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Das Thema der Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist stark emotional besetzt. Häufig wird die Sorge geäußert, eine zu große Abhängigkeit vom internationalen Handel könne die Ernährungssicherheit gefährden oder die heimische Landwirtschaft unter Druck setzen. Insbesondere die Angst vor Billigimporten, die unter niedrigeren Produktionsstandards erzeugt werden und hiesige Betriebe preislich unterbieten, spielt in der Debatte eine große Rolle. Diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Unterschiedliche Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards in der landwirtschaftlichen Produktion können zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Deshalb sind klare Regeln im internationalen Handel, faire Wettbewerbsbedingungen sowie gezielte Zölle oder Handelsbarrieren dort notwendig, wo heimische Standards systematisch unterlaufen werden. Handel braucht Regeln, um Akzeptanz zu finden. Dann funktioniert eine rationale Arbeitsteilung. Selbstversorgung bleibt dennoch ein wichtiges gesellschaftliches Ziel. Da die hiesigen landwirtschaftlichen Betriebe hohen Anforderungen an Umwelt-, Klima- und Tierschutz unterliegen, ist staatliche Unterstützung gerechtfertigt. Die Betriebe brauchen Planungssicherheit. Bis zu einem gewissen Grad müssen sie sich jedoch auch dem internationalen Wettbewerb stellen.
Kein heimischer Kaffeeanbau
Gleichzeitig darf der internationale Handel nicht grundsätzlich als Schwäche verstanden werden. Viele landwirtschaftliche Erzeugnisse können aufgrund klimatischer und natürlicher Bedingungen hierzulande nicht produziert werden, etwa Kaffee, Kakao oder bestimmte Früchte. Schon innerhalb Deutschlands sehen wir regionale Unterschiede. Körnermais und Hartweizen wachsen im Süden besser als in Norddeutschland. Handel ermöglicht den Verbraucherinnen und Verbrauchern ein vielfältiges Angebot über das gesamte Jahr hinweg und trägt zur Versorgungssicherheit bei. Auch für die heimische Landwirtschaft ist Handel von zentraler Bedeutung. Günstige Importe von Betriebsmitteln wie Dünger oder Futtermitteln senken Produktionskosten und sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Exporte landwirtschaftlicher Produkte eröffnen zusätzliche Absatzmärkte und tragen dazu bei, Preise auf dem heimischen Markt zu stabilisieren. Versorgungssicherheit entsteht zudem nicht allein durch hohe Selbstversorgungsgrade, sondern durch stabile Wertschöpfungsketten und breit aufgestellte Handelsbeziehungen. Internationale Verflechtungen können regionale Ernteausfälle oder Krisen besser ausgleichen als abgeschottete Märkte.
Das saisonale Angebot nutzen
Neben Politik und Handel tragen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher Verantwortung. Wer regionale und saisonale Produkte – insbesondere bei Obst und Gemüse – stärker nachfragt, unterstützt die heimische Landwirtschaft unmittelbar. Bewusste Kaufentscheidungen können helfen, regionale Produktion zu stärken, ohne auf die Vorteile des internationalen Handels zu verzichten. Selbstversorgung und Handel sind keine Gegensätze. Eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft, fair geregelter internationaler Handel und verantwortungsbewusster Konsum gehören zusammen. Handel ist keine Schwäche – er ist ein notwendiger Bestandteil einer sicheren, vielfältigen und nachhaltigen Lebensmittelversorgung.
Die Landwirtschaft steht unter hohem Veränderungsdruck: Klimawandel, gesellschaftliche Erwartungen, volatile Märkte und komplexe gesetzliche Rahmenbedingungen fordern Bäuerinnen und Bauern in ihrem Beruf. Trotz der vielfältigen Aufgaben engagieren sich unzählige Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter zusätzlich im Ehrenamt – etwa in Genossenschaften, Wasser- und Bodenverbänden, Maschinenringen, Zuchtorganisationen, Feuerwehren oder berufsständischen Vertretungen.
Ehrenamt heißt oft, nach einem langen Arbeitstag noch Sitzungen zu besuchen, Konzepte zu diskutieren und Kompromisse auszuhandeln. Das ist anstrengend, aber wo über Förderprogramme, Umweltauflagen, Tierwohlstandards oder regionale Entwicklungsstrategien beraten wird, braucht es Stimmen aus der Praxis. Zugleich ist das Ehrenamt eine „Schule der Verantwortung“. Es fördert Führungskompetenz, Verhandlungsgeschick und strategisches Denken. Junge Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, die frühzeitig Gremienarbeit kennenlernen, gewinnen Einblicke in politische Prozesse und Netzwerke, die für die Weiterentwicklung ihrer Höfe wertvoll sind. Das Ehrenamt ist damit auch eine Investition in die eigene Zukunft.
Um junge Menschen für ein Ehrenamt zu motivieren, gibt es wichtige Faktoren. Hervorzuheben ist eine Kultur der Wertschätzung. Außerdem helfen transparente Strukturen, gute Informationsflüsse und die Möglichkeit, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Digitale Formate unterstützen dabei, Beteiligungen niederschwelliger zu gestalten. Das hilft insbesondere denjenigen, die dafür durch Kinderbetreuung und andere Care-Arbeiten einen hohen organisatorischen Aufwand hätten. In den meisten Fällen, sind das immernoch die Frauen. Impulse in diesem Bereich wollen die Vereinten Nationen setzen, indem sie 2026 zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft ausgerufen haben. Nicht von ungefähr verzeichnen Plattformen wie das Unternehmerinnennetzwerk des Landesbauernverbandes großen Zulauf. Der dortige Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten kann sich zu einen Sprungbrett in andere Ehrenämter auswachsen.
Ganz klar nicht im Sinne eines starken Ehrenamts ist der Vorstoß von Teilen der CDU, den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit abzuschaffen. Diese werde in Deutschland überwiegend von Frauen geleistet und damit als individuelle „Lifestyle-Entscheidung“ abgewertet, kritisiert der LandFrauenverband.
Klar ist: Ein erfolgreiches Ehrenamt lebt nicht von Titeln. Reine Pflichterfüllung trägt selten langfristig. Es geht um persönliche Haltung, Wirkung und Zusammenarbeit. Gerade in der Landwirtschaft, wo ehrenamtliches Engagement oft mit unternehmerischer Verantwortung und knapper Zeit konkurriert, zeigt sich also einmal mehr: Qualität geht vor Quantität.
„Ausschussarbeit ist die Kernarbeit des Bauernverbandes“, betont Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) und Ausschussvorsitzender des Fachausschusses für Milch, im Interview mit dem Bauernblatt. Lucht und Klaus Peter Dau, Landesvorstandsmitglied im BVSH und Ausschussvorsitzender des Fachausschusses für Vieh und Fleisch (ohne Schweinehaltung) sind sich einig: Es lohnt sich, sich für die Zukunft der Betriebe im Land einzusetzen, und die Fachausschüsse des Bauernverbandes seien der beste Ort dafür.
Wie geht es den Rinder haltenden Betrieben in Schleswig-Holstein?
