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Erwartungen wurden übertroffen

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Die Erwartungen im Vorfeld der Mai-Auktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) in Dätgen waren eher verhalten. Gründe dafür waren der Milchmarkt ohne wesentliche Impulse für die Erzeugerpreise sowie eine gegenüber den vorangegangenen Absatzveranstaltungen begrenzte Käuferpräsenz aufgrund der Silageernte. Dennoch zeigte sich erneut, dass Qualitätsrinder weiterhin gefragt sind. Bis auf wenige Ausnahmen konnten die angebotenen Tiere vermarktet werden.

Das kleine Bullenangebot überzeugte durch gut Qualität. Einziger Rotbuntbulle im Angebot war der rahmige und typstarke „Elanko“ („Rocket RDC“ x VG 85 „Spread P“) aus der Zucht von Stefan Voß, Nehms. Der Zuschlag fiel bei 2.900 €.

Die aufgetriebenen Schwarzbuntbullen erzielten im Schnitt 2.900 €. Die Preisspitze von 3.100 € wurde dabei gleich zweimal erreicht, und zwar für Tiere aus der Zuchtstätte Milchhof Broosch GbR, Techau. Zum einen handelte es sich um den homozygot hornlosen und harmonischen „Egmont PP“, einen Sohn des breit eingesetzten RSH-Vererbers „Dax PP“, zum anderen um den typstarken und heterozygot hornlosen „Einar P“ (Vater: „Caban“). Beide Vatertiere überzeugten durch ihre überdurchschnittliche Bemuskelung.

Bei den weiblichen Tieren entfiel das auftriebsstärkste Kontingent auf die Schwarzbunten. Hier wurde flott und qualitätsorientiert geboten. Der Durchschnittspreis lag bei 2.340 € und damit nur knapp unter dem Niveau der vorangegangenen Auktion. Die teuerste schwarzbunte Färse, „Dona“ („Geronimo“ x GP 84 „Vivico“), ein langes, überragend körperstarkes, ausgeglichenes und genetisch hornloses Tier aus der Zucht des Milchhof Wesenberg, Thomas Schmahl, Wesenberg, wurde von einem hiesigen Käufer für 3.000 € erworben.

Aufgewertet wurde das schwarzbunte Verkaufskontingent durch eine Betriebskollektion der Timm GbR, Krumstedt, die mit überdurchschnittlicher Kapazität in Verbindung mit hohen Einsatzleistungen und sehr guten Eutern überzeugte. Dies honorierten die Käufer mit einem Durchschnittspreis von 2.436 €.

Das Kontingent der Angler Färsen wurde vom Auktionator Claus-Peter Tordsen im Durchschnitt für 2.256 € zugeschlagen. Hier hatte Agnes Greggersen, Hasselberg, mit ihrer genetisch hornlosen ­„Dolly“, einer Tochter von „Volt P“, die Nase vorn. Bei 2.600 € fiel der Hammer für einen Käufer aus Niedersachsen.

Die rotbunten Färsen erreichten im Durchschnitt 2.209 €. Mit jeweils 2.450 € waren zwei Färsen aus dem Bestand von Willem Lüschow, Huje, die teuersten. Dabei handelte es sich um „Dreieck“, eine Tochter von „Stanfort P“, sowie um die genetisch hornlose „Drei“, (Vater: „Say PP“). Beide überzeugten durch sehr flache Euter und viel Körperharmonie.

Fazit

Die Nachfrage nach ­weiblichen Tieren ist ungebrochen. Der Trend zum qualitätsorientierten und differenzierten Bieten setzt sich konsequent fort. Auch wenn das Preisniveau gegenüber der April-Auktion etwas nachgab, wurde insgesamt flott geboten. Nach wie vor honorieren die Käufer ordentliche Einsatzleistungen sowie den Betriebsstatus „GVO-frei“. Mittelrahmige Tiere mit Vorteilen in den Körpermerkmalen erzielen dabei deutliche Preisvorteile. Zu beachten ist, dass für interessierte Käufer in der gegenwärtigen Marktsituation gute Einkaufsmöglichkeiten für abgekalbte Färsen zur Bestandsergänzung bestehen, die genutzt werden sollten.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 16. Juli im Vermarktungszentrum in Dätgen statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen. Anmeldungen der Auktionstiere sind dafür bis Montag, 29. Juni an die RSH, Neumünster unter Tel.: 0 43 21-905-307, Fax: 0 43 21-905-395, E-Mail: s.rahn@rsheg.de zu richten.

Vier Tage Messe, viele Monate Vorbereitung

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Wenn Anfang September die Norla ihre Tore öffnet, ist der Landjugendpavillon längst vorbereitet. Hinter dem Messeauftritt des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein stehen zahlreiche Ehrenamtliche und viele Stunden Planung in der Projektgruppe Norla. Was die Arbeit hinter den Kulissen ausmacht, warum sich das Engagement lohnt und was die Norla für ihn persönlich besonders macht, erzählt Sören Schatt, erster stellvertretender Vorsitzender des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein und Hauptverantwortlicher für den Landjugendauftritt auf der vorigen Norla.

Du bist erster stellvertretender Vorsitzender des Landjugendverbandes und warst im vergangenen Jahr hauptverantwortlich für den Landjugendauftritt auf der Norla. Was gehörte bei einer so großen Messe eigentlich alles zu deinen Aufgaben?

Sören Schatt: In erster Linie ging es darum, die Helfer so einzuteilen, dass niemand benachteiligt wird. Es war darauf zu achten, dass die Pausenzeiten eingehalten werden, gerade weil es im vergangenen Jahr auch sehr warm war. Ein gutes Team zu haben, ist also das A und O.

Die Wand „Bauer sucht Frau“ erfreut sich wachsender Beliebtheit. Foto: Thore Groth

Zudem ist die Verpflegung wichtig, nicht nur zu den Hauptmahlzeiten, sondern auch die kleinen Dinge zwischendurch. Ein kurzes Gespräch mit den Helfern oder eine kleine Stärkung können an langen Messetagen viel ausmachen. Außerdem ist man als Zuständiger für die Norla auch Ansprechperson für Gäste und Interessierte, die uns im Landjugendpavillon besuchen.

Da wir auch Politikerinnen und Politiker oder Gäste aus befreundeten Verbänden empfangen, ist es wichtig, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ihnen die Anliegen und Ideen der Landjugend mit auf den Weg zu geben. Das geht natürlich nicht allein, sondern nur gemeinsam mit unserem Landesvorstand und dem Agrarausschuss. Der Agrarausschuss hat bei landwirtschaftlichen Themen die Nase vorn, während der Landesvorstand sowohl jugendpolitische Themen als auch die Zukunft des ländlichen Raumes im Blick hat.

