschrot beleben.

Kartoffeln: Die Aussichten auf dem Kartoffelmarkt bleiben trübe, große Mengen gehen in alternative Verwertungen oder werden sogar auf den Äckern verbleiben.

Schlachtrinder: Das Angebot bei den weiblichen Kategorien wird noch weiter zunehmen, leichte Abschläge werden nicht mehr ausgeschlossen.

Schweine/-sauen: Durch chinesische Importzölle drängt dänisches Schweinefleisch auf den hiesigen Markt und verschärft die Marktlage noch weiter.

Ferkel: Durch die schwierigen Bedingungen auf dem Schlachtschweinemarkt wird auch bei den Ferkeln mit Abschlägen zu rechnen sein.

Milch: Bei Butter setzt eine Bodenbildung ein, Käse und Milchpulver tendieren weiterhin schwächer. Wenngleich die Abwärtskurve deutlich flacher verlaufen wird.

Schlachtlämmer/-schafe: Angebotsüberhänge bleiben weiterhin bestehen und drücken auf das Preisgebilde.

Neuer Imagefilm der Digitalen Patinnen

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Rund 20 Digitale Patinnen aus ganz Schleswig-Holstein trafen sich Ende September im KIN-Lebensmittelinstitut in Neumünster zum jährlichen Netzwerktreffen. Der Tag stand im Zeichen von Austausch, Weiterbildung und neuen Impulsen für die digitale Arbeit der LandFrauen.

Zum Auftakt wurde der neue Imagefilm der Digitalen Patinnen vorgestellt. Er entstand in Kooperation mit dem Breitband-Kompetenzzentrum (BKZ) Schleswig-Holstein e. V. und wurde durch das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) gefördert. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig das Engagement der Patinnen ist und welchen Beitrag sie für digitale Teilhabe leisten. Der Imagefilm wird künftig auf www.landfrauen-sh.de zu sehen sein.

LandFrauenvizepräsidentin Sylke Messer-Radtke, Staatssekretärin im MLLEV Anne Benett-Sturies und Johannes Lüneberg, Geschäftsführer des BKZ (v. li.) Foto: Meike von der Goltz

Impuls aus dem Ministerium

Im Anschluss richtete Anne Benett-Sturies, Staatssekretärin im MLLEV, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen. Sie hob hervor, wie wertvoll die Arbeit der Digitalen Patinnen sei: „Die LandFrauen beschreiten mit dieser Qualifizierung neugierig neue Wege und bringen gerade die Generation 50plus dazu, mit der Digitalisierung zu gehen. Ich danke den Patinnen für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, ihr Wissen weiterzugeben.“ Das Projekt wächst stetig: Inzwischen wurden in 17 Kursen rund 150 Digitale Patinnen ausgebildet, die in ihren Regionen ihr Know-how weitertragen und den digitalen Wandel im Alltag vieler Menschen unterstützen.

Instagram im Fokus

Am Nachmittag stand ein praxisnaher Instagram-Workshop auf dem Programm. Jessica Jessen, Junge LandFrau aus Nordfriesland, vermittelte wertvolle Tipps und nannte wichtige Zahlen, Daten und Fakten rund um die Nutzung von Instagram. Besonders das Thema Datenschutz war ein wichtiger Bestandteil. Jessen machte deutlich, wie sich das Soziale Netzwerk verändert hat: „Instagram hatte früher eher eine Tagebuch-Funktion. Heute ist es eine wichtige Werbeplattform – auch für Vereine wie die LandFrauen.“ Dann folgten noch praktische Übungen – und die eine oder andere LandFrau ist nun um einen eigenen Instagram-Account reicher. 

Neben Fachimpulsen und jeder Menge neuem digitalen Wissen bot das Netzwerktreffen viel Raum für Austausch und Vernetzung. Damit setzen die Digitalen Patinnen ein starkes Zeichen für die digitale Teilhabe in Schleswig-Holstein. Die nächsten Qualifizierungen zur Digitalen Patin finden 2026 statt.

Jessica Jessen (M.) gibt den Digitalen Patinnen Hilfestellung bei der Bedienung von Instagram. Fotos: Meike von der Goltz Foto: Meike von der Goltz

Sechster DM-Titel in Mounted Games für Lindau-Gettorf

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Die Mannschaft aus Lindau-­Gettorf, Kreis Rendsburg-­Eckernförde, hat erreicht, was ­zuvor niemandem in der Geschichte der Mounted Games gelungen ist: sechs Deutsche Meistertitel hintereinander. Mit dem erneuten Triumph in der ­offenen Klasse schreiben die Reiter ­Vereins- und Sportgeschichte.