Klaus-Peter Lucht: Wir hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren ganz gute Milchpreise. Das muss man ehrlicherweise sagen. Wir haben im vergangenen Sommer auch eine gute Futtergrundlage eingefahren. Wenn der Milchpreis nun zurückgeht, weil die Produktion gestiegen ist, ist der Druck allerdings sofort wieder da, die Liquidität zu halten. Ich glaube, dass viele Betriebe in den vergangenen eineinhalb Jahren Ersatzinvestitionen getätigt haben. Viele sind also ganz gut aufgestellt. Trotzdem habe ich Sorge, dass der Strukturwandel weitergeht, weil einige sagen werden: Für diesen Milchpreis melke ich nicht mehr. Wir haben die guten eineinhalb Jahre gern mitgenommen, und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Was sind derzeit die drängendsten Themen bei Ihnen im Ausschuss?
Klaus Peter Dau: In der Rindermast sind es das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz und der Stallumbau. Wer weitermachen will, muss seinen Stall auf Tierwohl umstellen – vielleicht noch nicht heute und morgen, aber es wird auch in der Rinderhaltung kommen. Betriebe werden entweder die alten Ställe so umbauen, dass die Tiere nach draußen kommen, oder eben neue Ställe bauen. Das ist aber aus Baurechts- und Emissionsschutzgründen sehr schwierig. Trotzdem versuchen wir für die nächste Generation eine Zukunft zu gestalten, in der sie weitermachen kann.
Was brauchen die Milchvieh haltenden Betriebe in Schleswig-Holstein von der Politik?
Lucht: Unternehmerische Freiheiten. Ich rede jetzt einmal nicht von QM oder QS, sondern von allem, was obendraufkommt, Kontrollen aus dem Landeslabor zum Beispiel. Das muss vernünftig ablaufen. Freundlicher Umgang und die Unschuldsvermutung müssen ganz oben stehen. Das Zweite sind all die Vorgaben der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik, die freiwillig gestaltet werden sollten. All die Glöz-Standards müssen weg, Flächenstilllegungen müssen weg und auch Fruchtfolgevorgaben müssen weg. In der heutigen Zeit müssen wir Lebensmittel produzieren, vor allem Protein. Und wir brauchen auch Absatzmärkte außerhalb Deutschlands.
Was tun die Landwirtinnen und Landwirte, um sich anzupassen und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben?
Dau: Die Landwirtinnen und Landwirte, die weitermachen wollen, tun sehr viel, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In den Ställen wird viel umgebaut, in der Futterbergung wird viel gemacht, um gute Qualitäten zu erzeugen. In der Düngung wird viel gemacht, die NIRS-Technik wird schon vielfach angewendet. Vor allem die junge Generation fragt nach den neuesten Techniken, um auch den Dokumentationspflichten nachzukommen und gesetzeskonform die Arbeit zu erledigen.
Lucht: Auch Herdenmanagementprogramme haben sich weiterentwickelt. Systeme wie Smaxtec liefern uns die Gesundheitsdaten der Kühe. Das führt dazu, dass wir besser besamen und Kühe gezielt anschauen und betreuen können. Wir setzen gesextes Sperma ein. Es geht darum, die Effizienz zu steigern. Das kann eine Gewichts- oder Milchleistungszunahme sein, bei gleichzeitig verbesserten Tierhaltungssystemen, in denen die Tiere auch älter werden und damit eine höhere Lebensleistung haben. Melkroboter liefern viele Daten, die man früher gar nicht kannte. Jetzt weiß der Roboter schon zwei Tage bevor das Tier krank ist, dass sich eine Euterentzündung anbahnt.
Was können Sie als Fachausschuss beitragen, um Milchviehhalter zu unterstützen?
Lucht: Wir müssen als Fachausschuss immer versuchen, die Herausforderungen der Betriebe zu diskutieren. Wir entscheiden nicht von Rendsburg aus, sondern machen Basisarbeit und wollen das auch so beibehalten. Die Wünsche, Bitten oder auch Vorstellungen, wie Landwirtschaft sein sollte, müssen dann politisch umgesetzt werden. Das versuchen wir mit unserem Hauptamt, das ordentlich zu Papier bringt, was wir sagen. Ich vertrete zudem den Milchbereich in Berlin, Klaus Peter Dau macht das bei Vieh und Fleisch. Die gesammelten Gedanken versuchen wir dort einzuspeisen, um auch auf Bundes- und EU-Ebene bessere Wettbewerbsbedingungen für unsere Betriebe zu bekommen. Für mich ist Ausschussarbeit die Kernarbeit des Bauernverbandes. Wichtig ist, dass auch jüngere Kollegen dabei sind, die noch einmal andere Ansprüche an Politik haben. Die Diskussion darüber, was der richtige Weg ist, finde ich sehr spannend – und das findet eben im Ausschuss statt. In den Kreisen natürlich auch, aber von dort wird es in die Ausschüsse und auf die Landesebene getragen. Das ist basisdemokratisch.
Was ist Ihre Motivation, sich ehrenamtlich für die Milchviehbetriebe und Rinderhalter in Schleswig-Holstein zu engagieren?
Lucht: Das ist Arbeit für die Zukunft. Wir wollen, dass die Betriebe in die nächste Generation getragen werden können, und wir versuchen, die Rahmenbedingungen dafür zu organisieren. Wir haben unsere Betriebe weiterentwickelt. Unsere Kinder haben übernommen. Es geht uns also nicht um uns, sondern darum, für die Zukunft der Branche zu arbeiten. So habe ich das immer gesehen, und das treibt mich an. Ich freue mich über jeden jungen Landwirt, jede junge Landwirtin, egal wie groß der Betrieb ist, ob mit Direktvermarktung oder anderen Betriebsausrichtungen. Ich bin immer froh, wenn junge Menschen Lust auf Landwirtschaft haben, einfach um diesen Sektor modern zu halten. Landwirtschaft ist ein Innovationstreiber auch gegenüber anderen Sektoren. Und wenn junge Menschen Lust haben zu arbeiten, tun wir alles dafür, damit sie die Möglichkeit haben. Natürlich muss der Betrieb auch etwas mitbringen. Der Standort muss passen, die Größe auch. Aber ich habe auch mit 30 Kühen angefangen. Dann haben wir den „Umweg Heuhotel“ genommen und drei Ferienwohnungen gebaut, und heute machen wir wieder ausschließlich Milchwirtschaft. Ich verstehe mein Amt so: politisch die Rahmenbedingungen dafür zu organisieren, dass es laufen kann.
Dau: Ich sehe das ganz genauso. Ich freue mich, im Bauernverband mitarbeiten zu können für unsere Betriebe in der Rindermast. Es gibt so viele Gesetze und Auflagen, die die Landwirte nicht mehr vollumfänglich verstehen. Wir bringen diese Dinge über unsere Kreisbauernverbände den Landwirten näher. Wir erklären und stehen für Fragen zur Verfügung. Und wir sind über jeden froh, der zu uns kommt und uns fragt. Auch die junge Generation, die weitermachen will, braucht Hilfe bei all den Vorschriften, die es heute gibt. In der Tierhaltung geht es zum Beispiel darum, wie die Ställe konzipiert werden müssen. Wir können dann an die Politik herantreten und sagen, was geht und was nicht geht, was die Landwirtschaft leisten kann und was überhaupt nicht funktioniert. In meiner ganzen Zeit im Bauernverband habe ich erlebt, dass viele in der Politik nicht verstehen, wie wir arbeiten und warum das so sein muss. Das versuche ich der Politik näherzubringen.