Die Vorbereitung beginnt schon Monate vor der Messe. Was muss alles organisiert werden, damit der Stand an den vier Messetagen erfolgreich laufen kann?

In erster Linie muss über die Verpflegung gesprochen werden. Dabei geht es nicht nur um das Essen für unsere Helfer, sondern auch um alles, was wir für den Verkauf und unsere Aktionen am Pavillon benötigen. Waffelteig, Getränke, Material für das Kinderschminken oder weitere Mitmachaktionen müssen rechtzeitig geplant und eingekauft werden. Des Weiteren überlegen wir uns, wer welche Aufgabenbereiche übernimmt. Wir erstellen Einsatzpläne, schauen, wer wann am Stand ist und wer welche Verantwortung übernimmt. Außerdem schauen wir uns an, welche Punkte im vergangenen Jahr noch nicht optimal gelaufen sind und wie wir diese verbessern können.

Kinderschminken gehört zu den Traditionen, die auf keiner Norla fehlen dürfen. Foto: Sören Schatt

Auch der Pavillon selbst muss vorbereitet werden. Er wird gereinigt, eingerichtet, Schilder werden aufgehängt und alles für die vier Messetage vorbereitet. Viele Dinge, die Besucher später als selbstverständlich wahrnehmen, entstehen bereits lange vor der Eröffnung am Donnerstag. Und zuletzt muss auch die Politikaktion vorbereitet werden. Dafür findet sich eine eigene Projektgruppe zusammen.

Was macht die Norla-Zeit für dich persönlich besonders?

Die Norla ist vor allem eines: eine superinteressante und informative Veranstaltung über mehrere Tage. Man knüpft Kontakte, kommt teilweise mit hochrangigen Politikerinnen und Politikern ins Gespräch und trifft immer wieder spannende Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Mindestens genauso wichtig sind natürlich die Leute vor Ort. Man sieht, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. Daran kann ich mich nie sattsehen, und darauf freue ich mich jedes Mal.

Viele verbinden die Norla mit Arbeit, Gemeinschaft und guter Stimmung. Wie hast du die Atmosphäre am Landjugendpavillon erlebt?

Genau das beschreibt es am besten: mit verschiedenen Landjugendlichen etwas Gutes zu erschaffen. Das ist eben zu 100 % das Landjugendgefühl, das jeder einmal erlebt haben muss.

Die Politikaktion wird im Vorfeld von einer eigenen Projektgruppe geplant. Foto: Sören Schatt

Gab es 2025 einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Mit Daniel Günther (CDU) eine Waffel an einem Tisch zu essen, war schon ein sehr großes Highlight. Am Ende sind es aber oft die kleinen Dinge und Begegnungen, die einem im Kopf bleiben, gerade im Kontakt mit den Helfern aus ganz Schleswig-Holstein.

Warum lohnt es sich aus deiner Sicht, in der PG Norla und/oder als Helfer vor Ort mitzumachen?

Kurz gesagt: wegen des Landjugendgefühls. Es gibt aber auch für jeden etwas zu tun. Für die einen ist es das Kinderschminken, für die anderen das Ansprechen von Leuten vor dem Pavillon. Andere betreuen unsere beliebte „Bauer sucht Frau“-Wand, stehen beim „Hau den Lukas“, backen Waffeln oder helfen bei der Verpflegung und Organisation im Hintergrund. Wir haben für jeden den passenden Job.

Du bist in diesem Jahr wieder dabei. Worauf freust du dich angesichts der kommenden Norla besonders?

Ich freue mich vor allem darauf, wieder eine gelungene Veranstaltung zusammen mit den vielen Helfern und Helferinnen zu organisieren, Leute wiederzutreffen und die Kritikpunkte des vergangenen Jahres so umzusetzen, dass für alle ein noch besseres Event daraus entsteht. Die Vorfreude ist auf jeden Fall auch drei Monate vorher schon da.

Während der vier Tage Messe sind viele Dinge zu beachten und zu betreuen.

Mitmachen erwünscht

Wer die Norla einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann sich bereits jetzt als Helfer für den Landjugendpavillon anmelden. Unterstützung ist sowohl an einzelnen Tagen als auch während der gesamten Messezeit möglich. Darüber hinaus freut sich der Landjugendverband jederzeit über Interessierte, die sich in der Projektgruppe (PG) Norla an der Planung und Organisation beteiligen möchten.

Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein. Die Anmeldung als Helfer ist unter landjugend-sh.de möglich. Interessierte für die PG Norla können sich direkt bei Bildungsreferentin Jaenne Albert melden.

Wenn die Grätsche als Grünlandumbruch gilt

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Bundestrainer Julian Nagelsmann steht in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft ohnehin unter Druck. Jetzt aber sorgt das Bundeskabinett mit einem Fußballfeld-Naturflächenbedarfsgesetz (FfNatG) beim DFB-Coach für schlaflose Nächte. Dem FfNatG-Entwurf zufolge sind 10 % der Rasenfläche bei Spielen mit deutscher Beteiligung für urbane Biodiversität zu reservieren. Nagelsmann reagiert entsetzt: Stadien seien keine Spielwiese für grüne Fantasten, denen die Bindung zum Fußball fehle. Umweltschutz sei wichtig, aber bitte am Spielfeldrand.

Unbeeindruckt äußert Umweltminister Carsten Schneider (SPD) gegenüber Journalisten, nach der WM auch den Waldanteil auf verödeten deutschen Fußballflächen anheben zu wollen. Im ersten Schritt auf 10 %, weitere Anhebungen könnten mit freiwilligen Verpflichtungen zur Anlage von Knicks an der Westkurve verrechnet werden. Jährlich sei die Entwicklung zu dokumentieren und staatlich zu kontrollieren. Die Kontrollkosten habe der Stadionbetreiber zu tragen. Auf der verbleibenden Fläche gelte das Grätschen ab sofort als Grünlandumbruch und werde verboten.

Schneider bekommt Beistand vom Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) aus Schleswig-Holstein: Es sei unverantwortlich, wie der DFB den Naturschutz vernachlässige. Die Rasenfläche werde seit Jahrzehnten massiv überdüngt. Der leichtfertige Einsatz von Pestiziden ermögliche eine Grasmonokultur mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität. Deutsche Stadien seien das Paradebeispiel für eine rückwärtsgewandte, einseitig von ökonomischen Interessen geleitete Wirtschaft.