Mounted Games zählen zu den dynamischsten und publikumsfreundlichsten Pferdesportarten. Die rasanten Wettkämpfe vereinen Tempo, Präzision und Teamgeist. Diese Anforderungen an Reiter und Pferde zeigen, wie anspruchsvoll es ist, über Jahre hinweg als Mannschaft erfolgreich zu bleiben.

Ein erster Titel ist ein Sieg des Moments. Doch sechs Titel in Serie verlangen Kontinuität, Disziplin und die Fähigkeit, immer wieder Rückschläge zu überwinden. Verletzungen von Pferden und Reitern, Veränderungen im Team und persönliche Lebensumstände haben Lindau-Gettorf in den vergangenen Jahren begleitet. Dennoch fand die Mannschaft stets einen Weg zurück.

Auch in diesem Jahr schien die Erfolgsserie gefährdet. Nur ein einziges Ranglistenturnier konnte das Team für sich entscheiden, während Hamburg-Vierlanden-Nord die Liga dominierte. Die Hamburger galten als haushohe Favoriten und schienen dem Rekordmeister endgültig die Krone entreißen zu können. Doch kurz vor der Deutschen Meisterschaft kam es zu einer Verletzungsserie. Gleich in der ersten Runde fiel ein weiterer Leistungsträger aus. Diese Ausfälle konnte Hamburg-Vierlanden-Nord nicht kompensieren und Lindau-Gettorf im Finale kein Paroli bieten.

Die Titelverteidiger hingegen fanden ihre Stärke gerade in der Krise. Von der Mannschaft, die im Vorjahr den Sieg geholt hatte, fielen diesmal gleich vier Reiter aus. Unter der Leitung von Trainerin Anna Wolff wuchs das neu formierte Team innerhalb weniger Monate zu einer verschworenen Einheit zusammen. „Wir haben gewonnen, weil wir zusammenhalten“, sagte Dr. Widukind Moormann, selbst dreifacher Weltmeister und Mitglied im Vorstand des Reit- und Fahrvereins Lindau, Gettorf und Umgebung.

Mounted Games insgesamt verzeichnen seit Jahren starkes Wachstum. Besonders Kinder finden hier spielerisch den Einstieg in den Pferdesport. So wächst eine neue Generation nach, die dem Sport ein stabiles Fundament gibt. pm

Baumpflanz-Challenge

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Landwirtschaftskammerpräsidentin Ute Volquardsen hat gemeinsam mit dem neu berufenen Qualitätsausschuss des Gütezeichens ein besonderes Zeichen gesetzt: Auf dem Gelände des neuen Schulungszentrums der Deula pflanzten sie im Rahmen der beliebten Baumpflanz-Challenge ­einen Apfelbaum.

Der Aufruf zur Teilnahme kam durch die Wetekam Energie GmbH & Co. KG, die Ute Volquardsen über Instagram herausgefordert hatte. Die Challenge kursiert seit dem Sommer in den Sozialen Medien: Wer nominiert wird, muss einen Baum pflanzen, die Aktion dokumentieren und im Anschluss weitere Gruppen, Vereine oder Organisationen nominieren.

Der Apfelbaum, den sie pflanzten, stehe für Früchtetragen und Zukunft, erklärte die Präsidentin. Diesen Wunsch verbinde sie gleichermaßen mit der Landwirtschaftskammer, der Deula und dem Qualitätsausschuss. Gepflanzt und begossen wurde der Baum gemeinschaftlich durch die Ausschussmitglieder – das Angießen erfolgte symbolisch auch mit Gütezeichen-Produkten. Zur Fortsetzung der Challenge nominierte die Kammerpräsidentin die Instagram-Kanäle felderkiek.lksh und futterkamp.lksh für die nächsten Pflanzungen.

Schenefelder Dressurfestival

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Während draußen das Unwetter tobte, gab es in den Hallen des Reitstalls Klövensteen in Schenefeld, Kreis Pinneberg, drei Tage lang hochklassigen Dressursport. Zum Programm gehörten auch die Finale der Nordic Grand Prix Dressage Trophy und des Amateur Cups.

