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Bestandespflege in einem jungen Laubholzbestand

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In den vergangenen Jahren war es vielfach in den Wäldern schwierig, die Waldpflege in den jungen Laubholzbeständen voranzubringen, da die Winter zum Teil relativ nass waren und es schwierig war, geeignete Arbeitskräfte beziehungsweise Lohnunternehmer zu bekommen.

Als ein sehr gutes Verfahren hat sich die Durchforstung mit einer Kombinationsmaschine erwiesen. Ihr Motor hat eine Leistung von 55 kW. Die Maschine wiegt 5,7 t – ist also vergleichsweise leicht und wird als Kombinationsmaschine (als Harvester und als Rückezug) eingesetzt. Sie fährt auf einem Raupenlaufwerk und kann daher auch sehr gut auf schwierig zu befahrenden Standorten (zum Beispiel nasse oder moorige Standorte) eingesetzt werden. Das Ladevolumen bei der Arbeit als Rückezug beträgt 5 bis 6 rm. Die Maschine ist nur 2,1 m breit. Die erforderliche Gassenbreite für ihren Einsatz beträgt somit zirka 3 m. Der Kran hat eine Reichweite von 7,2 m. Dazu verfügt er über eine Seilwinde, mit der nicht erreichbare Bäume herangezogen werden können. Der Fälldurchmesser der zu fällenden Bäume kann maximal 40 cm betragen. Optimal ist eine Stärke von zirka 25 cm.

Die zum Rückezug beim Holzrücken umgerüstete Maschine Fotos: Rolf-Martin Niemöller

Das hierzulande unter anderem im Wald der Stadt Büdelsdorf durchgeführte Verfahren ist folgendermaßen abgelaufen: Es ging in diesem Fall um eine Durchforstung (Bestandespflege) in einem rund 30- bis 35-jährigen Laubholzwald, um dem Standraum der vorhandenen Bäume zu verbessern und die qualitativ guten Bäume (Zukunftsbäume) zu fördern.

Zur Vorbereitung wurden in einigen Bereichen die Bäume in Richtung Gasse motormanuell gefällt.

Dank des Raupenlaufwerkes war die Befahrung der Flächen auf Rückegassen unproblematisch, und es kam nur zu geringen Schäden auf den Rückegassen und Rücke­wegen. Aufgrund der Kranreichweite von 7,2 m konnten nicht alle Bäume von den Rückegassen aus erreicht werden. Dazu waren dann noch zwei Waldarbeiter im Einsatz, die dann diese Bäume in Richtung der Gasse gefällt haben, sodass sie für die Maschine erreichbar waren. So konnten außerdem Bäume, die aufgrund ihrer Grobastigkeit von der Maschine nicht aufgearbeitet werden konnte, von den Waldarbeitern für die Aufarbeitung vorbereitet werden.

Beim Ablegen des gerückten Holzes war es in diesem Wald günstig, dass die Maschine vom Wald aus poltern konnte und nicht mit den Ketten auf die Teerstraße fahren musste.

Zwischen Landwirtschaft, Politik und Publikum

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Messetrubel, Gespräche im Minutentakt und mittendrin Frauen, die ihre Leidenschaft für den ländlichen Raum leben. Auf der Grünen Woche in Berlin waren natürlich auch die LandFrauen wieder präsent.

In diesem Jahr gehörte Daniela Harder aus dem Ortsverein Bornhöved zu den ausgewählten Helferinnen am Messestand des Deutschen LandFrauenverbandes. Wir haben mit ihr nach einer Woche voll toller Eindrücke und Erlebnisse Bilanz gezogen.

Frau Harder, was hat Sie persönlich motiviert, sich für den deutschen LandFrauenverband auf der Grünen Woche zu engagieren?

Daniela Harder: Ich habe es für mich tatsächlich als tolle Möglichkeit gesehen, einmal etwas ganz anderes zu machen, aus meinem Alltag herauszukommen. Ich arbeite im Personalbereich bei der Otto GmbH & Co. KGaA in Hamburg, mein Alltag spielt sich im Büro ab – und diesen Pfad einmal zu verlassen, war für mich eigentlich der Anreiz. Als ich in meinem LandFrauenortsverein von der Möglichkeit erfuhr, als Helferin auf der Grünen Woche in Berlin zu arbeiten, habe ich direkt meinen Lebenslauf an den Deutschen LandFrauenverband geschickt und mich riesig gefreut, als dann tatsächlich die Zusage kam.

Wie sah denn Ihr typischer Tag auf der Grünen Woche aus – welche Aufgaben hatten Sie konkret?

Morgens haben wir immer als Erstes den Stand aufgeschlossen und Infomaterial, Broschüren und so weiter herausgelegt. Neben den Damen vom Bundesverband waren wir an jedem Tag immer mit drei Helferinnen eingeteilt. Na ja, und dann war natürlich eine unserer Hauptaufgaben, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Und viele Gespräche ergaben sich ganz von selbst. Die Frauen kamen an unseren Stand, erzählten oft ganz euphorisch von ihren eigenen LandFrauenvereinen, welche ehrenamtlichen Positionen sie bekleideten oder was für tolle Unternehmungen sie in ihren eigenen Vereinen machten. Das war für mich persönlich sehr inspirierend, und insgesamt war es einfach ein unglaublich wertschätzendes Miteinander. Auch besonders mit dem Präsidium und all den Damen unseres Bundesverbandes, das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Am Ende des Tages war ich zwar immer etwas kaputt, aber sehr zufrieden.

Beliebter Foto-Spot auf der Grünen Woche: Daniela Harder vor dem politischen LandFrauenkuchen Foto: privat

Gab es einen Moment oder eine Begegnung auf der Messe, die Sie besonders beeindruckt oder berührt hat?

Ich persönlich fand es ganz toll, als uns Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) am LandFrauenmessestand besucht hat. Oder auch andere Politiker oder Abgeordnete, die man so in seinem persönlichen Alltag normalerweise nicht treffen würde. Es war ganz spannend zu beobachten, wie die Politikerinnen und Politiker mit ihrem Tross über die Messe zogen, natürlich zeitlich sehr eng getaktet waren, aber jeder in dem kurzen Moment seine Themen schnell platzieren wollte. Das war wirklich interessant. Einen speziellen Moment gab es für mich während meiner Arbeit auf der Grünen Woche tatsächlich nicht, mich haben einfach das Engagement und das Feuer, mit dem alle LandFrauen am Stand bei der Sache waren, total beeindruckt.      