„Es gibt keinen heiligen Rasen. Wir machen Schluss mit ausgeräumten Stadionlandschaften. Naturschutz muss im Sinne der Sozialpflichtigkeit des Eigentors, äh, Eigentums gerade von der Wirtschaft gelebt werden“, fordert Minister Goldschmidt im Interview auf dem gepflasterten Parkplatz seines Ministeriums.

Schneider wirbt dafür, die Chancen des Biofußballs zu sehen und Fördermittel für eine ökologische Inwertsetzung der monotonen Rasenflächen in Anspruch zu nehmen. Auch ethisch sei der konventionelle Rasenfußball infrage zu stellen. „Wir haben heute Alternativen, deshalb brauchen wir eine neue Begründung für reine Rasenflächen.“ Der Umweltkollege aus dem Norden wird deutlich: Wer die Sportförderung nutze, der müsse auch etwas dafür tun. Geld für ein Weiter-so werde es mit ihm nicht geben. Der Bürger wolle für seine Steuermittel eine Gegenleistung. Das Fußballspiel allein reiche da nicht.

Nagelsmann droht: „Dann machen wir die Tore zu!“ Immerhin, über die Medien reagiert Schneider mit Verständnis: „Ich bin dafür, die Eintrittspreise zu erhöhen. Die Zuschauer sind längst bereit, für Umwelt- und Klimaschutz mehr zu zahlen.“ Goldschmidt erteilt Nagelsmann sogar Nachhilfe in Sachen Unternehmenserfolg: „Statt weiter auf Wachstum zu setzen, schießen Sie endlich weniger Tore, dafür mit höherer Qualität.“ Die Gesellschaft sage immer häufiger Nein zu konventionellen Pestizid-Kunstdünger-Massentorschüssen. Fußball dürfe im Stadion nicht alles bestimmen. Es gehe auch um eine Heimat für den Wolf …

… so weit der Blick in die Zukunft. Unrealistisch? Heute schon Wirklichkeit – in der deutschen Landwirtschaft.

Qualitätsausschuss tagte bei Wilhelm Brandenburg

Anfang Juni kam der Qualitätsausschuss bei der Landwirtschaftskammer zu seiner vierteljährlichen Sitzung zusammen. Dieses Mal trafen sich die Mitglieder am Standort der Wilhelm Brandenburg GmbH & Co. OHG in Timmendorfer Strand.

Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung erhielten die Ausschussmitglieder Einblicke in die Produktionsabläufe des Unternehmens. Am Standort wird ein breites Sortiment an Fleischwaren hergestellt. Dabei liegt der traditionelle Schwerpunkt auf streichfähigen Aufschnitten, allen voran der Rügenwalder Teewurst. Das Rezept für die Gewürzmischung ist Familiengeheimnis. Noch heute stellt nur Wilhelm Brandenburg selbst die Gewürzmischung hinter verschlossenen Türen zusammen. Dieses Recht besitzen deutschlandweit nur drei Familien.

Auch Regionalität spielt eine große Rolle bei der Vermarktung. Ausschließlich aus heimischem Gütezeichen-Markenfleisch wird das Sortiment unter der Marke Timmendorfer hergestellt. Das Sortiment wird auch als SB-Ware über die Märkte der Rewe-Gruppe vertrieben. Seit Kurzem wird für das Timmendorfer-Sortiment nur noch Schweinefleisch aus Haltungsstufe 3 eingesetzt.

Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung fand die Sitzung des Qualitätsausschusses statt. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Überarbeitung des Handbuches, um dieses an die ab September geltenden EU-Regelungen der EmpCo-Richtlinie anzupassen. Darüber hinaus informierte sich der Ausschuss über die kommenden Veranstaltungen, an denen sich das Gütezeichen Schleswig-Holstein beteiligen wird. Ein weiterer Schwerpunkt war der Social-Media-Auftritt von Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein auf Instagram und Facebook.



Tasdorfer Turniertage

Mit zwei Schwerpunkten fanden auch in diesem Jahr die Tasdorfer Turniertage im Kreis Plön statt: Zwei Tage Gelände und drei Tage Springen sowie einige Dressurprüfungen standen auf dem Mammutprogramm. Mit dabei waren Amateure und Profis, junge und erfahrene Reiter und Pferde. Die Gastgeber und Nachbarn Sophie Vogg und Harm Sievers zeigten sich nach den fünf Turniertagen zufrieden und dankbar.

Die ersten goldenen Schleifen wurden schon am Dienstag und Mittwoch auf dem Geländeplatz verliehen. Los ging es mit einer Geländepferdeprüfung der Klasse A, zugleich Qualifikation für die Bundeschampionate. Hier dominierte mit der Traumnote 9,5 die für den Reit- und Fahrverein Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, startende Finnin Lotte Palmgren mit ihrem Holsteiner Wallach Udo J. Das Paar gewann auch gleich noch die Geländepferdeprüfung der Klasse L*.

„Hier kann ich Training und Turniererfahrung aufs Beste verbinden“, sagte Anna Siemer aus dem niedersächsischen Luhmühlen. Sie gewann den Stilgeländeritt der Klasse L* mit dem gekörten Trakehner Hengst Sturmpfeil.

Turnierveranstalterin Sophie Vogg war von den ersten Tagen begeistert: „Alles in allem ein perfekter Start für alles, was jetzt am Wochenende noch kommt.“ Und da kam noch einiges.

Ab Freitag nahm das Turnier erneut Fahrt auf: Das klassische Programm bot Springprüfungen der Klassen E bis S. Dazu kamen das Holsteiner Schaufenster sowie eine Station der Röschmann Team Trophy. Letztere gewann zur großen Freude des Veranstalterteams die Heimmannschaft des Husberger Reitvereins.

Im Holsteiner Schaufenster der U25-Reiter siegte Tomma Thiesen. Sie hatte sich unmittelbar nach ihrem CSI4*-Debüt in Hohen Wie­schendorf auf den Weg nach Tasdorf gemacht. Doch dem Shootingstar der Springszene reichte eine goldene Schleife nicht. Am Sonntagnachmittag holte Thiesen sich die zweite im Youngster-Zweiphasenspringen der Klasse S mit der Holsteiner Stute Harley Quinn AS. Silber gab es gleich dazu, diesmal mit dem Holsteiner Calletino. „Grasplätze werden generell weniger. Umso schöner, dass Tasdorf eins meiner Lieblingsturniere ist und meine Pferde hier gern gehen“, sagte sie zufrieden.