Für das Finale der Nordic Trophy hatten sich nur die punktbesten Reiter der Grand-Prix-Serie qualifiziert. Darunter waren der in Moorrege, Kreis Pinneberg, lebende Portugiese Nuno Palma e Santos, die Titelverteidigerin Juliane Brunkhorst aus dem gastgebenden Elbdörfer und Schenefelder Reitverein sowie der mehrfache Landesmeister Felix Kneese aus Appen, Kreis Pinneberg. Letzterer gewann mit seinem bewährten San Simeon die Einlaufprüfung vor Palma e Santos und Brunkhorst, die mit Seville Nord einen Neuzugang gesattelt hatte. „Das ist ja doch spannend, wenn man ein Pferd übernimmt. Es ist immer auch ein Herantasten“, sagte die 42-Jährige über die Rappstute, die erst seit sechs Wochen bei ihr ist.
Am Finaltag legte Palma e Santos dann noch einmal zu und holte sich mit Fortunity S FRH den Sieg. Der hochgewachsene Hannoveraner Fuchs ließ sich im Grand Prix Special durch nichts irritieren und beeindruckte mit viel Schwung. Felix Kneese und Juliane Brunkhorst reihten sich dahinter ein.

Der Sieg im Finale brachte Palma e Santos auch den Gesamtsieg der Serie. Brunkhorst hatte vorher mit Con Cento in Führung gelegen, doch der 16-jährige Westfalenwallach hatte nicht seinen besten Tag: Platz elf bedeutete für die beiden Rang zwei in der Gesamtwertung. Dritte wurden die Niedersächsin Tessa Frank und Lavaletta, die in Schenefeld nicht dabei waren.

Nach sechs Prüfungen der schweren Klasse wurde bei dem Dressurfestival die Finalwertung des Amateur Cups ausgetragen. Den Gesamtsieg holte sich Mia Lana Riep aus Sereetz, Kreis Ostholstein, mit ihrer Davina. In der Finalprüfung, einem St. Georg Special, hatte allerdings die Hamburgerin Leni Teuteberg mit der Hannoveraner Stute Contaga die Nase vorn. Drei tolle Turniertage beim Elbdörfer und Schenefelder Reitverein gingen mit dieser Prüfung zu Ende.

Jürgen Böckmann, Leiter des Reitstalls Klövensteen, nutzte das Dressurfestival, um die neuen Pächter der Anlage zu verkünden: Maren Hofer, Anna Kristina Böckmann und Christian Busse. Als Tochter des Leiters ist Anna Kristina Böckmann praktisch auf dem Betrieb groß geworden. Hofer und Busse, beide erfolgreiche Unternehmer, haben seit vielen Jahren ihre Pferde in dem Stall. Leiter bleibt auch künftig Jürgen Böckmann. „Unser Interesse ist es, die Möglichkeiten hier zu erhalten und zukunftsfähig zu machen”, sagte Maren Hofer bereits im April. pm

DLG-Waldtage: Neues und Altbewährtes

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Am Wetter kann es nicht gelegen haben, es gab zwar immer wieder kurze Schauer, aber auch längere sonnige Abschnitte, war dazu angenehm warm. Kurzum: ein Wetter, das keinen Förster und Waldbesitzer abhalten würde. Dennoch blieben die DLG-Waldtage in Lichtenau (Westfalen) trotz dreijähriger Pause und etabliertem Messegelände mit 11.140 Besuchern hinter den Erwartungen des Veranstalters zurück: Das sind nicht nur weniger als erwartet, sondern auch fast 10 % weniger als bei den letzten DLG-Waldtagen im Jahr 2022.

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) spricht in ihrer Abschlussmitteilung dennoch vom „wichtigen Treffpunkt und Impulsgeber für die Forstwirtschaft“, von „Innovationen und Lösungen für eine effiziente und nachhaltige Forstwirtschaft“. In der Tat konnten Messebesucher viele Firmen aus der Branche auf dem Gelände finden. Ob Großmaschinen für die Holzernte und -bringung (John Deere, Komatsu, Ecolog, HSM, Malwa, LKT, Menzie Muck, Sampo Rosenlew), Brennholzaufbereitung, Forst-EDV, Wind im Wald, Forstbaumschulen, Mobilsägewerke, Forstdienstleister oder Kleintechnik – zu jedem Segment gab es auf den DLG-Waldtagen interessante Aussteller, mit denen man ins Gespräch kommen konnte.