Wie funktioniert denn der Bauernverband?
Lucht: Es ist wichtig, auch einmal zu demonstrieren. Damit machen wir auf Themen aufmerksam, die politisch oder gesellschaftlich schieflaufen. Aber mir haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass es nur funktionieren kann, wenn wir ein starkes Hauptamt haben, bestehend aus Agrarwissenschaftlern und Juristen. Dieses Hauptamt müssen wir uns leisten. Das kostet Mitgliedsbeiträge.
Wir sind ein Einheitsverband und wollen das auch bleiben. Auch dieses Ziel treibt mich an. Als wir die Milchquote noch hatten, ist natürlich der Milchbereich sehr fokussiert worden. Zurzeit ist es mehr der Umweltbereich. Wir arbeiten aber an allen Themen sehr intensiv und haben dafür auch die Fachleute. Wir sind selbstfinanziert, leben also nur von unseren Mitgliedsbeiträgen und nichts anderem. Das bedeutet auch, dass wir ausschließlich für unsere Mitglieder arbeiten. Die Kreisgeschäftsstellen sind dabei immer die ersten Anlaufpunkte für die Landwirtinnen und Landwirte. Auch die Präsenz in den Kreisen leisten wir uns, weil wir dort Ansprechpartner brauchen. Das macht uns stark.
Auch in der Rindermast werden die Haltungsformen diskutiert. Foto: Imago
Der „Umweg Heuhotel“
Klaus-Peter Lucht, der Verbandschef aus Mörel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Lucht führt den Familienbetrieb gemeinsam mit seinem ältesten Sohn, der seit 2016 GbR-Partner ist und heute als Betriebsleiter das tägliche Management verantwortet. Der Betrieb entwickelte sich von 70 Kühen (2015) und Schleswig-Holsteins erstem genehmigten Heuhotel, das die Familie 20 Jahre lang erfolgreich führte, wieder zu einem reinen Milchviehbetrieb mit heute 200 Kühen. Als sich der Junior gegen die Touristen und für die Kühe entschied, wurde ein neuer Kuhstall gebaut und ein weiterer Stall in Gnutz gepachtet, in dem die Jungviehaufzucht erfolgt. Zum Team gehören neben der Familie zwei feste Mitarbeitende, ergänzt durch zwei junge Landwirtinnen, die regelmäßig Melkzeiten übernehmen, wenn Lucht selbst als „erster Melker“ nicht da ist. Zudem sei er derjenige, der im Büro sitze und Dokumentationspflichten erfülle. Zurzeit bewirtschaften Vater und Sohn 130 ha, von denen der überwiegende Teil Grünland ist, der Rest Mais. Stroh wird vollständig zugekauft. In einer Außenwirtschaftskooperation mit einem weiteren Landwirt aus dem Dorf können bis auf Häckselarbeiten und die Maisaussaat Feldarbeiten weitgehend eigenmechanisiert ausgeführt werden. „Wir tanken immer zu Hause voll, arbeiten, bis wir fertig sind, und jeder fährt seine eigene Kiste“, ergänzt Lucht.
Im Moor braucht es Breite
Der 64‑jährige Landwirt Klaus Peter Dau aus Tetenhusen, Kreis Schleswig-Flensburg, ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder, von denen der Älteste den Milchviehbetrieb vor zwei Jahren übernommen hat. Die Familie melkt 110 Kühe an zwei Melkrobotern. Neben der Landwirtschaft hat sie ein Lohnunternehmen, das die Söhne gemeinsam führen und das mit drei Häckslern, sieben Güllewagen sowie Drillmaschinen für Mais und Gras ausgestattet ist. Der 145 ha umfassende Betrieb liegt in der Eider-Treene-Sorge-Niederung und bewirtschaftet überwiegend Grünland, darunter auch nasses Moorland, das beweidet und zur Futterbergung genutzt wird. Deshalb hat Dau im Bauernverband auch viel mit der Moorvernässung zu tun. Daneben baut die Familie Mais, Ackergras und etwas Getreide an, um die Fruchtfolgevorschriften zu erfüllen und nicht das gesamte Stroh zukaufen zu müssen. Außerdem versorgen Daus mit einer 1-MW-Hackschnitzel-Heizanlage etwa 180 Häuser in Tetenhusen mit Wärme. „Wir haben nicht mehrere 100 Kühe, wie andere Betriebe, aber eben noch das Lohnunternehmen und die Heizung mit dabei. Damit sind wir breit aufgestellt, und so läuft es aktuell sehr gut“, so Dau, der glücklich über die Betriebsentwicklung ist und neidlos anerkennt, dass es mit den Robotern „vielleicht noch einen kleinen Tick besser läuft“.
In der Holsteiner-Zucht gibt es nur selten Züchter ohne familiäre Vorprägung. Corda Petersen ist eine davon. Indirekt führte ihre Reitbegeisterung jedoch dazu, dass ihre Eltern eine Zuchtstute kauften. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Yves Broszat eine kleine Holsteiner-Zucht in Averlak,Kreis Dithmarschen.
Bereits im Alter von vier Jahren saß Corda Petersen zum ersten Mal im Sattel. Später ritt sie als Juniorin erfolgreich Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsturniere. Außerdem nahm sie dreimal an den Deutschen Meisterschaften im Voltigieren teil. Gemeinsam mit ihrer Schwester ritt sie die Pferde des inzwischen verstorbenen Züchters Dirk Hotze aus Brunsbüttel, Kreis Dithmarschen, und stellte dessen Fohlen auf Zuchtschauen vor. „So haben wir unsere Leidenschaft für die Zucht entdeckt“, erzählt sie.
Da Dirk Hotze aufgrund einer Behinderung keinen Führerschein besaß, übernahm Cordas Mutter den Transport seiner Pferde zu Deckstationen und Zuchtschauen. Obwohl sie selbst nicht ritt, entschied sie sich Mitte der 1990er Jahre, eine eigene Zuchtstute zu kaufen, weil sie Pferde sehr mochte. Mit einer Stute aus dem Holsteiner Stamm 2554, auch bekannt als der Hotze-Stamm aus Brunsbüttel, wurde der Grundstein für die heutige Zucht gelegt.
Klare Werte in der Zucht
Der Hof in Averlak wurde bereits von den Eltern erworben, als Corda Petersen und ihre Schwester noch im Turniersport aktiv waren. Heute lebt sie dort und teilt sich mit ihrem Lebensgefährten die tägliche Arbeit rund ums Pferd. „Neben der Zucht sind wir beide in Vollzeit in Schichtarbeit tätig. Unsere Schichten liegen entgegengesetzt, sodass morgens und abends immer einer von uns auf dem Hof ist, um die Pferde zu versorgen“, erklärt die Züchterin.