Was würden Sie sagen, macht die Arbeit der LandFrauen heute besonders wichtig – gerade auch für junge Menschen und Frauen im ländlichen Raum?

Es ist definitiv die Gemeinschaft, das Miteinander – aber auch die verschiedenen Hintergründe der vielen Frauen und der Mix aus Jung und Alt. Bei uns im LandFrauenverein Bornhöved ist das älteste Mitglied 91 Jahre alt, und das jüngste – meine Cousine – ist 31 Jahre jung. Aber auch die Unterstützung, die man hier bekommt, beeindruckt mich sehr. Ich bin erst seit drei Jahren eine LandFrau. Als meine Tante den Vorsitz bei uns im Verein übernommen hat, sind viele Frauen aus unserer Familie in den LandFrauenverein eingetreten. Und auch wenn ich erst kurz dabei bin, kann ich heute schon sagen: Egal welches Problem ich habe oder eine andere LandFrau, hier wird immer geholfen! Das gilt wirklich bei allen Themen. Irgendeiner stupst einen immer in die richtige Richtung, und man fühlt sich wirklich aufgehoben.

Was nehmen Sie persönlich aus ihren Messe-Erfahrungen mit – und würden Sie anderen Frauen auch so ein Engagement empfehlen?

Ich persönlich nehme ganz viel innere Befriedigung mit nach Hause. Zu sehen, dass ich außerhalb meiner täglichen Arbeit auch Anerkennung und so viel positives Feedback bekomme, hat mich total beeindruckt. Auch die vielen tollen Gespräche, die interessanten Menschen, die ich kennenlernen konnte, der Blick hinter die Kulissen, das Kennenlernen der tollen Damen aus unserem Bundesvorstand – all das wird mir noch sehr, sehr lange in toller Erinnerung bleiben. Und deswegen kann ich auch nur jeder LandFrau empfehlen, sich auch als Helferin für die Grüne Woche zu bewerben. Einfach mal über den Tellerrand des eigenen Ortsvereins hinauszuschauen, sich selbst aufzubauen und das lockere, positive und fröhliche Miteinander bei der Standarbeit zu erleben. Wenn ich mich noch einmal bewerben könnte, wäre ich im nächsten Jahr definitiv wieder dabei!

Rindfleisch bleibt weltweit knapp und teuer

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Die globalen Rindfleischpreise sind 2025 laut FAO im Fleischpreisindex deutlich auf 146 angestiegen (Durchschnitt 2014 bis 2016 = 100). Zum Vergleich: Der globale Index für Schweinefleisch liegt bei 107. Die „Los Angeles Times“ berichtete vor Kurzem: „Höhere Gehälter und hohe Rindfleischpreise haben die Burgerpreise in die Höhe getrieben und einkommensschwächere Kunden aus McDonald‘s vergrault.“ So wird Fast Food zum Luxusgut, die Burgerketten wie Mc­Donald‘s berichten aktuell, dass sie in den USA Kunden verlören, weil Menüpreise stark stiegen.

Sinkende Produktion trotz höherer Preise

Die höheren Erzeugerpreise werden die Produktion von Rindfleisch aber nicht erhöhen. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die globale Erzeugung 2026 um 1 % gegenüber 2025 sinken dürfte. Die USA bleiben das Land mit der höchsten Rindfleischproduktion. Gründe für den dortigen Rückgang von etwa 1 % sind die geringere Verfügbarkeit von Ochsen und Färsen für die Mast sowie Importbeschränkungen für Rinder aus Mexiko. In Brasilien, dem weltweit zweitgrößten Produzent, wird die Produktion um 5 % gegenüber dem Vorjahr vor allem bei weiblichen Schlachtrindern sinken, da die Landwirte ihre Kühe länger im Bestand halten. Auch der weltweite Verbrauch von Rindfleisch wird um 1 % sinken. Er ist am höchsten in den USA, wo mit einer stabilen Entwicklung gerechnet wird, für China und Brasilien wird ein sinkender Verbrauch vorausgesagt. Brasilien und Australien, die weltweit größten Exporteure, dürften ihre Ausfuhren nach den Rekordwerten im Vorjahr reduzieren, was durch andere Staaten nicht ausgeglichen werden kann.

Deutlicher Rückgang 2025 in Deutschland

In Deutschland ist 2025 die Rindfleischproduktion um 7 % auf zirka 950.000 t gesunken. Hauptursache ist der Rückgang des Milchviehbestandes. Laut Viehzählung des Statistischen Bundesamtes vom 3. November 2025 war im Zehnjahresvergleich ein Rückgang der Milchkühe von 16 % (minus 688.000 Tiere) zu verzeichnen. Aber auch die Blauzungenkrankheit hatte einen negativen Einfluss. Deshalb ist Deutschland auf Importe von zirka 420.000 t angewiesen, um den nationalen Bedarf von etwa 9,2 kg pro Kopf zu decken. Der Großteil der Lieferungen stammte mit 86 % aus EU-Staaten. Auf Platz eins der Herkunftsländer lagen mit 25 % die Niederlande. Aus Argentinien und Brasilien wurden rund 40.000 t importiert. Exportiert wurden 529.000 t. An diesen Zahlen zeigt sich, wie sehr der deutsche Rindfleischhandel in die internationale Arbeitsteilung eingebunden ist und so von jeweils offenen Märkten profitiert.

Mercosur und Rindfleisch

Auch wegen der im Mercosur-Abkommen vorgesehenen jährlichen Lieferquote von 99.000 t Rindfleisch mit 7,5 % Zoll gab es Proteste vor dem EU-Parlament. Allerdings lohnt es sich, genauer auf die Zahlen zu sehen: Die 99.000 t entsprechen etwa der Hälfte der aktuellen Importmenge aus dem Mercosur-Raum und weniger als 2 % der gesamten EU-Rindfleischproduktion. Dazu können bei zu starkem Anstieg der Importe oder übermäßigem Preisverfall für europäische Bauern die Zölle wieder erhöht werden. Aufgrund der weltweiten Knappheit an Rindfleisch können die deutschen Rindermäster von gut auskömmlichen Preisen ausgehen, Mercosur ist für sie derzeit keine erkennbare Bedrohung.