Die als Specials angekündigten Ausstellungsbereiche (Nutzung des Rohstoffes Holz, Robotik im Forst, hoch mechanisierte Holzernte, neue Einnahmequellen für Forstbetriebe) blieben allerdings in ihrer Ausführung hinter den Besuchererwartungen zurück oder wirkten beliebig, weil unter dem Namen „Special“ lediglich eine Ansammlung verschiedener Aussteller zusammengefasst wurde. Entweder gab es dazu kaum Firmen, wie bei der Robotik (zu sehen war eine Agxeed-Raupe mit angebauter Streifenfräse) oder es fehlte der einordnende Rahmen, der beispielsweise über Poster oder Moderation verschiedene Verfahren neutral vor- und gegenüberstellte, wie man es von Tagungen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) kennt. So wurden die Messebesucher mit der Interpretation alleingelassen.

Innovationen aus Nordrhein-Westfalen

Informativ war hingegen die Ausstellung des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, die vor dem Hintergrund einer neuen Baumartenvielfalt in den Wäldern – und dadurch auch einer künftig breiten Angebotspalette an Rohhölzern – demonstrierte, wie man beispielsweise die derzeit auf vielen Kalamitätsflächen wachsende Birke pflegen, qualifizieren und später sinnvoll nutzen kann, etwa für Brettschichtholzträger aus Birke und Fichte.

Mit dem Logosol-Mobilsägewerk LT20 aufgesägte Rundhölzer. So zeigten die Forstexperten die Färbung und den Holzaufbau vieler „neuer“ Ziel-Baumarten wie Riesenlebensbaum, Roteiche, Birke, Großer Küstentanne, aber auch etablierter Arten wie des Bergahorns. Foto: Landpixel

Indem sie Rundhölzer in einem Logosol-Mobilsägewerk LT20 aufsägten, zeigten die Forstexperten Färbung und Holzaufbau von vielen „neuen“ Ziel-Baumarten wie Riesenlebensbaum, Roteiche, Birke, Großer Küstentanne, aber auch etablierten Arten wie dem Bergahorn.

Ein alter Messe-Hase auf den DLG-Waldtagen ist die Firma Pfanzelt, die zwar ihr ganzes Forstsortiment bis zum PM trac am Start hatte, jedoch ihre Forstraupe Moritz ​Fr 75 in den Mittelpunkt stellte. Als die Raupe 2016 auf der KWF-Tagung in Roding erstmals vorgestellt wurde, ahnten vermutlich nur wenige, wie erfolgreich der kleine Alleskönner einmal werden würde. Unter dem Motto „Ein Moritz – 1.000 Möglichkeiten“ ist die Raupe auf vielen Betrieben im Einsatz, mittlerweile werden 100 Einheiten im Jahr gebaut und tragen so kräftig zum Ergebnis des Unternehmens bei. Das alles steht bei Pfanzelt unter der Überschrift „naturnaher Waldbau“, denn Moritz verursacht nur wenig Bodendruck, ist klein und wendig und kann aufgrund der geringen Umsetzungskosten (Transport per Pkw-Anhänger) auch wirtschaftlich eine Alternative sein, wenngleich bei Anschaffungskosten von 80.000 bis 125.000 € für die eigentliche Raupe die Maschine wohl nur für Dienstleister und kaum für Waldbesitzer interessant sein dürfte. Flächig einsetzbar ist sie allerdings hierzulande nur im PEFC-, nicht im FSC-Wald.

Als beliebteste Ausrüstung von Moritz nennt Peter Voderholzer von Pfanzelt die Fräse, gefolgt von der Seilwinde, dann kommen Pflanzmaschine, Streifenfräse, Mulcher, Sästreifenfräse und Steinfräse. Als neue Anwendung stellte Pfanzelt auf den Waldtagen eine Dücker-Astschere am 4,5-m-Ausleger vor, gefolgt von einem Dückermulcher. So soll in einem Arbeitsgang die Herstellung von Lichtraumprofil möglich sein – und zwar dort, wo der Schlepper mit Astschere nicht hinkommt, etwa an schmalen Wander- und Radwegen. Der angehängte Mulcher schreddert das Schnittgut gleich klein. Durch die Kommunal-Kuppelplatte ist der Wechsel von Anbaugeräten innerhalb einer halben Stunde möglich.