Mit dem Großen Preis von Tasdorf stand schließlich der Höhepunkt des Wochenendes auf dem Programm. Für das Stechen der S-Springprüfung hatten sich elf Reiter qualifiziert. Es siegte Philipp Battermann-Voss aus Schülp, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit seinem Holsteiner Hengst Lyotard. Der neunjährige Dunkelbraune war bereits Zehnter bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde und wurde von seinem Reiter selbst ausgebildet. „Dieser Sieg ist bisher sein größter Erfolg. Er ist mutig, leistungsbereit und vorsichtig“, sagte Battermann-Voss und fügte hinzu: „Das Turnier in Tasdorf hat eine unglaublich lange Tradition, vor allem für mich, weil wir mit der Familie Sievers eng befreundet sind.“

An zweiter Stelle rangierte der Fehmaraner Mathies Rüder mit seiner Holsteiner Stute Carlesta. Es folgte der in Tasdorf beheimatete Australier Tom Tarver-Priebe mit seinem Holsteiner Hengst Cornet’s Caruso.

Am Ende strahlten nicht nur die Sieger und Platzierten, sondern auch die Veranstalter Sophie Vogg und Harm Sievers. Vor allem aber machte Vogg klar: „Ohne den außerordentlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer und ohne die Sponsoren könnte das so nicht stattfinden. Genau sie sind es, die unser Turnier zusammenhalten und es ausmachen.“ Sievers fügte hinzu: „Das war das beste Turnier, das wir je gemacht haben. Und für das nächste Jahr planen wir genau das wieder.“ pm

Die Pflegeleichten für jeden Garten

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Mit den nachfolgenden Pflanzen ist erfolgreiches Gärtnern garantiert, denn sie gedeihen prächtig ohne viel Zutun und blühen dabei auch noch wochenlang. Sämtliche Arten können jetzt noch gepflanzt werden. Eines jedoch gleich vorneweg: Auch pflegeleichte Pflanzen haben Ansprüche hinsichtlich der Lichtverhältnisse, der Bodenbeschaffenheit und der Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, zeigen sie sich ganz ohne großen Aufwand von ihrer schönsten Seite.

Die schlanken Blütenstiele der Pfirsichblättrigen Glockenblume machen sich gut als Zaungucker. Foto: Karin Stern

Beginnen wir nun unsere Reise durch das Reich der Pflegeleichten. Frauenmantel (Alchemilla mollis) ist ein toller Bodendecker für nährstoffreichen, leicht feuchten Boden in Sonne und Halbschatten. Auf Lehmboden wächst er besonders gut. Vom Austrieb bis zum Herbst schmücken seine samtigen Blätter den Garten. Die gelben Blütenrispen recken sich von Juni bis Juli 30 bis 50 cm hoch. Zur gleichen Zeit öffnen sich die weißen oder violetten Blüten der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia). Sie mag es sonnig und liebt sandig-lehmigen Boden, der ausreichend feucht sein sollte. An halbschattigen Standorten verträgt sie auch etwas mehr Trockenheit. Mit 80 cm Höhe ziehen die schlanken Blütenstiele den Blick auf sich. Auch die Sommermargerite ist von Juni bis August mit einem imposanten, 70 bis 100 cm hohen Flor eine eindrucksvolle Erscheinung. Sie bevorzugt einen lockeren, durchlässigen Boden. Mit Nässe oder schwerem Boden kommt die Sommermargerite (Leucanthemum maximum) nicht zurecht. Tipp: Alle drei Jahre im Frühjahr zur Verjüngung teilen.

Frauenmantel und Sommersalbei ergänzen sich optisch. Foto: Karin Stern
Margeriten gehören einfach in jeden Garten. Foto: Karin Stern


Die Berg-Waldrebe schmückt hier einen Torpfosten. Foto: Karin Stern

Von Mai bis Juni präsentiert die Berg-Waldrebe (Clematis montana) ihre Blüte. Die anspruchslose unter den Clematis braucht keinen Schnitt, mag Sonne wie Halbschatten und erkrankt nicht an der Clematis-Welke. Die unschlagbar robuste Katzenminze (Nepeta x faassenii) verträgt sogar Trockenheit und schweren Boden. Im Mai und Juni zeigt sie ihren violetten oder hellblauen Flor. Einziger Nachteil: die unwiderstehliche Anziehungskraft auf Katzen, die sich auch gern in der Staude wälzen. Das völlig unkomplizierte Sonnenauge (Heliopsis helianthoides) gedeiht in jedem nährstoffreichen, durchlässigen Boden in voller Sonne. Es verträgt sogar Trockenphasen. Die Blüte zeigt sich auf 80 bis 130 cm hohen Stielen von Juli bis September. Zur gleichen Zeit erfreut der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) in nährstoffreichem, nicht zu trockenem Boden an sonniger Stelle. Bis zum Frost hingegen zieren die violetten Blütenstände des Eisenkrauts (Verbena bonariensis) den Garten. Es liebt volle Sonne und gedeiht in jedem normalen Gartenboden. Die fehlende Winterhärte gleicht das Eisenkraut durch Selbstaussaat aus.

Die Katzenminze ist eine sehr robuste Staude. Foto: Karin Stern
Die hohen Formen des Sonnenauges sind leider nicht sehr weit verbreitet. Foto: Karin Stern
Eisenkraut erhält sich am optimalen Standort über die Selbstaussaat. Foto: Karin Stern


Ganz ohne jedes Zutun bildet das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) prächtige Horste aus, Sonne und leicht feuchter, nährstoffreicher Boden vorausgesetzt. Je nach Sorte wächst das Gras 70 bis 250 cm hoch. Die Blütenrispen zeigen sich ab August. Die Blaublatt-Funkie (Hosta sieboldiana) ‚Elegans‘ kommt auf jedem Boden im Schatten oder Halbschatten zurecht. Allerdings mag sie weder Nässe noch Kalk. Über den ornamentalen Blättern erheben sich von Juni bis Juli 50 bis 80 cm hohe Blütenstiele. Auch die frostharte Ball-Hortensie (Hydrangea arborescens) ‚Annabelle‘ mag Schatten und leicht feuchten, nährstoffreichen Boden. Unter diesen Bedingungen beeindrucken die weißen Blütenbälle von Juni bis September in 100 bis 150 cm Höhe. Der bodendeckende Günsel (Ajuga reptans) ist ebenfalls ein Schattenkind für lehmigen Boden. An etwas feuchteren Standorten verträgt er auch mehr Sonne. Die Blüte zeigt sich von April bis Mai.