„Der Lohn des Sommers“

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Eine Stunde und 38 min – so lang ist der neue Wohlder Dorfkrimi „Kein schöner Tod II“, in dem überwiegend Laiendarsteller aus dem Dorf und der Region Stapelholm mitspielen – in grandioser Kulisse des Dorfes und der Treene-Landschaft und mit vielen Tieren. Initiatorin, Drehbuchautorin, Produzentin, Regisseurin und Darstellerin Ute Ochsenbauer hat mit diesem Projekt nicht nur ihre Idee von einem weiteren Dorfkrimi verwirklicht, sie hat damit auch einen echten Mehrwert für das Dorfleben und die Gemeinschaft geschaffen, der bei den Besuchenden der Filmvorführungen richtig gut ankommt.

Alles begann mit einem Tatort-Dreh vor mehr als 50 Jahren in Wohlde. „Jagdrevier“ von 1973 legte quasi den Grundstein für die beiden folgenden Dorfkrimis. Getreu dem Motto „Das können wir auch“ initiierte vor 30 Jahren Karin Nissen den ersten Wohlder Dorfkrimi „Kein schöner Tod in dieser Zeit“, schrieb das Drehbuch und schaffte es, genügend Leute zum Mitmachen zu gewinnen – und das bei einem Null-Budget.

Andreas und Ute Ochsenbauer (li.), Cläre McDaniel mit Hund Dotti (r.) freuen sich über das gelungene Projekt und den Film-Erfolg. 
Foto: Iris Jaeger

„Diesen Film habe ich dann vor zwei Jahren zusammen mit Wohlder Neubürgern geschaut und gedacht, der ist irgendwie so cool, eigentlich müsste es noch einmal so ein Projekt geben“, erinnert sich Ute Ochsenbauer. Der Teamgeist, die Spielfreude der Laiendarsteller, das ehrenamtliche Engagement, der Zusammenhalt, die einzigartige Atmosphäre, das alles wollte sie wieder erleben im Dorf. Die Reaktion der Mitschauenden damals fiel eher verhalten aus. Statt totaler Begeisterung kam: „Ja, ja, Ute, träum mal weiter, das wird nie was, nie.“ Doch da hatte sich die Idee bei ihr schon längst im Kopf festgesetzt.

Ute Ochsenbauer suchte den Kontakt zu Karin Nissen, der Produzentin des ersten Wohlder Dorfkrimis. Die erklärte sich bereit, das Drehbuch für die Fortsetzung zu schreiben, stand aber aufgrund ihres hohen Alters für die Umsetzung nicht mehr zur Verfügung: „Die Regie musst du dann machen, Ute“, sagte sie. „,Klar, kein Problem‘, sagte ich da noch völlig ahnungslos“, erzählt Ute Ochsenbauer. Beide nahmen sich Zeit und schrieben das Drehbuch, überlegten erste Rollenbesetzungen. Es geht um eine ältere Dame, die auf einen Enkeltrick hereinfällt. Aus Angst vor dem Betrüger zieht sie in eine Senioren-WG. Deren Bewohner helfen ihr, ihr Geld zurückzuholen, und stellen den Betrüger. Sie sperren ihn in einen Container, doch als sie ihn am nächsten Tag befreien wollen, ist er tot. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Bis zum ersten Drehtag am 31. Mai 2025 folgte eine Zeit von Auf und Ab, Krisen, emotionalen Achterbahnfahrten, die von totaler Euphorie bis hin zu Tränen der Verzweiflung reichten, aber Ute Ochsenbauers Begeisterung für das Projekt blieb in der Zeit unangefochten. Und diese Begeisterung war ansteckend. Einige der Darsteller aus dem ersten Krimi wollten wieder mitmachen, ebenso wie viele neue Darsteller, die sich zu einem ersten Treffen im Dorfkrug einfanden. „Die Stimmung war klasse, und da wurde uns klar, es kann wirklich losgehen“, so Ochsenbauer. Klar war da auch, dass es eine Förderung durch die Aktivregion Eider-Treene-Sorge GmbH geben würde, mit der unter anderem die Finanzierung eines professionellen Kamerateams möglich wurde. Es wurde der Verein Treenezauber gegründet, am Ende zählte das Projekt mehr als 100 Mitwirkende.

Szene aus dem neuen Dorfkrimi
Foto: Ochsenbauer

Anfang Mai begannen dann die Dreharbeiten, Ende Oktober fiel die letzte Klappe. Die Drehmonate dazwischen waren geprägt von viel Engagement und Spielfreude, von Improvisation, der einen oder anderen Panne, von unerwarteten Wendungen und Überraschungen, geänderten Szenen, von weiteren Menschen, die mitspielen wollten. „Wir waren da sehr flexibel, es gestaltete sich alles sehr dynamisch, und irgendwie haben wir noch jeden mit untergebracht“, berichtet die Produzentin von ihren Erfahrungen. Ihr Learning sei gewesen, dass einige der Laiendarstellenden sich so in ihre Rolle eingefunden und diese ausgefüllt hätten, dass dadurch alles noch einmal lebendiger wurde: „Selbst wenn sie nur einen Satz zu sprechen hatten, haben sie sich eine ganze Geschichte dazu ausgedacht.“

Für viele waren es die ersten Dreharbeiten. Vor laufender Kamera und mit der Tonangel über dem Kopf sich aus der Komfortzone zu bewegen und zu sprechen, war sicherlich nicht leicht. „Das hat aber auch nur deshalb so gut funktioniert, weil Ute so offen und herzlich war, sie hat alle mitgenommen und dadurch ein Vertrauen geschaffen, das die Leute dazu bewegt hat, Hemmungen abzubauen und ihre Rolle mitunter auch frei Schnauze zu spielen“, sagt Cläre McDaniel, die die Hamburger Kommissarin in dem Krimi spielt und mit an der Organisation beteiligt war.

Einige schnacken auf Plattdeutsch und so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Künstlerische Freiheit – das mache den Film so lebendig. Dabei ging es nie um den perfekt inszenierten Krimi, sondern darum, das Landleben auf eine ganz eigene Art und Weise und so vielfältig wie möglich abzubilden, mit Dorfbewohnern, Landwirtschaft, Treckern, Gaststätten, kleinen Läden und ganz viel Landschaft. „Wir wollten das Dorf zeigen, wie es ist, mit allen heute dazugehörenden Facetten“, so Ochsenbauer. Das sei auch durch das Mitwirken vieler Vereine und weiterer Engagierter gelungen. Dorfbewohner und Einrichtungen wie der Dorfkrug öffneten ihre Türen, halfen bei Requisiten und der Verpflegung, stellten Fahrzeuge und Räumlichkeiten zur Verfügung. Und in dem Film spielen viele Tiere mit, darunter auch die mit 22 Jahren älteste Kuh von Wohlde. Es wurde zusammen gegessen und zusammen gelebt, so wie es früher einmal auf den Dörfern war. „Wie schön so eine Gemeinschaft sein kann, wenn man miteinander an einem Strang zieht und auf ein Ziel hinarbeitet!“, schwärmt Ute Ochsenbauer. Das Projekt habe die Menschen zusammengebracht, es seien Freundschaften entstanden, und das Miteinander bestehe noch immer. Das Schneiden des Filmmaterials sei dann noch einmal eine ganz andere Herausforderung gewesen.