Besonderer Hingucker am Stand von Pfanzelt war eine Aufforstung. „Wir wollen nicht nur zeigen, wie unser Moritz pflanzen kann, sondern auch darstellen, wie gut sich diese Pflanzung entwickelt“, sagt Voderholzer. Daher habe man eine Teilfläche bereits im April 2025 mit Moritz gefräst und ebenfalls mit dem Moritz in Kooperation mit den Firmen Walthmeyer (Wuchshüllen aus Holz) und Kleffmann Baumschulen aus Lippstadt mit Traubeneiche aufgeforstet. Zwischenzeitlich wurde auch einmal mit der Moritz-Raupe der Zwischenraum gemulcht.

Schlepper mit Forstausrüstung

Das Unternehmen Reil & Eichinger zeigte an seinem Stand einen komplett forsttauglich ausgestatteten landwirtschaftlichen Schlepper: Der Forstaufbau Pro Jernac Val Pro für die Q-Serie von Valtra besteht aus Unterbodenschutz, Stahltank, Frontmotorschutz, Kabinenschutz aus Stahlrohren im Maß 76,1 x 6,3 mm, Seitenlicht-, Dach- und Filterschutz, einem Stahlbox-Batteriekasten sowie Adapter für die Spiegelmontage. Wer es nicht ganz so üppig ausgestattet braucht, etwa für den gelegentlichen Waldarbeitseinsatz oder fürs Brennholzwerben, konnte bei Reil und Eichinger die Werkzeugbox für den Frontanbau bestaunen. Die solide Konstruktion in den Maßen 119 x 33,5 x 43,5 cm, die 225 kg wiegt, bietet Platz für Säge, Werkzeug, Treibstoff sowie vieles mehr, optional ist auch eine separate Motorsägenhalterung erhältlich.

Landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Forstausrüstung gab es ebenfalls bei der Agravis zu sehen, die erstmals auf den DLG-Waldtagen dabei war. Die Bandbreite reichte dabei von kleinen Rückezangen für den Frontladeranbau über Rücke­anhänger bis hin zu professionellen Forstseilwinden.

Verfahren für die Holzrückung

Ein Klassiker auf den Waldtagen waren die Rückepferde: Die Interessengemeinschaft Zugpferde stellte sich und ihre Arbeit vor  – mitsamt ihren 1 PS starken Helfern und den Anbaugeräten für den Forst. Sie präsentierte verschiedene Verfahren für die Holzrückung, aber auch für den Waldumbau und die Jungbestandspflege, um darüber mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Die Interessengemeinschaft Zugpferde stellte sich und ihre Arbeit auf den DLG-Waldtagen vor. Foto: Landpixel

Ein recht neuer Gast auf einer Forstmesse war das Unternehmen Horsch, sonst bekannt vor allem für Saat- und Bodenbearbeitungstechnik. Das 2022 von Michael und Markus Pirkenseer sowie Reinhold Rösel gegründete Unternehmen Gepima wurde unter das Dach des Unternehmens Horsch geholt. Hingucker am Stand war der Horsch-Pirk-Rückewagen – er überzeugt laut Michael Pirkenseer durch Robustheit und Langlebigkeit im professionellen Forstbereich. „Die patentierte Lenk- und Knickdeichsel bringt Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Nutzungsmöglichkeiten beim Holztransport im Wald“, so Pirkenseer. Im Rückewagen werde maximale Flexibilität auf der Straße durch serienmäßige 40-km/h-Zulassung mit höchster Zuverlässigkeit und enormer Rückeschlagkraft eines kleinen Forwarders kombiniert. Die Rückewagen MP in den Gewichtsklassen von 16 bis 20 t eigneten sich als flexible Ergänzung eines vorarbeitenden Harvesters. Gerade in kleineren Strukturen oder bei weniger Holz-Kubikmetern zum Rücken überwögen dabei die Vorteile des Traktor-Rückewagen-Gespanns die eines Forwarders.