Chinaschilf bietet eine breite Sortenauswahl mit unterschiedlichen Wuchshöhen und -formen. Foto: Karin Stern
Die Blüte der Blaublatt-Funkie gibt es als Zugabe zum Blattschmuck. Foto: Karin Stern
Ball-Hortensie wurden hier als Wegbegleiter verwendet. Foto: Karin Stern
,Atropurpurea‘ ist eine rotlaubige Sorte des Kriechenden Günsels. Foto: Karin Stern


Der Sommer-Salbei (Salvia nemorosa) braucht für gutes Gedeihen volle Sonne und nährstoffreichen, lockeren Boden. Auf 40 bis 60 cm hohen Stielen zeigen sich von Mai bis Juni seine violettblauen, weißen oder rosafarbenen Blütenähren. Von Rot bis Gelb reichen die Blütenfarben der Sonnenbraut (Helenium). Sie eignet sich für sonnige Beete mit nicht zu trockenem, lockerem Boden. Je nach Sorte schwankt die Höhe zwischen 80 und 140 cm und die Blütezeit zwischen Juli und September. Der wintergrüne Felsen-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) ist extrem anpassungsfähig. Er wächst so gut wie überall, selbst im trockenen Schatten. Die Blüte des Bodendeckers erscheint von Mai bis Juli.

Sommer-Salbei ,Amethyst‘ überzeugt als blütenreiche und pflegeleichte Staude. Foto: Karin Stern
Sonnenbraut ,Salsa‘ verzweigt sich schön. Sie wächst kompakt und sehr standfest. Foto: Karin Stern


Tipp: Wer ein wenig Aufwand nicht scheut, kann mit dem richtigen Schnitt die Blütezeiten mancher Pflanzen sogar verlängern. Bei Sommermargerite, Sonnenauge und Sonnenhut funktioniert das durch Ausputzen der Blütenstiele am Stängelgrund. Der Austrieb frischer Blätter lässt sich mit einem kompletten Rückschnitt nach der Blüte bei Frauenmantel, Sommermargerite, Katzenminze, Sommer-Salbei und Sonnenbraut anregen. Mit etwas Glück folgt sogar eine Nachblüte, wenn die Pflanzen anschließend gut mit schnell verfügbarem Dünger und Wasser versorgt werden. Wer für buschigeren Wuchs und mehr Standfestigkeit sorgen möchte, kürzt Sonnenbraut Ende Mai, Anfang Juni um 15 cm ein. Dadurch verschiebt sich die Blütezeit ein wenig nach hinten.

Felsen-Storchschnabel wird manchmal auch unter der Bezeichnung Balkan-Storchschnabel angeboten. Foto: Karin Stern

Artenschutz im Wandel der Zeit

Nutrias, auch Sumpfbiber oder Biberratten genannt, tauchen seit einigen Jahren immer häufiger im Landschaftsbild auf. Als sogenannte invasive Art, zu denen aktuell auch der Marderhund und der Waschbär zählen, hat die Nutria neben der mit dem Einzug fremder Arten einhergehenden Veränderung der heimischen Flora und Fauna eine besondere Eigenart, die nicht nur Naturschützern oder Jägern Kopfzerbrechen macht. Im Umfeld von Teichen, Tümpeln, Flüssen oder Sielzügen im Marschland lebend, bedeutet der bis zu 10 kg schwere Nager ein erhebliches Schadenspotenzial für Böschungen, Uferbefestigungen oder Wall- und Deichanlagen.

Die Wühltätigkeit und die dabei oberhalb der Wasserlinie entstehenden Baue schaffen bedrohliche Hohlräume in den Gewässer- und Hochwasserschutzanlagen. Deswegen werden inzwischen je nach Schadenslage Prämien für den Fang gezahlt. Diese sind unterschiedlich zu beantragen und variieren je nach Kommune oder Gewässerverband.

Dass die ursprünglich in Südamerika beheimatete Nutria inzwischen eine ernst zu nehmende Bedrohung nicht nur für Deiche und Böschungen darstellt, wird aus dem Monitoring des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein ersichtlich. Alle fünf Jahre wird das Monitoring aktualisiert. Allein zwischen 2015 und 2020 hat sich das Vorkommen zwischen Nord- und Ostsee etwa verdoppelt. Die Auswertung für das Jahr 2025 laufe, sagt René Hartwig, akademischer Jagdwirt aus dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV). Dabei dürfe die Flächendeckung inzwischen als landesweit betrachtet werden. Weiße Flecken würden kaum übrig bleiben, befürchtet Hartwig.

Invasive Arten können nur im Einklang zwischen Politik, Jägerschaft und Naturschutz erfolgreich zurückgedrängt werden. Immerhin hat das Land Schleswig-Holstein das Thema nicht auf die leichte Schulter genommen und allein für die Bejagung invasiver Arten jetzt 50.000 € zur Verfügung gestellt. Damit könnte unter anderem die Anschaffung moderner Fallensysteme finanziert werden. Noch können keine Anträge gestellt werden. Aktuell werde an der Ausgestaltung der Vergabebedingungen gearbeitet, sagt Hartwig. Die Bejagung sollte allerdings landesweit erfolgen und dabei auch Naturschutz- oder Stiftungsflächen einschließen, sagt er. Allein könnten die Jäger es in ihren Revieren nicht richten. Wenn ausgeklammerte Lebensräume als Rückzugsflächen bestehen, kann es nicht funktionieren. „Es geht nur miteinander“, sagt Hartwig.

Große Fruchtbarkeit

Zwei Jungtiere aus dem letzten Winter in einem Kieler Revier. Beide erlegten Nutrias hatten erfrorene Schwänze. Die Erlegung sei praktizierter Tierschutz, hieß es.
Fotos (3): Blickpunkt-SH

Dass die Nutria in der Bejagung der sogenannten Neozoen, also eingewanderter oder eingeschleppter Arten, inzwischen einen vorderen Rang einnimmt, liegt an ihrer Lebensweise, die nicht nur eine hohe Populationsdynamik aufweist. Bei einer ganzjährig möglichen Befruchtung und einer Tragzeit von knapp fünf Monaten (19 Wochen) mit etwa sechs bis acht Jungtieren und einer bereits mit einem halben Jahr eintretenden Geschlechtsreife sind zwei Würfe im Jahr keine Seltenheit. Deswegen befürchten örtliche Jäger aus den Revieren im kommenden Jahr eine explosionsartige Ausbreitung. Allein im Jagdjahr 2022 und 2023 wurden in Schleswig-Holstein 2.405 Nutrias erlegt. Im Jagdjahr 2023 und 2024 waren es bereits 7.352 Tiere. Das wird nur von 11.945 Marderhunden im Vergleichsjahr übertroffen.