Seit November laufen die Filmvorführungen, unter anderem war der Krimi in Husum zu sehen und in zahlreichen Dörfern. Die mehr als positive Resonanz der Zuschauer sei überwältigend: „Ich bin jedes mal wieder berührt. Und zu sehen, wie die Leute sich freuen, wenn sie den Film sehen, ist für mich der Lohn des Sommers“, so Ochsenbauer. Weitere Vorführtermine bis März sowie einen Blog zum Filmdreh und mehr Infos gibt es unter www.treenezauber.de

Wo man „Blauen Jungs“ begegnet

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1909 erbaut, war die Fischauktionshalle Mittelpunkt für die prosperierende Fischereiwirtschaft in Kiel. Der Erste Weltkrieg und die folgende Wirtschaftskrise ließen den Fischhandel jedoch massiv einbrechen, und die Halle blieb in der Folge längere Zeit ungenutzt. Das vom ehemaligen Stadtbaurat Georg Pauly entworfene Gebäude mit dem charakteristischen Spitztonnendach wurde dann nach eingehender Diskussion unter Denkmalschutz gestellt. Nach aufwendigen Renovierungen 1978 und 2014 bietet die Halle Platz für das Schifffahrtsmuseum.

Das Kieler Schifffahrtsmuseum ist in einer ehemaligen Fischauktionshalle untergebracht.
Foto: Imme Feldmann

Drei historische Schiffe liegen an der Museumsbrücke bei der ehemaligen Fischauktionshalle: das Feuerlöschboot „Kiel“ von 1941, das Seenotrettungsboot „Hindenburg“ von 1943 und der Dampftonnenleger „Bussard“ von 1906. In der Sommersaison bietet die ehrenamtliche Crew vom Verein Dampfer Bussard e. V. Fahrten auf der Kieler Förde an. In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Warleberger Hof wird im Museum Fischhalle ganz maßgeblich in einer Dauerausstellung die Geschichte der Stadt Kiel vermittelt. Als „Holstenstadt tom Kyle“ zwischen 1233 und 1242 von Graf Adolf IV. von Holstein gegründet, bezeichnete die Stelle an der Förde damals aufgrund politischer Machtverhältnisse die einzige Möglichkeit für einen sächsischen beziehungsweise holsteinischen Ostseehafen.

Die ältesten heute noch stehenden Gebäude sind die Reste des Franziskanerklosters und die Nikolaikirche. Lange Jahre war Kiel eine kleine, beschauliche Stadt; immerhin erfolgte dort im Jahr 1665 die Gründung der Christian-Albrechts-Universität von Gottorf aus. Kiel-Ellerbek war einst ein idyllisches Fischerdorf. Der Krieg von 1864 brachte die Wende: Nach dem Sieg der Preußen und Österreicher über Dänemark ordnete der preußische König die Verlegung der Marinestation der Ostsee von Danzig nach Kiel an. Die „zweite Geburt“ der Fördestadt ereignete sich, fortan entwickelte Kiel sich zu einer Großstadt (heute: rund 220.000 Einwohner).

„Der Kieler Hafen“ 1905, Schulwandbild nach einer Vorlage von Carl Saltzmann: aus der Zeit, als Kiel Reichskriegshafen war.
Foto: Imme Feldmann

Bereits im Jahr 1867 wurde der Standort Kriegshafen der späteren Kaiserlichen Marine. Die Kaiserliche Torpedowerkstatt wurde in Friedrichsort eingerichtet: Fortan wurde in maritimer Hinsicht forciert aufgerüstet. Mit der Deutschen Reichsgründung wurde Kiel wie Wilhelmshaven Reichkriegshafen. Manches, was in Bezug auf die Stadt heute noch populär ist, beispielsweise das große Volksfest Kieler Woche (an Aufwand und Stellenwert mit dem Oktoberfest in München zu vergleichen), hat seinen Ursprung in der Kaiserzeit.

1882 fand nämlich die erste Kieler Woche statt, seit 1885 wurde sie als Kombination von Schiffsparade, Segelregatten und Volksfest veranstaltet. Kaiser Wilhelm II. als Commodore des Kaiserlichen Yacht-Clubs besuchte sie regelmäßig, ebenso sein Bruder Prinz Heinrich, der bekanntlich im Kieler Schloss residierte.

Ein großes Ereignis war die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals im Juni 1895. Der heutige Nord-Ostsee-Kanal wurde bald der meistbefahrene Kanal der Welt. Kiel als mit dem Kanal verbundene Hafenstadt wurde nun Haupthafen der deutschen Kriegsflotte. Ende 1918 war die Stadt Schauplatz des Matrosenaufstands – im Jahr 2018 ist dieses Datums ausführlich gedacht worden, es wurde historisch aufgearbeitet.

Der Museumshafen (unter anderem mit einem Feuerlöschboot von 1941) liegt direkt hinter dem Schifffahrtsmuseum
Foto: Imme Feldmann

Mit dem Kieler Matrosenaufstand begann am 3. November 1918 eine Revolution, die maßgeblich zum Ende des Ersten Weltkriegs beitrug. Eine zeitgenössische Karikatur, im Museum zu finden, zeigt Kaiser Wilhelm II. in bürgerlicher Kleidung gen Holland enteilen, die Uniform und die Pickelhaube unter den Arm geklemmt, während Matrosen ihm freundlich lächelnd zum Abschied winken: „Hier weht ein Kieler Wind!“

In der Zeit des Nationalsozialismus war Kiel wiederum wichtiger Stützpunkt der Kriegsmarine und Standort von drei Großwerften. Daher wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg durch westalliierte Luftangriffe zu weit über 80 % zerstört. Die Kieler Förde war bei Kriegsende ein riesiger Schiffsfriedhof, rund 350 Schiffe wurden dort versenkt. Nach Kriegsende gehörte die Stadt zur britischen Besatzungszone. 1946 wurde das Land Schleswig-Holstein gegründet, Kiel wurde als Hauptstadt benannt. Wiederaufbau und Wirtschaftswunder prägten die folgende Zeit. Ab 1956 war Kiel wiederum wichtigster Stützpunkt der Bundesmarine an der Ostseeküste; nach der Wiedervereinigung änderte sich dies, die U-Boote wurden beispielsweise nach Eckernförde verlegt.