Praxisvorführungen Brennholztechnik

Zum Thema Brennholztechnik waren alle Branchengrößen auf den DLG-Waldtagen vertreten. Die Bandbreite an Geräten wächst weiter, sowohl im sehr kleinen Bereich – etwa kleine Liegendspalter und Wipptischsägen – als auch in den großen Segmenten mit den Brennholzautomaten für Profianwender und Dienstleister. Für stärkere Abschnitte waren auf den Waldtagen mehrere Kegelspalter zu sehen, etwa von Deitmer, die beispielsweise mit Minibaggern betrieben werden und schwierig zu manövrierende, dicke Meterstücke vorspalten für die weitere Verarbeitung. Wichtig ist beim Thema Brennholz, sich nicht auf eine Einzellösung zu beschränken, sondern in Prozessketten zu danken. Am Stand von Feige Forsttechnik wurde das bei einer Praxisvorführung besonders deutlich. Dort lief vorweg ein Meterholzspalter Lancman XLA 26 GP + EL im Dreipunktanbau, der mit 26 t Spaltdruck und mit Stammheber ausgestattet das Meterholz über ein Sechsfach-Spaltmesser zerteilte, das dann in ein Bündelgerät (für Meterholz-Rundbündel) mit hydraulischer Vorspannung oder auf einem Hebetisch abgelegt wurde. Dieser ist aus ergonomischen Gründen um 100 cm höhenverstellbar und kann über die folgende Kreissäge mit Öl versorgt werden, alternativ über die Schlepperhydraulik. Am Ende verarbeitet die Diagonal-Automatik-Kreissäge SAF-X-Cut 707 Automatic das gespaltene Holz zu Scheiten. Über ein 5-m-Förderband mit stufenlos verstellbarer Bandgeschwindigkeit wurde es in einen Hänger befördert.

Weißfingerkrankheiten verhindern

Die Weißfingerkrankheit, in den Vorstufen auch taube und kribbelnde Finger, ist eine gefürchtete Krankheit unter Forstwirten und anderen, die aktiv und regelmäßig mit Motorgeräten arbeiten. Am Stand der Sozialversicherung für Land-, Forstwirtschaft und Gartenbau (SVLFG) wurde den Besuchern deutlich gemacht, wie unerwünschte Vibrationen entstehen – und wie sie verhindert werden können. „80 bis 90 Prozent der Vibration kommen durch Unwuchten am Anbauteil, nicht von der Maschine“, sagt SVLFG-Experte Johann Thum. Auf einem Prüfstand konnten Besucher Elektro-Freischneider mit verschiedenen Werkzeugen ausprobieren – und spürten so direkt, welche Auswirkung ein nicht perfekt austariertes Werkzeug auf das Schwingungsverhalten hat. Um das Werkzeug wieder optimal in Geometrie zu bringen, gibt es spezielle Schärflehren sowie Auswuchtgeräte, mit deren Hilfe beispielsweise Dickichtmesser bearbeitet werden können.

Die SVLFG war mit Themen rund um Unfallverhütung und Arbeitssicherheit vertreten. Foto. Landpixel

Ebenfalls am Stand der SVLFG wurde gezeigt, wie moderne Jungbestandspflege heute funktionieren kann. Vorbei die Zeiten von händischer Hecken- und Rosenschere, auch der Einsatz von Motorgeräten mit entsprechender Geräusch- und Abgasentwicklung ist vor allem an heißen Sommertagen kein Vergnügen. Einfacher geht es mit Akkugeräten, am SVLFG-Stand wurde in einer Kultur das Freischneiden mit einer Stihl-Teleskop-Heckenschere vorgestellt. Das Gewicht wird dabei über ein Gurtsystem aufgenommen, die Schere ist mit diesem mit einem Gummizug verbunden, was den Tragekomfort und die Ergonomie verbessert.

Nicht ganz neu, aber jedes Mal wieder sehenswert ist die Motorsägen-Schleifeinrichtung von Bast-Ing aus dem bayerischen Lenggries. Das Unternehmen, das salopp gesagt fast jede forstliche Anwendung mit dem Akkuschrauber erleichtert, stellte sein Schärfwerkzeug Schleiferl vor. Nach Firmenangaben ist es das erste seiner Art, das mit einem beschichteten Schleifband arbeitet und das kräfteschonend mithilfe eines Akku-Schlagschraubers angetrieben werden kann. Eine Winkelanzeige erleichtert es dabei, den korrekten Schleifwinkel zu finden. Als Vorteile gegenüber dem Feilenschliff nennt das Unternehmen die polierte Oberfläche des Schneidkettenglieds, dessen dreieckige Brustform und den leicht ansteigenden Tiefenbegrenzer.