Für Corda Petersen sind Pferde mehr als Nutztiere. „Mit ihnen habe ich eine große Verantwortung übernommen“, weiß sie. Hatte eine der acht Zuchtstuten beispielsweise eine besonders schwere Geburt, bekommt sie eine Pause und wird nicht sofort wieder gedeckt. Außerdem dürfen alle Zuchtstuten ihren Lebensabend auf dem Hof verbringen. In der Vermarktung geht das Paar realistisch vor. Zwar wird versucht, die Fohlen frühzeitig zu verkaufen, doch nach Petersens Erfahrung lassen sich die Pferde in der aktuellen Marktlage angeritten besser vermarkten. Früher ritt sie ihre Pferde selbst an und stellte sie zur Leistungsprüfung vor. Heute übernimmt dies aus Zeit- und Altersgründen ein Bereiter.
Die Haltung der Pferde orientiert sich an deren natürlichen Bedürfnissen. Täglicher Auslauf an der frischen Luft ist ebenso selbstverständlich wie eine ganzjährige Mineralfutterversorgung. Trächtige Stuten bekommen auch bei Weidegang zusätzliches Futter. Die Jungpferde leben getrennt nach Geschlechtern in Offenställen mit ganzjährigem Paddockzugang, hochwertigem Heu und Weidegang im Sommer.
Nur beste Erfahrungen hat Corda Petersen mit der Haltung in gemischtaltrigen Gruppen gemacht: „In jeder Gruppe steht ein älteres, erfahrenes Pferd, das die Jungpferde erzieht.“ Bei den Hengsten übernimmt diese Rolle ein 19-jähriger Wallach, ihr früheres Reitpferd. „Er bringt Ruhe in die Herde. Unsere Pferde sind dadurch sehr gut sozialisiert und viel besser händelbar.“ Dieses Prinzip wird auch bei den Stuten angewendet.
Unter dem Schweden Douglas Lindelöw war Conrad van de Mispelaere bis 1,50 m erfolgreich.Foto: Imago
Junge Zucht mit Erfolg
Mittlerweile werden auf dem Hof vier Holsteiner Stämme gepflegt, wobei der Stamm 2554 den Schwerpunkt bildet. Der Fokus liegt auf der Zucht von Springpferden. Dennoch spielen Bewegung und Rittigkeit eine zentrale Rolle. „Gute Bewegungen machen das Reiten leichter und spannender. Außerdem lässt sich ein Reitpferd mit einem gewissen Chic auf dem breiten Markt einfacher verkaufen“, betont Petersen.
Trotz der vergleichsweise jungen Zucht kann das Ehepaar auf schöne Erfolge zurückblicken: prämierte Fohlen, regelmäßige Teilnahmen am Fohlenchampionat in Dithmarschen, darunter ein Sieg 2023 für Ulixes von Uriko, sowie Zulassungen zum Landeschampionat mit einem vierten Platz für ein Hengstfohlen von Cascadello I–Balous Bellini vor zwei Jahren.
„Wir sind keine klassische Familienzucht, die bereits über Jahrzehnte hinweg selektiert hat. Trotzdem haben wir mit Conrad van de Mispelaere von Connor-Acord II ein sehr schönes Pferd gezüchtet, das unter dem schwedischen Reiter Douglas Lindelöw im Springsport bis 1,50 Meter erfolgreich war. Außerdem haben wir einige Pferde ins Ausland verkauft, die teilweise bis zur schweren Klasse im Springsport gingen“, berichtet die Züchterin.
Besonders stolz ist sie auf die Stute Hope, ein echtes „Stehaufmännchen“: „Hope verlor bei der Geburt ihre Mutter und wurde von einer Islandstute als Amme aufgezogen. Das hat auf der Holsteiner Fohlenschau natürlich für Lächeln gesorgt. Vor drei Jahren verletzte sich Hope schwer an der Brust, trug jedoch gleichzeitig ein Fohlen aus und hatte ein weiteres bei Fuß. Heute ist sie wieder topfit.“
Corda Petersen findet es immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich Körperbau, Charakter und Rittigkeit vererben. Das Herzblut, das sie in jedes Pferd steckt, geben die Tiere auf ihre eigene Weise vielfach zurück.
Häufig sind in ländlichen, strukturschwächeren Regionen Anlaufstellen und Unterstützungsangebote für werdende Mütter und junge Familien dünner gesät oder schwerer erreichbar als in der Stadt. Deshalb gibt es im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Rahmen der „Frühen Hilfen“ ein besonderes Angebot. Hier fahren Sylvia Gerdes und Sonja Pieper mit dem Baby-Mobil direkt dorthin, wo sie gebraucht werden.
Säuglingspuppe Mariechen liegt friedlich in ihrer Babyschale. Die Kleine ist ein unverzichtbares Utensil, wenn sich die Mitarbeiterinnen auf den Weg zu jungen Eltern machen. Können sie mit Mariechen doch wunderbar den „Fliegergriff“ oder eine Bauchmassage gegen kindliche Blähungen und Dreimonatskoliken zeigen.
Seit Ende 2021 ist das engagierte Team mit dem Baby-Mobil der Diakonie Rendsburg-Eckernförde im Auftrag des Kreises Rendsburg-Eckernförde von Damp bis Hohenwestedt und von Hanerau-Hademarschen bis Kronshagen unterwegs. „Wir unterstützen Frauen in der Schwangerschaft sowie Mütter und Väter in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder“, informiert Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Sylvia Gerdes. Ihre Kollegin Sonja Pieper, Sozialpädagogin und Traumapädagogin, ergänzt: „Wir geben Antworten auf Fragen rund ums Elternsein, zur kindlichen Entwicklung und Ernährung, zum Umgang mit Behörden und dem Stellen von Anträgen. Unser Angebot ist freiwillig, unbürokratisch, vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym.“
Den beiden ist es wichtig, Familien so früh wie möglich zu erreichen. Deshalb sind sie unermüdlich im Einsatz, um das Baby-Mobil noch bekannter zu machen. Möglichst viele auf dem Land sollen von seinem Angebot profitieren.
Bei Veranstaltungen verteilen Sylvia Gerdes und Sonja Pieper Tüten mit Infomaterial, Tee und selbst gestrickten Schühchen. Foto: Silke Bromm-Krieger
Die zwei erfahrenen Frauen wissen: Eine Familie zu gründen und den Alltag als Familie zu meistern, kann eine große Herausforderung sein. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Der kleine Erdenbürger schreit unentwegt, die Nachtruhe ist passé und der Haushalt bleibt liegen.