Konkurrenz für Schilfbrüter

Außer der Wühltätigkeit bereitet die Lebens- und Ernährungsweise der Nutria weitere Probleme. So besteht das Potenzial, ganze Schilfbestände kahl zu fressen und so unter anderem massiv in verbleibende Brutareale von Schilfbrütern einzugreifen. Auf die Ausbreitung dürften auch die Winterverluste kaum einen hohen Einfluss haben, befürchten die Beobachter. So trugen im vergangenen Winter viele Nutrias und besonders deren Jungtiere Erfrierungen an den Schwänzen und auch den Schwimmhäuten zwischen den Zehen der Hinterfüße davon. Frost, Eis und verharschter Schnee sind wenig geeignet für das dauerhafte Überleben der ursprünglich aus subtropischen und gemäßigten Arealen in Südamerika stammende Nutria. Trotzdem bleibt das Problem der massiven Ausbreitung bestehen.

Verwertung der Nutrias

Die Bejagung mit der Falle ist die erste Wahl und, mit modernen Multimediameldern versehen, eine effektive und im Revier bis hin zu Naturschutzbereichen wenig störende Methode zur Bejagung.

Ein Trost für die aktiven Jäger, die viel Zeit und Geld in die Fallenjagd investieren, ist die Beute selbst. Nutrias gehören immer häufiger zum Angebot in gehobenen Küchen. Das Fleisch des reinen Pflanzenfressers, der auf den ersten Blick wie eine viel zu groß geratene Ratte in bräunlichem Kleid oder wie ein kleiner Biber ohne dessen charakteristische Schwanzkelle daherkommt, ist eine echte Delikatesse und ausgesprochen fein. In der Küche macht die Nutria deswegen nicht nur als Burger, Ragout, Gulasch oder auch feinstes Filet eine gute Figur. Der im Gegensatz zum viel kleineren Bisam mit seinem abgeplatteten Schwanz drehrunde und spärlich behaarte Schwanz der Nutria und das nagetiertypische Aussehen werden dabei besser ausgeblendet. Inzwischen ist das Wild auf so manch moderner Speisekarte in der Gastronomie zu finden. Auch der Balg, also das Fell, hat seinen Reiz, sollte aber für eine Verwertung als Bekleidung von erfahrenen Händen zugerichtet werden.

Problematisch kann die Begegnung zwischen Hunden und Nutrias werden. Das gilt selbst für gestandene Jagdhunde, wie Schweißhundeführer und Kitzretter Hinnerk Bellmann von der Wildtierrettung Segeberger Heide e. V. zu berichten weiß. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat der Jäger allein im Kreis Plön im Wankendorfer Raum 70 Nutrias gefangen und erlegt. Trotz Bellmanns jagdlicher Erfahrung musste er dabei Lehrgeld zahlen.

Der Alpenländische Dachsbrackenrüde Aaron ist als Schweißhund im Alter von zehn Jahren ein erfahrener Jagdbegleiter. Der Kampf mit einer ausgewachsenen Nutria brachte dem Rüden 14 Stiche beim Tierarzt ein, um die Wunden im Gesicht zu nähen. Foto: Hinnerk Bellmann

Nachsuche mit Folgen

So wurde der Hundeführer zu einer Nachsuche auf ein Damwildkalb nach Schillsdorf gerufen. Die Suche mit dem Alpenländischen Dachsbrackenrüden Aaron führte dabei durch einen von Brombeergestrüpp gesäumten Graben. Schweiß führte in das Brombeergestrüpp. Als der gestandene Rüde ohne Schweißleine zur Kontrolle in das Gestrüpp geschickt wurde, kam spontan heftiger Kampflärm auf. Eine ausgewachsene Nutria von geschätzt 10 kg Körpergewicht und Hund Aaron schossen als „Kampfkugel“ aus den Brombeeren. Zurück blieb nach beherztem Einsatz des Hundeführers, der mit einem Sprung in den Graben dazwischenging und die Kontrahenten trennen konnte, ein geschlagener Rüde mit schweren Bisswunden vom Behang bis in das Gesicht hinein. Das Ergebnis waren nach dem Tierarztbesuch ein um 1.500 € ärmerer Jäger und ein mit 14 Stichen genähter Jagdhund mit spürbar angeschlagenem Stolz. Dass Bellmanns Geschichte kein Einzelfall ist, wissen einige Jäger zu berichten. Die rötlichgelben, meißelscharfen Schneidezähne der Nutria sind keineswegs nur hoch spezialisierte Werkzeuge zum Zerbeißen von Pflanzenmaterial. Verbunden mit einer durchaus eindrucksvollen Wehrhaftigkeit können Nutrias bei Begegnungen mit Hunden ernsthafte Gegner sein. Ungetrübtes Herumtollen von Hunden in Ufer- oder Schilfbereichen und fröhliches Planschen im Wiesengraben, wo im Allgemeinen ohnehin Leinenpflicht besteht, seien deswegen keine gute Idee, meinen die Jäger.

Nutrias verfügen mit vier meißelscharfen Schneidezähnen nicht nur über ein hervorragendes Beiß- und Nagewerkzeug, mit dem sie sogar unter Wasser fressen können, sondern auch über eine messerscharfe Verteidigungswaffe. Überrascht wissen sich die Nager durchaus auch gegen allzu neugierige Hunde zu wehren.

Moskau sieht großes Potenzial

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Russland sieht erhebliches Potenzial für Agrarausfuhren nach China, auch bei Fertigwaren. Für eine Erweiterung des Handels müssten die Exporteure allerdings größere Anstrengungen an den Tag legen, betonte der Leiter des dem Moskauer Landwirtschaftsministerium angegliederten Bundeszentrums Agroexport, Ilya Ilyushin, bei einem Treffen zwischen russischen Unternehmen und Vertretern der chinesischen Online-Plattform JD Global.

Ilyushin hob hervor, dass viele russische Exportunternehmen bereits auf chinesischen Online-Plattformen vertreten seien; für eine erfolgreiche Vermarktung sei das unerlässlich.

Handel ausgeweitet

Der russische Landwirtschaftsattaché in China, Dmitry Klishin, hob nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax hervor, dass bereits ein erheblicher Anteil der chinesischen Internetnutzer Lebensmittel über Online-Marktplätze kaufe. Deshalb sei die Präsenz russischer Produkte auf chinesischen Online-Plattformen nicht nur eine Möglichkeit, das Handelsvolumen zu steigern, sondern der Schlüssel, um die Bekanntheit russischer Marken bei den chinesischen Verbrauchern zu steigern.