1972 war Kiel Austragungsort der Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele
Foto: Imme Feldmann

Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ wurde 1958 von der Bundesmarine als Segelschulschiff in Dienst gestellt, seitdem ist Kiel der Heimathafen dieser bekannten Dreimastbark. 1972 – also 36 Jahre nach den berühmt-berüchtigten Olympischen Sommerspielen 1936, deren Hauptaustragungsort Berlin war – war Kiel wieder Austragungsort der Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele, diesmal im neuen Olympiazentrum Schilksee. Auch die Tradition als Kreuzfahrthafen wurde in gewisser Weise schon von Kaiser Wilhelm II. begründet, er hatte ein Faible für Nordlandfahrten, besonders Norwegen hatte es ihm angetan. Außerdem richtete er eigens eine von Carl Saltzmann (einem seiner Lieblingskünstler) geleitete Klasse für Marinemalerei an der Berliner Kunstakademie ein, damit die maritime Aufrüstung mithilfe der Malerei dokumentiert werden konnte.

All diese Details, die in der Stadt heute nicht mehr unmittelbar präsent sind, wurden von Historikern aufgearbeitet. Als Besucher des Schifffahrtsmuseums gerät man ins Staunen, was sich in Kiel alles schon ereignet hat.

Zähe Prozesse hemmen Innovation

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Wie innovative Technik mithilfe gezielter Förderung in die Praxis gelangen kann, erfuhren die knapp 1.000 Besucher beim VR-Landwirtschaftstag, der am Montag in Neumünster stattfand.

„Wir fördern Hightech-Projekte im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft“, berichtete die Landwirtschaftsministerin Schleswig-Holsteins, Cornelia Schmachtenberg (CDU). Wissenstransfer und Vernetzung seien hier im Fokus. Mit Blick auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) kritisierte sie das bislang vorgesehene Budget als zu niedrig. Da die EU-Kommission bereits im Rahmen der Mercosur-Verhandlungen zu Zugeständnissen bereit gewesen sei, vermutet sie weiteren finanziellen Spielraum, den es auszureizen gelte. Auch bei der geplanten Förderstruktur müsse nachgebessert werden. Wenn die Nationalstaaten große Freiheiten bekämen und eigene Förderschwerpunkte festlegten, steige das Risiko für Wettbewerbsverzerrungen, mahnte Schmachtenberg. Kappung und Degression lehne die Kieler Landesregierung ab. Potenzial für bürokratische Entlastungen sieht die Ministerin vor allem im Datenmanagement.

Kritik an Verschiebepolitik

Auch Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), fordert eine GAP, die fairen Wettbewerb unterstützt. Hinsichtlich der Förderung von Naturschutzmaßnahmen stellte er klar: „Wir müssen damit Geld verdienen können.“ Ein Kostenausgleich sei nicht ausreichend. Lucht mahnte zudem, die Ernährungssouveränität nicht außer Acht zu lassen. „Wenn wir es nicht schaffen, unsere Bevölkerung in Europa vernünftig zu ernähren, kann es zu sozialen Verwerfungen kommen“, warnte er. In diesem Zusammenhang fordert er schnellere Zulassungsverfahren für neue Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Seit 2019 sei nicht ein einziger neuer Wirkstoff zugelassen worden – in England hingegen vier. Grundsätzlich gebe es zu viel „Verschiebepolitik“. Als Beispiele nannte er die EU-Entwaldungsverordnung und das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG). Wenn die Förderung für Stallumbauten gestrichen werde, könne das THKG auch ganz weg, so Lucht.

Felix Lutz von der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission verteidigte die GAP-Vorschläge. Er räumte aber ein: „Eine gewisse Renationalisierung kann man nicht abstreiten.“ Man wolle den Mitgliedstaaten Spielräume geben, um auf die Gegebenheiten vor Ort einzugehen. Mit Blick auf Kappung und Degression erklärte er: „Die Kassen sind knapper.“ Durch eine Analyse sei die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass Großbetriebe weniger auf Zahlungen aus Brüssel angewiesen seien.

Bürokratie bremst

Ruben Soth, Digitalisierungsexperte bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, berichtete von bürokratischen Hindernissen bei der Etablierung von Agrardrohnen in der Praxis. Genehmigungsprozesse dauerten ein Jahr und länger. Das reduziere den Mehrwert. Grundsätzlich sei Hightech auf den meisten Betrieben bereits Realität. Soth schilderte: „Wir wissen vor den Pflanzen, dass sie Nährstoffmangel haben, und vor der Kuh, dass sie Fieber bekommt.“

Landwirt Carsten Stegelmann sieht in moderner Technik in Kombination mit Künstlicher Intelligenz (KI) Potenzial, Betriebsmittel einzusparen. Er betonte: „Obwohl der Green Deal gerade nicht das oberste Thema ist, beschäftigen wir Landwirte uns trotzdem intensiv damit.“ Moderne Maschinen sollten aus seiner Sicht deutlich selbsterklärender sein. Es koste oft viel Zeit, „bis man in einem System drin ist und es effizient nutzen kann“. Alke Hedemann von John Deere bestätigte diesen Eindruck. Sie berichtete: „Bei Vorführungen müssen wir eine Menge erklären, möglichst schnell und möglichst einfach.“

Thorsten Eichert, Geschäftsführer des Drohnen-Dienstleisters Drone Safty, machte Hoffnung: „Die Vernetzung von Maschinen untereinander wird besser.“ Mit Drohnen erstellte Applikationskarten ließen sich gut auf andere Maschinen übertragen.

Prof. Martin Braatz, Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW), berichtete: „Digitalisierung und digitales Datenmanagement sind in der Lehre an der HAW eingezogen.“ Neue Technologien würden immer komplexer, deswegen gehörten regelmäßige Fortbildungen auf den Maschinen dazu.

Christopher Braun, Abteilungsleiter Agrarwirtschaft der DZ Bank, informierte, dass es je nach Förderschwerpunkt große Unterschiede bei den Kreditkonditionen gebe, und riet den Landwirten, sich vor Investitionsentscheidungen intensiv beraten zu lassen.