Die frischgebackenen Mütter und Väter spüren hautnah: Ein Kind kostet viel Kraft. Es ist daher normal, dass neben all dem Glück auch Fragen sowie kleine und große Sorgen im Raum stehen. „Mit diesen möchten wir Eltern nicht alleinlassen. Wir kommen, schenken ihnen ein offenes Ohr und sind für sie da“, stellen sie heraus. In manchen Fällen reiche es schon, den Eltern etwas mehr Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und mehr Sicherheit in ihrer Elternrolle zu geben. „Wir beobachten, dass Eltern sich teilweise durch Soziale Medien verunsichert fühlen. Diese zeigen oft ein verfälschtes Bild einer perfekten, immer glücklichen Familie, das es so in Wirklichkeit gar nicht geben kann. Dadurch fällt es Eltern im Umgang mit ihren Kindern manchmal schwerer, auf ihr eigenes Bauchgefühl zu vertrauen. Hier wollen wir die Familien in ihrer Beziehungs- und Erziehungskompetenz stärken“, erläutert Sylvia Gerdes. Außerdem sind die Mitarbeiterinnen bei schwierigen Ereignissen wie einer stillen Geburt, einem plötzlichen Kindstod oder bei einer nachgeburtlichen Depression für die Betroffenen da. Sie hören zu und vermitteln bei Bedarf an weitergehende Hilfen.
Daneben kommt das Baby-Mobil auf Anfrage ebenso in Arztpraxen, Kindertagesstätten, ländliche Familienzentren oder Beratungsstellen. Gleichfalls schauen Gerdes und Pieper regelmäßig in Eltern-Kind-Gruppen vorbei, um über das Gesamtpaket der „Frühen Hilfen“ zu informieren und Ansprechpartnerinnen für die Teilnehmenden zu sein. „Dabei ist uns keine Frage zu klein“, versichern sie. Eltern, die in ihrem Dorf keine Baby- oder Krabbelgruppe haben und eine aufbauen wollen, erhalten auf Wunsch Unterstützung von ihnen.
Auf Wunsch besuchen die beiden Diakonie-Mitarbeiterinnen ländliche Familienzentren, Krabbelgruppen, Stilltreffs und Babycafés. Foto: Silke Bromm-Krieger
Das sympathische Duo ist in der Region bestens vernetzt. „Wir haben einen guten Überblick und können an entsprechende lokale Netzwerkpartner weiterleiten.“ Außerdem ist es bei örtlichen Infoabenden für werdende Eltern und Eltern präsent und gibt mit Hebammen oder der Schwangerenberatung nützliche Inputs zu verschiedenen Themen. Die Veranstaltungen werden vorher auch auf Instagram gepostet. Danach gefragt, welche Dinge den Eltern hauptsächlich auf der Seele brennen, müssen sie nicht lange überlegen. „Unzählige Fragen erreichen uns rund um den Schlaf des Kindes und zu Möglichkeiten der Entlastung im Familienalltag. Darüber hinaus liegen die Themen Trennung, Scheidung und Finanzen obenauf“, berichten sie. Eltern von heute wirkten häufig belastet. Gerade Mütter müssten einen Spagat zwischen Kinderversorgung und -erziehung, Haushalt und Berufstätigkeit meistern.
Ein hoher finanzieller Druck, die schnelle Rückkehr ins Berufsleben, Sorge um gute Betreuungsmöglichkeiten und fehlende Unterstützung durch das soziale Umfeld könnten für Druck in jungen Familien sorgen. In diesem Zusammenhang weist Sylvia Gerdes auf das Projekt „wellcome“ der Familienbildungsstätte der Diakonie im Kreis Rendsburg-Eckernförde hin, das auch an anderen Orten im Land angeboten wird. Familien, die sich für die erste Zeit nach der Geburt praktische Hilfen wünschen, erhalten diese durch Ehrenamtliche.
Wellcome hilft dort, wo Angehörige oder Freunde nicht zur Verfügung stehen. Ehrenamtliche unterstützen im ersten Lebensjahr zwei- bis dreimal in der Woche bei der Betreuung des Neugeborenen, bei der Geschwisterbetreuung oder erledigen kleine Einkäufe und Arbeiten im Haushalt. Außerdem sind sie vertrauensvolle Zuhörer bei Schwierigkeiten und Problemen. Ziel dieser Unterstützung ist es, dass das Eltern-Kind-Verhältnis nicht schon zu Beginn durch allzu viele Überforderungssituationen getrübt wird. Mehr Infos gibt es unter www.wellcome-online.de Übrigens: Zurzeit werden im Kreis Rendsburg-Eckernförde weitere freiwillige Mitarbeitende für dieses Projekt gesucht.
Mit dem Baby-Mobil Fachkräfte anzusprechen, die beruflich mit werdenden Eltern und/oder Familien mit Kindern von null bis drei Jahren in Kontakt sind, ist ebenfalls ein Ziel. Sehen diese bei den begleiteten Familien einen Unterstützungsbedarf, können sie das Mobil einmalig oder regelmäßig anfordern.
Mit Empathie, Wertschätzung und Fachkompetenz sind Sylvia Gerdes und Sonja Pieper für „ihre“ Familien da. „Wenn mir nach einer Beratung eine junge Mutter später zurückmeldet, dass sie, seitdem ich da war, im Familienalltag viel entspannter sei, freut mich das. Es ist schön, wenn ich ihr durch unser Gespräch einen Weg weisen konnte“, sagt Gerdes. Ihre Kollegin freut sich besonders, wenn sie in Babygruppen zu Gast ist und sieht, wie „die kleinen Würmer“ neugierig in die Welt schauen und bei Spiel und Spaß Kontakt untereinander aufnehmen. „Diese Momente mit den Eltern zu teilen, macht mich froh.“
Zum Ende des Treffens geht es an diesem eiskalten Nachmittag für ein Foto nach draußen zum Baby-Mobil. Mariechen wird behutsam aus der Babyschale gehoben und bekommt noch schnell eine kuschelige Wollmütze aufs Köpfchen. „Wer Fragen hat oder Unterstützung braucht, kann sich jederzeit per Telefon, Kurznachrichtendienst Signal, SMS oder E-Mail bei uns melden“, ermuntern die Fachfrauen abschließend. Silke Bromm-Krieger
Kontakt
Sylvia Gerdes ist für den Süden des Kreises zuständig und unter Tel.: 0 162-3 93 31 02 zu erreichen oder per E-Mail an: s.gerdes@diakonie-rd-eck.de
Sonja Pieper ist für den Norden des Kreises zuständig und unter Tel.: 0 173-5 48 90 32 zu erreichen oder per E-Mail an: s.pieper@diakonie-rd-eck.de
Webseite: www.diakonie-rd-eck.de
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Frühe Hilfen
Das Baby-Mobil im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist ein Teil der „Frühen Hilfen“ in Schleswig-Holstein. Auch in anderen Städten, Kreisen und Kommunen gibt es „Frühe Hilfen“. Landesweit werden mit diesem Angebot Eltern ab der Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis zu einem Alter von drei Jahren unterstützt. Ziel ist es, jedem Kind eine gesunde Entwicklung und ein gewaltfreies Aufwachsen zu ermöglichen. Die vielfältigen Angebote sind niedrigschwellig, freiwillig, kostenlos und ohne Antrag zu erhalten. Mehr Infos und lokale Kontaktadressen gibt es unter www.elternsein.info
Bereits der zurückliegende Herbst bremste, bedingt durch regionale Niederschläge, die Aussaat auf Wintergetreide- und Rapsflächen aus.