Laut der JD Global-Managerin Sally Wang biete der 2014 gegründete Cross-Border-Channel einen einfacheren und effizienteren Zugang zum chinesischen Markt. Für den Verkauf von Lebensmitteln reiche ein Nachweis der Geschäftsregistrierung bei der nationalen Zollverwaltung. Für manche Lebensmittel sei selbst dieser nicht erforderlich.

2025 hat Russland landwirtschaftliche Güter im Wert von rund 6,6 Mrd. € nach China exportiert. In diesem Jahr ist der Handel sprunghaft gestiegen. Allein im ersten Quartal 2026 überschritten die russischen Lieferungen in die Volksrepublik die Marke von 2,6 Mrd. € und lagen damit deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Vorwurf: Korruption

Unterdessen wurde bekannt, dass Rusagro, einer der größten Agrarkonzerne in Russland, künftig unter staatlicher Leitung steht. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, hat laut Gerichtsbeschluss vom 5. Mai die Russische Landwirtschaftsbank eine Mehrheitsbeteiligung von rund 65 % erhalten und damit die Kontrolle über das Unternehmen übernommen. Der entsprechende Eintrag im Handelsregister erfolgte Ende Mai.

Rusagro wurde 1995 von Wadim Moschkowitsch gegründet. Gegen ihn laufen in Russland derzeit mehrere Strafverfahren wegen Korruption, Betrug sowie Veruntreuung. Dem Konzernchef wird zudem vorgeworfen, seine politische Stellung als Mitglied des Föderationsrats, der zweiten Kammer des russischen Parlaments, ausgenutzt zu haben, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. Auf dieser Basis ordnete ein Gericht die Einziehung seiner Unternehmensanteile an. Auch die Aktienpakete seiner Frau und weiterer Familienmitglieder wurden in staatliche Hand gelegt.

Die Landwirtschaftsbank hob hervor, dass das operative Management von Rusagro in den Händen des aktuellen Führungsteams bleibe. Hauptaufgabe aller Verantwortlichen sei es jetzt, die Stabilität des Unternehmens und seiner Marktpositionen zu sichern. Die Übertragung der Vermögenswerte von Rusagro werde die Kontinuität der Geschäftstätigkeit und die weitere Entwicklung des Konzerns nicht beeinträchtigen. age

Rapsöl erneut Spitzenreiter

Speiseölmarkt

Deutsche Verbraucher wissen die Vorzüge heimischen Rapsöls zu schätzen. Foto: Imago

Deutschlands Verbraucher greifen nach wie vor gern zu Rapsöl. Das zeigen nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) Daten zu Einkaufsmengen, die von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft auf Basis von Zahlen der YouGov CP Germany ermittelt wurden. Demnach war Rapsöl im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 40 % erneut das meistgekaufte Speiseöl in privaten Haushalten.

Laut Ufop gingen 2025 etwa 86,5 Mio. l Rapsöl in den Markt. Klar dahinter folgten Sonnenblumenöl mit etwa 63 Mio. l und Olivenöl mit 38,6 Mio. l. Insgesamt kauften die Bundesbürger rund 214 Mio. l Speiseöle ein; das war ungefähr so viel wie im Jahr davor. Auch im Biosegment bleibt Rapsöl der Ufop zufolge eine feste Größe; rund 4,5 Mio. l wurden 2025 verbraucht. Insgesamt belief sich der Absatz von Biospeise­ölen auf rund 28,3 Mio. l.

Laut Ufop-Geschäftsführer Stephan Arens schätzen die Verbraucher insbesondere die vielseitige Verwendbarkeit, die heimische Herkunft und die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Rapsöl. Es zeichne sich durch ein ausgewogenes Fettsäurenmuster mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren aus. Aufgrund seiner Zusammensetzung werde Rapsöl auch von Ernährungsexperten empfohlen. Gleichzeitig stamme ein Großteil des in Deutschland angebotenen Rapsöls aus heimischem Anbau und regionaler Verarbeitung. age

Zwischen Tradition und Selbstverwirklichung

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Frauen übernehmen auf landwirtschaftlichen Betrieben oft zentrale Verantwortung, arbeiten aber weiterhin häufig unter traditionellen Rollenerwartungen – darüber diskutierten Teilnehmerinnen vergangene Woche beim Forum für Frauen in der Landwirtschaft in Kiel. Die Veranstaltung wurde vom LandFrauenverband Schleswig-Holstein (lfv) in Kooperation mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) an der Kieler Hörn durchgeführt.

„Ich habe vier Töchter und war froh, dass das fünfte Kind endlich ein Sohn war.“ Auch im Jahr 2026 sehen sich Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben immer noch mit solchen Aussagen konfrontiert. Denn Geschlechterrollen sind in der Branche weiterhin historisch geprägt. Dass diese Sichtweisen überholt sind, zeigten Sina Steensen und Christine Kühl in der Podiumsdiskussion des Forums. Die beiden Unternehmerinnen berichteten von ihren persönlichen Werdegängen und hinterfragten klassische Rollenzuschreibungen. Steensen ist Betriebswirtin und leitet die Trollebüller Eiscremerei in Nordfriesland, wo sie in Handarbeit die Milch ihrer eigenen Kühe zu Eis verarbeitet. Nachdem sie auf den Betrieb ihres Mannes gezogen war, übernahm sie aufgrund ihrer beruflichen Expertise zunächst die Buchhaltung. Im Lauf der Zeit habe sie jedoch gemerkt, dass sie viel lieber Eis mache als im Büro zu sitzen. Neben Betrieb und Organisation trug sie lange auch die Verantwortung für den Haushalt. Diese Mehrfachbelastung sei für viele Frauen auf Höfen nach wie vor Alltag. Verantwortung abzugeben und historisch weiblich geprägte Aufgaben gegen die Bereiche einzutauschen, in denen sie sich tatsächlich einbringen möchten, scheint für viele Frauen immer noch mit Scham verbunden zu sein. Steensen erklärte: „Da gehört ein Stück Ehrlichkeit dazu, sich einzugestehen, dass sich etwas verändern muss.“ Den Haushalt hat sie mittlerweile an eine Fachkraft abgegeben und sich damit ein Stück Lebensqualität zurückgeholt. Heute freut sie sich über Komplimente zu ihrem Eis. Claudia Jürgensen, Präsidentin des lfv, äußerte ihre Zustimmung: „In anderen Bereichen des Betriebs stellt man selbstverständlich Personal ein. Nur im Haushalt besteht immer noch dieses Schamgefühl. Nur weil man Frau ist, muss man nicht automatisch für den Haushalt verantwortlich sein.“