Stefan Lohmeier, Sprecher der Volksbanken Raiffeisenbanken (VR), betonte: „Technik bewegt viel, aber was Landwirtschaft wirklich ausmacht, sind die Menschen.“ Er sehe große Innovationskraft auf den Betrieben. Das wolle man honorieren und habe deswegen in diesem Jahr wieder den VR-Landwirtschaftspreis ausgelobt. Bewerbungsfrist ist der 15. Februar.

Zum Abschluss des VR-Landwirtschaftstages bat Stefan Lohmeier (li.) Werner Schwarz (CDU) auf die Bühne. Der ehemalige Landwirtschaftsminister und BVSH-Präsident riet, Entwicklungen genau zu beobachten, um den eigenen Betrieb frühzeitig zukunftsfähig aufzustellen.

EU-Konferenz zur Wasserresilienz kommt nach Hamburg

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Vom 19. bis 21. Mai findet in Hamburg die EU-GAP-Netzwerkkonferenz „Wasserresilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ statt.

Die Veranstaltung bringt rund 300 Teilnehmende aus ganz Europa zusammen, darunter Landwirtinnen und Landwirte, landwirtschaftliche Beratung, Forschung sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Lösungen, wie Land- und Forstwirtschaft angesichts von Klimawandel, Trockenheit und Starkregen widerstandsfähiger werden können.

Neben Fachvorträgen, Workshops und einem Innovationsmarkt finden am 19. Mai Exkursionen statt. Diese werden unter anderem vom Innovationsbüro der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein organisiert und zeigen in der Region entwickelte, praxiserprobte Ansätze zur Verbesserung der Wasserresilienz, von bodenschonenden Bewirtschaftungsmethoden über digitale Anwendungen bis hin zu naturbasierten Lösungen.

Die Konferenz bietet eine wichtige Plattform, um Ergebnisse aus EU-geförderten Projekten der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) sowie Horizon-Europe-Vorhaben sichtbar zu machen und ihren Transfer in die landwirtschaftliche Praxis zu beschleunigen. Gleichzeitig steht der Austausch zwischen Praxis, Beratung und Forschung im Vordergrund.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Bewerbung möglich. Der Aufruf zur Interessenbekundung ist eröffnet. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Interessierte können sich online über das CAP-Netzwerk bis zum 9. Februar bewerben.


Partner Pferd in Leipzig mit dem Goldenen Sattel

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In Leipzig wurden Punkte für die Weltcups im Springreiten und im Gespannfahren vergeben. Doch nicht nur der Weltelite dieser Disziplinen wurde in der Leipziger Messe der rote Teppich ausgerollt. Auch Lokalmatadore, Nachwuchsreiter und junge Pferde bekamen eine Chance. Darunter waren viele Zwei- und Vierbeiner aus dem Norden, allen voran drei Frauen.

Der Goldene Sattel zählt zu den besonderen Prüfungen im Nachwuchsspringsport. Aus ganz Deutschland wurden nur vier Reiter vom Nachwuchsbundestrainer Peter Teeuwen und dem Springreiter Marco Kutscher, Olympiadritter von 2004, ausgewählt. Dazu gehörte auch June Karlinder aus Sörup, Kreis Schleswig-Flensburg. Sie bekam erst eine Woche vor der Prüfung die Zusage. „Eingeladen zu werden war etwas sehr Besonderes für mich. Ich habe den Goldenen Sattel in den vergangenen Jahren immer verfolgt, und eine Teilnahme war ein Traum von mir“, erzählt die 17-Jährige.

Doch die Pferde waren in der Winterpause, und für den Goldenen Sattel braucht man ein besonderes Pferd, denn das M**-Stilspringen wird mit Pferdewechsel geritten. „Die müssen einen guten Charakter und die richtige Einstellung haben“, erklärt die Reiterin. Sie entschied sich für den elfjährigen Coupino. Den Wallach von Coupe de Couer aus der Caretina von Caretino reitet sie noch nicht lange, aber es habe am Ende der Saison richtig klick gemacht. Die Juniortour sei mit ihm eigentlich gar nicht geplant gewesen. Aber die Besitzerin stimmte zu, und so ging es nach Leipzig.

Dort war die Schülerin erst einmal beeindruckt von der Atmosphäre. Sie wurde durch Teeuwen engmaschig betreut, und zwischen den nur vier Teilnehmern entstand eine freundschaftliche und persönliche Stimmung. Auch die „Exklusivität“, die alles ausstrahlte, machte das Turnier zu etwas Besonderem.

Platz drei für June Karlinder

Dass alle vier Reiterinnen und Reiter die erste Runde mit ihren eigenen Pferden fehlerfrei beendeten, unterstrich die Qualität des Starterfeldes. Das freute die hochklassig besetzte Jury, bestehend aus Richter Stephan Hellwig, Bundestrainer Otto Becker und Marco Kutscher. Sie zeigten sich sehr zufrieden mit den Auftritten. Vor allem das feine, gleichmäßige und sichere Reiten wurde mehrfach hervorgehoben.

June Karlinder holte durchweg gute Noten. „Dass ich als Einzige mit allen Pferden fehlerfrei war, hat mich sehr stolz gemacht“, erzählt June, die als einzige Juniorin viel weniger Championatserfahrung hatte als die anderen Teilnehmer, die auch schon in schwereren Springen gestartet sind.

Die beste Note (8,9) holte sie mit dem Pferd Yoshimi. Ihn hatte Emma Bachl mitgebracht, der es gelang, bis zur dritten Runde in Führung zu sein. Dann hatte sie allerdings einen Fehler und landete am Ende mit 0,1 Punkten Abstand auf dem zweiten Platz hinter Mikka Roth.

June Karlinder hatte 0,4 Punkte weniger als der Sieger und kam damit auf den Bronzerang. Als jüngste Teilnehmerin überzeugte sie mit viel Übersicht, feinem Gefühl und konstant fehlerfreien Runden. Sie steigerte sich im Verlauf der Prüfung sichtbar und setzte die Hinweise der Jury sehr gut um. Für June war vor allem die Siegerehrung ein schöner Moment, denn „dort wurde auch den Pferden gedankt“.

Nach diesem sensationellen Start in die Saison ist sie sehr motiviert. „Es ist mein letztes Juniorenjahr. Ich möchte gern noch einmal die ganzen Meisterschaften und Championate mitnehmen“, sagt sie. Außerdem wolle sie sich auf schwerere Springen und damit auf die Zeit als Junge Reiterin vorbereiten. Von Mario Stevens hat sie Botakara übernommen. Neben dieser Stute und Coupino hat sie noch zwei weitere Pferde im heimatlichen Stall.