Während im August die Aussaat von Winterraps noch phasenweise von sehr trockenen Bedingungen im Saathorizont und damit einhergehend zögerndem und verzetteltem Feldaufgang geprägt war, bremsten starke Niederschlagsereignisse Mitte September, Anfang und Ende Oktober vielerorts die Herbstbestellung der Wintergetreideflächen aus. Durch den nachfolgenden nassen November und das einsetzende Vegetationsende im Dezember blieb auch die Entwicklung vieler Bestände hinter dem Durchschnitt der letzten milderen Jahre zurück. Gleichzeitig sorgte regional die Staunässe teilweise für Stress an den Wurzeln, insbesondere auf vielen Flächen der Marsch.
Insgesamt konnten im Herbst 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 60.100 ha Winterraps (−4,2 % gegenüber dem Vorjahr), 138.700 ha Winterweizen (+2,4 %), 76.100 ha Wintergerste (+8,7 %) sowie 9.400 ha Wintertriticale (+24,1 %) ausgesät werden. Eine deutliche Steigerung erfuhr Winterroggen mit 40.300 ha Aussaatfläche, was einem Zuwachs von 23,7 % entspricht.
Derzeit steht der Vegetationsstart bevor, und die ersten Maßnahmen wie die Andüngung der Bestände sollen stattfinden. Aktuell sind die Böden aber oftmals schneebedeckt, gefroren oder nicht befahrbar, sodass noch einige Tage trockene, milde Witterung nötig sind, um starten zu können. Dabei wird sich dann zeigen, wie die Bestände aus dem Winter kommen und ob Schäden aufgetreten sind. Überwiegend hat die Schneedecke schützend gegen den Frost und scharfen Ostwind gewirkt. Auf frei gewehten Teilflächen und Kuppen könnten aber Blattschäden aufgetreten sein. Während Blattverluste kein schwerwiegendes Problem darstellen, können jedoch offenliegende Vegetationskegel bei weit entwickeltem Raps oder bereits nässegestresste Getreidepflanzen unter Umständen stärker geschädigt sein. Daher sollten eigene Flächen genau beurteilt werden, inwiefern eine Umbruchentscheidung, auch von Teilflächen, in Betracht gezogen werden muss.
Deutschlands Wälder können auch in trockenen und heißen Jahren das Klimagas Methan in großem Umfang speichern, und zwar über ihre Böden. Mit diesem aktuell vorgelegten Forschungsergebnis widersprechen die Universität Göttingen und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) internationalen Analysen und fordern eine regional differenziertere Betrachtung der Senkenfunktion der Wälder.
Wie die Universität Göttingen und die FVA in der Fachzeitschrift „Agricultural and Forest Meteorology“ unter Verweis auf eine gemeinsam durchgeführte Langzeitanalyse berichten, entziehen die Böden auf den Untersuchungsstandorten im Südwesten Deutschland der Atmosphäre große Mengen Methan. Und diese Leistung werde bei zunehmender Dürre und Wärme noch erhöht, denn in trockenere Böden könne Methan leichter eindringen. Zudem bauten Mikroorganismen bei steigenden Temperaturen Methan schneller ab.
Die Universität Göttingen räumt ein, dass das Forschungsergebnis konträr zu aktuellen internationalen Meta-Analysen ausfalle. Diese kämen eher zu dem Schluss, dass die Aufnahme von Methan in Waldböden in Zukunft abnehmen werde. Nach Einschätzungen der Forschenden verdeutlicht dieser Gegensatz die Bedeutung regional differenzierter Betrachtungen. Langfristige Messreihen und damit auch Monitoringprogramme seien unverzichtbar, um die Auswirkungen des Klimawandels realistisch einzuordnen.
Das Thünen-Institut für Waldökosysteme hatte kürzlich berichtet, dass die Böden im deutschen Wald in den Dürrejahren 2018 bis 2020 fast alle Kohlenstoffverluste der Bäume ausgeglichen und die Senkenfunktion der Bäume übernommen hätten. Das habe eine Neuberechnung der Daten der Bodenzustandserhebung zum Kohlenstoff gezeigt. Zu erklären sei das Ergebnis damit, dass mehr Kohlenstoff aus dem abgestorbenen organischen Material in Bodenkohlenstoff umgesetzt worden sei. Zwar schwäche sich dieser Prozess nach einigen Jahren ab, dann wüchsen auf den Schadflächen aber neue, Kohlenstoff bindende Bäume heran.
Mit einem Pressefrühstück in Rendsburg hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) die neue Geschäftsführerin Stephanie Wetekam offiziell vorgestellt.
Gemeinsam mit Präsidentin Ute Volquardsen bildet sie nun eine weibliche Doppelspitze: ein starkes Signal im Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Beim Termin kam es zu einem lebhaften Austausch mit den anwesenden Journalistinnen und Journalisten – insbesondere zur Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und zur künftigen Ausrichtung der Kammer. „Für mich war es immer selbstverständlich, Führungspositionen zu übernehmen“, sagte die gebürtige Hessin, die am 17. Juni 2025 von der Hauptversammlung der Kammer zur Geschäftsführerin bestellt wurde.
Die Agrarwissenschaftlerin und Steuerfachkraft war zuvor kommissarische Leiterin des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen. Ihren Start bei der LKSH beschreibt sie als offen und konstruktiv: „Ich freue mich, das Haus, die Mitarbeitenden und die Strukturen nach und nach kennenzulernen – und gemeinsam mit dem Team an Lösungen zu arbeiten.“ Neben den Kernaufgaben der Kammer sollen auch Innovation und Digitalisierung weiter gestärkt werden.
Darüber hinaus habe ihre Amtszeit im Jahr der Frauen in der Landwirtschaft begonnen, was sie als sehr positiv empfinde. Trotz vieler Erfolge gebe es nämlich nach wie vor Hürden für Landwirtinnen. Dies spiegele sich zum Beispiel in der niedrigen Betriebsleiterinnenquote wider: „Nur elf Prozent aller Frauen übernehmen diese Verantwortung.“ Ein Coaching-Angebot der Kammer für Unternehmerinnen werde sehr gut angenommen und solle fortgeführt werden.
Die zweite Pferdeveranstaltung des Jahres in den Holstenhallen in Neumünster hatte das Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg (PSB) organisiert. Mehr als 80 Hengste aus 13 Rassen wurden ausgestellt, 53 von ihnen verließen die Holstenhallen mit einem positiven Körurteil, darunter zehn Siegerhengste, zwei Springsieger und einige Reservesieger.
Sieger bei den Shetlandponys unter 87 cm wurde Elmhorst Mahoni aus dem Besitz von Kai-Udo Thies aus Hüttblek, Kreis Segeberg. Foto: Christian C. Beeck
„Alle hatten Spaß, und die Stimmung war wirklich gut“, resümierte Dr. Elisabeth Jensen am Sonntagvormittag. Bis hierhin hätte es nicht besser laufen können, und die Zuchtleiterin des PSB war auch mit den Pferden zufrieden. „Die Sieger sind wirklich alle sehr gut“, befand sie.