Christine Kühl war als Vertreterin des Unternehmerinnen-Netzwerks des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) geladen. Sie leitet gemeinsam mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb in Stafstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Wichtige Bereiche wie die Kuhbesamung und Tiergesundheit, die Lehrlingsausbildung und die Verwaltung liegen in ihrer Verantwortung. Bei der Fülle an Aufgaben auf dem Betrieb sei es nicht schwer, sich irgendwann darin zu verlieren und sich dabei zu überlasten. „Man bekommt immer wieder neue Aufgaben dazu. Irgendwann muss man lernen, Nein zu sagen und auf sich selbst zu achten“, erklärte sie. Das Thema Wertschätzung spielt für Kühl ebenfalls eine wichtige Rolle: „Als Selbstständige muss man sich regelmäßig selbst loben.“ Vieles werde zwar stillschweigend anerkannt, müsse aber manchmal auch bewusst ausgesprochen werden.

Steensen und Kühl machten es vor und gaben ihre Erfahrungen an die Teilnehmerinnen des Forums weiter, die ihre eigenen Erfahrungen anschließend in drei verschiedenen Workshops diskutieren durften. Die Themen hießen „Absicherung der Frauen“, „Ein eigenes Standbein für mich“ und „Meine Rolle auf dem Betrieb“ und liefen parallel zueinander in zwei Runden, sodass jede Teilnehmerin zwei der Workshops besuchen konnte. Im Workshop „Meine Rolle auf dem Betrieb“ bat Anne Dirksen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Frauen, ihre Aufgaben in den Betrieben zu skizzieren. Anschließend sollten sie diese nach persönlicher Motivation und Belastung sortieren und benennen. Ziel der Übung war es, sich darüber bewusst zu werden, wo Verbesserungspotenzial besteht, was widerwillig nebenbei mitläuft oder mitlaufen muss und welche Aufgaben die Frauen tatsächlich übernehmen wollen. Viele Teilnehmerinnen sehen weiterhin strukturellen Verbesserungsbedarf und wünschen sich eine stärkere Anerkennung ihrer Leistungen. Das Forum machte deutlich, dass Sichtbarkeit und Wertschätzung von Frauen in der Landwirtschaft auch 2026 aktuelle Themen bleiben.

Beratung, Workshops und Motivation

Neben der Podiumsdiskussion bot der Markt der Möglichkeiten den Teilnehmerinnen die Gelegenheit, Beratungsangebote und Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. In Workshops setzten sich die Frauen intensiv mit ihrem Leben auf dem Betrieb auseinander und entwickelten Ideen, wie sich der Status quo weiter verbessern lässt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Kathrin Volquardsen („dielandmarie“), in dem sie ihren persönlichen Werdegang schilderte und Einblicke in ihren Einstieg ins Hofleben gab. 

Sina Steensen (li.) und Christine Kühl berichteten von Herausforderungen der Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Auf dem Markt der Möglichkeiten informierten sich die Teilnehmerinnen über Themen rund um das Hofleben.
Während ihres Motivationsvortrags sprach Kathrin Volquardsen (r.) auch über ihre Schwiegermutter, die Präsidentin der Landwirtschaftskammer, Ute Volquardsen. Foto: Claudia Kleimann-Balke
Doris Baum (li.) und Julia Kortum vermittelten im Workshop „Ein eigenes Standbein für mich“ Anregungen für eigene Perspektiven und Projekte.
Nach der Podiumsdiskussion erhielten die Teilnehmerinnen Astern – ein Symbol für die Unternehmerinnen im BVSH.
Im Workshop „Meine Rolle auf dem Betrieb“ wurde den Teilnehmerinnen deutlich, wie vielfältig ihre Rollen auf den Betrieben sind.
Unter dem Namen „dielandmarie“ gibt Kathrin Volquardsen auf Instagram humorvolle Einblicke in das Hofleben.


Integrative Waldbewirtschaftung stärken

Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) und die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) haben kürzlich in der Försterei Bordesholm das weiterentwickelte Habitatbaum- und Totholzkonzept „HaKon 3.0“ vorgestellt. Das Konzept ist ein zentraler Bestandteil der integrativen Waldbewirtschaftung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und dient dem Schutz sowie der Förderung der biologischen Vielfalt im Landeswald.

Es baue auf dem bisherigen Habitatbaumkonzept „HaKon 2.1“ auf und entwickele dieses konsequent weiter, hieß es dazu in einer Pressemitteilung. Die größte Neuerung: „HaKon 3.0“ gilt künftig für die gesamte Waldfläche der SHLF. Damit werden Naturschutzmaßnahmen im Landeswald flächendeckend umgesetzt und transparent dokumentiert. Alte Bäume in unterschiedlichen Alters- und Zerfallsphasen, stehendes und liegendes Totholz sowie Bäume mit besonderen Biotopstrukturen werden in allen bewirtschafteten Wäldern dauerhaft gesichert. Sie bieten wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier-,
Pflanzen- und Pilzarten. Bereits rund 80.000 dauerhaft markierte Habitatbäume aus dem Vorgängerkonzept bleiben erhalten und werden integriert. Durch die Weiterentwicklung soll ihre Zahl künftig auf bis zu 140.000 steigen. Zusätzlich wird ein Zielwert von durchschnittlich 25 m3 liegendem und stehendem Totholz je Hektar angestrebt.

„Bäume und Totholz sind für viele seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sehr wichtig. Mit ,HaKon 3.0‘ schaffen wir dafür zusätzliche Lebensräume und stärken zugleich stabile und vielfältige Waldökosysteme. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Weiterentwicklung des Konzepts nun die gesamte Fläche der Landesforsten abdecken“, sagte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg.

„Die Förderung der Biodiversität und die ökologische Vernetzung sind fester Bestandteil in unserer naturnahen Waldwirtschaft“, betonte Landesforsten-Direktor Dr. Chris Freise. „So begegnen wir der Artenkrise und stärken gleichzeitig die Resilienz unserer Wälder – ein zentraler Baustein des biologischen Klimaschutzes und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität im Land zwischen den Meeren.“

Die Umsetzung von „HaKon 3.0“ unterstützt die Verbesserung der Erhaltungszustände von FFH-Waldlebensraumtypen und dient damit den Zielen von Natura 2000 und der Verordnung über die Wiederherstellung der Natur.