Weitere Erfolge für die Nordlichter

Im Eröffnungsspringen über 1,45 m wurden alle drei Podiumsplätze von Holsteinern belegt. Auf Platz eins kam die Uriko-Cassini II-Tochter Helene aus der Zucht von Christina Fahrenkrug aus Schrum, Kreis Dithmarschen, mit Reiter Marvin Jüngel. Zweiter wurden Zensation von Zirocco Blue-Clarimo unter Denis Lynch. Es folgten das ehemalige Holsteiner Auktionspferd Vancouver von Vagabond de la Pomme-Cartani und Paula de Boer-Schwarz auf Platz drei.

Erneut in Leipzig am Start war auch Mareike Meier (hier 2025). Sie kam auf den fünften Platz im Word Cup. Foto: Imago

Die Reiterin aus Norderstedt, Kreis Segeberg, hatte erst kurz vor dem Turnier erfahren, dass sie zum ersten Mal im Weltcup starten durfte. „Das war echt surreal“, sagt sie. Sie habe niemals auch nur davon zu träumen gewagt, einen Weltcup reiten zu dürfen. Die 33-Jährige reitet auch Dressur bis zur schweren Klasse.

Für den Start brachte sie die zwölfjährige My Miss Marpel OLD mit. „Sie ist das Pferd meiner Träume“, so de Boer-Schwarz. Die Stute kämpfe immer für sie, sei ein bisschen verrückt und definitiv der Boss. Mit ihr in den Parcours zu reiten, fühle sich immer gut an. Am Ende hatte das Paar drei Hindernisfehler in dem schweren, langen Parcours vor vollen Rängen und kam auf den 26. Platz. Ein schöner Ritt war es trotzdem.

Bei dem Turnier in Leipzig standen nicht nur die Springreiter im Mittelpunkt. Die Vierspännerfahrer absolvierten dort die letzte Qualifikation für das Weltcupfinale im Februar im französischen Bordeaux und sorgten einmal mehr für Begeisterung und ordentlich Stimmung beim Publikum. „Das haben unsere Fahrerinnen ganz toll gemacht“, lobte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger die Leistungen von Anna Sandmann aus Niedersachsen und Mareike Meier aus Negernbötel, Kreis Segeberg. Anna Sandmann fuhr mit einer Nullrunde im ersten Parcours auf den vierten Platz. Mareike Meier musste zwei Abwürfe hinnehmen, war aber ebenfalls schnell unterwegs und belegte den fünften Rang. fn


Lichtbedarf von Zimmerpflanzen

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Die Lichtverhältnisse spielen eine wichtige Rolle, wenn es um ein gutes Gedeihen von Zimmerpflanzen geht. Einige Vertreter beten die Sonne an, andere sind mit einem Schattendasein zufrieden, und die Nächsten hätten gern schon ein paar Sonnenstrahlen – aber bitte nicht zu viele und schon gar nicht mittags. Der optimale Standort zählt daher neben der Wasser- und Nährstoffversorgung zu den wichtigen Voraussetzungen für Freude an Zimmerpflanzen.

Der Lichtbedarf einer Zimmerpflanze steht immer im Zusammenhang mit ihrer Herkunft. Wüstenbewohner vertragen problemlos grelle Sonne. Wer dagegen unter dem Schatten großer Regenwaldbäume lebt, bevorzugt auch einen schattigeren Aufstellort. Sehr viele Zimmerpflanzen stammen aus Regionen mit gleichmäßigen Lichtverhältnissen. Hierzulange hingegen sind Schwankungen in der Tageslichtlänge von bis zu acht Stunden übers Jahr normal. Erhalten Zimmerpflanzen zu wenig Licht, zeigen sich schnell Folgen. Dazu gehören lange und dünne Triebe, Verlust von kompaktem Wuchs. Bunte Blätter verlieren ihre Farbe, und die Blütenbildung wird eingestellt.

Die Guzmanie mag einen hellen Standort an einem Ostfenster. Foto: Karin Stern

Obwohl die Himmelsrichtung nicht das einzige Kriterium für ein gutes und gesundes Pflanzenwachstum darstellt, ist das Wissen um die Lichtausbeute am jeweiligen Fenster hilfreich bei der Auswahl der Pflanze im Gartenmarkt. Aus Pflanzensicht zählen nach Osten ausgerichtete Fenster zu den echten Favoriten. Hier sorgt die Morgensonne für viel Licht, ohne allzu prall zu wirken. Solche gleichmäßigen Bedingungen bekommen den Pflanzen gut. An Westfenstern können die gleichen Pflanzen platziert werden wie an Ostfenstern. Bedenken sollte man allerdings, dass die Sonne im Frühling und Herbst nachmittags durchaus kräftig vom Himmel scheint. Pflanzen mit weichen Blättern vertragen das nicht immer und sollten etwas schattiert oder doch lieber ans Ostfester gestellt werden. Ein weiterer „Wohlfühlfaktor“ ist zudem die Raumtemperatur.

Das Pfeilblatt ist eine attraktive Blattschmuckpflanze mit auffällig grün-weiß geaderten Blättern. Foto: Karin Stern

Sinkt das Thermometer nicht unter 20 °C ab, fühlen sich das Pfeilblatt (Alocasia lowii) mit seinen spitz zulaufenden Blättern und die Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) sehr wohl. Letztere wird mit Hochblättern in Weiß, Rosa, Rot oder Pink angeboten. Tipp: Unbedingt vor Zugluft geschützt und im Winter bei 18 °C aufstellen – das regt die Blütenbildung an. Beide Zimmerpflanzen lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Auch das Kussmäulchen (Nematanthus gregarius) mit seinen orangeroten Blüten, die Guzmanie aus der Familie der Bromeliengewächse und die Kletterfeige (Ficus pumila) eignen sich bestens für Ost- und Westfenster. Dazu gesellen sich gern die edle Blattschmuckpflanze Buntwurz (Caladium-bicolor-Hybriden), Zyperngras (Cyperus alternifolius) und die schmucke Samtpflanze (Gynura) mit ihrer violetten Behaarung auf grünen Blättern.