Ein paar Dinge waren in diesem Jahr anders als sonst, so zum Beispiel die große Gruppe der Minis, der Shetlandponys unter 87 cm. Hier gingen 13 Aspiranten an den Start. Die Körkommission zeichnete mit Elmhorst Mahoni einen in Bayern gezogenen und von Kai-Udo Thies aus Hüttblek, Kreis Segeberg, vorgestellten Rappisabellschecken als Siegerhengst aus. Aufgrund der großen Anzahl der Hengste gab es auch einen Reservesieger: Metaxa Vandedijk aus der Zucht von Thies Roll aus Struvenhütten, Kreis Segeberg.
Bei den Partbred-Shetlandponys siegte Keanu von der Haner Au. Der Rapp-Tiger wurde gezogen und ausgestellt von der Zuchtgemeinschaft (ZG) Bodo und Finn Schröder aus Hanerau-Hademarschen, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Norbert Büscherhoff aus Seeth-Ekholt, Kreis Pinneberg, stellte mit Ekholts Picasso den Sieger bei den Welsh Ponys Sektion B. Aus Dänemark war Brigitte Goetske mit dem Connemara-Hengst Sternbergs Elitaer angereist und durfte mit einem Siegerhengst den Rückweg antreten.
Zwei gekörte Schleswiger
Bei den Schleswiger Kaltblütern wurden drei Hengste vorgestellt. „Das ist meistens eine kleine Truppe“, erklärte Jensen. Im vergangenen Jahr seien es extrem viele gewesen. Mit zwei gekörten Hengsten lägen sie in diesem Jahr im Durchschnitt. Sieger wurde Smartie aus der Zucht und dem Besitz von Sven Voigt aus Tasdorf, Kreis Plön. „Ganz leicht fiel die Entscheidung nicht. Am Ende haben die Ruhe, der Ablauf und der Schritt den Ausschlag gegeben“, so Jensen.
Aus der Zucht und dem Besitz von Sven Voigt aus Tasdorf, Kreis Plön, kommt Smartie, der Sieger bei den Schleswiger Kaltblütern. Foto: Christian C. Beeck
Die größte Gruppe stellten wie immer die Deutschen Reitponys. Allein auf dem Endring präsentierten sich sieben Prämienhengste. „Das war sehr beeindruckend“, befand Jensen und fügte hinzu: „Die besten vier waren in der Qualität besonders herausragend, deshalb haben wir auch vier Schärpen vergeben.“
Zuerst ehrte Jensen den Springsieger Craig. Der Hengst aus der Zucht von Sarka Göttsche-Götze aus Flintbek, Kreis Rendsburg-Eckernförde, wurde vom Gestüt Kastanienhof in Niedersachsen ausgestellt. „Er ist nicht nur ein Springpony, sondern auch einer, der sich energisch zu bewegen weiß“, sagte die Zuchtleiterin.
Steendieks Sieger
Zweiter Reservesieger wurde Schierensees Cornwall von BPr HJK Crazy Dream aus der Zucht von Kristin Rosenbaum aus Malente, Kreis Ostholstein. „Ein gelassen auftretendes, immer gut im Umgang befindliches Pony mit gleichmäßig guten Bewertungen“, befand Jensen.
Vom Gestüt Grenzhöhe in Lutzhorn, Kreis Pinneberg, stammt der erste Reservesieger Grenzhoehes Oswald. Der braune Sohn von Elite LH Oliver K WE wurde gezüchtet und ausgestellt von Sabine Reimers-Mortensen. „Hochnobel, dieser braune Hengst, ganz elastisch trabend und gelassen“, freute sich die Zuchtleitung.
Den Sieger stellte – wieder einmal – Peter Böge vom Gestüt Steendiek in Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Fuchsisabell Steendieks Extra Energie, ein Sohn des Steendieks Exclusiv, wusste von Anfang an zu überzeugen. „Er hat sich im Trab einfach exzellent bewegt, ist gelassen im Auftreten, typschön und sportlich“, hieß es in der Kommentierung.
Diese vier Hengste unterschieden sich in den Bewertungen nur um Nuancen. „Das ist in Noten nicht auszudrücken“, erklärte Jensen. Für Böge gab es noch einen zweiten Rassesieger, das Kleine Deutsche Reitpferd Steendieks Mr. Bond.
Noch mehr Schärpen
Auch die Islandpferdekollektion war in diesem Jahr außergewöhnlich groß. Drei Schärpen wurden hier vergeben und von den Hengsten gelassen aufgenommen. Zweiter Reservesieger wurde der aufmerksame Fuchshengst Kjalar vom Barghof, gezüchtet und ausgestellt von Nils Paustian aus Görnitz, Kreis Plön. Familie Peters aus Weddelbrook, Kreis Segeberg, stellte mit Sesar von Vierthohen den ersten Reservesieger. Der Braunschecke von Kiljan frá Steinnesi hatte eine etwas bessere Gangnote.
Sieger bei den Islandpferden wurde Hrímsteinn vom Piperhof, ausgestellt von der Zuchtgemeinschaft Meier/Böhrnsen aus Kiel. Foto: Volker Hagemeister
Als „eindeutigen Gesamtsieger“ stellte die Körkommission Hrímsteinn vom Piperhof heraus. Der Rapphelmschecke aus der Zucht von Jessica Piper aus Schönberg, Kreis Plön, war auch farblich ein besonderer Hingucker. Ausgestellt wurde er von der ZG Meier/Böhrnsen aus Kiel, die sich über den Sieg ihres Sohnes von Dagfari frá Sauðárkróki freuten.
Der Sieger bei den Fjordpferden heißt Galeano vom Frenssenhof und stammt aus der Zucht und dem Besitz von Hans-Werner und Telse Heesch. Er wurde in Neumünster an den Fjordhof Chlan verkauft. Foto: Christian C. Beeck
Bei den Fjordhengsten bekamen alle drei Köranwärter ein positives Urteil. „Der Sieger war besonders auffällig“, berichtete Jensen. Abstammend von Goliath aus der Aenna von Giersbergs Tjure, konnte Galeano vom Frenssenhof aus der Zucht von Hans-Werner und Telse Heesch aus Dammfleth, Kreis Steinburg, auch den Rest der Kommission überzeugen und wurde Rassesieger. Bester Springhengst der Veranstaltung wurde Inferno von der Marienquelle. Der in Thüringen gezogene Junghengst, ausgestellt von den Kielern Andrea und Peter Schirrmacher, machte selbst den Sportponys Konkurrenz.
Ein außerordentliches Springtalent zeigte der Fjordpferdehengst Inferno von der Marienquelle. Foto: Christian C. Beeck
Sport und Schau
Jägermeister von Krummesse siegte bei den Classic Ponys. Gezüchtet von Dirk Lüth und ausgestellt von Rebecca Otto aus Eutin, Kreis Ostholstein, überzeugte der braunsilberne Hengst. Foto: Christian C. Beeck
Nachdem die Hengste das Körprozedere absolviert hatten, wurde die Norddeutsche Hallenmeisterschaft der Islandpferde ausgetragen. Das Turnier des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbandes Deutschland (IPZV) ist inzwischen im Rahmen der Kör- und Schautage des PSB etabliert. „Der Boden und das Oval sowie die langen Seiten der Halle sind für die Islandpferdereiter perfekt“, erklärte Elisabeth Jensen. Die Geschäftsführerin des PSB ist sehr glücklich über diese Erweiterung des Programms, denn die Turnierreiter beteiligen sich auch finanziell an den Kosten der Holstenhallen. „Zum Glück waren auch der Club der Springreiter, der Rinderzuchtverein und natürlich wieder die VR Classics mit am Boden beteiligt“, berichtete Jensen. Ohne dass die Veranstaltungen gebündelt stattfinden, wäre es schwierig, eine solche Körung zu finanzieren.