Ebenfalls bei Bast-Ing zu sehen waren vom Akkuschrauber getriebene Spindelkeile, die es mittlerweile in verschiedenen Größen mit Hubkräften von 10 bis 30 t gibt. Mechanische Fällkeile sind seit Jahren auf dem Vormarsch, denn sie vereinen eine Reihe von Vorteilen: Sie sind nicht nur vom Gewicht her etwas leichter als Fällkeile mit Vorschlaghammer, auch die Arbeit – den Schrauber halten statt Hammerschlägen – ist es. Hinzu kommt die höhere Arbeitssicherheit, vor allem beim Starkholz. Statt Erschütterungen wie beim Hammerschlag wirkt lediglich eine kontinuierliche, sehr viel schonendere Öffnungsbewegung im Fällschnitt auf den Baum. Mechanische Fällkeile bietet auch die Forstreich GmbH aus Freiburg an, die auf den DLG-Waldtagen unter anderem ihren überarbeiteten TR24-HD vorstellte, der jetzt mit Schlüsselweite 17 statt bisher 16 mm noch ein Stück robuster geworden ist. Neu im Sortiment ist der TR27-HD: Er schließt die Lücke zwischen dem 24 und 30er und bringt es bei 2,9 kg Eigengewicht auf 24 t Druckkraft, womit er eine Hubhöhe von 5,5 cm im Fällschnitt erreicht – und das alles angetrieben von einem Akkuschrauber.

Bandbreite der Akku-Anwendungen

Wenn auch das Thema Elektromobilität bei Forstfahrzeugen keines war auf den DLG-Waldtagen – obgleich der Aussteller Malwa aus Schweden eine Elektromaschine entwickelt hat –, so war das Thema Akku doch bei den Kleingeräten allgegenwärtig. Vom belächelten Spielzeug, das allenfalls für Hobbynutzer interessant ist, haben sich Akkugeräte in vielen Bereichen zu ernst zu nehmenden Lösungen für Profis entwickelt – etwa als Säge, Freischneider oder Hochentaster. Das liegt nicht nur an den immer leistungsfähigeren und damit länger haltenden Akkus, sondern auch den Vorteilen wie geringer Lärm- und Abgasbelastung sowie Umweltschutz. Die Vielfalt wurde deutlich an den Ständen der Branchenführer Stihl und Husqvarna, aber auch bei Makita und Milwaukee: Eindrucksvoll wurde dort gezeigt, wie groß die Bandbreite der möglichen Akku-Anwendungen ist, vom Tischstaubsauger über Leuchten und Laubbläser bis zum Rasenmäher.

Ein ebensolcher Wandel, getrieben vom Gedanken, dass Plastik im Wald nicht gut sein kann, zeichnet sich auch beim Thema Wuchshüllen ab. Spätestens seit dem KWF-Thementagen in Jessen, wo die Probleme mit Plastik im Wald umfassend dargestellt und etliche Alternativlösungen auf Basis Nachwachsender Rohstoffe vorgestellt wurden, in der Folge dann große Landesforstbetriebe nur noch plastikfreien Einzelschutz vorschrieben, vollzieht sich ein Wandel – sowohl bei der herstellenden Industrie als auch beim übrigen Waldbesitz. Und so waren auf den Waldtagen fast ausschließlich Hersteller mit Einzelschutz auf Holzbasis vertreten.

Torfmyrte beeindruckt als beeriger Blickfang

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Der reiche und vor allem lange haltbare Fruchtschmuck der Torfmyrte trägt zu ihrer Beliebtheit als herbstliche Dekoration für Balkon und Terrasse bei. Doch die Torfmyrte wird auch gern als herbstlicher Grabschmuck verwendet. Sie gedeiht wunderbar an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit saurem Boden in windgeschützten Lagen.

Die Torfmyrte (Gaultheria mucronata) gehört zum herbstlichen Standardsortiment im Gartenmarkt. Hier ist der immergrüne Zierstrauch mit seinem reichen und farbenprächtigen Beerenschmuck in Weiß, Rosa oder Purpurrot nicht zu übersehen. Die Früchte bleiben meist den ganzen Winter über haften. Das liegt vor allem daran, dass Vögel sie nicht besonders schätzen und ihnen ein paar wenige Frostgrade nichts anhaben. Die kugeligen Früchte enthalten wie alle Teile der Torfmyrte Giftstoffe. Neben dem dekorativen Fruchtbehang punktet das Heidekrautgewächs mit immergrünen, glänzend dunkelgrünen Blättern. Sie wachsen maximal 1,5 cm lang und weisen eine stachelige Spitze auf. Was eigentlich als Schutz vor Fraßfeinden dient, kann bei Pflege- und Pflanzarbeiten recht unangenehm werden. Daher empfiehlt sich dabei das Tragen von Handschuhen.