Bogenhanf bevorzugt einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Foto: Karin Stern

Nach Süden ausgerichtete, helle Sonnenfenster bereiten schon eher Probleme bei der Pflanzenauswahl. Hier kommt es schnell zu einem Hitzestau hinter der Scheibe, der auch robusten Wüstenbewohnern zusetzen kann. Blattpflanzen leiden unter Verbrennungen, und Blütenansätze können vertrocknen. Mit Rollladen oder Jalousetten kann man schattieren, sofern von außen weder Bäume, Dachüberstände noch ein vorgebauter Balkon die Sonnenstrahlen bremsen. Tipp: Den Wasserbedarf der Südfenster-Zöglinge im Auge behalten. Bei Raumtemperaturen zwischen 20 und 24 °C geben Ruhmeskrone (Gloriosa superba), Bogenhanf (Sansevieria), Wüstenrose (Adenium obesum) und die Zierananas (Ananas comosus) eine gute Figur ab. Letztgenannte sollte bei starker Sonne etwas schattiert werden. Als Begleiter eignen sich unverwüstliche Sukkulenten wie Greisenhaupt (Cephalocereus senilis), Säulenkaktus (Cereus), Madagaskarpalme (Pachypodium) und Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica). Wer nun im Winter ein Südfenster in einem ungeheizten Raum oder Flur (um 12 °C) schmücken will, greift zu Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) oder Passionsblume (Passiflora). Beide werden im Frühling wieder langsam an die Sonne zu gewöhnt.

Der empfindliche Frauenhaarfarn verträgt keine Zugluft. Foto: Karin Stern

Selbst für das lichtarme Problemkind Nordfenster bieten sich einige attraktive Zimmerpflanzen an. Bei mindestens 20 °C sollten Drachenbaum (Dracaena), Pfeilwurz (Maranta) und Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum) stehen. Mit mäßigen Temperaturen im Bereich von 12 bis 20 °C sind Zierspargel (Asparagus densiflorus), Schusterpalme (Aspidistra elatior), Pantoffelblume (Calceolaria), Drehfrucht (Streptocarpus), Strahlenaralie (Schefflera) und Bergpalme (Chamaedorea elegans) zufrieden. 

Auszahlungspreise weiter rückläufig

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Die Milchanlieferung in Deutschland ist nach wie vor leicht steigend und bewegt sich weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Auch der Kälteeinbruch in der ersten Januarhälfte hat nicht zu dem erhofften Rückgang der Milchanlieferung geführt.

Der Vorsprung zur Vorjahreslinie hat sich allerdings verringert und liegt nun „nur“ noch bei gut 5 %. Die Milchpreise für den Abrechnungsmonat Dezember sind daher wie erwartet deutlich gefallen. Die Meiereien haben ihren Grundpreis um 0 bis 7 ct reduziert. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 38,89 ct/kg und damit um 3,79 ct unter dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 35,20 und 50,00 ct/kg. In Süddeutschland werden zwischen 37,46 und 49,46 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis bei 37,00 bis 42,19 ct/kg. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 37,00 bis 44,00 ct/kg.

Teilmärkte stabilisieren sich

In den einzelnen Teilmärkten ist eine Stabilisierung auf den jeweils allerdings sehr niedrigen Niveaus deutlich erkennbar. Im Butterbereich konnte sich die Notierung für abgepackte Butter seit Ende letzten Jahres auf ihrem Niveau halten. Die Nachfrage hat sich in diesem Bereich im Vergleich zur Vorweihnachtszeit zwar rückläufig entwickelt, dies ist allerdings saisontypisch. Für diese Jahreszeit ist die Nachfrage im Verhältnis trotzdem sehr gut. Bei Blockbutter ist sogar wieder von leicht belebenden Nachfrageimpulsen die Rede, sodass es schon zu einer minimalen Erholung des Preisniveaus gekommen ist. Hier sticht besonders eine erhöhte Nachfrage nach 10-kg-Blöcken heraus, die meist von Bäckereien und anderen mittelständischen Handwerksbetrieben eingekauft werden. Auch bei den Käsenotierungen macht sich eine optimistischere Grundstimmung breit. Die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel wie auch dem Food-Service ist sehr hoch. Zusätzlich entwickelt sich auch das Exportgeschäft deutlich positiv. Die Lagerbestände sind nach wie vor jung, Übermengen sind kaum vorhanden. So können kurzfristige Anfragen oftmals nicht vollumfänglich bedient werden. Die Preise sind hier bisher auf einem unveränderten Niveau geblieben, es wird aber mit einer steigenden Preistendenz gerechnet. Die Preise für die Milchpulversparte sind zuletzt bereits leicht gestiegen. Durch das niedrige hiesige Preisniveau ist die EU-Ware weiterhin konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Dies sorgt für eine aktuell deutlich lebhaftere Nachfrage sowohl bei Voll- als auch bei Magermilchpulver. Auf einem bereits sehr hohen und derzeit weiter steigenden Preisniveau befindet sich Süßmolkenpulver, bedingt durch eine lebhafte Nachfrage bei knappem Angebot.

Keine Hilfe vom Weltmarkt

Dass die Milchanlieferung nicht nur in Deutschland deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegt, sondern dass dies auch EU-weit der Fall ist, wurde in der Vergangenheit bereits ausgiebig beschrieben. Aber auch aus den anderen Milchviehregionen der Welt kommt überwiegend das gleiche Signal. Die USA haben im abgelaufenen Jahr 2,6 % mehr Milch abgeliefert als im Vorjahr. Besonders deutlich fällt die Milchmengensteigerung in Argentinien auf. Hier sind es über 10 % mehr. Und auch in Neuseeland wurden 2,1 % mehr Milch erzeugt. Somit drängt auch viel mehr Milch auf den Weltmarkt. Dies macht eine nachhaltige Erholung des Preisniveaus im Milchpulverbereich eher unwahrscheinlich. Auch wenn die letzten Pulvernotierungen in Kempten eine steigende Tendenz aufweisen und auch die Global Dairy Trade zum zweiten Mal in Folge eine positive Indexentwicklung aufweist, dürften die hohen weltweiten Milchmengen eine deutlich Preisstabilisierung im Pulverbereich verhindern.

Auf dem inländischen Milchmarkt lässt sich trotzdem eine leichte Aufwärtsstimmung verspüren. Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass der Milchauszahlungspreis dieser Entwicklung immer deutlich hinterherhinkt. Somit ist wahrscheinlich in den nächsten zwei Monaten noch mit weiter sinkenden Milchpreisen zu rechnen, bevor sich auch hier eine Stabilisierung durchsetzen wird.