Eine weitere Hilfe ist dabei immer der Schaunachmittag. Etliche Mitglieder des PSB hatten wochenlang geprobt, geschneidert und sich Choreografien ausgedacht. Das Leitthema „Aus Film und Fernsehen” konnte alles umfassen – vom „Tatort” bis zum „Dschungelcamp”.
Mit Fantasie und Mut verwandeln sich beim Schneiden eintönige Hecken in eine spannende Kulisse für das Schauspiel Garten. Als Raumteiler machen Hecken zudem große Grundstücke spannender und wecken Neugierde auf das grüne Paradies.
Die sogenannten Heckenriegel werden gern als Strukturgeber und Gestaltungselemente eingesetzt. In unterschiedlichen Höhen und Breiten oder gar im Versatz gepflanzt wirken sie gleich noch einmal so schön. Für solitär stehende, kastenförmig getrimmte Heckenriegel kommt auch das Motto „Einmal schneiden bitte!“ infrage. Denn allzu schnell wirken gleichförmige Hecken eintönig und zuweilen auch ein wenig streng. Abhilfe schaffen hier etwas Fantasie und Mut beim Ansetzen der Schere. Wie wäre es mit einem bogenförmigen Heckenriegel? Für Abwechslung sorgen zudem wellenförmig getrimmte Elemente oder kleine Fenster in der mannshohen Hecke. Sie bieten einen überraschenden Durchblick und schaffen das Gefühl von Weite. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hecke das Grundstück vom freien Feld, den Spielbereich vom restlichen Garten oder die Terrasse vom Rasen abtrennt. Allerdings kann man solche Fenster nicht einfach in die Hecke schneiden, sondern muss sie langsam erziehen. Einmal geformt, hält die Schere den Durchblick frei.
Mit der Pflanzung von Heckenriegeln kommt auch auf großen Grundstücken keine Langeweile auf. Foto: Karin Stern
Meist dienen hohe Hecken vor allem dem Sicht- und Windschutz. Daraus ergibt sich ein wunderbarer Nebeneffekt, der gestalterisch genutzt werden kann. Denn eine solche Hecke bildet genau jene grüne Kulisse, vor der Rosen und Blütenstauden ausgesprochen schön leuchten. Besonders filigrane Blüten und zarte Farben kommen vor einem ruhigen Hintergrund aus Eibe oder Thuja exzellent zur Geltung. Zudem verleihen Kletterpflanzen immergrünen Hecken einen farbigen Schwung, wenn sie direkt davor oder daneben platziert werden. Gut eignen sich für diesen Zweck sommerblühende Clematis wie ‚Asao‘, ‚Nelly Moser‘ oder ‚Wada‘s Primerose‘. Sie dürfen schon im Spätherbst auf etwa 50 cm Höhe zurückgeschnitten werden. Das verschafft der immergrünen Hecke über den Winter in diesem Bereich etwas Luft. Die Monotonie einer langen Heckenwand lässt sich auch auflockern, indem eine lauschige Laube aus Blutbuche davor gezogen wird. Das rote Laub kontrastiert nicht nur schön vor Eibenhecken, sondern sieht auch gut vor laubabwerfenden Heckenpflanzen wie der Hainbuche aus. Meterlange, dichte Hecken wirken weniger massiv, wenn die grüne Wand mit lichtdurchlässigen Zaunelementen durchbrochen wird.
Fantasievoll geschnittene Hecke aus Ilex. Foto: Karin SternVorgepflanzte Formschnittgehölze nehmen der Eibenhecke ihre Strenge. Foto: Karin SternDie Clematis verschönert die zweifarbige Hecke aus Scheinzypressen. Foto: Karin SternRaketenwacholder und rotlaubiger Ahorn lockern die strenge Hainbuchenhecke auf. Foto: Karin Stern
Heckenriegel lassen sich auch prima mit formalen Gestaltungen kombinieren. Kugelförmig gezogene Eiben sehen in einem Teppich aus immergrünen Bodendeckern toll vor einem ruhigen Heckenhintergrund aus. Mit dieser Pflanzidee kann man auch problemlos die Schattenseite der Hecke verschönern. Extravorteil: Ein solches Arrangement ist erstaunlich pflegeleicht, da ein einmaliger Formschnitt für die Kugeleibe genügt und auch die Bodendecker nur einmal im Jahr zurückgeschnitten werden müssen. Witzig wirken auch schön geformte „Eckpfeiler“ wie beispielsweise bauchförmige Kegel mit Zipfeln. Hier darf man seiner Kreativität freien Lauf lassen, denn verspielte Formen lockern die Hecke auf.
Dennoch ist es ratsam, den Lauf der Sonne bei Neupflanzungen einzubeziehen. Verläuft eine Hecke von Ost nach West, entsteht auf der Südseite ein sonniger Platz. Dieser ist ideal für prächtige Stauden, ein attraktives Rosenbeet oder natürlich die Gartenbank oder eine hübsche Laube. Die Nordseite einer solchen Hecke fällt naturgemäß schattig aus. Daher bevorzugen manche Gärtner eher eine Nord-Ost- oder Süd-West-Ausrichtung der grünen Raumteiler. Damit entsteht im Frühjahr ein geschütztes Plätzchen vor der Hecke, und im Sommer lässt sich hier ein freies Stündchen in der Abendsonne genießen.
Eiben vertragen einen starken Rückschnitt. Daher kann eine schnurgerade Hecke jederzeit in ihrer Form verändert werden. Foto: Karin SternDer radikale Rückschnitt dieser Eibenhecke tut dem Auge durchaus weh … Foto: Karin Stern… aber schon kurze Zeit später zeigt sich frischer Austrieb aus dem alten Holz. Foto: Karin Stern
Hainbuche, Feldahorn, Rotbuche, Eibe, Liguster und Stechpalme gelten als sehr schnittverträgliche Heckenpflanzen. Sie treiben auch nach einem radikalen Schnitt wieder kräftig aus. Selbst alte, vergreiste oder zu hoch gewachsene Hecken lassen sich durch einen kräftigen Schnitt bis ins alte Holz wieder verjüngen und in eine neue Form bringen. Also nur Mut, wenn man der alten Hecke ein frisches Design verpassen will. Die beste Zeit dafür ist von Oktober bis einschließlich Februar. Tipp: Nadelgehölze wie Thuja, Scheinzypresse, Fichte oder Kiefer vertragen das nicht. Solche Hecken werden durch einen radikalen Rückschnitt meist ruiniert. Sie vertragen lediglich einen regelmäßigen Schnitt, der niemals tiefer als bis zum Nadelansatz reichen sollte.