Das kräftige Rot der Beeren von ,Purpurea‘ leuchtet im Herbst. Foto: Karin Stern
Die Farbpalette der Beeren bietet auch rosafarbene Töne. Foto: Karin Stern
Weiße Beeren dürfen natürlich nicht fehlen, hier die Sorte ,Alba‘. Foto: Karin Stern
Das reizvolle Pink ist sehr wirkungsvoll. Foto: Karin Stern


Stacheldrahtpflanze, Alpenveilchen und Torfmyrte sind ein hübsches Trio. Foto: Karin Stern

Die Bezeichnung Torfmyrte lässt bereits auf gewissen Vorlieben schließen. Als typische Moorbeetpflanze verlangt die Torfmyrte einen humosen, feuchten und sauren Boden. Auf kalkhaltigen Standorten wird man nur wenig Freude mit der Pflanze haben. Bei der saisonalen Verwendung als herbstliche Dekoration in Töpfen, Schalen und Balkonkästen genügt jedoch handelsübliche Blumenerde. Tipp: Den saisonalen Topfschmuck im Topf frostfrei überwintern und im kommenden Frühjahr ins Freie auspflanzen. Wer die Torfmyrte dauerhaft im Garten kultivieren möchte, setzt sie am besten in Rhododendronerde. Im Garten macht sie sich einzeln oder in der Gruppe gepflanzt gut im Heidegarten zwischen den verschiedenen Sorten der Schneeheide (Erica carnea) und Besenheide (Calluna vulgaris). Sie lässt sich zudem problemlos in Moorbeete integrieren und eignet sich für niedrige Einfassungshecken. Der 40 bis 80 cm hoch und etwa 50 cm breit wachsende Strauch passt gut in die Nachbarschaft von Rhododendren und Azaleen. Der optimale Standort liegt sonnig bis absonnig, warm sowie geschützt und zeichnet sich durch einen lockeren, frischen bis feuchten, humosen und unbedingt sauren Boden aus.

Silberblatt und die sukkulente Echeveria verleihen der Pflanzung einen besonderen Reiz. Allerdings verträgt die Echeverie keinen Frost. Foto: Karin Stern

Die Torfmyrte ist eine zweihäusige Pflanze, entwickelt daher männliche und weibliche Exemplare. Wer sie dauerhaft etablieren möchte, sollte also männliche Befruchter pflanzen, um in den Genuss des Fruchtschmucks zu kommen. Rechnen Sie dabei ein männliches Exemplar auf fünf weibliche. Die männlichen Bestäuber werden explizit als solche angeboten. Ihre Blüten erscheinen ab Mai, manchmal auch erst im Juni. Die weißen Blütenglöckchen der männlichen Exemplare sind etwas größer als die der weiblichen Pflanzen. Da die männliche Torfmyrte als gut winterhart gilt und sich schön über Ausläufer ausbreitet, fügt sie sich ebenfalls als Immergrüne prima in Heide- und Moorbeete ein. Tipp: In jungen Jahren die Torfmyrte generell vor Kahlfrösten im Winter mit einer Abdeckung aus Nadelzweigen schützen. Die Winterhärte erhöht sich erst mit zunehmender Etablierung. Einmal eingewachsen, übersteht die Torfmyrte dann auch einmal Temperaturen bis –15 °C.

Mit soviel Farbfreude kann der Winter gerne noch ein bisschen vor der Türe stehen. Foto: Karin Stern

Die Torfmyrte ist auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit angewiesen. Man verwendet dafür am besten kalkfreies Gießwasser. Ansonsten zeigt sich das Heidekrautgewächs recht pflegeleicht. Nur bei Bedarf schneidet man störende Triebe kürzer. Männliche Pflanzen lassen sich mit einem Rückschnitt um etwa ein Drittel im Rhythmus von zwei oder drei Jahren wunderbar kompakt halten. Am besten wird der Schnitt nach der Blüte vorgenommen. Doch Vorsicht: Bei weiblichen Pflanzen geht jeder Schnitt zulasten des Fruchtschmucks, da die Blüten meist an den Triebenden erscheinen. Fruchttragende Pflanzen brauchen bei kurzzeitigem starken Frost etwas Winterschutz, um den Fruchtbehang unbeschadet in die nächste wärmere Phase zu retten. Für Nachwuchs lässt sich sehr leicht über das Abtrennen bewurzelter Ausläufer sorgen. Sie bilden sich vor allem dann reichlich, wenn die Torfmyrte geschützt am optimalen Standort steht.

Torfmyrte ,Alba‘ wurde hier mit verschiedenen Sorten der Besenheide und rotlaubigem Purpurglöckchen kombiniert. Foto: Karin Stern